Montag, 31. Oktober 2022

Schreib oder stirb

Bild von Argon Verlag

Steckbrief 
Name: Schreib oder stirb
Geschrieben von: Sebastian Fitzek und Micky Beisenherz
Verlag: Argon Verlag / Audible Studios 
Geeignet für: Thriller-Fans, Fitzek-Fans, Leute, die humorvolle Spannungsliteratur suchen. 
Gelesen oder gehört: gehört als gekürztes* Hörbuch
Gelesen von: Simon Jäger 
Bewertung: 1,5 von 5 Punkten

Bei meiner Lieblingsbuchhandlung bestellen. 

Klappentext 
(von Argon Verlag

"Wer nicht schreiben will, muss sterben – Fitzek-Thrill trifft Beisenherz-Humor

Carl Vorlau, mysteriöser Patient einer psychiatrischen Klinik, behauptet, die siebenjährige Pia entführt und an einen geheimen Ort verschleppt zu haben. Über seine Tat will der Patient nur mit einem einzigen Menschen reden – dem Literaturagenten David Dolla, dem Vorlau ein diabolisches Angebot macht: Für einen Thriller über das Schicksal der kleinen Pia soll Dolla ihm einen Verlagsvorschuss von einer Million Euro verschaffen! Gelingt das, wird Dolla zu einem Helden, der das Mädchen vor dem sicheren Tod rettet. Sollte Dolla den Auftrag jedoch ablehnen, will Vorlau nicht nur Pia sterben lassen, sondern auch das Leben des Agenten zerstören …"

Meine Meinung 
Als ich euch das Hörbuch vor ein paar Monaten in einem Blogbeitrag vorgestellt habe, war ich misstrauisch, weil ich mir nicht sicher war, ob die Handlung wirklich funktionierte. Anhand meiner Bewertung könnt ihr erahnen, dass ich leider etwas enttäuscht zurückgelassen wurde. 

Der Inhalt ist ein klassischer Fitzek. David Dolla wird auf eine abenteuerliche Reise geschickt, die ihn an seine Grenzen bringt. Wie bei Romanen von Sebastian Fitzek üblich entwickelt sich die Handlung sehr schnell und es bleibt kaum Zeit innezuhalten und zu überlegen, wer es gut mit der Hauptfigur meint und wem gegenüber eher Misstrauen angebracht ist. 

Was mich störte war, dass der Klappentext für die Handlung gefühlt keine große Rolle spielt. David trifft zwar auf Carl und hört sich dessen Angebot an. Aber er denkt überhaupt nicht darüber nach. Erst eine Reihe anderer Ereignisse sorgt dafür, dass die Handlung ihren Lauf nimmt. 
Mir war die Auflösung wieder etwas zu groß und zu dramatisch gedacht. Dennoch kann ich mir gut vorstellen, dass es da draußen Leute gibt, die mit der Handlung etwas anfangen können. 

Was mir hingegen gut gefallen hat waren die Figuren und der Bezug zur Buchbranche. David Dolla muss die Geschichte nicht allein lösen. Seine Clique hilft ihm, wo sie kann. Dass es diesmal nicht nur eine Hauptfigur gibt, sondern auch ein paar Nebenfiguren mit an Bord sind, die unserer Hauptfigur beistehen, hat mir gefallen. 
David Dolla ist Literaturagent. Immer wieder gibt es Anspielungen auf Autor*innen oder Verlage. Auch Sebastian Fitzeks Literaturagent Roman Hocke bekommt einen kleinen aber für die Handlung wichtigen Gastauftritt in Schreib oder Stirb. 

Dennoch war es für mich inhaltlich nichts Neues. Als wir zum Plottwist kommen, nutzen Sebastian Fitzek und Micky Beisenherz ein Stilmittel, das bereits in einem anderen Roman von Sebastian Fitzek vorkam. 

Diesmal habe ich mich wirklich über die Hörbuchgestaltung geärgert. Allerdings lag das auch daran, dass ich vorab eine Information zum Printbuch bekam. Sebastian Fitzek erzählte nämlich in einer Talkshow, dass es in Schreib oder stirb ein Vorwort gibt. Bekanntlich ist es so, dass die gekürzte Ausgabe des Hörbuches beim Argon Verlag erscheint und über den Buchhandel bezogen werden kann. Alle, die sich für die ungekürzte Ausgabe entscheiden, brauchen ein Audible Konto. Allerdings hängt es von der Definition von ungekürzt ab, ob das Hörbuch wirklich den Titel verdient. Weder das Vorwort noch die Danksagungen - bei zwei Autoren wird es vielleicht auch zwei Danksagungen geben - wurden nicht mit gelesen. Dafür dass Audible bekannt für die Produktionen ungekürzter Hörbücher ist, hat mich das diesmal ziemlich genervt. Wer sich nicht für Vorwörter oder Danksagungen interessiert, muss sie ja nicht hören. Ich hingegen habe aber gern die Wahl. 

Das Hörbuch wird wieder von Simon Jäger gelesen. Interessant fand ich diesmal, dass sich Jägers Interpretation an den Schreibstil angepasst hat. Dort gab es nämlich ein paar Veränderungen. Wäre Simon Jäger nicht gewesen, ich wäre mir nicht sicher, ob ich das Hörbuch wirklich beendet hätte. 

Der Schreibstil hat mir leider gar nicht gefallen. Das Hörbuch wird mit den Worten beworben, dass Beisenherz Humor auf Fitzek Thrill trifft. Leider lag mir der Humor von Micky Beisenherz überhaupt nicht. Er besteht aus Vergleichen, ironisch zynischen Kommentaren und etwas, das wohl schwarzer Humor sein soll, aus meiner Sicht aber oft unter der Gürtellinie ist. Ich gehöre eher zur Fraktion Wortwitz und Situationskomik. 
Interessant fand ich, dass die Sätze länger waren, weil es eben ziemlich viele Vergleiche gab. Das sorgte bei mir dafür, dass ich den Schreibstil eher als zäh empfand, weil mich der Humor nicht abholte und auch die Handlung an sich nicht wirklich etwas Neues geboten hat. 

Gesamteindruck 
Leider lässt mich Schreib oder stirb etwas enttäuscht zurück. Mich interessiert, wie die Autoren beim Schreiben vorgegangen sind und wer für welche Teile in der Handlung verantwortlich ist. Insgesamt hatte ich mehr erwartet. Allerdings glaube ich, dass Schreib oder stirb vielen Menschen da draußen gefallen wird. 
Für alle, die einen typischen Fitzek-Thriller suchen, der diesmal ordentlich Humor mitbringt, könnte das Hörbuch vermutlich etwas sein. 

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* Da das angekündigte Vorwort im ungekürzten Hörbuch fehlt, weigere ich mich, den Titel als ungekürzt zu bezeichnen. 

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