Mittwoch, 7. Juli 2021

Das Mädchen, das den Mond trank

Dieses Hörbuch war eines unserer zwei Buchclub-Lektüren. In meiner Rezension werde ich also etwas ausführlicher auf den Inhalt eingehen. 

Bild von Argon Verlag

Steckbrief 
Name: Das Mädchen, das den Mond trank 
Autor:in: Kelly Barnhill 
Verlag: Argon Verlag 
Geeignet für: Menschen, die Kinder- bzw. Jugendhörbücher mögen, Menschen, die Romane über Hexen mögen 
Gelesen oder gehört: gehört als gekürztes Hörbuch 
Sprecher:in: Simon Jäger 
Bewertung: 5 von 5 Punkten

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Klappentext 

"Im Sternenlicht liegt natürlich Magie. Das ist allgemein bekannt.
Aber Mondlicht: Das ist eine ganz andere Geschichte. Mondlicht ist pure Magie.
Das weiß jeder.

Diese Geschichte erzählt von einer Hexe, von der alle glauben, sie sei böse, einem kleinen Mädchen, das die Hexe bezaubert, einem Sumpfmonster, das Gedichte liebt, von einem wahrhaft winzigen Drachen und einem jungen Mann, der sich aufmacht, die Hexe zu töten." 

Meine Meinung 
Das Motto in unserer Leserunde im Buchclub war diesmal Wohlfühlbücher. An dieser Stelle kann ich euch schon mal bestätigen: Dieses Hörbuch ist für mich definitiv eine Wohlfühlgeschichte. 

Der Inhalt beginnt gleich mal mit einem Missverständnis. In einem Dorf kursiert eine Legende um eine böse Hexe, die im Wald lebt. Um auf keinen Fall den Ärger der Hexe auf sich zu ziehen, haben die Dorfbewohner:innen beschlossen, der Hexe in regelmäßigen Abständen ein Neugeborenes aus dem Dorf zu opfern. Opfern heißt in dem Fall, dass das Baby einfach im Wald ausgesetzt wird. 

Doch die Hexe ist gar nicht so furchterregend, wie alle glauben. Sie fragt sich, warum die Menschen immer auf die Idee kommen, ihre Babys im Wald auszusetzen. Damit die armen Dinger nicht einfach im Wald verhungern, nimmt die Hexe die Kinder bei sich auf. Ein Baby hat es ihr besonders angetan. Nämlich Luna. 

Was mir an der Handlung besonders gut gefällt ist, dass sie eigentlich auf einem Missverständnis beruht. Erst nach und nach kommt heraus, dass das Opfer eine ganz bestimmte Bedeutung hat und einigen Dorfbewohner:innen tatsächlich etwas nützt. (Was wäre eine Geschichte bloß ohne ihre Antagonist:innen?). 

Besonders gut gefallen haben mir die Figuren in Das Mädchen, das den Mond trank. Ich mochte Xan, die Hexe. Xan lebt aber nicht allein, sondern hat mit einem Drachen und einem Sumpfmonster treue Gefährt:innen, die ihr immer zur Seite stehen. Xan, Luna und ein freundlicher junger Mann sind die Hauptfiguren in diesem Roman. Jede:r von ihnen hat eine eigene Geschichte und wächst in diesem Abenteuer ein Stück weit über sich hinaus. 

Mit dem Sumpfmonster und dem Drachen hat Kelly Barnhill zwei tolle Nebencharaktere geschaffen, die immer wieder für lustige Momente und ein bisschen Ablenkung sorgen. Im Klappentext wird angedeutet, dass Gedichte hier eine große Rolle spielen. Leider konnte ich diese Parallele im Hörbuch nicht erkennen und vermute, dass sie vielleicht durch die Kürzungen gestrichen wurden. 

Was mich ebenfalls überzeugte, war die märchenhafte Atmosphäre in diesem Hörbuch. Die Handlung erinnert entfernt an bereits bekannte Märchen. Dennoch wird hier mit den typischen Rollenklischees gespielt, was Kelly Barnhill sehr gut gelungen ist. Die Handlung spielt sich hier vor allem im Kleinen ab. Es geht nicht darum, eine Welt zu retten. Im Mittelpunkt stehen vor allem die Figuren mit ihren Wünschen und Träumen. 

Bis auf zwei kleine Kritikpunkte, hat mir die Hörbuchgestaltung sehr gut gefallen. Das Hörbuch ist inzwischen leider nur noch als Download erhältlich, was ich sehr schade finde, da sie sich sicher wunderbar im eigenen Hörbuchregal machen würde. 
Der zweite Kritikpunkt betrifft die Kürzungen des Hörbuches. Dieses Abenteuer ist sehr schön. Schon allein, um ein bisschen mehr Zeit mit unseren Figuren verbringen zu können, hätte ich dieses Abenteuer gerne ungekürzt gehört. Es handelt sich hier aber um zwei Kritikpunkte, die Jammern auf sehr hohem Niveau sind 

Positiv an der Hörbuchgestaltung ist: Der Titel wird von Simon Jäger gelesen, den viele von euch wahrscheinlich vor allem als die Stimme der Hörbücher von Sebastian Fitzek kennen. Ich habe erst vor kurzem einen Fantasyroman gehört, der von Jäger gelesen wurde. Mit seiner Interpretation von Das Mädchen, das den Mond trank hat er mich positiv überrascht. Er liest die Handlung in einem sehr guten, normalen Lesetempo, das zugleich für Dynamik sorgt. 
Wenn die Figuren gerade in einer kniffligen Szene feststecken, oder viel auf einmal passiert, liest Jäger schneller. Wenn es mehr um die leisen Töne dieses Abenteuers geht, spiegelt sich das auch in seiner Lesegeschwindigkeit und seiner Betonung wieder. 
Besonders gut gefallen hat mir Jägers Interpretation der verschiedenen Figuren. Während er in den Erwachsenenromanen eher schlicht interpretiert, hat in diesem Hörbuch jede Figur eine eigene Stimme. Bei der ein oder anderen Figur habe ich mich gefragt, wie er es bloß geschafft hat, mehrere Stunden am Stück mit dieser Stimme zu lesen. 
Lustig wurde es dann vor allem, wenn Simon Jäger die Dialoge interpretiert hat. In diesen Momenten habe ich mir gewünscht, dass möglichst viele Kinder diesen Titel entdecken. 

Kelly Barnhill hat einen wunderbaren Schreibstil. Sie erzeugt eine märchenhafte Stimmung und arbeitet die Entwicklung ihrer Figuren auch gekonnt heraus. Beeindruckt war ich vor allem, dass sie in diesem Hörbuch nicht nur auf die schönen Aspekte des Lebens eingeht, sondern auch das ein oder andere schwere Thema hervorholt, wie beispielsweise das Thema Tod. Dennoch schafft sie es, das Thema Tod behutsam aufzugreifen, ohne, dass die gesamte Handlung eine traurige Note bekommt. Dennoch wird gezeigt, dass der Tod eben auch zum Leben dazu gehört. 

Gesamteindruck.
Dieses Hörbuch ist ein Märchen, das von vielen Kindern gehört werden sollte. Kelly Barnhill erzählt nicht nur eine fantasievolle Geschichte, sondern erschafft auch liebenswerte Figuren, mit denen ich gerne mehr Zeit verbracht hätte. 


Frau, die uns über 
ein Buch hinweg anschaut. 
Um sieh erum ein Kreis in dem 
Buchclub steht.  
steht. Foto: A. Mack 

Und Du? 
Wie es sich für einen ordentlichen Buchclub gehört, möchte ich mich mit euch gerne über Das Mädchen, das den Mond trank austauschen. (Nur damit ihr nicht irritiert seid: Die meisten Mitglieder des Buchclubs tauschen sich vor allem in unserer Facebook Gruppe aus. Dieser Post ist für alle, die gern am Buchclub teilnehmen wollen, aber kein Facebook haben). 

Wie hat Dir der Inhalt gefallen? 
Zählt Das Mädchen, das den Mond trank für Dich nun zu den Wohlfühlbüchern? 
In dem Roman lernen wir viele Handlungsorte kennen: Wenn Du Dich für einen Handlungsort entscheiden müsstest: An welchem Ort würdest Du gerne leben? 
Wer gehört zu Deinen Lieblingsfiguren? 

Wenn Du in den Kommentaren spoilerst, bitte ich Dich die Spoiler zu kennzeichnen, damit es keine bösen Überraschungen gibt. Du kannst Dich in Deinem Kommentar gerne an den Fragen orientieren, aber auch einfach drauf los schreiben. 

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Dieses Hörbuch wurde mir als kostenloses Rezensionsexemplar vom Argon Verlag zur Verfügung gestellt. 

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