Montag, 8. Februar 2021

Die Kunst des Miteinander redens

Bild von JUMBO Verlag

Steckbrief
Name: Die Kunst des Miteinander Redens - Über den Dialog in Gesellschaft und Politik 
Autor*in: Bernhard Pörksen, Friedemann Schulz von Thun 
Verlag: JUMBO Verlag 
Geeignet für: Leute, die Sachbücher mögen, Menschen, die sich für den Austausch von zwei Fachleuten zum Thema Kommunikation interessieren 
Gelesen oder gehört: gehört als Hörbuch unklar ob gekürzt oder ungekürzt 
Sprecher*innen: Volker Hanisch, Bernd Stephan 
Bewertung: 3,5 von 5 Punkten

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Klappentext 
(von JUMBO Verlag

"Hass und Hetze, Gerüchte und Falschmeldungen verbreiten sich rasend schnell. Öffentliche Debatten eskalieren zum giftigen Streit. Und in der Breite der Gesellschaft regiert die Angst vor dem Schwinden des gesellschaftlichen Zusammenhalts und dem Ende von Respekt und Vernunft. Der Medienwissenschaftler Bernhard Pörksen und der Kommunikationspsychologe Friedemann Schulz von Thun, zwei prominente Vertreter ihres Fachs, analysieren den kommunikativen Klimawandel. Sie zeigen Auswege aus der Polarisierungsfalle in Zeiten der großen Gereiztheit und der populistischen Vereinfachungen und entwerfen eine Ethik des Miteinander-Redens, die Empathie und Wertschätzung mit der Bereitschaft zum Streit und zur klärenden Konfrontation verbindet. Anschaulich und mit vielen Beispielen führen sie vor, wie sich Diskussionen und Debatten verbessern lassen und wie die Kunst des Miteinander-Redens zu einer Schule der Demokratie und des guten Miteinander-Lebens werden könnte. Das gleichnamige Buchausgabe ist bei Hanser erschienen." 

Meine Meinung 
Dieses Hörbuch lag unfassbar lange auf meinem Stapel ungehörter Hörbücher. Als mir der Titel 2019 auf der Frankfurter Buchmesse vorgestellt wurde, war ich sehr interessiert an diesem Sachbuch. Zum einen wollte ich mehr Sachbücher hören und zum anderen hoffte ich, den Titel für meine Recherche zu meinem aktuellen Romanprojekt nutzen zu können. Warum es dennoch so lange dauerte, bis ich den Titel hörte? Ich wusste, dass ich Zeit brauchte, da ich ja auch mit dem Sachhörbuch arbeiten wollte. Ende 2020 hatte ich dann endlich die Gelegenheit den Titel zu hören und musste feststellen, dass ich mit falschen Erwartungen an das Hörbuch gegangen bin. 

Zum Inhalt: Ich hatte gehofft, dass es sich hier um ein Grundlagenwerk zum Thema Kommunikation handelt. Viele von euch kennen Friedemann Schulz von Thun vor allem wegen des Kommunikationsquadrates. Ich hoffte also mein Wissen über Kommunikation durch das Hörbuch auffrischen zu können. 
Allerdings ist das Hörbuch eher wie eine Art Dialog zwischen einem Medienwissenschaftler und einem Kommunikationswissenschaftler aufgebaut. Es geht nicht darum, Kommunikation zu erklären, sondern eher, das zu erörtern, was beide an Kommunikation in der Gesellschaft oder der Politik feststellen. 

Was mir gut gefallen hat war, dass beide immer wieder Beispiele aus der Politik oder der Gesellschaft eingebracht haben. Ich lerne über Beispiele und konnte den Inhalt daher leichter erfassen, wenn es ein Beispiel dazu gab. Allerdings setzen die beiden Autoren grundlegendes Wissen über Kommunikation voraus. Das ein oder andere Mal fiel es mir daher schwer, dem Inhalt folgen zu können. 
Das Hörbuch ist zwar in vier Kapitel aufgeteilt, die in sich auch eine Struktur haben. Mir fiel es aber dennoch schwer, der Struktur folgen zu können. Ich glaube aber, dass es daran liegt, dass mir das Fachwissen gefehlt hat.

Von der Hörbuchgestaltung bin ich sehr begeistert. Ich hatte etwas Bedenken, ob es möglich ist, ein Sachbuch spannend als Hörbuch umzusetzen. Der JUMBO Verlag beweist aber immer wieder, dass es kreative Lösungen für schwierige Titel gibt. Da das Hörbuch wie ein Dialog aufgebaut ist, wurden für den Titel zwei Sprecher gewählt. Da im Intro leider nicht genannt wurde, wer wen spricht, konnte ich die einzelnen Rollen nicht zuordnen. 
Die Sprecher haben sich durch ihre Stimmfarbe wunderbar ergänzt. Einer von ihnen hat eine etwas hellere Stimmfarbe, während der andere etwas tiefer klingt. Zudem haben beide den Inhalt so betont, als würden sie sich wirklich miteinander unterhalten. Das sorgte dafür, dass der Inhalt nicht trocken, sondern lebendig wirkte. 

Der Schreibstil ist aus meiner Sicht anspruchsvoll und vor allem für Hörer*innen geeignet, die gerne Fach- bzw. Sachhörbücher hören. Hier werden viele Fremdwörter vorausgesetzt und nicht nochmal erklärt. Das ist kein Kritikpunkt an dem Titel. Diese Information soll vor allem als Orientierung dienen, damit ihr nicht mit falschen Erwartungen an das Hörbuch geht. 

Gesamteindruck 
Das Hörbuch hat mir grundsätzlich gut gefallen. Leider habe ich nur wenig von dem erhofften Inhalt gefunden. Das liegt aber nicht daran, dass der Titel etwas Falsches verspricht, sondern eher daran, dass ich mit falschen Erwartungen an das Hörbuch gegangen bin. 

Ich kann Die Kunst des Miteinander-Redens allen empfehlen, die sich für die Kommunikation auf gesellschaftlicher und politischer Ebene interessieren und auf Beispiele hoffen, anhand derer die Kommunikation erklärt wird. 

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Dieses Hörbuch wurde mir als kostenloses Rezensionsexemplar von JUMBO Verlag zur Verfügung gestellt. 

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