Montag, 13. Dezember 2021

Ich und der Weihnachtsmann

Obwohl es sich hier um den dritten Band einer Reihe handelt, gibt es in meiner Rezenson keine Spoiler zu den vorherigen Bänden. 

Bild von DAV

Steckbrief 
Name: Ich und der Weihnachtsmann 
Autor:in: Matt Haig 
Verlag: Der Audio Verlag (DAV) 
Geeignet für: Haig-Fans, Leser:innen, die Matt Haigs Weihnachtsbücher verfolgt haben, 
Gelesen oder gehört: gehört als ungekürztes Hörbuch 
Sprecher: Rufus Beck 
Bewertung: 3,5 von 5 Punkten 

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Klappentext 
(von DAV) 

"[...] Nach »Ein Junge namens Weihnacht« und »Das Mädchen, das Weihnachten rettete«, den ersten beiden märchenhaften Weihnachtserzählungen von Matt Haig, steht fest: Es gibt den Weihnachtmann. Doch auch in seinem Wichteldorf gerät der Alltag manchmal ganz schön durcheinander. Mit »Ich und der Weihnachtsmann« ist nun der dritte Band der Weihnachtsserie als Hörbuch bei DAV erschienen und erzählt die Geschichte des Kaminkehrermädchens Amelia weiter. Denn die lebt jetzt selbst im Wichteldorf – und das ist gar nicht so einfach! [...]" 

Meine Meinung 
Bei diesem Hörbuch handelt es sich um den dritten Teil von Matt Haigs Weihnachtsserie. Nachdem mir der zweite Teil so gut gefallen hat, war ich gespannt, welche Geschichte uns im Ich und der Weihnachtsmann erwartet. 

Kommen wir zuerst zum Inhalt: Amelia lebt mit dem Weihnachtsmann und dessen Frau Mary bei den Wichteln in Wichtelgrund. Doch dem Mädchen fällt es schwer, sich in der neuen Heimat einzuleben. Die Wichtel sind alle viel kleiner und haben Hobbies mit denen sie nicht wirklich mithalten kann. Schnell fühlt sie sich wie eine Außenseiterin. Dieses Gefühl wird durch eine kleine Intrige zusätzlich verstärkt. Bleibt das Mädchen wirklich bei den Wichteln oder kehrt es zurück in die Menschenwelt? 

Mir fiel der Einstieg in die Geschichte etwas schwer, weil ich nicht genau wusste, wohin die Reise geht. Während Das Mädchen, das Weihnachten rettete zwar in unserer Welt spielt, aber dennoch einen märchenhaften, weihnachtlichen Stil hat, hatte Ich und der Weihnachtsmann für mich auf den ersten Blick - trotz des weihnachtlichen Settings - nicht viel mit Weihnachten zu tun. Der Großteil der Geschichte beschäftigt sich eher mit der Frage, ob und vor allem wie, Amelia in der neuen Heimat Fuß fassen kann. Doch nach und nach tut sich ein Nebenhandlungsstrang auf, der für einige Spannung sorgt 

Auch in diesem Band ist Amelia die Protagonistin der Geschichte. Wir erleben die Handlung ausschließlich aus ihrer Perspektive. Ihre Einsamkeit war für mich deutlich spürbar und es tat mir wirklich leid, sie so leiden zu sehen. 
Der Weihnachtsmann tritt in dieser Geschichte eher als Nebenfigur auf. Dennoch gibt es ein Wiedersehen mit alt bekannten Charakteren aus den vorherigen Bänden, wie beispielsweise der Wahrheitselfe, einem intriganten Wichtel und unserer Wichtelreporterin Nusch. Schön finde ich hier, dass Matt Haig auf alt bekannte Charaktere zurückgreift und nicht in jedem Band eine Hand voll neue Charaktere in die Geschichte einbringt. 

Die Gestaltung des Hörbuches gefiel mir sehr gut. Zum einen ist die Herstellung hier wieder sehr gelungen. Die Hörbuch CDs befinden sich in einer Digifile Hülle und passen somit zu den vorherigen Bänden. Außerdem sind der Titel und der Name des Verlages mit einer Glitzerschicht verziert, die fühlbar ist, was mir ebenfalls sehr gut gefällt. 
Rufus Beck nimmt uns auch in diesem Band wieder mit nach Wichtelgrund. Ich mag seine Interpretation der Geschichte und finde, dass er für Kinder- und Jugendliteratur wirklich geeignet ist. 

Matt Haigs Schreibstil kennzeichnet sich nicht nur durch viel Fantasie, sondern auch durch seine lebhafte Darstellung von Konflikten. Der Autor beschreibt den Konflikt zwar, dennoch wird deutlich, dass noch viel mehr hinter der Situation steckt, was aber nicht in Worte gefasst werden muss. 
Einerseits gefallen mir Matt Haigs sprachliche Bilder und die kreativen Einfälle. Andererseits habe ich hin und wieder auch den Eindruck, dass diese Kreativität an manchen Stellen kippt und eine schräge Note bekommt, die ich dann etwas gruselig finde. Dennoch kommt das wirklich selten vor und ist wahrscheinlich eine reine Geschmackssache. 

Gesamteindruck 
Ich und der Weihnachtsmann ist eine solide Geschichte, die sich sehr gut für die Fans des Autors eignet. In ungefähr fünf Stunden ist sie zwar schnell erzählt, bietet aber dennoch kurzweilige und spannende Unterhaltung. 
Mir persönlich ging die Handlung diesmal zu sehr auf die menschliche Konfliktebene zurück. Ich hatte gehofft, dass mehr weihnachtliche, magische Eindrücke in der Geschichte stecken. Allerdings ist das ein Jammern auf sehr hohem Niveau. 

Zitate
Zur Szene: Der Weihnachtsmann möchte gerne Geld, das in Wichtelgrund in Form von Goldtalern existiert, von der Bank abheben. Er muss feststellen, dass sich sein Konto in den letzten Monaten gefühlt wie von selbst geleert hat. Zu seiner Schande muss er gestehen: 
"Oh... ähm... ich habe das meiste wohl verschnabuliert."
CD 2, Track 14

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Weitere Bände: 

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Den Textbaustein habe ich von Pergamentfalter übernommen.