Montag, 30. November 2020

Rentierfieber XXL Leseprobe - Prolog

Eine Schneelandschaft. 
Ein Rentier, das freundlich 
aussehend auf uns zu läuft. 
Im Geweih hängt eine 
Weihnachtsmannmütze
Foto: A. Mack 
Herbei handelt es sich um eine XXL Leseprobe meines weihnachtlichen Kinderbuchs Rentierfieber
Mehr Infos zu meinem Debüt findet ihr auf dieser Seite
Die Leserunde zum Buch findet in dieser Gruppe statt. 
Auf dieser Seite findet ihr die Übersicht aller Kapitel. 
Hier geht es zum nächsten Kapitel

Rentierfeber als
... Hardcover 
... Paperback 
... eBook (bis zum 06.12. nur für 2,99 Euro).  

Zur Hörprobe des Prologes geht es hier entlang

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1. Dezember: 
im Baumhaus des Christkindes
Das Christkind saß in seinem warmen Baumhaus und blickte aus dem Fenster auf den schneebedeckten Weg. 
Er ist spät dran, dachte es. Normalerweise kam der Weihnachtsmann pünktlich, wenn er wusste, dass es etwas zu essen gab.
Der Tisch war bereits gedeckt. Das Christkind hatte Brot gebacken
und sich Butter und etwas Wurst aus den Vorräten von Christstollen stibitzt. Es grinste, als es daran dachte, dass die Heimat aller Weihnachtswesen nach einem Weihnachtsgebäck benannt war.
Wurst war dort eine Seltenheit. Die Elfen aßen lieber süß statt herzhaft. Der Weihnachtsmann freut sich bestimmt über etwas Abwechslung, dachte das Christkind.
In letzter Zeit hatte er oft über die Eintönigkeit des Essens im Dorflokal geklagt. Die Elfen wussten nicht, was er meinte. Sie liebten ihren Speiseplan und konnten nie genug von den Plätzchen, Apfelstrudeln, Dampfnudeln und den anderen
Leckereien bekommen.

»He, lass den Korb herunter!«, rief der Weihnachtsmann plötzlich, der wie aus dem Nichts vor dem großen Baum aufgetaucht war, auf dem das Haus stand.
Wie macht er das nur immer?, fragte sich das Christkind.
Es stand auf, schnappte sich das Glöckchen vom Tisch und
klingelte.
Der Weihnachtsmann trat einen notwendigen Schritt zurück, denn ein großer Korb, der einen Erwachsenen transportieren konnte, schwebte herab. Eine Klappe öffnete sich in dem Korb, sodass der Weihnachtsmann eine kleine Rampe hinaufsteigen und sich hineinsetzen konnte.
Das Fortbewegungsmittel schwebte nach oben und hielt vor der Veranda des Baumhauses.
Als der Weihnachtsmann das Haus betrat, erschrak das Christkind und wurde blass.
Müde lächelte der Weihnachtsmann sein Gegenüber an.
Außerdem – das Christkind konnte den Blick kaum abwenden
– war da etwas auf seiner Nase. Das Christkind hatte es schon bei einigen Weihnachtsmännern gesehen. Und es verhieß nichts Gutes.
»Was ist denn los?«, fragte der Weihnachtsmann besorgt.
Sonst ist er die Ruhe selbst. Mit ihm stimmt etwas nicht! Es
schnippte einmal mit den Fingern und hielt dem Weihnachtsmann die Handfläche vors Gesicht. In der Handfläche kam ein kleiner Spiegel zum Vorschein.
Nun wurde auch der Weihnachtsmann blass. »Meine … Nase …« Er stockte und blickte sein Spiegelbild mit offenem Mund an.
Auf der Nasenspitze prangte ein großer roter Bollen. Wäre die Farbe nicht dunkelrot gewesen, hätte ihn das Christkind fast für einen ungewöhnlich großen Pickel gehalten. Aber das Christkind wusste es besser und ahnte, dass er nicht erst seit gestern auf der Nase des Weihnachtsmannes zu finden war.

Das ist nicht gut, dachte es ängstlich.
»Warum haben mir die Elfen nichts gesagt? Rubina und Freddy sehe ich beinahe jeden Tag. Und Rubina nimmt bei so was doch sonst kein Blatt vor den Mund.« Der Weihnachtsmann war irritiert, das merkte das Christkind deutlich.
Er weiß es nicht, erkannte es. »Weil sie ihn nicht sehen«, flüsterte das Christkind. Weil sie durch und durch voller Freude auf das Weihnachtsfest sind, fügte es in Gedanken hinzu und fragte sich im selben Moment, ob es gut war, alle Karten auf den Tisch zu legen. Ich will nicht wieder denselben Fehler
machen wie bei seinen Vorgängern.
»Was soll denn das heißen? Er ist doch kaum zu übersehen. Ich komme mir vor wie ein Clown!«
Das Christkind runzelte die Stirn und fragte sich, was das nun schon wieder war. Ich bin zu wenig unter Menschen, stellte es fest.
»Es fängt mit einer roten Nase an. Und irgendwann sprießen dir immer mehr Haare«, murmelte es.
»Du willst mich veräppeln, oder?«, fragte der Weihnachtsmann und lächelte kläglich.
Das Christkind schüttelte den Kopf. »Du wirst dich langsam, aber sicher in ein Rentier verwandeln«, verkündete es mit ernster Miene.
Da konnte der Weihnachtsmann nicht an sich halten und prustete los. Das Prusten ging in ein lautes, herzhaftes Lachen über, das die Unruhe von gerade eben beinahe wegwischte.
»Ein Rentier!«, brachte er nach einer Weile atemlos hervor.
»Du willst mir also sagen, dass all meine Rentiere in Wahrheit verzauberte Weihnachtsmänner sind?« Er grinste immer noch breit.

»Nein, natürlich nicht!«, protestierte das Christkind und fügte in Gedanken hinzu: Wobei ich mir bei Rudolf und seiner roten Nase manchmal nicht so sicher bin …
Beide schwiegen.
Zum Glück fragt er mich nicht, warum er sich verwandelt. Erleichterung überkam das Christkind. Dann bleibe ich vorerst wohl doch bei der halben Wahrheit. Vermutlich ist es besser so.
»Es gibt nur einen Weg, der Verwandlung zu entkommen. Du musst Christstollen und die Elfen verlassen«, meinte das Christkind schließlich. Der Plan beginnt.
»Aber wer kümmert sich dann um die Bescherung? Das können die Elfen doch unmöglich allein übernehmen. Außerdem warten die Kinder auf mich!«, protestierte der Weihnachtsmann und kratzte sich an der roten Nasenspitze.
»Du weißt doch, dass du nicht für immer Weihnachtsmann sein kannst, oder?«, fragte das Christkind vorsichtig. Es hatte schon viele Weihnachtsmänner kommen und gehen sehen.
Aber dieser hier war ihm der liebste. Und genau aus diesem Grund wollte ihm das Christkind helfen. Es musste eine Lösung geben!
Der Weihnachtsmann öffnete den Mund, als ob er etwas sagen wollte, doch es kam kein Wort heraus. Dem Christkind wurde mit einem Mal bewusst, dass sich sein Gegenüber wohl dunkel daran erinnerte, dass er nicht immer in Christstollen
gelebt hatte. Was zwanzig Jahre ausmachen können … 
Es stand auf und zog den Weihnachtsmann zu einer Wand, an der einige Postkarten und Bilder hingen. Manche zeigten verschneite Dörfer. Auf anderen Bildern waren Strände, Sonne und das Meer zu sehen. Und auf manchen – der Weihnachtsmann konnte es kaum glauben, das merkte ihm das Christkind an – waren Männer zu sehen, die ihm ziemlich ähnlich sahen.

Auch sie hatten einen weißen, nicht mehr ganz so langen Vollbart. Ihr Strahlen reichte über das ganze, braun gebrannte Gesicht bis zu den Augen, die vor Freude leuchteten.
Genauso sieht der Weihnachtsmann kurz vor seinem Abflug aus, oder dann, wenn er zurückkehrt und wir uns gegenseitig von unseren weihnachtlichen Abenteuern erzählen, dachte das Christkind.
Doch die Männer trugen keinesfalls rote Mäntel und schwarze Stiefel. Mantel und Hose waren bei manchen Männern durch T-Shirts und Shorts ersetzt worden. Einige von ihnen trugen sogar nur eine Badehose. Ihre Füße waren entweder im
Sand vergraben oder steckten in Schuhen, die Löcher hatten.
Kritisch musterte der Weihnachtsmann das Schuhwerk.
»Das nennt man Sandalen«, erklärte das Christkind. Es nahm die neueste Karte von der Wand, drehte sie um, holte tief Luft und begann laut zu lesen. Ein Mann schrieb, dass er gut in der neuen Heimat angekommen sei und die Wärme
liebte. Den Rentierschlitten habe er gegen ein sogenanntes Surfbrett eingetauscht. Anstatt über den Himmel zu fliegen, reite er nun auf Wellen. Der Weihnachtsmann rümpfte die Nase. Erleichtert erkannte das Christkind, dass ihm diese Vorstellung nicht besonders gefiel. Es hielt ihm einen weiteren
Briefumschlag hin. Als der Weihnachtsmann den Umschlag öffnete und umdrehte, rieselten ein paar Sandkörner auf den Boden. Entsetzt sprang er zurück, als wäre der Sand etwas Gefährliches.
»Es gibt Orte, an denen viele ehemalige Weihnachtsmänner leben. Santa Cruz zum Beispiel«, erklärte das Christkind behutsam und hoffte inständig, dass der Plan funktionieren würde. »Dort geht es ihnen gut. Und sie schreiben mir regelmäßig.«
»Ich will Christstollen nicht verlassen. Wie soll denn Weihnachten für mich ohne Schnee, die Elfen und vor allem ohne dich funktionieren?« Die Verzweiflung stand ihm ins Gesicht geschrieben.
Das Christkind tat so, als müsste es über eine Lösung nachdenken, dabei hatte es doch bereits einen Plan. Sehr lange war es still im Baumhaus. Bitte, dachte das Christkind, lass meine Rechnung aufgehen.
Dann begann es zu erzählen.

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Und Du? 
Hast Du Weihnachten schon mal in der Sonne oder am Strand verbracht? 

Sonntag, 29. November 2020

[Blogtour] Rentierfieber XXL Leseprobe

Der Header zu unserer Blogtour. 
Ein Ausschnitt des Covers von Rentierfieber. 
Auf dem Bild sind alle Teilnehmerinnen 
aufgelistet. Die Namen und Links stehen
in meinem Vorwort. 
Hallo Buchlinge, 

heute ist es soweit. Der letzte Tag der Blogtour zu Rentierfieber ist angebrochen.  Die Blogtour fiel etwas kleiner aus, als ursprünglich geplant. Es gibt aber definitiv interessante Beiträge für euch: 

Am Mittwoch interviewte mich Petrissa von 100Morgenwald zu Rentierfieber. 
Am Donnerstag empfahl uns Lena von expectobooktronum tolle Adventskalender. Mit dabei: Rentierfieber
Am Freitag erzählte ich Babsi von The Blue Siren nicht nur von meinem schönsten Weihnachtsfest, sondern sprach mit ihr auch über die Schwierigkeiten, die sich während des Schreibens von Rentierfieber ergaben. Außerdem gibt es im Rahmen von Babsis Beitrag ein Hardcover Exemplar zu gewinnen. 
Gestern machten wir einen kleinen Ausflug auf Instagram und besuchten Lisa von rubyredbooks. Lisa wollte von uns wissen, wie wir Weihnachten feiern.  

Heute habe ich nochmal etwas Besonderes für euch: Okay, um genau zu sein beginnt der eigentliche Teil erst morgen... 

Rentierfieber - Die XXL Leseprobe / Hörprobe
Normalerweise ist hier auf dem Blog im Dezember Adventskalender Zeit. In diesem Jahr gibt es anstatt weihnachtlicher Kurzgeschichten einen Blick in mein weihnachtliches Kinderbuch. 
Falls ihr die Posts zu meinem Debütroman bisher verpasst habt an dieser Stelle in aller Kürze: In Rentierfieber droht dem Weihnachtsmann eine Rentierverwandlung, wenn er nicht schnellstmöglich einen Nachfolger findet. Auf dieser Seite gibt es weitere Infos zum Buch, wie z.B. bisherige Aktionen und erste Meinungen von Bloggerinnen. 

Besonders freut es mich, dass es nicht ausschließlich eine Leseprobe geben wird. Lisa, eine Freundin von mir, hat uns die ersten Kapitel von Rentierfieber eingelesen. Das heißt, ihr könnt euch aussuchen, ob ihr die ersten Kapitel meines Buches lieber lesen oder hören wollt. 

Die Übersicht 
Wie auch in den letzten Jahren gibt es hier im Post eine Übersicht zu allen Kapiteln. Die Kapitel werden alle um 00:00 Uhr des jeweiligen Tages online gehen. (Die Links zu den fehlenden Hörproben werden natürlich noch rechtzeitig nachgetragen). 

(alle Kapitel gehen am jeweiligen Tag um 00:00 Uhr online) 
30. November: Der Prolog --> Hörprobe
01. Dezember: Kapitel 1 --> Hörprobe
02. Dezember: Kapitel 2 --> Hörprobe
03. Dezember: Kapitel 3 --> Hörprobe
04. Dezember: Kapitel 4 --> Hörprobe

Und Du? 
Wie auch schon in den vorherigen Jahren interessiert mich natürlich brennend, wie Dir meine Texte gefallen. Wenn Du also Zeit und Lust hast, schau gerne in den nächsten Tagen vorbei und erzähle mir in den Kommentaren, oder auch per Mail an EmmaZecka(at)gmx.de wie Dir die ersten Kapitel von Rentierfieber gefallen. 

In diesem Sinne, hoffe ich, wir lesen uns morgen wieder. 

Freitag, 27. November 2020

Zurückge(h)blickt: November 2020

Foto: A. Mack
Hallo Buchlinge, 

ja ich weiß, der November ist noch nicht vorbei. Allerdings muss der Monatsrückblick diesmal ein bisschen früher veröffentlicht werden. Warum? Das erfahrt ihr am Sonntag. Ich glaube aber, dass euch die Überraschung sehr wahrscheinlich gefallen wird. 
Im November kam ich endlich wieder zum Hörbuch hören, was mich sehr gefreut hat. Außerdem habe ich ein bisschen am Blog gebastelt, wie ihr vielleicht schon entdeckt habt. Aber beginnen wir erstmal mit der altbekannten Statistik. 

Beendet - Die Statistik 
Stand 27.11. um 10:17 Uhr 
Gelesene / gehörte Zeit: 2 Tage 4 h   
Beendete Hörbücher: 5 Hörbücher 
Neuzugänge: 
*Der Ickabog von J. K. Rowling 
Die Tore der Welt von Ken Follett 
*Eine Leiche zur Bescherung von Agatha Christie 

Da ich seit Oktober auch regelmäßig im Zug zum Hörbuch hören komme, komme ich langsam aber sicher wieder in so etwas wie eine Routine. Allerdings komme ich nach wie vor nicht wirklich zum lesen. Ich befürchte langsam, dass sich das in den nächsten Monaten auch nicht wirklich ändern wird. 

Beendet - Die Hörbücher 
Diesmal ist dieser Abschnitt gut gefüllt. Wenn eine Rezension zu einem vorgestellten Titel bereits erschienen ist, werde ich sie euch auf dem Titel des jeweiligen Hörbuches verlinken. Ihr könnt euch wahrscheinlich schon denken, dass ihr euch für die meisten Rezensionen noch etwas gedulden müsst. 

Bild von HörbuchHamburg

Liebes Kind von Romy Hausmann 
Eines Tages taucht die kleine Hannah mit ihrer Mutter im Krankenhaus auf. Ihre Mutter ist schwer verletzt und nicht ansprechbar. Eine Krankenschwester kümmert sich um Hannah. Doch was das Mädchen von ihrem Zuhause erzählt, klingt alles andere als normal. 
Es ist schon sehr lange her, dass ich einen so packenden Thriller gehört habe. Die Handlung wird aus mehreren Perspektiven erzählt. Gruselig fand ich vor allem die Perspektive von Hannah, weil diese in einer Welt aufgewachsen ist, die erschreckend ist. Für das Mädchen hingegen ist diese Welt normal. Das zeigt was Konditionierung anrichten kann. 
Die Handlung hat mich, nachdem ich den Titel beendet hatte, noch sehr beschäftigt. Daher kann ich den Titel nur empfehlen, wenn ihr schon Thriller-Erfahrung mitbringt. Produziert wurde das gekürzte Hörbuch im HörbuchHamburg Verlag. Der Roman wird von Leonie Landa, Ulrike C. Tscharre und Heikko Deutschmann gelesen, deren Interpretation mir sehr gut gefallen hat und die stimmlich auch gut zueinander passen. 

Bild von der Hörverlag

Ich und die Menschen von Matt Haig 
Ein Alien wird auf die Erde geschickt und muss eine wichtige Information und die Menschen, die davon wissen könnten, schnellstmöglich zerstören. 
Das klingt nach einer schrägen Sciene-Fiction Handlung, oder? Ist es aber gar nicht. In diesem Hörbuch geht es um so viel mehr. Zum Beispiel die Frage, was Liebe ist und wie wir allgemein mit unseren Gefühlen umgehen können. 
Die Handlung fand ich irgendwie traurig, obwohl in diesem Hörbuch auch sehr viel Wahrheit steckt. Ich kann es euch also vor allem dann empfehlen, wenn es euch psychisch gut geht und ihr den Nerv für schwierige Themen habt. 
Das ungekürzte Hörbuch wurde von der Hörverlag produziert und von Christoph Maria Herbst gelesen. Seine Interpretation hat mir sehr gut gefallen. Er transportiert die melancholische Stimmung gekonnt. 
Bild von oetinger

*Reckless - Auf silberner Fährte (Band 4) von Cornelia Funke 
Fuchs und Jacob verschlägt es diesmal auf einen anderen Kontinent. Viel mehr kann ich euch gar nicht verraten, weil ich euch sonst spoilern müsste. 
Verglichen mit den anderen Bänden geht es hier ruhiger zu. Es passiert wenig aktive Handlung und es geht mehr um die zwischenmenschlichen Beziehungen, was mir an sich sehr gut gefallen hat. Teilweise hatte ich aber auch das Gefühl, dass die Handlung nicht vorankommt und einige Konflikte in die Länge gezogen werden. Dennoch habe ich den vierten Band gerne gehört und habe mich auf ein Wiederhören mit den bereits bekannten Charakteren (und Rainer Strecker) gefreut. 
Anders wie die vorherigen Bände wurde dieses ungekürzte Hörbuch im Hörbuchverlag Atmende Bücher produziert, der von Cornelia Funke gegründet wurde. Was die Hörbuchgestaltung betrifft, orientiert man sich aber an den vorangegangenen Hörbüchern. Rainer Strecker ist als Sprecher wieder mit dabei und zwischen den Kapiteln gibt es wieder ein paar Melodien, die diesmal aufgrund der Kapitellänge aber etwas kürzer ausfallen. 

Das Haus der schönen Dinge von Heidi Rehn 
Die 1920er Jahre: Wir lernen die fiktive Familie Hirschvogl kennen, die in München ein Kaufhaus eröffnet. In diesem historischen Roman geht es nicht nur um das Familienleben, sondern auch um das Führen eines Kaufhauses. Das heißt, wir erleben die Familie bei hitzigen Diskussionen, wie das Kaufhaus zu führen ist, welche neumodischen Entwicklungen umgesetzt werden müssen und welche Veränderungen man lieber aussitzt. Bedrohlich wird es für Familie Hirschvogl vor allem, als Hitler an die Macht kommt. Denn die Hirschvogls sind Juden. Sie müssen sich also die Frage stellen, wer in der schweren Zeit zu ihnen hält und wer sich, vor allem aus Angst, zurückzieht. 
Spannend fand ich hier vor allem den Kaufhaus-Aspekt, da über Dinge wie z.B. Sonntag als Ruhetag, die Fürsorge gegenüber den eigenen Mitarbeitern, oder technischen Neuerungen wie die Einführung einer Rolltreppe gesprochen wurde. Alles Dinge, die für uns heutzutage normal sind, aber damals ein Meilenstein waren. 
Das ungekürzte Hörbuch wurde von steinbach - sprechende Bücher produziert und wird von Lisa Rauen gelesen, die mir aufgrund ihrer hellen Stimmfarbe sehr gut gefallen hat. 

Bild von der Hörverlag

*Der Ickabog von J. K. Rowling 
Erst einmal muss ich euch hier einen Zahn ziehen: Wenn ihr, wie ich, vermutet habt, dass es hier um eine zauberhafte Kindergeschichte aus dem Harry-Potter-Universum geht, habt ihr euch getäuscht. Es tauchen keine Hexen und Zauberer auf. Zumindest nicht so, wie wir sie von J. K. Rowling kennen. 
Dieses Hörbuch ist ein schönes Märchen, das, aufgrund seiner Atmosphäre ziemlich gut in die Vorweihnachtszeit passt. Die Handlung ist abenteuerlich und solide und hat mich gut unterhalten. 
Das ungekürzte Hörbuch wurde von der Hörverlag produziert und wird von Heike Makatsch gelesen. Ihre Interpretation der Charaktere hat mir sehr gut gefallen. Ihre Erzählerinnenstimme war mir stellenweise aber etwas zu leise und zu ruhig. Aber das ist definitiv Geschmacksache und Jammern auf hohem Niveau. 

Ich bin im Rentierfieber 

Eine Schneelandschaft. 
Ein Rentier, das freundlich 
aussehend auf uns zu läuft. 
Im Geweih hängt eine 
Weihnachtsmannmütze
Foto: A. Mack 

Buchlinge, wahrscheinlich rollt ihr schon seufzend mit den Augen, weil ich in letzter Zeit so viel über meinen Debütroman spreche. Im November gingen bereits die ersten Rezensionen online. Von Mittwoch bis Sonntag findet außerdem eine Blogtour zu Rentierfieber statt. Falls ihr eher unregelmäßig mitlest und keine Ahnung habt, von was ich eigentlich spreche: Schaut gerne auf dieser Seite vorbei. 
Wenn ihr mir bei Twitter folgt, habt ihr wahrscheinlich schon mitbekommen, dass ich euch regelmäßig über die verkauften Exemplare informiere. Aktuell haben sich 70 Printbücher verkauft und ich würde so gerne wissen, wer sich alles ein Exemplar gekauft hat. Ich kenne nämlich keine 70 Menschen, die Lust auf ein Kinderbuch haben. Obwohl meine Marketingaktionen um einiges kleiner ausfallen als gedacht, freue ich mich sehr, dass mein Debütroman offenbar von selbst von Leuten entdeckt wird. 
Wenn ihr jetzt etwas neugierig geworden seid, mein Buch aber nicht alleine lesen wollt, lade ich euch an dieser Stelle ganz herzlich zu unserer Leserunde ein, die wir über eine Facebook Gruppe organisieren. Wir freuen uns auf euren Besuch. 

Hinter den Kulissen 
Ich habe aufgeräumt! Vielleicht kennt ihr es: Irgendwann nerven alte Beiträge, oder manche Beiträge müssen dringend aktualisiert werden. Genauso war es auch auf diesem Blog. Oben im Menü haben sich also ein paar Sachen geändert. 

Ich habe die Über Ge(h)Schichten Seite überarbeitet, da sich inzwischen einige Veränderungen bei den Rubriken ergeben haben. Die meisten Rubriken werden nämlich nicht regelmäßig bedient. Deswegen habe ich mich jetzt auf eine Auswahl der Rubriken festgelegt, zu denen es regelmäßige Beiträge geben wird. Dazu gehören neben den Rezensionen: 
Ge(h)schrieben: Nach wie vor, werde ich euch von meinem Weg als Autorin erzählen. Schließlich habe ich durch meinen Debütroman schon erste Erfahrungen im Veröffentlichen sammeln dürfen. Für 2021 ist auch schon ein neues Projekt in Planung. 
Ge(h)lebt: Egal ob physische oder digitale Veranstaltungen. Natürlich möchte ich euch auch nach wie vor von besuchten Veranstaltungen erzählen. 
Die Monatsrückblicke: Sie gehören wirklich zu den Beiträgen, die ich regelmäßig hinbekomme. Die Monatsrückblicke machen mir sehr viel Spaß und - wie das eben bei einem Rückblick sein soll - fassen den Monat auch gut zusammen, oder? 
Buchclub: Obwohl das Interesse am Buchclub zumindest hier auf dem Blog recht gering ist, wird der Beitrag, in dem ich die Aktion erkläre, sehr häufig angeklickt. Deswegen halte ich euch nach wie vor über unsere Leserunden auf dem Laufenden. 

Was die anderen Kategorien betrifft: Da fehlen mir momentan leider Zeit und Ideen, um die Kategorien regelmäßig bedienen zu können. Außerdem wird mein Podcast Format zum Ende des Jahres auch ganz eingestellt. 

Außerdem wurde ich mehrfach darum gebeten, mal eine Übersicht der Texte zu erstellen, die ich bisher veröffentlicht habe. Da in den letzten Jahren einige Kurzgeschichten auf dem Blog online gegangen sind, bin ich diesem Wunsch sehr gerne nachgekommen. 

Was gab's zu erzählen? 
Auch im November darf die Übersicht mit den veröffentlichten Beiträgen natürlich nicht fehlen. 

Rezensionen 
Tod unter Lametta 2 (Hörspiel) 

Rentierfieber Spezial: Alle Beiträge zu meinem Kinderbuch. 
Ankündigung: Leserunde 
Leserunden Countdown und Printbuch Verlosung (Einsendeschluss heute 23:59 Uhr). 

Ge(h)plaudert: Mein Hörbuchpodcast 
SuB Geheimnisse Part 8: Kurzgeschichten und Liebesromane
SuB Geheimnisse Part 9: Sachbuch und Philosophie 

Hörbuchzitate 
Schon lange gab es kein passendes Zitat mehr, das ich euch im Monatsrückblick zeigen konnte. Kurz bevor ich den Beitrag fertig geschrieben habe, ist mir dann doch ein Zitat begegnet, dass ich gerne mit euch teilen will. 

Man muss von jedem das fordern, was er in der Lage ist zu geben. 
Der kleine Prinz, Track 10. 
Das ist eine wirklich schöne Haltung, von der ich mir wünsche, dass ich sie im Alltag besser anwenden könnte. Dann würde mir wahrscheinlich viel Enttäuschung oder falsche Hoffnung erspart werden. 
Allerdings ist auch die Frage, ob damit gemeint ist, dass Dinge eingefordert werden können, von denen Personen noch nicht wissen, dass sie diese Dinge schaffen können. (Schachtelsatz, ich weiß). 
Was meint ihr? 

In diesem Sinne 
hoffe ich, dass ihr den November schön ausklingen lasst und ähnlich viele Sonnenstunden habt, wie wir hier im Süden. 

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Die mit * markierten Hörbücher wurden mir als Rezensionsexemplar vom jeweiligen Verlag kostenlos zur Verfügung gestellt. 

Montag, 23. November 2020

Tod unter Lametta 2

Im vergangenen Jahr habe ich das Hörspiel bereits in meiner Reihe Hörbücher für die Weihnachtszeit vorgestellt. Die Podcast Folge findet ihr unter diesem Link

Bild von der Hörverlag
Steckbrief
Name: Tod unter Lametta 2
Autor*in: Kai Magnus Sting
Verlag: der Hörverlag
Geeignet für: Hörspielfreunde, die gerne lustige, abenteuerliche Geschichten hören
Gelesen oder gehört: gehört: als Hörspiel
Sprecher*innen: Jochen Malmsheimer, Bastian Pastewka, Annette Frier u.a.
Bewertung: 4 von 5 Punkten

Bei meiner Lieblingsbuchhandlung bestellen. 

Klappentext

"Kurz vor Weihnachten in einem verschneiten Luxushotel im Schwarzwald: Leute verschwinden spurlos. Der Yeti geht um. In der Heizung spukt‘s. Der Hoteldirektor weiß von nichts. Und zu guter Letzt gibt‘s statt der Bescherung eine mörderische Schneeballschlacht.

Mittendrin Hobbydetektiv Alfons Friedrichsberg, der mit seinen beiden Freunden tief in seine kriminalistische Trickkiste greifen und sogar ins Christkindlkostüm schlüpfen muss, um dieses Abenteuer zu überleben."

Meine Meinung
Kai Magnus Sting hat beim Hörverlag schon ein paar Hörspiele veröffentlicht. Bekannt ist vor allem seine Tod unter Gurken Reihe. Vor zwei Jahren zog der erste Band der Tod unter Lametta-Reihe bei mir ein. Als ich letztes Jahr bei einer Stöberrunde in meiner Lieblingsbuchhandlung den zweiten Teil der Reihe entdeckte, musste dieser ebenfalls bei mir einziehen. 

Über den Inhalt möchte ich an dieser Stelle gar nicht so viel verraten. In den Tod unter-Reihen geht es um den Hobbydetektiv Alfons Friedrichsberg, der eigentlich nur mit seinen Freunden Urlaub machen möchte, als ihm ein toter Yeti in die Quere kommt. Da ist natürlich der kriminalistische Spürsinn von Friedrichsberg geweckt und er nimmt sich der Sache an. 

Was diese Hörspielreihe auszeichnet ist, dass der Inhalt in einer ziemlich schnellen Geschwindigkeit erzählt wird. Während ich beim Hörbuch hören meistens zwei Sachen gleichzeitig machen kann, muss ich mich bei dieser Hörspielreihe voll auf das Hörspiel konzentrieren, weil innerhalb kurzer Zeit sehr viel passieren kann. Der Vorteil daran: Ich bin gezwungen, mir eine Auszeit zu nehmen und das Hörspiel zu genießen. 

Die Charaktere sind verglichen mit einem klassischen Roman eher oberflächlich gehalten. Das kennzeichnet sich vor allem dadurch, dass wir nicht viel über sie erfahren. Das liegt aus meiner Sicht auch hauptsächlich daran, dass der Fokus bei diesem Hörspiel vor allem auf der Gestaltung des Hörspiels liegt. 

Die Hörspielgestaltung hat mir, wie bereits beim ersten Band der Reihe, wieder sehr gut gefallen. Das liegt vor allem an zwei Kriterien: Die Auswahl der Sprecher*innen und die Stilmittel des Hörspiels. 
Das Hörspiel ist mit sehr guten Sprecher*innen besetzt. Oben im Steckbrief werden leider nur wenige Sprecher*innen aus dem Cast namentlich erwähnt. Allerdings ist das im Hörspiel selbst zum Glück anders. Hier werden alle Sprecher*innen, egal, ob sie eine Haupt- oder Nebenrolle sprechen, zum Schluss aufgelistet. Gerade wenn man auf der Suche nach bestimmten Sprecher*innen ist, oder glaubt, eine*n bestimmte*n Sprecher*in wiedererkannt zu haben, kann es ein echter Vorteil sein, dass der Abspann mitgesprochen wird. 

In den Hauptrollen haben wir unter anderem Jochen Malmsheimer, der als Alfons Friedrichsberg zu hören ist. Er hat eine tiefe Stimme, die perfekt zu dem Hobbydetektiv passt. Sein persönlicher Doktor Watson ist niemand anderes als Bastian Pastewka, der verglichen mit Malmsheimer, eine hellere Stimmfarbe hat. Beide ergänzen sich daher ziemlich gut. Gerade die Dialoge, die die beiden gesprochen haben, gefielen mir unglaublich gut. Sie waren lebendig und haben viel Wortwitz. 

Kommen wir nun zum zweiten Punkt den Stilmitteln: Wie auch schon im ersten Band dieser Reihe wird die Handlung von Sprecher und Regisseur Kai Magnus Sting erzählt. Der Erzähler gerät aber regelmäßig mit Protagonist Alfons Friedrichsberg aneinander. Das führt zu einer Mischung der Erzählperspektiven. Wir haben hier nicht einen Erzähler, der die Handlung beschreibt und manchmal auch kommentiert, sondern einen Erzähler, der durch die Diskussionen mit dem Protagonisten in das Geschehen eingreift. Hier entstanden einige lustige Situationen. 

Was mir ebenfalls sehr gut gefallen hat war, dass die Szenen nicht nur von unserem Erzähler beschrieben werden. Die Charaktere beschreiben regelmäßig was in einer bestimmten Szene passiert bzw. was sie gerade sehen. Dennoch haben wir als Hörer*innen nicht das Gefühl, dass wir etwas verpassen. Wir sind weiterhin mitten im Geschehen. Das Beschreiben sorgt aber dafür, dass wir weiterhin die Orientierung behalten und wissen, in welcher Situation wir uns befinden. 
Gerade für Neulinge, die noch nicht viele Hörspiele gehört haben, stelle ich es mir schwer vor, in ein Hörspiel hineingeworfen zu werden, Geräusche um sich zu haben, die nicht zugeordnet werden können. Da kann es sehr praktisch sein, durch eine Geschichte geführt zu werden. 

Was mich in diesem Band etwas störte, waren die Arrangements, die mir teilweise etwas zu bunt und zu grell waren. Allerdings ist das eine reine Geschmackssache. Wer eine rasante Handlung mag und ein Hörspiel sucht, in dem es sehr lebendig zugeht, kommt hier bezüglich des Arrangements definitiv auf seine Kosten. Die Geräusche passten gut zueinander und waren auch aufeinander abgestimmt. 

Es fällt mir schwer bei einer Hörspielproduktion von einem Schreibstil zu reden, weil wir ja keinen klassischen Roman, sondern eben ein Skript vor uns haben. Mir hat Kai Magnus Stings Art, die Handlung zu erzählen, sehr gut gefallen. Tod unter Lametta 2 zeichnet sich vor allem durch viele Wortwitze aus, die mir sehr liegen und meine Art von Humor wunderbar treffen. Außerdem hat es Kai Magnus Sting geschafft, mich neugierig auf seine Tod unter Gurken Serie zu machen. 

Gesamteindruck: 
Verglichen mit dem ersten Band der Tod unter Lametta Serie, kam hier der Inhalt etwas zu kurz. Dennoch hat mich der zweite Teil des weihnachtlichen Krimiabenteuers sehr gut unterhalten. Ich kann das Hörspiel vor allem denjenigen unter euch empfehlen, die schon Hörspielerfahrung haben, oder bereit sind, sich auf ein buntes Abenteuer einzulassen. 

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Weitere Bände: 
Tod unter Lametta (Band 1)

Freitag, 20. November 2020

Leserunden Countdown + Printbuch Verlosung


Cover von Rentierfieber 
mit dem Hinweis wann 
die Leserunde stattfindet
.
 

Hallo Buchlinge, 

in 10 Tagen startet unsere Leserunde zu Rentierfieber. Die Leserunde findet in dieser Facebook Gruppe statt, die auch für weitere Aktionen benutzt werden soll. 

Da Rentierfieber als Adventskalender gedacht ist, wäre es doch schon, das Buch gemeinsam zu lesen, oder? Deswegen hattet ihr in den letzten Wochen auf meinen Social Media Kanälen bereits die Möglichkeit eBook Exemplare und ein Hardcover Exemplar zu gewinnen. 
Die Gewinner*innen der Social Media Gewinnspiele wurden bereits ermittelt. 
Da das Beste bekanntlich zum Schluss kommt, seid nun endlich ihr an der Reihe: 

Die Printbuch Verlosung 
Da ihr meinen Blog vermutlich schon seit einer Weile verfolgt, habe ich mir für euch etwas Besonderes überlegt. Ihr habt die Möglichkeit eines von zwei Hardcover oder eines von zwei Paperback Exemplaren zu gewinnen. Was ihr dafür tun müsst: 

  • Schreibe mir eine Mail an EmmaZecka(at)gmx.de mit dem Betreff Rentierfieber PB oder HC je nachdem für welches Exemplar Du in den Lostopf hüpfen möchtest.
  • Der Einsendeschluss ist Montag der 30.11.2020 um 14 Uhr.
Natürlich würde ich mich darüber freuen, wenn ihr das Gewinnspielexemplar dazu nutzt, um an der Leserunde teilzunehmen. Das Gewinnspiel endet zwar an dem Tag, an dem die Leserunde beginnt. Allerdings könnt ihr trotzdem rechtzeitig einsteigen. Warum? Das erfahrt ihr kommende Woche. 

Außerdem gibt es noch ein paar rechtliche Infos, auf die ich euch hinweisen muss: 
  • Unter allen gültigen Einsendungen werden die Gewinner*innen durch ein Losverfahren ermittelt.
  • Falls Du gewonnen hast, werde ich Dich per E-Mail benachrichtigen. Daher werde ich Deine E-Mailadresse in meinem Postfach speichern, solange das Gewinnspiel läuft. Wenn Du zu den Gewinner*innen gehörst, benötige ich Deine Adresse, um Dir den Gewinn zuzuschicken. Deine E-Mailadresse sowie Deine Anschrift werden selbstverständlich vertraulich behandelt und nach Versenden des Gewinnes wieder gelöscht.
  • Du musst mindestens 18 Jahre alt sein, um am Gewinnspiel teilnehmen zu können. 
  • Falls Du noch nicht volljährig bist, benötige ich eine Einverständniserklärung Deiner Eltern, oder sonstigen Erziehungsberechtigten.
  • Der Gewinn kann nicht in bar ausgezahlt, oder umgetauscht werden.
Nun hoffe ich, dass ihr Zeit und Lust habt, am letzten Gewinnspiel in diesem Jahr teilzunehmen. 
Ich freue mich auf eure Nachrichten und wünsche euch viel Glück! 

Mittwoch, 18. November 2020

Ge(h)plaudert: SuB Geheimnisse Part 9: Sachbuch und Philosophie

Hallo Buchlinge, 

meine Podcast Reihe geht in großen Schritten dem Ende entgegen. In dieser Folge präsentiere ich euch die letzte Ausgabe von SuB Geheimnisse. Diesmal stelle ich euch die Sachbücher bzw. philosophischen Titel meines Stapels ungehörter Hörbücher vor. Ich wünsche euch viel Spaß beim hören. 

Die Podcast Folge direkt bei YouTube hören. 



Im Podcast erwähnte Hörbücher 
Keine Ahnung, ob das Liebe ist 
Hectors Reise, oder die Suche nach dem Glück 
Der Ernährungskompass 
Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod 
*Die Kunst des Miteinander Redens 

Bisher in dieser Reihe erscheinen: 
Part 1 Abenteuer 
Part 2 Biografien 
Part 3 Fantasy Teil 1 
Part 4 Fantasy Teil 2 
Part 5 Klassiker 
Part 6 Krimi  

Und Du? 
Kennst Du einige der vorgestellten Titel? 
Kannst Du mir einen bestimmten Titel empfehlen? 

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Die mit * markierten Hörbücher wurden mir als Rezensionsexemplar kostenlos von den jeweiligen Verlagen zur Verfügung gestellt. 

Montag, 16. November 2020

Reckless - Auf silberner Fährte (Band 4)

Da ich unmöglich den vierten Band einer Reihe rezensieren kann, ohne auf den Inhalt der vorherigen Bände einzugehen, sollte meine Rezension nur gelesen werden, wenn ihr die vorherigen Bände bereits kennt. 
Der Klappentext setzt das Wissen aus den vorherigen Bänden ebenfalls voraus. 

Bild von oetinger

Steckbrief 
Name: Reckless - Auf silberner Fährte 
Autor*in: Cornelia Funke 
Verlag: Atmende Bücher 
Geeignet für: Fans der Reckless-Reihe, Märchen Liebhaber*innen, Fans von Cornelia Funke, 
Gelesen oder gehört: gehört als ungekürztes Hörbuch 
Sprecher*in: Rainer Strecker 
Bewertung: 3,5 von 5 Punkten 

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Klappentext 

"[...] Das vierte Abenteuer hinter den Spiegeln führt Jacob und Fuchs in den fernen Osten. Jacob sucht gemeinsam mit seinem Bruder Will nach einem Spiegel, von dem Sechzehn, das Mädchen aus Glas und Silber, erzählt hat. Will sinnt nach Rache, Jacob sucht nach Sicherheit für sich und Fuchs, denn der Handel, den er einst mit Spieler geschlossen hat, ist noch nicht vergessen. Aber ein Toter hat andere Pläne, und der Spiegel, nach dem sie suchen, gebiert eine furchtbare Jägerin."

Meine Meinung 
Als die Mail von einer Mitarbeiterin des Hörbuchverlages Atmende Bücher in mein Postfach flatterte, habe ich mich sehr gefreut. Ich ahnte nämlich, dass es vermutlich um den vierten Band der Reckless-Reihe gehen würde, der bereits fest auf meiner Wunschliste stand. So zog Reckless - Auf silberner Fährte Ende Oktober als Rezensionsexemplar bei mir ein und ich freute mich auf ein Wiedersehen mit altbekannten Charakteren. 

Der Inhalt im vierten Band dieser Reihe ist sehr spannend, weil, zumindest bezogen auf das, was im Außen los ist, nicht viel passiert. Auf der zwischenmenschlichen Ebene brodelt es aber gewaltig. : 
Fuchs und Jacob treffen gleich zu Beginn der Handlung auf Jacobs Bruder Will und dessen neuen Freund, den Goyl Nerron. Ich habe mich sehr gefreut, dass Nerron auch in diesem Band eine Rolle spielt, weil ich den Goyl wirklich mag. 
Jacob ist gar nicht wohl dabei, seinen Bruder in dieser Gesellschaft zu sehen. Außerdem hat Will eine Freundin, der Fuchs und Jacob ebenfalls sehr misstrauisch entgegentreten. 

Die Gruppe macht sich auf den Weg in ein Land, das in unserer Welt mit Japan zu vergleichen ist. Hier begegnen uns erstmals die japanischen Märchen. Was ich bei den verschiedenen Bänden etwas schade finde ist, dass mir nicht ganz klar ist, wo Cornelia Funke bekannte Elemente aus der Märchenwelt des jeweiligen Landes einbaut und wann die Spiegelwelt aus Funkes eigenen Einflüssen besteht. Als ich in einem Interview hörte, dass es im vierten Band um japanische Märchen gehen soll, war ich neugierig, Märchen aus einer anderen Kultur kennenzulernen. 
Natürlich ist es einerseits schade, dass ich nicht unterscheiden kann, was Fantasie und was Märchen ist. Aber andererseits ist es auch genauso faszinierend, dass Cornelia Funke die japanischen Märchen zu ihren eigenen macht. 

Besonders spannend fand ich, wie sich die Beziehungen zwischen unseren Charakteren entwickeln: Nerron, der eigentlich keine Menschen mag, aber sich langsam eingestehen muss, so etwas wie Freundschaft für Will zu empfinden. Und das, obwohl Wills Haut nicht aus Jade besteht. 
Jacob, der seinen Bruder immer noch vor den Gefahren der fremden Welt beschützen möchte und Mühe hat, Will eigene Entscheidungen treffen zu lassen. Will, der das Gefühl hat, ständig im Schatten seines großen Bruders zu stehen und keine eigenen Entscheidungen treffen zu können, ohne, dass sich sein Bruder immer auf irgendeine Weise einmischt. Ihr lest: Konflikte sind vorprogrammiert. Dabei habe ich die politischen Machtkämpfe der Spiegelwelt noch nicht mal aufgezählt. 

Das zentrale Thema der Reihe, oder vor allem von diesem Band, scheint das Thema Liebe zu sein: Geschwisterliebe, die Liebe von Kindern zu ihren Eltern und die Liebe zwischen Paaren. Immer mit der Frage, wie viel man bereit ist für die Liebe zu geben. 
Können Geheimnisse gewahrt werden, wenn die große Liebe in Gefahr ist? Kann ein Freund vor dem Tod gerettet werden? Ist es gut, jemandem zu folgen, der einen offensichtlich nicht mehr liebt? Diese und weitere Fragen müssen sich unsere Charaktere in diesem Band stellen und nicht alle davon können hier beantwortet werden. 

Was den Spannungsbogen betrifft, habe ich mich größtenteils gut unterhalten gefühlt, weil ich die Interaktion zwischen den einzelnen Charakteren sehr spannend fand. 
Allerdings hatte ich den Eindruck, dass in diesem Band Handlungsstränge eingeführt werden, die etwas vom eigentlichen Weg der Reihe abkommen. Es wird eine neue Feindschaft zwischen zwei Protagonisten eingeführt, die ich nicht ganz verstanden habe. Das lag hauptsächlich daran, dass mir nicht klar war, welche Motive beide Lager haben und welches der beiden Lager nun das ungefährlichere ist. 
Hin und wieder hatte ich den Eindruck, dass sich die Handlung etwas auf der Stelle bewegt. Gegen Ende wurde es dann nochmal richtig spannend und es passierte sehr viel innerhalb kurzer Zeit. Das sorgte bei mir aber dafür, dass ich Mühe hatte, die Handlung nachzuvollziehen. Ich hätte mir gewünscht, dass es etwas mehr Zeit gegeben hätte, die Wendungen zum Schluss zu erklären. Aber vielleicht wird genau das im nächsten Band noch einmal aufgegriffen. Schließlich sind noch zwei Bände der Reckless-Reihe geplant. 

Die Hörbuchgestaltung hat mir wieder sehr, sehr gut gefallen. Während die ersten Bände der Reckless-Reihe bei Oetinger Audio erschienen sind, hat der vierte Band in Cornelia Funkes Hörbuchverlag Atmende Bücher ein neues Zuhause gefunden. Allerdings hat man sich bei der Hörbuchgestaltung an den bisherigen Bänden orientiert, was sofort für eine vertraute Atmosphäre sorgte.  
Es gibt wieder kleine Melodien zwischen den einzelnen Kapiteln, die in diesem Hörbuch aber etwas kürzer ausfallen, als in den anderen Bänden. 
In diesem Band ist mir vor allem aufgefallen, dass einige Kapitel relativ lang sind und beispielsweise auch mal 20 Minuten dauern können. Das zeigt mir, dass Reckless - Auf silberner Fährte vor allem für ältere Jugendliche geeignet ist, die es gewohnt sind, sich über längere Passagen konzentrieren zu können. 
Was mir ebenfalls sehr gut gefallen hat war, dass die Namen der Kapitel mit angesagt wurden. Bei vielen Hörbüchern werden diese Infos unterschlagen, was dann dafür sorgt, dass man nicht einfach so mit einem Hörbuch an einer Leserunde teilnehmen kann. 

Mit an Bord ist wieder Hörbuchsprecher Rainer Strecker, den wir bereits aus den anderen Reckless-Bänden kennen. Hier schlüpft er, neben den alt bekannten Charakteren, auch in die Rolle neuer Nebencharaktere wie z.B. die eines Japaners, den wir hoffentlich auch im nächsten Band wiedertreffen werden. Rainer Strecker schafft es, mir nicht nur die Protagonist*innen von Cornelia Funkes Romanen sympathisch werden zu lassen, sondern auch interessante Aspekte der Nebencharaktere herauszuarbeiten, sodass ich mich jedes Mal auf ein Wiederhören mit ihnen freue. 
Natürlich gefällt mir auch seine gesamte Interpretation der Reihe, insbesondere den Dialogen. Gerade, wenn es zum ein oder anderen Streitgespräch kam, war ich voll dabei und habe mit den Charakteren, auf deren Seite ich stand, mitfiebern können. 

Cornelia Funkes Schreibstil hat mir auch diesmal sehr gut gefallen. Faszinierend finde ich, wie sie einerseits eine märchenhafte Welt beschreibt, aber andererseits das Innenleben unserer Charaktere, und die Beziehung unserer Charaktere zueinander nicht aus den Augen verliert und unmerklich die ein oder andere Entwicklung herausarbeitet. 

Gesamteindruck 
Vielleicht fragt ihr euch jetzt, warum ich das Hörbuch recht positiv bespreche, aber es dennoch keine volle Punktzahl bekommt. Das hängt damit zusammen, dass ich mir bezogen auf die gesamte Reihe, in diesem Band mehr Klarheit gewünscht hätte, wohin die Reise geht. Stattdessen hatte ich den Eindruck, dass wir hier eine kleine Abzweigung nehmen, die wir aber nicht so einfach zurückgehen können. Die Konflikte hingegen, die im vorherigen Band eingeführt wurden, scheinen sich eher auf der Stelle zu bewegen. 
Vielleicht ist das, wenn die sechsteilige Reihe abgeschlossen ist, auch genau richtig, damit wir, neben den actionreichen Bänden auch mal einen Band haben, in dem es etwas ruhiger wird. 

Ich habe mich größtenteils zwar gut unterhalten gefühlt, aber mir dennoch etwas Spannung und ein Vorankommen in der Handlung gewünscht. Natürlich werde ich die Reihe weiterverfolgen. Schließlich interessiert mich sehr, wie es in der Welt hinter den Spiegeln weitergeht. 
Das Hörbuch kann ich aber allen weiterempfehlen, die wieder auf der Suche nach einer neuen magischen Welt sind, die hier und da Elemente enthält, die sie vielleicht aus dem ein oder anderen Märchen enthalten. 

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Weitere Bände
Reckless - Steinernes Fleisch (Band 1
Reckless - Lebendige Schatten (Band 2
Reckless - Das goldene Garn (Band 3

Freitag, 13. November 2020

SuB Geheimnisse Part 8: Kurzgeschichten und Liebesromane

Hallo Buchlinge, 
heute wollen wir wieder einen Blick auf meinen Stapel ungehörter Hörbücher werfen. Bisher habe ich euch diesen Stapel grob nach Genre sortiert vorgestellt. Ich habe hierbei immer Titel herausgegriffen, die ich besonders spannend, oder besonders langweilig fand. 
Heute geht es um Kurzgeschichten und Liebesromane. Ich wünsche euch gute Unterhaltung. 

Die Podcast Folge direkt bei YouTube hören. 



Erwähnte Hörbücher: 
Ich wünsche mir, dass irgendwo jemand auf mich wartet 
Klassische Sagen des Altertums 
Der Mann von nebenan 
Das Schweigen des Glücks

Bisher in dieser Reihe erscheinen: 
Part 1 Abenteuer 
Part 2 Biografien 
Part 3 Fantasy Teil 1 
Part 4 Fantasy Teil 2 
Part 5 Klassiker 
Part 6 Krimi  

Und Du? 
Schlummern auf Deinem Stapel ungelesener oder ungehörter Hörbücher ebenfalls ein paar Kurzgeschichten, oder vielleicht sogar ein Liebesroman? 

Montag, 9. November 2020

Liebes Kind

 

Bild von HörbuchHamburg

Steckbrief 
Name: Liebes Kind 
Autor*in: Romy Hausmann 
Verlag: HörbuchHamburg 
Geeignet für: Thriller-Fans, oder Menschen, die wissen wollen, wie Menschen denken, die in Gefangenschaft aufwachsen, 
Gelesen oder gehört: gehört als gekürztes Hörbuch 
Sprecher*innen: Leonie Landa, Heikko Deutschmann, Ulrike C. Tscharre, 
Bewertung: 5 von 5 Punkten 

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Klappentext 
(von HörbuchHamburg). 

"[...] Eine fensterlose Hütte im Wald. Lenas Leben und das ihrer zwei Kinder folgt strengen Regeln: Mahlzeiten, Toilettengänge, Lernzeiten werden minutiös eingehalten. Sauerstoff bekommen sie über einen »Zirkulationsapparat«. Der Vater versorgt seine Familie mit Lebensmitteln, er beschützt sie vor den Gefahren der Welt da draußen, er kümmert sich darum, dass seine Kinder immer eine Mutter haben. Doch eines Tages gelingt ihnen die Flucht – und der Alptraum geht weiter. Denn vieles deutet darauf hin, dass der Entführer sich nun zurückholen will, was ihm gehört." 

Meine Meinung 
Liebes Kind ist eine von zwei Lektüren, die wir aktuell im Buchclub lesen. Eigentlich besprechen wir unsere Titel immer am Ende des Quartals. Da im Dezember aber Rentierfieber-Zeit sein wird, gehen meine Rezensionen schon im November online. Buchlinge, dieses Hörbuch ist der Wahnsinn. Im wahrsten Sinne des Wortes. Wenn ihr noch keine Thrillererfahrung habt, rate ich euch davon ab, dieses Hörbuch zu hören. Nicht, weil es schlecht ist, sondern weil die Handlung selbst für mich, als eine Thriller-Vielhörerin nur schwer zu ertragen war. 
Wenn ihr aber bereits einige Erfahrungen mit Thrillern habt und einen Thriller sucht, der anders ist, dann solltet ihr unbedingt zu diesem Hörbuch greifen. 

Die Handlung beginnt mit einer Vermisstenmeldung. Eine Studentin ist spurlos verschwunden und wir ahnen, dass ihr Verschwinden keine normalen Ursachen hat. Schnell lernen wir die kleine Hannah kennen, die mit ihrer Mutter im Krankenhaus landet. Ihre Mutter wurde von einem Auto angefahren. Hannah beginnt einer Krankenschwester von ihrem Zuhause zu erzählen. Einem Zuhause, das vor allem in einer Hütte stattfindet. Ohne Tageslicht. Ihr ahnt also schon, dass Hannah in sehr ungewöhnlichen Verhältnissen lebt. 

Die Handlung wird aus mehreren Perspektiven erzählt. Wir lernen eine Frau kennen, die uns als Lena vorgestellt wird und Hannahs Mutter zu sein scheint. Lena scheint schwer traumatisiert. Sie wirkt in sich gekehrt und hat Mühe, wieder in der Normalität anzukommen. 
Hannah scheint sich in der ihr neuen Welt ganz gut einzuleben, solange sie sich an ihre Regeln halten darf. Das können banale Dinge sein, wie beispielsweise sich an das zu halten, was die Erwachsenen sagen. Oder auch ungewöhnliche Regelungen, wie z.B. die Toilette nur zu bestimmten Zeiten aufsuchen zu dürfen. 
Uns wird schnell klar, dass sie in der Isolation, in der sie bisher lebte, viel theoretisches Wissen angehäuft hat und mit einem großen Wissensschatz in die Welt außerhalb der Hütte kommt. Sie scheint das alles als großes Abenteuer anzunehmen, wird aber nervös, wenn ihr Umfeld von manchen Regeln abweicht, oder sie die Rekationen ihres Umfeldes auf diese Regeln nicht nachvollziehen kann. 

In der dritten Perspektive lernen wir Lenas Vater kennen: Einen Vater, der seine Tochter über ein Jahrzehnt vermisst und alles dafür getan hat, um sie zu finden. Als er dann erfährt, dass er eine Enkelin hat, die seiner Tochter so ähnlich sieht, will er nur eines: Dem Mädchen so schnell wie möglich ein richtiges Zuhause bieten. 

Das Erschreckende an diesem Thriller fand ich vor allem, dass Hannah die grausame Welt in der sie lebt, für normal hält. Sie nimmt vieles hin, weil sie schon von klein auf von ihrem Vater so konditioniert wurde, wie er sie und die anderen Familienmitglieder haben möchte. 
Die zwei Perspektiven, auf der einen Seite, die naive Hannah der nicht auffällt, dass das Armband, das ihre Mutter jeden Abend anzieht, kein Armband, sondern eine Handschelle ist und auf der anderen Seite Lena, die diese naive Perspektive durch die harte Realität ergänzt, haben mich diesen Thriller nur schwer ertragen lassen. 

Liebes Kind lebt nicht von der körperlichen Gewalt, die in manchen Thrillern bis ins kleinste Detail beschrieben wird, sondern vor allem durch den Kontrast, den Hannah und Lena darstellen. Es wird immer wieder durch Nebensätze klar, dass auch viel Gewalt in dieser Hütte stattfand. Aber diese muss nicht beschrieben werden. An dieser Stelle zeigt sich gut, dass das, was unausgesprochen bleibt, manchmal genauso schlimm sein kann. 

Was ich ziemlich interessant fand war, wie der Titel Liebes Kind zur Handlung passt. Der Titel eines Romans kann in Nebensätzen versteckt sein, oder er ist eben eine knappe Zusammenfassung des Inhalts. Hier hingegen erwartet uns eine Doppeldeutigkeit: Einerseits haben wir Hannah, die so konditioniert wurde, dass sie nicht widerspricht, sondern angepasst ist. Andererseits erfahren wir nach und nach Dinge über Lena, von denen nicht einmal ihre Familie wusste und die insbesondere für ihren Vater nur schwer zu ertragen sind. 

Der Spannungsbogen von Liebes Kind ist durchweg sehr hoch. Ich habe schon lang keinen Thriller mehr gehört, bei dem ich die meiste Zeit sehr angespannt war und gerade gegen Ende immer hibbeliger wurde, weil es gegen Ende unglaublich spannend wird und völlig unklar ist, ob es auf ein gutes oder ein tragisches Ende hinausläuft. 
Kurz nach der ersten Hälfte von Liebes Kind gibt es aber auch einen Moment der Ruhe. Einerseits könnte man das jetzt als Schwäche auslegen. Andererseits ist es auch sehr erholsam, weil ich das Gefühl hatte, das Hörbuch mal kurz von den Ohren nehmen zu können, ohne vor lauter Neugier verrückt zu werden. 

Die Hörbuchgestaltung ist großartig. Etwas schade ist, dass der Titel nur in gekürzter Fassung produziert wurde. Bis auf eine kleine Stelle, die aber so unbedeutend ist, dass ich sie nicht mal als Nebenhandlung beschreiben würde, habe ich von den Kürzungen nichts gemerkt. Selbst bei dieser Stelle bin ich mir nicht hundertprozentig sicher, ob es wirklich eine Kürzung war, oder ob der Inhalt, den ich vermisste, auch in der Originalfassung nicht weiter ausgeführt wurde. 

Warum mich die Hörbuchgestaltung dennoch umgehauen hat? Das lag an den Sprecher*innen, die ich zum Teil von einer ganz neuen Seite kennenlernen durfte. 
Heikko Deutschmann schlüpft in die Rolle von Lenas Vater. Bisher kannte ich ihn vor allem als Sprecher der Titel von Fredrik Backman. Dort gibt es auch mal ernste, nachdenkliche Themen, die aber immer mit einer Leichtigkeit verpackt werden, die sich auch in Deutschmanns Interpretation widerspiegelt. Heikko Deutschmann hätte ich hier fast nicht erkannt, weil er gefühlt völlig anders klingt. Er schlüpft in die Rolle eines getriebenen Mannes, der auf der Suche nach innerem Frieden und der Wahrheit ist. Diese Hoffnung, endlich zu erfahren, was mit der eigenen Tochter passiert ist, arbeitet Heikko Deutschmann einfach nur beeindruckend heraus. Er liest nicht etwa gemütlich, sondern spricht Sätze abgehackt und hat hier und da auch etwas Hartes in einer Stimme, das das Chaos, in dem Lenas Vater steckt, treffend darstellt. 

Leonie Landa spricht die Rolle von Hannah. Ihre helle Stimmfarbe und ihre Betonung sorgen sofort dafür, dass ich keine Mühe hatte, ihr die Rolle des Mädchens abzunehmen. Sie schafft es uns Hannahs Perspektive näherzubringen und auch glaubhaft zu vermitteln, wie Hannah denkt. Aber sie arbeitet auch anhand der Dialoge, die Hannah führt, heraus, wie andere Menschen über Hannah denken. Gerade das finde ich unglaublich schwierig, wenn eine Perspektive aus der Ich-Perspektive beschrieben wird und wir als Hörer*innen Informationen bekommen, die dem Charakter, der die Situation erlebt, nicht wirklich bewusst ist. 
Beeindruckend fand ich außerdem, wie Leonie Landa Hannahs Stimmungen interpretiert. Wenn es ihr gut geht und sie sich wohlfühlt, klingt Landas Stimme weich. Wenn Hannah nicht weiter weiß und sich an das Wissen klammert, dass sie in der Gefangenschaft gelernt hat, wird ihre Stimme hart und mechanisch. 

Auch bei Ulrike C. Tscharre, die hier in die Rolle von Lena schlüpft, ist mir etwas in der Art der Interpretation aufgefallen, dass ich von ihr noch nicht so kannte. Bisher habe ich sie vor allem in Rollen erlebt, bei denen es darum ging, die Härte herauszuarbeiten. Lena hingegen spricht sie leise, sodass deutlich wird, wie in sich gekehrt sie ist. 

Romy Hausmanns Schreibstil gefällt mir unglaublich gut. Ich habe schon lange keinen Thriller mehr gehört, der mich inhaltlich und auch sprachlich so begeistern konnte. Hausmann arbeitet die Realitäten, in denen unsere Protagonist*innen leben sehr gut heraus und zwar so, dass ich nachvollziehen kann, warum jede*r von ihnen so handeln muss, wie sie eben handeln. 
Was mir besonders gut gefällt ist, dass Romy Hausmann bei diesem Thriller auf das Beschreiben körperlicher Gewalt verzichtet. Natürlich gibt es hier und da Gewaltszenen. Diese werden aus meiner Sicht aber angedeutet. Somit beweist die Autorin, dass man einen packenden Thriller erzählen kann, ohne dass Hörer*innen das Blut spritzen, oder Knochen knacken hören müssen. 

Gesamteindruck 
Romy Hausmann hat es mit ihrem Debütroman geschafft, mich neugierig auf weitere Titel von ihr zu machen. Es gab schon lange keinen Thriller mehr, der mich so beeindruckt hat. Obwohl ich Thriller Neulingen nach wie vor davon abrate, dieses Hörbuch zu hören, wird Liebes Kind definitiv eines meiner Jahreshighlights werden. 


Frau, die uns über 
ein Buch hinweg anschaut. 
Um sieh erum ein Kreis in dem 
Buchclub steht.  
steht. Fot: A. Mack 

Die Fragen 
Damit wir im Buchclub auch über die Titel ins Gespräch kommen, stellen wir seit neustem ein paar inhaltliche Fragen zu unseren Lektüren. Da wir uns immer über die gesamten Titel austauschen, wird in diesem Abschnitt gespoilert. Wenn ihr das Buch bereits gelesen oder gehört habt, seid ihr herzlich eingeladen, einige der Fragen in den Kommentaren zu beantworten. 

Ab wann wusstest Du, dass Lena nicht die richtige Lena ist? 
Als ihr Vater ins Krankenhaus kam, dachte ich zuerst, dass er seine Tocht einfach nicht erkennt, weil sie die jahrelange Gefangenschaft verändert hat. Ich habe erst verstanden, dass Lena eigentlich gar nicht Lena ist, als wir wieder in ihrer Perspektive waren. 

Was denkst Du über die Geschwister Hannah und Jonathan? 
Ich fand es super, dass beschrieben wurde, dass beide unterschiedlich mit den Folgen der Entführung umgehen. Hannah wirkt eher rational und so, als ob sie Mühe hat, Gefühle zuzulassen. Jonathan hingegen, hat Mühe das Erlebte zu verarbeiten. Durch ihn wird deutlich, wie unnormal die Zeit in der Hütte war. 

Was denkst Du über den Titel Liebes Kind
Ich war mir lange nicht sicher, ob der Titel auch ein Indiz dafür ist, dass Hannah ein falsches Spiel spielt. Lange habe ich befürchtet, dass sie vielleicht darauf angesetzt wurde, ihre Großeltern umzubringen. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie froh ich war, dass ich mich getäuscht habe. 

Wie hat Dir der Inhalt gefallen? 
Diese Frage habe ich oben ausführlich beantwortet :). 

Was denkst Du über das Ende? 
Das Ende hat mir sehr gut gefallen, weil eigentlich alle wichtigen Fragen beantwortet werden und es dennoch etwas Hoffnung für unsere Charaktere gibt. Es hat mich natürlich unglaublich traurig gemacht, dass Lena wirklich tot ist. Ich hatte bis kurz vor Schluss die Hoffnung, dass der Entführer sie einfach in ein neues Versteck gebracht hat, bis Sarah alt genug ist, um wieder bei den anderen zu leben. 

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Freitag, 6. November 2020

Leserunde und erste Gewinnspiele zu Rentierfieber

Hallo Buchlinge, 

heute stelle ich euch die ersten Aktionen vor, die rund um Rentierfieber begonnen haben. Ihr könnt nämlich nicht nur das ein oder andere Exemplar meines Debütromans beginnen, sondern seid auch herzlich eingeladen, bei einigen Aktionen mitzumachen. 

Die Leserunde 
Ariana von Mein (Hör)Buchtagebuch, Kerstin, die ihr schon in meinen Buchclub-Posts kennengelernt habt, und ich wollen Rentierfieber gemeinsam mit euch lesen. Und zwar in Form einer Leserunde. 

Cover von Rentierfieber 
mit dem Hinweis wann 
die Leserunde stattfindet
.
 
Die Leserunde startet am 30.11 und geht bis zum 26.12. Da mein Roman auch als Adventskalender gedacht ist, nehmen wir uns für jeden Tag ein Kapitel vor. 
Euch erwarten spannende Fragen, in denen ihr euch über das aktuelle Kapitel austauschen, oder Theorien aufstellen könnt, wie die Geschichte wohl weitergeht. Nicht zu vergessen, darf auch die Vorfreude auf Weihnachten natürlich nicht fehlen. 
Die Leserunde organisieren wir über diese Facebook Gruppe, in der auch in Zukunft Aktionen zu meinen Büchern stattfinden sollen. 
Wir hoffen, ihr habt Zeit und Lust Rentierfieber gemeinsam mit uns zu lesen. Natürlich könnt ihr auch mit eurem eigenen Exemplar an der Leserunde teilnehmen, oder euch für ein paar Ausgaben von Rentierfieber bewerben. Denn eins steht fest: Es werden nicht nur in diesem Beitrag Exemplare meines Debüts verlost. 

3x1 eBook zu gewinnen
Bei Twitter und auf meiner Facebook Seite verlose ich jeweils drei eBook Ausgaben von Rentierfieber. Was ihr tun müsst, um in den Lostopf zu hüpfen, erfahrt ihr in den jeweiligen Beiträgen. Es geht hauptsächlich darum, den Beitrag zu teilen und auf die Gewinnspiele aufmerksam zu machen. 
Der Einsendeschluss ist Freitag der 13.11
Wenn ihr jetzt aber stirnrunzelnd feststellt, dass eBooks echt nichts für euch sind, könnt ihr euch auch für eine Hardcover Ausgabe bewerben, oder bis zum nächsten Gewinnspiel durchhalten. 

Cover Challenge bei Instagram 

Ich verkleidet als 
Rentier. Eine ausführliche 
Bildbeschreibung erwartet 
euch in meinem Instagram 
Posting. 
Foto: A. Mack
Bei Instagram verlose ich ein Hardcover Exemplar von Rentierfieber. Um in den Lostopf zu hüpfen, ist aber eure Kreativität gefragt. Ihr müsst das Cover von Rentierfieber nachstellen und es unter dem #Rentierfieber posten. 
Außerdem solltet ihr eine alternative Bildbeschreibung einbauen. Das macht ihr bei Instagram folgendermaßen: 
  • Erweiterte Einstellungen 
  • Zugänglichkeit 
  • Alternativtext eingeben: Hier beschreibt ihr dann, was auf eurem Foto zu sehen ist. Somit ist euer Post dann barrierefrei. 
Ihr habt bis Freitag den 20.11. Zeit, eure Interpretation des Covers einzureichen. 

In diesem Sinne 
hoffe ich, dass euch eine der vorgestellten Aktionen anspricht und ich vielleicht das ein oder andere nachgestellte Cover von euch entdecken werde.