Montag, 28. September 2020

Mathilda oder irgendwer stirbt immer

Bild von JUMBO Verlag

Steckbrief 
Name: Mathilda oder irgendwer stirbt immer 
Autor*in: Dora Heldt 
Verlag: JUMBO Verlag (Label GoyaLit) 
Geeignet für: Menschen, die Cosy Crime oder Familiengeschichten mit einer Prise schwarzer Humor und Spannung mögen 
Gelesen oder gehört: gehört, unklar, ob gekürzt oder ungekürzt 
Sprecher*in: Katja Danowski 
Bewertung: 3,5 von 5 Punkten 

Bei meiner Lieblingsbuchhandlung bestellen. 

Klappentext 
(von JUMBO Verlag

"Mathilda liebt ihr Dorf Dettebüll in Nordfriesland, seine Einwohner und ihre Familie. Naja, bis auf Ilse, ihre Mutter, vielleicht. Ilse ist - im Gegensatz zu Mathilda - eine Ausgeburt an Boshaftigkeit und Niedertracht. Veränderungen sind Mathilda ein Gräuel, und so kämpft sie seit vierzig Jahren um Harmonie in der Familie. Doch dann gerät Mathilda und mit ihr ganz Dettebüll in einen Strudel von Ereignissen, die den Frieden in ihrem Dorf gründlich aus den Angeln heben. Aus heiterem Himmel interessieren sich plötzlich Fremde für die endlosen Wiesen von Dettebüll. Unruhe macht sich breit unter der Dorfbevölkerung. Und noch bevor Mathilda sich auf all das einen Reim machen kann, gibt es die erste Tote: Ilse kommt bei einem tragischen Unfall (unter Einwirkung von Tiefkühlkost) ums Leben. Und sie wird nicht die einzige Tote bleiben ..." 

Meine Meinung 
Dora Heldt ist eine dieser Autorinnen, die mir gefühlt immer wieder begegnen. Ich wusste, dass sie Krimis schreibt, hatte bisher aber noch keinen ihrer Titel gehört. Als mir Mathilda oder irgendwer stirbt immer im Rahmen der letzten Frankfurter Buchmesse vorgestellt wurde, wusste ich, dass jetzt die Zeit gekommen ist, um einen Krimi der Autorin zu hören. 
Vorweg: Ich glaubte, eine ungefähre Vorstellung davon zu haben, was mich erwartete. Allerdings hatte ich dennoch keine bestimmten Erwartungen an den Titel. 

Der Inhalt ist solide und erinnert mich an das Genre Cosy Crime: Hier gibt es zwar einen Mordfall oder eine*n Tote*n, aber der Kriminalfall ist eher Nebensache. Im Mittelpunkt stehen die Charaktere und deren Beziehung zueinander. Hier gibt es zwar Tote, aber dennoch wird nicht versucht, aufzuklären, was zu den Umständen des Todes führte. Manchmal fand ich das ziemlich irritierend, weil Charaktere sterben, die im Roman sehr präsent sind und es offenbar niemanden gibt, der sich fragt, was zum Tod der Charaktere führte. 
Stellenweise blitzte beim ein oder anderen Todesfall auch ein bisschen schwarzer Humor auf, der mich an Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand erinnerte. 

Bei Mathilda oder irgendwer stirbt immer ist mir erstmals aufgefallen, wie wichtig der Titel eines Hörbuchs ist. Der Nebensatz oder irgendwer stirbt immer passt wunderbar, weil es hier einige Tote gibt. Allerdings finde ich nicht, dass Mathilda im Mittelpunkt der Handlung steht. Wir erleben den Roman aus verschiedenen Perspektiven. Wir lernen Charaktere kennen, die durchs Leben stolpern und ihren Weg noch nicht gefunden haben. Andere müssen erkennen, dass sie belogen wurden. Mathilda aber hält alles zusammen und versucht nicht nur Ordnung in ihre Familie, sondern auch in das Geschehen im Dorf zu bringen. 

Der Spannungsbogen ist geradlinig. Es gibt keine verstrickten Handlungsstränge, die uns Hörer*innen miträtseln lassen. Vielmehr können wir erahnen, welche Auswirkungen die ein oder andere Entscheidung unserer Charaktere für die Handlung hat. Wir begleiten sie dann dabei, wie sie sich in dem angerichteten Chaos zurechtfinden müssen. Das ist stellenweise sehr unterhaltsam. 

Das Hörbuch wurde im Hause JUMBO Verlag produziert. Was mir an der Hörbuchgestaltung sehr gut gefällt ist, dass zu Beginn jeder neuen CD angesagt wird, welche CD es ist. Wer kennt es nicht? Das Hörbuch ist auf den PC übertragen aber in der Hörbuchhülle herrscht das pure Chaos? Dank der Ansage auf welcher CD wir uns befinden, kann man gut den Überblick behalten, ohne die Beschriftung lesen zu müssen. 
Was mich bei den Titeln des Verlages aber immer etwas verwirrt: Für mich ist oft nicht klar erkennbar, ob es sich um gekürzte oder ungekürzte Titel handelt. Aber das ist wirklich Jammern auf hohem Niveau und im Grunde ein echtes Luxusproblem. In diesem unabhängigen Hörbuchverlag warten definitiv viele spannende und sehr gut produzierte Titel auf euch. 

Das Hörbuch wird von Katja Danowski gelesen, der ich angehört habe, dass sie vermutlich gebürtig aus dem Norden kommt. Genau dieser sprachliche Flair passt wunderbar zu Mathilda oder irgendwer stirbt immer. Sie hat eine etwas tiefere Stimme, die mich ein bisschen an die Lesungen von Cornelia Funke erinnerte. 
Obwohl ich Katja Danowskis Stimmfarbe mochte, hatte ich bei ihrer Interpretation Mühe, die Nebencharaktere voneinander zu unterscheiden. Ich ertappte mich oft dabei, wie ich die Nebencharaktere miteinander verwechselte und nicht ganz verstand, in welcher Beziehung sie zu den Protagonist*innen standen. 

Dora Heldt schafft mit ihrem Schreibstil eine angenehme, gemütliche Atmosphäre, die mit einer Prise schwarzem Humor gewürzt ist, was sehr gut zur Handlung passt. Der schwarze Humor hat mich sogar etwas überrascht, weil ich nach den ersten zwanzig Minuten dachte, dass ich hier einen schönen, friedlichen Familienroman vor mir habe. 
Das Spannende an Dora Heldt Schreibstil fand ich, dass sie es schafft, die Handlung so zu erzählen, als würden sich unsere Charaktere schon ewig kennen. Mathilda oder irgendwer stirbt immer hätte für mich auch gut ein Teil einer Reihe sein können. Schön fand ich aber, dass ich dennoch nicht das Gefühl hatte, hier etwas verpasst zu haben. 

Gesamteindruck
Hier begegnet uns eine solide, teils spannende Familiengeschichte fürs Herz, die mir unterhaltsame Hörstunden beschert hat. Wer aber im Krimi Genre beheimatet ist und den Krimianteil an einem Hörbuch sucht, muss hier vergeblich warten. Dennoch hat mir die Handlung sehr gut gefallen. 

----------------------------------------------------

Dieses Hörbuch wurde mir als Rezensionsexemplar kostenlos vom Verlag zur Verfügung gestellt. 

Montag, 21. September 2020

Cherish Dreams Rezension und Gewinnspiel

Foto von Skyara
Die Coverrechte 
bleiben beim Verlag. 
Eine Rezension von Skyara

Name: Cherish Dreams (Original: Love Hard)
Autor'in: Nailni Singh
Verlag: Lyx.digital in der Bastei Lübbe AG
Geeignet für: Young Adult
Gelesen oder gehört: Gelesen (eBook)
Bewertung: 5 von 5 Punkten
Erscheinungsdatum Erstausgabe: 28.08.2020
Aktuelle Ausgabe: E-Book 
ISBN: 978-3-7363-1250-0 (E-Book); 978-3-7363-1293-7 (Flexibler Einband)

Inhaltsangabe
Klappentext von Lyx

"Für sie wirft er alle Regeln über Bord ...

Jake Esera ist ein professioneller Rugbyspieler – und ein Single-Dad. Seit er vor sechs Jahren Vater einer Tochter wurde, besteht das Leben des 24-Jährigen nur aus Training, Wettkämpfen, Zöpfe flechten und Playdates. Ausschlafen, feiern oder gar sich verlieben stehen nicht auf dem Plan. Doch als er auf einer Hochzeit seine ehemalige Schulfreundin Juliet Nelisi widertrifft, ändert sich alles. Denn Jules ist verführerisch wie nie, und Jake merkt zum ersten Mal seit langer Zeit, dass er vielleicht doch bereit ist, seine strengen Regeln über Bord zu werfen und sein Herz zu riskieren …" 

Meine Meinung
Nachdem ich „Cherish Hope“ von Nalini Singh bei der Bloggerjury als Rezensionsexemplar erhalten hatte, wollte ich mich natürlich auch wieder für „Cherish Dreams“ bewerben. Obwohl ich mit meinem Neugeborenen Ge(h)fölgchen (meine Tochter) nicht besonders viel Zeit habe, erlaubte ich es mir dennoch mich hier zu bewerben, da ich dieses Buch so oder so gelesen hätte! 

Nun hatte ich wieder unverschämtes Glück und hatte am Tag vor der Ersterscheinung eine Mail in meinem Postfach, das ich eins der E-Books erhalten werde. Was mein Glück allerdings so „unverschämt“ machte: Ich bekam einige Tage darauf auch noch die Printausgabe zugesendet. Nach kurzem Nachfragen bei der Bloggerjury bekam ich schließlich die Erlaubnis das Exemplar zu behalten. Da ich allerdings aus praktischen Gründen nur noch digital lese, kommt dieses Glück euch zu gute und ihr könnt das Printexemplar gewinnen! (Mehr Infos folgen im nächsten Absatz). 

Wie nicht anders zu erwarten, sind wir immer noch in Neuseeland und dürfen als nächste Mitglieder des Esera-Bishop-Clans den heißen Dad Jake Esera und Juliet Nelisi kennen lernen. Sie treffen sich auf der Hochzeit von Charlotte Baird und seinem Bruder Gabriel Bishop wieder. Charlie und Gabe kennen wir bereits aus „Rock Kiss - Ich berausche mich an dir“. Dieses Buch wurde als „Cherish Kisses“ neu aufgelegt, da diese Story das Bindeglied von der Rock Kiss Reihe zu der Cherish Reihe darstellt! 

Aber wie es häufiger der Fall ist gilt hier: Gegensätze ziehen sich an! Jake, als alleinerziehender Vater der kleinen Esme sehr darauf bedacht ist seiner Tochter ein gutes und von Liebe erfülltes Leben zu ermöglichen. Er scheut, trotz seines enormen Bekanntheitsgrades als Rugby Spieler, die Medien. Auch die Wahl seiner „Freundinnen“ trifft er immer sehr bedacht. Er lässt sich nur auf Beziehungen ein, bei denen er sich sicher sein kann, dass diese keinen Medienrummel bedeuten. Außerdem ist es für ihn auch ein täglicher Kampf, mit seiner Fürsorge seine Tochter nicht zu erdrücken. 
Hier bekommt er wie nicht anders zu erwarten, die volle Unterstützung seiner Familie. Diese muss ihn so manches mal auf den Boden zurückholen, insbesondere nach dem Tod seiner Jugendliebe Calypso, relativ kurz nach Esmes Geburt. 

Juliet hingegen ist so ziemlich das Gegenteil, eine scharfzüngige, vor kurzem geschiedene, scheinbar taffe Frau, die sich jedoch nichts sehnlicher wünscht, als endlich einen Halt im Leben zu bekommen. Diesen hatte sie nach dem Tod ihrer Eltern, lediglich durch Calypso, da sie bei ihrer Tante großgezogen wurde, die sie eher stiefmütterlich behandelte. Doch leider wurde sie von ihr, aufgrund ihres schlechten Benehmens, zu den Großeltern nach Samoa geschickt. Diese behandelten sie mit noch größerer Strenge und Härte. Dadurch brach auch der Kontakt zu Calypso beinahe vollständig ab. Erst Jahre später begegnet sie Charlotte, während eines Backseminars und freundet sich mit ihr an. Da sie zum Brautjungferngefolge von Charlotte gehört, trifft sie nun wieder auf Jake, ohne dass dieser etwas davon ahnt. 
Doch das Wiedersehen wird mit so manch spitzem Kommentar, aber auch einer sehr großen körperlichen Anziehung verbunden, was wiederum enormen Spaß macht zu lesen! 

Diese Unterschiede und Juliets Vergangenheit zwischen Samoa und dem Wiedersehen mit Jake machen es den beiden allerdings schwer sich aufeinander einzulassen. Da ich euch damit kaum bis überhaupt nicht gespoilert habe, dies wenn ich weitermache aber eindeutig tue, beende ich hiermit die bisherige Zusammenfassung. 

Insgesamt bemerkt man, dass ich hell auf begeistert bin. Jake als fürsorglicher Vater der immer darauf bedacht ist seiner Tochter alles was ihr gut tut zu ermöglichen. Juliet, der man aufgrund ihres bisherigen Lebens einen Mann wie Jake wünscht und, die auch auf die Bedürfnisse von Esme voll eingeht. Das ist einfach eine tolle Story, wenn auch sicher schon mehrfach auf unterschiedliche Arten erzählt.

Nalinis Schreibstil ist locker, leicht und man fliegt nur so über die Seiten. Ich habe es oft während des Stillens gelesen, was es mir dann, unerwarteter Weise, doch ermöglichte die Geschichte besonders schnell zum Abschluss zu bringen.

Auch das Ende ist, typisch für Nalini Singh, mit dem Glück der beiden Protagonisten einhergehend, wodurch ich mich unglaublich freue, dass ich euch die Printausgabe deshalb bei uns auf Ge(h)Schichten verlosen darf.

Auch hier kann ich euch nur dazu auffordern dieses Buch zu lesen. Es ist, so wie alle Cherish-Bände, sehr gut einzeln zu lesen. Da diese Reihe allerdings süchtig macht, ist es nahezu unmöglich nur eines aus der Reihe zu lesen… Was das Hörbuch betrifft: Leider gibt es dieses momentan nur über Audible, ist aber durch die Sprecherin Emilia Wallace wieder wundervoll vertont worden!

Bild von Skyara
Gewinnspiel 
Hallo ihr Lieben.
wir haben heute etwas Besonderes für euch.

Wie bereits angekündigt, verlosen wir nun ein Rezensionsexemplar der Printausgabe von Cherish Dreams
Wir hoffen, dass euch Skyara mit ihrer Rezension neugierig auf den Titel machen konnte. 

Um in den Lostopf zu hüpfen müsst ihr Skyara nur eine kurze Frage beantworten: Wie heißt Jakes kleine Tochter mit Vornamen? 
Bitte achtet darauf das nur die Antwort im Betreff steht, erst dann hüpft ihr in den Lostopf! 
Wenn ihr uns die richtige Antwort bis zum 26.09.2020 zuschickt, seid ihr dabei! 

Hier nochmal die Teilnahmebedingungen im Überblick: 
  • Um am Gewinnspiel teilnehmen zu können, musst Du die folgende Frage richtig beantworten: Wie heißt Jakes kleine Tochter mit Vornamen?
  • Die Antwort schreibst Du in den Betreff der E-Mail
  • Die E-Mailadresse lautet: skyara@bgschuetze.de
  • Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
  • Der Einsendeschluss ist 26.09.2020
  • Unter allen gültigen Einsendungen werden die Gewinner*innen durch ein Losverfahren ermittelt.
  • Falls Du gewonnen hast, werde ich Dich per E-Mail benachrichtigen. Daher werde ich Deine E-Mailadresse in meinem Postfach speichern, solange das Gewinnspiel läuft. Wenn Du zu den Gewinner*innen gehörst, benötige ich Deine Adresse, um Dir den Gewinn zuzuschicken. Deine E-Mailadresse sowie Deine Anschrift werden selbstverständlich vertraulich behandelt und nach Versenden des Gewinnes wieder gelöscht.
  • Du musst mindestens 18 Jahre alt sein, um am Gewinnspiel teilnehmen zu können. 
  • Falls Du noch nicht volljährig bist, benötige ich eine Einverständniserklärung Deiner Eltern, oder sonstigen Erziehungsberechtigten.
  • Der Gewinn kann nicht in bar ausgezahlt, oder umgetauscht werden.
  • Mit der Teilnahme am Gewinnspiel stimmst Du den Teilnahmebedingungen zu.
------------------------------------------------------------------

Dieses Buch wurde mir vom Verlag als Rezensionsexemplar kostenlos zur Verfügung gestellt. 

Freitag, 18. September 2020

Neues aus der Hörbuchwelt #2

Hallo Buchlinge, 

vor ein paar Wochen habe ich wieder die Verlagsvorschauen der Hörbuchverlage durchstöbert. Dabei bin ich auf spannende Titel aufmerksam geworden, die ich euch nun vorstellen möchte. 

Die Podcast Folge direkt bei YouTube hören. 



Erwähnte Hörbücher: 
Es war einmal ein blauer Planet - Hörprobe  
Das lügenhafte Leben der Erwachsenen - Hörprobe  
Das Mädchen, das ein Stück Welt rettete - Hörprobe  
Was macht der Mann da unterm Baum? - Hörprobe (ihr müsst sie leider auf der verlinkten Seite suchen. Ich kann sie nicht direkt verlinken).  
Winter der Hoffnung - Hörprobe (Hier verhält es sich genauso).  

--------------------------------------------------------------------------

Und Du? 
Hast Du ebenfalls spannende Titel entdeckt, die im August oder im September erscheinen bzw. erschienen sind? 

Montag, 14. September 2020

Der große Gatsby

Der große Gatsby ist eines von zwei Büchern, die wir gemeinsam im Buchclub gelesen haben. Der erste Teil meiner Rezension wird spoilerfrei bleiben. Im zweiten Teil gehe ich auf die buchbezogenenen Fragen ein, die wir uns überlegt haben. Das heißt, es wäre gut, wenn ihr diesen Abschnitt nur lest, wenn ihr das Buch bereits kennt. 

Bild von Diogenes Verlag

Steckbrief
Name: Der große Gatsby 
Autor*in: F. Scott Fitzgerald 
Verlag: Diogenes Verlag 
Geeignet für: Menschen, die Hörbücher mit einem anspruchsvollen Schreibstil mögen, oder Romane mit einer tragischen Handlung mögen 
Gelesen oder gehört: gehört als ungekürztes Hörbuch 
Sprecher*in: Gert Heidenreich 
Bewertung: 4 von 5 Punkten 

Bei meiner Lieblingsbuchhandlung bestellen. 


Klappentext 

"New York 1922. Auf seinem Anwesen in Long Island gibt Jay Gatsby sagenhafte Feste. Er hofft, mit seinem neuerworbenen Reichtum, mit Swing und Champagner seine verlorene Liebe zurückzugewinnen. Zu spät merkt er, dass er sich von einer romantischen Illusion hat verführen lassen. Gatsby wurde zum Sinnbild des amerikanischen Traums und dessen Scheiterns, zum Inbegriff von Aufstieg und Fall. [...]"

Meine Meinung 
Der große Gatsby ist eines dieser Titel, die ich bisher vom Hören Sagen kannte. Deswegen habe ich mich tierisch gefreut, dass dieser Roman unsere neue Buchclub Lektüre wurde. Ich war gespannt, was mich erwartete. 

Ich rechnete eigentlich damit, dass der Inhalt aus der Perspektive des großen Gatsbys erzählt wird. Doch ich habe mich getäuscht. Wir lernen Nick kennen, der von seinem turbulenten Start in einer neuen Heimat erzählt und uns seinen beliebten Nachbar den großen Gatsby vorstellt. Gantsby ist ein geselliger Mann. Ständig steigt irgendeine Party in seinem großen Haus. Doch die wenigsten Gäste kennen den Gastgeber. An dieser Stelle habe ich mich kurz gefragt, ob Gatsby eine Art Gordot ist. Jeder weiß, dass es ihn gibt, aber niemand hat ihn wirklich gesehen. 
Gatsby tritt schließlich aus der Deckung. Denn er ist an einer Freundschaft zu Nick interessiert. Und nicht nur das: Er vertraut seinem Freund auch ein Geheimnis an. Ein Geheimnis, das schwere Folgen haben wird. 

Ich war fasziniert davon, wie F. Scott Fitzgerald die Entwicklung unserer Figuren herausgearbeitet hat. Nick lernen wir vor allem als Beobachter kennen. Er ist ein angenehmer Zeitgenosse, ist aber vor allem unauffällig und bemüht, sich keine Feinde zu machen. Der Gatsby wirkt gesellig, doch steckt hinter dieser Fassade etwas ganz anderes. 
Die Veränderungen der Charaktere werden leise erzählt. Genau dieses Stilmittel hat mir sehr gut gefallen. 

Auch der Aufbau des Spannungsbogens war interessant. Während ich zu Beginn den Eindruck hatte, dass es vor allem darum geht uns die 1920 Jahre näherzubringen, entwickelte sich diese lebendige, euphorische Stimmung Stück für Stück zu einem kleinen Thriller. Es war klar, dass bald noch etwas passierte. Die Frage war nur was bzw. wer daran beteiligt sein wird. 

Was die Hörbuchgestaltung betrifft, gab es für mich diesmal eine Premiere. Aber kommen wir erstmal zu den Fakten: Das Hörbuch wurde ungekürzt im Diogenes Verlag produziert. Ich habe bisher schon einige Titel aus dem Diogenes Verlag gelesen und bin froh, dass der Verlag auch Hörbücher produziert. Gehört habe ich den Titel aber über Audible. 
Die Premiere kommt folgendermaßen zustande: Wenn mir auf Buchmessen Hörbücher vorgestellt werden, ist eine meiner ersten Fragen, wer das Hörbuch liest. Gert Heidenreich ist ein Name, der mir schon sehr häufig begegnet ist. Bisher habe ich aber keinen Titel gehört, der ausschließlich von ihm gelesen wurde. Ich habe ihn vor allem in Anthologien erlebt und konnte ihn meist nicht zuordnen. Er gehört für mich aber zu der Stammbesetzung der Hörbuchsprecher. 
Gert Heidenreich hat eine tiefe, angenehme Stimmfarbe, die mir auf Anhieb gefallen hat. Ich war fasziniert davon, wie er es geschafft hat, den teils recht anspruchsvollen Schreibstil so zu interpretieren, dass ich nicht über Sätze gestolpert bin, oder manche Stellen nochmal hören musste. Er hat es geschafft, die leisen Töne des Hörbuches herauszuarbeiten, aber ohne, dass seine Interpretation an Dynamik verloren hätte. 

F. Scott Fitzgerald hat einen recht anspruchsvollen Schreibstil. Mir begegneten nicht nur einige Schachtelsätze, sondern ich musste auch darauf achten, den Inhalt zwischen den Zeilen zu erkennen und begreifen zu können. Was mir sehr gut gefallen hat war, wie er die 1920er Jahre und deren Oberflächlichkeit in Worte fassen konnte. 

Gesamteindruck
Als ich das Hörbuch beendet habe, war ich sehr unzufrieden mit dem Ende, weil es einfach ein tragisches Ende hat. Warum begründe ich im nächsten Abschnitt. Doch jetzt, nachdem ein paar Tage vergangen sind, fand ich den Titel ziemlich genial und kann sagen, dass es wirklich einer meiner Monatshighlights war. 

Zum Film 
Meine Kritik bezieht sich auf die Neuverfilmung aus dem Jahr 2013 mit Leonardo di Caprio in der Rolle des Gatsbys. Leider hat mir die Verfilmung überhaupt nicht gefallen. Der 20er Jahre Flair kam überhaupt nicht bei mir an, was zum einen viel mit der Filmmusik und den eingespielten Beats zu tun hatte, aber zum anderen auch mit der Geschwindigkeit des Filmes. Das Tempo war mir zu schnell. Dadurch gingen die leisen Töne und das was zwischen den Zeilen passiert verloren. 
Außerdem hat Gatsby zwei Wutausbrüche bekommen, die überhaupt nicht zu ihm als Charakter passen und ihn eher verfremden. 


Frau, die uns über 
ein Buch hinweg anschaut. 
Um sieh erum ein Kreis in dem 
Buchclub steht.  
steht. Fot: A. Mack 

Fragen aus dem Buchclub 
Hier gebe ich euch einen kleinen Einblick über die Fragen, die wir im Buchclub diskutieren werden. Ich lasse die Fragen weg, de ich bereits in meiner Rezension aufgegriffen habe. Ab hier wird gespoilert

In der ersten, für diesen Beitrag relevanten, Frage geht es um den Lieblingscharakter: Mein Lieblingscharakter ist eindeutig Nick. Er entwickelt sich von einem angepassten Menschen, zu jemandem, der zu seinen Freunden hält, auch wenn das gesellschaftliche Ausgrenzung mit sich bringt. Dass er den Gatsby nicht verrät, nur um seine gesellschaftliche Position zu sichern, hat mir sehr, sehr gut gefallen, weil das eine Treue ist, die man sich von jede*r*m Freund*in wünschen kann. 

Außerdem wollen wir wissen, wie euch das Ende gefallen hat. Das Ende hat mich wahnsinnig gemacht. Ich fand den Thriller Effekt natürlich spannend. Als die Gruppe in die Stadt aufgebrochen ist, wusste ich, dass jemand sterben wird. Ich war mir nur nicht sicher, ob Tom Daisy und den Gatsby umbringen wird, oder im schlimmsten Fall vielleicht alle drei sterben. 
Aber das Daisy dazu übergeht, den Gatsby zu verraten und Tom dann noch für dessen Tod sorgt, hat mich wirklich sehr wütend gemacht, weil es einfach zeigt, dass manche Leute buchstäblich über Leichen gehen, nur um ihre eigene Haut zu retten. 
Besonders schade fand ich auch, dass niemand (!) von den Leuten, die an Gatsbys Partys teilgenommen haben, für ihn da war, als es ihm schlecht ging. Das hat gezeigt, wie oberflächlich die gesellschaftliche Oberschicht ist und das man eben nur aneinander interessiert ist, wenn man sich Vorteile von einem Kontakt erhofft. Das fand ich schon sehr traurig. 

Außerdem interessiert uns, wie euch die Umsetzung des Themas unglückliche Liebe gefallen hat. Der Gatsby war aus meiner Sicht wirklich glaubhaft dargestellt. F. Scott Fitzgerald hat den Schmerz des Gatsbys gut herausgearbeitet, was bei mir dafür gesorgt hat, dass ich wirklich mitgelitten habe und mir gewünscht hätte, dass es irgendwelche sichtbaren Konsequenzen für Daisy und Tom gibt. 

Da wir gerade in den 2020er Jahren sind, liegt es natürlich nahe nach den Parallelen zwischen den 1820ern und den 2020ern zu fragen. Was die Gesellschaft betrifft, sehe ich schon starke Parallelen, wobei ich nicht weiß, ob meine Beobachtung wirklich an eine Zeit gebunden ist. Ich habe den Eindruck, dass viele Leute in meinem Alter gerne unterwegs sind, oder zum Teil auch Party machen, tanzen gehen, manchmal Alkohol trinken und das Leben eben genießen wollen. Grundsätzlich spricht auch nichts dagegen. Ich für meinen Teil merke aber, dass es mir zu oberflächlich ist. 
Bezogen auf den Roman zeigt es auch Folgendes: Viele von Gatsbys Gästen mochten die oberflächliche Beziehung zum Gastgeber, aber haben sich nicht wirklich für ihn als Menschen interessiert. Gerade das ist der Aspekt, den ich interessanter finde. Mich interessiert wer mein Gegenüber ist, was es denkt und was mein Gegenüber bewegt. 


Montag, 7. September 2020

Geblendet (Band 3)

Bei dieser Rezension handelt es sich um den dritten Band einer Reihe. Ich setze daher das Wissen aus den vorherigen Bänden voraus und werde die Infos nicht explizit als Spoiler kennzeichnen. 

Bild von 
RandomHouse Audio


Steckbrief 
Name: Geblendet (Band 3 der Jenny-Aaron Reihe) 
Autor*in: Andreas Pflüger 
Verlag: RandomHouse Audio 
Geeignet für: Pflüger-Fans, Menschen, die spannende Thriller mögen, oder Romane suchen, in denen es um Erblindung geht 
Gelesen oder gehört: gehört als ungekürztes Hörbuch 
Sprecher*in: Nina Kunzendorf 
Bewertung: 5 von 5 Punkten 

Bei meiner Lieblingsbuchhandlung bestellen. 

Klappentext 

"Die blinde Elitepolizistin Jenny Aaron setzt alle Hoffnungen in eine Therapie, die ihr das Augenlicht zurückgeben soll. Doch die Männer, die im letzten Winter für sie starben, lassen sie nicht los. Aaron weiß, was sie ihnen schuldet und muss sich die Frage stellen, was wichtiger ist: ihr Augenlicht vielleicht wiederzubekommen oder die Abteilung, jene Spezialeinheit, der sie ihr Leben verschrieben hat, vor ihrer größten Bedrohung zu beschützen? „Es ist niemals leicht” lautet der Kodex der Abteilung. Das gilt mehr als je zuvor. Aber ist die Abteilung wirklich das, wofür Aaron sie immer hielt?" 

Meine Meinung 
Neulich postete ich, dass es sich mit der Jenny-Aaron-Reihe für mich wie mit einer Sucht verhält. Ich werde in einen Strudel gezogen und kann das Hörbuch erst wieder von den Ohren nehmen, wenn ich den Roman beendet habe. So war es auch beim dritten und vermutlich auch letztem Band dieser Reihe. 

Der Inhalt verströmt schnell eine Finalstimmung und lässt erahnen, dass die Reihe dem Ende entgegengeht. Zu Beginn steht der Fall nicht im Vordergrund, den es diesmal zu lösen gibt. Stattdessen begleiten wir Jenny Aaron auf den Weg in die Therapie von der sie sich erhofft, wieder sehen zu können. 

Diesem Handlungsstrang begegnete ich mit Misstrauen. Wenn es eine Möglichkeit gäbe, dafür zu sorgen, dass Blinde wieder sehen können, wäre das sicher eine Methode, die schon längst in aller Munde wäre und von vielen Späterblindeten genutzt werden würde. Zumindest gehe ich davon aus. Da ich bisher noch nichts von einer Therapie dieser Art gehört habe, war ich mir nicht sicher, wie realistisch dieser Handlungsstrang wirklich ist. Das war mein erster Kritikpunkt an diesem Handlungsstrang. 
Im zweiten Kritikpunkt geht es um die Frage, wie man Blinde in der Literatur darstellt. Geht es darum, die Erblindung zu verdrängen, um wieder normal sein zu wollen? Oder setzt man sich mit dem Thema Erblindung auseinander und schafft es dafür zu sorgen, dass Charaktere die Erblindung verarbeiten können? 

Nach dem Ende des zweiten Bandes befürchtete ich, dass Andreas Pflüger auf das Mittel der Verdrängung setzte. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie froh ich war, als sich herausstellte, dass ich mich offenbar getäuscht habe. 
Andreas Pflüger arbeitet den Weg von Verdrängung der Erblindung zu Auseinandersetzung mit der Blindheit sehr gut und nachvollziehbar heraus. 

Als dann der zweite Handlungsstrang, nämlich unser Kriminalfall, ins Spiel kommt, beschränkt sich die Handlung nicht nur auf Jenny Aaron und Personen, die ihr nahestehen. Schnell stellt sich heraus, dass diesmal die ganze Abteilung, Aarons Zuhause, in Gefahr ist und somit im Mittelpunkt der Handlung steht. Zum einen muss der Bestand der Abteilung innenpolitisch verteidigt werden. Zum anderen bahnt sich eine andere Bedrohung für die Abteilung an. Diese Wendung brachte für mich auch ein Stück Finalstimmung mit sich, weil klar wird, dass nach dem Ende des Hörbuchs nicht mehr sein wird, wie zuvor. 

Andreas Pflüger hat in diesem Band auch eine Weiterentwicklung unserer Charaktere geschaffen. Damit meine ich nicht nur die Charaktere im Einzelnen, sondern auch in ihrer Beziehung zueinander. 

Im Mittelpunkt der Handlung steht zudem auch die zentrale Frage, was Jenny Aaron bisher im Leben beeinflusst hat und das war vor allem ihr Vater, ein angesehener Polizist. Aaron stellt nicht nur die Beziehung zu ihrem Vater in Frage, sondern muss für sich herausfinden, ob die Erziehung ihres Vaters dafür gesorgt hat, dass sie bisher glücklich war
Einerseits war die Auseinandersetzung mit ihrem Vater aufgrund der Handlung ein nachvollziehbarer Konflikt. Andererseits fand ich es auch etwas kritisch, dass Aarons Vater so schlecht wegkommt. Da er bereits tot ist, kann sich Aaron nicht mehr mit ihm auseinandersetzen. Spannender hätte ich den Konflikt gefunden, wenn eine Auseinandersetzung zwischen Vater und Tochter möglich gewesen wäre. 
Zudem gab es in der Psychologie lange Zeit die Theorie, dass Eltern aufgrund ihrer Erziehung allein für die Probleme der eigenen Kinder verantwortlich sind. Inzwischen ist diese Theorie aber überholt und man weiß, dass der Auslöser für eine Erkrankung immer mehrere Faktoren hat. Da hier viel Kritik an Aarons Vater geübt wird, erinnerte mich das an die inzwischen veraltete Theorie. Mir fehlte der Aspekt, dass niemand auf die Idee kommt, dass Aaron ihren Vater auch schon früher hätte in Frage stellen können. 

Die anderen beiden Protagonisten, nämlich Aarons Vorgesetzte und Ulf Pavlik, müssen sich ebenfalls mit wichtigen Fragen auseinandersetzen: Pavlik muss sich fragen, wie lange er die Arbeit in der Abteilung noch schafft und ob es nicht langsam besser wäre, sich zurückzuziehen. 
Die Vorgesetzte der beiden muss die Abteilung nicht nur innenpolitisch verteidigen, sondern sich auch immer wieder fragen, wem sie wirklich trauen darf. 

Während es in den vorherigen Bänden vor allem um einzelne Charaktere ging, stellt sich hier heraus, dass diesmal die Abteilung mit ihren Haupt- und Nebencharakteren im Mittelpunkt steht. Aus Mitarbeitern, die sich, um Distanz zu wahren, nur beim Nachnamen nennen, werden plötzlich Verbündete und es wird deutlich, dass jede*r von ihnen eine Geschichte hat und nicht einfach so ersetzt werden kann. 

Was die Hörbuchgestaltung betrifft, überzeugt RandomHouse Audio wieder auf ganzer Linie. Das sage ich jetzt nicht nur, weil ich diesen Titel als Rezensionsexemplar bekommen habe. 
Das Hörbuchcover ist schlicht, aber wieder mit Punktschrift, gestaltet. Der Titel nimmt den ganzen Raum des Covers ein. 
Geblendet wurde als ungekürzter Titel produziert und ich bin auch diesmal froh, dass von Kürzungen abgesehen wurde, da es fraglich wäre, ob das Wesentliche der Handlung erhalten geblieben wäre, wenn man Teile davon gekürzt hätte. 
Gelesen wurde das Hörbuch, wie auch die vorherigen Bände, von Nina Kunzendorf, die es schafft, jeden Band auf eine andere Weise zu interpretieren, aber dennoch für den Wiedererkennungswert zu sorgen. Sie hat es nicht nur geschafft, die weichen und auch harten Seiten der Handlung stimmlich hervorzuheben. Sie hat es außerdem geschafft, die Veränderungen unserer Charaktere, insbesondere Jenny Aaron, allein durch ihre Interpretation und die Betonung, herauszuarbeiten und hörbar zu machen. 

Was mir diesmal richtig gut gefallen hat war, dass auch das Nachwort von Andreas Pflüger eingesprochen wurde. Ich höre Nachworte oder Danksagungen sehr gerne, weil mich zum einen interessiert, wem Autor*innen danken bzw. wer alles zur Veröffentlichung des Titels beigetragen hat. Zum anderen finde ich es aber auch spannend zu hören, was Autor*innen über die wesentlichen Aspekte ihres Werkes denken. So geht Andreas Pflüger in 1-2 Sätzen auch nochmal auf die von ihm beschriebene Therapie ein, was ich sehr wichtig und auch notwendig fand. 

In diesem Band hatte ich auch den Eindruck eine Veränderung in Andreas Pflügers Schreibstil wahrzunehmen. Er schafft es nicht nur die lauten, sondern vor allem die leisen Töne von Geblendet in Worte zu fassen. Gerade die Veränderung, die zwischen den Mitarbeiter*innen der Abteilung vor sich geht, passiert beinahe unmerklich und ich stelle es mir unglaublich schwierig vor, diese Veränderung in einem Roman herauszuarbeiten. 
Was ich außerdem faszinierend fand war, wie Andreas Pflüger den Spannungsbogen aufgebaut hat. Diesmal hat er es geschafft, die Handlung größer zu erzählen, was mich an einigen Stellen fast wahnsinnig gemacht hätte, weil ich kaum glauben konnte, was gerade wirklich passiert. 

Gesamteindruck
Während mir der zweite Band dieser Reihe nicht ganz so gut gefallen hatte, konnte mich der dritte Band wieder völlig überzeugen. Ich mag unsere Charaktere und die Handlung. Was mir besonders gut gefällt ist, dass ein Großteil der Handlung zwar abgeschlossen scheint, aber hier und da ein paar Hintertüren offengelassen werden, die mich hoffen lassen, dass es vielleicht noch einen Band dieser Reihe geben wird. 

Ich kann diese Reihe allen empfehlen, die nicht nur einen actionreichen und spannungsgeladenen Thriller suchen, sondern auch an einer Reihe interessiert sind, in der es viele Zwischentöne gibt, die sich vor allem im Verborgenen abspielen. 

---------------------------------------------------------------------

Weitere Bände: 
Endgültig (Band 1) 
Niemals (Band 2) 

Mittwoch, 2. September 2020

Zurückge(h)blickt August 2020

Blühender Baum, ein Sonnenschirm
und ein Liegestuhl. 
Foto: A. Mack 
Buchlinge, ich weiß nicht, wie es euch ging, aber mein August verging, wie im Flug. 
Kurz habe ich befürchtet, euch gar keine beendeten Hörbücher vorstellen zu können. Gegen Ende des Monats kamen dann aber ein paar Titel zusammen. 
Außerdem gibt es auch hinter den Kulissen eine kleine Veränderung, von der ich euch nochmal etwas ausführlicher erzählen möchte. 


Beendet - Die Statistik 
Gelesene / gehörte Zeit: 1 Tag 15 h 19 min 
Gelesene Seiten: 0 Seiten 
Beendete Hörbücher: 5 Hörbücher 
Ich lese / höre gerade: 
Alice im Wunderland von Lewis Caroll (Hörbuch) 
0711ove stories: Episode 2 von Adriana Popescu (eBook) 

Neuzugänge 
Aus schwarzem Wasser von Anne Freytag 
Das Skript von Arno Strobel 
*Sieben Richtige von Volker Jarck 

Anhand meiner Statistik könnt ihr erkennen, dass ich viele kürzere Hörbücher beendet habe. Ich hoffe sehr, dass ich im September auch ein bisschen zum Lesen komme. Ich habe mir nämlich vorgenommen, das neue Jugendbuch von Adriana Popescu erst zu kaufen, wenn ich mit der zweiten und der dritten Folge ihrer 0711ove stories Reihe durch bin. 

Beendet - Die Hörbücher 
Normalerweise verlinke ich hier die Rezensionen, die bereits erschienen sind. Allerdings müsst ihr euch diesmal noch etwas gedulden, was die Rezensionen betreffen. 

Bild von Diogenes Verlag

Der große Gatsby von F. Scott Fitzgerald 
Ein Klassiker, den viele von euch wahrscheinlich vom Namen her kennen. Wir lernen Nick kennen, dessen Nachbar der große Gatsby ist. Gatsby scheint gesellschaftlich gut integriert. Viele Leute gehen bei ihm ein und aus. Aber ob ihn das glücklich macht? 
Ein sehr spannender, aber auch sprachlich anspruchsvoller Titel. Interessant fand ich hier vor allem, dass wir die Handlung nicht aus der Perspektive des Gatsbys erleben, sondern erfahren, wie Nick als Außenstehender die Situation einschätzt. Ich bin mir noch nicht sicher, wie ich meine Gedanken zum Titel in Worte fassen soll. Deswegen fällt dieser Abschnitt etwas spärlich aus. Da es sich hier um einen unserer Buchclub-Titel handelt, werden wir Mitte September in unserer Gruppe darüber diskutieren, worauf ich mich sehr freue. Das Hörbuch wurde übrigens als ungekürzter Titel im Diogenes Verlag produziert und von Gert Heidenreich gelesen. Seine Stimmfarbe und seine Art der Interpretation haben mir hier sehr gut gefallen. 

Bild von Luebbe Audio

Noah von Sebastian Fitzek 
Noah kann sich nicht an seinen Namen erinnern. Er wurde schwerverletzt von Oscar gefunden, der ihn gesund gepflegt hat. Als Noah eines Tages ein Bild in einer Zeitung entdeckt, wird er in eine ziemlich schräge Geschichte hineingezogen. 
Ich habe das Hörbuch vor einigen Jahren gehört und fand die Handlung mehr als schräg. Nun haben wir uns im Buchclub dazu entschieden, den Titel gemeinsam zu lesen. Ich bin wirklich überrascht, wie gut Noah in dieses Jahr passt und ich war auch ziemlich fasziniert davon, wie gut Sebastian Fitzek das Szenario einer Pandemie durchdacht hat. Beim zweiten Mal hören hat mir der Titel deutlich besser gefallen, weil ich die Handlung besser nachvollziehen konnte und nicht mehr an den Haaren herbeigezogen fand. Ich vermute stark, dass es an der ungekürzten Version liegt, die allerdings nur über Audible bezogen werden kann. Mit dabei ist, wie immer, Simon Jäger, dessen Interpretation mir sehr gut gefallen hat. 

Adler und Engel von Juli Zeh 
Eine sehr wirre Handlung, wenn ihr mich fragt: Die Handlung beginnt mit einem Mann, der offenbar neben sich steht. Er trauert um seine Freundin, hat aber Besuch von einer Redakteurin, die ihm Fragen stellt, die er nicht beantworten will. So kommt das eine zum anderen und wir finden uns schließlich in einem waschechten Thriller wieder. 
Mir war stellenweise nicht klar, was hier Realität und welche Szenen einfach der Fantasie unseres Protagonisten entsprungen sind. 
Einerseits faszinierte mich die Handlung. Andererseits war sie mir auch zu chaotisch. Das Ende ist sehr offen gehalten, was mich etwas störte, weil sich der Roman für mich irgendwie unvollständig anfühlt. Das Hörbuch wurde als gekürzte Fassung von RandomHouse Audio produziert. Gelesen wird der Roman von Anna Thalbach, die mir als Sprecherin richtig gut gefallen hat, weil sie es schafft, diese schräge Stimmung in Worte zu fassen. 

Bild von 
RandomHouse Audio

*Geblendet von Andreas Pflüger 
Jenny Aaron kann ihre Erblindung nicht länger verdrängen und muss sich fragen, wie sie langfristig mit ihrer Blindheit umgehen möchte. Außerdem steckt die Abteilung in der Krise. Es kommt also hart auf hart. 
Diese Reihe ist für mich wie eine Sucht. Ich werde in einen Strudel hineingezogen und habe erst Ruhe, wenn ich den Band beendet habe. Die Handlung hat mir sehr gut gefallen, weil sie sich nicht in die von mir befürchtete Richtung entwickelt hat, was sehr viel wert war. Kleinere Handlungsstränge fand ich nach wie vor diskussionswürdig, aber das Wesentliche wurde gut herausgearbeitet. Etwas traurig wurde es dann gegen Ende, weil ich ahne, dass die Rehe zumindest für Aaron an dieser Stelle endet Allerdings hat der Band ein recht offenes Ende, sodass ich auf einen weiteren Band hoffe. 
Das Hörbuch wurde von RandomHouse Audio Verlag zum Glück als ungekürzter Titel produziert und von Nina Kunzendorf gelesen. Das Spannende an ihrer Interpretation ist, dass sie es schafft, jeden Band ein bisschen anders zu lesen, aber dennoch den Wiedererkennungswert beizubehalten. 

Bild von JUMBO Verlag
*Mathilda oder irgendwer stirbt immer von Dora Heldt 
Ein kurzweiliges Familienabenteuer mit kleinen Spannungselementen und einer Prise schwarzer Humor. Mathilda taucht zwar im Titel des Romanes auf, ist aus meiner Sicht aber nicht alleinige Protagonistin. Wir lernen ihre Familie kennen, die von einer brenzligen Situation in die nächste gerät, sodass sich die Frage stellt, wie es wieder Ordnung im Leben der Charaktere gibt. 
Produziert wurde das Hörbuch von JUMBO Verlag im Label GoyaLit. Unklar ist, ob es sich um einen gekürzten oder ungekürzten Titel handelt. Das Hörbuch hat eine Laufzeit von ca. 5 Stunden und lässt sich daher gut zwischendurch hören. Katja Danowki liest Mathildas Abenteuer. Sie hat eine angenehme Stimmfarbe, die darauf hindeuten lässt, dass sie aus dem Norden kommt. Da die Handlung in der Nähe von Hamburg spielt, passte das natürlich umso besser. Mir persönlich hat sie die Charaktere aber etwas zu schlicht interpretiert und ich ertappte mich dabei, dass ich Mühe hatte, Nebencharaktere auseinanderzuhalten. Aber das ist Jammern auf hohem Niveau. 

Gefunden im Netz 
Zu Beginn des neuen Monats plane ich den Monatsrückblick immer als Entwurf vor, um während eines Monats Links für diese Rubrik sammeln zu können. Leider hatte ich im August nicht so viel Zeit zum stöbern. Ich habe deswegen kurz überlegt, die Rubrik einfach auszulassen, finde das Interview mit Stefan Kaminski aber definitiv unterhaltsam. 

Stefan Kaminski im Interview
Der Argon Verlag hat einen tollen Podcast nämlich Hingehört. Hier werden regelmäßig Hörbuchsprecher*innen interviewt. Das Tolle ist: Die Fragen sind sehr interessant und es gibt lustige Antworten. Wie beispielsweise in der Folge mit Stefan Kaminski

Gefreut 
Buchlinge auch im August gab es wieder viele Dinge, die mich gefreut haben. Angefangen bei meinem Start ins Berufsleben bis hin zu den guten Nachrichten bezüglich der Marketingpläne für mein weihnachtliches Kinderbuch Rentierfieber

Aber der Reihe nach: Ich arbeite jetzt seit einem Monat und hänge momentan noch zwischen halb funktionierender Technik und inhaltlicher Einarbeitung. Grundsätzlich lief mein Start aber sehr gut, was mich ziemlich gefreut hat. 
Im August habe ich viele Blogger*innen bezüglich des Marketings für Rentierfieber angeschrieben und ich muss sagen ich habe wirklich ungeheures Glück: Zum einen haben mir ein paar Bloggerinnen zugesagt, auf die ich auch gehofft habe. Zum anderen ist auch eine Bloggerin mit dabei, die momentan eigentlich gar keine Rezensionsexemplare annimmt. Mit viel Glück sind auch Kandidat*innen dabei, die recht viele Follower*innen haben, was mich tierisch freut, aber auch überrascht, weil ich damit gerechnet habe, das sich Blogger*innen mit dieser Follower*innenanzahl vor Kooperationsanfragen kaum retten können und ich da eher in der unteren Liga spiele, was die Win-Win-Situation betrifft. 

Mit viel Glück steht Mitte bzw. Ende September der Marketingplan und ich kann auch endlich den lang ersehnten Blogpost zum Buch und den Aktionen veröffentlichen. 

Hinter den Kulissen 
Anfang August habe ich eine weitreichende Entscheidung getroffen: Ich stelle meinen Podcast Ende des Jahres ein. Mir macht das Projekt nach wie vor Spaß. Dennoch gibt es drei Gründe, die dafür sorgen, dass für mich vorerst Schluss ist. 
Einerseits ist mir diese Entscheidung schwer gefallen, gerade, weil mir die Aufnahmen nach wie vor Spaß machen. Andererseits bin ich auch etwas erleichtert, neben der Arbeit nicht noch zwei Podcast Folgen im Monat produzieren zu müssen. Bis Ende des Jahres sind ein paar Folgen vorbereitet. Ob ich die monatlichen Hörmonate dennoch aufnehmen werde, mache ich Zeit- und Lust abhängig. 

In nächster Zeit werde ich auch meinen Uploadplan etwas anpassen müssen. Was die Rezensionen am Montag betrifft, ist erstmal bis in den Oktober vorgesorgt. Das heißt, einmal die Woche wird in nächster Zeit immer ein Beitrag online gehen. 
Allerdings ist es mir auch wichtig, nach wie vor auch andere Beiträge auf dem Blog zu veröffentlichen. Ich hoffe, dass ich hier bald wieder in eine Routine kommen werde. 

Was gab's zu erzählen? 
Wie immer wird es Zeit euch die Beiträge zu zeigen, die im August online gegangen sind. 

Rezensionen 
*Night of Crowns (rezensiert von Skyara) 

Ge(h)plaudert: Mein Podcast Format 
Hörmonat Juli 2020 

Freiburger Bücherstammtisch 

Und Du? 
Wie war Dein August? 
Welche Bücher oder Hörbücher hast Du gelesen bzw. gehört? 
Kennst Du welche der vorgestellten Titel? 

--------------------------------------------------------------------

Die mit * markierten Titel wurden mir von den jeweiligen Verlagen kostenlos als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.