Montag, 18. Mai 2020

Die Akte Vaterland (Gereon Raths 4. Fall)

Bild von Argon Verlag
Steckbrief
Name: Die Akte Vaterland 
Autor: Volker Kutscher 
Verlag: Argon Verlag 
Geeignet für: Kutscher-Fans, oder Fans von Krimis, die eine historische Nebenhandlung haben  
Gelesen oder gehört: gehört als gekürztes Hörbuch 
Sprecher: David Nathan 
Bewertung: 4,5 von 5 Punkten 


Klappentext 
(von Argon Verlag

"Berlin am Abgrund: Gereon Raths vierter Fall

Juli 1932, die Berliner Polizei steht vor einem Rätsel: Ein Mann liegt tot im Lastenaufzug von Haus Vaterland, dem legendären Vergnügungstempel am Potsdamer Platz.
Kommissar Gereon Rath ist wenig erfreut über den neuen Fall, denn er hat schon genug Ärger. Seine Ermittlungen gegen einen mysteriösen Auftragsmörder, der die Stadt in Atem hält, treten seit Wochen auf der Stelle, seine große Liebe Charlotte »Charly« Ritter kehrt von einem Studienjahr in Paris zurück und fängt als Kommissaranwärterin am Alex an – ausgerechnet in der Mordkommission, was die Dinge nicht einfacher macht.
Der Tote vom Potsdamer Platz scheint Teil einer Mordserie zu sein, deren Spur weit nach Osten führt. Während Charly als Küchenhilfe ins Haus Vaterland eingeschleust wird, ermittelt Rath in einer masurischen Kleinstadt nahe der polnischen Grenze und gerät in eine fremde Welt." 

Meine Meinung
Inzwischen hat die Kommissar-Rath-Reihe bei mir eine Art Kultstatus. Wenn ich mit einem neuen Fall beginne, weiß ich ungefähr, was mich erwartet, aber ohne den Inhalt vorhersehen zu können. In diesem Fall habe ich ein spannendes, kurzweiliges Hörbuch für Zwischendurch gesucht und wurde nicht enttäuscht. 

Volker Kutscher baut den Inhalt seiner Krimireihe nach einem ähnlichen Muster auf: Meistens beginnt der Band mit einem Mord. Somit haben wir unseren ersten Handlungsstrang. Diesmal wird ein Toter im Haus Vaterland gefunden. 
Im Laufe des Hörbuchs kristallisiert sich aber ein zweiter Handlungsstrang heraus. Meistens ist unvorstellbar, dass dieser Handlungsstrang etwas mit dem Mord zu tun haben könnte. Doch Volker Kutscher versteht sich darauf, uns das Gegenteil zu beweisen. 

Volker Kutscher erzählt die Handlung ab diesem Band aus zwei Perspektiven: Wir begleiten nicht nur Kommissar Rath bei seinen Ermittlungen, oder teils zwielichtigen Geschäften, sondern lernen auch Charlotte Charlie Ritter kennen, die es nun endlich zur Kommissaranwärterin geschafft hat. 

Auch in diesem Band dürfen die alt bekannten Konflikte nicht fehlen: Innerhalb der Berliner Polizei gibt es klare Hierarchien und Machtspiele, die immer wieder neu verteidigt werden. Rath tut sich schwer damit, gemeinsam mit Kollegen an einem Fall zu arbeiten. Er plant lieber im Alleingang, was seinen Kollegen, insbesondere seinen Vorgesetzten oft ein Dorn im Auge ist. 

Da Charlie in diesem Band ebenfalls bei der Polizei anfängt, bekommen wir erstmals mit, wie mit Kommissaranwärterinnen in der Burg umgegangen wird. Man hat eine klare Vorstellung davon, welcher Inspektion Frauen zugeteilt werden. Und diese Inspektion ist nicht der Ort, den sich Charlie Ritter für ihre Laufbahn bei der Polizei gewünscht hat. 

Der Spannungsbogen des Hörbuches hat mir sehr gut gefallen. Ich habe den Roman innerhalb von zwei Tagen durch gehört, was ich nur bei wenigen Titeln mache. Der Kriminalfall ist kurzweilig, unterhält aber während des Hörens sehr gut. Allerdings muss ich auch gestehen, dass mich der Fall nicht nachhaltig beeindruckt hat, sondern es bei einer kurzweiligen Lektüre blieb. 

Was die Hörbuchgestaltung betrifft, ist mir der Einstieg in dieses Hörbuch deutlich leichter gefallen. Ich wusste nun, wie David Nathan das Hörbuch interpretiert und kam mit seiner Interpretation auch besser zurecht, als im vorherigen Band. 
Die Akte Vaterland ist als gekürztes Hörbuch beim Argon Verlag erschienen. Das Hörbuch befindet sich in einer Digifile Hülle, die für ein Digifile recht schmal ist, aber dadurch sehr gut zu den vorherigen Bänden passt. 

Volker Kutschers Schreibstil gefällt mir nach wie vor sehr gut. Toll fand ich, dass er ab diesem Band beginnt, die Handlung aus mehreren Perspektiven zu erzählen. 
Außerdem arbeitet er die Konflikte zwischen den Charakteren oder innerhalb der Polizei sehr gut heraus. In diesem Band beginnt sich auch die politische Lage in Berlin unmerklich zu ändern. Das heißt die politische Situation wirkt sich auch auf die Polizei und unsere Charaktere aus. Volker Kutscher hat hier interessante Fäden gesponnen und es geschafft, erste Grundsteine für die politischen Themen zu legen, ohne, dass dabei die eigentliche Handlung in den Hintergrund rückt. 

Gesamteindruck
Die Akte Vaterland ist ein solider Krimi, der spannende, kurzweilige Unterhaltung bietet. Allerdings empfehle ich, die Reihe mit dem ersten Band zu beginnen. So bekommen wir mit, wie sich die Charaktere entwickeln. 

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Weitere Bände: 
*Der nasse Fisch (Band 1)
Der stumme Tod (Band 2)
Goldstein (Band 3) 
*Märzgefallene (Band 5) 



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Den Textbaustein habe ich von Pergamentfalter übernommen.