Mittwoch, 5. Februar 2020

Auf der Suche nach einer Lektorin und Updates aus dem Januar



Schreibmaschine.
Ein eingespanntes Blatt auf
dem "Ge(h)schrieben" steht.
Bild von A. Mack
Hallo Buchlinge, 

heute am ersten Mittwoch des Monats wird es Zeit für ein neues Update zu meinen beiden Romanprojekten. Diesmal bleibt es aber nicht nur bei einem Update. Ich möchte euch außerdem von meiner Suche nach einer Lektorin berichten und euch erzählen, nach welchen Kriterien ich eine erste Auswahl getroffen habe und welche Aspekte für mich bei der Entscheidungsfindung wichtig waren. 

Wie immer gilt: Meine Hinweise sind nicht in Stein gemeißelt. Es kann sein, dass ihr völlig andere Erfahrungen gemacht habt und das ist auch völlig in Ordnung. 
Dann fangen wir doch am besten gleich mal mit meinem Update an: 

Ge(h)schrieben im Januar
In meinen Monatsrückblcken erzähle ich euch ja immer, wie viel Zeit ich mit dem Hörbuch hören verbracht habe. Eigentlich wollte ich in diesem Jahr auch wieder meine Schreibzeit aufschreiben. Allerdings habe ich immer vergessen, die Zeit zu stoppen. Gerade in den ersten 2 1/2 Wochen habe ich kaum geschrieben und wenn überhaupt Zeit mit der Recherche verbracht. 

In der zweiten Januarhälfte saß ich ca. 30 Minuten bis eine Stunde am Tag am Weihnachtsbuch. Geschrieben habe ich allerdings nur 2613 Wörter, was zum einen damit zusammenhängt, dass ich in den ersten 2 1/2 Wochen praktisch gar nicht geschrieben habe und ich den Teil, den ich für das Weihnachtsbuch bsiher geschrieben habe, momentan überarbeite. Gerade in den ersten Kapiteln musste ich nicht viel neu schreiben. 

Die Ziele, die ich mir in Bezug auf das Weihnachtsbuch gesteckt habe, habe ich Ende Januar bzw. Anfang Februar erreicht: Die Recherche ist abgeschlossen, ein Expose ist geschrieben und ich kenne jetzt die Meilensteine der Geschichte und fühle mich jetzt auch sicherer, was das Arbeiten am Projekt betrifft. Es muss noch viel geändert werden, aber ich weiß, wie die Geschichte enden wird. 
Was das Jugendbuch betrifft, muss ich kleinlaut gestehen, dass ich mir überhaupt keine Gedanken zum Fragebogen gemacht habe. ich habe zwar einen Blick in meine Fachliteratur zum Thema Forschung gefunden, allerdings standen hier nur wenig Infos zum Thema Interviewfragebogen. 

Mein Hauptziel bezogen auf  das Weihnachtsbuch besteht darin, bis zum nächsten Update-Post die Bearbeitung der ersten zwölf Kapitel abgeschlossen zu haben. Das wäre dann die Hälfte meines Projektes. Heute habe ich die Überarbeitung des vierten Kapitels beendet. In den nächsten Kapiteln müssen aber viele Szenen neu geschrieben werden. Dennoch glaube ich, dass ich dieses Ziel erreichen könnte. 
Für das Jugendbuch setze ich mir immer noch dasselbe Ziel: Die Fragebögen zu erstellen, die ich für meine Recherche benötige. Sonst kann ich nämlich auch nicht anfangen, das Projekt zu schreiben. Allerdings befürchte ich, dass das Jugendbuch warten muss, bis der Adventskalender im Lektorat ist. Ich hoffe ja, dass es nicht so ist. 

Was muss ich vor der Suche nach einer / einem Lektor*in wissen? 
Kommen wir nun zum Thema Lektorat. Hier setze ich voraus, dass euch der Unterschied zwischen einem Lektorat (inhaltlicher Arbeit am Text) und einem Korrektorat (reine Satz-Fehlersuche) bekannt ist. Falls nicht empfehle ich euch diesen Artikel

Lektor*in ist ein freier Beruf 
Der Beruf des Lektors bzw. der Lektorin ist rechtlich nicht geregelt Soweit ich das verstehe, bedeutet das also, dass sich jede*r Lektor*in nennen kann. Allerdings gibt es auch im Lektorat bestimmte Qualitätsstandards, deren Inhalte durch die Teilnahme an bestimmten Weiterbildungen der Akademie der Deutschen Medien (ADM) erworben werden können. Die ADM bietet beispielsweise eine Weiterbildung zum bzw. zur Lektor*in an und sichert somit die Qualitätsstandards für diese Berufsgruppe.
Die Lektor*innen, die eine Weiterbildung bei der ADM besucht haben, tragen daher auch den Titel Lektor*in (ADM). (Quellen: Verband freier Lektor*innen, ADM). 

Zeitplanung und Preise 
Die wichtigste Sache zuerst: Lektor*innen arbeiten häufig freiberuflich, also auf selbstständiger Basis. Sie haben also ein Interesse daran einen gut gefüllten Kalender zu haben und sind meist über Monate im voraus ausgebucht. Wenn ihr euren Roman also in einem bestimmten Zeitraum veröffentlichen wollt, ist es gut, sich frühzeitig um eine*n Lektor*in zu kümmern. 
Wichtig ist auch, dass ein Lektorat Geld kostet. Hier gibt es keine einheitlichen Preise, da diese zum einen häufig vom Inhalt und dem damit verbundene Arbeitsaufwand, und zum anderen dem Umfang des Textes abhängen. Die Kosten variieren zwischen 4 Euro und 5 Euro pro Normseite (also 30 Zeilen pro Seite, a 60 Anschläge pro Zeile, Schriftart Courier New). Je nach Lektor*in kann es auch vorkommen, dass diese eigene Formatierungsangaben fordern. 

Wo und wie finde ich eine*n Lektor*in? 
Welche Auswahlkriterien gibt es? 
Jetzt stellt sich natürlich die Frage, wo und wie ihr eine*n Lektor*in finden könnt. Schließlich könnt ihr nicht mal eben bei eurem Lieblingsverlag anrufen und um die Kontaktdaten der dort arbeitenden Lektor*innen bitten. Hier hilft der Verband freier Lektor*innen (VfLL) ebenfalls weiter und hat ein Verzeichnis freier Lektor*innen oder Korrektor*innen erstellt, in dem alle Mitglieder*innen des Verbandes aufgelistet werden. Es gibt hier verschiedene Suchkriterien, die angewendet werden können und jede*r Lektor*in hat einen eigenen Steckbrief auf der Website. 

Von einfachem Googeln rate ich hier tatsächlich ab. Natürlich kann ein Verband nicht garantieren, wie professionell seine Mitglieder*innen arbeiten. Dennoch scheint mir ein Verzeichnis, das von einem renommierten Berufsverband eingerichtet wurde, professioneller, als die ein oder andere Website, die mir von einer Suchmaschine ausgespuckt wird. 

Auswahlkriterien 
Doch nach welchen Kriterien kann man eine Auswahl zusammenstellen? Ich liste euch hier mal die Kriterien auf, die für mich eine wichtige Rolle gespielt haben. Was ich an dieser Stelle voraussetze ist, dass ihr euch nur die Lektor*innen anschaut, die auch das Genre lektorieren, in das sich euer Manuskript einordnen lässt.

  • Arbeitsweise: Gibt es entweder im Steckbrief des VfLL oder auf der dort verlinkten Website Informationen über die Arbeitsweise der Lektor*innen? Wie präzise wird die Arbeitsweise dargestellt? Könnte ich mir die Arbeitsweise aufgrund der Beschreibung vorstellen? 
  • Eigene Vorstellungen über die Zusammenarbeit: Daraus resultiert, dass ihr euch vorab überlegen müsst, was ihr euch von einer Zusammenarbeit erhofft. Wollt ihr beispielsweise nur ein Lektorat bezüglich eures Schreibstils? Oder sollen im Lektorat auch die Figurenentwicklung oder der Spannungsbogen eures Textes geprüft werden? 
  • Referenzen: Unter den Referenzen werden die Titel aufgelistet, an denen die Lektor*innen mitgewirkt haben. Es mag sein, dass ich hier eine Milchmädchenrechnung angewendet habe, aber ich vermute: Je aktueller die Referenzen, desto eher wird der / die Lektor*in gebucht. Je mehr Titel aufgelistet werden, desto größer ist die Berufserfahrung der Lektor*innen. 
  • Preise: Gibt es auf der Website zumindest Richtpreise an denen man sich orientieren kann? 
Nach diesen Kriterien habe ich mir eine Liste mit neun Leuten zusammengestellt Die Lektorinnen habe ich dann nochmals anhand der obigen Kriterien miteinander verglichen und erstmal Lektorinnen kontaktiert. 

Die erste Kontaktaufnahme: Was ist wichtig? 
Damit ein*e Lektor*in den Arbeitsaufwand einschätzen kann, sind ein paar Informationen über euch und euer Projekt wichtig. In meinem Anschreiben habe ich folgende Informationen erwähnt. Vorsicht: Die Auflistung hat nicht die Reihenfolge, wie in meinem Anschreiben.

  • Art der Veröffentlichung: Handelt es sich um eine Einsendung an eine Literaturagentur oder einen Verlag? Handelt es sich um einen Titel, der im Selfpublishing veröffentlicht werden soll? 
  • Zeitraum der Veröffentlichung: Wann soll der Text fertig sein? 
  • Stadium des Textes: Gibt es ein vollständiges Manuskript? Oder muss der Text noch beendet werden? Wurde der Text bereits überarbeitet? 
  • (Geplanter) Textumfang: Wenn euer Manuskript bereits beendet ist, könnt ihr eine Angabe zur Gesamtseitenanzahl machen. Wenn euer Text noch nicht fertig ist, solltet ihr unbedingt einschätzen können, wie lang das Projekt werden soll. 
  • Schreiberfahrung: Ich habe erwähnt, dass ich zwar schon länger schreibe, aber bisher keine Erfahrung mit einem professionellen Lektorat gemacht habe. 
  • Infos zum Text: Hier habe ich mich im Anschreiben kurz gehalten und das Genre meines Textes erwähnt und die Idee beschrieben. In meinem Fall: Ein Manuskript in vierundzwanzig Kapiteln, das sich als Adventskalender nutzen lässt. 

Außerdem habe ich folgende Unterlagen als Anhang mitgeschickt: 
  • Handlung eures Textes / Expose: So können Lektor*innen am besten einschätzen, welcher Arbeitsaufwand auf sie zukommt. In meinem Expose habe ich die Zielgruppe, den Seitenumfang, das Genre, die wichtigen Meilensteine der Geschichte, sowie wichtige Infos zu den Hauptcharakteren (ein bis zwei Sätze) aufgeführt. 
  • Leseprobe: In der Regel werden 2-3 Normseiten lektoriert. Hierzu gibt es aber immer Angaben auf der jeweiligen Website. 

Wichtig: Besteht immer auf ein kostenloses Probelektorat. So könnt ihr herausfinden, wie die Lektor*innen arbeiten und ob euch die Anmerkungen weiterhelfen.

Auswahl der Lektor*in 
In meinem Fall habe ich innerhalb von ein paar Tagen Rückmeldungen von den angeschriebenen Lektorinnen bekommen. Alle haben meinen Text Probe lektoriert und mich auch über ihre Arbeitsweise, sowie das Honorar informiert. Die Preisspanne lag bei mir zwischen 4 Euro und 5,80 Euro.

Ich habe die Anmerkungen der Leseproben miteinander verglichen und geschaut, welche Anmerkungen mir am meisten weiterhelfen. Hier habe ich darauf geachtet, wann Inhaltliches in Frage gestellt wurde. Damit meine ich wann es Fragen bezogen auf den Inhalt gab, die dazu dienten, den Leser*innen mehr Informationen zu geben.

Letztendlich fiel meine Wahl auf eine Lektor*in, die viel Erfahrung in Zusammenarbeit mit bekannten Verlagen hat.
Wenn Interesse besteht, kann ich nochmal einen Beitrag zum Thema Arbeit an einem lektorierten Text schreiben. Allerdings wird das dann bis zum Frühjahr dauern.

An dieser Stelle hoffe ich, dass ich erstmal die wichtigsten Fragen beantworten konnte.

Und Du? 
Bist Du auch auf der Suche nach einer / einem Lektor*in?
Hast Du bereits Erfahrung mit einem Lektorat gehabt?

Wenn Du magst, erzähle uns doch gerne in den Kommentaren von Deinen Erfahrungen. 

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