Montag, 13. Januar 2020

Der Schatten des Windes (Hörbuch)



Bild von Argon Verlag
Steckbrief
Name: Der Schatten des Windes (auch als Buch, Hörspiel erhältlich) 
Autor: Carlos Ruiz Zafon 
Verlag: Argon Verlag 
Geeignet für: Zafon Fans und Leute, die literarische Krimis mögen 
Gelesen oder gehört: gehört als ungekürztes Hörbuch 
Sprecher: Uve Teschner 
Bewertung: 3,5 von 5 Punkten 

Klappentext 
(von Argon Verlag

"An einem dunstigen Sommermorgen des Jahres 1945 wird der junge Daniel Sempere von seinem Vater an einen geheimnisvollen Ort in Barcelona geführt – den »Friedhof der Vergessenen Bücher«. Dort entdeckt Daniel den Roman eines verschollenen Autors für sich. Er heißt Der Schatten des Windes, und er wird sein Leben verändern …
Mit diesem Roman eroberte Carlos Ruiz Zafón die Herzen der Leser und Hörer auf der ganzen Welt und schuf den Auftakt eines fesselnden und berührenden Werks rund um den Friedhof der Vergessenen Bücher und die Buchhändler Sempere & Söhne." 

Meine Meinung 
Vor einem Jahr kam ich zufällig an eine Hörspielfassung von Der Schatten des Windes. Hier begegnete mir eine interessante Geschichte. Allerdings hatte ich das Gefühl, dass aufgrund der Hörspielversion viele Inhalte der Geschichte verloren gegangen sind. Deswegen stand für mich fest, dass ich die Geschichte unbedingt noch als Hörbuch hören wollte. Vor ein paar Wochen habe ich den Titel beendet. Nun wird es Zeit, euch von der Geschichte zu erzählen. 

Kommen wir zuerst zum Inhalt: Der elfjährige Daniel wird von seinem Vater zum Friedhof der vergessenen Bücher mitgenommen. Dort entdeckt er das Buch Der Schatten des Windes von Julian Carax. Daniel ist fasziniert von der Geschichte und möchte unbedingt mehr über den Autor herausfinden. Doch das ist gar nicht so einfach. Anscheinend wollen einige Leute nicht, dass Daniel an mehr Informationen über den inzwischen verschollenen Autor kommt... 

Inhaltlich wird hier die Liebe zur Literatur deutlich. Durch Daniels Suche nach Julian Carax bekommt die Handlung auch eine Kriminote. Allerdings war die Handlung für mich an vielen Stellen recht langatmig. Carlos Ruiz Zafon baute viele Monologe ein, die ich häufig als zäh und nicht als wichtige Ergänzung zum Inhalt erlebte. 

Allerdings gewann Carlos Ruiz Zafon mein Interesse für die Geschichte unter anderem durch seine Charaktere. Protagonist Daniel scheint ein Einzelgänger zu sein. Er arbeitet viel in der Buchhandlung seines Vaters und scheint kaum Freunde zu haben. Interessant ist hier vor allem die Vater-Sohn Beziehung, da diese aufgrund der Geheimnisse um Julian Carax immer wieder auf die Probe gestellt wird und Daniel sich fragen muss, inwiefern er seinem Vater vertrauen kann. 

Eine humorvolle Note bekommt Der Schatten des Windes durch einen Nebencharakter, der Daniel als treuer Begleiter zur Seite gestellt wird. Er hat ein Händchen für Frauen und schafft es, Daniel zu ermutigen, ins Leben zu starten und sich nicht nur in der Buchhandlung des Vaters zu verstecken. 

An der Hörbuch Gestaltung hat mir besonders gut gefallen, dass der Titel ungekürzt produziert worden ist. So geht nichts von der Geschichte verloren und wir können selbst entscheiden, welche Passagen wir wichtig finden und auf welche wir getrost verzichten können. 
Das Hörbuch wird von Uve Teschner gelesen, der mir vor allem aufgrund seiner Stimmfarbe positiv aufgefallen ist. Er hat eine tiefe Stimme, die aber vor allem aufgrund der Nuancen hervorsticht und nicht einfach nur aufgrund der Tiefe der Stimme auffällt. Besonders konnte er mich durch seine Interpretation der Dialoge überzeugen. Etwas zäh wurde es für mich bei den Monologen, wobei ich vermute, dass das nicht an Teschners Interpretation liegt. 

Carlos Ruiz Zafons Schreibstil zeichnet sich durch seine bildhafte Sprache und die lebendigen Dialoge aus. Außerdem schafft er es, die Umgebung in der unsere Geschichte spielt, so zu beschreiben, dass ich sie mir bildhaft vorstellen konnte, aber trotzdem nicht gelangweilt von der Beschreibung war. 
Was mich etwas störte, waren die vielen Monologe, die vor allem Ich-Erzähler Daniel führt. Diese sind mir zwar schon im Hörspiel aufgefallen, allerdings bin ich davon ausgegangen, dass bei der Hörspielproduktion die Kreativität fehle, um die Monologe lebendig darzustellen. 
Obwohl Zafon eine schöne Sprache hat, war mir die Geschichte an vielen Stellen zu zäh. 

Gesamteindruck
Der Grundkonflikt war spannend: Ein introvertierter Junge, der hinaus in die Welt zieht, weil er mehr Informationen über seinen Lieblingsautor herausfinden möchte. Das Krimi Element gefiel mir in diese Roman sehr gut. 
Den Titel empfehle ich vor allem denjenigen unter euch, die gerne Krimis lesen, aber auf der anderen Seite auch einen literarischen Schreibstil suchen. 

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Dieses Hörbuch wurde mir als Rezensoinsexemplar kostenlos vom Argon Verlag zur Verfügung gestellt. 


Kommentare:

  1. Ich habe das Buch zufällig im Bücherschrank gesehen und eingepackt, weil mich der Klappentext fasziniert hat. Mit Hörbüchern kam ich bislang nicht gut zurecht (zu wenig Geduld vermutlich), aber auch die Hörbuch-Version hört sich nach deiner Beschreibung sehr gelungen an. Ich hab das Buch bislang noch nicht gelesen, es steht in der ersten Reihe meines SuB, aber jetzt freue ich mich richtig darauf.

    Viele Grüße
    Jana
    #litnetzwerk

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    1. Hi Jana,
      vielen Dank für Deinen Besuch und Deinen Kommentar. Ich bin sehr gespannt, wie Dir der Titel gefällt. Die Handlung hat mir sehr gut gefallen. Den Schreibstil fand ich hier und da anspruchsvoll.

      Ja, mit den Hörbüchern ist es so eine Sache. Gerade, wenn Leute viel und schnell lesen, fehlt häufig die Motivation zum Hörbuch. Es gibt auch verrückte Hörer*innen die Hörbücher in doppelter Geschwindigkeit hören. Ich glaube, das würde mein Gehirn überfordern.

      viele Grüße

      Emma

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Den Textbaustein habe ich von Pergamentfalter übernommen.