Montag, 28. September 2020

Mathilda oder irgendwer stirbt immer

Bild von JUMBO Verlag

Steckbrief 
Name: Mathilda oder irgendwer stirbt immer 
Autor*in: Dora Heldt 
Verlag: JUMBO Verlag (Label GoyaLit) 
Geeignet für: Menschen, die Cosy Crime oder Familiengeschichten mit einer Prise schwarzer Humor und Spannung mögen 
Gelesen oder gehört: gehört, unklar, ob gekürzt oder ungekürzt 
Sprecher*in: Katja Danowski 
Bewertung: 3,5 von 5 Punkten 

Bei meiner Lieblingsbuchhandlung bestellen. 

Klappentext 
(von JUMBO Verlag

"Mathilda liebt ihr Dorf Dettebüll in Nordfriesland, seine Einwohner und ihre Familie. Naja, bis auf Ilse, ihre Mutter, vielleicht. Ilse ist - im Gegensatz zu Mathilda - eine Ausgeburt an Boshaftigkeit und Niedertracht. Veränderungen sind Mathilda ein Gräuel, und so kämpft sie seit vierzig Jahren um Harmonie in der Familie. Doch dann gerät Mathilda und mit ihr ganz Dettebüll in einen Strudel von Ereignissen, die den Frieden in ihrem Dorf gründlich aus den Angeln heben. Aus heiterem Himmel interessieren sich plötzlich Fremde für die endlosen Wiesen von Dettebüll. Unruhe macht sich breit unter der Dorfbevölkerung. Und noch bevor Mathilda sich auf all das einen Reim machen kann, gibt es die erste Tote: Ilse kommt bei einem tragischen Unfall (unter Einwirkung von Tiefkühlkost) ums Leben. Und sie wird nicht die einzige Tote bleiben ..." 

Meine Meinung 
Dora Heldt ist eine dieser Autorinnen, die mir gefühlt immer wieder begegnen. Ich wusste, dass sie Krimis schreibt, hatte bisher aber noch keinen ihrer Titel gehört. Als mir Mathilda oder irgendwer stirbt immer im Rahmen der letzten Frankfurter Buchmesse vorgestellt wurde, wusste ich, dass jetzt die Zeit gekommen ist, um einen Krimi der Autorin zu hören. 
Vorweg: Ich glaubte, eine ungefähre Vorstellung davon zu haben, was mich erwartete. Allerdings hatte ich dennoch keine bestimmten Erwartungen an den Titel. 

Der Inhalt ist solide und erinnert mich an das Genre Cosy Crime: Hier gibt es zwar einen Mordfall oder eine*n Tote*n, aber der Kriminalfall ist eher Nebensache. Im Mittelpunkt stehen die Charaktere und deren Beziehung zueinander. Hier gibt es zwar Tote, aber dennoch wird nicht versucht, aufzuklären, was zu den Umständen des Todes führte. Manchmal fand ich das ziemlich irritierend, weil Charaktere sterben, die im Roman sehr präsent sind und es offenbar niemanden gibt, der sich fragt, was zum Tod der Charaktere führte. 
Stellenweise blitzte beim ein oder anderen Todesfall auch ein bisschen schwarzer Humor auf, der mich an Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand erinnerte. 

Bei Mathilda oder irgendwer stirbt immer ist mir erstmals aufgefallen, wie wichtig der Titel eines Hörbuchs ist. Der Nebensatz oder irgendwer stirbt immer passt wunderbar, weil es hier einige Tote gibt. Allerdings finde ich nicht, dass Mathilda im Mittelpunkt der Handlung steht. Wir erleben den Roman aus verschiedenen Perspektiven. Wir lernen Charaktere kennen, die durchs Leben stolpern und ihren Weg noch nicht gefunden haben. Andere müssen erkennen, dass sie belogen wurden. Mathilda aber hält alles zusammen und versucht nicht nur Ordnung in ihre Familie, sondern auch in das Geschehen im Dorf zu bringen. 

Der Spannungsbogen ist geradlinig. Es gibt keine verstrickten Handlungsstränge, die uns Hörer*innen miträtseln lassen. Vielmehr können wir erahnen, welche Auswirkungen die ein oder andere Entscheidung unserer Charaktere für die Handlung hat. Wir begleiten sie dann dabei, wie sie sich in dem angerichteten Chaos zurechtfinden müssen. Das ist stellenweise sehr unterhaltsam. 

Das Hörbuch wurde im Hause JUMBO Verlag produziert. Was mir an der Hörbuchgestaltung sehr gut gefällt ist, dass zu Beginn jeder neuen CD angesagt wird, welche CD es ist. Wer kennt es nicht? Das Hörbuch ist auf den PC übertragen aber in der Hörbuchhülle herrscht das pure Chaos? Dank der Ansage auf welcher CD wir uns befinden, kann man gut den Überblick behalten, ohne die Beschriftung lesen zu müssen. 
Was mich bei den Titeln des Verlages aber immer etwas verwirrt: Für mich ist oft nicht klar erkennbar, ob es sich um gekürzte oder ungekürzte Titel handelt. Aber das ist wirklich Jammern auf hohem Niveau und im Grunde ein echtes Luxusproblem. In diesem unabhängigen Hörbuchverlag warten definitiv viele spannende und sehr gut produzierte Titel auf euch. 

Das Hörbuch wird von Katja Danowski gelesen, der ich angehört habe, dass sie vermutlich gebürtig aus dem Norden kommt. Genau dieser sprachliche Flair passt wunderbar zu Mathilda oder irgendwer stirbt immer. Sie hat eine etwas tiefere Stimme, die mich ein bisschen an die Lesungen von Cornelia Funke erinnerte. 
Obwohl ich Katja Danowskis Stimmfarbe mochte, hatte ich bei ihrer Interpretation Mühe, die Nebencharaktere voneinander zu unterscheiden. Ich ertappte mich oft dabei, wie ich die Nebencharaktere miteinander verwechselte und nicht ganz verstand, in welcher Beziehung sie zu den Protagonist*innen standen. 

Dora Heldt schafft mit ihrem Schreibstil eine angenehme, gemütliche Atmosphäre, die mit einer Prise schwarzem Humor gewürzt ist, was sehr gut zur Handlung passt. Der schwarze Humor hat mich sogar etwas überrascht, weil ich nach den ersten zwanzig Minuten dachte, dass ich hier einen schönen, friedlichen Familienroman vor mir habe. 
Das Spannende an Dora Heldt Schreibstil fand ich, dass sie es schafft, die Handlung so zu erzählen, als würden sich unsere Charaktere schon ewig kennen. Mathilda oder irgendwer stirbt immer hätte für mich auch gut ein Teil einer Reihe sein können. Schön fand ich aber, dass ich dennoch nicht das Gefühl hatte, hier etwas verpasst zu haben. 

Gesamteindruck
Hier begegnet uns eine solide, teils spannende Familiengeschichte fürs Herz, die mir unterhaltsame Hörstunden beschert hat. Wer aber im Krimi Genre beheimatet ist und den Krimianteil an einem Hörbuch sucht, muss hier vergeblich warten. Dennoch hat mir die Handlung sehr gut gefallen. 

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Dieses Hörbuch wurde mir als Rezensionsexemplar kostenlos vom Verlag zur Verfügung gestellt. 

Montag, 21. September 2020

Cherish Dreams Rezension und Gewinnspiel

Foto von Skyara
Die Coverrechte 
bleiben beim Verlag. 
Eine Rezension von Skyara

Name: Cherish Dreams (Original: Love Hard)
Autor'in: Nailni Singh
Verlag: Lyx.digital in der Bastei Lübbe AG
Geeignet für: Young Adult
Gelesen oder gehört: Gelesen (eBook)
Bewertung: 5 von 5 Punkten
Erscheinungsdatum Erstausgabe: 28.08.2020
Aktuelle Ausgabe: E-Book 
ISBN: 978-3-7363-1250-0 (E-Book); 978-3-7363-1293-7 (Flexibler Einband)

Inhaltsangabe
Klappentext von Lyx

"Für sie wirft er alle Regeln über Bord ...

Jake Esera ist ein professioneller Rugbyspieler – und ein Single-Dad. Seit er vor sechs Jahren Vater einer Tochter wurde, besteht das Leben des 24-Jährigen nur aus Training, Wettkämpfen, Zöpfe flechten und Playdates. Ausschlafen, feiern oder gar sich verlieben stehen nicht auf dem Plan. Doch als er auf einer Hochzeit seine ehemalige Schulfreundin Juliet Nelisi widertrifft, ändert sich alles. Denn Jules ist verführerisch wie nie, und Jake merkt zum ersten Mal seit langer Zeit, dass er vielleicht doch bereit ist, seine strengen Regeln über Bord zu werfen und sein Herz zu riskieren …" 

Meine Meinung
Nachdem ich „Cherish Hope“ von Nalini Singh bei der Bloggerjury als Rezensionsexemplar erhalten hatte, wollte ich mich natürlich auch wieder für „Cherish Dreams“ bewerben. Obwohl ich mit meinem Neugeborenen Ge(h)fölgchen (meine Tochter) nicht besonders viel Zeit habe, erlaubte ich es mir dennoch mich hier zu bewerben, da ich dieses Buch so oder so gelesen hätte! 

Nun hatte ich wieder unverschämtes Glück und hatte am Tag vor der Ersterscheinung eine Mail in meinem Postfach, das ich eins der E-Books erhalten werde. Was mein Glück allerdings so „unverschämt“ machte: Ich bekam einige Tage darauf auch noch die Printausgabe zugesendet. Nach kurzem Nachfragen bei der Bloggerjury bekam ich schließlich die Erlaubnis das Exemplar zu behalten. Da ich allerdings aus praktischen Gründen nur noch digital lese, kommt dieses Glück euch zu gute und ihr könnt das Printexemplar gewinnen! (Mehr Infos folgen im nächsten Absatz). 

Wie nicht anders zu erwarten, sind wir immer noch in Neuseeland und dürfen als nächste Mitglieder des Esera-Bishop-Clans den heißen Dad Jake Esera und Juliet Nelisi kennen lernen. Sie treffen sich auf der Hochzeit von Charlotte Baird und seinem Bruder Gabriel Bishop wieder. Charlie und Gabe kennen wir bereits aus „Rock Kiss - Ich berausche mich an dir“. Dieses Buch wurde als „Cherish Kisses“ neu aufgelegt, da diese Story das Bindeglied von der Rock Kiss Reihe zu der Cherish Reihe darstellt! 

Aber wie es häufiger der Fall ist gilt hier: Gegensätze ziehen sich an! Jake, als alleinerziehender Vater der kleinen Esme sehr darauf bedacht ist seiner Tochter ein gutes und von Liebe erfülltes Leben zu ermöglichen. Er scheut, trotz seines enormen Bekanntheitsgrades als Rugby Spieler, die Medien. Auch die Wahl seiner „Freundinnen“ trifft er immer sehr bedacht. Er lässt sich nur auf Beziehungen ein, bei denen er sich sicher sein kann, dass diese keinen Medienrummel bedeuten. Außerdem ist es für ihn auch ein täglicher Kampf, mit seiner Fürsorge seine Tochter nicht zu erdrücken. 
Hier bekommt er wie nicht anders zu erwarten, die volle Unterstützung seiner Familie. Diese muss ihn so manches mal auf den Boden zurückholen, insbesondere nach dem Tod seiner Jugendliebe Calypso, relativ kurz nach Esmes Geburt. 

Juliet hingegen ist so ziemlich das Gegenteil, eine scharfzüngige, vor kurzem geschiedene, scheinbar taffe Frau, die sich jedoch nichts sehnlicher wünscht, als endlich einen Halt im Leben zu bekommen. Diesen hatte sie nach dem Tod ihrer Eltern, lediglich durch Calypso, da sie bei ihrer Tante großgezogen wurde, die sie eher stiefmütterlich behandelte. Doch leider wurde sie von ihr, aufgrund ihres schlechten Benehmens, zu den Großeltern nach Samoa geschickt. Diese behandelten sie mit noch größerer Strenge und Härte. Dadurch brach auch der Kontakt zu Calypso beinahe vollständig ab. Erst Jahre später begegnet sie Charlotte, während eines Backseminars und freundet sich mit ihr an. Da sie zum Brautjungferngefolge von Charlotte gehört, trifft sie nun wieder auf Jake, ohne dass dieser etwas davon ahnt. 
Doch das Wiedersehen wird mit so manch spitzem Kommentar, aber auch einer sehr großen körperlichen Anziehung verbunden, was wiederum enormen Spaß macht zu lesen! 

Diese Unterschiede und Juliets Vergangenheit zwischen Samoa und dem Wiedersehen mit Jake machen es den beiden allerdings schwer sich aufeinander einzulassen. Da ich euch damit kaum bis überhaupt nicht gespoilert habe, dies wenn ich weitermache aber eindeutig tue, beende ich hiermit die bisherige Zusammenfassung. 

Insgesamt bemerkt man, dass ich hell auf begeistert bin. Jake als fürsorglicher Vater der immer darauf bedacht ist seiner Tochter alles was ihr gut tut zu ermöglichen. Juliet, der man aufgrund ihres bisherigen Lebens einen Mann wie Jake wünscht und, die auch auf die Bedürfnisse von Esme voll eingeht. Das ist einfach eine tolle Story, wenn auch sicher schon mehrfach auf unterschiedliche Arten erzählt.

Nalinis Schreibstil ist locker, leicht und man fliegt nur so über die Seiten. Ich habe es oft während des Stillens gelesen, was es mir dann, unerwarteter Weise, doch ermöglichte die Geschichte besonders schnell zum Abschluss zu bringen.

Auch das Ende ist, typisch für Nalini Singh, mit dem Glück der beiden Protagonisten einhergehend, wodurch ich mich unglaublich freue, dass ich euch die Printausgabe deshalb bei uns auf Ge(h)Schichten verlosen darf.

Auch hier kann ich euch nur dazu auffordern dieses Buch zu lesen. Es ist, so wie alle Cherish-Bände, sehr gut einzeln zu lesen. Da diese Reihe allerdings süchtig macht, ist es nahezu unmöglich nur eines aus der Reihe zu lesen… Was das Hörbuch betrifft: Leider gibt es dieses momentan nur über Audible, ist aber durch die Sprecherin Emilia Wallace wieder wundervoll vertont worden!

Bild von Skyara
Gewinnspiel 
Hallo ihr Lieben.
wir haben heute etwas Besonderes für euch.

Wie bereits angekündigt, verlosen wir nun ein Rezensionsexemplar der Printausgabe von Cherish Dreams
Wir hoffen, dass euch Skyara mit ihrer Rezension neugierig auf den Titel machen konnte. 

Um in den Lostopf zu hüpfen müsst ihr Skyara nur eine kurze Frage beantworten: Wie heißt Jakes kleine Tochter mit Vornamen? 
Bitte achtet darauf das nur die Antwort im Betreff steht, erst dann hüpft ihr in den Lostopf! 
Wenn ihr uns die richtige Antwort bis zum 26.09.2020 zuschickt, seid ihr dabei! 

Hier nochmal die Teilnahmebedingungen im Überblick: 
  • Um am Gewinnspiel teilnehmen zu können, musst Du die folgende Frage richtig beantworten: Wie heißt Jakes kleine Tochter mit Vornamen?
  • Die Antwort schreibst Du in den Betreff der E-Mail
  • Die E-Mailadresse lautet: skyara@bgschuetze.de
  • Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
  • Der Einsendeschluss ist 26.09.2020
  • Unter allen gültigen Einsendungen werden die Gewinner*innen durch ein Losverfahren ermittelt.
  • Falls Du gewonnen hast, werde ich Dich per E-Mail benachrichtigen. Daher werde ich Deine E-Mailadresse in meinem Postfach speichern, solange das Gewinnspiel läuft. Wenn Du zu den Gewinner*innen gehörst, benötige ich Deine Adresse, um Dir den Gewinn zuzuschicken. Deine E-Mailadresse sowie Deine Anschrift werden selbstverständlich vertraulich behandelt und nach Versenden des Gewinnes wieder gelöscht.
  • Du musst mindestens 18 Jahre alt sein, um am Gewinnspiel teilnehmen zu können. 
  • Falls Du noch nicht volljährig bist, benötige ich eine Einverständniserklärung Deiner Eltern, oder sonstigen Erziehungsberechtigten.
  • Der Gewinn kann nicht in bar ausgezahlt, oder umgetauscht werden.
  • Mit der Teilnahme am Gewinnspiel stimmst Du den Teilnahmebedingungen zu.
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Dieses Buch wurde mir vom Verlag als Rezensionsexemplar kostenlos zur Verfügung gestellt. 

Freitag, 18. September 2020

Neues aus der Hörbuchwelt #2

Hallo Buchlinge, 

vor ein paar Wochen habe ich wieder die Verlagsvorschauen der Hörbuchverlage durchstöbert. Dabei bin ich auf spannende Titel aufmerksam geworden, die ich euch nun vorstellen möchte. 

Die Podcast Folge direkt bei YouTube hören. 



Erwähnte Hörbücher: 
Es war einmal ein blauer Planet - Hörprobe  
Das lügenhafte Leben der Erwachsenen - Hörprobe  
Das Mädchen, das ein Stück Welt rettete - Hörprobe  
Was macht der Mann da unterm Baum? - Hörprobe (ihr müsst sie leider auf der verlinkten Seite suchen. Ich kann sie nicht direkt verlinken).  
Winter der Hoffnung - Hörprobe (Hier verhält es sich genauso).  

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Und Du? 
Hast Du ebenfalls spannende Titel entdeckt, die im August oder im September erscheinen bzw. erschienen sind? 

Montag, 14. September 2020

Der große Gatsby

Der große Gatsby ist eines von zwei Büchern, die wir gemeinsam im Buchclub gelesen haben. Der erste Teil meiner Rezension wird spoilerfrei bleiben. Im zweiten Teil gehe ich auf die buchbezogenenen Fragen ein, die wir uns überlegt haben. Das heißt, es wäre gut, wenn ihr diesen Abschnitt nur lest, wenn ihr das Buch bereits kennt. 

Bild von Diogenes Verlag

Steckbrief
Name: Der große Gatsby 
Autor*in: F. Scott Fitzgerald 
Verlag: Diogenes Verlag 
Geeignet für: Menschen, die Hörbücher mit einem anspruchsvollen Schreibstil mögen, oder Romane mit einer tragischen Handlung mögen 
Gelesen oder gehört: gehört als ungekürztes Hörbuch 
Sprecher*in: Gert Heidenreich 
Bewertung: 4 von 5 Punkten 

Bei meiner Lieblingsbuchhandlung bestellen. 


Klappentext 

"New York 1922. Auf seinem Anwesen in Long Island gibt Jay Gatsby sagenhafte Feste. Er hofft, mit seinem neuerworbenen Reichtum, mit Swing und Champagner seine verlorene Liebe zurückzugewinnen. Zu spät merkt er, dass er sich von einer romantischen Illusion hat verführen lassen. Gatsby wurde zum Sinnbild des amerikanischen Traums und dessen Scheiterns, zum Inbegriff von Aufstieg und Fall. [...]"

Meine Meinung 
Der große Gatsby ist eines dieser Titel, die ich bisher vom Hören Sagen kannte. Deswegen habe ich mich tierisch gefreut, dass dieser Roman unsere neue Buchclub Lektüre wurde. Ich war gespannt, was mich erwartete. 

Ich rechnete eigentlich damit, dass der Inhalt aus der Perspektive des großen Gatsbys erzählt wird. Doch ich habe mich getäuscht. Wir lernen Nick kennen, der von seinem turbulenten Start in einer neuen Heimat erzählt und uns seinen beliebten Nachbar den großen Gatsby vorstellt. Gantsby ist ein geselliger Mann. Ständig steigt irgendeine Party in seinem großen Haus. Doch die wenigsten Gäste kennen den Gastgeber. An dieser Stelle habe ich mich kurz gefragt, ob Gatsby eine Art Gordot ist. Jeder weiß, dass es ihn gibt, aber niemand hat ihn wirklich gesehen. 
Gatsby tritt schließlich aus der Deckung. Denn er ist an einer Freundschaft zu Nick interessiert. Und nicht nur das: Er vertraut seinem Freund auch ein Geheimnis an. Ein Geheimnis, das schwere Folgen haben wird. 

Ich war fasziniert davon, wie F. Scott Fitzgerald die Entwicklung unserer Figuren herausgearbeitet hat. Nick lernen wir vor allem als Beobachter kennen. Er ist ein angenehmer Zeitgenosse, ist aber vor allem unauffällig und bemüht, sich keine Feinde zu machen. Der Gatsby wirkt gesellig, doch steckt hinter dieser Fassade etwas ganz anderes. 
Die Veränderungen der Charaktere werden leise erzählt. Genau dieses Stilmittel hat mir sehr gut gefallen. 

Auch der Aufbau des Spannungsbogens war interessant. Während ich zu Beginn den Eindruck hatte, dass es vor allem darum geht uns die 1920 Jahre näherzubringen, entwickelte sich diese lebendige, euphorische Stimmung Stück für Stück zu einem kleinen Thriller. Es war klar, dass bald noch etwas passierte. Die Frage war nur was bzw. wer daran beteiligt sein wird. 

Was die Hörbuchgestaltung betrifft, gab es für mich diesmal eine Premiere. Aber kommen wir erstmal zu den Fakten: Das Hörbuch wurde ungekürzt im Diogenes Verlag produziert. Ich habe bisher schon einige Titel aus dem Diogenes Verlag gelesen und bin froh, dass der Verlag auch Hörbücher produziert. Gehört habe ich den Titel aber über Audible. 
Die Premiere kommt folgendermaßen zustande: Wenn mir auf Buchmessen Hörbücher vorgestellt werden, ist eine meiner ersten Fragen, wer das Hörbuch liest. Gert Heidenreich ist ein Name, der mir schon sehr häufig begegnet ist. Bisher habe ich aber keinen Titel gehört, der ausschließlich von ihm gelesen wurde. Ich habe ihn vor allem in Anthologien erlebt und konnte ihn meist nicht zuordnen. Er gehört für mich aber zu der Stammbesetzung der Hörbuchsprecher. 
Gert Heidenreich hat eine tiefe, angenehme Stimmfarbe, die mir auf Anhieb gefallen hat. Ich war fasziniert davon, wie er es geschafft hat, den teils recht anspruchsvollen Schreibstil so zu interpretieren, dass ich nicht über Sätze gestolpert bin, oder manche Stellen nochmal hören musste. Er hat es geschafft, die leisen Töne des Hörbuches herauszuarbeiten, aber ohne, dass seine Interpretation an Dynamik verloren hätte. 

F. Scott Fitzgerald hat einen recht anspruchsvollen Schreibstil. Mir begegneten nicht nur einige Schachtelsätze, sondern ich musste auch darauf achten, den Inhalt zwischen den Zeilen zu erkennen und begreifen zu können. Was mir sehr gut gefallen hat war, wie er die 1920er Jahre und deren Oberflächlichkeit in Worte fassen konnte. 

Gesamteindruck
Als ich das Hörbuch beendet habe, war ich sehr unzufrieden mit dem Ende, weil es einfach ein tragisches Ende hat. Warum begründe ich im nächsten Abschnitt. Doch jetzt, nachdem ein paar Tage vergangen sind, fand ich den Titel ziemlich genial und kann sagen, dass es wirklich einer meiner Monatshighlights war. 

Zum Film 
Meine Kritik bezieht sich auf die Neuverfilmung aus dem Jahr 2013 mit Leonardo di Caprio in der Rolle des Gatsbys. Leider hat mir die Verfilmung überhaupt nicht gefallen. Der 20er Jahre Flair kam überhaupt nicht bei mir an, was zum einen viel mit der Filmmusik und den eingespielten Beats zu tun hatte, aber zum anderen auch mit der Geschwindigkeit des Filmes. Das Tempo war mir zu schnell. Dadurch gingen die leisen Töne und das was zwischen den Zeilen passiert verloren. 
Außerdem hat Gatsby zwei Wutausbrüche bekommen, die überhaupt nicht zu ihm als Charakter passen und ihn eher verfremden. 


Frau, die uns über 
ein Buch hinweg anschaut. 
Um sieh erum ein Kreis in dem 
Buchclub steht.  
steht. Fot: A. Mack 

Fragen aus dem Buchclub 
Hier gebe ich euch einen kleinen Einblick über die Fragen, die wir im Buchclub diskutieren werden. Ich lasse die Fragen weg, de ich bereits in meiner Rezension aufgegriffen habe. Ab hier wird gespoilert

In der ersten, für diesen Beitrag relevanten, Frage geht es um den Lieblingscharakter: Mein Lieblingscharakter ist eindeutig Nick. Er entwickelt sich von einem angepassten Menschen, zu jemandem, der zu seinen Freunden hält, auch wenn das gesellschaftliche Ausgrenzung mit sich bringt. Dass er den Gatsby nicht verrät, nur um seine gesellschaftliche Position zu sichern, hat mir sehr, sehr gut gefallen, weil das eine Treue ist, die man sich von jede*r*m Freund*in wünschen kann. 

Außerdem wollen wir wissen, wie euch das Ende gefallen hat. Das Ende hat mich wahnsinnig gemacht. Ich fand den Thriller Effekt natürlich spannend. Als die Gruppe in die Stadt aufgebrochen ist, wusste ich, dass jemand sterben wird. Ich war mir nur nicht sicher, ob Tom Daisy und den Gatsby umbringen wird, oder im schlimmsten Fall vielleicht alle drei sterben. 
Aber das Daisy dazu übergeht, den Gatsby zu verraten und Tom dann noch für dessen Tod sorgt, hat mich wirklich sehr wütend gemacht, weil es einfach zeigt, dass manche Leute buchstäblich über Leichen gehen, nur um ihre eigene Haut zu retten. 
Besonders schade fand ich auch, dass niemand (!) von den Leuten, die an Gatsbys Partys teilgenommen haben, für ihn da war, als es ihm schlecht ging. Das hat gezeigt, wie oberflächlich die gesellschaftliche Oberschicht ist und das man eben nur aneinander interessiert ist, wenn man sich Vorteile von einem Kontakt erhofft. Das fand ich schon sehr traurig. 

Außerdem interessiert uns, wie euch die Umsetzung des Themas unglückliche Liebe gefallen hat. Der Gatsby war aus meiner Sicht wirklich glaubhaft dargestellt. F. Scott Fitzgerald hat den Schmerz des Gatsbys gut herausgearbeitet, was bei mir dafür gesorgt hat, dass ich wirklich mitgelitten habe und mir gewünscht hätte, dass es irgendwelche sichtbaren Konsequenzen für Daisy und Tom gibt. 

Da wir gerade in den 2020er Jahren sind, liegt es natürlich nahe nach den Parallelen zwischen den 1820ern und den 2020ern zu fragen. Was die Gesellschaft betrifft, sehe ich schon starke Parallelen, wobei ich nicht weiß, ob meine Beobachtung wirklich an eine Zeit gebunden ist. Ich habe den Eindruck, dass viele Leute in meinem Alter gerne unterwegs sind, oder zum Teil auch Party machen, tanzen gehen, manchmal Alkohol trinken und das Leben eben genießen wollen. Grundsätzlich spricht auch nichts dagegen. Ich für meinen Teil merke aber, dass es mir zu oberflächlich ist. 
Bezogen auf den Roman zeigt es auch Folgendes: Viele von Gatsbys Gästen mochten die oberflächliche Beziehung zum Gastgeber, aber haben sich nicht wirklich für ihn als Menschen interessiert. Gerade das ist der Aspekt, den ich interessanter finde. Mich interessiert wer mein Gegenüber ist, was es denkt und was mein Gegenüber bewegt. 


Montag, 7. September 2020

Geblendet (Band 3)

Bei dieser Rezension handelt es sich um den dritten Band einer Reihe. Ich setze daher das Wissen aus den vorherigen Bänden voraus und werde die Infos nicht explizit als Spoiler kennzeichnen. 

Bild von 
RandomHouse Audio


Steckbrief 
Name: Geblendet (Band 3 der Jenny-Aaron Reihe) 
Autor*in: Andreas Pflüger 
Verlag: RandomHouse Audio 
Geeignet für: Pflüger-Fans, Menschen, die spannende Thriller mögen, oder Romane suchen, in denen es um Erblindung geht 
Gelesen oder gehört: gehört als ungekürztes Hörbuch 
Sprecher*in: Nina Kunzendorf 
Bewertung: 5 von 5 Punkten 

Bei meiner Lieblingsbuchhandlung bestellen. 

Klappentext 

"Die blinde Elitepolizistin Jenny Aaron setzt alle Hoffnungen in eine Therapie, die ihr das Augenlicht zurückgeben soll. Doch die Männer, die im letzten Winter für sie starben, lassen sie nicht los. Aaron weiß, was sie ihnen schuldet und muss sich die Frage stellen, was wichtiger ist: ihr Augenlicht vielleicht wiederzubekommen oder die Abteilung, jene Spezialeinheit, der sie ihr Leben verschrieben hat, vor ihrer größten Bedrohung zu beschützen? „Es ist niemals leicht” lautet der Kodex der Abteilung. Das gilt mehr als je zuvor. Aber ist die Abteilung wirklich das, wofür Aaron sie immer hielt?" 

Meine Meinung 
Neulich postete ich, dass es sich mit der Jenny-Aaron-Reihe für mich wie mit einer Sucht verhält. Ich werde in einen Strudel gezogen und kann das Hörbuch erst wieder von den Ohren nehmen, wenn ich den Roman beendet habe. So war es auch beim dritten und vermutlich auch letztem Band dieser Reihe. 

Der Inhalt verströmt schnell eine Finalstimmung und lässt erahnen, dass die Reihe dem Ende entgegengeht. Zu Beginn steht der Fall nicht im Vordergrund, den es diesmal zu lösen gibt. Stattdessen begleiten wir Jenny Aaron auf den Weg in die Therapie von der sie sich erhofft, wieder sehen zu können. 

Diesem Handlungsstrang begegnete ich mit Misstrauen. Wenn es eine Möglichkeit gäbe, dafür zu sorgen, dass Blinde wieder sehen können, wäre das sicher eine Methode, die schon längst in aller Munde wäre und von vielen Späterblindeten genutzt werden würde. Zumindest gehe ich davon aus. Da ich bisher noch nichts von einer Therapie dieser Art gehört habe, war ich mir nicht sicher, wie realistisch dieser Handlungsstrang wirklich ist. Das war mein erster Kritikpunkt an diesem Handlungsstrang. 
Im zweiten Kritikpunkt geht es um die Frage, wie man Blinde in der Literatur darstellt. Geht es darum, die Erblindung zu verdrängen, um wieder normal sein zu wollen? Oder setzt man sich mit dem Thema Erblindung auseinander und schafft es dafür zu sorgen, dass Charaktere die Erblindung verarbeiten können? 

Nach dem Ende des zweiten Bandes befürchtete ich, dass Andreas Pflüger auf das Mittel der Verdrängung setzte. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie froh ich war, als sich herausstellte, dass ich mich offenbar getäuscht habe. 
Andreas Pflüger arbeitet den Weg von Verdrängung der Erblindung zu Auseinandersetzung mit der Blindheit sehr gut und nachvollziehbar heraus. 

Als dann der zweite Handlungsstrang, nämlich unser Kriminalfall, ins Spiel kommt, beschränkt sich die Handlung nicht nur auf Jenny Aaron und Personen, die ihr nahestehen. Schnell stellt sich heraus, dass diesmal die ganze Abteilung, Aarons Zuhause, in Gefahr ist und somit im Mittelpunkt der Handlung steht. Zum einen muss der Bestand der Abteilung innenpolitisch verteidigt werden. Zum anderen bahnt sich eine andere Bedrohung für die Abteilung an. Diese Wendung brachte für mich auch ein Stück Finalstimmung mit sich, weil klar wird, dass nach dem Ende des Hörbuchs nicht mehr sein wird, wie zuvor. 

Andreas Pflüger hat in diesem Band auch eine Weiterentwicklung unserer Charaktere geschaffen. Damit meine ich nicht nur die Charaktere im Einzelnen, sondern auch in ihrer Beziehung zueinander. 

Im Mittelpunkt der Handlung steht zudem auch die zentrale Frage, was Jenny Aaron bisher im Leben beeinflusst hat und das war vor allem ihr Vater, ein angesehener Polizist. Aaron stellt nicht nur die Beziehung zu ihrem Vater in Frage, sondern muss für sich herausfinden, ob die Erziehung ihres Vaters dafür gesorgt hat, dass sie bisher glücklich war
Einerseits war die Auseinandersetzung mit ihrem Vater aufgrund der Handlung ein nachvollziehbarer Konflikt. Andererseits fand ich es auch etwas kritisch, dass Aarons Vater so schlecht wegkommt. Da er bereits tot ist, kann sich Aaron nicht mehr mit ihm auseinandersetzen. Spannender hätte ich den Konflikt gefunden, wenn eine Auseinandersetzung zwischen Vater und Tochter möglich gewesen wäre. 
Zudem gab es in der Psychologie lange Zeit die Theorie, dass Eltern aufgrund ihrer Erziehung allein für die Probleme der eigenen Kinder verantwortlich sind. Inzwischen ist diese Theorie aber überholt und man weiß, dass der Auslöser für eine Erkrankung immer mehrere Faktoren hat. Da hier viel Kritik an Aarons Vater geübt wird, erinnerte mich das an die inzwischen veraltete Theorie. Mir fehlte der Aspekt, dass niemand auf die Idee kommt, dass Aaron ihren Vater auch schon früher hätte in Frage stellen können. 

Die anderen beiden Protagonisten, nämlich Aarons Vorgesetzte und Ulf Pavlik, müssen sich ebenfalls mit wichtigen Fragen auseinandersetzen: Pavlik muss sich fragen, wie lange er die Arbeit in der Abteilung noch schafft und ob es nicht langsam besser wäre, sich zurückzuziehen. 
Die Vorgesetzte der beiden muss die Abteilung nicht nur innenpolitisch verteidigen, sondern sich auch immer wieder fragen, wem sie wirklich trauen darf. 

Während es in den vorherigen Bänden vor allem um einzelne Charaktere ging, stellt sich hier heraus, dass diesmal die Abteilung mit ihren Haupt- und Nebencharakteren im Mittelpunkt steht. Aus Mitarbeitern, die sich, um Distanz zu wahren, nur beim Nachnamen nennen, werden plötzlich Verbündete und es wird deutlich, dass jede*r von ihnen eine Geschichte hat und nicht einfach so ersetzt werden kann. 

Was die Hörbuchgestaltung betrifft, überzeugt RandomHouse Audio wieder auf ganzer Linie. Das sage ich jetzt nicht nur, weil ich diesen Titel als Rezensionsexemplar bekommen habe. 
Das Hörbuchcover ist schlicht, aber wieder mit Punktschrift, gestaltet. Der Titel nimmt den ganzen Raum des Covers ein. 
Geblendet wurde als ungekürzter Titel produziert und ich bin auch diesmal froh, dass von Kürzungen abgesehen wurde, da es fraglich wäre, ob das Wesentliche der Handlung erhalten geblieben wäre, wenn man Teile davon gekürzt hätte. 
Gelesen wurde das Hörbuch, wie auch die vorherigen Bände, von Nina Kunzendorf, die es schafft, jeden Band auf eine andere Weise zu interpretieren, aber dennoch für den Wiedererkennungswert zu sorgen. Sie hat es nicht nur geschafft, die weichen und auch harten Seiten der Handlung stimmlich hervorzuheben. Sie hat es außerdem geschafft, die Veränderungen unserer Charaktere, insbesondere Jenny Aaron, allein durch ihre Interpretation und die Betonung, herauszuarbeiten und hörbar zu machen. 

Was mir diesmal richtig gut gefallen hat war, dass auch das Nachwort von Andreas Pflüger eingesprochen wurde. Ich höre Nachworte oder Danksagungen sehr gerne, weil mich zum einen interessiert, wem Autor*innen danken bzw. wer alles zur Veröffentlichung des Titels beigetragen hat. Zum anderen finde ich es aber auch spannend zu hören, was Autor*innen über die wesentlichen Aspekte ihres Werkes denken. So geht Andreas Pflüger in 1-2 Sätzen auch nochmal auf die von ihm beschriebene Therapie ein, was ich sehr wichtig und auch notwendig fand. 

In diesem Band hatte ich auch den Eindruck eine Veränderung in Andreas Pflügers Schreibstil wahrzunehmen. Er schafft es nicht nur die lauten, sondern vor allem die leisen Töne von Geblendet in Worte zu fassen. Gerade die Veränderung, die zwischen den Mitarbeiter*innen der Abteilung vor sich geht, passiert beinahe unmerklich und ich stelle es mir unglaublich schwierig vor, diese Veränderung in einem Roman herauszuarbeiten. 
Was ich außerdem faszinierend fand war, wie Andreas Pflüger den Spannungsbogen aufgebaut hat. Diesmal hat er es geschafft, die Handlung größer zu erzählen, was mich an einigen Stellen fast wahnsinnig gemacht hätte, weil ich kaum glauben konnte, was gerade wirklich passiert. 

Gesamteindruck
Während mir der zweite Band dieser Reihe nicht ganz so gut gefallen hatte, konnte mich der dritte Band wieder völlig überzeugen. Ich mag unsere Charaktere und die Handlung. Was mir besonders gut gefällt ist, dass ein Großteil der Handlung zwar abgeschlossen scheint, aber hier und da ein paar Hintertüren offengelassen werden, die mich hoffen lassen, dass es vielleicht noch einen Band dieser Reihe geben wird. 

Ich kann diese Reihe allen empfehlen, die nicht nur einen actionreichen und spannungsgeladenen Thriller suchen, sondern auch an einer Reihe interessiert sind, in der es viele Zwischentöne gibt, die sich vor allem im Verborgenen abspielen. 

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Weitere Bände: 
Endgültig (Band 1) 
Niemals (Band 2) 

Mittwoch, 2. September 2020

Zurückge(h)blickt August 2020

Blühender Baum, ein Sonnenschirm
und ein Liegestuhl. 
Foto: A. Mack 
Buchlinge, ich weiß nicht, wie es euch ging, aber mein August verging, wie im Flug. 
Kurz habe ich befürchtet, euch gar keine beendeten Hörbücher vorstellen zu können. Gegen Ende des Monats kamen dann aber ein paar Titel zusammen. 
Außerdem gibt es auch hinter den Kulissen eine kleine Veränderung, von der ich euch nochmal etwas ausführlicher erzählen möchte. 


Beendet - Die Statistik 
Gelesene / gehörte Zeit: 1 Tag 15 h 19 min 
Gelesene Seiten: 0 Seiten 
Beendete Hörbücher: 5 Hörbücher 
Ich lese / höre gerade: 
Alice im Wunderland von Lewis Caroll (Hörbuch) 
0711ove stories: Episode 2 von Adriana Popescu (eBook) 

Neuzugänge 
Aus schwarzem Wasser von Anne Freytag 
Das Skript von Arno Strobel 
*Sieben Richtige von Volker Jarck 

Anhand meiner Statistik könnt ihr erkennen, dass ich viele kürzere Hörbücher beendet habe. Ich hoffe sehr, dass ich im September auch ein bisschen zum Lesen komme. Ich habe mir nämlich vorgenommen, das neue Jugendbuch von Adriana Popescu erst zu kaufen, wenn ich mit der zweiten und der dritten Folge ihrer 0711ove stories Reihe durch bin. 

Beendet - Die Hörbücher 
Normalerweise verlinke ich hier die Rezensionen, die bereits erschienen sind. Allerdings müsst ihr euch diesmal noch etwas gedulden, was die Rezensionen betreffen. 

Bild von Diogenes Verlag

Der große Gatsby von F. Scott Fitzgerald 
Ein Klassiker, den viele von euch wahrscheinlich vom Namen her kennen. Wir lernen Nick kennen, dessen Nachbar der große Gatsby ist. Gatsby scheint gesellschaftlich gut integriert. Viele Leute gehen bei ihm ein und aus. Aber ob ihn das glücklich macht? 
Ein sehr spannender, aber auch sprachlich anspruchsvoller Titel. Interessant fand ich hier vor allem, dass wir die Handlung nicht aus der Perspektive des Gatsbys erleben, sondern erfahren, wie Nick als Außenstehender die Situation einschätzt. Ich bin mir noch nicht sicher, wie ich meine Gedanken zum Titel in Worte fassen soll. Deswegen fällt dieser Abschnitt etwas spärlich aus. Da es sich hier um einen unserer Buchclub-Titel handelt, werden wir Mitte September in unserer Gruppe darüber diskutieren, worauf ich mich sehr freue. Das Hörbuch wurde übrigens als ungekürzter Titel im Diogenes Verlag produziert und von Gert Heidenreich gelesen. Seine Stimmfarbe und seine Art der Interpretation haben mir hier sehr gut gefallen. 

Bild von Luebbe Audio

Noah von Sebastian Fitzek 
Noah kann sich nicht an seinen Namen erinnern. Er wurde schwerverletzt von Oscar gefunden, der ihn gesund gepflegt hat. Als Noah eines Tages ein Bild in einer Zeitung entdeckt, wird er in eine ziemlich schräge Geschichte hineingezogen. 
Ich habe das Hörbuch vor einigen Jahren gehört und fand die Handlung mehr als schräg. Nun haben wir uns im Buchclub dazu entschieden, den Titel gemeinsam zu lesen. Ich bin wirklich überrascht, wie gut Noah in dieses Jahr passt und ich war auch ziemlich fasziniert davon, wie gut Sebastian Fitzek das Szenario einer Pandemie durchdacht hat. Beim zweiten Mal hören hat mir der Titel deutlich besser gefallen, weil ich die Handlung besser nachvollziehen konnte und nicht mehr an den Haaren herbeigezogen fand. Ich vermute stark, dass es an der ungekürzten Version liegt, die allerdings nur über Audible bezogen werden kann. Mit dabei ist, wie immer, Simon Jäger, dessen Interpretation mir sehr gut gefallen hat. 

Adler und Engel von Juli Zeh 
Eine sehr wirre Handlung, wenn ihr mich fragt: Die Handlung beginnt mit einem Mann, der offenbar neben sich steht. Er trauert um seine Freundin, hat aber Besuch von einer Redakteurin, die ihm Fragen stellt, die er nicht beantworten will. So kommt das eine zum anderen und wir finden uns schließlich in einem waschechten Thriller wieder. 
Mir war stellenweise nicht klar, was hier Realität und welche Szenen einfach der Fantasie unseres Protagonisten entsprungen sind. 
Einerseits faszinierte mich die Handlung. Andererseits war sie mir auch zu chaotisch. Das Ende ist sehr offen gehalten, was mich etwas störte, weil sich der Roman für mich irgendwie unvollständig anfühlt. Das Hörbuch wurde als gekürzte Fassung von RandomHouse Audio produziert. Gelesen wird der Roman von Anna Thalbach, die mir als Sprecherin richtig gut gefallen hat, weil sie es schafft, diese schräge Stimmung in Worte zu fassen. 

Bild von 
RandomHouse Audio

*Geblendet von Andreas Pflüger 
Jenny Aaron kann ihre Erblindung nicht länger verdrängen und muss sich fragen, wie sie langfristig mit ihrer Blindheit umgehen möchte. Außerdem steckt die Abteilung in der Krise. Es kommt also hart auf hart. 
Diese Reihe ist für mich wie eine Sucht. Ich werde in einen Strudel hineingezogen und habe erst Ruhe, wenn ich den Band beendet habe. Die Handlung hat mir sehr gut gefallen, weil sie sich nicht in die von mir befürchtete Richtung entwickelt hat, was sehr viel wert war. Kleinere Handlungsstränge fand ich nach wie vor diskussionswürdig, aber das Wesentliche wurde gut herausgearbeitet. Etwas traurig wurde es dann gegen Ende, weil ich ahne, dass die Rehe zumindest für Aaron an dieser Stelle endet Allerdings hat der Band ein recht offenes Ende, sodass ich auf einen weiteren Band hoffe. 
Das Hörbuch wurde von RandomHouse Audio Verlag zum Glück als ungekürzter Titel produziert und von Nina Kunzendorf gelesen. Das Spannende an ihrer Interpretation ist, dass sie es schafft, jeden Band ein bisschen anders zu lesen, aber dennoch den Wiedererkennungswert beizubehalten. 

Bild von JUMBO Verlag
*Mathilda oder irgendwer stirbt immer von Dora Heldt 
Ein kurzweiliges Familienabenteuer mit kleinen Spannungselementen und einer Prise schwarzer Humor. Mathilda taucht zwar im Titel des Romanes auf, ist aus meiner Sicht aber nicht alleinige Protagonistin. Wir lernen ihre Familie kennen, die von einer brenzligen Situation in die nächste gerät, sodass sich die Frage stellt, wie es wieder Ordnung im Leben der Charaktere gibt. 
Produziert wurde das Hörbuch von JUMBO Verlag im Label GoyaLit. Unklar ist, ob es sich um einen gekürzten oder ungekürzten Titel handelt. Das Hörbuch hat eine Laufzeit von ca. 5 Stunden und lässt sich daher gut zwischendurch hören. Katja Danowki liest Mathildas Abenteuer. Sie hat eine angenehme Stimmfarbe, die darauf hindeuten lässt, dass sie aus dem Norden kommt. Da die Handlung in der Nähe von Hamburg spielt, passte das natürlich umso besser. Mir persönlich hat sie die Charaktere aber etwas zu schlicht interpretiert und ich ertappte mich dabei, dass ich Mühe hatte, Nebencharaktere auseinanderzuhalten. Aber das ist Jammern auf hohem Niveau. 

Gefunden im Netz 
Zu Beginn des neuen Monats plane ich den Monatsrückblick immer als Entwurf vor, um während eines Monats Links für diese Rubrik sammeln zu können. Leider hatte ich im August nicht so viel Zeit zum stöbern. Ich habe deswegen kurz überlegt, die Rubrik einfach auszulassen, finde das Interview mit Stefan Kaminski aber definitiv unterhaltsam. 

Stefan Kaminski im Interview
Der Argon Verlag hat einen tollen Podcast nämlich Hingehört. Hier werden regelmäßig Hörbuchsprecher*innen interviewt. Das Tolle ist: Die Fragen sind sehr interessant und es gibt lustige Antworten. Wie beispielsweise in der Folge mit Stefan Kaminski

Gefreut 
Buchlinge auch im August gab es wieder viele Dinge, die mich gefreut haben. Angefangen bei meinem Start ins Berufsleben bis hin zu den guten Nachrichten bezüglich der Marketingpläne für mein weihnachtliches Kinderbuch Rentierfieber

Aber der Reihe nach: Ich arbeite jetzt seit einem Monat und hänge momentan noch zwischen halb funktionierender Technik und inhaltlicher Einarbeitung. Grundsätzlich lief mein Start aber sehr gut, was mich ziemlich gefreut hat. 
Im August habe ich viele Blogger*innen bezüglich des Marketings für Rentierfieber angeschrieben und ich muss sagen ich habe wirklich ungeheures Glück: Zum einen haben mir ein paar Bloggerinnen zugesagt, auf die ich auch gehofft habe. Zum anderen ist auch eine Bloggerin mit dabei, die momentan eigentlich gar keine Rezensionsexemplare annimmt. Mit viel Glück sind auch Kandidat*innen dabei, die recht viele Follower*innen haben, was mich tierisch freut, aber auch überrascht, weil ich damit gerechnet habe, das sich Blogger*innen mit dieser Follower*innenanzahl vor Kooperationsanfragen kaum retten können und ich da eher in der unteren Liga spiele, was die Win-Win-Situation betrifft. 

Mit viel Glück steht Mitte bzw. Ende September der Marketingplan und ich kann auch endlich den lang ersehnten Blogpost zum Buch und den Aktionen veröffentlichen. 

Hinter den Kulissen 
Anfang August habe ich eine weitreichende Entscheidung getroffen: Ich stelle meinen Podcast Ende des Jahres ein. Mir macht das Projekt nach wie vor Spaß. Dennoch gibt es drei Gründe, die dafür sorgen, dass für mich vorerst Schluss ist. 
Einerseits ist mir diese Entscheidung schwer gefallen, gerade, weil mir die Aufnahmen nach wie vor Spaß machen. Andererseits bin ich auch etwas erleichtert, neben der Arbeit nicht noch zwei Podcast Folgen im Monat produzieren zu müssen. Bis Ende des Jahres sind ein paar Folgen vorbereitet. Ob ich die monatlichen Hörmonate dennoch aufnehmen werde, mache ich Zeit- und Lust abhängig. 

In nächster Zeit werde ich auch meinen Uploadplan etwas anpassen müssen. Was die Rezensionen am Montag betrifft, ist erstmal bis in den Oktober vorgesorgt. Das heißt, einmal die Woche wird in nächster Zeit immer ein Beitrag online gehen. 
Allerdings ist es mir auch wichtig, nach wie vor auch andere Beiträge auf dem Blog zu veröffentlichen. Ich hoffe, dass ich hier bald wieder in eine Routine kommen werde. 

Was gab's zu erzählen? 
Wie immer wird es Zeit euch die Beiträge zu zeigen, die im August online gegangen sind. 

Rezensionen 
*Night of Crowns (rezensiert von Skyara) 

Ge(h)plaudert: Mein Podcast Format 
Hörmonat Juli 2020 

Freiburger Bücherstammtisch 

Und Du? 
Wie war Dein August? 
Welche Bücher oder Hörbücher hast Du gelesen bzw. gehört? 
Kennst Du welche der vorgestellten Titel? 

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Die mit * markierten Titel wurden mir von den jeweiligen Verlagen kostenlos als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. 

Montag, 24. August 2020

Night of Crowns

Bild von JUMBO Verlag

Eine Rezension von Skyara

Name: Night of Crowns
Autor*in: Stella Tack
Verlag: Goya Libre
Geeignet für: Jugendliche und Young Adult
Gelesen oder gehört: gehört
Sprecher*in: Madiha Kelling Bergner
Bewertung: 3 von 5 Punkten
Erscheinungsdatum Erstausgabe: 21.02.2020
ISBN: 978-3-8337-4148-7

Inhaltsangabe
Klappentext von JUMBO Verlag

"Die siebzehnjährige Alice muss einige Kurse in den Sommerferien nachholen. Ausgerechnet am exklusiven Chesterfield-Internat, das von den Kindern reicher, alteingesessener Familien besucht wird. Sofort knistert es zwischen ihr und dem mysteriösen Vincent gewaltig. Doch bevor Alice auch nur ihren ersten Kurs besucht, findet sie sich inmitten eines düsteren Spiels voller Geheimnisse und Jahrhunderte alter Fehden wieder. Denn Chesterfield und das rivalisierende Internat St. Burrington sind dazu verflucht, in einem Schachspiel gegeneinander anzutreten - und die Schüler selbst sind die Figuren. Alice muss sich entscheiden, für welche Seite sie spielt. Denn zwischen Weiß und Schwarz liegt mehr als nur ein Spielfeld ...

Die gleichnamige Buchausgabe erscheint im Ravensburger Verlag." 

Meine Meinung
Ich habe dieses Hörbuch als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt bekommen. Leider fand ich diese Story von Stella Tack nicht ganz so gut, wie Kiss me once
Die Protagonistin ist anfangs natürlich etwas verwirrt und hat auch so manche Zusammenhänge verständlicherweise nicht direkt erkannt. Allerdings zieht sich das über das gesamte Hörbuch, was mich dann doch teilweise etwas nervte. 
Die Tatsache, dass das Ende auch noch mit einem recht fiesen Cliffhanger ausgestattet wurde, um auf Band 2 scharf zu machen, bringt mich leider dazu das ich hier tatsächlich nur die 3 Sterne/Punkte vergeben kann. 

Der erste Stern ist für die Gestaltung des Covers. Denn dieses ist wirklich passend. Wir sehen hier mittig eine junge, blonde Frau in einem „Ballkleid“ einerseits weiß, andererseits auch schwarz. Diese steht auf einem großen Schachbrett mit den typischen Schachfiguren bei Spielstart. Da es hier im Hörbuch darum geht, das sich Alice dafür entscheiden soll auf welcher Seite, also der weißen oder der schwarzen, sie spielen möchte, ist dieses Cover einfach genau richtig und auch ansprechend gestaltet.

Der zweite Stern ist für die Sprecherin Madiha Kelling Bergner. Sie schafft es sehr gut, die Stimmungen der einzelnen Figuren, welche immer aus Sicht von Alice geschildert werden, gut darzustellen und ihre Leseweise ist sehr ansprechend. Ihre Stimme ist jugendlich und angenehm. Sie passt perfekt zu Alice. 

Der dritte Stern ist für die Erhaltung der Spannung. Denn auch wenn ich die Story nicht besonders gut fand, von den Handlungen der Protagonistin, so hat es Stella Tack doch geschafft, eine gute Grundspannung über das gesamte Hörbuch zu halten. Und es gab auch ein paar wirklich gute Nebenfiguren, die der Geschichte guttaten. Doch die gesamte Story hatte einfach einige Längen und war für mich einfach nicht spannend genug, um hier mehr Sterne/Punkte dafür vergeben zu wollen.

Ich kann das Hörbuch zwar dennoch empfehlen, allerdings würde ich es eher Jugendlichen vorschlagen. Erwachsenen oder Young Adults könnte es genauso ergehen wie mir, auch wenn das natürlich Geschmacksache ist!

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Dieses Hörbuch wurde mir als Rezensionsexemplar kostenlos vom Verlag zur Verfügung gestellt. 

Freitag, 21. August 2020

Ge(h)plaudert: Ich höre auf!

Hallo Buchlinge, 
Ende Juli habe ich beschlossen, meinen Podcast zum Ende des Jahres einzustellen. Die Aufnahmen machen mir zwar nach vie vor sehr viel Spaß. Dennoch gibt es drei Gründe, die dafür sorgen, dass ich den Podcast vorerst nicht mehr weiterverfolgen werde. 
In der heutigen Podcast Folge erzähle ich euch zum einen, welche Gründe das sind und erwähne zum anderen wie es bis Ende des Jahres weitergehen wird. 


Und Du? 
Hast Du ebenfalls Projekte verfolgt, die Du aus ähnlichen Gründen eingestellt hast? 

Montag, 17. August 2020

Reckless - Das goldene Garn (Band 3)

Hierbei handelt es sich um meine Rezension zum dritten Band der Reckless-Reihe. Ich werde auf inhaltliche Spoiler verzichten, aber Wissen aus den vorherigen Bänden voraussetzen. 

Bild von Oetinger Audio

Steckbrief 
Name: Reckless - Das goldene Garn 
Autor*in: Cornelia Funke 
Verlag: Oetinger Audio 
Geeignet für: Fans von Cornelia Funke, Leute, die gerne düstere Fantasyromane hören, 
Gelesen oder gehört: gehört als ungekürztes Hörbuch 
Sprecher*in: Rainer Strecker 
Bewertung: 3,5 von 5 Punkten 

Bei meiner Lieblingsbuchhandlung bestellen. 

Klappentext 

"Will kehrt zurück in die Spiegelwelt. Er sinnt auf Rache an der Dunklen Fee. Doch Jacob weiß, wer wirklich hinter all dem Bösen steckt und will seinen Bruder warnen. Nur wohin will die Fee? Immer wieder verlieren Jacob und Fuchs ihre Spur, während Will wie durch ein magisches Band mit ihr verbunden zu sein scheint. Während die Reisenden durch die Weiten der russischen Wälder streifen, dabei Kosaken, Feuervögeln und Wölflingen begegnen, sucht die Dunkle nach dem goldenen Garn der Liebe, um es zu zerschneiden." 

Meine Meinung 
Nachdem wir im Buchclub den ersten Band der Reckless-Reihe gemeinsam gelesen haben, wollte ich natürlich wissen, wie es mit Jacob, Fuchs und Will weitergeht. Die Handlung im zweiten Band enthielt zwar nicht ganz so viele offene Fragen, machte mich aber dennoch auf das dritte Abenteuer neugierig. 

Kleinlaut muss ich gestehen, dass mir der Inhalt diesmal sehr chaotisch vorkam. Jacob ist mal wieder einen gefährlichen Handel eingegangen und versucht den Folgen des Handels zu entkommen. Allerdings wendet sich die Handlung dann - zumindest für mich - etwas plötzlich. Es stehen neue Themen und damit verbundene Ziele im Vordergrund. 

Einerseits verwirrte mich diese plötzliche Veränderung in der Handlung. Andererseits kamen durch die Veränderung Inhalte aus dem ersten Band wieder auf und ich ahnte, dass diese Themen endlich zu einem Abschluss kommen würden. Das machte mich dann wieder neugierig darauf, wie die Handlung weiter verläuft. 

An dieser Stelle muss ich euch aber vorwarnen: Der dritte Band hat ein sehr offenes Ende, das die Spannung auf den vierten und vielleicht auch letzten Band der Reckless-Reihe deutlich ansteigen lässt. Ich bin froh, dass ich die Reihe erst jetzt gehört habe und somit nicht mehr so lange auf den vierten Band warten muss. Es hätte mich vermutlich unglaublich frustriert, nicht zu wissen, ob oder wann ein vierter Band erscheinen wird. 

Was die Charaktere betrifft, muss ich sagen, dass ich mit Protagonist Jacob nicht viel anfangen kann. Er ist ein Einzelkämpfer. Aufgrund seiner familiären Situation kann ich das zwar gut nachvollziehen. Dennoch muss ich gestehen, dass mich Jacob nicht sonderlich interessiert und ich auch keine Charakterentwicklung innerhalb der drei Bände erkennen kann. 

Die Reihe wird aber zum Glück nicht ausschließlich aus seiner Perspektive erzählt. Wir erleben immer wieder Kapitel aus der Sicht von Fuchs, Jacobs treuer Gefährtin, die ich um einiges spannender finde. Fuchs muss sich nämlich in diesem Band fragen, wer sie wirklich sein will. Eine Frage, die alles andere als einfach zu beantworten ist. 

Cornelia Funke hat hier einen wunderbaren französischen Nebencharakter in die Geschichte eingebracht, den ich wirklich ins Herz geschlossen habe und über den ich gerne mehr gehört hätte. Ich habe die leise Hoffnung, dass er vielleicht im vierten Band nochmal auftauchen wird. 

Der Spannungsbogen konnte mich aufgrund der teils wirren Handlung nicht ganz erreichen. Manchmal gab es Stellen, die mich vollkommen in ihren Bann zogen und bei denen ich mich dann fragte, wie die Handlung wohl weitergeht. Dann gab es aber wieder diese Momente, in denen ich das Gefühl hatte, nicht Teil der Geschichte zu sein. So als würden sich zwei Menschen vor mir über ein Thema unterhalten, sich aber so ausdrücken, dass ich keine Möglichkeit habe, am Gespräch teilnehmen zu können. Dann lehnte ich mich meist zurück und hoffte einfach, dass sich diese vielen Andeutungen spätestens im vierten Band klären. 

Die Hörbuchgestaltung hingegen hat mir wieder richtig gut gefallen. Das Hörbuch wurde ungekürzt von Oetinger Audio produziert. Wie auch bei den vorherigen Bänden wurden die einzelnen Kapitel wieder durch Melodien voneinander getrennt. Diesmal wirkten die Melodien auf mich etwas düsterer, was aber kein Nachteil sein soll. Außerdem waren die einzelnen Kapitel diesmal etwas länger und verteilten sich auch auf zwei Tracks. 
Rainer Strecker bleibt der Reckless-Reihe treu. Ich habe mich besonders über seine Interpretation des französischen Nebencharakters gefreut. Er hat dessen weiche Seite toll herausgearbeitet und dafür gesorgt, dass ich ihn wirklich gerne kennengelernt hätte. Außerdem mag ich es, wie er einen Antagonisten interpretiert, der Mühe hat, ein Antagonist zu sein. 

Cornelia Funke hat einen wunderbaren Schreibstil. Mich beeindrucken ihre sprachlichen Bilder jedes Mal aufs Neue. Außerdem hat sie hier spannende Konflikte herausgearbeitet bzw. so eingeleitet, dass wir gespannt sein dürfen, wie sie im vierten Band aufgelöst werden. Etwas genervt war ich von den vielen Andeutungen, weil ich das Gefühl hatte, diese nicht verstehen zu können. 

Gesamteindruck 
Eigentlich hatte ich gehofft, dass es sich bei der Reckless-Reihe um eine Trilogie handelt und der vierte Band mehr spontan entstanden ist. Im Grunde so, wie der vierte Band der Tintenwelt-Reihe. Ich hatte nämlich schon geliebäugelt, die Reckless-Reihe mit diesem Band abschließen zu können. Nun bin ich aber neugierig und freue mich schon, wenn der vierte Band der Reihe erscheint. 

Allerdings muss ich auch an dieser Stelle sagen, dass vor allem Fantasy Freund*innen Gefallen an dieser Reihe finden werden. Außerdem ist zu empfehlen, bei dieser Reihe mit dem ersten Band anzufangen. 

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Weitere Bände 
Reckless - Steinernes Fleisch (Band 1
Reckless - Lebendige Schatten (Band 2

Freitag, 14. August 2020

Lange vs. kurze Bücher und Monologe in Büchern

Bild von A. Mack

Hallo Buchlinge, 

inzwischen haben wir in unseren Onlinetreffen beim Bücherstammtisch langsam aber sicher eine Routine erarbeitet. Allerdings haben sich mittlerweile schon einige Treffen angesammelt, von denen ich noch nicht erzählt habe. Das werde ich nun nach und nach ändern. 
Im Mai haben wir uns erneut bei Facebook getroffen und über lange vs. kurze Bücher und Monologe in Büchern geschrieben. 

Lange vs. kurze Bücher 
Erst einmal stellt sich die Frage wie kurze oder lange Bücher definiert werden und ob sich das auch auf Hörbücher übertragen lässt. Interessant fand ich hier, dass zwei Bücherstammtisch Mitgliederinnen sofort eine Art Übersicht parat hatten: 
  • Kurz: bis 200-300 Seiten
  • Machbare Länge: 400-450 Seiten 
  • Lang: bis 600 Seiten.
  • Sehr lang: ab 600-800 Seiten. 
Ich war völlig beeindruckt, dass beide Bücherstammtisch Mitgliederinnen konkret anhand der Seitenzahl festmachen konnten, was für sie lange bzw. kurze Bücher sind. Das inspirierte mich dann, das Ganze auf das Hörbuch zu übertragen: 
  • Kurz: 4-10 Stunden.
  • Mittel: 10-16 Stunden.
  • Lang: 16-20 Stunden.
  • Sehr lang: ab 20 Stunden
Dann wollte ich von unserer Gruppe wissen, ob eher zu kurzen oder langen Titeln gegriffen wird bzw. ob es auch Titel gibt, die so interessant klangen, dass die Länge keine Rolle spielte. Hier stellte sich heraus, dass die Länge auch von dem jeweiligen Genre abhängen kann, dass die Mitglieder*innen gerne lesen. Ein Bücherstammtisch Mitglied meinte, dass sie eher längere Titel liest, weil Fantasy Titel grundsätzlich länger sind. 

Früher habe ich mir nicht so viele Gedanken um kurze oder lange Bücher gemacht, sondern meist zu den Titeln gegriffen, die mich eben interessierten, egal, wie viele Seiten vor mir lagen. Bei besonders langen Titeln, wie beispielsweise der Jahrhundert-Saga von Ken Follett, einer Reihe, die über 2.000 Seiten hat, waren die ersten 100-200 Seiten eine kleine Hürde. 

Bei Hörbüchern achte ich ebenfalls nicht auf die Spieldauer, sondern mache eine Entscheidung für oder gegen einen Titel hauptsächlich von den Interpret*innen und dem Inhalt abhängig. Häufig bin ich im Nachhinein dann überrascht, wie lange oder kurz die Laufzeit eines bestimmten Titels ist. So war ich beispielsweise erstaunt, dass es Lea-Lina Oppermann in Was wir dachten, was wir taten schafft, eine spannende Geschichte in so kurzer Zeit zu erzählen. Bei Shantaram hingegen googelte ich irgendwann die Laufzeit des Hörbuches, weil es mir zu lang wurde. 
Beim letzten Band der Shadowmarch-Reihe hingegen, konnte ich das Hörbuch kaum von den Ohren nehmen und war erstaunt, dass ich einen Titel mit einer Laufzeit von ca. 30 Stunden innerhalb eines Monats beendet habe. 

Zum Schluss wollte ich von unserer Gruppe wissen, ob es Titel gibt, die ihnen zu lang, oder zu kurz sind. Ein Bücherstammtisch Mitglied formulierte treffend: 
Naja, wenn sie langweilig sind, sind mir eben alle Bücher zu lang.
In diesem Sinne wechseln wir mal schnell zum nächsten Thema. 

Monologe in Büchern 
Hier stellte sich ebenfalls die Frage, wie Monolog definiert wird. Handelt es sich hierbei ausschließlich um einen Monolog, der während eines Gespräches entsteht? Oder sind hier auch innere Monologe gemeint? 

Hier gingen unsere Meinungen etwas auseinander. Ein Bücherstammtisch Mitglied mochte es beispielsweise, wenn es innerhalb eines Monologes zu Gedankensprüngen kommt, oder Protagonist*innen etwas erklären, wie es beispielsweise bei der Serie Sherlock vorkommt. 
Ich für meinen Teil mag es, wenn in einem Monolog eine Struktur erkennbar ist und ich die Entwicklung des Monologes nachvollziehen kann. Die schlimmsten Monologe gab es für mich im Hörbuch Ich werde fliegen, weil die Protagonistin hier zu sprunghaft ist und ich oft nicht mehr wusste, was der Ausgangspunkt für den Monolog war. 

Bücherstammtisch in Coronazeiten 
Buchlinge, ihr seid es eigentlich von den Stammtisch Berichten gewohnt, dass am Ende des Artikels immer die altbekannte Info kommt, ob oder wie ihr uns treffen könnt. Corona macht es uns momentan leider nicht so einfach. Unseren Raum können wir aktuell noch nicht nutzen, sodass unsere Treffen hauptsächlich online stattfinden. 
Hier haben sich viele Bücherstammtisch Mitglieder*innen gewünscht, anstatt schriftliche Treffen vor allem Skype Treffen zu veranstalten. Gerade bei Skype ist es für Neulinge eher etwas schwer in die Gruppe reinzukommen. 

Ihr ahnt es bereits: Vorerst braucht ihr etwas Geduld. Dennoch hoffe ich, dass bald wieder öffentliche Treffen möglich sind. 

Und Du? 
Was denkst Du über lange und kurze Bücher? 
In welchen Büchern sind Dir Monologe aufgefallen? 

Montag, 10. August 2020

Die Säulen der Erde (Band 1)

ACHTUNG: Der Klappentext enthält einen massiven Spoiler. Ich habe ihn der Vollständigkeit halbe aber dennoch in diese Rezension eingefügt. 

Bild von Lübbe Audio
Steckbrief 
Name: Die Säulen der Erde 
Autor*in: Ken Follett 
Verlag: Bastei Lübbe Audio bzw. Audible 
Geeignet für: Fans von historischen Romanen bzw. Leute, de sich für den Kathedralenbau interessieren 
Gelesen oder gehört: gehört als ungekürztes Hörbuch 
Sprecher: Tobias Kluckert 
Bewertung: 2,5 von 5 Punkten 

Bei meiner Lieblingsbuchhandlung bestellen. 

Klappentext 

"England 1123-1173, eine Zeit blutiger Auseinandersetzungen zwischen Krone und Adel, Klerus und Volk. Der junge Prior Philip träumt von einem Zeichen des Friedens, von einer gotischen Kathedrale. Doch bis der kühne Traum Wirklichkeit geworden ist und in Kingsbridge das großartige Gotteshaus endlich emporragt, müssen der Klosterherr, sein Baumeister Tom und die Grafentochter Aliena sich in einem Kampf auf Leben und Tod gegen ihre Widersacher behaupten." 

Meine Meinung 
Die Säulen der Erde ist ein Roman, den offenbar viele kennen und der deswegen den Eindruck erweckt, dass er zu den Büchern bzw. Hörbüchern gehört, die man gelesen oder gehört haben muss. Zwei Bücherstammtisch Mitgliederinnen und ich haben uns drei Monate Zeit genommen das Buch zu lesen bzw. zu hören. Meine Erwartungen wurden leider nicht erfüllt. Warum? Das erzähle ich euch jetzt. 

Die Handlung wird aus der Perspektive verschiedener Personen erzählt. Da ich euch spoilern würde, wenn ich alle Personen aufzähle, beschränke ich mich vor allem auf den Mönch Philip und den Baumeister Tom, die beide davon träumen, eine Kathedrale für ein Kloster zu bauen.  Beide haben mit Herausforderungen zu kämpfen: Philip muss seine Stellung im Kloster behaupten und Tom muss seine Familie ernähren. Alles leichter gesagt, als getan. 

Was mich am Inhalt massiv störte, waren vor allem zwei Punkte: Erst einmal gab es viele Wiederholungen, was die Handlung betraf. Philip und Tom begannen damit, den Plan zum Bau einer Kathedrale in die Tat umzusetzen. Ihren Gegenspielern passte das nicht. Sie sorgten für eine Intrige, für die sich Philip und Tom natürlich rächen mussten. Dieses Muster wiederholte sich beinahe die ganze erste Hälfte des Hörbuchs und begann mich irgendwann zu langweilen. 

Außerdem schaffte es Ken Follett nicht, seine Figuren zu entwickeln. Die meisten von ihnen kennzeichneten sich vor allem durch eine Eigenschaft. Anstatt uns Hörer*innen daran teilhaben zu lassen, wie sie sich weiterentwickeln, oder sich dem auseinandersetzten, was sie erlebten, gab uns Ken Follett die Gefühle und Gedanken der Charaktere vor. Es wirkte so, als würde er uns von den Erlebnissen eines Bekannten erzählen. Im ersten Moment ist das natürlich spannend. Allerdings langweilte es mich schnell, weil ich weder die Handlung noch die Figuren auf irgendeine Weise entdecken konnte, sondern alles vorgekaut wurde. 

Die Spannung baute Ken Follett für mich durch einen interessanten Prolog auf, der darauf schließen ließ, dass die Figuren, die in diesem Prolog vorkamen, möglicherweise Protagonisten der Handlung sein könnten. 
Allerdings fehlte mir im restlichen Roman der Bezug zum Prolog. Dieser wurde gegen Ende noch einmal kurz erwähnt, so als wäre dessen Inhalt beinahe vergessen worden und müsste nur nochmal schnell aufgeklärt werden. Zudem verlor das, was im Prolog beschrieben wurde, für mich auch recht schnell an Wirkung. Der Prolog war also nun kein Geheimnis mehr, das es zu lüften gab, sondern eher etwas Austauschbares 

Obwohl es inhaltlich viele Wiederholungen gibt, war ich froh, dass Bastei Lübbe bei der Hörbuchgestaltung darauf geachtet hat, dass der Titel ungekürzt produziert wurde. So haben wir die Wahl, ob wir lieber eine gekürzte oder eben die vollständige Geschichte hören wollen. 
Das Hörbuch wird von Tobias Kluckert gelesen, dessen Stimmfarbe und Interpretation mir sehr gut gefallen haben. 
Der einzige Nachteil an der Gestaltung erlebte ich im Einsatz von Musik: Zu Beginn von jedem neuen Kapitel gab es eine kleine Melodie. Allerdings wurde diese Melodie manchmal auch innerhalb eines Kapitels eingesetzt, wenn entweder eine wichtige Entscheidung getroffen wurde, oder ein Perspektivenwechsel anstand. Hier hätte ich mir etwas mehr Struktur gewünscht, da es manchmal zu abrupten Perspektivenwechsel kam und eine kurze Melodie, welche eine neue Perspektive einläutet, wahrscheinlich eine schnellere Orientierung ermöglicht hätte. 

Diesmal war ich wirklich negativ überrascht, was Ken Folletts Schreibstil betrifft. Die Elemente, die mir bei der Jahrhundert-Saga so gut gefielen, nämlich eine gut verstrickte Handlung und tiefgründige Charaktere, fehlten hier. Zwischen den beiden Romanen lagen für mich Welten. 
Was mir aber an Die Säulen der Erde gefallen hat, waren de Dialoge. Sie waren lebendig und haben die Konflikte gut herausgearbeitet. 
Allerdings gab es auch ein Element mit dem mich Ken Follett überrascht hat. Und zwar werden im Laufe des Romans eine wichtige Perspektive durch eine neue Perspektive ersetzt. Mit diesem Wechsel hatte ich definitiv nicht gerechnet. 

Gesamteindruck
Schlussendlich muss ich aber sagen, dass ich mir mehr von dem Auftakt der Kingsbridge-Reihe erhofft habe. Ich bleibe daher etwas enttäuscht zurück. 
Wer historische Romane mag und kein Problem mit sich wiederholenden Handlungen und oberflächlichen Charakteren hat, sondern von Intrigen und vielleicht auch einem Kathedralenbau hören will, kommt bei Die Säulen der Erde definitiv auf seine Kosten.