Montag, 9. Dezember 2019

Der kleine Lord

Bild von cbj audio

Steckbrief
Name: Der kleine Lord 
Autor*in: Frances Hudgson Burnett
Verlag: cbj audio
Geeignet für: Menschen, die Weihnachtsgeschichten oder Familiengeschichten suchen
Gelesen oder gehört: gehört als gekürztes Hörbuch
Sprecher*in: Charles Brauer
Bewertung: 4 von 5 Punkten

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Klappentext 
(von cbj audio)

"Der siebenjährige Cedric Errol lebt in ärmlichen Verhältnissen in Amerika. Eines Tages ändert sich das Leben des liebenswerten Jungen jedoch plötzlich: Sein griesgrämiger Großvater, der Earl von Dorincourt, möchte ihn als seinen Erben nach England holen ..."

Meine Meinung 
Der Inhalt von Der kleine Lord ist euch vermutlich bekannt: Cedric muss seine Heimat verlassen und nach England ziehen, um das Erbe seines Vaters anzutreten. Er soll nämlich Lord werden. Allerdings kennt er die Familie seines Vaters noch nicht und gerade sein Großvater empfängt ihn nicht unbedingt mit offenen Armen. 
Die Handlung der Geschichte ist solide. Es stellt sich die Frage, ob sich Cedrics Großvater auf den Enkel einlassen kann und wie es Cedric in der Fremde ergeht.

Die Geschichte wird vor allem durch die Charaktere getragen: Cedric ist ein liebenswerter Junge, der stets an das Gute glaubt. Diese Eigenschaft rettet ihn in der Fremde, weil er so gar nicht auf die Idee kommt, dass es auch Menschen geben könnte, die ihm Böses wollen. Allerdings könnte man Cedric streng genommen auch als etwas naiv bezeichnen, gerade weil er das Misstrauen nicht einkalkuliert.
Cedrics Großvater hingegen sollte zwar griesgrämig sein, aber wirkte auf mich eher unterkühlt und nicht so, als ob er sich nicht mit seinem Enkel auseinandersetzen möchte. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob das vielleicht auch an den Kürzungen der Geschichte liegt und so die Konflikte zwischen den beiden nicht thematisiert wurden.

Kommen wir nun zur Gestaltung des Hörbuches: Wie bereits erwähnt, handelt es sich hier um eine gekürzte Fassung. Zum Teil hatte ich den Eindruck, dass die Geschichte eher aus kleinen Episoden besteht, die aber nicht primär aufeinander aufbauen müssen. Während mich dieses Element bei anderen Hörbüchern stört, hat es mir hier ganz gut gefallen. 
Meine Hörbuch Ausgabe wurde von Charles Brauer gelesen. (Im September ist eine Ausgabe erschienen, die von Dietmar Bär gelesen wird). Charles Brauer klingt schon etwas älter. Da der Großteil der Geschichte aus der Sicht eines Kindes erzählt wird, könnte man meinen, dass er keine gute Besetzung ist. Dennoch hat mir seine Interpretation der Geschichte sehr gut gefallen. Die Darstellung von Cedric gelang ihm gut und ich mochte es auch, wie er die Dialoge der Geschichte interpretierte. Charles Brauer ist ein gutes Beispiel dafür, dass es manchmal gut ist, bei einem Kinderbuch eine/n Sprecher*in zu besetzen, der/die eine älteren Stimme hat, da diese Sprecher*innen mit mehr Erfahrung an die Geschichte herangehen können.

An Frances Burnetts Schreibstil wird deutlich, dass die Geschichte bereits etwas älter ist. Das liegt hauptsächlich an seinem erzählenden Stil. Das bedeutet, dass er seine Charaktere eher beschreibt, anstatt uns Situationen mit ihnen erleben zu lassen. Der Stil hat aber auch zur Folge, dass wir schöne sprachliche Bilder präsentiert bekommen.  Der erzählende Stil sorgte hier dafür, dass die Atmosphäre der Geschichte besser hervorgehoben werden konnte.

Gesamteindruck
Der kleine Lord ist ein echter Weihnachtsklassiker, dessen Verfilmung jedes Jahr um die Weihnachtszeit gezeigt wird. Dennoch wollte ich unbedingt die Hörbuchvorlage hören, um das Original zu kennen. Ich bin davon ausgegangen, dass es in der Geschichte hauptsächlich um die Annäherung zwischen Cedric und seinem Großvater ging. Allerdings schien sich dieser Konflikt zumindest im Hörbuch eher von selbst zu erledigen.

Dennoch mochte ich das Setting und die Haupt- und Nebencharaktere, die mir eine kurzweilige, gute Unterhaltung beschert haben.
Allerdings bin ich mir nicht ganz sicher, ob dieser Titel wirklich für Kinder geeignet ist. Charles Brauer liest zwar lebendig, dennoch handelt es sich hier um eine reine Lesung, das heißt es gibt keine Musikstücke, die die Handlung etwas auflockern.
Ich bin aber davon überzeugt, dass sich die Geschichte für die Weihnachtszeit eignet, weil die Handlung zeigt, was Menschen begegnen kann, wenn sie anderen Leuten positiv und ohne Erwartungen gegenübertreten.

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Dieses Hörbuch wurde mir als Rezensionsexemplar kostenlos vom Verlag zur Verfügung gestellt. 

2 Kommentare:

  1. Oh, das ist meinen Lieblings-Weihnachtsgeschichte! Gerade am Sonntag hab ich den Film mit meinen Kindern geschaut. Sie mochten ihn auch sehr. Es war für sie das 1. Mal.
    Ich empfehle dir dieses ungekürzte Hörbuch, denn ich liebe es:
    https://www.amazon.de/Der-kleine-Lord/dp/B005J5PH5Y/ref=sr_1_1?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&keywords=der+kleine+lord+h%C3%B6rbuch&qid=1576063494&s=audible&sr=1-1
    Es ist wunderbar gelesen und vollständig.
    GlG, monerl

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    1. Liebe monerl,

      vielen Dank für Deine Empfehlung. Da werde ich demnächst sicher nochmal reinhören. Super, dass es die Geschichte inzwischen auch ungekürzt gibt.

      Das ist ja cool, dass Deinen Kindern der Film gefällt. (Als Kind habe ich in der Weihnachtszeit bzw. an den Feiertagen immer die Verfilmungen der Astrid Lindgren Romane wie z.B. Michel aus Lönneberga oder Pippi Langstrumpf) geschaut. Ich weiß inzwischen gar nicht, ob die Filme überhaupt noch gezeigt werden :).

      viele Grüße

      Emma

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Den Textbaustein habe ich von Pergamentfalter übernommen.