Freitag, 27. Dezember 2019

Heavenfield Hearts - Kopfüber ins Glück (Smoky Mountain Storys 1)

Bild von lovelybooks
eine Rezension von Skyara

Typ: Reihe
Autor: Clara Gabriel
Verlag: Selfpublishing / Amazon Media EU S.à r.l.
Geeignet für: Erwachsene ab 18 Jahren
Gelesen oder gehört: Gelesen (eBook)
Bewertung: 5 von 5 Punkten
Erscheinungsdatum Erstausgabe in Deutsch: 18.10.2019
ISBN: B07YVKYJRB


Inhaltsangabe 
(von lovleybooks

"Willkommen in Heavenfield! Das idyllische Städtchen am Rande der Smoky-Mountains ist das Zuhause allerlei schräger, liebenswerter Bewohner, gutaussehender Singles und Schauplatz der neuen Liebesromanreihe Heavenfield Hearts: Smoky-Mountain Storys von Clara Gabriel.

Die zweiunddreißigjährige Liz besitzt alles, was eine Frau sich wünscht. Nur eines nicht: ein kleines Abenteuer, das ihre Augen zum Funkeln bringt. Kurzerhand gibt sie ihrem Schicksal eine neue Wendung und löst ihre Verlobung. In einem alten Van bricht sie zu einem Roadtrip auf und landet durch Zufall in Heavenfield, wo sie beim Tanken auf den sieben Jahre jüngeren Noah trifft. Noah ist fasziniert von Liz. In seinen Augen ist sie die perfekte Frau. Die Sache hat nur einen Haken: Sie ist auf der Durchreise. Hals über Kopf stürzen sie sich in ein Abenteuer, von dem keiner will, dass es endet. Doch ihr altes Leben holt Liz früher ein, als gedacht und sie muss sich entscheiden: Kann Noah der Richtige für sie sein oder sind ihre Gefühle nur ein Strohfeuer?


Meine Meinung 
Ich habe die Lesung von Clara Gabriel glücklicherweise während der Frankfurter Buchmesse 2019 auf meine Agenda genommen und bin mit einem wirklich schönen, entspannenden und doch auch sexy Roman belohnt worden. 
Clara Gabriel hatte ich schon bei der FBM 2017 auf dem Schirm mit ihrem Roman Postkarten an Dora, allerdings hat es diese Buch bisher nur auf meinen SuB geschafft… Doch Heavenfield Hearts hat mich von Anfang an so fasziniert, dass ich Ihm nicht wiederstehen konnte. 

Wie im Klappentext schon zu lesen geht es um Liz und Noah, welche sich zufällig in Heavenfield treffen. Die Smoky-Mountains sind wunderschöne Gebirgszüge an der Ostküste der USA und werden von Clara Gabriel sehr schön in Szene gesetzt. Heavenfield ist ein kleines, etwas verschlafenes Städtchen und hat wie jede Stadt ihre Eigenartigen aber auch ihre liebenswerten Einwohner, Geschichten und Geschichtchen zu berichten.

Liz ist quasi auf der Flucht vor ihrem Verlobten, den sie zu Beginn des Buches eigentlich noch mit voller Überzeugung heiraten möchte. Doch ihre besten Freundinnen bringen sie hier unbeabsichtigt zum nachdenken und sorgen dafür, dass Liz ihre ganze Lebenssituation noch einmal überdenkt und sich dafür entscheidet die Verlobung zu lösen und auf einen kleinen Roadtrip zu gehen. Hier trifft sie auf Noah, nachdem sie sich verfahren hatte und zum Tanke an die nächstgelegene Tankstelle fuhr. Noah ist vom ersten Augenblick an von ihr überwältigt. Dies führt bei beiden zu einer sofortigen und starken Anziehungskraft, wodurch unsere beiden Protas recht schnell in einigen heißen Szenen landen!

Aber auch hier gibt es so einige Hindernisse für die beiden zu überwinden, angefangen vom Altersunterschied (7 Jahre), welcher vor allem Liz zu schaffen macht, bis hin zu familiären/geschäftlichen Problemen. Dadurch kommt es wie es kommen muss zur Trennung und führt in ein scheinbar unlösbares durcheinander. 

- Vorsicht Spoiler: 

Hier kommen aber alle Geschehnisse wieder ins Lot und führen zum von mir absolut geliebten Ende. – 


Spoiler Ende -


Clara Gabriel hat einen wirklich angenehmen und flüssig zu lesenden Schreibstil, der es mir auch spät nachts (oder sollte ich sagen: früh morgens) zu keiner Langeweile führte.

Somit vergebe ich für diesen einfachen aber dennoch wundervoll geschriebenen Roman gerne die volle Punktzahl von 5 Punkten und freue mich schon sehr auf Band Nr. 2 in den Smoky-Mountains.

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Dieser Titel wurde mir von der Autorin als kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. 

Montag, 23. Dezember 2019

Wintertraum und Mandelduft

Bild von Jumbo Verlag
Steckbrief
Autor: Diverse
Verlag: Jumbo Verlag / GoyaLit 
Geeignet für: Familien, die einen Adventskalender für die Weihnachtszeit suchen
Gelesen oder gehört: gehört als ungekürztes Hörbuch
Sprecher: Erika Skrotzki, Rolf Nagel, Jana Schulz, Marion Elskis, Rainer Strecker, Julia Nachtmann, Dieter Wien
Bewertung: 4,5 von 5 Punkten


Klappentext

"Wenn es draußen wieder kälter wird und die Vorbereitungen für das Fest beginnen, wird es höchste Zeit für Besinnlichkeit. Dieter Wien, Julia Nachtmann, Rolf Nagel und viele andere bringen 24 Geschichten, Gedichte und Lieder meisterhaft zu Gehör und bereiten stimmungsvolle Momente für eine entspannte Weihnachtszeit."


Meine Meinung 
Als ich im Sommer den Kontakt zur Presseabteilung des Jumbo Verlags herstellte, wurde mir gleich die Verlagsvorschau per Mail mitgeschickt. Da fiel mir dieser weihnachtliche Titel auf und ich freute mich, einen weiteren Titel für mein Podcast Special gefunden zu haben. Heute nutze ich die Gelegenheit, euch von Wintertraum und Mandelduft dem diesjährigen Adventskalender von Jumbo - Neue Medien zu berichten. 

Kommen wir zuerst zum Inhalt: Wie auch bei dem Adventskalender Morgen, Kinder wird's was geben handelt es sich hier ebenfalls um eine Anthologie, also eine Zusammenstellung verschiedener Geschichten und Gedichte unterschiedlicher Autor*innen. Allerdings verstecken sich hier hinter dem ein oder anderen Türchen auch Lieder, die größtenteils von Kinderchören oder einzelnen Kindern gesungen werden. 
Was mir an diesem Adventskalender ebenfalls gut gefallen hat, waren einige Kurzgeschichten. Schön fand ich hier, dass die Geschichten auch etwas länger waren und nicht in zwei Minuten zu Ende erzählt waren. So hatte ich das Gefühl, auch etwas Zeit mit der Handlung verbringen zu können und nicht zügig aus der Geschichte geworfen zu werden, weil diese eben schnell erzählt wird. Gegen Ende der CD gibt es auch die ein oder andere tragische Kurzgeschichte, die mich etwas nachdenklich gestimmt hat. 

Die Hörbuch Gestaltung zeichnet sich für mich vor allem durch die unterschiedlichen Lieder aus, die sich hinter einigen Türchen verstecken. Die Lieder ergänzten die teils sprachlich anspruchsvollen Geschichten gut und sorgten so für gute Abwechslung. Außerdem breitete sich dank den Weihnachtsliedern auch etwas Weihnachtsstimmung bei mir aus. 
Bei Wintertraum und Mandelduft gibt es nur wenige Sprecher*innen, die deswegen gleich in mehreren Texten zu hören sind. Praktisch an der Sache ist vor allem, dass wir manche Sprecher*innen zweimal hören und so herausfinden, wie sie unterschiedliche Texte interpretieren. Die meisten Sprecher*innen kannte ich zuvor nicht. Allerdings freute ich mich auf ein Wiederhören mit Rainer Strecker, der mir vor allem durch seine Lesungen der Tintenwelt-Reihe bekannt ist und Julia Nachtmann, die zu meinen Lieblingssprecherinnen gehört. 
Ein kleiner Nachteil bietet die optische Gestaltung des Hörbuches: Die CD befindet sich in einer Plastikhülle, die zwar mit einem weihnachtlichen Cover geschmückt ist, aber ansonsten nicht dazu einlädt, die CD in die Hand zu nehmen und etwas im Booklet zu blättern. Allerdings wird auch deutlich, dass es sich bei dem Hörbuch vor allem um eine Familien-CD handelt, die wahrscheinlich täglich von den Eltern in den CD Player gelegt wird. Sie muss also vor allem praktikabel sein, was durch die Plastikhülle gegeben ist. 

Was den Schreibstil der unterschiedlichen Texte betrifft, finde ich diesen teils recht anspruchsvoll. Die Texte wirken schon etwas älter, was anhand der Sprache deutlich wird. Der anspruchsvolle Schreibstil sorgt dafür, dass ältere Hörer*innen ebenfalls etwas aus den Texten mitnehmen können, was mir sehr gut gefallen hat. 

Gesamteindruck 
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Wintertraum und Mandelduft ein toller Adventskalender für die ganze Familie ist. Für jede*n ist etwas dabei und ich kann mir gut vorstellen, dass viele Familien mit diesem Hörbuch sicher eine tolle Adventszeit vor sich haben. 

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Meine Rezension im Podcast

Dieses Hörbuch wurde mir als Rezensionsexemplar kostenlos vom Verlag zur Verfügung gestellt. 

Sonntag, 22. Dezember 2019

Ge(h)plaudert: Hörbücher für die Weihnachtszeit #8 Ein Vergleich

Hallo Buchlinge, 

nun kommen wir also zum vorerst letzten Teil meiner weihnachtlichen Podcast Reihe. Zum Abschluss habe ich mir etwas Ungewöhnliches überlegt. Diesmal gliedere ich meine Podcast Folge etwas anders. Ich stelle euch heute nämlich zwei Adventskalender vor. 
Ich wünsche euch gute Unterhaltung. 

Podcast Folge direkt bei YouTube hören. 



Erwähnte Hörbücher 
*Morgen, Kinder wird's was geben (Anthologie) 
*Wintertraum und Mandelduft (Anthologie) 

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Und Du? 
Wie hat Dir diese Podcast Folge gefallen? 
Hast Du in diesem Jahr ebenfalls einen literarischen Adventskalender verfolgt? 


Die mit * markierten Titel wurden mir vom jeweiligen Verlag kostenlos als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. 


4. Advent: Die Sache mit den Schulden

Eine Schneeflocke.
Foto: A. Mack

Zurück in der Gegenwart: In Simons Zimmer 
»Und was genau ist jetzt so schlimm an der Sache?« Simon musterte mich stirnrunzelnd. 
»Na, sie haben wohl Familien bestohlen und mehrere Dörfer ausgeraubt. Und das alles, weil sie geglaubt haben, dass den Menschen das Geld nicht zusteht. Außerdem haben sie schon etwas Geld verteilt.« Fast wie in meinem Traum, dachte ich. Nur, dass wir hier kein echtes Geld, sondern Schokolade stehlen wollten, um sie den Armen zu geben. 
Das Notizbuch mit der Aufschrift »Advents Kalender«, bestand zu Beginn aus einer Art Tagebucheintrag, der sich über mehrere Seiten erstreckte. Ich hatte mich kaum von den Seiten lösen können und die Geschichte der drei Brüder zumindest bis zu dem Zeitpunkt verfolgen können, in dem sie sich in einem Verhörzimmer der örtlichen Polizei befunden hatten und die Frage im Raum stand, ob sie nun ins Gefängnis mussten. 
Ich konnte es kaum glauben, dass Herr Advent Senior gemeinsam mit seinen Brüdern vor fünfundsechzig Jahren eine Einbruchserie durchgeführt hatte. So etwas hätte ich ihm ganz bestimmt nicht zugetraut. »Heißt er wirklich Karl Gustav?«, fragte ich nach ein paar Minuten des Schweigens. 
Simon seufzte: »Woher soll ich das wissen? Und ist das überhaupt wichtig?« 
»Nein, natürlich nicht. Lass uns lieber überlegen, was wir jetzt mit dem Kalender machen«, meinte ich. 
»Oh, Mann, Bo! Wir geben ihn natürlich zurück. Was denn sonst?« So war das nun mal mit Simon. Nach einem langen Arbeitstag konnte er schon mal etwas launisch sein. Er stand auf und ging in Richtung Zimmertür. Ich blickte ihn mit großen Augen an: »Jetzt kommt schon. Wie lange wolltest du das gute Stück denn behalten?« 
Ich stand auf. Das muss wohl eine rhetorische Frage sein, dachte ich. 

Das Haus der Advents 
Familie Advent lebte gemeinsam in einem großen Haus. Alle Fenster des Hauses waren in der Adventszeit mit großen Stücken hellroten, dünnen Stoffes behängt, der das jeweilige Fenster bedeckte und von der Beleuchtung im jeweiligen Raum angestrahlt wurde. So konnten alle Dorfbewohner, die in der Vorweihnachtszeit am Haus der Advents vorbeiliefen, die goldenen Zahlen sehen, die auf den Stoffstücken abgebildet waren und an einen lebendigen Adventskalender erinnerten. Der Name scheint Programm zu sein, dachte ich. 
Simon marschierte direkt auf die Haustür zu, ohne einen Blick auf die geschmückten Fenster zu werfen. Er holte tief Luft und klingelte. 
Schnell schloss ich zu ihm auf. Wir sahen einen Schatten, der sich der Tür näherte. 
Die Tür wurde aufgeschlossen und vor uns stand Herr Advent Senior. Er blickte uns aus müden Augen an. 
»Was wollt ihr denn hier?«, fragte er. 
Simon blickte mich stumm an. 
»Äh…«, brachte ich hervor. Eigentlich war es doch ganz einfach. Ich musste ihm nur das Notizbuch -, denn ein Kalender war es beim besten Wilen nicht -, hinhalten und die Sache wäre erledigt. Doch ich ahnte, dass ich kurz davor war, den Ausgang einer Geschichte zu hören, die sich auf weitere Generationen der Familie Advent ausgewirkt hatte. Alle schienen gerne am Glühweinstand zu arbeiten. Es war ein kleiner, aber magischer Moment und ich ahnte, dass ich die Einzige von uns dreien war, die ihn wirklich spüren konnte. Natürlich! Herr Advent weiß ja nicht, dass du einen Teil seiner Geschichte kennst. Und Simon ist einfach müde, meldete sich ein Gedanke in mir zu Wort. 
»Entschuldigt bitte, aber ich habe heute keine Geduld mehr für Spielchen. Der Journalist hat bereits den letzten Nerv für heute mitgehen lassen.« Er machte Anstalten, die Haustür wieder zu schließen. 
»Warten Sie! Ich habe etwas gefunden!« Die Worte kamen etwas zu schnell und zu piepsig aus meinem Mund. 
Ich griff in meine Tasche, holte das Notizbuch hervor und hielt es ihm hin. 
Herr Advent Seniors Miene verdüsterte sich. »Wo hast du das her?«, fragte er kühl. 
»Es ist dem Journalisten aus der Tasche gefallen«, antwortete ich wahrheitsgemäß. Denkt er etwa, ich hätte das Buch gestohlen?, fragte ich mich. »Nachdem er das Diktiergerät aufgehoben hat, ist es ihm einfach aus dem Rucksack gefallen. Ich vermute, er hat es hinter den Kulissen mitgehen lassen«, fügte ich sicherheitshalber hinzu. 
Herr Advent Senior musterte mich aufmerksam und nickte schließlich. »Ich habe es doch befürchtet. Die Presse meint es wirklich nicht gut mit mir.« Er seufzte. 
»Was hat es denn mit den fünfundsechzig Jahren auf sich? Und mussten Sie wirklich ins Gefängnis?« Mit der letzten Frage hatte ich mich verraten. Nun wusste er, dass ich ein bisschen in dem Notizbuch geblättert hatte. Mist! 
Herr Advent Senior verharrte einen Moment. Ich sah ihm deutlich an, dass er nicht wusste, ob er uns lieber gleich verjagen, oder mir alle Fragen beantworten sollte. 
»Was haben Sie denn schon zu verlieren?«, brach Simon das Schweigen. Anscheinend hatte er die Unschlüssigkeit des alten Mannes auch bemerkt. 
»Also gut. Kommt rein.«

Vor 65 Jahren 
Kommissar Schmitt hatte die drei Brüder alleine zurückgelassen. 
»Was machen wir denn jetzt?«, fragte Horst ängstlich. 
»Warten bis er wiederkommt«, entgegnete Karl Gustav mürrisch. 
Es dauerte eine gefühlte Ewigkeit, bis sich die Tür wieder öffnete und Kommissar Schmitt mit einem weiteren Anzugträger eintrat. Der Anzugträger hielt ein Klemmbrett in der Hand. 
»Also, Jungs. Wir schlagen euch einen Kompromiss vor«, begann der Kommissar und setzte sich wieder. 
Die jüngeren Brüder blickten Karl Gustav mit einer Mischung aus Neugier und Unsicherheit an. Was würde der große Bruder jetzt tun? 
Ganz einfach. Erst einmal gar nichts. 
»Also, das ist Doktor Müller. Er ist Rechtsanwalt und hat mir geholfen, diesen Normvertrag hier aufzusetzen«, erklärte Schmitt.  
Der Anzugträger schob das Klemmbrett in Richtung der Jungen. 
»Das geht doch gar nicht so schnell«, meinte Karl Gustav misstrauisch. Wollen sie mich etwa veräppeln? 
Woher will er das wissen?, dachte Horst mit einer Mischung aus Bewunderung darüber, dass sein Bruder offenbar ein gutes Allgemeinwissen hatte und Angst davor, dass er das Angebot ausschlagen würde und sie alle ins Gefängnis wanderten. Was wohl unsere Eltern dazu sagen werden?, beendete er seinen Gedankengang. 
»Na, und ob. Wir haben immer wieder jugendliche Straftäter. Aber wir wollen ihnen eine zweite Chance geben und sie nicht gleich für ein paar Jährchen hinter Gitter sperren. Damit wäre ja niemandem geholfen, was?« Der Anzugträger strahlte und die Jungen konnten es nicht wirklich einordnen. 
»Ach, ja? Und warum steht davon nichts in den Zeitungen?«, fragte Karl Gustav. 
»Na, was meinst du, was hier los wäre, wenn wir jedes noch so kleine Verbrechen publik machen würden? Zum einen wäre in der Zeitung kein Platz mehr für den wichtigen Teil, nämlich den Sport. Und zum anderen würde das einen falschen Eindruck von unserer Heimat erwecken. Hier gibt es nicht mehr Verbrechen, als in anderen Städten auch.«
Während Horst die Antwort des Juristen einleuchtete, war Karl Gustav immer noch nicht überzeugt. 
»In diesem Vertrag verpflichtet ihr euch dazu, eure Schulden abzubezahlen.« Kommissar Schmitt hatte keine Lust auf das Theater. Die Jungs haben nochmal richtig Glück gehabt. Die meisten Wertgegenstände sind wieder aufgetaucht. Hoffentlich schlucken sie die Story mit den fünfundsechzig Jahren, dachte er. 

Karl Gustav war kurz davor, sich wieder aufzuregen, was man daran erkannte, dass seine Miene noch finsterer wurde, als sie sowieso schon war. Doch da schnitt Horst ihm das Wort ab, noch bevor es den Mund des ältesten Bruders verlassen konnte: »Und wie soll das funktionieren?« 
»Ihr arbeitet jedes Jahr an den Adventssonntagen auf dem Weihnachtsmarkt. Dort werdet ihr allen, die an euren Stand kommen ein Getränk verkaufen. Egal, ob sie eurer Meinung nach reich oder arm sind«, erklärte Kommissar Schmitt. 
»Wie lange brauchen wir um die Schulden abzubezahlen?«, fragte der dritte Bruder, der bisher geschwiegen hatte. 
»Fünfundsechzig Jahre«, antwortete der Jurist mit ernster Miene und Schmitt war froh, dass er ihm diese Antwort vorweggenommen hatte. 
»Als ob ich fünfundsechzig Jahre auf einem Weihnachtsmarkt verbringe!«, polterte Karl Gustav. 
Du bist ja nur an den Adventssonntagen da, dachte Schmitt und verkniff sich ein Grinsen. 
»Zwingen können wir euch natürlich nicht. Aber die Alternative bestünde darin, dass ihr euch einer möglichen Anzeige und einem wahrscheinlichen Prozess stellen müsstet.« Der Jurist setzte sein Pokerface auf und Schmitt war schwer beeindruckt, wie gut er es beherrschte. 
»Und was wäre so schlimm daran?«, fragte Karl Gustav provozierend. 
»Ihre kriminelle Laufbahn wird publik. Nach aktuellem Stand sind die Geschädigten damit einverstanden, den Diebstahl für sich zu behalten und die jährlichen Zahlungen entgegenzunehmen«, erklärte der Jurist. 
»Wir stimmen zu«, erklärte Horst nach ein paar Sekunden des Schweigens. 
»Bist du denn vollkommen verrückt geworden?« Karl Gustav funkelte seinen Bruder wütend an. 
»Du hast uns in die Sache hineingeritten. Es wird also Zeit, dafür geradezustehen.« Horst blickte ihm fest in die Augen, wandte sich schließlich ab um auf dem Vertrag zu unterschreiben. 

Nach einer weiteren halben Stunde, in der einige Formalitäten geklärt werden mussten, waren die Jungen wieder frei. Kommissar Schmitt brachte sie noch zur Tür. Karl Gustav stürmte nach draußen, während die anderen beiden Brüder zögernd im Eingang stehen blieben. 
»Er wird sich schon wieder beruhigen«, meinte der Kommissar gutmütig. Endlich kann ich mich wieder den richtigen Verbrechen widmen, fügte er in Gedanken hinzu. 
»Warum sollen wir ausgerechnet auf dem Weihnachtsmarkt arbeiten?«, fragte Horst. 
»Nun ja, auf dem Weihnachtsmarkt begegnet ihr vielen Menschen. Egal, ob sie arm oder reich sind. Sie mögen alle das Weihnachtsfest. Und so lernt ihr – oder wahrscheinlich vor allem euer Bruder –, dass es auch Menschen mit einem gut gefüllten Bankkonto gibt, die ihr Geld durchaus mit anderen Menschen teilen.«
Die Brüder wandten sich zum Gehen, als dem Kommissar noch etwas einfiel. Die Idee war auf den Mist des Juristen gewachsen. In einer ruhigen Minute hatte er Herrn Schmitt ein altes Notizbuch unter die Nase gehalten. Auf dem Einband konnte man dem unlinierten Stück einen Titel geben. Die Worte »Advents Kalender« waren schnell geschrieben. 
Schmitt zog das Notizbuch aus der Tasche. »Wie wäre es, wenn ihr hier aufschreibt, was euch auf dem Weihnachtsmarkt so begegnet? Angefangen bei der Geschichte, wie ihr zu diesem Job gekommen seid?«, schlug er den Brüdern vor. Er drückte Horst das Notizbuch in die Hand und lief wieder in Richtung seines Büros. Die Brüder blieben im Eingang stehen und ließen das Gesagte auf sich wirken. 

In Herrn Advent Seniors Wohnzimmer 
»Dann sind Sie also Karl Gustav?«, fragte ich, als Herr Advent Senior mit der Geschichte geendet hatte. 
Der alte Mann lachte auf: »Wo denkst du hin? Nein! Ich bin natürlich Horst. Als mein Bruder herausgefunden hat, dass man ihn übers Ohr gehauen hatte, verbrachte er seine Adventssonntage natürlich nicht mehr mit uns auf dem Weihnachtsmarkt.«
»Übers Ohr gehauen?«, fragte Simon irritiert. 
»Das heißt, Sie mussten seine Schulden alleine bezahlen?«, setzte ich nach. 
Der Alte nickte. »Größtenteils ja.«
»Aber dafür können Sie doch unmöglich fünfundsechzig Jahre gebraucht haben, oder?« Simon stand der Geschichte nach wie vor misstrauisch gegenüber. 
»Natürlich nicht. Die meisten Wertgegenstände waren wieder bei der Polizei abgegeben worden. Das hatte Karl Gustav auch herausgefunden und sich aus dem Staub gemacht. Unsere Schulden waren schon nach ein paar Jahren abbezahlt. Aber für mich waren es auch Ehrenschulden«, erklärte der Mann. 
Damit hatte ich nicht gerechnet. Dass sich ein Mann noch so viele Jahre nach einer Einbruchsserie für das Geschehene verantwortlich fühlte. Immerhin waren ja bis auf den Verlust des Geldes niemand zu Schaden gekommen. 
»Also, tut mir bitte einen Gefallen und kommt nie auf so verrückte Ideen, wie wir damals, ja?«
Ich nickte beschämt und erinnerte mich erneut an meinen Traum. Was mir noch am Morgen wie eine verrückte Spinnerei vorgekommen war, hatte jetzt ziemlich viele Parallelen zur Geschichte der Advents. 
Beide Missionen waren aus einer verrückten Idee heraus und dem Gedanken Gerechtigkeit ausüben zu wollen, entstanden. Dabei hatten weder die Brüder Advent noch die Bewegung in meinem Traum das Vorhaben wirklich durchdacht, sondern waren, ohne darüber nachzudenken, davon ausgegangen rechtmäßig zu handeln. »Das ist so verrückt«, beendete ich meinen Gedankengang laut. 
Herr Advent Senior nickte. »Und damit es keine Nachahmer gibt, soll die Geschichte auch geheim bleiben«, erklärte er. 
Ich nickte verständnisvoll und stand auf. Es war Zeit zu gehen und dem Mann einen schönen, restlichen Adventssonntag zu gönnen. 

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Gewinnspiel 
Bei diesem Beitrag handelt es sich um den vierten und letzten Teil meiner diesjährigen Adventsgeschichte. In diesem Abschnitt stelle ich euch nun die Titel vor, die ihr gewinnen könnt. Die Teilnahmebedingungen des Gewinnspiels findet ihr in diesem Beitrag
Beim Klick auf den Namen der Geschichte, landet ihr bei meiner Rezension, sofern sie bereits erschienen ist. Hinter den/die Autor*in der Geschichte verrate ich, ob es sich um einen Hardcover Titel, ein Taschenbuch oder ein Hörbuch handelt. 
Achtung: Da ich die Printbücher alle gelesen habe, enthalten diese leichte Gebrauchsspuren.


Bild von Heyne Verlag 

Kalte Stille von Wulf Dorn 
Jans Bruder ist vor vielen Jahren spurlos verschwunden. In derselben Nacht starb auch Jans Vater auf mysteriöse Weise. Er hat seine alte Heimat deswegen gemieden, muss aber nun nach Hause zurückkehren und sich mit seiner Vergangenheit auseinandersetzen. 
Hier begegnet uns ein kurzweiliger, spannender Thriller aus der Feder von Wulf Dorn. 
Ich mochte nicht nur Protagonist Jan, sondern auch den ein oder anderen Nebencharakter. Außerdem sorgte das Setting der Geschichte für ordentlich Spannung. 



Das tiefe Blau des Meeres von Marie Lamballe 
Dieses Buch ist im Rahmen einer Buchmesse als Leseexemplar bei mir eingezogen. Da damals aber keine Kontaktdaten von mir aufgenommen wurden und ich das Buch nicht mehr lesen kann, nutze ich die Gelegenheit, es hier zu verlosen. In der Geschichte geht es um Katharina, die auf dem Dachboden ihrer Eltern Aquarelle findet. Auf vielen Bildern ist ein Schloss zu sehen. Und natürlich fragt sich Katharina, was es mit diesem Schloss auf sich hat. 


Bild von der Hörverlag
Das Lied der Freiheit von Ildelfonso Falcones
In diesem Roman geht es um die Freundschaft zwischen der freigelassenen Sklavin Caridad und Milagros, einer Tochter der Zigeunerfamilie. Euch erwartet hier eine Geschichte mit Höhen und Tiefen, interessanten, gut eingebauten historischen Begebenheiten und tollen Charakteren. 
Gelesen wird das Hörbuch von Dietmar Wunder, den viele von euch vielleicht als Interpret von J. K. Rowlings Krimireihe rund um Cormoran Strike kennt. Dietmar Wunders Interpretation hat mir hier sehr gut gefallen und ich hatte unterhaltsame Hörstunden. 


Bild von
RandomHouse Audio
Witwendramen von Kusz Fitzgerald
In diesem Hörbuch erwartet euch keine klassische Geschichte, sondern ein vertontes Theaterstück. Ihr lernt das Witwendasein aus verschiedenen Perspektiven kennen. Es gibt eine alte Witwe, die viel Zeit mit ihrem Ehepartner verbracht hat und insgeheim vielleicht ganz froh ist, endlich Witwe zu sein. Ihr gegenüber stehen zwei junge Witwen, die es absolut schrecklich finden, schon alleine zu sein. 
In den Rollen der Witwen erleben wir Katharina, Anna und Nellie Thalbach, die dieses Theaterstück sehr unterhaltsam machen und die unterschiedlichen Witwenrollen gekonnt interpretieren. Obwohl wir hier nur die akustische Version des Theaterstückes haben, hatte ich nicht das Gefühl, dass uns optische Informationen fehlen. 

Wenn Du nun neugierig auf einen dieser Titel bist, schreib mir doch eine E-Mail an EmmaZecka(at)gmx.de und setze Deinen Wunschtitel in den Betreff der Mail. Einsendeschluss ist Dienstag der 31.12.19 um 23:00 Uhr.

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Und Du? 
Wie haben Dir die vier Geschichten bzw. das Ende gefallen?

Ich wünsche euch einen schönen vierten Advent und ein frohes Weihnachtsfest oder, falls ihr Weihnachten nicht feiert, schöne freie Tage mit euren Lieben.

Samstag, 21. Dezember 2019

Vorweihnachtliche Lesewochen oder: #ArianasAdventslesen Teil 1



Bild von Ariana
Hallo Buchlinge, 

an diesem Wochenende geht Arianas weihnachtliche Aktion in die letzte Runde. Ziel der Aktion ist es, die Vorweihnachtszeit bewusst zu genießen und sich eine kleine Auszeit vom Weihnachtsstress zu nehmen.
Ich konnte leider nur an zwei Wochenenden mit einem Blogbeitrag dabei sein. Auch am diesem Adventswochenende möchte ich euch ein bisschen von meinen weihnachtlichen Aktivitäten erzählen. 


Updates am Samstag 
Kommen wir also zu den ersten Updates: 

10:10 Uhr 
In dieser Woche höre ich die letzten weihnachtlichen Hörbücher und muss kleinlaut gestehen, dass ich etwas gesättigt bin. Erst einmal erzähle ich euch von den Titeln, die ich seit dem letzten Beitrag beendet habe: 

Bild von oetinger-audio
Weihnachten im Stall und andere Geschichten von Astrid Lindgren 
Die Kurzgeschichtensammlung hat mir sehr gut gefallen. Wir treffen alte Bekannte wieder und erfahren, wie sie das Weihnachtsfest feiern. Außerdem fand ich es spannend, Astrid Lindgrens Schreibstil beobachten zu können und auf Stilmittel zu achten, die sie verwendet. Sie benutzt beispielsweise die Perspektive der allwissenden Erzählerin und erklärt sehr viel, anstatt uns das, was sie beschreibt mit den Charakteren erleben zu lassen. Allerdings nehme ich dieses Stilmittel hier nicht als Nachteil wahr. 

Bild von der Hörverlag
*Morgen, Kinder, wird's was geben (Anthologie) 
Hierbei handelt es sich um einen Adventskalender aus dem Hause Hörverlag. In der Anthologie erwarten uns Geschichten und Gedichte, die mir größtenteils sehr gut gefallen haben. Außerdem ist das Hörbuch unglaublich schön gestaltet. 
Schön fand ich hier, dass ich einige Sprecher*innen der Geschichten bereits kannte und mich deswegen freute, sie bei der Interpretation der Texte wiederzuhören. 
Am Wochenende wird auch eine Podcast folge online gehen, in der ich u.a. über diesen Titel sprechen werde. 

Jetzt werde ich diesen Beitrag erstmal posten und schauen, was meine Familie so macht (die von der Katze wach miaut wurde...). 

14:33 Uhr
Meine heutigen To Dos sind nicht unbedingt weihnachtlich. Vorhin habe ich mein letztes weihnachtliches Hörbuch beendet. Später werde ich noch die morgige Podcast Folge aufnehmen.

Aktuell höre ich Winter der Welt von Ken Follett, dem zweiten Band seiner Jahrhundert Saga. Dort lernen wir die zweite Generation von den Charakteren aus dem vorherigen Band kennen. Der Generationswechsel ist dem Autor gut gelungen.
Dieser Band ist zwar auch gekürzt, aber ich hoffe, dass er mir etwas besser gefällt, als der erste Band und die Kürzungen hier an anderen Stellen vorgenommen wurden.


Updates am Sonntag 
Ich muss gestehen, dass es mir etwas schwer fällt, regelmäßige Updates zu schreiben, weil ich kaum Input habe. Ich glaube, im nächsten Jahr überlege ich mir im Voraus Fragen, die ich in den wöchentlichen Posts beantworten werde.

Mein Tag begann um kurz vor 9:00 Uhr. Nachdem die Katze versorgt war, habe ich mich gleich an die vierte und letzte Adventsgeschichte gesetzt, die ich eigentlich schon gestern so vorbereiten wollte, dass sie um 00:00 Uhr online geht. Hier endet nämlich meine vierteilige Adventsserie. Außerdem gibt es wieder ein paar Titel zu gewinnen. Vielleicht mögt ihr ja mitmachen?

Ansonsten werde ich jetzt erstmal einen Blick in meine Social Media Kanäle und mein Mail Postfach werfen und nebenbei ein paar Plätzchen essen. (Okay, ich gebe zu, dass der kleine Teller neben mir schon fast bis zur Hälfte geleert ist...).

Ich wünsche euch jedenfalls einen frohen, vierten Advent! Bis später!

18:03 Uhr
Heute ist ein wirklich gemütlicher Advent. Vorhin habe ich den weihnachtlichen Podcast aufgenommen, der gerade vor sich hin konventiert. Und da dachte ich, das ist eine gute Gelegenheit mich kurz zu melden.

Es ist irgendwie ein komisches Gefühl das bis auf eine Rezension alle weihnachtlichen Projekte so gut wie abgeschlossen sind. Das ist ein tolles Gefühl in diesem Jahr nichts mehr Wichtiges erledigen zu müssen. In ein paar Tagen setze ich mich zwar an den Jahresrückblick, aber das empfinde ich nicht unbedingt als Arbeit, sondern freue mich mehr darauf, auf das Jahr zurückzublicken.

Ich denke, wenn ich das Update hier fertig geschrieben habe, werde ich mich auf eine kleine Stöberrunde begeben und schauen, was die anderen Mitleser*innen berichten.

Bis später!


19:35 Uhr 
Während die weihnachtliche Podcast Folge bei YouTube hochgeladen wurde, habe ich zu meiner aktuellen Printlektüre, nämlich Goldene Zeiten im Gepäck von Adriana Popescu gegriffen. Ich möchte diesen Titel in diesem Jahr unbedingt noch beenden und könnte es auch wirklich schaffen.
Da ich gerade im Flow bin, wollte ich mich nur ganz kurz verabschieden und mich wieder meiner Lektüre widmen.

Ich wünsche euch einen schönen Abend und ein hoffentlich tolles, angenehmes Weihnachtsfest mit euren Lieben. Oder ein paar schöne freie Tage, falls ihr kein Weihnachten feiert.

Bis hoffentlich bald!


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Mitleser*innen: 
Ariana von Mein (Hör)Buchblog (Twitter: @ArianaTarellia). 
Tanja von lesen und mehr
Neyasha von Neyashas Allerlei 
Kiya von Kiya liest
Natira von Natiras Blog
Konstanze von Alles außer Lyrik
Anette von Nette Bücherkiste

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Die mit * markierten Titel wurden mir als Rezensionsexemplar kostenlos zur Verfügung gestellt. 

Freitag, 20. Dezember 2019

Morgen, Kinder wird's was geben

Bild von der Hörverlag
Steckbrief 
Autor: Herman Bang, Ludwig Bechstein, Wilhelm Busch, Matthias Claudius, Paula Dehmel, Hoffmann von Fallersleben, Theodor Fontane, Brüder Grimm, Selma Lagerlöf, Hermann Löns, Joachim Ringelnatz, Rainer Maria Rilke, Ludwig Thoma
Verlag: der Hörverlag 
Geeignet für: Menschen, die gerne Adventskalender hören oder weihnachtliche Geschichten suchen 
Gelesen oder gehört: gehört als ungekürztes Hörbuch 
Sprecher: Gerd Anthoff, Suzanne von Borsody, Juliane Köhler, Florian Lukas, Felix von Manteuffel, Eva Mattes, Ulrich Noethen, Katharina Thalbach
Bewertung: 4 von 5 Punkten 


Klappentext 

"Klingt das nicht wundervoll? Jeden Tag vom 1. bis zum 24. Dezember mit einem Hörvergnügen zu beginnen? Oder sich an einem gemütlichen Winterabend gemeinsam mit den Kindern die schönsten Wintergeschichten und Weihnachtsgedichte vorlesen zu lassen? Da kann der Advent gar nicht lang genug sein und die Zeit bis Heilig Abend vergeht wie im Flug.

Meine Meinung 
Inhaltlich erwartet uns hier eine bunte Mischung aus Gedichten und Kurzgeschichten, die auf das Weihnachtsfest einstimmen. Bei der Zusammenstellung der Texte arbeitete man sich von weihnachtlicher Vorfreude bis hin zum Weihnachtsfest vor. Diese fast unmerkliche Steigerung in den Texten ist sehr gut gelungen. 
Interessant ist auch, dass die Texte unterschiedlich lang sind. Gerade zu Beginn der CD finden sich viele kurze Geschichten oder kurze Gedichte. Somit habe ich beschlossen, mehrere Texte am Stück zu hören. Gegen Ende der CD werden die Texte etwas länger. Mich überraschte das etwas, weil ich davon ausgegangen bin, dass die Leute kurz vor dem Weihnachtsfest mit den Vorbereitungen beschäftigt sind und deswegen weniger Zeit zum Hörbuch hören haben. Deswegen wäre ich eher davon ausgegangen, dass die ersten Texte länger, aber die weiteren Texte etwas kürzer sind. 

An dieser Stelle will ich nicht nur auf die akustische, sondern auch auf die optische Gestaltung des Hörbuches eingehen. Der Titel Morgen, Kinder wird's was geben, ist nämlich nicht nur fühlbar, sondern auch in einer goldenen, glitzernden Schrift abgebildet, was unheimlich schön aussieht. Die CDs befinden sich in einer aufklappbaren Digifile Hülle und sind somit auch sehr handlich. 
Bei den Lesungen der verschiedenen Texte lernen wir unterschiedliche Hörbuchsprecher*innen kennen. Leider wird beim einzelnen Text nicht verraten, wer den Text liest. Allerdings werden alle Hörbuchsprecher*innen im Outro namentlich genannt. 
Was mir besonders gut gefallen hat war, dass ich einige Sprecher aus bereits gehörten Titeln wiedererkannt habe und mich daher gefreut habe, dass sie einen Text in diesem Hörbuch lesen durften. 
Alle Sprecher*innen interpretieren die Texte recht schlicht. Das sorgt dafür, dass sich das Hörbuch beispielsweise gut in einer ruhigen Minute, oder vielleicht auch zum Einschlafen hören lässt. 

Was den Schreibstil der unterschiedlichen Geschichten betrifft, finde ich diesen zum Teil recht anspruchsvoll. Auf der Verlagsseite wird das Hörbuch ab sechs Jahren empfohlen. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob diese Zielgruppe nicht vielleicht etwas zu jung für das Hörbuch ist. Mir persönlich haben besonders die längeren Texte gut gefallen. Interessant fand ich, dass ich ein oder zwei Texte bereits in einer anderen Anthologie des Hörverlags kennengelernt habe. Allerdings ist diese Anthologie inzwischen nur noch als Download erhältlich. 

Gesamteindruck 
Dieses Hörbuch überzeugt mich nicht nur aufgrund der vielfältigen Texte und  der tollen Sprecher*innen, sondern auch durch seine optische, schöne Gestaltung, die Lust macht, zum Titel zu greifen. 
Wer einen Adventskalender für die Weihnachtszeit sucht, sollte sich Morgen, Kinder wird's was geben unbedingt auf den Wunschzettel für das kommende Jahr setzen. 

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Dieses Hörbuch wurde mir kostenlos als Rezensionsexemplar vom Verlag zur Verfügung gestellt. 

Mittwoch, 18. Dezember 2019

Blut ist dicker als Glühwein

Bild von Argon Verlag

Steckbrief 
Name: Blut ist dicker als Glühwein (auch als Buch erhältlich) 
Autor: Dietmar Bittrich (Hrsg.) 
Verlag: Argon Verlag 
Geeignet für: Menschen, die gerne (weihnachtliche) Kurzgeschichten lesen 
Gelesen oder gehört: gehört als ungekürztes Hörbuch 
Sprecher: Gabriele Blum, Simon Jäger, Nana Spier, Heike Warmuth, Thomas Nikolai, David Nathan 
Bewertung: 4 von 5 Punkten 


Klappentext 
(von Argon Verlag

"Jedes Jahr aufs Neue müssen wir uns an Weihnachten mit der buckligen Verwandtschaft herumschlagen: dem klugscheißenden Onkel, der überdrehten Tante, dem betrunkenen Schwiegervater, der esoterischen Schwägerin und den handysüchtigen Nichten und Neffen. Die Großeltern fordern Gedichte, die Eltern zanken, die Geschwister reden kein Wort miteinander. Einziger Trost: Bei anderen zu Hause läuft es nicht besser. Im Gegenteil." 


Meine Meinung 
Als ich mich bei der diesjährigen Frankfurter Buchmesse nach weihnachtlichen Hörbüchern erkundigte, wurde mir Blut ist dicker als Glühwein von Dietmar Bittrich empfohlen. Ich hoffte auf interessante, kurzweilige Geschichten und wurde nicht enttäuscht. 

Zum Inhalt kann ich an dieser Stelle gar nicht so viel schreiben. Die Anthologie besteht aus sechs Kurzgeschichten, die alle von unterschiedlichen Autor*innen stammen. Die Autor*innen der einzelnen Kurzgeschichten waren mir zuvor nicht bekannt. 
In allen Geschichten geht es natürlich um das Weihnachtsfest. Meistens erleben wir die Geschichten aus der Sicht einzelner Familienmitglieder*innen. Nur zwei Geschichten berichten von einer anderen Szenerie. 
Interessant finde ich sich den Titel der Anthologie bezogen auf die Geschichten anzuschauen. Blut könnte ja zum einen wörtlich oder auch zum anderen als Metapher gesehen werden. Diese Doppeldeutigkeit, die sich teilweise auch auf den Inhalt einzelner Geschichten auswirkt, hat mir gut gefallen. 
Allerdings habe ich beim Hören gemerkt, dass ich das Ende einiger Geschichten nicht ganz verstanden habe, was definitiv dafür sorgt, dass ich sie nochmal hören werde. 

Die Gestaltung des Hörbuches hat mir hier richtig gut gefallen. Das Hörbuch wurde ungekürzt produziert. Gerade bei einer Kurzgeschichtensammlung wäre eine gekürzte Produktion auch wirklich ärgerlich gewesen, da es bei den Geschichten auf jedes Wort ankommt. 
Die Geschichten wurden von unterschiedlichen Sprecher*innen gelesen. Im Gegensatz zu anderen Anthologien gab es hier bei den Geschichten keine Wiederholungen was die Sprecher*innen betrifft. Es gab ausschließlich eine*n Sprecher*in pro Geschichte. Toll war außerdem, dass zu Beginn jeder Geschichte nicht nur der/die Autor*in des Textes, sondern auch der/die Sprecher*in der Geschichte genannt wurde. Das ist bei Anthologien nur selten der Fall. Mich nervt das dann ziemlich, weil mir häufig einzelne Sprecher*innen gut gefallen, ich sie aber nicht zuordnen kann. 
Hier hingegen haben wir nicht nur die Möglichkeit neue Autor*innen, sondern auch neue Sprecher*innen kennenzulernen. Ich freute mich besonders auf ein Wiederhören mit Simon Jäger, den wir vor allem als Sprecher der Romane von Sebastian Fitzek kennen und David Nathan, der ebenfalls Krimis, Thriller und auch mal einen Fantasyroman liest. Blut ist dicker als Glühwein hat mich wieder bewusst werden lassen, dass ich wirklich mal ein Hörbuch hören möchte, das von Nana Spier gelesen wird. Sie hat eine angenehme Stimmfarbe und eine tolle Lesegeschwindigkeit. Soweit ich weiß, spricht sie die Romane von David Safier. Hier kann ich sie mir als Sprecherin auch sehr gut vorstellen. 

Der Schreibstil der Geschichten ist sehr flüssig. Ich konnte mich also schnell in jeder neuen Geschichte orientieren. Manche Geschichten haben eine humorvolle, andere eine spannende Note bekommen. Durch den lebendigen Schreibstil fühlte ich mich auch sehr gut unterhalten. 

Gesamteindruck 
Im Vergleich zu anderen Anthologien haben mir die Zusammenstellung der Geschichten und der Sprecher*innen hier sehr gut gefallen. Natürlich gibt es auch hier Geschichten, mit denen ich mehr anfangen konnte. Insgesamt ist Blut ist dicker als Glühwein aber ein echter Hörgenuss. 

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Meine Rezension im Podcast

Dieses Hörbuch wurde mir als Rezensionsexemplar kostenlos vom Verlag zur Verfügung gestellt. 

Montag, 16. Dezember 2019

Charlie und die Schokoladenfabrik

Bild von der Hörverlag
Steckbrief 
Name: Charlie und die Schokoladenfabrik (auch als Buch, Film erhältlich) 
Autor: Roald Dahl 
Verlag: der Hörverlag 
Geeignet für: Menschen, die gerne Satiren mögen, Dahl-Fans, 
Gelesen oder gehört: gehört als ungekürztes Hörbuch 
Sprecher: Ulrich Noethen 
Bewertung: 2,5 von 5 Punkten 


Klappentext 

"Charlies Familie ist so arm, dass er nur einmal im Jahr, an seinem Geburtstag, eine Tafel Schokolade bekommt. Doch dann gewinnt der kleine Junge eine der goldenen Eintrittskarten, mit der er die Schokoladenfabrik von Willy Wonka besichtigen darf. Dort macht er Bekanntschaft mit einem wahren Wunderland der Süßigkeiten, mit Schokoladenwasserfällen, Leucht-Lutschern und einer Bonbonjacht." 


Meine Meinung 
Als ich letztes Jahr weihnachtliche Hörbücher gesucht habe, wollte ich unbedingt Charlie und die Schokoladenfabrik hören, da ich die Geschichte bisher noch nicht kannte und unbedingt wissen wollte, ob sich die Literaturvorlage und die Verfilmung voneinander unterscheiden.

Zuerst einmal zum Inhalt: Zu Beginn von Charlie und die Schokoladenfabrik schildert Roald Dahl erst einmal den trostlosen Alltag von Charlies Familie: Die Familie lebt in einem Haus mit zwei Zimmern. In einem Zimmer schläft Charlie mit seinen Eltern. Das andere Zimmer wird von den Großeltern mütterlicherseits und väterlicherseits bewohnt. Das einzige Familienmitglied, das Geld verdienen kann, ist Charlies Vater. Doch als auch er seine Arbeit verliert, wird das Essen immer knapper.
Allerdings gibt es eine Neuigkeit, die etwas Leben in den Alltag von Charlies Familie bringt: Willy Wonka lädt fünf Kinder ein, seine berühmt-berüchtigte Schokoladenfabrik zu besichtigen. Es ist lange her, dass das Gelände von Menschen betreten wurde. Und wie sollte es anders sein: Durch eine Verkettung glücklicher Umstände erhält Charlie eine Eintrittskarte und nimmt einen seiner Großväter mit.

Buchlinge, ich bin etwas hin- und her gerissen, was den Inhalt der Geschichte betrifft:
Einerseits begegnet uns Roald Dahl in diesem Buch mit sehr viel Fantasie. Er beschreibt die Schokoladenfabrik mit ihren verschiedenen Räumen sehr bunt und setzt der Kreativität hier keine Grenzen. Von Schokoladenflüssen, über eckige Bonbons, die rund aussehen bis hin zu gläsernen Fahrstühlen warten in der Fabrik jede Menge Abenteuer, die es zu entdecken gibt. Und diese Kreativität erlebte ich auf der einen Seite als sehr angenehm.

Andererseits hat sich Roald Dahl mit seinen Charakteren bei mir nicht gerade beliebt gemacht: Natürlich beschreibt er auch die vier anderen Kinder, die neben Charlie die Fabrik besichtigen dürfen. Hier ist eines schwieriger als das andere. Eines haben alle vier Kinder gemeinsam: Sie akzeptieren keine Grenzen und wiedersetzen sich ihren Eltern oder Herrn Wonka, wenn diese ihnen welche aufzeigen wollen. Diese Verhaltensweise wird zum einen von Charlies Großeltern und zum anderen den Mitarbeitern von der Fabrik abfällig kommentiert.

Hier fehlte mir die Auseinandersetzung mit der Frage, warum die Kinder keine Grenzen akzeptieren. Stattdessen nutzt Roald Dahl diese vier Charaktere und die Handlung der Geschichte dazu, um Kindern zu zeigen, was passiert, wenn man sich nicht anpasst. Diese Botschaft, die hier zu finden ist, fand ich ziemlich abstoßend.

Die Hörbuch Gestaltung hat mir aber gut gefallen. Das Hörbuch wurde ungekürzt produziert. Und das hat mir noch einmal bewusst gemacht, wie viel von der Geschichte im gleichnamigen Film zu sehen ist. Charlie und die Schokoladenfabrik wird von Ulrich Noethen gelesen. Ich war mir erst nicht sicher, ob er gut zu der Geschichte passt. Er hat eine tiefe Stimme, was bedeutet, dass man hört, dass er schon etwas älter ist. Außerdem interpretiert er im Vergleich zu anderen Sprechern von Kinderbüchern eher introvertiert, was bedeuten soll, dass er den Charakteren keine eigene Stimme verleiht, oder diese eher schlicht ist.
Allerdings fiel mir nach und nach auf, dass Ulrich Noethen gerade durch die ruhigere Interpretation mehr auf die Feinheiten achtet und diese hier sehr gut hervorhebt. Und genau das ist bei Charlie und die Schokoladenfabrik auch wirklich wichtig.
Zudem passt er sich der Atmosphäre der Geschichte sehr gut an. Während der Roman zu Beginn noch trostlos wirkt, greift Ulrich Noethen den Wechsel hin zur Freude gekonnt auf.

Der kreative Anteil in Roald Dahls Schreibstil sprach mich sehr an. Hier entdeckte ich auch einige Aspekte, die mir im Film noch nicht aufgefallen waren. Allerdings störte mich diese pseudo-pädagogische Sichtweise, die in Roald Dahls Schreibstil leider sehr präsent ist. Einerseits versuchte ich dann diese ganzen Wertungen nicht ernst zu nehmen und mich an der Geschichte zu erfreuen. Andererseits nervten mich seine pädagogischen Botschaften und ich fragte mich, ob die Geschichte nicht eher dazu verwendet wurde, um Kindern Angst zu machen.

Gesamteindruck 
Wenn man es schafft, Roald Dahls pädagogischen Feldzug nicht allzu ernst zu nehmen, ist die Geschichte ganz unterhaltsam. Zusammenfassend kann ich sagen, dass mir Ulrich Noethens Interpretation sehr gut gefallen hat, ich den Inhalt aber eher fragwürdig fand.

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Meine Rezension im Podcast.

Andere Meinungen
Miss Paperlove


Dieses Hörbuch wurde mir als Rezensionsexemplar kostenlos vom Verlag zur Verfügung gestellt. 

[Buchclub] #TeamBritt: Britt-Marie war hier

Diese Rezension ist gleichzeitig auch der Diskussionsbeitrag zu unserer [Buchclub]-Lektüre. Ich freue mich also, wenn ihr Zeit und Lust habt, euch mit mir in den Kommentaren über den Titel auszutauschen. Falls ihr euch jetzt fragt, was es mit dem Buchclub auf sich hat, werft einen Blick in diesen Beitrag


Bild von Argon Verlag
Steckbrief
Name: Britt-Marie war hier (auch als Buch erhältlich) 
Autor: Fredrik Backman 
Verlag: Argon Verlag 
Geeignet für: Backman-Fans, oder Menschen, die Geschichten fürs Herz suchen 
Gelesen oder gehört: gehört als gekürztes Hörbuch 
Sprecher: Heikko Deutschmann 
Bewertung: 5 von 5 Punkten 


Klappentext 
(von Argon Verlag)

"Wo diese Frau aufräumt, bleibt kein Herz unberührt

Britt-Marie hat ihr Leben lang gewartet, dass ihr Leben endlich anfängt. Andere sagen, sie sei pedantisch, aber sie will doch nur, dass alles ordentlich und schön ist. Nach vierzig Jahren hat sie ihren Mann verlassen und sucht einen Job. Borg ist ein Ort, in den eine Straße hinein- und wieder hinausführt. Arbeit gibt es hier schon lange nicht mehr. Das Einzige, was allen geblieben ist, ist die Begeisterung für Fußball. Wofür Britt-Marie nun wirklich kein Verständnis hat … Ein Hörbuch übers Verlieren, Verlieben und Mitspielen, wenn das Leben ins Rollen kommt." 

Meine Meinung 
Dieses Hörbuch ist dank Ge(h)folge Mitglied Isona bei mir eingezogen. Ich bin sehr froh, dass sie mir das Hörbuch mitgebracht hat und das es auch gleichzeitig eines unserer Buchclub Lektüren geworden ist. Ich glaube, Fredrik Backman gehört dank diesem Titel zu einem meiner Lieblingsautoren.

Kommen wir zuerst zum Inhalt: Wir lernen Britt-Marie kennen. Sie ist eine ältere Dame, die einen neuen Job sucht. Doch in Zeiten der Finanzkrise ist das alles andere als einfach. Doch wie der Zufall so will, verschlägt es Britt-Marie in ein kleines, verschlafenes Dorf. Ein Dorf, dessen Bewohner*innen die Hoffnung auf ein besseres Leben bereits aufgegeben haben. Doch da haben sie ihre Rechnung ohne Britt-Marie gemacht.

Fredrik Backmans Romane kennzeichnen sich vor allem durch seine vielschichtigen Charaktere.
Britt-Marie machte auf mich den Eindruck, dass sie die letzten Jahre nicht viel von der Welt mitbekommen hat. Wenn man es böswillig interpretiert, könnte man dem Autor unterstellen, in Britt-Marie das typische Hausfrauen Klischee geschaffen zu haben. Uns wird aber schnell klar, dass Britt-Marie keinesfalls naiv ist. Sie wurde aus ihrer Routine geworfen und hat eine tiefe Sehnsucht in sich, die sie dazu veranlasst, den Schritt ins Ungewisse zu gehen und sich auf etwas Neues einzulassen.
Doch dann trifft sie auf die Bewohner*innen von Borg, einem kleinen Dorf in dem es scheinbar nur einen einzigen Laden gibt. Die Bewohner*innen leben vor sich hin und scheinen sich damit abgefunden zu haben, dass nach und nach Institutionen oder Fußballplätze geschlossen werden und es sowieso nicht genug Arbeit für alle gibt. Britt-Marie hingegen ist eine ordentliche Person, die es gerne aufgeräumt hat. Und da gibt es in Borg mehr als genug zu tun.
Britt-Marie trifft auf eine ehemalige Fußballspielerin, die weder mit dem Ballsport noch mit Borg irgendetwas zu tun haben möchte. Außerdem lernt sie schnell eine Gruppe Kinder kennen, die von einem rebellischen Mädchen angeführt wird, das verrückt nach Fußball ist.

Obwohl ich hier ein paar Parallelen zu Ein Mann namens Ove entdecken konnte, schwächte das dieses Hörbuch keinesfalls ab: In Ein Mann namens Ove erzählte Fredrik Backman ebenfalls von einem Rentner, der mit seinem Leben abgeschlossen hatte und nur noch auf den Tod zu warten schien. Er trifft auf eine Familie mit Migrationshintergrund, die sein Leben ändert. Auch Britt-Marie, die zuvor kaum soziale Kontakte hatte, findet in einer Frau mit Migrationshintergrund die erste Freundin in der Fremde.

Fußball scheint eines der zentralen Themen in Britt-Marie war hier zu sein. Das Tolle ist, obwohl ich nicht viel mit Fußball anfangen kann, hat es Fredrik Backman geschafft, nicht in eine Fußballfachsprache abzudriften, sondern die Symbolik des Ballsports herauszuarbeiten. Denn eines steht fest: Fußball verbindet und sorgt somit für Gemeinschaft.

Was die Gestaltung des Hörbuches betrifft, treffen wir hier auf einen alten Bekannten. Heikko Deutschmann ist die Stimme hinter den Titeln von Fredrik Backman. Obwohl er eine tiefe Stimme hat und wir hier eine Frau als Protagonistin haben, hat mir seine Interpretation des Hörbuches unglaublich gut gefallen. Er hat es geschafft, die Atmosphäre wunderbar zu transportieren. Fredrik Backman erzählt hier nämlich viel zwischen den Zeilen. Deswegen braucht es einen Sprecher, der diese Zwischentöne in Worte fasst, ohne zu viel zu erzählen. Genau das hat Heikko Deutschmann geschafft
Die Geschichte wird in fast acht Stunden erzählt und ist beim Argon Verlag als gekürztes Hörbuch erschienen. Ich hätte Britt-Marie war hier auch gerne in der ungekürzten Fassung gehört, weil ich sie als Protagonistin und die Bewohner*innen von Borg lieb gewonnen habe und gerne noch etwas mehr Zeit mit ihnen verbracht hätte. Dennoch hatte ich nicht den Eindruck, dass mir inhaltliche Informationen fehlen, um den Zusammenhang der Geschichte verstehen zu können.

Fredrik Backmans Schreibstil kennzeichnet sich vor allem dadurch aus, dass er nicht viele Worte braucht, um eine Szene zu beschreiben. Er schreibt kurze Sätze und erzählt das Wesentliche zwischen den Zeilen. Hier und da schlägt er auch mal melancholische Töne an, aber ohne, dass sich ein Nebel aus Trauer über die Szenerie legt. Besonders gut gefallen mir seine Dialoge, weil wir hier mitbekommen, dass Charaktere mit unterschiedlichen Hintergründen aufeinandertreffen und sich irgendwie miteinander arrangieren müssen.

Gesamteindruck
Britt-Marie war hier hat es in nicht einmal einer Stunde geschafft, zu einem meiner Jahreshighlights zu werden. Ich hätte nicht gedacht, dass mich die Geschichte und ihre Protagonistin so begeistern kann. Ich hoffe sehr, dass wir im Buchclub über den Titel sprechen, da ich gefühlt so viele Insider in mir herumtrage, die ich noch nicht mit anderen Leser*innen teilen kann.
Für alle, die eine Geschichte fürs Herz suchen und mit einem schönen und keinem traurigen Gefühl zurückgelassen werden wollen, könnte sich Britt-Marie war hier womöglich zu einer Pflichtlektüre entwickeln.


Zum Film 
Der Film kommt bei weitem nicht an die Literaturvorlage heran. Er wirft die Handlungsstränge nicht nur durcheinander, sondern erzählt die Geschichte auch oberflächlich. Es gibt keine Möglichkeiten eine Beziehung zu den einzelnen Figuren aufzubauen. Schaut man nur den Film, könnte man den Eindruck bekommen, dass es hier nur um eine Frau geht, die nach vielen Jahren endlich hinaus ins Leben geht. DAbei steckt so viel mehr in dieser Geschichte.


Frau, die uns über 
ein Buch hinweg anschaut. 
Um sieh erum ein Kreis in dem 
Buchclub steht.  
steht. Foto: A. Mack 

Und Du? 
Wie hat Dir die Geschichte gefallen? 
Was denkst Du über Britt-Marie? 
Hast Du einen Lieblingscharakter? 

Spoilerfrage: 
Was denkst Du über ihre Entscheidung am Ende der Geschichte? 

Sonntag, 15. Dezember 2019

Ge(h)plaudert: Hörbücher für die Weihnachtszeit #7

Hallo Buchlinge, 

nun ist die vorletzte weihnachtliche Podcast Folge online gegangen. Obwohl ich diesmal gar nicht so viel zu erzählen habe, ist die Folge doch länger als gedacht. Diesmal habe ich einen Kurzgeschichtenband und ein Hörspiel im Gepäck. 
Ich wünsche gute Unterhaltung. 


Erwähnte Hörbücher bzw. Hörspiele:
*Blut ist dicker als Glühwein von Dietmar Bittrich
Tod unter Lametta 2 von Kai Magnus Sting.

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Die mit * markierten Titel wurden mir von den jeweiligen Verlagen kostenlos als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

3. Advent: Vor 65 Jahren (1954)

Eine Schneeflocke.
Foto: A. Mack

»Seid ihr so weit?« Karl Gustav Advent stand mit seinen beiden Brüdern vor der Haustür der großen Villa. 
Das Haus war verlassen. Die Brüder warteten immer, bis die Familien außer Haus waren. Schließlich wollten sie nur Geld, aber keine Gewalt anwenden müssen. 
Karl Gustav war mit seinen fünfzehn Jahren der Älteste und Kräftigste unter ihnen. Er wusste genau, was er wollte. 
»Und wenn wir erwischt werden?«, fragte einer seiner Begleiter leise. 
»Horst, wie oft sind wir schon eingebrochen?«, fragte Karl Gustav mit ruhiger Stimme. 
Horst blickte zu Boden und murmelte: »Das ist unser zehnter Einbruch diese Woche.« Es war bereits Mitte Dezember. Ihre Serie hatte Anfang des Monats begonnen. 
»Genau. Und wie oft haben sie uns schon erwischt?« Warum müssen sie immer  so ängstlich sein? Bisher läuft doch alles nach Plan, dachte Karl Gustav ungeduldig. Sie hatten mit ihrer Einbruchserie in den Nachbardörfern begonnen und arbeiteten sich langsam zu ihrem Wohnort vor. 
»Kein Mal«, murmelten beide Brüder im Chor. 
»Da seht ihr’s! Außerdem machen wir das Ganze ja für eine gute Sache. Wir borgen uns was von den Reichen aus und geben es den Armen. Schaut euch mal dieses Haus an. Da ist so viel Platz. Denen wird gar nicht auffallen, dass etwas fehlt.« 
Seine Brüder nickten zögernd und setzten dann die mitgebrachten Rucksäcke ab, um das Material herauszuholen, mit dem sie das Haustürschloss öffnen wollten. Einer von ihnen griff nach der Zange,  während der andere die Büroklammern aus seiner Jackentasche zog. 
Doch Karl Gustav musste erst einmal einer schrägen Angewohnheit nachgehen. Er ging zur Haustür und drückte die Klinke herunter. Woher er diesen merkwürdigen Tick hatte, konnte er sich nicht erklären. Bei einem verlassenen Haus war es schließlich logisch, dass die Haustür verschlossen war. Oder? 
Doch als er die Klinke so herunterdrückte, zuckte er mit einem Mal zurück. Die Tür gab nach. Sie haben vergessen, abzuschließen, dachte er und war sich nicht sicher, ob er sich darüber freuen, oder dem Ganzen eher misstrauisch gegenüberstehen sollte. Hatten sie keine Alarmanlage?, fragte er sich im selben Moment. Vielleicht ist doch jemand daheim, machte sich eine böse Vermutung in ihm breit. Karl Gustav holte tief Luft und beschloss die Zweifel, die in seinem Kopf hin und her schwirrten, gekonnt zu überhören. 
»Sie sind zu Hause!«, flüsterte Horst. 
»Ach, was! Seht ihr ein Auto in der Einfahrt?«, zischte Karl Gustav. 
Die Brüder schüttelten die Köpfe. 
»Packt das Zeug wieder ein und holt die Taschenlampen raus«, meinte Karl Gustav. Die Brüder gehorchten und alle drei betraten mit leisen Schritten den Eingangsbereich der Villa. 

Zur selben Zeit im Obergeschoss 
»Sie sind drin.« Schmitt lächelte zufrieden, obwohl sein Kollege das im Dunkeln natürlich nicht erkennen konnte. 
Zum Glück hatte die Familie mitgespielt und sich für einen abendlichen Ausflug in einer benachbarten Stadt entschieden. So hatten die Jungen geglaubt, in Ruhe einbrechen zu können. Was denken die sich nur dabei?, fragte sich Schmitt. 
»Die sind schon etwas dämlich«, zischte sein Kollege. 
Schmitt nickte. Wer brach schon in ein Haus ein, wenn die Haustür bereits offen stand? 

Im Erdgeschoss 
Die Brüder leuchteten den Raum genau ab. 
»Hier gibt es doch gar nichts«, meinte Horst. 
»Sie servieren uns die Schätze schon nicht auf dem Silbertablett. Ein bisschen suchen müssen wir schon«, erklärte Karl Gustav. 
Heute ist mein großer Tag, dachte er. So ein großes Haus hatten sie sich bisher nie ausgesucht. 
Mit dem Gewinn können wir sicher noch weiteren Familien helfen, dachte Karl Gustav zufrieden. Die ersten Gelder waren bereits an Menschen weitergegeben worden, die es verdient hatten und gewiss nötiger brauchten, als die ursprünglichen Besitzer. 
Sie hatten das Geld oder den gestohlenen Schmuck in Briefumschläge gesteckt und den neuen Besitzern entweder vor die Haustür, oder in den Briefkasten gelegt. Karl Gustav wusste, dass er es nicht riskieren konnte, die Geschenke persönlich zu übergeben. Fast wie Robin Hood, dachte er zufrieden. 
Seit er den Film im November gesehen hatte, ließ ihn die Geschichte des Helden nicht mehr los. 
Karl Gustavs Familie gehörte zwar zum Mittelstand, aber dennoch konnte er es kaum ertragen, dass es Menschen gab, die ihr Geld zum Fenster herauswarfen, während Andere von einem besseren Leben träumten, das ihnen wohl immer verwehrt bleiben würde. Robin Hood hatte ihm nur den richtigen Anstoß gegeben, etwas gegen dieses Ungleichgewicht tun zu können. 
»Los, kommt mit in den ersten Stock!«, zischte er und ging als Erster die Treppe nach oben. 

Im ersten Stock: Am Ende des Flures 
»Sie kommen!« Das Flüstern war kaum merklich. Der Flur war zwar lang und zwischen ihnen und den Jungen lagen mindestens fünf Zimmer, aber dennoch wussten sie genau: Wenn die Jungs jetzt etwas hörten, waren sie weg und die Mission wäre gescheitert. 
Schmitt nickte nur. Es war keine Zeit mehr, um weitere Fragen zu stellen. Sie mussten nur noch hoffen. Und zwar darauf, dass die Jungs erst einmal die Schränke mit den Pokalen und Medaillen entdeckten. 
»Alle auf Position«, zischte Schmitt und platzierte sich selbst neben dem Lichtschalter. 

Die Advents 
»Schaut euch das mal an!« Horst hatte ein Regal gefunden, in dem einige Pokale und Medaillen präsentiert wurden. 
»Das ist genial. Wenn wir die schmelzen und zu Münzen umformen lassen, dann können wir sicher vielen Leuten helfen«, meinte Karl Gustav hoffnungsvoll. Er öffnete seinen Rucksack und begann damit, einen Pokal nach dem anderen in seiner Tasche verschwinden zu lassen. 
Seine Brüder kümmerten sich um die Medaillen, wurden aber immer wieder abgelenkt, weil sie die Gravuren lesen wollten. 
Es waren Preise von Schwimmwettkämpfen. Entweder stammten die Titel hier aus der Region oder sogar aus anderen Städten. Karl Gustav war schwer beeindruckt. 
Nach minutenlangem Staunen und Packen war das Regal schließlich leer geräumt. 
»Gut, lasst uns gehen«, meinte Karl Gustav. Der erste Teil der Arbeit war schließlich getan. 
»Nicht so schnell!«, rief eine laute, tiefe Stimme. Karl Gustav zuckte zusammen. Seine Brüder schrien. 
Doch bevor sie sich rühren konnten, wurde das Deckenlicht angemacht und Karl Gustav stellte mit Entsetzen fest, dass sie von Polizisten umgeben waren. 
»Du hast gesagt, wir werden nicht erwischt!«, rief Horst wütend. 
»Da hat sich dein Bruder wohl getäuscht!«, erklärte einer der Männer, der einen langen Mantel mit Hut trug, während die anderen Polizisten in Uniform vor ihnen standen. 
»Bringen wir sie aufs Revier. Aber bitte ohne Tamtam. Die Mission soll schließlich geheim bleiben.«

Auf dem Revier 
»Gut, Jungs. Würdet ihr uns bitte erklären was das soll? Ihr seid mindestens in fünfzig Haushalte eingebrochen. Und das innerhalb von drei Wochen!« Der Polizist mit Hut hatte sich als Kommissar Schmitt vorgestellt. 
Karl Gustav und seine Brüder saßen inzwischen in einem Vernehmungsraum. Ihnen gegenüber der Kommissar. 
Die jüngeren Brüder blickten hilfesuchend zu Karl Gustav. Doch der wusste selbst nicht so genau, was er antworten sollte. 
»Wisst ihr, wie wir euch auf die Schliche gekommen sind?«, fragte Schmitt weiter. 
Die Jungen schwiegen. 
Das soll wohl eine rhetorische Frage sein, dachte Karl Gustav mürrisch. Die Rucksäcke waren beschlagnahmt worden. Der Inhalt wanderte gerade wieder in die Villa zurück. 
»Uns wurden Schmuck und Geld vorbeigebracht.« Wie zum Beweis hielt der Kommissar eine Plastiktüte hoch, in der Ketten, Ringe und Ohrringe lagen. 
»Sie hätten das Zeug behalten sollen!«, entfuhr es Karl Gustav. Ich dachte, wir machen ihnen eine Freude, fügte er in Gedanken hinzu. 
»Die Menschen hatten Angst, dass sie mit einem Verbrechen in Verbindung gebracht werden könnten, dass sie nicht begangen haben«, meinte Schmitt ruhig. 
»Das war doch kein Verbrechen! Wir haben uns nur etwas von Menschen ausgeborgt, dass sie sowieso nicht brauchen«, rief Karl Gustav. 
»Moment mal! Woher willst du das überhaupt wissen?«, konterte Schmitt. 
»Na, die Reichen leben in Saus und Braus. Sie haben mehr als genug Geld. Da fällt es ihnen doch gar nicht auf, wenn ein bisschen davon fehlt. Und den Schmuck können sie doch jederzeit nachkaufen«, meinte Karl Gustav kleinlaut. 
»Junge, das sind Erbstücke! Die gibt es nicht zu kaufen. Die werden von Generation zu Generation weitergegeben.« Schmitt seufzte und stand auf. 
»Kommen wir jetzt ins Gefängnis?«, fragte Horst ängstlich. 
»Das kommt ganz darauf an«, meinte Schmitt und verließ den Raum. 

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Zur Übersicht


Gewinnspiel 
Bei diesem Beitrag handelt es sich um den dritten Teil meiner diesjährigen Adventsgeschichte. An jedem Adventssonntag gibt es ein Kapitel. Mehr Infos zur Aktion und zu den Teilnahmebedingungen des damit verbundenen Gewinnspiels findest Du in diesem Beitrag
In diesem Abschnitt werden nun vier Titel verlost, die ein neues Zuhause suchen. Beim Klick auf den Namen der Geschichte, landet ihr bei meiner Rezension, sofern sie bereits erschienen ist. Hinter den/die Autor*in der Geschichte verrate ich, ob es sich um einen Hardcover Titel, ein Taschenbuch oder ein Hörbuch handelt. 
Achtung: Da ich die Printbücher alle gelesen habe, enthalten diese leichte Gebrauchsspuren. 

Bild von RandomHouse Audio
Endgültig von Andreas Pflüger (Paperback) 
Diesen Titel habe ich tatsächlich noch nicht gelesen. Obwohl ihr zu eurer Linken das Hörbuch Cover seht, liegt mir der Titel als Paperback vor. (Ich werde die Reihe demnächst als Hörbuch beginnen). 
In Endgültig handelt es sich um den Auftakt von Andreas Pflügers Krimireihe rund um die Verhörspezialistin und Fallanalytikerin Jenny Aaron, die aufgrund eines missglückten Einsatzes erblindete und zudem auch traumatisiert ist. 
Natürlich bin ich tierisch gespannt, was es mit dem Trauma auf sich hat und ob sie es schafft, das Trauma schon im ersten Band zu überwinden. Als ich im Rahmen einer Buchmesse mit einer Mitarbeiterin von RandomHouse Audio über diese Reihe gesprochen habe, erzählte sie mir, dass diese Krimireihe eine der wenigen Titel ist, die sie auch privat gelesen hat, weil ihr die Reihe so gut gefallen hat. Da Mitarbeiter*innen von Verlagen schon von Berufswegen viel lesen müssen, will das schon was heißen. 

Bild von
 
cbj Verlag 
Ein Sommer und vier Tage von Adriana Popescu (Paperback) 
Hier lernen wir Paula und Lewis kennen, die ihre Sommerferien in einem Vorbereitungscamp für das anstehende Abi verbringen sollen. Während Paula recht optimistisch scheint, hat Lewis ganz andere Pläne. Anstatt die Ferien mit dem Lernen zu verbringen, begeben sich die beiden auf einen viertägigen Roadtrip durch Italien. 
Bei diesem Titel handelt es sich um das erste Jugendbuch von Adriana Popescu. Euch erwartet hier ein sehr bewegender Prolog, zwei tolle Protagonisten, unterhaltsame Dialoge und ein wirklich schönes Setting. Wenn euch das kalte Wetter auf die Nerven geht und ihr - zumindest literarisch -, gerne verreisen wollt: Greift zu und sichert euch diesen Gewinn. 

Bild von der hörverlag 
Das Geheimnis der Schnallenschuhe von Agatha Christie (Hörbuch) 
Hierbei handelt es sich um einen Hercule Poirot Krimi. Der Ermittler befindet sich beim Zahnarzt, als dessen Praxis plötzlich zum Schauplatz eines Mordes wird. 
Agatha Christie überzeugt hier wieder mit einer gut verstrickten Handlung, tollen Charakteren und einem angenehmen Schreibstil. Der Krimi hat mir eine kurzweilige, gute Unterhaltung beschert. Gelesen wird das Hörbuch von Oliver Kalkhofe, der mir das ein oder andere Mal ein schmunzeln ins Gesicht zauberte und ziemlich gut zur Geschichte passt.

Bild von der Hörverlag
Der Fall des verschwundenen Lords von Nancy Springer 
Hierbei handelt es sich um den ersten Fall der jungen Ermittlerin Enola Holmes. Sie ist die jüngere Schwester von Sherlock Holmes und möchte sehr gerne in dessen Fußstapfen treten. Leider bietet ihr das Schicksal auch recht schnell die richtige Gelegenheit dazu. 
Enola Holmes ist clever, schlagfertig und eine wirklich tolle Protagonistin. Meistens weiß sie, was sie will und kommt -, wenn auch auf Umwegen -, immer ans Ziel. 
Gelesen wird das Hörbuch von Luisa Wietzorek, deren Interpretation mir wirklich gut gefallen hat. 

Wenn Du nun neugierig auf einen dieser Titel bist, schreib mir doch eine E-Mail an EmmaZecka(at)gmx.de und setze Deinen Wunschtitel in den Betreff der Mail. Einsendeschluss ist Dienstag der 31.12.19 um 23:00 Uhr.


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