Montag, 12. August 2019

[Anzeige] Eine Tüte grüner Wind

Bild von steinbach sprechende
Bücher
Steckbrief 
Name: Eine Tüte grüner Wind (auch als Buch erhältlich) 
Autor: Gesine Schulz
Verlag: steinbach - sprechende Bücher
Geeignet für: Menschen, die Jugendbücher und kurzweilige Geschichten für die Sommerzeit mögen
Gelesen oder gehört: gehört als ungekürztes Hörbuch
Sprecher: Sanne Schnapp
Bewertung: 4,5 von 5 Punkten 


Klappentext 

"Eigentlich sollte Lucy mit ihrer Mutter die Sommerferien in den USA verbringen. Doch dann fällt der Trip ins Wasser und Lucy muss stattdessen ganz alleine nach Irland fliegen. Zu einer Tante, die sie gar nicht kennt und die angeblich ein bisschen verrückt ist. Ob ihr altes Haus ein Dach hat, ist auch nicht sicher. Dabei regnet es in Irland pausenlos! Außerdem sollen alle Leute dort rote Haare haben. Lucy will da nicht hin, kein bisschen. Aber sie hat keine Wahl, darum färbt sie sich trotzig die Haare (irisch-rot!) und fliegt los ... [...]" 


Meine Meinung 
Als ich zu Eine Tüte grüner Wind gegriffen habe, befand ich mich in einer Art Geschichten Tief. Die letzten Titel, die ich beendet hatte, konnten mich nicht wirklich begeistern. Auf meinem Stapel ungehörter Hörbücher gibt es immer noch den kleinen Teil der Titel, die im Rahmen der diesjährigen Leipziger Buchmesse bei mir eingezogen sind. Aus einem halben schlechten Gewissen heraus, weil das Hörbuch schon so lange ungehört bei mir herumlag, griff ich schließlich zu diesem Titel und erlebte eine Überraschung. 

Inhalt 
Wir begegnen der jungen Lucy, die sich schon seit Wochen auf den gemeinsamen Amerika Urlaub mit ihrer Mutter freut. Doch diese überlegt es sich kurz vor den Sommerferien anders und will lieber Zeit mit ihrem neuen Partner verbringen. Doch wo soll Lucy in dieser Zeit unterkommen? Schließlich hat ihre Mutter eine Idee und schickt das Mädchen zu ihrer Tante Paula nach Irland. Einer Tante, die Lucy noch nie gesehen hat und bei der sie gleich den Großteil ihrer Sommerferien verbringen soll. 

Unsere Protagonistin Lucy war mir sofort sympathisch, was vielleicht auch damit zusammenhängt, dass sie mir leid tat, weil sie gleich zu Beginn der Geschichte keinen Platz hat, an dem sie willkommen ist, sondern eher von A nach B geschoben wird. Lucy wirkt allein und weiß nicht so recht, wo sie hin gehört. Aber es liegt auch nicht in ihrer Natur sich zu beschweren. Schließlich will sie ja, dass zumindest ihre Mutter schöne Sommerferien hat. 

Was mir an der Handlung von Eine Tüte Grüner Wind sehr gut gefallen hat, war, dass es keine typische Familiengeschichte ist: Wir kennen sie alle, diese Titel, bei denen Kinder zu ungeliebten Verwandten abgeschoben werden und erst einmal deren Herz für sich gewinnen müssen. Paula und Lucy hingegen nähern sich sehr vorsichtig einander an. Paula ist keinesfalls eine verbitterte Tante, die ihre Nichte nur zähneknirschend bei sich aufnimmt. Allerdings stellt sich sehr schnell heraus, dass Paula überhaupt nicht weiß, wie sie mit Lucy umgehen soll. Wie möchte Lucy ihre Ferien verbringen? Muss Paula bestimmte Erwartungen erfüllen? Wenn ja, welche? 

Es war unheimlich schön zu beobachten, wie sich die beiden einander annähern und langsam begreifen, was der jeweils anderen wichtig ist. Das Schöne an Eine Tüte grüner Wind ist, dass Gesine Schulz Regeln über den Haufen wirft. Lucy ist von ihrer Mutter Struktur gewohnt. Ferien hin oder her, man frühstückt zur selben Zeit und verbringt ganz bestimmt nicht den ganzen Tag mit einem guten Buch im Bett. Paula hingegen sieht das anders. Immerhin hat Lucy ja Ferien. Da soll sie doch auch ein paar Freiheiten haben, oder? 

Der Spannungsbogen plätschert in Eine Tüte grüner Wind etwas vor sich hin. Verglichen mit anderen Titeln, bei denen man bei einem fehlenden Spannungsbogen mit den Augen rollt und sich fragt, wann die Geschichte endlich in Gang kommt, war das Tempo von diesem Jugendbuch gerade richtig, weil es mehr um die zwischenmenschlichen Beziehungen geht. 

Gestaltung des Hörbuches 
Das Hörbuch wurde von steinbach - sprechende Bücher als ungekürzte Lesung produziert, was mich sehr gefreut hat. Als ich nach Beenden des Titels etwas recherchierte, stellte ich erstaunt fest, dass die Buchvorlage bereits schon ein paar Jahre alt ist. Deswegen bin ich ziemlich erstaunt, dass der Titel überhaupt noch interessant für den Hörbuchverlag war. Schließlich bin ich bisher davon ausgegangen, dass Hörbuchverlage vor allem aktuelle Titel produzieren, also Titel, die maximal 1-2 Jahre alt sind.

Als Sprecherin lernen wir hier Sanne Schapp kennen. Eine Freundin, die mit mir in Leipzig auf der Messe war, erzählte mir, dass sie die Sprecherin am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig fand, was mich etwas zögern ließ zum Hörbuch zu greifen. Ich hingegen mochte ihre Stimmfarbe sofort. Sie transportiert die Atmosphäre der Geschichte aus meiner Sicht gekonnt und hat mich wirklich gut unterhalten. Sie liest sehr schlicht, verstellt ihre Stimme nicht groß, wenn sie unterschiedliche Charaktere interpretier. Aber sie konnte mir Lucy als Protagonistin näher bringen und schaffte es, ihre Naivität und ihr Vertrauen in die Welt in Worte zu fassen. 

An Gesine Schulz Schreibstil erkennen wir, dass wir hier ein Jugendbuch, wenn nicht sogar ein Kinderbuch vor uns haben. Der Schreibstil ist einfach gehalten, konnte mich aber dennoch gut unterhalten, weil hier und da Witz eingebaut war, den man nur versteht, wenn man sowohl die Perspektive eines Kindes, als auch die Perspektive eines Erwachsenen kennt. Ich mochte es, wie Gesine Schulz die Atmosphäre der Geschichte beschreibt und habe ihre Dialoge sehr gerne gehört. 

Gesamteindruck 
Zusammenfassend kann ich sagen, dass Eine Tüte grüner Wind mein Monatshighlight aus dem Juli war. Hierbei handelt es sich um eine kurzweilige Sommerlektüre, die uns viele unterhaltsame Hörstunden beschert. 

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Mehr Infos zur Geschichte
Website von Gesine Schulz.

* Dieses Hörbuch wurde mir als Rezensionsexemplar kostenlos vom Verlag zur Verfügung gestellt. 

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Den Textbaustein habe ich von Pergamentfalter übernommen.