Mittwoch, 24. Juli 2019

Die kleine Sommerküche am Meer (Floras Küche Band 1)

Bild von HörbuchHamburg
Steckbrief 
Name: Die kleine Sommerküche am Meer
Autor*in: Jenny Colgan 
Verlag: HörbuchHamburg 
Geeignet für: Fans von Liebes- oder Familienromanen und Reihen in diesem Stil 
Gelesen oder gehört: gehört als gekürztes Hörbuch 
Sprecher*in: Vanida Karun 
Bewertung: 2,5 von 5 Punkten 

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Klappentext 
(von HörbuchHamburg

"Vom quirligen London zur entlegenen Insel Mure? Nein – nur widerwillig kehrt die junge Flora in ihre schottische Heimat zurück. Weder die unberührte Landschaft noch das glitzernde Meer können sie aufmuntern, während sie ihren geschwächten Vater und ihre Brüder versorgt. Doch dann entdeckt sie das alte Kochbuch ihrer verstorbenen Mutter, und als sie ein Rezept nach dem anderen ausprobiert, öffnet sich ihr Herz: für die Sinnlichkeit des Essens, für die Schönheit der Natur und für einen neuen Anfang …" 

Meine Meinung 
Dieses Hörbuch wurde vor einer Weile in einem Hörbuchthread bei LovelyBooks empfohlen. Natürlich ging ich nur nach dem Titel der Geschichte und dachte mir, dass es, allein nach dem Titel zu urteilen, nach einer interessanten, vielleicht auch emotionalen Geschichte klingt. Doch leider muss ich sagen, dass mich der Auftakt dieser Reihe nicht vollständig von sich überzeugen konnte. 

Inhalt 
Wir lernen Protagonistin Flora kennen, die von einer kleinen Insel nach London gezogen ist. Dort arbeitet sie für eine Anwaltskanzlei. Doch dann bekommt ihre Arbeitsstelle einen Kunden, der sich ausgerechnet in Floras Heimat niedergelassen hat. Natürlich wird sie als Mitarbeiterin für das neue Projekt gebraucht. Und das, obwohl sie ihre Heimat am liebsten so schnell nicht wieder betreten hätte. 

Das Schöne an der Geschichte war die Atmosphäre in Floras Heimat, die Jenny Colgan wirklich gut beschreibt. Wir begleiten Flora nämlich auf eine kleine irische Insel, die aber alles andere als verschlafen wirkt. Die Bewohner*innen, wissen genau, was sie wollen und sind nicht gut auf Flora zu sprechen. Schließlich hat sie ihren Vater und ihre Brüder nach dem Tod der Mutter im Stich gelassen. 

Die Charaktere von Die kleine Sommerküche am Meer sind sehr oberflächlich gehalten. Flora ist liebevoll und wächst langsam über sich hinaus. Außerdem lernen wir zwei Männer kennen, die Flora sehr beschäftigen. Doch die beiden Charaktere wirken austauschbar und erinnern mich an das Männerklischee, das uns in vielen Liebesgeschichten dieser Art begegnet: Der introvertierte Typ, der die Protagonistin erst nach einigen Prügeleien mit dem Zaunpfahl wahrnimmt und auf der anderen Seite der naturverbundene, in sich ruhende Typ, der mit seinem Leben im Großen und Ganzen zufrieden ist. Und natürlich wird sich Flora im Laufe der Geschichte für einen der beiden Männer entscheiden. 

Wen ich aber interessant und sympathisch fand, waren die Nebencharaktere, die hier vor allem in Form von Floras Brüdern, einer Nichte und einem Hund auftreten. Und sie symbolisieren das bunte Familientreiben, das die Atmosphäre der Geschichte untermalt hat. 

Was mich etwas genervt hat, war die Botschaft der Geschichte. Es wurde deutlich, dass die Idylle von Floras Heimat der Londoner Großstadt eindeutig zu bevorzugen ist. Flora hat sich ein Leben außerhalb von ihrer Heimat aufgebaut. Doch die Geschichte war eher darauf ausgelegt, dass sie sich neu orientieren soll: Die Alternative, die Flora von der Handlung her zur Verfügung gestellt wurde, war die Freude am Backen und Kochen zu entdecken. An sich ist nichts schlechtes dabei. Allerdings erinnerte mich dieser Sinneswandel ein bisschen an diese Frauen-an-den-Herd-Theorie. Das Flora mit ihrem Leben außerhalb der Heimat nicht glücklich war, ist verständlich. Aber die Antwort, die uns erwartete, schien mir zu einfach. 

Die Geschichte bot zwar Handlungsstränge, diese waren aber für mich leicht zu durchschauen. Allerdings vermute ich, dass es aufgrund der Geschichte auch so gewollt war und Leute, die eben zu dieser Reihe greifen genau wissen, was sie erwartet. Ich hingegen hätte mir etwas mehr Tiefe gewünscht. 

Einer der Gründe, die mich motiviert haben, weiterzuhören, war Jenny Colgans Schreibstil. Sie erzählt Floras Geschichte aus der Sicht des allwissenden Erzählers, da wir innerhalb einer Szene die Gedanken und Gefühle mehrerer Beteiligter mitbekommen. Der Einstieg in die Geschichte wurde mir sehr leicht gemacht. Außerdem liefert sie uns tolle Landschaftsbeschreibungen und lebendig, lustige Dialoge. 

Der zweite Grund, weswegen ich das Hörbuch nicht abgebrochen habe, war die Gestaltung. Die Sprecherin Vanida Karun war für mich hier eine echte Überraschung. Ich mag nicht nur ihre Stimmfarbe, sondern fühlte mich durch ihre Art, die Geschichte zu interpretieren, sehr gut unterhalten. Sie verleiht nicht nur den Menschen und Tieren eine eigene Stimme, bzw. Laute, sondern schafft es auch, die Atmosphäre der Geschichte gut zu transportieren. Obwohl mich der Inhalt hin und wieder echt nervte, habe ich Vanida Karun sehr gerne zugehört. 

Gesamteindruck
Der Inhalt von Die kleine Sommerküche am Meer ist sehr überschaubar. Man kann schnell erahnen, wohin die Reise geht. Das Gute ist, dass man so genau weiß, woran man ist und man sich so bewusst für die Reihe entscheiden kann, die mit Sicherheit eine nette Lektüre für zwischendurch ist. 
Allen, die aber Liebes- oder Familiengeschichten mit Tiefe suchen, werden hier womöglich mit einer kleinen Enttäuschung zurückbleiben. 

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