Mittwoch, 24. April 2019

[Anzeige] Forgotten Girl

Bild von steinbach - sprechende bücher
Steckbrief 
Autor: Eva Maria Silber 
Verlag: steinbach - sprechende Bücher 
Geeignet für: Menschen, die gerne blutige Jugendthriller mögen 
Gelesen oder gehört: gehört als ungekürzte Fassung 
Sprecher: Heidi Jürgens 
Bewertung: 4,5 von 5 Punkten 


Klappentext 

ACHTUNG SPOILER 

"Traue niemandem - vor allem nicht dir selbst!

Fünf Teenager zelten am Karfreitag 1984 am Totenmaar. Am nächsten Morgen sind drei von ihnen tot – sie wurden auf grausame Art und Weise ermordet. Die anderen beiden überleben schwer verletzt. Sebastian behauptet, nichts gesehen zu haben und Katharina hat durch das Trauma ihr Gedächtnis verloren. Der Täter wurde nie gefunden. 30 Jahre später werden die Morde von Ermittlerin Janna Habena als »cold cases« wiederaufgenommen. Bei der erneuten Befragung trifft Katharina nach all den Jahren wieder auf Sebastian und die beiden verlieben sich ineinander. Doch kann sie ihm wirklich vertrauen? Spielt Sebastian ihr nur etwas vor, weil er Angst hat, dass sie sich erinnert? Und weiß er mehr, als er zugibt?" 


Meine Meinung 
Auf der diesjährigen Leipziger Buchmesse wurde ich neugierig auf diesen Thriller gemacht. Und da ich unbedingt wissen wollte, was es mit dem Mord an drei Jugendlichen auf sich hatte, durfte ich die Geschichte gleich mitnehmen. 

Inhalt 
Eva Maria Silber entführt uns hier in eine Geschichte, die sich tatsächlich so zugetragen haben könnte. Fünf Jugendliche wollen an einem See zelten. Am nächsten Tag sind drei von ihnen ermordet worden und die anderen beiden sind schwerverletzt. Die einzigen beiden Zeugen wollen entweder nichts gesehen haben, oder sind so schwer traumatisiert, dass sie sich an nichts erinnern können. 
Ein spannendes Setting finde ich zumindest. Denn es stellt sich die Frage, ob wir in der Geschichte erfahren werden, was sich in der Nacht wirklich zugetragen hat. 

Eva-Maria Silber rollt den Inhalt mithilfe verschiedener Handlungsstränge auf: Die Geschichte beginnt mit dem Fund der Leichen bzw. der schwerverletzten Jugendlichen. Die Polizisten, die bereits schon viel gesehen haben, sind über den Fund erschüttert. Die Situation wird aus der Sicht eines Polizisten geschildert, dessen Enkelin eine Klassenkameradin der Jugendlichen war. 

Die Perspektive wechselt und wir erleben die Geschichte aus der Sicht von Katharina, einer der Überlebenden. Sie ist schüchtern, hat keine Freunde und war daher ganz aus dem Häuschen als sie von zwei Klassenkameradinnen zum Zelten eingeladen wurde. Doch als sie am See angekommen sind, versteht Katharina schnell, dass ihre Anwesenheit nur einen bestimmten Grund hat... 

Immer wieder erleben wir Forgotten Girl aus der Perspektive von Katharina oder der späteren Ermittlerin Jana Haberer, die den Fall viele Jahre später nochmal aufrollt, um endlich herauszufinden, was sich in der Nacht wirklich zugetragen hat. 

Am besten lernen wir in Forgotten Girl Katharina kennen, der das Erlebte am See ziemlich nahe geht. Wir erleben nicht nur, welche Hoffnungen sie mit dem Zelten verknüpft hat, sondern erfahren auch, wie es ihr nach dem Mord an den anderen Jugendlichen erging. Sie als Protagonistin ist sehr gut herausgearbeitet. Ich schwankte einerseits zwischen Mitgefühl, weil ich ihren Wunsch, zu einer Gruppe dazugehören zu wollen, verstehen konnte, aber andererseits auch Unverständnis darüber, wie naiv sie war. Aber vielleicht lag es auch einfach daran, dass es sich hier um ein Jugendbuch handelte und ich so recht schnell erkennen konnte, wohin sich manche Handlungsstränge entwickeln. 

Janna Haberer wird schließlich die leitende Ermittlerin in de m 30 Jahre zurückliegenden Mordfall. Sie war damals dabei, als die Jugendlichen gefunden wurden und trotz vieler gelöster Fälle hat sie dieser Mordfall nie wirklich loslassen können. Wir erfahren zudem auch ein bisschen etwas über ihr Privatleben, was zwar interessant ist, aber aus meiner Sicht nicht wesentlich zur Geschichte beiträgt. 

Das Faszinierende an dem Inhalt fand ich, dass Eva-Maria Silber die Szenerie wirklich so schilderte, als ob sich der Mord tatsächlich zugetragen haben könnte. Und tatsächlich wurde eine Britta Matthäus ermordet. Allerdings nicht an einem See, gemeinsam mit ihren Freunden. Und dennoch wirkt die von Eva-Maria Silber beschriebene Geschichte so real. 

Kommen wir nun zur Gestaltung des Hörbuches: Bevor ich auf die Sprecherin eingehen möchte, ist es mir wichtig, erst einmal anzumerken, dass der Klappentext ziemlich viel von der Geschichte vorwegnimmt. Der Großteil der Geschichte handelt nämlich davon, den Mord aufdecken zu wollen, Verdächtige zu finden und Katharina und Sebastian dabei zu begleiten, wie es für sie nach dem Mord weitergeht. Von daher habe ich den Klappentext mal mit einem Spoiler Hinweis gekennzeichnet. 

Das Hörbuch wurde ungekürzt von steinbach - sprechende Bücher produziert. Die Geschichte passt auf eine mp3 CD was mich wirklich überrascht, weil dennoch so viel passiert. Allerdings muss man auch dazu sagen, dass die Tracks recht kurz sind, was aber kein Nachteil sein muss. 

Forgotten Girl wird von Heid Jürgens gelesen. Die Sprecherin klingt schon etwas älter, weswegen ich ein bisschen gebraucht habe, um mich an sie zu gewöhnen, da es sich hier eben um ein Jugendbuch handelt. Allerdings hat sie mir aufgrund ihrer Stimmfarbe und ihrer Interpretation den Einstieg in Forgotten Girl aber auch leicht gemacht. Sie hat ein solides, nicht zu schnelles, aber auch nicht zu langsames Lesetempo. Das war hier genau richtig, da einige Szenen erst einmal verdaut werden mussten. 

Schreibstil: 
Eva-Maria Silbers Schreibstil ist beinahe leicht zu lesen. Sie beschreibt die Szenen lebhaft und präsentiert uns auch lebendige Dialoge. Allerdings störte mich hier und da ihre detailreiche Beschreibung: So wurden gerade zu Beginn die Verletzungen der Leichen ausführlich beschrieben und auch als am Ende der Geschichte ein Kampf stattfindet, ausführlich geschildert, wie jemandem ein Auge ausgestochen wird. Und das war wirklich der einzige Moment, an dem ich im Hörbuch vorgespult habe, weil das Bilder waren, die ich nicht wirklich in meinem Kopf haben wollte, jetzt ber leider trotzdem habe. 

Gesamteindruck 
Wenn man von den blutigen Szenen absieht, hat mir Forgotten Girl wirklich gut gefallen. Ich bin unglaublich fasziniert von dieser Geschichte und frage mich hin und wieder wie viel Wahrheit wirklich inder Geschichte steckt. 

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Weitere Beiträge 

* Dieses Hörbuch wurde mir als Rezensionsexemplar kostenfrei vom Verlag zur Verfügung gestellt. 

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Den Textbaustein habe ich von Pergamentfalter übernommen.