Montag, 15. April 2019

Die Buchmagier

Bild von Bastei Lübbe
Eine Rezension von emion 

Autor: Jim C. Hines
Verlag: Bastei Lübbe
Geeignet für: Fantasy-Fans und Vielleser.
Gelesen oder gehört: Taschenbuch gelesen (vorgelesen, um genau zu sein)
Bewertung: 3 von 5 Punkten




Klappentext

"GREIFE NACH DER MAGIE DER BÜCHER.

Isaac führt ein ruhiges Leben als Bibliothekar. Inmitten staubiger Regale und Kisten sortiert er Bücher und pflegt die größte Fantasy-Abteilung der Stadt. Was niemand ahnt: Das alles ist bloß eine Tarnung. Denn Isaac ist ein Buchmagier und Mitglied eines Geheimbundes, der seit Jahrhunderten die Menschen vor übernatürlichen Gefahren beschützt. Isaac kann die Magie der Bücher nutzen, um Gegenstände aus ihnen herauszugreifen - eine Gabe, die er bald dringend benötigt, um sein Leben zu schützen. Denn jemand oder etwas beginnt, systematisch Buchmagier zu ermorden.
"Dieses Buch macht einfach Spaß!" BOOKLIST


emions Meinung
Die Gestaltung des Buches gefällt mir sehr gut. Der Einband ist in blutroter Farbe gehalten und trägt seinen Titel in goldenen Lettern (den Autor darüber in weiß). Ein silbernes Schwert mit dunklem, schlicht verziertem Griff liegt auf einer hellen Unterlage mit runenartigen Schriftzeichen darauf. Von der Waffe ausgehend ziehen sich weiße Schlieren wie Nebel über das Cover, die den Eindruck von Magie erwecken.

Vom Inhalt her hat mich „Die Buchmagier“ zunächst stark beeindruckt. Als Bücherliebhaberin konnte ich mich mit Isaac – Hauptfigur, Büchernarr, Bibliothekar und außerdem Buchmagier – sofort identifizieren. Die Beschreibung der Magie der Bücher, wie sie entsteht und wie man sie nutzt, ist einleuchtend und verlockend. Isaac liebt diese Magie wie die meisten Leser sie lieben würden und ich kam nicht umhin ein wenig neidisch zu werden. Diese Einführung ist Jim C. Hines sehr gut gelungen. Auch führt er die komplexe, geheime Welt, die er geschaffen hat, geschickt ein und schafft es dabei trotz Erklärungen die Spannung aufrecht zu erhalten. Der Plot geht in Richtung Krimi, was einen gelungenen Einstieg in die Handlung ermöglicht. Es geht spannend und interessant los, aber leider konnte sich dieser positive Eindruck nicht über das ganze Buch halten.

Ein Stück weit liegt das daran, dass ich maßlos enttäuscht über die Auflösung war, nicht wissend, dass es sich bei „Die Buchmagier“ nicht um einen Einzelband, sondern um Teil eins einer Quadrologie handelt (es gibt nur zwei der vier Bände auf Deutsch). Des Weiteren zieht sich durch das ganze Buch eine Oberflächlichkeit, die verhindert, dass man als Leser wirklich das Gefühl hat dabei zu sein und nicht nur als beobachtender Außenstehender dem Geschehen beizuwohnen. Das äußert bei der Darstellung der meisten Charaktere und deren Beziehungen untereinander, genauso wie bei einzelnen Aspekten der magischen Welt und ihrer Struktur. Es passt zwar zu der schnell voranschreitenden Handlung, ist manchmal aber schade, weil einen beispielsweise Entdeckungen über Charaktere nicht so sehr überraschen, weil diese einem noch zu fremd sind.

So oberflächlich manche Charaktere vorgestellt werden, die Figur des Isaac Vainio wurde nicht nur brillant eingeführt, sondern auch im restlichen Buch kontinuierlich und nachvollziehbar fortgesetzt. Mir war er gleich sympathisch, vor allem durch die Eigenart, dass er sich selbst, wenn er etwas interessant findet, Fragen über Fragen darüber stellt. Egal in was für einer Situation er sich befindet. Das macht ihn für mich zu einem Vorzeige-Ravenclaw-Charakter.

Außerdem will ich beim Thema "Charaktere und ihre Beziehungen" noch das Stichwort LGBQT einbauen, weil es einen Charakter gibt, der Bi ist. Mehr oder weniger. Es ist im Prinzip ein bisschen komplizierter, aber um weder zu spoilern, noch falsche Hoffnungen zu machen, belasse ich es mal dabei.

Der Spannungsbogen wurde schnell aufgebaut und blieb für mich bis zu den letzten Kapiteln bestehen. Gegen Ende war es für mich nicht mehr stimmig, weil ich von einem Einzelbuch ausging und auf einmal Erzählgeschwindigkeit, das Abarbeiten offener Fragen und die Genauigkeit der Auflösung nicht mehr zu meinen Erwartungen gepasst hat. Euch wird das nun nicht mehr passieren!
Zum Schreibstil nur ganz kurz: Unauffällig und flüssig. Er ist mir weder positiv noch negativ aufgefallen und das ist ein gutes Zeichen.

Gesamteindruck: Ein unterhaltsames und spannendes Buch, das großen Spaß macht durch viele Anspielungen auf andere bekannte Werke. Es hat aber noch Luft nach oben.

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Den Textbaustein habe ich von Pergamentfalter übernommen.