Montag, 29. April 2019

[Buchclub] #TeamMagd - Der Report der Magd

Hierbei handelt es sich um einen Buchclub Beitrag. In diesem Artikel erfahrt ihr, um was es beim Buchclub geht und wie ihr mitmachen könnt. 
Dieser Beitrag wird sobald ich die Geschichte beendet habe, als Rezension umgebaut. Wundert euch also nicht, wenn es hier in ein paar Wochen etwas anders aussieht. 



Bild von HörbuchHamburg

Steckbrief
Name: Der Report der Magd (auch als Buch erhätllich) 
Autor: Magret Atwood 
Verlag: HörbuchHamburg
Geeignet für: Menschen, die außergewöhnliche Dystopien suchen 
Gelesen oder gehört: gehört als ungekürztes Hörbuch 
Sprecher: Vera Teiltz und Charles Rettinghaus
Bewertung: 4,5 von 5 Punkten 



Klappentext 
von HörbuchHamburg

"In einem fiktiven Staat in Nordamerika haben religiöse Fundamentalisten die totalitäre Republik Gilead errichtet. Nach einer atomaren Verseuchung ist ein großer Teil der weiblichen Bevölkerung unfruchtbar. Frauen werden entmündigt und in drei Gruppen eingeteilt: Ehefrauen von Führungskräften, Dienerinnen und Mägde. Letztere werden zur Fortpflanzung rekrutiert und sollen nach biblischem Vorbild für unfruchtbare Ehefrauen Kinder empfangen. Können sie ihre Aufgabe nicht erfüllen, werden sie in entfernte Kolonien abgeschoben. Doch die Magd Desfred besitzt etwas, was ihr alle Machthaber, Wächter und Spione nicht nehmen können, nämlich ihre Hoffnung auf ein Entkommen, auf Liebe, auf Leben [...]" 


Meine Eindrücke 
Buchlinge, leider ist mein Zeitmanagement gerade echt nicht sehr gut. Deswegen muss ich an dieser Stelle leider gestehen, dass ich das Hörbuch noch nicht beendet habe. Dennoch will ich euch an dieser Stelle schon mal von meinen Höreindrücken erzählen. 

Die Handlung 
Wir lernen eine Magd kennen, die in einer dystopischen Welt lebt. Sie soll Kinder für ein Ehepaar gebären, da die Ehefrau nicht mehr schwanger werden kann.
Interessant aber auch ziemlich verwirrend, finde ich die drei Zeitstränge aus denen die Geschichte erzählt wird: Unsere Protagonistin erzählt uns zum einen von der Zeit, in der sie studierte und später mit ihrem Ehemann und ihrer Tochter zusammenlebte.
Zum anderen berichtet sie auch von dem Unterricht in einer Umkonditionierungseinrichtung - ich bezeichne diese Einrichtung so, da die Institution nämlich genau das ist -, in der sie an das Leben als Magd gewöhnt werden soll und die neuen Werte und Normen der Gesellschaft beigebracht bekommt. 
Und zum Schluss erleben wir die Magd in der Gegenwart und zwar bei ihrem aktuellen Arbeitgeber. 
Diese drei Zeitstränge gehen immer wieder fließend ineinander über. Einerseits finde ich die Handlung faszinierend, aber andererseits auch ziemlich verstörend, da de Werte und Normen der dortigen Gesellschaft völlig anders sind, als das, was ich denke bzw. wie ich leben möchte. 

Die Atmosphäre 
Die Atmosphäre ist unglaublich bedrückend und ziemlich düster. Unsere Protagonistin schildert ihren tristen Alltag und ihr Wunsch nach einem freien, unbeschwerten Leben ist deutlich spürbar. 

Die Charaktere 
Unsere Protagonistin hat nicht viel Kontakt zu anderen Menschen. Deswegen lernen wir hier nicht viele Charaktere kennen. Allerdings haben sie alle eines gemeinsam: Nach außen hin sind sie angepasst und versuchen sich an die Regeln zu halten. Doch wenn sie einander vertrauen und wissen, dass sie nicht verraten werden, erzählen sie, was sie wirklich denken: Und zwar wie fragwürdig das System ist.


Mein Fazit nach Beenden 
des Hörbuches 
Buchlinge, ich glaube die Worte verstörend und faszinierend treffen es immer noch ziemlich gut. Gerade in der letzten halben Stunde hält Der Report der Magd nochmal eine überraschende Wendung bereit.

Bei meinen Eindrücken habe ich eher den Inhalt der Geschichte hervorgehoben. Daher gibt es hier nur ein kleines Fazit. Den Inhalt finde ich definitiv sehr spannend aber auch erschreckend, weil er zeigt, wie bedrückend Diktaturen sein können und wie schwer es ist, eine Lücke im System zu finden, ohne sich oder andere Menschen zu gefährden.
Nach wie vor bin ich sehr beeindruckt von den drei Zeitsträngen, die Magret Atwood in der Geschichte untergebracht hat, obwohl mich diese ziemlich verwirrten und ich konzentriert zuhören musste, um nichts zu verpassen.
Etwas enttäuscht bin ich von dem abrupten Ende der Geschichte. Es wurde zum Schluss zwar ein interessantes Stilmittel eingeführt, das eine andere Perspektive auf die Geschichte ermöglicht, dennoch erweckte es bei mir eher den Eindruck, dass die Autorin das Stilmittel nutzt, um die Geschichte schnell zum Abschluss zu bringen.

Kommen wir nun zur Gestaltung des Hörbuches: Der Großteil der Geschichte wird von Vera Teltz gelesen. Ich hatte sogar ganz vergessen, dass es auch noch einen zweiten Sprecher in der Geschichte gibt. Der Report der Magd war für mich das zweite Hörbuch mit Vera Teltz als Interpretin. Sie hat die Geschichte unglaublich gut interpretiert. Während sie mir in der ersten Geschichte, die ich von ihr gehört habe, eher aufgrund ihrer Härte aufgefallen ist, konnte sie hier auch eine weiche Seite zeigen: Ich-Erzählerin Desfred steckt nämlich in einer schwierigen Position. Sie verabscheut das System, in dem sie leben muss. Dennoch gibt es für sie kein Entkommen. Und so leidet sie im Stillen.
Besonders schön finde ich, dass das Hörbuch ungekürzt produziert wurde. Gerade die letzte halbe Stunde ist sehr wichtig für die Geschichte und ich habe mir sagen lassen, dass diese im Buch gesondert gekennzeichnet ist. Mit welchem Begriff kann ich leider nicht sage, da ich sonst spoilern müsste.

Gesamteindruck 
Der Report der Magd ist eine bedrückende, aber auch beeindruckende Geschichte über eine Welt, die irgendwie doch zeitgemäßer ist, als man meinen könnte.




Bild von A. Mack

Und Du? 
Hast Du die Geschichte bereits beendet? 
Wie hat sie Dir gefallen? 
Was denkst Du über die Magd oder die dortige Gesellschaft? 

Natürlich darfst Du in Deinen Kommentar auch Spoiler einbauen. Allerdings bitte ich Dich an dieser Stelle diese auch zu kennzeichnen, damit es für MItleser*Innen kein böses Erwachen gibt. 

Mittwoch, 24. April 2019

Forgotten Girl

Bild von steinbach - sprechende bücher
Steckbrief 
Autor: Eva Maria Silber 
Verlag: steinbach - sprechende Bücher 
Geeignet für: Menschen, die gerne blutige Jugendthriller mögen 
Gelesen oder gehört: gehört als ungekürzte Fassung 
Sprecher: Heidi Jürgens 
Bewertung: 4,5 von 5 Punkten 


Klappentext 

ACHTUNG SPOILER 

"Traue niemandem - vor allem nicht dir selbst!

Fünf Teenager zelten am Karfreitag 1984 am Totenmaar. Am nächsten Morgen sind drei von ihnen tot – sie wurden auf grausame Art und Weise ermordet. Die anderen beiden überleben schwer verletzt. Sebastian behauptet, nichts gesehen zu haben und Katharina hat durch das Trauma ihr Gedächtnis verloren. Der Täter wurde nie gefunden. 30 Jahre später werden die Morde von Ermittlerin Janna Habena als »cold cases« wiederaufgenommen. Bei der erneuten Befragung trifft Katharina nach all den Jahren wieder auf Sebastian und die beiden verlieben sich ineinander. Doch kann sie ihm wirklich vertrauen? Spielt Sebastian ihr nur etwas vor, weil er Angst hat, dass sie sich erinnert? Und weiß er mehr, als er zugibt?" 


Meine Meinung 
Auf der diesjährigen Leipziger Buchmesse wurde ich neugierig auf diesen Thriller gemacht. Und da ich unbedingt wissen wollte, was es mit dem Mord an drei Jugendlichen auf sich hatte, durfte ich die Geschichte gleich mitnehmen. 

Inhalt 
Eva Maria Silber entführt uns hier in eine Geschichte, die sich tatsächlich so zugetragen haben könnte. Fünf Jugendliche wollen an einem See zelten. Am nächsten Tag sind drei von ihnen ermordet worden und die anderen beiden sind schwerverletzt. Die einzigen beiden Zeugen wollen entweder nichts gesehen haben, oder sind so schwer traumatisiert, dass sie sich an nichts erinnern können. 
Ein spannendes Setting finde ich zumindest. Denn es stellt sich die Frage, ob wir in der Geschichte erfahren werden, was sich in der Nacht wirklich zugetragen hat. 

Eva-Maria Silber rollt den Inhalt mithilfe verschiedener Handlungsstränge auf: Die Geschichte beginnt mit dem Fund der Leichen bzw. der schwerverletzten Jugendlichen. Die Polizisten, die bereits schon viel gesehen haben, sind über den Fund erschüttert. Die Situation wird aus der Sicht eines Polizisten geschildert, dessen Enkelin eine Klassenkameradin der Jugendlichen war. 

Die Perspektive wechselt und wir erleben die Geschichte aus der Sicht von Katharina, einer der Überlebenden. Sie ist schüchtern, hat keine Freunde und war daher ganz aus dem Häuschen als sie von zwei Klassenkameradinnen zum Zelten eingeladen wurde. Doch als sie am See angekommen sind, versteht Katharina schnell, dass ihre Anwesenheit nur einen bestimmten Grund hat... 

Immer wieder erleben wir Forgotten Girl aus der Perspektive von Katharina oder der späteren Ermittlerin Jana Haberer, die den Fall viele Jahre später nochmal aufrollt, um endlich herauszufinden, was sich in der Nacht wirklich zugetragen hat. 

Am besten lernen wir in Forgotten Girl Katharina kennen, der das Erlebte am See ziemlich nahe geht. Wir erleben nicht nur, welche Hoffnungen sie mit dem Zelten verknüpft hat, sondern erfahren auch, wie es ihr nach dem Mord an den anderen Jugendlichen erging. Sie als Protagonistin ist sehr gut herausgearbeitet. Ich schwankte einerseits zwischen Mitgefühl, weil ich ihren Wunsch, zu einer Gruppe dazugehören zu wollen, verstehen konnte, aber andererseits auch Unverständnis darüber, wie naiv sie war. Aber vielleicht lag es auch einfach daran, dass es sich hier um ein Jugendbuch handelte und ich so recht schnell erkennen konnte, wohin sich manche Handlungsstränge entwickeln. 

Janna Haberer wird schließlich die leitende Ermittlerin in de m 30 Jahre zurückliegenden Mordfall. Sie war damals dabei, als die Jugendlichen gefunden wurden und trotz vieler gelöster Fälle hat sie dieser Mordfall nie wirklich loslassen können. Wir erfahren zudem auch ein bisschen etwas über ihr Privatleben, was zwar interessant ist, aber aus meiner Sicht nicht wesentlich zur Geschichte beiträgt. 

Das Faszinierende an dem Inhalt fand ich, dass Eva-Maria Silber die Szenerie wirklich so schilderte, als ob sich der Mord tatsächlich zugetragen haben könnte. Und tatsächlich wurde eine Britta Matthäus ermordet. Allerdings nicht an einem See, gemeinsam mit ihren Freunden. Und dennoch wirkt die von Eva-Maria Silber beschriebene Geschichte so real. 

Kommen wir nun zur Gestaltung des Hörbuches: Bevor ich auf die Sprecherin eingehen möchte, ist es mir wichtig, erst einmal anzumerken, dass der Klappentext ziemlich viel von der Geschichte vorwegnimmt. Der Großteil der Geschichte handelt nämlich davon, den Mord aufdecken zu wollen, Verdächtige zu finden und Katharina und Sebastian dabei zu begleiten, wie es für sie nach dem Mord weitergeht. Von daher habe ich den Klappentext mal mit einem Spoiler Hinweis gekennzeichnet. 

Das Hörbuch wurde ungekürzt von steinbach - sprechende Bücher produziert. Die Geschichte passt auf eine mp3 CD was mich wirklich überrascht, weil dennoch so viel passiert. Allerdings muss man auch dazu sagen, dass die Tracks recht kurz sind, was aber kein Nachteil sein muss. 

Forgotten Girl wird von Heid Jürgens gelesen. Die Sprecherin klingt schon etwas älter, weswegen ich ein bisschen gebraucht habe, um mich an sie zu gewöhnen, da es sich hier eben um ein Jugendbuch handelt. Allerdings hat sie mir aufgrund ihrer Stimmfarbe und ihrer Interpretation den Einstieg in Forgotten Girl aber auch leicht gemacht. Sie hat ein solides, nicht zu schnelles, aber auch nicht zu langsames Lesetempo. Das war hier genau richtig, da einige Szenen erst einmal verdaut werden mussten. 

Schreibstil: 
Eva-Maria Silbers Schreibstil ist beinahe leicht zu lesen. Sie beschreibt die Szenen lebhaft und präsentiert uns auch lebendige Dialoge. Allerdings störte mich hier und da ihre detailreiche Beschreibung: So wurden gerade zu Beginn die Verletzungen der Leichen ausführlich beschrieben und auch als am Ende der Geschichte ein Kampf stattfindet, ausführlich geschildert, wie jemandem ein Auge ausgestochen wird. Und das war wirklich der einzige Moment, an dem ich im Hörbuch vorgespult habe, weil das Bilder waren, die ich nicht wirklich in meinem Kopf haben wollte, jetzt ber leider trotzdem habe. 

Gesamteindruck 
Wenn man von den blutigen Szenen absieht, hat mir Forgotten Girl wirklich gut gefallen. Ich bin unglaublich fasziniert von dieser Geschichte und frage mich hin und wieder wie viel Wahrheit wirklich inder Geschichte steckt. 

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Weitere Beiträge 

* Dieses Hörbuch wurde mir als Rezensionsexemplar kostenfrei vom Verlag zur Verfügung gestellt. 

Montag, 22. April 2019

Der Junge muss an die frische Luft

Bild von HörbuchHamburg
Steckbrief
Name: Der Junge muss an die frische Luft (auch als Buch erhältlich) 
Autor: Hape Kerkeling
Verlag: HörbuchHamburg
Geeignet für: Hape Kerkeling-Fans und Menschen, die gerne Biografien mögen
Gelesen oder gehört: gehört, als ungekürztes Hörbuch
Sprecher. Hape Kerkeling


Klappentext

"Mit Ich bin dann mal weg hat er Millionen Menschen inspiriert, persönliche Grenzen zu überschreiten. Jetzt spricht Hape Kerkeling über seine Kindheit; entwaffnend ehrlich, mit großem Humor und Ernsthaftigkeit. Über die frühen Jahre im Ruhrgebiet, Bonanza-Spiele, Gurkenschnittchen und den ersten Farbfernseher; das Auf und Ab einer dreißigjährigen, turbulenten Karriere – und darüber, warum es manchmal ein Glück ist, sich hinter Schnauzbart und Herrenhandtasche verstecken zu können. Über berührende Begegnungen und Verluste, Lebensmut und die Energie, immer wieder aufzustehen.

»Was, um Himmels willen, hat mich bloß ins gleißende Scheinwerferlicht getrieben, mitten unter die Showwölfe? Eigentlich bin ich doch mehr der gemütliche, tapsige Typ und überhaupt keine Rampensau. Warum wollte ich also bereits im zarten Kindesalter mit aller Macht ›berühmt werden‹? Und wieso hat das dann tatsächlich geklappt? Nun, vielleicht einfach deshalb, weil ich es meiner Oma als sechsjähriger Knirps genau so versprechen musste ...«


Meine Eindrücke 
Buchlinge, ich tue mich bei Biografien immer so schwer von Meinungen oder Bewertungen zu sprechen. Schließlich haben wir hier die Geschichte eines Menschen vor uns. Und da ist es mehr als schräg, diese mit Sternen zu bewerten oder zu beurteilen. Dennoch ist es mir wichtig, euch von meinen Eindrücken zu berichten, da ich Der Junge muss an die frische Luft nämlich unbedingt weiterempfehlen will. 

Inhaltlich geht es in Der Junge muss an die frische Luft größtenteils um die Kindheit von Hape Kerkeling. Er beschreibt, wie er mit seiner Familie von der ländlichen Idylle in die Stadt zog und wie dieser Umzug sein Leben aus vielerlei Hinsicht änderte. Nach dem Umzug wird seine Mutter nämlich schwerkrank. Welche Diagnose sie heute wahrscheinlich bekommen würde, müsst ihr selbst herausfinden. Die Erkrankung nimmt sehr viel Raum in Hape Kerkelings Kindheit ein. So beschreibt er nicht nur die ersten Symptome der Erkrankung seiner Mutter, sondern auch die Zeiten, in denen es seiner Mutter richtig schlecht geht. Und natürlich geht dieser Zustand auch an Hape nicht spurlos vorbei. 

Interessant finde ich auch seine Erzählstruktur. So beginnt er mit seiner Erzählung an dem Tag als die Vorpremiere seines Musicals stattfindet, rollt seine Biografie dann von hinten auf und kommt zum Schluss wieder zurück an den Ort, an dem unsere Reise begann. Dieser Handlungsbogen gefiel mir wirklich gut. 

Besonders beeindruckt an Hape Kerkelings Biografie hat mich, dass der Wunsch auf einer Bühne zu stehen, schon sehr früh in ihm geboren wurde, immer stärker wurde und er das Glück hatte, sein Ziel auch zu erreichen. Was mir in der Biografie etwas zu kurz kam, waren seine Anfänge als Komiker. Wie kam er zu seinen ersten Auftritten? Wie lernte er die ersten Kolleg*innen kennen? Wer gehört zu seinen Freunden? 
In Nebensätzen geht er in Der Junge muss an die frische Luft zwar darauf ein, dennoch stand seine Kindheit hier im Mittelpunkt, was auch von vorne herein klar war. Deswegen ist es nicht so, dass ich mit falschen Erwartungen an die Biografie gegangen bin. 

Und natürlich finde ich es unglaublich mutig, dass Hape Kerkeling seine Biografie selbst eingelesen hat. Einerseits ist das eine natürliche Reaktion, schließlich geht es hier um seine Geschichte. Andererseits muss er sich so nicht nur schriftlich, sondern auch mündlich mit seinem Text auseinandersetzen. 
Besonders gefreut hat mich, dass das Hörbuch ungekürzt produziert wurde. 

Hape Kerkeling überraschte mich hier mit seinem Schreibstil. Er hat eine sehr bildhafte Sprache, schreckt hier aber auch nicht zurück, über seine Kindheit und das Erlebte zu reflektieren und Dinge ganz klar zu benennen. Seine Offenheit hat mich hier positiv überrascht, weil er uns auch die schwierigen Zeiten in seinem Leben nicht verschweigt und somit sehr viel von sich preisgibt. 
Natürlich darf in seinem Schreibstil auch Hape Kerkelings Humor nicht fehlen. Diesen flechtet er teils sehr gezielt, aber auch unmerklich in die Biografie ein, ohne das Erlebte zu verharmlosen.  


Zum Film 
Bei deutschen Filmproduktionen bin ich ja immer etwas misstrauisch. Aber diese Verfilmung ist unglaublich gut gelungen. Die Schauspieler*innen, insbesondere Julius Weckauf in der Rolle des Hape Kerkeling, sind unglaublich gut gecastet. Gerade Julius Weckauf hat mich in seiner Rolle wirklich packen können und für sein Alter eine unglaubliche Dynamik transportiert. 

Viele Szenen, auf die im Hörbuch ausführlicher eingegangen wird, werden hier - wie es eben bei einem Film so ist - bildhaft dargestellt, ohne diese groß zu erklären. Das Schöne war, dadurch gab es Raum zu Interpretation, ohne das Gesehene aber in eine schräge Richtung deuten zu können. 


Mein Fazit 
Die Verfilmung und das Hörbuch ergänzen sich wirklich gut. Während im Film manche Szenen für mich unbeantwortet im Raum stehen blieben, ging Hape Kerkeling in der Buchvorlage meist so darauf ein, dass die entstandenen Fragen für mich geklärt wurden. 
Die Stilmittel der jeweiligen Produktionen ergänzen sich hier gut, ohne sich zu viel zu wiederholen. In beiden Fassungen gibt es die Möglichkeit, neue Seiten an Hape Kerkeling zu entdecken. 

Hape Kerkelings Biografie ist nicht nur für diejenigen unter euch gedacht, die sich für den Künstler interessieren, sondern auch denjenigen zu empfehlen, die wissen wollen, wie man es schafft, glücklich zu werden, auch wenn man in seiner Kindheit etwas Schreckliches erlebt hat. 

Mittwoch, 17. April 2019

Die Drachenprinzessin

Foto: A. Mack
Die Coverrechte
bleiben beim Verlag. 
Steckbrief
Name: Die Drachenprinzessin 
Autor: Patricia C. Wrede 
Verlag: C. Bertelsmann (heute vermutlich cbt oder cbj) 
Geeignet für: ab 10 Jahren, oder für Menschen, die gerne außergewöhnliche Märchen lesen 
Gelesen oder gehört: vorgelesen bekommen, vorhanden als Printausgabe 
Bewertung: 5 von 5 Punkten 





Inhaltsangabe
Prinzessin Cimorene hat das typische Prinzessinnendasein satt. Alle Dinge, die Prinzessinnen eigentlich gerne machen sollten, langweilen sie zu Tode. Und als ihre Eltern sie dann auch noch verheiraten wollen, haut die Prinzessin kurzerhand ab und beschließt ab sofort als Haushälterin bei einer Drachendame, nämlich als so genannte Drachenprinzessin zu leben. Und das ist auch gut so. Cimorenes Hilfe wird dort nämlich dringend benötigt. 


Meine Meinung 
Patricia C. Wrede spielt in dieser Geschichte mit den allzu bekannten Märchenklischees. Uns wird schnell bewusst, dass es auch in ihrer Geschichte die klassischen Rollenbilder gibt: Prinzessinnen, die das Leben am Hofe lieben sollten und Prinzen, deren Aufgabe es ist, Prinzessinnen vor den bösen Drachen zu retten und schließlich zu heiraten. Doch Cimorene ist das alles zu langweilig. Und so beschließt sie sich den Märchenklischees zu widersetzen und nicht nur ihrem Verlobten, sondern auch ihren Eltern einen Strich durch die Rechnung zu machen. 

Sie stellt nicht nur die in der Märchenwelt herrschenden Werte und Normen in Frage, sondern beschließt auch noch, sich nicht davon bestimmen zu lassen und stattdessen so zu leben, wie sie möchte. Dieser Charakterzug gefällt mir unglaublich gut.
So wird nämlich nicht nur gezeigt, dass es eben auch starke Frauenfiguren im Märchen gibt, sondern die Autorin weist auch mit ganz einfachen Mitteln darauf hin, dass Werte und Normen nicht immer in Stein gemeißelt sind und man diese ruhig in regelmäßigen Abständen überprüfen darf.
Das Schöne ist, dass gerade diese beiden Elemente in einer Kindergeschichte untergebracht sind und so spielerisch vermittelt werden ohne großartig darüber interpretieren zu müssen. 

Nebenbei gibt es natürlich auch eine Haupthandlung in dieser Geschichte. Cimorene muss bei den Drachen nämlich nicht nur Pflichten übernehmen, sondern findet neue Freunde oder muss die neue Heimat gegen nervige Prinzen verteidigen, die sie selbstverständlich retten und wieder nach Hause bringen wollen. Als dann auch noch zwei Zauberer auftauchen, die ein verdächtiges Verhalten an den Tag legen, wird Cimorenes Misstrauen geweckt. Und das zu Recht. 

Wenn ihr also ein Exemplar von Die Drachenprinzessin in die Hände bekommt, rate ich euch, entweder euren eigenen Kindern oder eben den Kindern in eurer Verwandtschaft von der Drachenprinzessin zu erzählen.


Montag, 15. April 2019

Die Buchmagier

Bild von Bastei Lübbe
Eine Rezension von emion 

Autor: Jim C. Hines
Verlag: Bastei Lübbe
Geeignet für: Fantasy-Fans und Vielleser.
Gelesen oder gehört: Taschenbuch gelesen (vorgelesen, um genau zu sein)
Bewertung: 3 von 5 Punkten




Klappentext

"GREIFE NACH DER MAGIE DER BÜCHER.

Isaac führt ein ruhiges Leben als Bibliothekar. Inmitten staubiger Regale und Kisten sortiert er Bücher und pflegt die größte Fantasy-Abteilung der Stadt. Was niemand ahnt: Das alles ist bloß eine Tarnung. Denn Isaac ist ein Buchmagier und Mitglied eines Geheimbundes, der seit Jahrhunderten die Menschen vor übernatürlichen Gefahren beschützt. Isaac kann die Magie der Bücher nutzen, um Gegenstände aus ihnen herauszugreifen - eine Gabe, die er bald dringend benötigt, um sein Leben zu schützen. Denn jemand oder etwas beginnt, systematisch Buchmagier zu ermorden.
"Dieses Buch macht einfach Spaß!" BOOKLIST


emions Meinung
Die Gestaltung des Buches gefällt mir sehr gut. Der Einband ist in blutroter Farbe gehalten und trägt seinen Titel in goldenen Lettern (den Autor darüber in weiß). Ein silbernes Schwert mit dunklem, schlicht verziertem Griff liegt auf einer hellen Unterlage mit runenartigen Schriftzeichen darauf. Von der Waffe ausgehend ziehen sich weiße Schlieren wie Nebel über das Cover, die den Eindruck von Magie erwecken.

Vom Inhalt her hat mich „Die Buchmagier“ zunächst stark beeindruckt. Als Bücherliebhaberin konnte ich mich mit Isaac – Hauptfigur, Büchernarr, Bibliothekar und außerdem Buchmagier – sofort identifizieren. Die Beschreibung der Magie der Bücher, wie sie entsteht und wie man sie nutzt, ist einleuchtend und verlockend. Isaac liebt diese Magie wie die meisten Leser sie lieben würden und ich kam nicht umhin ein wenig neidisch zu werden. Diese Einführung ist Jim C. Hines sehr gut gelungen. Auch führt er die komplexe, geheime Welt, die er geschaffen hat, geschickt ein und schafft es dabei trotz Erklärungen die Spannung aufrecht zu erhalten. Der Plot geht in Richtung Krimi, was einen gelungenen Einstieg in die Handlung ermöglicht. Es geht spannend und interessant los, aber leider konnte sich dieser positive Eindruck nicht über das ganze Buch halten.

Ein Stück weit liegt das daran, dass ich maßlos enttäuscht über die Auflösung war, nicht wissend, dass es sich bei „Die Buchmagier“ nicht um einen Einzelband, sondern um Teil eins einer Quadrologie handelt (es gibt nur zwei der vier Bände auf Deutsch). Des Weiteren zieht sich durch das ganze Buch eine Oberflächlichkeit, die verhindert, dass man als Leser wirklich das Gefühl hat dabei zu sein und nicht nur als beobachtender Außenstehender dem Geschehen beizuwohnen. Das äußert bei der Darstellung der meisten Charaktere und deren Beziehungen untereinander, genauso wie bei einzelnen Aspekten der magischen Welt und ihrer Struktur. Es passt zwar zu der schnell voranschreitenden Handlung, ist manchmal aber schade, weil einen beispielsweise Entdeckungen über Charaktere nicht so sehr überraschen, weil diese einem noch zu fremd sind.

So oberflächlich manche Charaktere vorgestellt werden, die Figur des Isaac Vainio wurde nicht nur brillant eingeführt, sondern auch im restlichen Buch kontinuierlich und nachvollziehbar fortgesetzt. Mir war er gleich sympathisch, vor allem durch die Eigenart, dass er sich selbst, wenn er etwas interessant findet, Fragen über Fragen darüber stellt. Egal in was für einer Situation er sich befindet. Das macht ihn für mich zu einem Vorzeige-Ravenclaw-Charakter.

Außerdem will ich beim Thema "Charaktere und ihre Beziehungen" noch das Stichwort LGBQT einbauen, weil es einen Charakter gibt, der Bi ist. Mehr oder weniger. Es ist im Prinzip ein bisschen komplizierter, aber um weder zu spoilern, noch falsche Hoffnungen zu machen, belasse ich es mal dabei.

Der Spannungsbogen wurde schnell aufgebaut und blieb für mich bis zu den letzten Kapiteln bestehen. Gegen Ende war es für mich nicht mehr stimmig, weil ich von einem Einzelbuch ausging und auf einmal Erzählgeschwindigkeit, das Abarbeiten offener Fragen und die Genauigkeit der Auflösung nicht mehr zu meinen Erwartungen gepasst hat. Euch wird das nun nicht mehr passieren!
Zum Schreibstil nur ganz kurz: Unauffällig und flüssig. Er ist mir weder positiv noch negativ aufgefallen und das ist ein gutes Zeichen.

Gesamteindruck: Ein unterhaltsames und spannendes Buch, das großen Spaß macht durch viele Anspielungen auf andere bekannte Werke. Es hat aber noch Luft nach oben.

Sonntag, 14. April 2019

Ge(h)plaudert: Mein Herz in zwei vergessenen Mädchen - In dieser Woche beendet

Hallo Buchlinge, 

heute erzähle ich euch von Forgotten Girl von Eva-Maria Silber und Mein Herz in zwei Welten von Jojo Moyes, nämlich den beiden Geschichten, die ich diese Woche beendet habe. 

Bevor wir zur Podcast Folge kommen, habe ich aber noch eine Frage an euch: Und zwar haben einige von euch vielleicht mitbekommen, dass mein SoundCloud Konto gelöscht wurde. Das heißt, ihr könnt die Podcast Folgen vorerst nur online bei YouTube hören. 
Nun interessiert mich: Seid ihr überhaupt an einer Möglichkeit interessiert, die Folgen offline zu hören? 
Da ich mir keinen Podcast Hosting Dienst leisten kann, habe ich hier zwei Ideen für mögliche Alternativen, die ich euch vorstellen werde, wenn ihr überhaupt Interesse am offline hören habt. 
Schreibt mir eure Gedanken zu dem Thema also gerne in die Kommentare. 

Kommen wir nun aber zur aktuellen Folge. 

Direkt bei YouTube hören. 




Inhaltsverzeichnis 
00:00 Min: Intro und Hinweis 
01:41 Min: Forgotten Girl 
02:22 Min: Forgotten Girl Hörprobe 
05:12 Min: Meinung zum Hörbuch 
09:29 Min: Mein Herz in zwei Welten 
10:29 Min: Mein Herz in zwei Welten Hörprobe 
14:26 Min: Meinung zum Hörbuch 
17:25 Min: Reihenfazit 
21:47 Min: Outro 

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Mittwoch, 10. April 2019

Der Bücherdrache

Bild von der Hörverlag
Steckbrief
Name: Der Bücherdrache (auch als Buch erhältlich) 
Autor: Walter Moers
Verlag: der Hörverlag
Geeignet für: Moers Fans, Fans von Zamonien
Gelesen oder gehört: gehört als ungekürztes Hörbuch
Sprecher: Andreas Fröhlich
Bewertung: 3,5 von 5 Punkten



Klappentext

"In den Katakomben von Buchhaim erzählt man sich die alte Geschichte vom sprachmächtigen Bücherdrachen Nathaviel, den kein Buchling je gesehen hat. Die Legende sagt, der Drache sei die Belesenheit selbst. Der kleine Buchling Hildegunst Zwei, benannt nach dem zamonischen Großschriftsteller Hildegunst von Mythenmetz, macht sich eines Tages auf den Weg in den Ormsumpf, wo der Drache hausen soll. Für diese Mutprobe muss er zum ersten Mal seine geliebte Heimat, die Lederne Grotte, verlassen. Er wagt sich in Bereiche der Katakomben, in denen es von Gefahren nur so wimmelt, und ahnt nicht, dass die größte Gefahr vom Bücherdrachen selber ausgehen wird."


Meine Meinung 
In Der Bücherdrache entführt uns Walter Moers - oder sollte ich eher sagen Hildegunst von Mythenmetz? - wieder nach Zamonien und erzählt eine Geschichte, die zwar unterhaltsam ist, aber nur für Moers Fans, oder Liebhaber der zamonischen Kultur gedacht ist. Warum? Das lest ihr in meiner Rezension. 

Walter Moers überraschte mich hier erstmals mit drei Erzählsträngen
Wir begegnen zu Beginn der Geschichte dem bekannten zamonischen Literaten Hildegunst von Mythenmetz, der uns von einem Traum erzählt. 
Dort trifft er einen Buchling wieder, der seinen Namen trägt und von allen nur Hildegunst 2 genannt wird. 
Der Buchling wird aufgefordert, dem Lindwurm eine Geschichte zu erzählen. Und so beginnt er von seiner Begegnung mit dem Bücherdrachen zu berichten. Einem Wesen, das viele Bewohner*innen Zamoniens nur für eine Legende halten.
Und nun fragt ihr euch, was es mit dem dritten Erzählstrang auf sich hat. Das dürft ihr natürlich selbst herausfinden.

Was die Handlung betrifft, bin ich hier wieder hin- und her gerissen: Die Geschichte lebt hauptsächlich durch diese drei Erzählstränge. Das heißt, es wird eben viel berichtet, aber es findet wenig aktive Handlung statt. Diese kommt erst gegen Ende der Erzählung zum Zug. Wer Walter Moers als Autor bereits kennt, kommt mit dem Stilmittel womöglich zurecht. Dennoch vermisste ich hier und da etwas die aktive Handlung.

Allerdings wurde die fehlende Handlung für mich größtenteils durch Walter Moers Schreibstil und Andreas Fröhlich als Interpreten gerettet. Wir kommen aber erst einmal zum Schreibstil: 
Während die Geschichte häufig gleichmäßig vor sich in plätscherte, brachte mich Walter Moers mit perfekt platzierten Nebensätzen zum Schmunzeln. So spielen beispielsweise Sprichwörter oder Vergleiche in Der Bücherdrache eine große Rolle. Walter Moers vergleicht beispielsweise eine Schnecke ohne Haus mit einem Tiger ohne Streifen. 
Und wenn man dieses Zitat so hört, denkt man im ersten Moment, dass man genau so schlau ist, wie zuvor. Dennoch wissen wir, dass eine Schnecke ohne Haus genauso wenig eine Schnecke ist, wie ein Tiger, der keine Streifen mehr hat, ein Tiger sein kann. 
Und dieser Sinn im Unsinn hat mir wirklich gut gefallen und gibt hier und da auch ein paar Denkanstöße. Ich mag es, wie Walter Moers die Welt jedes Mal aufs Neue auf den Kopf stellt, ohne sie ins Lächerliche zu ziehen. Selbst, wenn er mit so einem verrückten Vergleich um die Ecke kommt, kann ich einen Mehrwert in seinen Aussagen entdecken.

Kommen wir also zum Schluss zur Gestaltung des Hörbuches: Während Weihnachten auf der Lindwurmfeste in einer Hülle untergebracht war, die man aufklappen konnte, befindet sich Der Bücherdrache in einer CD Box. (Und mir gefällt die Doppeldeutigkeit dieses Satzes gerade ziemlich gut). Die CDs sind in einzelnen Hüllen verpackt und es ist wieder ein kleines Booklet, also ein Heftchen mit dabei, indem es weitere Informationen zur Geschichte gibt. Für alle, die jetzt mit den Augen rollen und sich fragen, ob es sich lohnt das Heft einzuscannen: Ich finde nicht, dass man es zum Verständnis der Geschichte benötigt. Es ist mehr ein nettes Zubehör.
Das Hörbuch wurde zum Glück ungekürzt von der Hörverlag produziert und hat eine Laufzeit von ca. vier Stunden. Und es ist wirklich gut, dass die Geschichte nicht länger geht, weil sie sonst womöglich zäh geworden wäre.

Auch in dieser Geschichte gibt es ein Wiedersehen mit Hörbuchsprecher Andreas Fröhlich, der mir hier als Interpret wieder sehr gut gefallen hat. Die Schwierigkeit in Der Bücherdrache besteht darin, die verschiedenen Erzählstränge gut voneinander zu unterscheiden, da sie häufig fließend ineinander übergehen. Andreas Fröhlich hat es geschafft unsere drei Erzähler gut voneinander zu trennen und jeden Erzählstrang spannend zu gestalten. Es hat wirklich etwas gedauert, bis ich mich an seine Art der Interpretation von den Walter Moers Geschichten gewöhnt habe. Aber inzwischen könnte ich mir Walter Moers ohne Andreas Fröhlich nicht mehr vorstellen.

Zusammenfassend muss ich aber sagen, dass ich die Geschichte nur denjenigen empfehlen kann, die sowohl Andreas Fröhlich als Sprecher als auch Walter Moers als Autor kennen und wissen, wie die zamonische Welt aufgebaut ist bzw. wie es sich mit den zamonischen Erzählungen verhält.
Alle Buchlinge unter euch, die den Titel spannend finden, aber noch keine Geschichte von Walter Moers gelesen haben, sollten mit einer anderen Geschichte beginnen, bevor sie zum Bücherdrachen greifen.

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* Dieses Hörbuch wurde mir als Rezensiosnexemplar kostenlos von der Hörverlag zur Verfügung gestellt.

Montag, 8. April 2019

Die Insel der letzten Wahrheit

Bild von
steinbach - sprechende Bücher
Steckbrief
Name: Die Insel der letzten Wahrheit (auch als Buch erhältlich)
Autor: Flavia Comapny
Verlag: steinbach - sprechende Bücher
Geeignet für: Menschen, die gerne Reiseberichte und Thriller mögen
Gelesen oder gehört: gehört als ungekürztes Hörbuch
Sprecher: Romanus Furhmann, Nadja Schulz-Berlinghoff
Bewertung: 4 von 5 Punkten


Klappentext

"Wozu sind wir in Extremsituationen imstande? Können wir einen anderen Men- schen wirklich kennen? Oder uns selbst? Tagelang treibt Matthew Prendel allein auf dem Meer, halb wahnsinnig vor Angst und Durst. Sein Segelschiff wurde von Piraten überfallen, seine Freunde getötet. Als er kurz davor ist, das Bewusstsein zu verlieren, spürt er plötzlich Sand zwischen den Fingern. Über ihm, ein dunkler Schatten, steht einer der Piraten...
Flavia Company variiert die Robinsonade auf geheimnisvolle, zeitgemäße Weise und hält den Hörer bis zum überraschenden Ende in gespannter Erwartung."


Meine Meinung 
Dieses Hörbuch habe ich indirekt dank Ge(h)folge Mitglied Isona beim Glücksrad am Messestand von steinbach - sprechende Bücher im Rahmen der Frankfurter Buchmesse gewonnen. Also, Buchlinge, wenn ihr irgendwo ein Glücksrad seht, dreht ruhig: Es gibt nämlich auch spannende Gewinne. 

Inhalt
Bei Die Insel der letzten Wahrheit handelt es sich um eine kurze, aber definitiv spannende Geschichte. Wir haben hier zwei Handlungsstränge: Zuerst lernen wir eine weibliche Protagonistin kennen. Sie soll die Geschichte ihres Freundes niederschreiben. Und schwupps sind wir im zweiten Handlungsstrang. Ihr Freund ist nämlich ein bekannter Arzt, der gern zur See gefahren ist. Bis er dort von Piraten überfallen und auf einer einsamen Insel ausgesetzt wurde. Und da stellt sich die Frage: Wie hat er es geschafft, diese Insel zu verlassen? 

Das Spannende ist, dass die Geschichte aus diesen zwei Perspektiven erzählt wird. Natürlich steht der Arzt im Mittelpunkt der Geschichte. Dennoch gibt es immer wieder Episoden, die auch aus der Sicht der Frau erzählt werden und uns eine andere Perspektive auf den Arzt ermöglichen. 

Flavia Company baut den Spannungsbogen der Geschichte sehr gut auf. Während ich anfangs noch nicht ahnte, worauf die Geschichte hinaus läuft, zieht die Autorin die Schlinge langsam aber sicher zu. Und gerade das Ende hat mich wirklich überrascht und ich hatte direkt das Bedürfnis die Geschichte nochmal zu hören, weil ich glaubte, so die Auflösung schon früher nachvollziehen zu können. 

Meinen einzigen Kritikpunkt muss ich bei der Herstellung des Hörbuches anbringen. Allerdings hat mir eine Mitarbeiterin des Verlages erzählt, dass das Hörbuch in dieser Form gar nicht mehr hergestellt wird. Deswegen bezieht sich meine Kritik ausschließlich auf die Ausgabe, die mir vorliegt. Zu neueren Gestaltungen kann ich daher also nichts sagen.
Die CDs sind in einzelnen Papierhüllen gelagert und werden von einer Papierhülle zusammengehalten. Um an die CDs heranzukommen, muss man diese aus der Hülle herausschieben. Allerdings vermute ich, dass Grobmotoriker hier an ihre Grenzen kommen und je nachdem, wie man die CDs herausholt, eine schöne Zusammensetzung nicht immer möglich ist.

Da ich zu den Buchlingen gehöre, die sich die Hörbücher gerne ins Regal stellen, störte mich dieser Effekt etwas, weil ich das Hörbuch gefühlt nicht mehr ordentlich zusammenbekommen habe. Allerdings konnte ich auch den Gedanken bei der Herstellung des Hörbuches nachvollziehen: Die Herstellung fand nämlich unter dem Motto Taschenhörbuch als Alternative zum Taschenbuch statt. Und diesen Schachzug fand ich auch sehr clever. 

Kommen wir nun aber zu den Sprechern der Geschichte: Die Insel der letzten Wahrheit wird von Romanus Fuhrmann und Nadja Schulz-Berlinghoff gelesen. Beide Interpreten haben sehr gut miteinander harmoniert. Während man bei vielen Romanen, die aus mehreren Perspektiven erzählt werden, nach einer bestimmten Zeit weiß, wann es einen Perspektivenwechsel gibt, wurde ich hier häufig überrascht, was aber kein Nachteil war. 
Was mir außerdem sehr gut gefallen hat war, dass das Hörbuch ungekürzt produziert wurde. Ich hätte beim besten Willen nicht gewusst, welche Stellen gekürzt werden könnten. 

Flavia Company hat einen flüssigen Schreibstil, der mir einen schnellen Einstig in die Geschichte ermöglichte. Was die Formulierungen betrifft, wird zwar klar, dass die Geschichte zu einer schon lange vergangenen Zeit spielt. Dennoch konnte ich das Hörbuch quasi in einem Rutsch durchhören und bin nicht an bestimmten Formulierungen hängen geblieben. 
Die Perspektivenwechsel haben mich hier und da etwas verwirrt, aber meinen Hörfluss nicht negativ beeinflusst. 

Gesamteindruck 
Die Insel der letzten Wahrheit hat mich positiv überrascht, was vor allem mit dem überraschenden Ende der Geschichte zusammenhängt. Nie wäre ich auf die Idee gekommen, dass sich hinter dieser Geschichte ein so packender Thriller versteckt. Die Insel der letzten Wahrheit ist also mein Geheimtipp an euch. 

Freitag, 5. April 2019

Wie lesen Blinde? - Punktschrift Tutorial



Ganz oben: Männchen im Warndreieck
Darunter: Mensch im Rollstuhl
und daneben das Bild eines Auges.
Foto: A. Mack
Hallo Buchlinge, 

habt ihr euch schon mal gefragt, ob oder wie Blinde eigentlich lesen können?
Dann solltet ihr unbedingt weiterlesen. In diesem Artikel erkläre ich euch nämlich die Punktschrift (Blindenschrift / Brailleschrift), welche Blinden das Lesen auf Papier bzw. im Alltag oder auf elektronischen Geräten mithilfe von weiteren Hilfsmitteln ermöglicht. 


Bevor wir inhaltlich einsteigen, gilt:

  • Wenn ihr Fragen oder Ideen habt, über welche Themen ich in Bezug auf Sehbehinderung oder Blindheit unbedingt schreiben sollte: Lasst mir eure Ideen sehr gerne in den Kommentaren da oder schreibt mir eine Mail mit dem Betreff Ge(h)brechen an EmmaZecka@gmx.de.
  • Am Ende des Beitrages findet ihr die altbekannte Info, wie sich meine Sehbehinderung im Alltag bemerkbar macht

Ich wünsche euch gute Unterhaltung. 



Punktschrift auf Papier und 
im Alltag und Computerbraille 
Zuerst einmal muss zwischen der Vollschrift, also der Schrift, die auf Papier oder im Alltag zu finden ist und der Computerbraille, also der Punktschrift, die im Zusammenhang mit dem Computer oder z.B. der Bedienung des Smartphones verwendet wird, unterschieden werden.

Die Vollschrift stellt die Grundlage der Computerbraille dar. Deswegen stelle ich euch diese auch zuerst im nächsten Abschnitt vorstelle. Danach komme ich dann zu der Computerbraille.


Punktschrift - Die Grundlagen 
Wie der Name schon sagt, wird die Punktschrift in Punkten dargestellt, welche fühlbar ist. Wir haben hier einen 6er Block der jeweils zwei gegenüberliegende und drei untereinanderstehende Punkte hat. Das sieht dann folgendermaßen aus: 


Und damit es keine Missverständnisse gibt, hat jeder Punkt auch eine Nummerierung, die gerade am Anfang beim Erlernen der Punktschrift wichtig ist.

  • Punkt 1: Links oben 
  • Punkt 2: Links in der Mitte. Unter Punkt 1. 
  • Punkt 3: Links unten. Unter Punkt 2. 
  • Punkt 4: Rechts oben. Gegenüber von Punkt 1. 
  • Punkt 5: Rechts in der Mitte. Gegenüber von Punkt 2. 
  • Punkt 6: Rechts unten. Gegenüber von Punkt 3. 


Das Vollschrift Alphabet 
Nun ist es aber nicht so, dass Blinde das Alphabet nach der richtigen Reihenfolge also z.B. A, B, C usw. lernen. Man tastet sich hier von Reihe zu Reihe vor und beginnt zuerst mit den Buchstaben des linken Blocks. Im folgenden Abschnitt seht ihr also das Punktschriftalphabet, in der Reihenfolge, in der es gelehrt wird.

Hinweis: In den Punktschriftbüchern werden zwischen den normalen Buchstaben des Alphabets auch Sonderzeichen und Umlaute beigebracht, wenn diese in die Gruppierung passen, die gerade an der Reihe ist. Damit dieser Artikel aber nicht im Chaos endet, habe ich die Satz- und Sonderzeichen gesondert aufgeführt.

Damit auch Sehbehinderte und Blinde etwas von dem Artikel haben, werde ich unter die Punktegrafik nicht nur den Schwarzschriftbuchstaben, sondern auch die Punkte schreiben, mit denen der Buchstabe oder das Zeichen dargestellt werden. 


⠃ ⠇  ⠨  ⠊  ⠎  ⠕  ⠍  ⠑  ⠓   ⠋   ⠥   
a   b     l        k     i      s        o        m      e      h        f         u         r
1  1,2  1,2,3  1,3  2,4  2,3,4  1,3,5  1,3,4  1,5,  1,2,5  1,2,4   1,3,6,  1,2,3,5

⠝    ⠙       ⠞    ⠚   ⠏     ⠛    ⠵   
n           d        w           t           j        p            g           z            v
1,3,4,5  1,4,5   2,4,5,6  2,3,4,5  2,4,5  1,2,3,4,  1,2,4,5  1,3,5,6    1,2,3,6 

       ⠽            ⠟
x                 y                  c           q 
1,3,4,6        1,3,4,5,6       1,4       1,2,3,4,5 


Die Umlaute 

⠪    ⠜   ⠮     ⠳
ö           ä         ß            Ü 
2,4,6     3,4,5   2,3,4,6    1,2,5,6


Die Abkürzungen 
Da einzelne Wörter ziemlich viel Platz brauchen, gab es intelligente Menschen, die beschlossen haben, manche Laute abzukürzen und eine neue Punkte-Kombination dafür zu verwenden. 

⠡ ⠩   ⠬    ⠹    ⠾       ⠱   ⠣   ⠌
au    ei       ie         ch         st                sch     eu        äu 
1,6  1,4,6  3,4,6    1,4,5,6   2,3,4,5,6     1,5,6  1,2,6    3,4


Satzzeichen 
Und als wäre das nicht genug, gibt es noch Satzzeichen. 

⠂  ⠄ ⠢  ⠤ ⠦   ⠆  ⠶     ⠦      ⠲   
,        .      ?      -     !         ;       ()          :     " (unten)   " (oben)  
2       3     2,6   2,5  1,2,5   2,3   2,3,5,6  2,5  2,3,6         2,5,6


4,6
Großschreibzeichen: Das Zeichen wird verwendet, um den Anfangsbuchstaben eines Wortes großschreiben zu können.


5,6
Zeichen um ein ganzes Wort großzuschreiben.


Zahlen in der Vollschrift 
Ja, auch in der Punktschrift bleiben uns die Zahlen natürlich nicht erspart.
Die Buchstaben a-i sind die Zahlen 1-9.
Der Buchstabe j ist dann die Zahl 0.

Achtung: Hier bezieht sich die Zahl unter der Grafik nicht auf den angegebenen Punkt, sondern auf die Schwarzschriftzahl, die der Punkt darstellen soll.

Damit man aber unterscheiden kann, wann eine Zahl und wann ein Buchstabe gemeint ist, werden den Zahlen das so genannte Zahlenzeichen vorangestellt, das folgendermaßen aussieht:




⠽⠁⠉ ⠙ ⠑  ⠛       
 0   1   2   3     4   5     6     7    8    9


Computerbraille / Eurobraille 
Buchlinge, ich hoffe, ihr habt nach diesem Punktesalat noch Kapazitäten für die Punktschrift, wie sie mithilfe von Hilfsmitteln auf elektronischen Geräten dargestellt wird.
Eurobraille meint hier, dass es sich um eine internationale Darstellung handelt, die für Westeuropa gilt.
Hier wird der 6er Block um zwei weitere Punkte ergänzt. Nämlich die Punkte sieben, steht unter Punkt 3, und acht, der unter Punkt 6 steht. Das sieht dann folgendermaßen aus:



Punkt 7 kennzeichnet hier großgeschriebene Buchstaben und Punkt 8 kennzeichnet die kleinen Umlaute. Wenn ein Umlaut groß geschrieben wird, wird der Buchstabe jeweils um einen Punkt heruntergesetzt.

Außerdem werden die Zahlen und manche Sonderzeichen in der Eurobraille anders dargestellt, was bei mir gerade, was die Zahlen betrifft, hin und wieder für Chaos im Kopf sorgt.

Hinweis: Die oben beschriebenen Abkürzungen wie z.B. für ch, sch usw. gibt es in der Eurobraille nicht. Hier wird jedes Wort ausgeschrieben.


Darstellung der Zahlen  
Als hätten wir nicht schon genug Chaos im Kopf, gibt es in der Computerbraille eine andere Darstellung der Zahlen.

⠬    0
3,4,6

⠡    1
1,6

⠣    2
1,2,6

⠩    3
1,4,6

⠹    4 
1,4,5,6

⠱     5 
1,5,6

⠫     6
1,2,4,6

⠻     7
1,2,4,5,6

⠳    8
1,2,4,6

⠪    9 
2,4,6


Sonderzeichen In der Eurobraille werden manche Sonderzeichen ebenfalls anders dargestellt, als in der Vollschrift. So gibt es beispielsweise verschiedene Darstellungen für die unterschiedlichen Anführungszeichen (Gänsefüßchen oder die Anführungszeichen, wie sie in den meisten Romanen dargestellt werden).

Allerdings platzt unser aller Gehirn wenn ich euch die Sonderzeichen jetzt auch noch zeige.


Vorschau auf den zweiten Teil So, Buchlinge, jetzt seht ihr wahrscheinlich nur noch Punkte. Das Punktschriftalphabet ist jetzt zwar bekannt, allerdings wisst ihr immer noch nicht, wie Blinde am PC oder auf Papier lesen und mit welchen Geräten Blinde schreiben können.

Drei der gängigen Geräte werde ich euch demnächst - vielleicht schon im Mai, ich bin mir aber noch nicht sicher, ob ich es zeitlich schaffe - in einem Video vorstellen, dass selbstverständlich hier verlinkt wird, wenn ich es hochgeladen habe.

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Die fünf Artikel, die in dieser Rubrik zuletzt online gegangen sind:
1. Was ist eine BTG und wozu braucht man das?
2. 5 Dinge, die ich gerne vor meinem Studium gewusst hätte: Part 5 - Dass vieles heißer gekocht, als gegessen wird.
3. Barrierefreiheit auf der Frankfurter Buchmesse
4. 5 Dinge, die mich an meiner Sehbehinderung stören.
5. Wie lese ich eigentlich?

Zu meiner Person und der Sache mit der Sehbehinderung: Ich bin von Geburt an auf dem linken Auge blind und auf dem rechten Auge hochgradig sehbehindert. Seit 2017 beträgt mein Sehrest 2%, was bedeutet, dass ich nach dem Gesetz als blind gelte. In der Praxis heißt dass: Ich...
  • Habe Mühe mich in unbekannten oder schlecht beleuchteten Räumen zu orientieren.
  • Erkenne mir bekannte Personen nicht im Vorbeigehen.
  • Laufe mit einem Blindenlangstock (von mir als Elderstab betitelt) pendelnd durch die Weltgeschichte.
  • Kann keinen Blickkontakt mit meinem Gegenüber aufnehmen und mit der Mimik meines Gegenübers nichts anfangen.
  • Kann Personen, die in unmittelbarer Nähe (linker, rechter Sitznachbar je nach Entfernung auch mein Gegenüber) erkennen, alle was darüber hinaus geht aber nicht.

Achtung: Mit den Prozenten und dem Sehrest verhält es sich sehr subjektiv. Nicht alle Menschen, die 2% sehen müssen beispielsweise einen Langstock zur Orientierung nutzen.

Mittwoch, 3. April 2019

Schöne Begegnungen und spannende Termine - Wie war's in Leipzig? Teil 2



Hallo Buchlinge, 

im ersten Teil meines Messeberichtes habe ich euch von unserer Anreise und den Erlebnissen des ersten Messetages erzählt. 
Und nun wird es Zeit einen Blick auf die anderen Messetage zu werfen. 
Ich wünsche gute Unterhaltung. 


Freitag 21.03.19
Am Freitag Morgen entdeckte ich meine Beinmuskeln wieder und ich freute mich, dass meine Beine und die Füße den ersten Messetag erfolgreich überstanden hatten. Wir machten uns wieder auf die Suche nach einem Bäcker, um unseren Proviant für den Tag zu sichern und uns dann auf das Messegelände zu begeben. 

Allerdings ließen wir es am Freitag etwas gemütlicher angehen, was dazu führte, dass ich den ersten von zwei eingetragenen Terminen mit Sebastian Fitzek verpasste. Etwas traurig war ich schon darüber, rettete mich zu dem Zeitpunkt aber noch mit dem Gedanken, dass ich am Samstag ja noch eine zweite Gelegenheit hatte, den Autor in einem Gespräch zu erleben. Und dieser Termin war eine Stunde später angesetzt, sodass ich vermutete, ihn dort auf jeden Fall hören zu können. 

Also starteten wir stressfrei in den Tag. Meinen ersten Termin hatte ich nämlich erst um kurz nach zwölf am Gemeinschaftsstand der Hörbuchverlage. 


Bild von RandomHouse Audio
Das Herbstprogramm bei RandomHouse Audio
Buchlinge, es ist schon etwas merkwürdig. Das Jahr hat gerade erst begonnen, doch in der Verlagswelt wird bereits das Herbstprogramm vorgestellt. Allerdings muss man zur Verteidigung der Unternehmen auch sagen, dass das Herbstprogramm keinesfalls erst im Herbst beginnt, sondern nahtlos an das Frühjahrsprogramm anschließt und die ersten Titel also noch im Hochsommer erscheinen. Das machte das Ganze dann nicht ganz so schlimm. 
Aktuell habe ich das Glück, dass mir regelmäßig in Leipzig und in Frankfurt von den jeweiligen Verlagsprogrammen von RandomHouse Audio und - jetzt wieder - von der Hörverlag erzählt werden kann. 
Und interessanterweise muss ich feststellen, dass mich in den letzten Jahren mehr Titel des Frühjahrsprogrammes für sich begeistern konnten. Natürlich habe ich mir in Leipzig wieder ein paar spannende Geschichten notiert, von denen ich euch demnächst berichten werde. Aber es gab wirklich schon Pressetermine, in dem ich mir gefühlt jeden zweiten Titel im Geiste reserviert habe. Mein Stapel ungehörter Hörbücher reut sich sehr darüber. 
Schon mal so viel vorab: Es wid nicht nur was fürs Herz, sondern auch für die Thriller Hörer*innen unter euch geben. Und es gibt eine Geschichte, die mich zum Teil an Marc-Uwe Klings QualityLand erinnert und zu den Favoriten der Mitarbeiterin der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit gehört. 

Treffen mit Yvonne von Buchbahnhof 
Und nach dem Pressetermin stieg mein Adrenalinspiegel dann mal wieder gewaltig an. Ich sollte in wenigen Minuten eine Bloggerin treffen, die ich schon sehr lange verfolge. Im Gegensatz zu Anja und mir, sind Yvonne und ich an unsere Planung organisierter ran gegangen und haben daran gedacht, unsere Handynummern auszutauschen, damit wir uns vor Ort auch finden. 
Und nach ein bisschen "Wir sind hier und wo bist du?"-Geschreibe, haben wir uns dann auch endlich live und in Farbe getroffen. 
Yvonnes Blog verfolge ich schon sehr lange und seit ich bei Twitter bin, hören wir doch recht regelmäßig voneinander. Es hat mich sehr gefreut, dass ich sie in Leipzig endlich persönlich kennenlernen konnte. Und wir haben beide beschlossen, auch nach der Messe in Kontakt zu bleiben. 


Lennart vor einer bunten
PowerPoint Folie
Foto: A. Mack
Wie wir in Zukunft lesen werden mit Lennart vom Litcast 
Als ich durch den Veranstaltungskalender der Leipziger Buchmesse stöberte, fiel mir die Veranstaltung aufgrund ihres Titels auf. Die Frage, wie wir in Zukunft lesen werden, klang für mich spannend und mich interessierte, welche Ergebnisse in dieser Veranstaltung herausgearbeitet werden sollten. Allerdings habe ich den Veranstaltungstext nur überflogen und bin an dem Namen des Referenten hängen geblieben: Lennart. 
Seit einer Weile verfolge ich nämlich den Litcast von Lea von Liberiarium und Lennart, von dem ich mir zuvor nicht sicher war, ob er auch zu den Bloggern zählte, oder der Litcast das eizige Onlineprojekt ist, in dem er vertreten ist. Und hätte ich den Veranstatltungstext gelesen, hätte ich nicht auf die Podcast Folge der beiden warten müssen, in der mein Verdacht bestätigt wurde. 

Lennarts Präsentation war wirklich spannend inhaltlich auch so aufgebaut, dass man die Folien nicht lesen können musste, um der Veranstaltung folgen zu können. Er stieg mit dem Thema Literaturverfilmungen ein, kam dann zur Studie des Börsenvereins über die im letzten Jahr viel gesprochen wurde und in der es hieß, dass sich Bücher weniger verkaufen. Dann stellte er sich die Frage, woran das liegt und wie wir das Lesen wieder in unseren Alltag integrieren können. 
Wenn es Bedarf gibt - oder wenn ich wieder mehr Zeit habe - werde ich auch einen separaten Artikel zu dieser Veranstaltung schreiben, da es hier einige Aspekte gibt, über die diskutiert werden kann. 

Und nach diesem Termin ging es für eine meiner Begleitungen und mich zu einem überraschenden Highlight. 

Andreas Fröhlich über das Hörbuchsprechen und die ??? 
Wie ihr ja wisst, habe ich in letzter Zeit den Hörbuchsprecher Andreas Fröhlich für mich entdeckt und habe mich vorab unglaublich gefreut, dass der Hörbuchsprecher gleich eine ganze Stunde im Rahmen einer Veranstaltung auf dem Messegelände sprechen wird. Normalerweise gehen die Veranstaltungen auf der Buchmesse meist nur eine halbe Stunde. Das ist zwar immer noch besser, als gar nichts, aber häufig ist mir die Zeit dann doch zu knapp und ich hätte mir gern mehr Informationen gewünscht. 

In der Veranstaltung wurde nicht nur über die Unterschiede zwischen einer Hörbuchlesung, einer Synchronisation beim Film und einer Hörspielproduktion gesprochen, sondern wir erfuhren auch etwas über Andreas Fröhlich als Person, wie z.B., dass er nicht gerne im Mittelpunkt steht und ganz froh ist, dass man ihn auf der Straße beispielsweise nicht so schnell erkennt, wie beispielsweise einen Schauspieler. Und natürlich gab er uns vor Ort auch eine kleine Kostprobe aus Weihnachten auf der Lindwurmfeste und erzählte zudem, wie er der Sprecher der Walter Moers Hörbücher wurde. 

Andreas Fröhlich, meine
Begleitung und ich.
Foto: A. Mack
Nach der Veranstaltung signierte der Hörbuchsprecher und meine Begleitung und ich beschlossen, uns diese Gelegenheit nicht entgehen zu lassen. So haben wir nicht nur ein Foto, sondern auch Autogramme bekommen. 
Buchlinge, drückt mir die Daumen, aber mit ganz viel Glück gibt es hier auf dem Blog bald noch einen weiteren Beitrag mit Andreas Fröhlich. 
Ich hatte da nämlich so eine Idee im Gepäck, die mir von Andreas Fröhlich mündlich zwar schon zugesichert wurde, aber natürlich auch mit seiner Agentur abgeklärt werden muss. Aber ihr glaubt nicht, wie sehr ich mich schon über die mündliche Zusage gefreut habe, weil ich absolut nicht mit einem spontanen "Ja, natürlich!", gerechnet hätte. 


Samstag 23.03.19 
Leider schrumpfte unser Terminplan am Samstag recht schnell auf wenige Veranstaltungen zusammen. Und der Termin mit Sebastian Fitzek musste für mich leider ausfallen. Buchlinge, ich habe mich ziemlich darüber geärgert. Aber glücklicherweise hatte der Veranstalter den Termin aufgezeichnet, sodass ich ihn mit viel Glück bald nachhören kann. Und selbstverständlich werde ich den Link dann via Social Media mit euch teilen, damit ihr auch was davon habt. (Was die Podcast Folgen betrifft, müsst ihr etwas schnell sein, da diese nur eine gewisse Zeit online stehen). 

Und so bescherte mir die Pressemitarbeiterin von steinbach - sprechende Bücher mein erstes Highlight des Tages. 

Bild von steinbach - sprechende Bücher
Meine erste Begegnung mit der Mitarbeiterin des Verlages fand im Rahmen der Frankfurter Buchmesse statt. Hier wurde ich sehr spontan an den Stand des Verlages eingeladen und fand so eines meiner Jahreshighlights aus dem vergangenen Jahr. Und da wollte ich die Gelegenheit natürlich nutzen, die Mitarbeiter des Hörbuchverlages mit Sitz in Frankfurt, auch in Leipzig wieder zu besuchen. 
Buchlinge, wenn ihr meinen Monatsrückblick bereits entdeckt habt, dann wisst ihr, dass einige neue Titel aus dem Hause steinbach bei mir eingezogen sind. Und ich bin schon unglaublich gespannt, wie mir die Geschichten gefallen. 
Der Termin war sehr angenehm und ich habe mich nicht nur über das aktuelle Verlagsprogramm informiert, sondern auch Spannendes über die Herstellung des Hörbuches erfahren. Wusstet ihr, dass es günstiger ist, ein Hörbuch in einer Plastikhülle zu verpacken, als die Geschichte in einer Box aus Pappe oder einer Pappverpackung zum Aufklappen herzustellen? Ich persönlich finde die Plastikverpackungen wirklich nicht schön und bin beinahe Expertin dafür, die CD Hüllen relativ schnell kaputt zu bekommen. Ich habe mich also schon länger gefragt, warum viele Verlage an diesen CD Hüllen festhalten und hätte nie damit gerechnet, dass es wahrscheinlich hauptsächlich an der günstigen Herstellung liegt. 
Außerdem unterhielten wir uns über den Deutschen Hörbuchpreis. Immer wieder muss ich feststellen, dass das Hörbuch in den Medien allgemein wenig Aufmerksamkeit bekommt. Und da bin ich froh, dass es einen ofiziellen Hörbuchpreis gibt. Allerdings habe ich auch erfahren, dass sich der Preis gerade im Umbruch befindet. Es bleibt also spannend, was aus dem Wettbewerb wird. 


Wolfgang Tischer im Gespräch
mit Diana Hillebrand
Diana Hillebrand über die Figurenentwicklung 
Von Diana Hillebrand hatte ich bisher einiges gehört. Die Autorin schreibt nicht nur Romane, sondern hat auch den Schreibratgeber Heute schon geschrieben? veröffentlicht. Und sie gibt ihr Wissen auch an Autor*innen in Schreibseminaren weiter. 
Im Gespräch mit Wolfgang Tischer erzählte sie also nicht nur, worauf es bei interessanten Charakteren ankommt, sondern stellte sich auch den Fragen des Publikums. 
Ich finde es immer spannend zu hören, wie andere Autor*innen an die Figurenentwicklung herangehen und was sie (angehenden) Autor*innen mit auf den Weg geben können. Und so ging ich auch inspiriert aus diesem Termin heraus. 


Bild von der Hörverlag
Termin bei der Bloggerbetreuerin des Hörverlages 
Wie bereits berichtet, gab es im Team der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Hörverlages personelle Veränderungen. Und so durfte ich in Leipzig meine neue Ansprechpartnerin kennenlernen. Obwohl sie an einem Messesamstag, an dem bei Buchmessen bekanntlich viel los ist, den Stand alleine betreute, konnte sie sich doch etwas Zeit nehmen, um uns von dem kommenden Verlagsprogramm zu erzählen. Buchlinge, was soll ich sagen? Auch hier sind spannende Titel vertreten. So wurde ich neugierig auf Titel von Isabel Allende, Lucinda Riley und Elena Ferrante gemacht. 
Außerdem gibt es wieder ein paar spannende Thriller, die ich mir genauer anschauen werde. 
Besonders gefreut habe ich mich, dass es bald ein Hörbuch zu einem bekannten Jugendbuch geben wird, dass ich schon auf einigen Kanälen bewundern durfte. So kann ich endlich auch in die Geschichte eintauchen und meine Neugier stillen. 
Natürlich hat sich der Verlag auch für die Weihnachtszeit etwas Besonderes einfallen lassen. Aber bis dahin müssen wir uns wohl noch etwas gedulden. 

Außerdem sprachen wir über meine Arbeit als Bloggerin und ich bekam für mich überraschend positives Feedback über das ich mich ebenfalls unglaublich gefreut habe. 
Natürlich bin ich mit meiner Arbeit zufrieden, stehe hinter dem, was ich tue und genieße das Bloggen sehr.. Aber es war neu für mich, dass meine Arbeit von einem Hörbuchverlag wahrgenommen und versucht wird, darauf zu reagieren, in dem man sich beispielsweise bei den Buchmessen Zeit nimmt, mir ausführlich von dem kommenden Messeprogramm zu erzählen. 

Aktuell gehe ich davon aus, dass ich als Bloggerin eher eine geringe Reichweite habe, verglichen mit anderen Blogger*innen oder Print- und Hörfunkkanälen. Ich könnte es also nur allzu gut verstehen, wenn sich die Hörbuchverlage eher auf die Blogger*innen konzentrieren, die eben mehr Menschen erreichen. Und vor Ort zu hören, dass es ihnen nicht nur um die Reichweite geht, sondern sie vor allem meine Beiträge und die ausführlichen Rezensionen schätzen, hat mir sehr gut getan. 

Bloggertreffen beim Argon Verlag 
Von 16-18 Uhr fand dann das erste Bloggertreffen des Argon Verlages statt. Natürlich hatten meine Begleitung und ich uns ordentlich mit der Mitarbeiterin des Hörverlages verquatscht, sodass wir erst um kurz vor 17:00 Uhr beim Stand des Argon Verlages ankamen. Und das, obwohl der Verlag im Grunde um die Ecke liegt. Doch als wir den Stand betraten, war von Blogger*innen oder bekannten Mitarbeiterinnen der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit keine Spur. Wir warteten bis eine Mitarbeiterin vorbeikam. 
Sie schaute uns an und erklärte: "Sie werden erwartet!" 
Meine Begleitung und ich blickten uns beeindruckt an. So eine Begrüßung hatten wir auch noch nie erlebt. Die Mitarbeiterin führte uns zu einem kleinen Raum, in dem bereits eine kleine Runde beisammen saß. 
Und eine der Bloggerbetreuerinnen begrüßte mich gleich mit den Worten: "Ah! Emma Zecka!"
Buchlinge, ich kann euch sagen, dass war schon sehr cool. 

Andere Blogger*innen waren bereits in Gespräche vertieft, oder bereit zum erneuten Aufbruch und so setzte ich mich mit einer der beiden Mitarbeiterinnen zusammen, um gemeinsam einen Blick in das Verlagsprogramm zu werfen. Buchlinge, auch hier erwarten uns viele tolle Titel. Irgendwann meinte ich dann nur: "Brems mich bitte aus, wenn ich zu viele Titel haben möchte!" (Und bevor ihr jetzt mit der Stirn runzelt: Das heißt noch lange nicht, dass auch wirklich alle Titel bei mir einziehen können). 

Das Programm des Argon Verlages interessiert mich schon seit längerem. Bisher hat es sich aber leider nicht ergeben, mich bei den Mitarbeiterinnen der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit vorzustellen. In Frankfurt durfte ich im letzten Jahr bereits eine der zuständigen Mitarbeiterinnen kennenlernen. Und in Leipzig lernte ich nun auch ihre Kollegin kennen und freue mich nun, dass der Kontakt hergestellt ist. 
Auch hier sprachen wir nicht nur über das Verlagsprogramm, sondern auch über gekürzte und ungekürzte Hörbücher, die Tatsache, dass jeder Verlag hierfür seine eigene Bezeichnung hat und meine Arbeit als Bloggerin. So wurde ich beispielsweise geragt, ob ich auch mit Buchverlagen in Kontakt stehe und konnte das verneinen. 

Am Ende diesen Tages war ich sehr glücklich über meine Verlagstermine und die Rückmeldungen, die ich vor Ort bekommen habe. Was das Knüpfen oder Ausbauen von Kontakten betrifft, hat sich die Leipziger Buchmesse für mich definitiv gelohnt. 


Sonntag 24.03.19 
Am Sonntag hieß es dann nicht nur Abschied nehmen, sondern auch mit keinem Terminplan in den Tag zu starten. Der einzige Termin, den ich unbedingt sehen wollte, fand um 12:00 Uhr statt. Und so bat ich meine Begleitungen mich einfach schon mal an dem passenden Stand auszusetzen. Denn ich konnte in diesem Jahr zum ersten Mal als Zuhörerin an den bloggersessions teilnehmen. 

Als ich ankam wurde gerade ein Portal vorgestellt, auf dem Rezensionen hochgeladen werden konnten. Im Gegensatz zu LovelyBooks und Wasliestdu handelt es sich aber nicht um ein Portal, dass die geschriebenen Rezensionen mit Eselsohren oder Punkten vergütet, sondern mit kleinen Centbeträgen. Diese können dann auf einem eigenen Buchshop der Seite eingelöst werden. Außerdem bekommt man auch einen kleinen Centbetrag, wenn jemand eines der rezensierten Bücher gekauft hat, weil davon ausgegangen wird, dass dies auf meine Empfehlung hin geschehen ist. Jedoch war mir nicht ganz klar, wie man nachweisen möchte, dass der Kauf auf meine Empfehlung hin passierte. 
Vor Ort gefiel mir die Idee des Portals richtig gut, da man endlich etwas Handfestes für die Rezensionen bekommt. Bei Wasliestdu habe ich beispielsweise eine MEnge Punkte, mit denen ich aber überhaupt nichts anfangen kann. Schlimm finde ich es nicht, weil ich die Rezensionen ja so oder so für den Blog schreibe und die Arbeit somit nicht umsonst ist. 

Allerdings sahen meine Sitznachbarinnen das Portal eher kritisch. Sie gaben zu bedenken, dass es bereits schon genug Portale gibt, auf denen Rezensionen hochgeladen werden können und es irgendwann zu viel des Guten sei. Schließlich kostet es auch Zeit, alle Portale zu bedienen. 
Bei Twitter erklärte mir eine Bloggerin, dass der rechtliche Aspekt bei der vorgestellten Website schwierig sei, da man den Betrag für Affiliate Links beispielsweise versteuern müsste.
Bei der vorgestellten Plattform bleibt der Betrag zudem ausschließlich vor Ort und man kann damit nicht haushalten, wie man möchte. Als ich mich dann zu Hause mit jemandem über das Portal unterhielt und erklärte, dass mir der Geldcharakter eigentlich ganz gut gefiel, meinte die Person nur ganz trocken: "Du bekommst ja bereits viel!"
Kleinlaut fiel mir dann auf, dass ich ihr Recht geben konnte. Schließlich sind dank der Zusammenarbeit mit den Hörbuchverlagen bisher viele Hörbücher bei mir eingezogen, die ich mir selbst hätte wahrscheinlich nicht leisten können. 

Danach gab es eine Diskussion zum Thema, ob Buchblogs noch zeitgemäß seien. Hier waren zwar interessante Referent*innen geladen, jedoch wurden aus meiner Sicht keine neuen Aspekte herausgearbeitet, sondern es war eher eine Art Wiederholung, was ich aber nicht als schlimm empfunden habe. Es war  spannend unterschiedliche Meinungen zu hören. Es kamen nämlich auch Zuschauer*innen zu Wort. So stellte sich heraus, dass sich bei den blogersessions nicht nur langjährige Blogger*innen befanden, sondern auch Leute interessiert waren, die mit Bloggen noch nichts am Hut hatten. Und so wurde auch über die Frage gesprochen, was einen Buchblog überhaupt ausmacht. 

Im Anschluss gab es dann eine Veranstaltung zum Thema, welche Aktionen Buchblogger*innen noch umsetzen könnten, um das Buch besonders hervorzuheben. Diese Session ließ mich leider mit einem Stirnrunzeln zurück. Die Ideen waren zwar interessant, aber völlig realitätsfern. Warum? Die meisten Ideen lassen sich meiner Meinung nach leider nur umsetzen, wenn die Blogger*innen auch eine bestimmte Reichweite mitbringen.

So wurde beispielsweise vorgeschlagen, dass man Kontakt zu Buchhandlungen in der Heimat aufnehmen und anfragen könne, ob man einen Büchertisch gestalten kann. An sich eine tolle Idee: Welche(r Blogger*in würde nicht gerne mal die eigenen Herzensbücher in einer Buchhandlung präsentieren? Wenn ich das Angebot bekäme, ich wäre sofort dabei.
Allerdings ist für mich auch ganz klar, dass die Buchhandlungen auch etwas von der Kooperation haben müssen. Und das haben sie nur, wenn die Blogger*innen bekannt sind und man Wert auf ihre Empfehlungen legt, bzw. sich daran orientiert. Ich merkte, wie meine Tweets während dieser Veranstaltung immer kritischer wurden, was eigentlich schade ist, weil die Grundidee der Veranstaltung durchaus interessant war. 

Mein Highlight der bloggersessions war dann die Veranstaltung zum Thema Rechtliches für Blogger*innen. Der Jurist brachte nicht nur Humor mit, sondern hatte auch interessante Aspekte im Gepäck. Obwohl sich gegen Ende herausstellte, dass es gerade im Recht viele Grauzonen gibt, nahm der Referent für mich an einigen Stellen den Druck raus. Natürlich bemühe ich mich, rechtlich korrekt zu arbeiten .Schließlich hat das für mich auch etwas mit seriösem Auftreten zu tun. Aber ich bin eben auch keine Juristin und auch mir können Fehler passieren. Der Referent riet bei einer Abmahnung nicht aus lauter Panik irgendetwas zu unterschreiben, sondern erst einmal Kontakt zu einem Anwalt mit dem Schwerpunkt Medien- und Urheberrecht aufzunehmen. 
Aktuell ist geplant, auch zu dieser Veranstaltung eien eigenen Artikel zu schreiben. 

Ein Wiedersehen mit Ever von Welt in Buchstaben 
Und zum Schluss traf ich mich noch mit Ever von Welt in Buchstaben, die auch zwei andere (ehemalige) Bloggerinnen im Gepäck hatte. Ich habe mich sehr gefreut, Ever wiederzusehen und auch die anderen Bloggerinnen kennenzulernen. 


Mein Fazit 
Buchlinge, jetzt ist der Artikel doch länger geworden, als ich dachte. Aber da meine Erlebnisse am Freitag zu kurz für einen eigenen Beitrag sind, habe ich mich dazu entschieden, meinen Messerückblick mit dem zweiten Teil zu beenden. 

Die Leipziger Buchmesse hat mir in diesem Jahr sehr gut gefallen und ich habe einige Sachen erfahren, die für mich sehr interessant waren. Ich bin also sehr gespannt, welche Überraschungen die Frankfurter Buchmesse für mich bereithält. 


Und Du? 
Warst Du auch in Leipzig unterwegs?
Was waren Deine Highlights der diesjährigen Buchmesse?