Freitag, 15. Februar 2019

Ge(h)fragt - Mechthild von Amelinde.de


Bild von: A. Mack
Ein Mikrofon mit
dem Slogan Ge(h)fragt
Über Amelinde
Amelinde.de ist eine Plattform, die KünstlerInnen mit Behinderung und Kulturschaffende zusammenbringt. Hierbei soll nicht primär die Behinderung, sondern das Talent z.B. Tanz, Schauspiel oder Moderation, der KünstlerInnen im Vordergrund stehen. Die Plattform soll die Suche nach geeigneten KünstlerInnen für Projekte erleichtern. Das Portal versteht sich dabei aber nicht als Künstleragentur, sondern als Plattform, die zwei Interessierte zusammenbringen soll. 

Meine Gesprächspartnerin war Mechthild, die im unten stehenden Interview nicht nur etwas über die Arbeit bei Amelinde.de erzählt, sondern auch erwähnt, welche Aufgaben sie bei der Plattform übernimmt.

Amelinde.de
... im Web
... bei Facebook
... Schauspieler Samuel Koch über Amelinde

Das Interview 
Liebe Mechthild, Du arbeitest als Redakteurin bei Amelinde.de. Erzähle uns doch mal: Was hat es mit dieser Plattform auf sich? 

Amelinde.de ist die erste Künstlerplattform für Künstler*innen mit Behinderung in Deutschland. Künstler*innen mit Behinderung können hier ein Profil anlegen, genau wie Produzent*innen und Regisseur*innen von inklusiven Kulturangebot. Über Amelinde.de können diese zwei Gruppen sich miteinander vernetzten. 

Wie seid ihr auf den Namen gekommen? 

Wir haben lange nach einem guten Namen gesucht. Letztendlich haben wir uns für Amelinde entschieden. Amelinde ist ein weiblicher Vorname und bedeutet tapfer und sanft. Wir finden, dass passt gut zu einer Künstler*innen Seite, da dies zwei verschiedene Gegensätze zeigt, die eigentlich gar nicht so gegensätzlich sind. 

Was ist das Ziel von Amelinde.de? 

Amelinde.de möchte Künstler*innen mit Behinderung dabei unterstützen als Künstler*in an Kulturprojekten teil zu nehmen. 

Auf Amelinde.de sind sowohl professionelle Künstler*innen als auch semiprofessionelle Künster*innen zu finden. Es ist uns wichtig zu zeigen, dass jeder Mensch der das möchte an Kulturprojekten teilnehmen kann. 

Auf eurer Homepage steht, dass sich das Team, das hinter Amelinde.de steckt, selbst aus KünstlerInnen mit Behinderung und Veranstaltern im Kulturbereich zusammensetzt. In welchen kulturellen Bereichen seid ihr zu finden? 

Ich selber bin Tänzerin im Rollstuhl, die anderen Teammitglieder arbeiten beim Sommerblut Festival oder in anderen Firmen, die mit Webseitenentwicklung zu tun haben. 

Wie sieht Dein Arbeitsalltag als Redakteurin von Amelinde.de aus? 

Ich bin dafür zuständig, die Profile von neuen Künstler*innen und Produzent*innen freizuschalten. Wir wollen nicht, dass sich jeder bei Amelinde.de anmeldet. Aus diesem Grund prüfe ich jede Person, die sich anmeldet, ob es sich um eine seriöse Anmeldung handelt. Hierfür schaue ich mir das Profil an oder kontaktiere die Person direkt. Sonst kümmere ich mich um die Facebookseite von Amelinde.de, wo wir regelmäßig sowohl eigene Beiträge reinstellen oder Beiträge zu anderen tollen Projekten. 

Regelmäßig versuchen wir die Webseite zu verbessern, dafür lade ich regelmäßig Menschen mit verschiedenen Arten von Behinderung ein, um User Tests zu machen. Dieses Feedback setzten die Personen, die mit der Entwicklung der Webseite zu tun haben, dann wieder auf Amelinde.de um. 

Nebenbei arbeitest Du noch in einer Softwarefirma und als Inklusionsbeauftragte des Sommerblut Festivals. Wie bekommst Du die drei Arbeitsbereiche unter einen Hut? 

Es klappt eigentlich ganz gut. Manchmal wird es natürlich recht viel, aber es macht auch Spaß so verschiedene Bereiche zu haben. Durch die Arbeit in der Softwarefirma kenne ich bestimmte Begriffe und Arbeitsweisen, die für die Arbeit mit den Webseiteentwicklern von Amelinde.de hilft. 

Magst Du uns auch etwas über das Sommerblut Festival erzählen? 

Das Sommerblut Festival ist ein großes Kulturfestival in Köln, was jedes Jahr im Mai (und dieses Jahr auch im Juni, vom 25. Mai – 11. Juni 2019) stattfindet. Wir arbeiten hier auch sehr inklusiv und wollen alle Menschen die irgendwie am Rande der Gesellschaft stehen in die Mitte holen. Es gab in den letzten Jahren zum Beispiel Stücke mit Menschen mit Behinderung, geflüchteten Menschen und Menschen die drogensüchtig sind. Es sind alle Sparten von Kultur vertreten: Theater, Tanz, Literatur, Konzerte. 

Neben dem, das auf der Bühne auch Menschen mit Behinderung zu sehen sind, wollen wir auch für Zuschauer Veranstaltungen barrierarmer machen. Wir versuchen immer so viele Veranstaltungen wie möglich von Gebärdensprachendolmetscher übersetzen zu lassen, wo möglich Audiodeskription anzubieten oder leichte Sprache anzubieten. 

Auch kennzeichnen wir die Veranstaltungsorte nach verschiedenen Kategorien, ob diese zum Beispiel für Rollifahrer geeignet sind. 

Du bist Mitglied der cie. Nomoreless Tanzcompanie. Kann man euch über Amelinde.de für Projekte gewinnen? Kam es hier schon zu Kooperationen? 

Es sind schon gewisse Synergien entstanden. 


Bild von Amelinde.de
Ihr seht das Logo der Plattform.
(Name und oberhalb des E eine Blume)

.
Darfst Du verraten, welche KünstlerInnen oder Veranstalter bereits bei Amelinde.de zu finden sind? 

Es sind viele verschiedene Künstler*innen aus verschiedenen Sparten bereits auf Amelinde.de angemeldet. Auch bei den Produzent*innen, Regisseur*innen und Choreograf*innen haben wir bereits aus verschiedenen Kunstformen. 

Welche Projekte kamen durch die Plattform bereits zustande? 

Es gab bereits drei Projekte, die durch Amelinde.de zustande gekommen sind. 

Auf eurer Homepage heißt es, dass Amelinde.de eine Testversion ist. Was bedeutet das genau? Handelt es sich hierbei um ein Projekt oder wird die Plattform langfristig gefördert? 

Wir wollen Amelinde.de immer weiter verbessern. Wir sprechen auch immer eher immer davon, dass wir Amelinde.de barrierearmer machen wollen. Für uns ist dies ein Prozess, der länger läuft. Deshalb sprechen wir von Testversion. 

Amelinde.de wird immer projektbezogen gefördert. Trotzdem versuchen wir die Plattform langfristig zu entwickeln. 

Wenn man sich als KünstlerIn bei Amelinde.de registriert, wird nach der künstlerischen Tätigkeit und der damit verbundenen Professionalität gefragt. Worin liegt hier der Unterschied zwischen semiprofessionell und Amateur? 

Gute Frage. Hierrüber habe ich auch schon öfter nachgedacht, ob man diese Aufteilung so braucht. Gerade würde ich sagen, dass ein Amateur jemand ist, der vielleicht noch nicht viel künstlerische Erfahrung hat, dies aber zum Spaß macht. Jemand der semiprofessionell ist, hat schon mehr Erfahrung im künstlerischen Bereich, macht dies aber nicht professionell. 

Gibt es irgendwelche Hinweise oder Anregungen, die Du KünstlerInnen mit Behinderung, die sich bei Amelinde.de registrieren wollen, mit auf den Weg geben kannst? 

Einfach registrieren! Wenn ihr Hilfe bei der registrieriung braucht, könnt ihr euch gerne bei mir melden – redaktion@amelinde.de. Dann unterstütze ich euch bei der Anmeldung. 

Wo soll Amelinde.de in fünf Jahren stehen? 

Wir hoffen, dass es Amelinde.de dann immer noch gibt und wir noch mehr Künstler*innen und Produzent*innen erreichen. Wir haben auch schon einige Ideen, die wir in der nächsten Zeit gerne auf Amelinde.de umsetzten wollen, wie ein direkten Nachrichtenaustausch über Amelinde.de, die Möglichkeit für Produzenten, direkt Castingaufrufe in Ihrem Profil zu teilen und noch einiges mehr. 

Vielen Dank, dass Du Dir die Zeit genommen und meine Fragen beantwortet hast. 

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