Montag, 25. Februar 2019

[Buchclub] #TeamBib: Die Reise mit der gestohlenen Bibliothek



Bild von Klett Cotta
#TeamBib
Klappentext von Klett Cotta:
"[...] Bobby Nusku fristet seine Tage damit, Haare, Kleidungsstücke und weitere Spuren seiner verschwundenen Mutter zu sammeln und zu archivieren. Er fühlt sich im Haus seines grobschlächtigen Vaters und dessen wasserstoffblonder Freundin ziemlich einsam, besonders nachdem sein einziger Freund Sunny eines Tages wie vom Erdboden verschluckt ist. Die Freundschaft zum Nachbarsmädchen Rosa und ihrer Mutter Val, die Putzfrau in einem Bücherbus ist, gibt ihm Hoffnung und macht ihm Mut, sich gegen sein Schicksal aufzulehnen. Als alles drunter und drüber geht, machen sich Val, Rosa und Bobby gemeinsam mit dem sympathischen Outlaw Joe auf eine verrückte Reise mit Vals Bücherbus quer durch England. Im Gepäck haben sie nur das Nötigste: ihre Freundschaft und eine Menge guter Bücher. [...]" 


Meine Leseeindrücke nach 93 Seiten
Vorab: Ich berichte euch zwar von meinen Leseeindrücken, baue hier aber keine inhaltlichen Spoiler ein. Damit wir aber gut über die Geschichte sprechen können, sind Spoiler in den Kommentaren natürlich willkommen, natürlich nur unter der Voraussetzung, dass ihr diese auch kennzeichnet.

Buchlinge, ihr lest, ich habe die Geschichte leider noch nicht beendet. Ich bin später mit der Lektüre eingestiegen, als gedacht, weil ich erst noch Enders beenden wollte.

Der erste Satz 
... hat mich ziemlich verwirrt, weil ich mir kurz nicht sicher war, in welche Richtung die Geschichte geht. Ich habe den Satz mehrmals gelesen und war froh, dass meine erste Assoziation bisher noch nicht eingetroffen ist und wohl auch nicht mehr eintreffen wird. (Hoffe ich zumindest).

Der Inhalt 
... gefällt mir bisher richtig gut, obwohl er natürlich auch traurig ist. Wir erleben Bobby, der sich ziemlich alleine fühlt. Er findet in Sunny einen Freund, der aber aufgrund einer Verkettung unglücklicher Umstände die Sommerferien nicht mit ihm verbringen kann. Und so lernt Bobby Val und ihre Tochter Rosa kennen, denen indirekt ein Bücherbus gehört.

Die Charaktere 
... mag ich bisher sehr. Mein liebster Nebencharakter ist bisher Bobbys Freund Sunny. Aber ich ahne, dass ich bald etwas Trauriges über ihn erfahren werde.
Bobbys neue Freunde Val und Rosa kenne ich noch zu wenig, um mehr über sie erzählen zu können. Bisher sind sie mir aber sehr sympathisch, weil sie Bobby mit offenen Armen empfangen.


Meine Meinung nach Beenden der Geschichte 
Während ich zu Beginn der Geschichte noch sehr angetan war, muss ich abschließend leider feststellen, dass es sich hier zwar um eine kurzweilige, solide Geschichte handelt, die meine Erwartungen aber nicht halten konnte.

Die Charaktere sind mir zwar sehr ans Herz gewachsen, aber mir fehlte eine deutliche Entwicklung. Es wurden zwar Konflikte aufgezeigt, aber dennoch plätscherte die Geschichte für mich eher dahin.
Die Reise mit der gestohlenen Bibliothek wollte ich vor allem lesen, weil ich hoffte, dass es hier um Bücher in Büchern ging. Und gerde was dieses Thema betrifft, war ich von der Umsetzung wirklich enttäuscht. Bis auf die Tatsache, dass die Reisenden mit einer gestohlenen Bibliothek unterwegs sind, bekommen wir nicht viel von anderen Geschichten mit. David Whitehouse streut Bücher eher in Nebensätzen ein, schafft es aber nicht, diese in die Haupthandlung zu integrieren.

Als Beispiel für eine gelungene Einbindung von realen Büchern kann ich hier Cornelia Funkes Tintenwelt-Reihe anführen. Zu Beginn jeden neuen Kapitels steht ein kleines Zitat, das etwas mit dem Inhalt des Kapitels zu tun hat. Leider werden die Zitate in der Hörbuchfassung nicht vorgelesen, was aber auch der einzige Nachteil am Hörbuch ist. Und genau dieses Element habe ich mir hier auch gewünscht.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass mir Die Reise mit der gestohlenen Bibliothek zwar gut gefallen hat, aber keinen nachhaltigen Eindruck bei mir hinterlässt.


Und Du? 
Vorab: Du kannst es Dir aussuchen, ob Du bereits Deine ersten Leseeindrücke mit uns teilen möchtest, oder ob Du Dich erst in den Kommentaren einklinkst, wenn Du das Buch beendet hast.
Es wäre gut, wenn Du am Anfang Deines Kommentars erwähnst, wie weit Du bist und ggf. inhaltliche Spoiler mit SPOILER kennzeichnest.

Kommen wir zu meinen Fragen, die als Orientierung genommen, aber auch völlig ignoriert werden können:

Wie viele Sterne würdest Du der Geschichte geben?
Wie gefällt Dir die Geschichte bisher bzw. wie hat sie Dir insgesamt gefallen?
Was denkst Du über unsere Charaktere?
Oder gibt es vielleicht einen anderen Aspekt, über den Du unbedingt sprechen möchtest?

Ich freue mich auf den Austausch mit Dir!

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Hinweis: Du kannst natürlich auch in unserer Facebook Gruppe mitdiskutieren. Falls dieser Beitrag nach Ablauf der aktuellen Leserunde keine Kommentare erhält, werde ich ihn entweder als Rezension umformulieren oder ggf. auch löschen. Ich hoffe auf Dein Verständnis.

Freitag, 22. Februar 2019

"Song für Mia" vs. "Die Heiland": Wo wird Blindheit realistischer dargestellt?

Foto: A. Mack
Hallo Buchlinge, 

heute möchte ich einen Film und eine Serie miteinander vergleichen, die sich einer ähnlichen Thematik widmen. Und zwar erwarten uns in beiden Produktionen blinde oder vorübergehend blinde Protagonisten.
Und das Tolle ist der Spielfilm Song für Mia und die erste Staffel der TV-Serie Die Heiland - Wir sind Anwalt könnten nicht unterschiedlicher sein. 
Zuerst werde ich euch erzählen, um was es in dem Film bzw. der Serie geht und fasse kurz zusammen, wie mir die beiden Produktionen gefallen haben. Danach komme ich dann zum Vergleich. 


Song für Mia (Spielfilm) 
Hier geht es um Sebastian (gespielt von Tim Oliver Schultz), der kurz vor seinem musikalischen Durchbruch steht. Doch dann hat er einen Unfall und wird von heute auf morgen blind. Das wirft den Musiker ziemlich aus der Bahn. Und als wäre das nicht genug, stellen seine Eltern auch noch eine Assistenz ein, weil sie glauben, dass Sebastian aufgrund seiner Erblindung nicht alleine im Alltag zurechtkommen wird. Seine Assistentin Mia (gespielt von Paula Kalenberg) ist anders, als die Menschen, die Sebastian bisher kennengelernt hat. Sie macht sich nicht viel aus Partys, sondern geht viel lieber spazieren oder plant Reisen. Und da stellen sich die Fragen: Kommen die beiden überhaupt miteinander zurecht? Und was wird aus Sebastians Musikkarriere? 

Erstausstrahlung: Samstag 16.02. um 20:15 Uhr in der ARD. 

Ihr könnt den Film bis zum 16.05.19 in der ARD Mediathek anschauen. 

Kurzmeinung zum Film: 
Der Film hat mich vor allem durch seine beiden Hauptdarsteller Tim Oliver Schultz in der Rolle des Sebastian und Paula Kalenberg in der Rolle der Mia überzeugt. Beide Schauspieler waren auch schon im Kinofilm Systemfehler - Wenn Inge tanzt in den Hauptrollen zu sehen, der eine ähnliche Geschichte erzählt - nur eben ohne Blindheit. Beide Schauspieler konnten ihre Rollen für mich glaubhaft transportieren und haben für eine gute Dynamik gesorgt. 
Obwohl durch das Konzept des Spielfilms deutlich mehr Sendezeit zur Verfügung stand als bei Die Heiland - Wir sind Anwalt, blieb die Handlung vergleichsweise flach und konnte mich auch aufgrund anderer Aspekte, auf die ich im Laufe des Beitrags weiter eingehen werde, leider nicht überzeugen. 



Titelsong Es braucht Zeit aus Song für Mia


Die Heiland - Wir sind Anwalt 
In dieser Serie geht es um die blinde Anwältin Romy Heiland (gespielt von Lisa Martinek), die in der ersten Folge ihre eigene Kanzlei eröffnet. Aufgrund ihrer Blindheit braucht sie bei manchen Aufgaben Unterstützung. Daher sucht sie eine Arbeitsplatzassistenz. Ada Holländer (gespielt von Anna Fischer), eigentlich ein hoffnungsloser Fall, bewirbt sich auf die Stelle und beginnt ab der ersten Folge mit einer Probebeschäftigung. 

In den ersten sechs Flogen geht es nicht nur um den Alltag einer Anwältin, also die zu lösenden Fälle, sondern auch um die beiden Protagonistinnen Romy und Ada: Wie kommen sie miteinander aus? Können sie gut zusammenarbeiten? Welche Themen beschäftigen sie außerhalb der Arbeit?

Erstausstrahlung: September 2018 wöchentlich um 20:15 Uhr in der ARD. 

Ihr könnt alle Folgen auch in der ARD Mediathek nachschauen. (Die Folgen gibt es auch mit Audiodeskription). 

Kurzmeinung zur Serie: 
Das Thema Behinderung wird hier in einen normalen Kontext eingebaut. In jeder Folge gibt es einen neuen Fall, der im Mittelpunkt steht. Nebenbei muss Protagonistin Romy dann noch die Anforderungen bewältigen, die ein Alltag als fast blinde Anwältin so mit sich bringen. 
Was mir sehr gut gefallen hat, war die Mischung der fall- und behinderungsspezifischen Aspekte. Nie hat eines von beiden Komponenten überwogen. 
Was ich allerdings etwas schade fand, aber ich nehme mal an, dass es aufgrund der kurzen Sendezeit von einer halben Stunde nicht anders zu lösen war, war die Tatsache, dass die Fälle oft nur oberflächlich dargestellt wurden und zu einem raschen Ende kamen. Ich habe ein paar Folgen mit einem Krimifan geschaut, dem die Geschichte hier und da auch etwas zu schnell aufgelöst wurde. 

Gut hat mir gefallen, dass in den ersten sechs Folgen tolle Handlungsstränge gelegt werden konnten, die eine zweite Staffel durchaus ermöglichen. Dennoch bleiben wir Zuschauer nicht im Ungewissen und die erste Staffel konnte ohne Cliffhänger beendet werden. 



Hauptdarstellerin Lisa Martinek und Pamela Pabst, auf deren Erlebnissen die Serie berht, in der Talkshow 3nach9.


Wie wird in beiden Produktionen das Thema Blindheit dargestellt?  
Ich unterteile meinen Vergleich in unterschiedliche Kriterien. 


1. Die Hauptdarsteller und die Darstellung bzw. Umsetzung ihrer Rollen 
In beiden Produktionen wurden die Hauptdarsteller mit Schauspielern ohne Behinderung besetzt.
Doch die Besetzung entpuppte sich keinesfalls als Nachteil. Sowohl Tim Oliver Schultz als auch Lisa Martinek überzeugen in ihren Rollen und stellten ihre Rollen glaubhaft dar. 
Selbst auf kleinste Details wurde geachtet wie z.B.: Blinde können keinen Blickkontakt zu ihren Gesprächspartnern aufnehmen und schauen daher häufig nur in die Richtung des Gesprächspartners. Häufig ist die Körperhaltung auch eher Richtung Boden geneigt. Dieses Detail wurde von Lisa Martinek wirklich gut umgesetzt und ich stelle es mir unheimlich schwierig vor, als sehende/r SchauspielerIn nicht auf optische Reize reagieren zu dürfen. 

Doch sobald es um die Darstellung der Protagonisten in deren Alltag ging, unterscheiden sich beide Produktionen sehr deutlich voneinander:

Song für Mia
Tim Oliver Schultz verkörperte in Song für Mia einen unselbstständigen Blinden was hauptsächlich dem Drehbuchs geschuldet war.
Obwohl der Fokus hier auf Unselbstständigkeit lag, was an sich keine schöne Darstellung ist, hat der Schauspieler das Klischee des Blinden wunderbar umgesetzt und z.T. sogar überspitzt dargestellt. Ich schwankte häufig zwischen beeindruckt, weil die Umsetzung gut war und Entsetzen, weil es wirklich Drehbuchautoren gibt, die ein Klischee für eine Geschichte nutzen und einer breiten Öffentlichkeit ein falsches Bild von Blindheit vermitteln.

Protagonist Sebastian stolperte förmlich durch die Kulissen. Zu Beginn ist das ja noch verständlich. Allerdings wurde hier überhaupt keine Entwicklung in der Orientierung dargestellt, die aber eintritt, je länger man blind ist. Daher begann mich das Herumgestolpere irgendwann ziemlich zu nervne, weil sich unsichere oder unselbstständige Blinde eher übervorsichtig bewegen, aber nicht laufend Kettenreaktionen in den eigenen vier Wänden auslösen.

Sebastian wurde quasi blind in ein funktionierendes System geworfen. Anstatt dafür zu sorgen, dass er schnell in ein selbstständiges Leben zurückkehren konnte, entschied man sich, die Rolle darauf anzulegen, dass er bei jedem Arbeitsschritt unterstützt werden musste. Das ging sogar soweit, dass er eine Szene, in der eine Frau, ihre Telefonnummer in sein Smartphone einträgt, weil er das ja angeblich aufgrund seiner Blindheit nicht mehr kann, mit den Worten: "Das gehört aber in meine Hosentasche!" kommentiert.
Dabei sind inzwischen nicht nur Apple sondern auch Samsung Smartphones mit Sprachausgaben ausgestattet, die es Blinden ermöglichen ihr Smartphone selbstständig zu bedienen. 

Die Heiland - Wir sind Anwalt
Lisa Martinek hingegen hatte das Glück, dass Wert darauf gelegt wurde, dass sie eine selbstständige Blinde spielte. Man gab ihr hier Hilfsmittel an die Hand, die das Bild der Selbstständigkeit unterstützten. So besuchte sie Klienten beispielsweise alleine und bewegte sich mit einem Blindenlangstock fort. Natürlich können Geburtsblinde schon an der Akustik hören, dass sie die Pendelbewegung nicht 1:1 umsetzt, aber das war auch nicht notwendig, weil der Sinn der Handlung deutlich wurde, nämlich mithilfe des Langstocks selbstständig von A nach B kommen zu können.
Außerdem gab es immer wieder Momente, in denen sie Anrufe von Klienten bekam, oder selbstständig an ihrem Computer etwas recherchieren musste. Und auch hier wurde auf Vergrößerungen oder Sprachausgaben zurückgegriffen, die teils für lustige Situationskomik sorgten. 


2. Die Handlung 
Auch in der Handlung wurde unterschiedlich mit dem Thema Blindheit oder (drohende) Erblindung umgegangen: 

Song für Mia
Kommen wir zuerst zu Song für Mia. Hier gibt es für mich zwei massive Kritikpunkte:
Zum einen geht es um das Thema Blindheit allgemein. Durch Sebastian wird deutlich, welches Bild die Produzenten oder Drehbuchautoren des Filmes von Blinden haben. Und dieses Bild scheint relativ veraltet. Man gibt Sebastian eine Alltagsassistenz an die Hand, was völlig realitätsfern ist. Alltagsassistenzen bekommen ausschließlich Personen mit einem Pflegegrad (früher Pflegestufe). Sebastian hingegen ist einfach nur blind, könnte aber mit den notwendigen Hilfsmitteln ein selbstständiges Leben führen.
Es wäre also von der Handlung her sinnvoller gewesen, herauszuarbeiten, was er benötigt, um wieder ein selbstständiges Leben führen zu können. Stattdessen gab man ihm Mia an die Hand, damit der Blindheits-Handlungsstrang versorgt war und man den Musik-Handlungsstrang weiter ausbauen konnte. 

Zum anderen störte mich die Darstellung der Blindheit bezogen auf unseren Protagonisten Sebastian. Er wird von einem Moment auf den anderen blind. Da ist es natürlich verständlich, dass er sich nicht freudestrahlend auf die neue Herausforderung in seinem Leben stürzt, nämlich trotz Blindheit ein selbständiges Leben zu führen. Er hadert  mit seinem Schicksal und steht seinem Umfeld erst einmal feindselig gegenüber, da ihm die Bemutterung vor allem seiner Eltern auf die Nerven gehen. Und auch Mia empfängt er nicht mit offenen Armen. Doch die beiden scheinen sehr schnell - für mich beinahe zu schnell - miteinander auszukommen. 
Mir fehlte bei Sebastian die Tiefe und die Auseinandersetzung mit dem Thema Blindheit. Er schien sich seinem Schicksal, fortan ein unselbstständiges Leben führen zu müssen, zu beugen und damit wurde die Frage wie man mit einer plötzlichen Erblindung umgeht, viel zu einfach und zu platt beantwortet. 

Die Heiland - Wir sind Anwalt
In Die Heiland - Wir sind Anwalt hingegen merkte man, dass vorab sehr gut recherchiert wurde. So baute man, wie oben bereits beschrieben, nicht nur Hilfsmittel in die Handlung ein, sondern setzte sich kritisch mit dem Thema Blindheit auseinander. So stand vor allem die Frage im Mittelpunkt, wie das Zusammenspiel zwischen Romy Heiland und ihrer Arbeitsassistenz Ada Holländer läuft: Was gehört überhaupt zu Adas Aufgabenbereich? Wo nutzt Romy ihre Assistenz aufgrund von Bequemlichkeit vielleicht auch aus? Inwiefern darf sich Ada in Arbeitsschritte einmischen wie beispielsweise in Gespräche mit den KlientInnen? Alles Fragen, die sowohl blinde Arbeitnehmer betreffen als auch viel Stoff für eine interessante Darstellung bieten.

Vor allem gefiel mir hier aber, dass Romy Heilands Blindheit nicht im Mittelpunkt der Handlung steht. Natürlich wird sie aufgrund ihrer Blindheit immer wieder vor Herausforderungen gestellt, wie z.B. von KollegInnen oder KlientInnen ernst genommen zu werden, aber die Serie zeigt vor allem, dass Romy als Protagonistin nicht mit ihrer Blindheit gleichzusetzen ist, sondern aufgrund ihres Charakters eine interessante Figur darstellt, über die man bzw. in dem Fall ich, mehr erfahren möchte.
Und somit lebt die Serie vor allem durch die unterschiedlichen Charaktere und nicht durch die klischeehafte Darstellung von Randgruppen:
Romy ist rational und nüchtern. Ihre Gefühle hat sie aufgrund ihres Berufes in einer sicheren Schachtel versteckt, die sie nur sehr selten hervorholt.
Ada hingegen ist das pure Gegenstück: Sie ist emotional und schafft es kaum, ihr Temperament zu bändigen. Und das macht die Beziehung zwischen den beiden Protagonistinnen so spannend, weil sie aufgrund ihrer unterschiedlichen Charakterzüge immer wieder aneinander geraten. 


3. Die Produktion an sich 
Beide Produktionen waren nicht primär auf blinde oder sehbehinderte Zuschauer ausgelegt und ähnlich visuell unterwegs. 
Allerdings gibt es auch hier einen klaren Pluspunkt für Die Heiland - Wir sind Anwalt. Hier gab es nämlich sowohl in der oben verlinkten Mediathek als auch im TV die Möglichkeit, sich die Folgen mit der Audiodeskription anzuschauen. Bei der Audiodeskription gibt es einen Erzähler bzw. eine Erzählerin, die das beschreibt, was zu sehen ist, wenn nicht gesprochen wird. Aber nicht etwa ausführlich und ausschweifend, sondern gut auf den Punkt gebracht Die Audiodeskription wurde von der blinden Anwältin Pamela Pabst getestet, auf deren Erlebnissen das Drehbuch der Serie geschrieben wurde. 

Song für Mia war zwar von der Beleuchtung her gut, aber aufgrund der Szenenwechsel und unklarer Darstellung der Szenen für mich nicht immer ganz so leicht zu durchschauen. Zudem fehlte mir im Film allgemein etwas an Dynamik, die zwar durch die tolle Besetzung der Hauptdarsteller und der Filmmusik stellenweise gut aufgefangen werden konnte, jedoch erlebte ich große Strecken des Filmes als zäh oder eine einzige Wiederholung. 


Mein Fazit 
Nach Club der roten Bänder scheinen die Themen Behinderung und (drohende) Erkrankung im Film und Fernsehen angekommen zu sein. Allerdings zeigt mein Vergleich, wie wichtig es ist, die darzustellende Geschichte gut zu recherchieren. Produktionen wie Die Heiland - Wir sind Anwalt zeigen, dass es kein Ding der Unmöglichkeit ist, an wesentliche Informationen zur Entwicklung des Charakters mit Behinderung zu kommen. 

Ich finde es immer unglaublich schade, wenn Produktionen wie Song für Mia zwar durch tolle Hauptdarsteller punkten können, aber auch dafür sorgen, dass die breite Öffentlichkeit ein falsches Bild von Blinden (oder Menschen mit anderen Behinderungen) bekommt. Hier habe ich dann immer das Gefühl, dass erst einmal wieder gegen die falsche Darstellung angekämpft werden müsse und das, obwohl man sie mit einfachen Mitteln hätte vermeiden können. 


Und Du? 
Hast Du Song für Mia oder vielleicht sogar Die Heiland - Wir sind Anwalt gesehen? 
Wie haben Dir die Produktionen gefallen? 
Inwiefern beeinflussen solche Produktionen Dein Bild von Menschen mit Behinderungen?

Mittwoch, 20. Februar 2019

Enders

Bei Enders handelt es sich um den zweiten Band der Starters-Dilogie. Dennoch kann die Rezension bedenkenlos gelesen werden, da ich mich nicht auf Inhaltliches aus dem ersten Band beziehe und auch keine inhaltlichen Spoiler bezogen auf den zweiten Band eingebaut habe. 


Bild von Piper Verlag
Steckbrief
Name: Enders (auch als Hörbuch erhältlich). 
Autor: Lissa Price 
Verlag: Piper Verlag 
Geeignet für: Fans von Dystopien, oder kurzen dystopischen Reihen
Gelesen oder gehört: gelesen als Hardcover 
Bewertung: 2 von 5 Punkten 




Klappentext

"Die 16-jährige Callie lebt in einer Welt, in der eine unheimliche Katastrophe zahlreiche Erwachsenenleben vernichtet hat. Und in der die jungen Menschen einer anscheinend ausweglosen Armut verfallen. Die einzige Möglichkeit für die jugendlichen Starters an Geld zu kommen, war bislang die Body Bank. Dort konnten sie ihre Körper an alte Menschen vermieten, um so ihr Überleben zu sichern. Doch jetzt droht eine noch viel größere Gefahr: Der Old Man, der mysteriöse Leiter der Body Bank, ist entkommen und trachtet Callie nach dem Leben. In einer erbarmungslosen Jagd wird ihr klar, dass das Geheimnis des Old Man dunkler ist, als sie es jemals erahnen konnte ..."


Meine Meinung 
Vor einer Weile habe ich die Starters-Reihe von emion bei einem Bücherwichteln erwichtelt. Und sehr lange habe ich mich davor gedrückt, den zweiten Band zu lesen. Nun habe ich die Dilogie beendet und muss euch heute leider verkünden, dass es sich für mich hierbei um einen Flop landet. Warum? Das erzähle ich euch in dieser Rezension. 

Mein Eindruck von der Gestaltung ist sehr positiv. Das Cover finde ich schlicht, aber sehr ansprechend gestaltet. Wir sehen hier die Silhouette eines Oberkörpers. Auf der Höhe des Kopfes steht der Buchtitel. Die Silhouette ist quasi durchsichtig und der Hintergrund des Covers ist in Weiß gehalten. 
Die Schriftart ist zwar etwas kleiner, aber war für mich auch angenehm zu lesen. Die Kapitelüberschriften und das Cover assoziierte ich schon sehr mit dem Genre Sciene-Fiction. Und obwohl es sich hier um eine Dystopie handelt, erfahren wir einiges über die technischen Entwicklungen, die es in der Zukunft so gibt. Im Übrigen ist die Gestaltung der einzige Gliederungspunkt, der bei mir eine volle Punktzahl bekommen hat. 

Den Inhalt hingegen empfand ich als sehr schwach. Im zweiten Teil geht es ebenfalls um Protagonistin Callie, die wieder in böse Machenschaften hineingezogen wird. Der Antagonist aus dem letzten Band, der Old Man, setzt das Mädchen zu Beginn der Geschichte unter Druck und so wird sie in einen Machtkampf verwickelt, dem sie wahrscheinlich hätte entgehen können. 
Lissa Price hat die Handlungsstränge in Enders für mich leider überhaupt nicht sichtbar miteinander verwoben. Am Anfang sucht Callie einen Jungen auf. Ihm gegenüber deutet sie einen Plan an, den sie verfolgt, um die Welt etwas besser zu machen. (Das ist jetzt bewusst sehr allgemein und platt ausgedrückt). Allerdings spielt dieser angebliche Plan in der Geschichte überhaupt keine weitere Rolle und Lissa Price kommt auch nie wieder darauf zurück. Und das ist nur ein Beispiel für weitere Handlungsstränge, die ins Leere laufen.
Zudem entdeckt Callie eine Fähigkeit, die sie aber erst in letzter Minute für sich nutzen kann, während ich sofort erkannte, dass sie mehr aus dieser Fähigkeit machen könnte. Und in solchen Momenten fand ich die Geschichte dann unnötig in die Länge gezogen. 

Dadurch, dass Lissa Price die Handlungsstränge für mich leider nicht gut miteinander verband, kamen mir ihre Auflösungen leider wie spontane Eingebungen unserer Protagonisten vor und ich konnte viele der Auflösungen oder spontanen Wendungen leider überhaupt nicht ernst nehmen. 

Auch die Charaktere waren in Enders sehr oberflächlich dargestellt. Da wir Callie bereits aus dem ersten Teil der Dilogie als Protagonistin kannten, hatte ich mir hier eine Entwicklung ihres Charakters gewünscht. Stattdessen hatte ich über lange Strecken den Eindruck, dass sie eher eine Marionette der Geschichte ist und von A nach B gelenkt wird, wie es der Autorin oder den Antagonisten der Geschichte gerade passt. Wir lernen zudem einen neuen Charakter kennen, der aber aufgrund des oberflächlichen Charakterzuges für mich keinen bleibenden Eindruck hinterlassen hat. 

Leider konnte mich der Spannungsbogen der Geschichte ebenfalls nicht überzeugen. Lissa Price baute unnötige Längen ein, anstatt den Spannungsbogen langsam aufzubauen und dann langsam wieder aufzulösen. Der wesentliche Teil der Geschichte spielt sich im Grunde auf den letzten fünfzig Seiten ab, was ich sehr schade fand. 

Überraschenderweise kam ich diesmal besser mit dem Schreibstil der Autorin zurecht. Während mir der Schreibstil in Starters noch sehr hölzern vorkam und mein Lesefluss so ausgebremst wurde, flog ich diesmal über die Seiten hinweg. Allerdings griff Lissa Price auf sehr viele Wiederholungen zurück, die irgendwann dafür gesorgt haben, dass ich sehr viele Seiten nur noch überflogen und erst gegen Ende wieder gründlicher gelesen habe. 

Gesamteindruck: 
Von einer Dystopie, die für mich gefühlt auf so vielen Buchblogs besprochen wurde, hätte ich deutlich mehr erwartet. Man hätte die Geschichte gut auf einen Band beschränken können oder sich einen Gefallen getan, wenn die Handlungsstränge besser verstrickt worden wären, um den Spannungsbogen besser halten zu können. 
Der Grundkonflikt der Dilogie ist zwar spannend, wurde aber leider nicht konsequent in der Geschichte umgesetzt. 

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Weitere Bände
Starters (Band 1) 

Montag, 18. Februar 2019

Mein Orakel 2019 - Oder: Wie läufts eigentlich beim Bücherstammtisch?



Bild von A. Mack
Buchlinge, kommende Woche findet bereits unser nächstes Bücherstammtisch Treffen statt. Und mir ist gestern aufgefallen, dass ich euch noch gar nicht von unserer Zusammenkunft im Januar erzählt habe. 
Asche auf mein Haupt. 
Dabei standen im Januar tolle Sachen auf dem Programm. 
Falls ihr also wissen wollt, was ihr verpasst habt, seid ihr herzlich eingeladen, weiterzulesen. 
Falls ihr euch an dieser Stelle augenrollend fragt, von welchem Bücherstammtisch ich jeden Monat aufs Neue berichte, könnt ihr euch auf dieser Seite einen Überblick verschaffen. 



Wie läuft es aktuell beim Bücherstammtisch? 
Mir ist es wichtig, das neue Jahr immer mit einer Zukunftswerkstatt zu verbringen, wobei das Wort wahrscheinlich aufgeblasener klingt, als es sein soll. Hier wollen wir dann darüber sprechen, wie es beim Bücherstammtisch aktuell läuft: Was gefällt den Stammtisch Mitgliedern gut? Auf welche Themen können wir getrost verzichten? 

Leider kam es in den letzten Jahren immer wieder vor, dass wir Interessenten hatten, die unsere Gruppe einmalig besuchten und danach ganz schnell wieder verschwunden sind. Auf meine Frage, wie es ihnen gefallen habe, wollten sie häufig nicht so recht mit der Sprache rausrücken, oder schoben - zumindest kam es mir so vor - andere Gründe vor, die sie an der Teilnahme der Bücherstammtisch Treffen hinderten. Deswegen ist es mir besonders wichtig, zu betonen, dass Kritik bei uns auch Raum hat und die Lösung nicht im Rückzug von der Gruppe liegen muss. 

Da wir uns inzwischen alle recht gut kennen, werde ich in den folgenden Abschnitten auch von Projekten berichten, die wir im mehr oder weniger privaten Kreis durchführen. Wenn ihr unsere Gruppe regelmäßig besucht, könnt ihr hier aber auch gerne einsteigen. 

Themenbezogene Treffen - oder: Die Sache mit den TAGs
Unsere Treffen stehen meist unter einem bestimmten Motto, das wir vor unseren Treffen gemeinsam festlegen. Diese themenbezogenen Treffen kamen bei den meisten Bücherstammtisch Mitgliedern sehr gut an, weil wir uns hier die mitgebrachten Geschichten unter bestimmten Aspekten vorstellen. 
Und unsere Liste enthält auch Themen, die wir immer mal wieder diskutieren können wie beispielsweise die Frage nach dem besten ersten Satz, das schönste oder hässlichste Buchcover, unsere Lesegewohnheiten oder den besten Klappentext. 
Ein Bücherstammtisch Mitglied brachte hier die Idee ein, dass man diese allgemeinen Themen auch mit einem kleinen Input beginnen könnte. So brachten Isona und emion bei unserem Buchcover-Thementreffen Bilder von Covern mit, bei denen sie den Autor und den Titel entfernt hatten und wir mussten die Cover dann einem Genre zuordnen. 

Außerdem habe ich immer mal wieder Impressionen aus der Buchbloggerwelt in die Bücherstammtisch Treffen miteinfließen lassen und TAGs mitgebracht: Hier gibt es eine Reihe von Fragen, die man zu einem bestimmten Thema beantworten kann. Zum Schluss darf man dann eine bestimmte Anzahl an Personen nominieren (also taggen), die diese Fragen ebenfalls beantworten dürfen. 
Diese Fragen kamen ebenfalls gut an, da sie noch einmal Aspekte zu einem bestimmten Thema einbringen, über die wir noch nicht diskutiert haben. Je nachdem um welche Fragen es geht, kann man sie auch als Hauptthema für ein Bücherstammtisch Treffen wählen. 

Schreibwerkstatt
Da wir im letzten Jahr noch eine kleine Autorenformation beim Bücherstammtisch hatten - inzwischen halten Isona und ich die Stellung - dachte ich, dass es eine coole Idee wäre, eines der Stammtisch Treffen für eine Schreibwerkstatt zu nutzen. Kleinlaut musste ich mir im Nachhinein eingestehen, dass der Versuch gefloppt ist, weil die Teilnehmer unterschiedliche Vorstellungen von Gemeinsam schreiben hätten. 
Ich kannte es aus bisherigen Workshops so, dass es sowohl Einzel- als auch Gruppenaufgaben gibt uns es darum geht, zu schreiben, ohne nebenbei in Gespräche vertieft zu sein. Zum Schluss sollten die geschriebenen Texte dann vorgelesen werden. 
Allerdings gab es Mitglieder in der Gruppe, die klarstellten, dass für sie der Reiz fehle, wenn man sich nebenher nicht unterhalten dürfe. Schließlich können sie auch zu Hause alleine vor sich hin schreiben. Sie wünschten sich daher mehr gruppenbezogene Aufgaben und vor allem Interaktion. 
Meine Idee hinter den Einzelaufgaben war vor allem, bei sich zu bleiben und sich nicht durch Gespräche von dem eigenen Text zu entfernen. Die Konzentration verteilt sich dann auf zwei Lager: Den zu schreibenden Text und das zu führende Gespräch. 
Einem Bücherstammtisch Mitglied meldete damals beim Schreibwerkstatt Treffen zurück, dass ihr das Treffen nicht gefallen habe, da sie auch nicht so gerne schreibe und sie das Treffen lieber genutzt hätte, um über Bücher zu reden, da es durch den Schreibwerkstatt Termin eine Pause von zwei Monaten zwischen den buchbezogenen Themen gab. Sie erzählte aber im Januar, dass sie rückblickend festgestellt habe, dass ihr das Treffen doch ganz gut gefallen habe. 
Wir waren uns aber alle einig: Wenn es nochmals ein Comeback der Schreibwerkstatt geben sollte, würde dafür kein Bücherstammtisch Termin draufgehen. Wir wollten uns dann lieber am Wochenende treffen und dort die Zeit zum Schreiben nutzen. 

Stammtisch Lektüre 
Aktuell lesen wir für den Bücherstammtisch ziemlich viele Geschichten. Eigentlich wollten wir Der unvergleichliche Jeeves bereits im Januar besprechen, um dann im Januar auch gleich eine neue Geschichte wählen zu können, die wir bis zur Sommerpause lesen wollten. Allerdings kommen oder kamen wir mit dem Lesen der aktuellen Lektüre schon nicht hinterher. Deswegen haben wir beschlossen, dass wir frühestens im Mai eine neue Bücherstammtisch Lektüre wählen und diese dann im September besprechen. Einige unserer Stammtisch Mitglieder haben in den Sommermonaten aber auch wichtige Prüfungen zu bestehen. Deswegen kann es auch gut sein, dass wir im Mai nochmals über diesen Punkt diskutieren werden. 

Bücherkreis (Einstiegsmöglichkeit bei regelmäßigen Besuchen der Bücherstammtisch Treffen). 
Isona hatte letztes Jahr die Idee des Bücherkreises mitgebracht: Hier brachte jedes Stammtisch Mitglied eine Geschichte mit, die unbedingt von den anderen Bücherstammtisch Mitgliedern gelesen werden sollte. Die mitgebrachten Bücher gingen dann reihum und jedes Mitglied bekam 1-2 Monate Zeit das aktuelle Buchkreis-Buch zu lesen. Diese Aktion funktioniert aber nur, weil wir uns gut kennen und uns soweit vertrauen, dass wir wissen, dass unser Buch auch zum Schluss zu uns zurückkehrt. 
Allerdings mussten wir feststellen, dass es Geschichten gab, die uns absolut nicht lagen. Hier gingen die Meinungen, ob man die Geschichten dann abbrechen durfte, in unterschiedliche Richtungen. Isona vertrat das Argument, dass es ja der Sinn des Buchkreises sei, neue Lektüren kennenzulernen und man die Geschichte schon allein deswegen zu Ende lesen müsste, um dann begründen zu können, was einem gefallen oder eben nicht gefallen habe. 
Im Januar stellten wir aber fest, dass es auch reiche, wenn man nach 50 oder maximal 100 Seiten begründen könne, warum man die Geschichte abbreche. 
Außerdem waren wir alle der Meinung, dass wir eine maximale Seitenzahl oder Laufzeit bei Hörbüchern für die Buchkreis Bücher festlegen sollten, da viele Bücherstammtisch Mitglieder langsamer lesen und dann keine Zeit mehr hatten, Geschichten außerhalb des Bücherstammtisches zu lesen. 


Mein Orakel für 2019 
Nachdem im Dezember das Spiel zum Jahresrückblick gut ankam, brachten Isona und emion für das neue Jahr ebenfalls ein Spiel mit. Und zwar brauchte man hierfür irgendein Buch, das wir zu dem Treffen mitbringen sollten. Mehr Informationen bekamen wir vorab nicht. 
Vor Ort erklärte emion, dass man hier eine bestimmte Anzahl von Fragen beantworten sollte. Und das anhand des mitgebrachten Buches. Je nach Frage, gab der Sitznachbar eine bestimmte Seitenzahl vor, auf der die Antwort dann zu finden war. 

Hier die Fragen: 

1. 2019 Generell: Das erste Substantiv auf der ersten Seite Deines Buches. 
2. Liebesleben: Das erste Adjektiv auf Seite X 
3. Karriere: Erstes Verb / erster Satz auf Seite X 
4. Finanzen: Letztes Substantiv auf Seite X 
5. Gesundheit: Letztes Adjektiv auf Seite X 
6. Familie: Letztes Verb auf S. X 
7. Freunde: Erstes Substantiv, das man auf S. X liest 
8. Erster Name auf S. X: Diesen Namen musst Du als Nächstes vergeben (z.B. an ein Haustier, Kind, Charakter in einer Geschcihte etc.)

Mein mitgebrachtes Buch war Mein Vater, sein Schwein und ich von Jana Scherer. Meine Antworten: 
1. Vater (S. 1) 
2. Blass (S. 88). 
3. auffressen (S. 10). 
4. Vater (S. 178). 
5. kurz (S. 55) 
6. gratulieren (S. 17) 
7. Zeit (S. 62). 
8. Nonne / Herr Stöbel (S. 70). 


Vorschau auf unser Treffen im März 
Da unser PRogramm für den März schon steht und für euch wahrscheinlich verlockender ist, weil ihr dafür kein Buch lesen müsst, dachte ich mir, ich gebe euch mal eine kleine Vorschau. 

Am Montag den 11. März steht unser Treffen im Zeichen unserer Bücher- oder Hörbuchregale. Wir wollen uns folgenden Fragen stellen:
  • Wie viele Bücher oder Hörbücher besitzt Du aktuell? 
  • Wie hast Du Deine Bücher- oder Hörbuchregale sortiert? (Gerne kannst Du hier Bilder mitbringen, bist aber natürlich auch ohne Bilder herzlich eingeladen, etwas über Deine Regale zu erzählen?). 
  • Ist Dein Stapel ungelesener Bücher ebenfalls in Deinem Bücher- Hörbuchregal integriert? 

Außerdem wollen wir ein kleines Spiel spielen, für das ihr etwas vorbereiten dürft. Und zwar gibt es eine Reihe von Fragen in deren Antworten ihr Titel aus eurem Bücherregal unterbringen könnt. Wer schafft es, die meisten Buch- oder Hörbuchtitel in seine Antworten einzubauen? Werden wir alle Titel erraten? 
Folgende Fragen sollen beantwortet werden: 

Frag Dein Bücherregal: 
1) Wer bist du? Stell dich doch zu Beginn erstmal vor.
2) Wo warst du letzten Montag?
3) Wie geht es dir heute?
4) Wofür brennst du?
5) Was hast du letzte Nacht geträumt?
6) Was ist typisch DU?
7) Was verbindest du mit deiner ersten großen Liebe?
8) Wovor hast du Angst?
9) Was bereust du?
10) Wer hat dich in deinem Leben am meisten beeinflusst?
11) Was darf, deiner Meinung nach, an einem Freitagabend nicht fehlen?
12) Wie lautet dein Motto?
13) Wie würdest du die Person beschreiben, die dich ...getaggt hat?
14) Was möchtest du den von dir getaggten Leuten mit auf den Weg geben?
15) Gibt es noch irgendetwas, das du loswerden möchtest?

Unter diesem Link findet ihr ein Beispiel, wie ihr die Fragen beantworten könnt.

Und natürlich ist es nicht schlimm, wenn ihr nicht auf alle Fragen eine Antwort wisst.

Na, neugierig? Dann schaut doch gerne im März vorbei.


Bücherstammtisch in Freiburg? Ich will mitmachen! 
Du kommst aus Freiburg oder der näheren Umgebung und möchtest Dich mit anderen Bücherwürmern einmal im Monat über Bücher austauschen? 

Dann bist Du hier genau richtig: Wir treffen uns einmal im Monat an ein-em Montag ab 17:20 Uhr vor dem Haupteingang der Buchhandlung Rombach in der Bertoldstraße in Freiburg.
Von dort aus gehen wir gemeinsam zu unserem Raum. Monatlich legen wir be-stimmte Themen fest, über die wir dann bei unseren Treffen sprechen.
Auf dieser Seite findet ihr Infos zu unseren nächsten Terminen und den The-men. 

Momentan besteht unsere Gruppe größtenteils aus Studierenden, ist aber für alle Altersgruppen offen. Wir reden hauptsächlich über Bücher aus der Belletristik (Unterhaltungsliteratur wie beispielsweise Fantasy, Jugendbuch, Thriller) sind aber auch offen für Bücher aus anderen Bereichen.

Um auf dem Laufenden zu bleiben, hast Du zwei Optionen: 

Mailverteiler: Mail an EmmaZecka(at)gmx.de
Du lässt Dich in den Mailverteiler eintragen. Hier lade ich regelmäßig zu den Stammtisch Treffen ein oder verschicke Umfragen, damit wir die Themen un-serer Treffen festlegen können.
Den Mailverteiler führe ich über GMX: Deine E-Mailadresse wird also in meinem GMX Account im Adressbuch gespeichert, aber nur nach Deinem Einverständnis an die anderen Bücherstammtisch Mitglieder weitergegeben. 

What'sApp Gruppe 
Wenn Du unsere Treffen mehr als dreimal besucht hast, nehmen wir Dich gerne in unsere What'sApp Gruppe auf: Hier teilen wir Impressionen, tauschen hin und wieder Bücher oder suchen einfach jemanden zum reden, wenn wir gerade eine besonders bewegende Geschichte beendet haben. 

Info zur Facebook Gruppe: 
Da unser Austausch hauptsächlich offline stattfindet, habe ich mich dazu ent-schlossen, nicht mehr in der Facebook Gruppe zu posten. Ich halte die Grup-penbeschreibung auf dem neusten Stand, werde aber keine aktuellen Infos in der Gruppe teilen. 

Neugierig? Wir freuen uns auf Dich! 

Freitag, 15. Februar 2019

Ge(h)fragt - Mechthild von Amelinde.de


Bild von: A. Mack
Ein Mikrofon mit
dem Slogan Ge(h)fragt

Über Amelinde
Amelinde.de ist eine Plattform, die KünstlerInnen mit Behinderung und Kulturschaffende zusammenbringt. Hierbei soll nicht primär die Behinderung, sondern das Talent z.B. Tanz, Schauspiel oder Moderation, der KünstlerInnen im Vordergrund stehen. Die Plattform soll die Suche nach geeigneten KünstlerInnen für Projekte erleichtern. Das Portal versteht sich dabei aber nicht als Künstleragentur, sondern als Plattform, die zwei Interessierte zusammenbringen soll. 

Meine Gesprächspartnerin war Mechthild, die im unten stehenden Interview nicht nur etwas über die Arbeit bei Amelinde.de erzählt, sondern auch erwähnt, welche Aufgaben sie bei der Plattform übernimmt.

Amelinde.de
... im Web
... bei Facebook
... Schauspieler Samuel Koch über Amelinde


Das Interview 
Liebe Mechthild, Du arbeitest als Redakteurin bei Amelinde.de. Erzähle uns doch mal: Was hat es mit dieser Plattform auf sich? 

Amelinde.de ist die erste Künstlerplattform für Künstler*innen mit Behinderung in Deutschland. Künstler*innen mit Behinderung können hier ein Profil anlegen, genau wie Produzent*innen und Regisseur*innen von inklusiven Kulturangebot. Über Amelinde.de können diese zwei Gruppen sich miteinander vernetzten. 


Wie seid ihr auf den Namen gekommen? 

Wir haben lange nach einem guten Namen gesucht. Letztendlich haben wir uns für Amelinde entschieden. Amelinde ist ein weiblicher Vorname und bedeutet tapfer und sanft. Wir finden, dass passt gut zu einer Künstler*innen Seite, da dies zwei verschiedene Gegensätze zeigt, die eigentlich gar nicht so gegensätzlich sind. 


Was ist das Ziel von Amelinde.de? 

Amelinde.de möchte Künstler*innen mit Behinderung dabei unterstützen als Künstler*in an Kulturprojekten teil zu nehmen. 

Auf Amelinde.de sind sowohl professionelle Künstler*innen als auch semiprofessionelle Künster*innen zu finden. Es ist uns wichtig zu zeigen, dass jeder Mensch der das möchte an Kulturprojekten teilnehmen kann. 


Auf eurer Homepage steht, dass sich das Team, das hinter Amelinde.de steckt, selbst aus KünstlerInnen mit Behinderung und Veranstaltern im Kulturbereich zusammensetzt. In welchen kulturellen Bereichen seid ihr zu finden? 

Ich selber bin Tänzerin im Rollstuhl, die anderen Teammitglieder arbeiten beim Sommerblut Festival oder in anderen Firmen, die mit Webseitenentwicklung zu tun haben. 


Wie sieht Dein Arbeitsalltag als Redakteurin von Amelinde.de aus? 

Ich bin dafür zuständig, die Profile von neuen Künstler*innen und Produzent*innen freizuschalten. Wir wollen nicht, dass sich jeder bei Amelinde.de anmeldet. Aus diesem Grund prüfe ich jede Person, die sich anmeldet, ob es sich um eine seriöse Anmeldung handelt. Hierfür schaue ich mir das Profil an oder kontaktiere die Person direkt. Sonst kümmere ich mich um die Facebookseite von Amelinde.de, wo wir regelmäßig sowohl eigene Beiträge reinstellen oder Beiträge zu anderen tollen Projekten. 

Regelmäßig versuchen wir die Webseite zu verbessern, dafür lade ich regelmäßig Menschen mit verschiedenen Arten von Behinderung ein, um User Tests zu machen. Dieses Feedback setzten die Personen, die mit der Entwicklung der Webseite zu tun haben, dann wieder auf Amelinde.de um. 


Nebenbei arbeitest Du noch in einer Softwarefirma und als Inklusionsbeauftragte des Sommerblut Festivals. Wie bekommst Du die drei Arbeitsbereiche unter einen Hut? 

Es klappt eigentlich ganz gut. Manchmal wird es natürlich recht viel, aber es macht auch Spaß so verschiedene Bereiche zu haben. Durch die Arbeit in der Softwarefirma kenne ich bestimmte Begriffe und Arbeitsweisen, die für die Arbeit mit den Webseiteentwicklern von Amelinde.de hilft. 


Magst Du uns auch etwas über das Sommerblut Festival erzählen? 

Das Sommerblut Festival ist ein großes Kulturfestival in Köln, was jedes Jahr im Mai (und dieses Jahr auch im Juni, vom 25. Mai – 11. Juni 2019) stattfindet. Wir arbeiten hier auch sehr inklusiv und wollen alle Menschen die irgendwie am Rande der Gesellschaft stehen in die Mitte holen. Es gab in den letzten Jahren zum Beispiel Stücke mit Menschen mit Behinderung, geflüchteten Menschen und Menschen die drogensüchtig sind. Es sind alle Sparten von Kultur vertreten: Theater, Tanz, Literatur, Konzerte. 

Neben dem, das auf der Bühne auch Menschen mit Behinderung zu sehen sind, wollen wir auch für Zuschauer Veranstaltungen barrierarmer machen. Wir versuchen immer so viele Veranstaltungen wie möglich von Gebärdensprachendolmetscher übersetzen zu lassen, wo möglich Audiodeskription anzubieten oder leichte Sprache anzubieten. 

Auch kennzeichnen wir die Veranstaltungsorte nach verschiedenen Kategorien, ob diese zum Beispiel für Rollifahrer geeignet sind. 


Du bist Mitglied der cie. Nomoreless Tanzcompanie. Kann man euch über Amelinde.de für Projekte gewinnen? Kam es hier schon zu Kooperationen? 

Es sind schon gewisse Synergien entstanden. 


Bild von Amelinde.de
Ihr seht das Logo der Plattform.
(Name und oberhalb des E eine Blume).
Darfst Du verraten, welche KünstlerInnen oder Veranstalter bereits bei Amelinde.de zu finden sind? 

Es sind viele verschiedene Künstler*innen aus verschiedenen Sparten bereits auf Amelinde.de angemeldet. Auch bei den Produzent*innen, Regisseur*innen und Choreograf*innen haben wir bereits aus verschiedenen Kunstformen. 


Welche Projekte kamen durch die Plattform bereits zustande? 

Es gab bereits drei Projekte, die durch Amelinde.de zustande gekommen sind. 


Auf eurer Homepage heißt es, dass Amelinde.de eine Testversion ist. Was bedeutet das genau? Handelt es sich hierbei um ein Projekt oder wird die Plattform langfristig gefördert? 

Wir wollen Amelinde.de immer weiter verbessern. Wir sprechen auch immer eher immer davon, dass wir Amelinde.de barrierearmer machen wollen. Für uns ist dies ein Prozess, der länger läuft. Deshalb sprechen wir von Testversion. 

Amelinde.de wird immer projektbezogen gefördert. Trotzdem versuchen wir die Plattform langfristig zu entwickeln. 


Wenn man sich als KünstlerIn bei Amelinde.de registriert, wird nach der künstlerischen Tätigkeit und der damit verbundenen Professionalität gefragt. Worin liegt hier der Unterschied zwischen semiprofessionell und Amateur? 

Gute Frage. Hierrüber habe ich auch schon öfter nachgedacht, ob man diese Aufteilung so braucht. Gerade würde ich sagen, dass ein Amateur jemand ist, der vielleicht noch nicht viel künstlerische Erfahrung hat, dies aber zum Spaß macht. Jemand der semiprofessionell ist, hat schon mehr Erfahrung im künstlerischen Bereich, macht dies aber nicht professionell. 


Gibt es irgendwelche Hinweise oder Anregungen, die Du KünstlerInnen mit Behinderung, die sich bei Amelinde.de registrieren wollen, mit auf den Weg geben kannst? 

Einfach registrieren! Wenn ihr Hilfe bei der registrieriung braucht, könnt ihr euch gerne bei mir melden – redaktion@amelinde.de. Dann unterstütze ich euch bei der Anmeldung. 


Wo soll Amelinde.de in fünf Jahren stehen? 

Wir hoffen, dass es Amelinde.de dann immer noch gibt und wir noch mehr Künstler*innen und Produzent*innen erreichen. Wir haben auch schon einige Ideen, die wir in der nächsten Zeit gerne auf Amelinde.de umsetzten wollen, wie ein direkten Nachrichtenaustausch über Amelinde.de, die Möglichkeit für Produzenten, direkt Castingaufrufe in Ihrem Profil zu teilen und noch einiges mehr. 


Vielen Dank, dass Du Dir die Zeit genommen und meine Fragen beantwortet hast. 

Mittwoch, 13. Februar 2019

Ein ganz neues Leben

In dieser Rezension erzähle ich euch von dem zweiten Band von Ein ganzes halbes Jahr. Ich werde euch spoilerfrei von diesem Band erzählen. Allerdings solltet ihr die Rezension nicht lesen, wenn ihr den ersten Band noch lesen wollt. Denn selbst der Klappentext enthält an dieser Stelle einen massiven Spoiler, der sich aber nicht vermeiden lässt.


Bild von Argon Verlag 
Steckbrief
Name: Ein ganz neues Leben (auch als Buch erhältlich)
Autor: Jojo Moyes
Verlag: Argon Verlag
Geeignet für: Fans von Liebesromanen und Menschen, die wissen wollen, wie es mit Louisa Clark weitergeht
Gelesen oder gehört: gehört als autorisierte Fassung
Sprecher: Luise Helm
Bewertung: 3,5 von 5 Punkten


Klappentext 
(von Argon Verlag

"Sechs Monate hatten Louisa Clark und Will Traynor zusammen. Ein ganzes halbes Jahr. Und diese sechs Monate haben beide verändert. Lou ist nicht mehr das Mädchen aus der Kleinstadt, das Angst vor seinen eigenen Träumen hat. Aber sie führt auch nicht das unerschrockene Leben, das Will sich für sie gewünscht hat. Denn wie lebt man weiter, wenn man den Menschen verloren hat, den man am meisten liebt? Eine Welt ohne Will, das ist für Lou immer noch schwer zu ertragen. Ein einsames Apartment, ein trister Job am Flughafen – Lou existiert, aber ein Leben ist das nicht. Bis es eines Tages an der Tür klingelt und sich eine Verbindung zu Will auftut, von der niemand etwas geahnt hat."


Meine Meinung 
Inhaltlich setzt Jojo Moyes fast an derselben Stelle ein, an der wir  Louisa Clark verlassen haben. Sie muss den Tod ihres Lebensgefährten Will Traynor verarbeiten. Und das fällt ihr alles andere als leicht. 
Und dann nimmt ihr Leben ein zweites Mal eine überraschende Wendung: Louisa muss Verantwortung für ein Mädchen übernehmen. Denn Louisa scheint ihre einzige Bezugsperson zu sein. 

Jojo Moyes hat mich hier inhaltlich etwas enttäuscht. Die Geschichte hat mich zwar interessiert, war aber im Vergleich zu Ein ganzes halbes Jahr sehr oberflächlich gehalten. 
Zu Beginn von Ein ganz neues Leben widmet sich Jojo Moyes zwar der Frage, wie man Trauer bewältigen kann, allerdings streift sie dieses Thema nur am Rande und wechselt recht schnell in den Handlungsstrang mit dem auftauchenden Mädchen. Meine Vermutung wäre, wenn sie das Thema Trauer tiefgründiger dargestellt hätte, wäre der zweite Handlungsstrang mit dem Mädchen, das Louisa braucht, vielleicht gar nicht notwendig gewesen. So hingegen baut die Autorin zwei Handlungsstränge auf, die zwar ganz nett waren, aber auch keinen nachhaltigen Eindruck bei mir hinterlassen haben. 
Zudem fielen mir in dieser Geschichte erstmals kleinere Handlungsmuster auf, die klassische Liebesromane eben mit sich bringen. Und ich mag es nicht, wenn ich von vorne herein weiß, wie sich eine Handlung entwickelt und es somit nur noch wenige Überraschungsmomente für mich gibt. 

Der erste Punkt, den ich an Ein ganz neues Leben mochte, war die Darstellung der Charaktere Allen voran für Louisa Clark, aus deren Perspektive die Geschichte erzählt wird. Schon im ersten Band haben wir erkannt, dass Louisa kein klassisches, geregeltes Leben führt. Und auch hier durften wir erfahren, dass ihre Flexibilität eine Rettung für Andere sein kann und es nicht immer darum geht, ein geradliniges Leben zu haben.. 
Besonders gefreut hat es mich, dass es hier auch ein Wiedersehen mit Louisas Familie gab. 

Ein Grund, weswegen ich das Hörbuch nicht abgebrochen habe, war die Hörbuchgestaltung. Auch diesmal führt uns Luise Helm durch die Geschichte. Ich mag ihre Stimmfarbe und finde, dass sie Louisa Clark und ihre Familie wunderbar interpretieren kann. Sie hat bereits den ersten Band der Reihe gelesen und es freut mich, dass sie auch beim dritten und letzten Band der Reihe dabei ist.
Das Hörbuch wurde als autorisierte Lesung im Argon Verlag produziert. Mich irritierte es etwas, dass es sich hierbei um eine autorisierte Fassung handelt, da ich felsenfest davon überzeugt war, den ersten Band als ungekürztes Hörbuch gehört zu haben. Allerdings muss ich auch kleinlaut gestehen, dass der erste Band bei mir ein anderes Cover hat und ich ihn auch nicht im Buchhandel, sondern im Discounter gekauft habe.

Der zweite Grund weswegen ich Ein ganz neues Leben zu Ende gehört habe, war Jojo Moyes Schreibstil. Sie erzählt Louisas Geschichte aus der Ich-Perspektive und gerade diesen Erzählstil höre ich sehr gerne. Die Ich-Perspektive sorgt dafür, dass ich schnell in eine Geschichte einsteigen kann und mitten in die Handlung eintauche. Während die Handlung hier zwar oberflächlich ist, beweist, Jojo Moyes aber, dass sie Louisa Clarks Gefühlsleben differenziert und  annähernd tiefgründig darstellen kann. Außerdem schreibt die Autorin dynamische Dialoge, die mich unglaublich gut unterhalten haben. 

Gesamteindruck: Als ich hörte, dass es sich bei Louisa Clarks Geschichte um eine Trilogie handelte, war ich mehr als skeptisch. Ein ganzes halbes Jahr hatte mir richtig gut gefallen, da die Geschichte die Frage beleuchtet, bis zu welchem Punkt ein Leben lebenswert ist. Und hier werden zwei Perspektiven dargestellt. Da Ein ganzes halbes Jahr für mich eine abgeschlossene Handlung hat, war ich mir nicht sicher, wie Jojo Moyes die Folgebände gestalten wird. Außerdem war so unmittelbar klar, dass Louisa Clark die Protagonistin sein würde und es keine zweite Perspektive mehr geben würde, wie sie noch im ersten Band zu finden war. Ich befürchtete, dass Jojo Moyes ihre Protagonistin nicht groß trauern lässt, sondern gleich ins nächste Abenteuer wirft. Und das war glücklicherweise nicht so. 
Obwohl ich in meiner Rezension viel über Oberflächlichkeit geschrieben habe und ich mir eindeutig mehr von Ein ganz neues Leben erhofft hätte, hat mich die Geschichte gut unterhalten.

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Weitere Bände 
Ein ganzes halbes Jahr (Band 1)
Mein Herz in zwei Welten (Band 3)

Sonntag, 10. Februar 2019

Ge(h)plaudert: Bücherregaltour Nr. 3 - Meine Paperback Bücher

Hallo Buchlinge, 

heute begeben wir uns gemeinsam zurück in mein Bücherregal. Ich erzähle euch diesmal von meinen Paperback Büchern und wünsche euch gute Unterhaltung bei dieser Podcast Folge. 

Direkt bei YouTube hören. 



Inhaltsverzeichnis 
00:00 Min: Intro 
00:48 Min: Sommerfalle 
03:11 Min: Wir Kinder vom Bahnhof Zoo & Mein zweites Leben 
07:49 Min: Strom 
12:05 Min: Vielleicht morgen 
13:28 Min: Ein Sommer und vier Tage, Mein Sommer auf dem Mond und Paris Du und Ich
19:11 Min: Es ist gefährlich bei Sturm zu schwimmen 
21:15 Min: Outro und Fragen an euch

Erwähnte Beiträge 
Hannah Dübgen beim Ingeborg Bachmann Preis
Adriana Popescu bei LitLounge TV. 

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Und Du? 
Kennst Du eine der vorgestellten Geschichten? 
Wenn Du Dich für eine Geschichte aus dieser Podcast Folge entscheiden müsstet, welche würdest Du am ehesten lesen und warum? 


Freitag, 8. Februar 2019

Wann müssen Beiträge als Werbung gekennzeichnet werden?

Hallo Buchlinge, 

seit ein paar Monaten gibt es in der Welt der BuchbloggerInnen und InfluencerInnen große Unsicherheiten, wenn es um das Thema Kennzeichnung von Produkten geht. Bekannte InfluencerInnen wurden abgemahnt, weil sie Produkte oder Kooperationen nicht als Werbung gekennzeichnet haben. 
Um einer Klage zu entgehen, neigen viele BuchbloggerInnen dazu, jeden Beitrag als [Werbung] oder [Anzeige] zu kennzeichnen und den [] zu vermerken, ob es sich um gesponsorte oder unentgeltliche Werbung handelt. 
Doch welche Beiträge müssen tatsächlich gekennzeichnet werden? Wie sieht eine korrekte Kennzeichnung aus? 
Diesen Fragen möchte ich in meinem Artikel mithilfe des Leitfadens der Medienanstalten beantworten. 

Vor Monaten fand ich bei Twitter zufällig einen Tweet, in dem der Leitfaden verlinkt wurde. Dieser Leitfaden wurde von den Medienanstalten herausgegeben und soll InfluencerInnen eine Orientierung geben, wann und wie Produkte gekennzeichnet werden sollen. 

Der Leitfaden gefällt mir zwar sehr gut, jedoch überfordert mich die Darstellungen durch die Grafiken und mir fehlen konkrete Beispiele. Deswegen möchte ich in diesem Artikel die einzelnen Punkte zusammenfassen und Beispiele finden, die sich direkt auf die Buchbloggerwelt beziehen. 

Wer keine Beispiele benötigt, aber dennoch informiert sein möchte, kann gerne bei Miss Foxy Reads vorbeischauen. Sie hat sich in einem Artikel nämlich ebenfalls mit dem Leitfaden beschäftigt. 

Bevor wir inhaltlich einsteigen, weise ich noch darauf hin, dass ich keine Juristin bin und dieser Artikel somit keine Rechtsberatung ersetzen kann, sondern ausschließlich für das bessere Verständnis des Leitfadens sorgen soll. 


Die Medienanstalten: Wer ist das eigentlich? 
Bevor wir inhaltlich mit dem Leitfaden einsteigen, finde ich es erst einmal wichtig zu klären, wer überhaupt der Herausgeber dieses Leitfadens ist. Daher möchte ich die Institution an dieser Stelle kurz vorstellen. 

Deutschland hat 14 Landesmedienanstalten. Diese 14 Medienanstalten werden alle von einer Organisation kontrolliert. Und zwar nennt sich diese Organisation Die Medienanstalten.   Die Medienanstalten stellen somit den Dachverband für die 14 einzelnen Unternehmen dar. 
Die Aufgaben des Dachverbandes bestehen unter anderem darin, die privaten Radio- und Fernsehsender zu beaufsichtigen oder neu gegründete Medien zuzulassen.  
Zudem achten sie darauf, dass in den Medien korrekt geworben und der Jugendschutz eingehalten wird. 
Ziel des Dachverbandes ist es, für eine einheitliche Regelung der bundesweiten Medienanstalten zu sorgen. 



Hinweis zum Leitfaden 
Im Vorwort des Leitfadens heißt es, dass man sich inhaltlich auf das Medienrecht konzentriere, aber das Wettbewerbsrecht nicht ganz vernachlässige. Der Leitfaden konzentriere ich sowohl auf die Kennzeichnungspflicht von Beiträgen in den Sozialen Medien (Facebook, Twitter, Instagram usw.) als auch auf anderen Internetseiten wie beispielsweise Blogs. 
Die rechtliche Grundlagen für die Kennzeichnungspflicht im Internet stellen zum einen das Telemediengesetz (TMG) und der Rundfunkstaatsvertrag (RStV) dar. 

Rechtliche Grundlagen Stand Februar 2019: 
Im Gesetz wird zwischen den verschiedenen Arten unterschieden, für Produkte zu werben. So gelten für Video- Foto- und Textwerbung unterschiedliche Voraussetzungen. 

Videoangebote: Trennungs- und Kennzeichnungsbestimmungen der §§7, 8 RStV, 
Foto- Textangebote: § 58 Abs. 1 RStV sowie § 6 Abs. 1 Satz 1 TMG, 

Außerdem wird darauf hingewiesen, dass das Jugendmediengesetz ebenfalls beachtet werden muss. So heißt es im Vorwort des Leitfadens: 

Werbung darf Kinder und Jugendliche nicht körperlich oder seelisch beeinträchtigen oder mit direkten Kaufappellen deren Unerfahrenheit und Leichtgläubigkeit ausnutzen.

Außerdem wird darauf hingewiesen, dass der Leitfaden keine einmalige Sache ist, sondern regelmäßig an Änderungen in den Gesetzen angepasst wird. 

(Quelle: Vorwort im Leitfaden der Medienanstalten, S. 1). 


Der Inhalt des Leitfadens 
Nun werden die verschiedenen Bausteine des Leitfadens vorgestellt. 

1. Werbung bei Gegenleistung: 
Du erzählst in einem Beitrag von einem Produkt, einer Dienstleistung, einem Unternehmen, einer bestimmten Region oder einem Event bzw. einer Reise und hast für deinen Beitrag eine Gegenleistung erhalten. 

Beispiele: 
Bezahlte Produktvorstellung: Du darfst ein Produkt vorstellen und bekommst ein Entgelt für deine Vorstellung. 
Event: Du wirst auf ein Event eingeladen. Die Reise-, Übernachtungs- und Eintrittskosten werden von dem Veranstalter übernommen. 

Grundsätzliche Kennzeichnung: ja, wenn
... das Produkt die Hauptrolle spielt
... das Produkt die Nebenrolle spielt

Wie soll gekennzeichnet werden? 

Video: 
Hauptrolle des Produktes: in Form einer Dauereinblendung im Video. 
Nebenrolle des Produktes: deutlich lesbare Kennzeichnung [Produktplatzierung] (für weitere Textbeispiele siehe den verlinkten Leitfaden) in Form einer Nennung oder Einblendung zu Beginn des Videos. 

Bild und Text: (z.B. Facebook, Instagram, Twitter, oder Blog) 
Deutlich lesbare Kennzeichnung als [Werbung] oder [Anzeige] zu Beginn des Beitrages. Dieser Punkt bezieht sich sowohl auf die Haupt- als auch auf die Nebenrolle des Produktes in dem Beitrag. 

(vgl. Leitfaden Medienanstalten, S. 1). 

2. Kostenlose Inanspruchnahme der Produkte in Verbindung mit Vereinbarungen: 
Du bekommst ein Produkt [...] kostenlos zur Verfügung gestellt und sollst einen Beitrag darüber schreiben, der an bestimmte Vereinbarungen geknüpft ist.

Beispiele: 
Rezensionsexemplar: Du bekommst ein Rezensionsexemplar kostenlos von einem Verlag zugeschickt und sollst es innerhalb eines bestimmten Zeitraumes rezensieren. 

Grundsätzliche Kennzeichnung: ja, wenn 
... das Produkt die Hauptrolle spielt. [Werbung] / [Anzeige] 
... das Produkt die Nebenrolle spielt. [Produktplatzierung] 

Video: 
Hauptrolle: deutlich lesbare Kennzeichnung als dauerhafte Einblenung im Video. 
Nebenrolle: Erwähnung zu Beginn des Videos. 

Bild und Text: 
Hauptrolle: deutlich lesbare Kennzeichnung zu Beginn des Beitrages. 
Nebenrolle: deutlich lesbare Kennzeichnung zu Beginn des Beitrages. 

3. Eigene Motivation: 
Du verfasst einen Beitrag über ein Produkt [...] aus einer eigenen Motivation heraus, ohne dass Dritte kommerziell davon profitieren. 

Beispiele: 
Vorschau Verlagsprogramm: Dir wird auf einer Buchmesse das aktuelle Verlagsprogramm eines Verlages vorgestellt und du berichtest deinen Followern im Anschluss von den Titeln, die dich am meisten interessieren. 
Buchmesse: Du fährst auf eigene Kosten zur Buchmesse und berichtest im Anschluss über deine Erlebnisse. 
Buch: Du kaufst dir ein Buch, liest es und berichtest davon, wie es dir gefallen hat. 

Grundsätzliche Kennzeichnung: nein (außer, wenn Produkte zu positiv dargestellt werden). 


4. Werbung für eigene Produkte als UnternehmerIn: 
Du stellst deinen Followern ein eigenes Produkt vor und es wird deutlich, dass du das Produkt entworfen hast. 

Beispiele: 
Eigenes Buch: Du hast ein eigenes Buch geschrieben und willst deine Follower darauf aufmerksam machen. 

Grundsätzliche Kennzeichnung: nein, außer es handelt sich um eine zu positive Darstellung. 


5. Werbung für eigene Produkte ohne Unternehmerstatus: 
Du stellst deinen Followern ein Produkt vor, aus dem nicht hervorgeht, dass es von dir stammt. 

Beispiele: 
Verlagsgründung: Du stellst deinen selbst gegründeten Verlag auf deinem Sozialen Netzwerk / Blog vor und erwähnst nicht, dass du der/die GeschäftsführerIN bist. 

Grundsätzliche Kennzeichnung: ja, wenn 
... das Produkt die Hauptrolle spielt. 
... das Produkt die Nebenrolle spielt. 

Video: 
Hauptrolle: deutliche Kennzeichnung in Form einer Dauereinblendung. 
Nebenrolle: Kennzeichnung als Produktplatzierung zu Beginn des Videos. 

Bild und Text: 
Deutliche Kennzeichnung zu Beginn des Posts. Betrifft sowohl Haupt- als auch die Nebenrolle. 

6. Affiliate Links: Wenn deine Follower auf diesen Link klicken, bekommst du einen bestimmten Geldbetrag. 

Beispiel: 
Verlinkung der vorgestellten Bücher: Du stellst Bücher in einem Video oder schriftlichen Beitrag vor und unterlegst die Titel mit einem Link zu einem Buchshop. 

Grundsätzliche Kennzeichnung: ja 

Video / Bild / Text: Als * inklusive einer Erläuterung. 

7. Verlinkungen auf Freunde oder eigene Produkte: 
Du verlinkst in deinem Beitrag einen Freund oder setzt einen Hashtag zu einem deiner Produkte. 

Beispiele: 
Geschenke: Du bekommst ein Buch geschenkt und möchtest es gleich deinen Followern zeigen. 
Eigenes Unternehmen: Du setzt den Namen deines Blogs als Hashtag unter einen deiner Beiträge. 

Grundsätzliche Kennzeichnung: nein, außer eine zu positive Darstellung. 


Und was sagen die Juristen? 
Der vorgestellte Leitfaden stützt sich zwar auf rechtliche Grundlagen. Dennoch gibt es in den Medienberichten unterschiedliche Ansichten von Juristen, was das Thema Kennzeichnung betrifft. 

Jurist Tilman Winterling warnt in diesem Artikel beispielsweise davon, gefühlt jedes Produkt als Werbung zu kennzeichnen. Er führt in seinem Artikel ebenfalls rechtliche Grundlagen auf, nach denen Produkte als Werbung gekennzeichnet werden müssen. 
In einem Beitrag der Landesschau des SWR (den ich leider nicht finde), empfahl eine Juristin lieber einmal zu viel zu kennzeichnen, als einmal zu wenig. 

Ihr lest: Auch Juristen sind hier unterschiedlicher Meinung. 


Mein Fazit
Da es sich bei dem Leitfaden der Medienanstalten um eien seriöse Organisation handelt, die sich zudem auf rechtliche Grundlagen bezieht, werde ich mich ab sofort an diesem Leitfaden orientieren und aktuelle Beiträge, wie in dem Leitfaden empfohlen, kennzeichnen und alte Beiträge nach dieser Kennzeichnung überarbeiten. 


Und Du? 
Hat Dir dieser Artikel etwas gebracht? 


Weitere Links 
Artikel zum Thema Kennzeichnung von Kooperationen auf Bloggerlaw.