Mittwoch, 9. Januar 2019

[Anzeige + Gewinnspiel] To keep you safe - Warum wir leben

Bild von ATAV 
Steckbrief
Autor: Judit Müller
Verlag: A Tree & a Valley
Geeignet für: Leute, die keine 0815 Dystopie lesen möchten
Gelesen oder gehört: gelesen, im Taschenbuchformat
Bewertung: 4,5 von 5 Punkten





Klappentext
(von ATAV)

"Aschgrau, fahlgrau, grau-grau. Innerhalb weniger Wochen ist die Welt eine andere geworden. Mit nichts als ein paar Lebensmitteln und einer verzweifelten Hoffnung im Gepäck macht sich die 17-jährige Judy mit ihren beiden jüngeren Geschwistern auf eine Reise durch das von Naturkatastrophen zerstörte Land. Weg von den Beben, weg von dem Schmerz des Vergangenen. Ein Ziel haben sie nicht. Nach einem traumatischen Zwischenfall treffen sie auf den 21- jäh-rigen Raphael, der sich um den jungen Joe kümmert – und die ebenso verloren sind wie sie selbst. Schnell stellt die Gruppe fest, dass sie gemeinsam besser dran sind. Alles, was sie haben, ist ihr bedingungsloser Zusammenhalt, das Ver-sprechen, niemals aufzugeben, und den Beginn einer zarten Liebe in aussichtslosen Zeiten."


Meine Meinung 
Gestaltung: Das Cover ist farblich sehr schön gestaltet und spricht mich an. Außerdem lassen sich der Titel der Geschichte und der Klappentext gut lesen. Einzig und allein der Buchsatz hat mich etwas irritiert und die Tatsache, dass die Dialoge in "" und nicht in »« geschrieben sind. Aber das sind Luxusprobleme, die sich nicht negativ auf die Bewertung ausgewirkt haben. 

Inhalt: Judy und ihre Geschwister Hope und Luke haben eine Apokalypse überlebt, bei der ihre Eltern und alle sozialen Kontakte gestorben sind. Judy ist klar, dass sie und ihre Geschwister nicht in ihrer Heimatstadt bleiben können. Also macht sie sich mit den beiden auf den Weg ins Ungewisse. Auf der Suche nach einem neu-en Zuhause. 

To keep you safe ist keine Dystopie im klassischen Sinne: Gerade bei den be-liebten Dystopien, die in aller Munde sind, geht es meist um das Große und Ga-nze: Es gibt eine Gesellschaft, die es zu verändern gilt. Und zwar mit allen Mit-teln. Und häufig läuft das dann auf einen Krieg oder eine große Katastrophe hin-aus. To keep you safe hingegen beginnt, als die Welt bereits zerstört wurde. Es gibt keine Zivilisation. Keine Regierungen, deren Strukturen man in Frage stellen könnte. Die einzigen Fragen, die sich unsere Protagonisten stellen lauten: Warum leben wir? Wie wollen wir leben? Und wie stellen wir uns unsere neue Heimat vor? 
Judit Müller zeigt uns hier eine Welt, in der die meisten Menschen nur an sich denken. Und vielleicht ist das, eines der Dinge, die sich noch am ehesten in unsere heutige Zeit übertragen lassen. 

Die Handlungsstränge in To keep you safe sind übersichtlich. Kritische Stimmen könnten die Stirn runzeln und sich darüber beklagen, dass die Geschichte vor sich hin plätschert. Ich hingegen finde, dass gerade die Ungewissheit sehr im Vordergrund steht. Unsere Charaktere leben von Tag zu Tag. Sie wissen nicht, ob es ein Morgen geben wird. Wie sollen da Handlungsstränge verstrickt wer-den? Neben den Charakteren zeichnet sich To keep you safe für mich vor allem durch seine Atmosphäre aus. Eine Atmosphäre die lange Hoffnungslosigkeit mit sich bringt, aber im Laufe der Geschichte eine Wandlung erfährt. 

Was mir an To keep you safe so gut gefällt, ist, dass sich Judit Müller hier auf ihre Charaktere konzentriert und nicht mit Weltverbesserungen um die Ecke kommt, wie es andere Autoren von Dystopien machen. Sie erzählt uns von Judy, die mit ihren siebzehn Jahren plötzlich nicht nur für sich, sondern auch noch für ihre jüngeren Geschwister sorgen muss. Sie stellt uns Luke vor, der versucht, seine Schwester Hope aufzuheitern und für Judy und sich stark zu sein. Und Hope? Als das Chaos anfing, verlor Hope ihre Stimme. Sie verarbeitet das Un-glaubliche auf ihre Weise. Eine Art, die Judy und Luke Angst macht. Werden sie ihre Schwester verlieren? 

Judy und ihre Geschwister lernen im Laufe der Geschichte andere Menschen kennen, die ebenfalls mehr oder weniger auf der Suche nach einer besseren Zu-kunft sind. Und jeder von Judit Müllers Charakteren hadert auf seine Weise mit der Welt, so wie sie jetzt ist. Und dennoch müssen sie irgendwie zueinander fin-den, damit etwas Neues entstehen kann. 

Schreibstil: Schon nach wenigen Seiten konnte mich Judit Müllers Schreibstil begeistern. Sie erzählt To keep you safe aus der Sicht von Ich-Erzählerin Judy. Wir bekommen einen Einblick was in Judys Inneren vor sich geht und erleben, wie sie die Ver-antwortung, die sie für sich und ihre Geschwister hat, fast in den Wahnsinn treibt. 
Judit Müller schafft es, die düstere Atmosphäre von To keep you safe sehr gut in Worte zu fassen. Wir erleben eine trostlose Landschaft und die Frage unserer Charaktere, ob oder wo eine bessere Zukunft auf sie wartet. 
Was mich besonders an Judit Müllers Schreibstil beeindruckt, war die Tatsache, dass sie die Geschichte in Präsens geschrieben hat. Normalerweise komme ich in Geschichten, die in Präsens geschrieben sind, bei weitem nicht so gut rein. Hier konnte ich das gut ausblenden und habe die Geschichte förmlich ver-schlungen. 

Gesamteindruck: Buchlinge, einige von euch wissen bereits, dass ich die Rohfassung von To keep you safe bereits 2015 lesen durfte. Schon damals habe ich mir sehr gewünscht, dass viele von euch diese Geschichte sobald wie möglich entdecken dürfen. Und da merkt man mal wieder, dass Wünsche auch wahr werden können. Hin und wieder musste ich feststellen, dass ich manche Stellen im Buch mit der Roh-fassung verglich und mich fragte, was besser oder schlechter war, bzw. ob man es überhaupt so bezeichnen konnte. 

Für mich war es interessant zu sehen, wie sich die Rohfassung im Vergleich zu dem Roman, den wir jetzt vor uns haben, unterschied. Einige Veränderungen konnte ich gut nachvollziehen und war von der Umsetzung überrascht. Andere hingegen empfand ich als etwas überflüssig, weswegen ich einen halben Punkt abgezogen habe. 
Zusammenfassend kann ich sagen: Wer Dystopien sucht, die anders sind, sollte definitiv zu Judit Müllers Debütroman greifen.

Weitere Meinungen 


GEWINNSPIEL 
Der Einsendeschluss ist vergangen und der / die GewinnerIn wurde ausgelost. 

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Das Buch wurde mir als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Das Buch, welches verlost werden soll, habe ich selbst gekauft. 

Kommentare:

  1. Guten Morgen!

    Das hört sich wirklich interessant an!
    Da ich meinen SuB nicht überstrapazieren will, mache ich aber bei deiner Verlosung nicht mit - geteilt hab ich dein Gewinnspiel aber trotzdem gerne auf meiner Gewinnspielseite

    Ich drücke allen die Daumen :)

    Liebste Grüße, Aleshanee

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  2. Liebe Aleshanee,

    ich habe gerade festgestellt, dass schon die ersten Einsendungen eingetrudelt sind. Vielen Dank, dass Du auf Deinem Blog auf das Gewinnspiel aufmerksam machst. Bisher hatte ich bei den Gewinnspielen, die ich veranstaltet habe, eher wenig Glück. Ich vermute, dass es entweder daran liegt, dass den Interessierten die Aufgaben zu kompliziert waren, oder Hörbücher wohl nicht interessant genug sind. (Sonst verlose ich nämlich nur Hörbücher, da es sich hier auf dem Blog ja hauptsächlich um Hörbücher dreht).

    viele Grüße

    Emma

    PS: Ich hoffe natürlich, dass Dich Dein SuB nicht allzu sehr in den Wahnsinn treibt.

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  3. Hi Emma,
    eine interessante Dystopie, bei der ich gerne mitmache.
    Ich folge dir, grade weil es um Hörbücher geht; ein Medium, das ich erst letztes Jahr für mich entdeckt habe, das aber auch interessant ist, weil ich momentan oft Probleme mit den Augen habe.
    LG
    Daniela

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  4. Liebe Daniela,

    das freut mich sehr, dass Du auch bei diesem Gewinnspiel in den Lostopf hüpfst. Tatsächlich sind heute noch ein paar Einsendungen eingegangen. Ich glaube also, ich muss das Gewinnspiel gar nicht mehr groß bewerben :-).

    Das freut mich, dass Du mir gerade wegen der Hörbücher folgst. Ich hoffe natürlich, dass sich die Probleme mit Deinen Augen beheben lassen und das Ganze nicht schlimmer wird. Ich bin tatsächlich auch recht spät auf den Geschmack von Hörbüchern gekommen. Früher war das Medium für mich eher mit den Kinderhörspielen verknüpft. Durch Freunde von mir, die von Geburt an blind sind, durfte ich aber herausfinden, dass der Hörbuchmarkt noch viel mehr hergibt. Und gerade in den letzten Jahren - zumindest kommt es mir so vor - hat sich das Hörbuch wirklich weiterentwickelt und als Medium etabliert. Ich selbst höre aber erst regelmäßig und viele Hörbücher, seit ich feststellen musste, dass ich für meinen Geschmack her zu langsam lese und deswegen zu lange für ein Printbuch brauche. Da ist mir dann das Hörbuch deutlich lieber, weil ich zum einen eine Geschichte flott hören kann und auch noch eine gute Interpretation geliefert bekomme.

    viele Grüße

    Emma

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  5. Hallo Emma,
    das ist ja ein tolles Gewinnspiel. Okey, ich möchte nicht hier teilnehmen, aber ich werde da mal ein wenig Werbung machen :-)
    Ganz liebe Grüße
    Anja

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  6. Liebe Anja,

    vielen Dank fürs vorbeischauen und werben :)

    viele Grüße

    Emma

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Den Textbaustein habe ich von Pergamentfalter übernommen.