Montag, 7. Januar 2019

[*Werbung] Der nasse Fisch (Gereon Raths erster Fall)

Bild von Argon Verlag
Steckbrief

Name: Der nasse Fisch (auch als Buch, Serie erhältlich)
Autor: Volker Kutscher
Verlag: Argon Verlag
Geeignet für: Krimi Fans, die sich auch für historische Romane interessieren
Gelesen oder gehört: gehört als ungekürzte Fassung
Sprecher: Sylvester Groth
Bewertung: 4,5 von 5 Punkten


Klappentext

(von Argon Verlag

"Tanz auf dem Vulkan: Gereon Rath, neu in Berlin und abgestellt bei der Sitte, erlebt eine Stadt im Rausch und in Angst vor einer kommunistischen Revolte. Der junge ehrgeizige Kommissar schaltet sich ungefragt in die Ermittlungen der Mordkommission ein und stößt in ein Wespennest. Mit diesem Roman beginnt eine sensationelle Serie, mit der Kutscher den Kriminalkommissar Rath durch das Berlin der 20er und frühen 30er Jahre und mitten in die politischen und gesellschaftlichen Umbrüche der Zeit schickt."


Meine Meinung 

Buchlinge, ich bin absolut kein Serienmensch. Allerdings ist der Hype um die Serie Babylon Berlin auch an mir nicht vorbeigegangen. Und glücklicherweise fand ich heraus, dass die Serie auf einer Romanvorlage basiert, die auch noch als Hörbuch erschienen ist. Ende letzten Jahres zog also der erste Fall von Kommissar Rath bei mir ein und nun werde ich euch von diesem Hörerlebnis berichten. 

Inhalt 
Wir erleben das Berlin der 20er Jahre: Wir werden in eine Zeit katapultiert, die noch gar nicht so lange her ist, aber doch ziemlich weit entfernt scheint. Technische Erfindungen, wie das heutzutage nicht mehr wegzudenkende, Smartphone oder das Internet scheinen in dieser Geschichte noch in weiter Ferne. 
Kommissar Rath ist neu in der Stadt und wird schnell in einen Mordfall verwickelt, der ihn aufgrund mehrerer Ereignisse interessiert. Doch eigentlich gehört dieser Mordfall gar nicht zu seinem Aufgabenbereich. 

Volker Kutscher erzählt Der nasse Fisch aus verschiedenen Perspektiven: Die meiste Zeit begleiten wir Kommissar Rath bei seinen teils verdeckten oder auch offenen Ermittlungen. Wir erleben, wie er langsam versucht, sich einen Überblick übe das Berlin zu verschaffen, das auf den ersten Blick noch nicht zu erkennen ist. Er nutzt Kontakte, gewinnt Freunde, macht sich aber auch Feinde. 

Was mir an diesem Reihenauftakt besonders gut gefallen hat, war die Verstrickung der Handlungsstränge. Volker Kutscher zeigt auf der einen Seite wahre politische Begebenheiten, lässt bekannte Politiker auftauchen, oder legt Fährten, um den ein oder anderen Politiker in den nächsten Bänden vielleicht auftauchen zu lassen.
Auf der anderen Seite hat er die fiktive Figur des Kommissar Raths, der in einem fiktiven Fall ermitteln muss. Während man bei vielen Krimis alle Details des Ermittlers kennt und weiß, wann er eine Falle plant, bleiben wir bei Kommissar Rath im Dunkeln. Wir können uns also völlig von der Handlung überraschen lassen. 

Kommissar Gereon Rath steht im Mittelpunkt dieser Krimireihe. Er machte auf mich einen recht einsamen und verschlossenen Eindruck. Wir erfahren, dass er von Köln nach Berlin gezogen ist, wissen aber nicht, welches Ereignis dafür sorgte, dass er seine Heimat verlassen hat. Zudem erfahren wir, dass er bereits viele Aspekte der Polizei kennenlernen durfte, was ebenfalls viel Stoff für weitere Bände bieten könnte. 
Und wie das bei guten Krimis eben so ist, braucht es auch eine weibliche Protagonistin nämlich Charlie. In diesem Band wirkt sie eher wie eine Nebenfigur. Allerdings ist es gut möglich, dass sie in den Folgebänden eine wichtige Bezugsperson für Rath werden könnte. 

Gestaltung 
Das Hörbuch stammt aus dem Argon Verlag und wurde als ungekürztes MP3 Hörbuch produziert. Inzwischen gibt es zwei Versionen von Der nasse Fisch. In meiner Ausgabe wurde die Geschichte von Sylvester Groth gelesen. Allerdings gibt es auch eine MP3 Ausgabe mit David Nathan, der die weiteren Fälle von Kommissar Rath liest, als MP3 Download zum Kauf. 
Sylvester Groth hat maßgeblich dazu beigetragen, dass mir der Reihenauftakt gut gefallen hat. Seine Stimmfarbe ist sehr angenehm und passt gut zur Geschichte. Der Sprecher hat eine etwas dunkle und harte Stimme mit der er Gereon Rath authentisch interpretieren konnte. Besonders gelungen fand ich Groths Interpretation der verschiedenen Dialoge, wie beispielsweise, wenn Gereon Rath auf gebürtige Berliner traf und der Berliner Dialekt an dieser Stelle natürlich nicht fehlen durfte oder wir Rath in hitzigen Diskussionen mit Kollegen erleben.
Wären die weiteren Bände nicht bereits von David Nathan eingelesen worden, hätte ich gehofft, dass Sylvester Groth dieser Reihe als Sprecher treu geblieben wäre. Also hoffe ich an dieser Stelle einfach, dem Sprecher bald wieder in einer Geschichte über den Weg zu laufen. 

Schreibstil 
Volker Kutscher hat es mir mit seinem Schreibstil sehr leicht gemacht, in die Geschichte hineinzufinden. Er schildert nicht nur die historischen Aspekte, die Gereon Rath bei den Ermittlungen nur bedingt betreffen, sondern lässt uns auch an den Machtstrukturen der Polizei teilhaben. Während andere Autoren solche Ereignisse mit großen Beschreibungen ausschmücken würden, erzählt Kutscher die Geschichte hier fein. Man muss genau hinhören, um Zusammenhänge verstehen zu können. Dennoch lässt der Autor zum Schluss beinahe keine offenen Fragen zurück. 

Gesamteindruck 
Ich war sehr gespannt, was es mit Der nasse Fisch auf sich hatte. Würde ich in einer klassischen Krimigeschichte landen? Glücklicherweise stellte ich sehr schnell fest, dass Volker Kutscher hier zwei Genres miteinander vermischt: Auf der einen Seite widmet er sich dem historischen Roman und vermischt Fiktion mit Realität. Auf der anderen Seite wird ein Kriminalfall in die Geschichte eingeflochten, der auch noch zu den historischen Gegebenheiten passen muss. Und ich bin wirklich beeindruckt, dass die Handlung so wunderbar funktioniert hat. 

An dieser Stelle möchte ich noch einen kleinen Hinweis für angehende Hörer geben: Kutscher führt in Der nasse Fisch sehr viele Namen ein, sowohl bei Raths Kollegen als auch bei den Beteiligten rund um den Kriminalfall. Damit man hier nicht den Überblick verliert, rate ich dazu, das Hörbuch zeitnah zu hören, es also nicht mehrere Tage zu pausieren, da sonst der Einstieg in die Geschichte etwas schwer fallen könnte. 

An dieser Stelle kann ich das Hörbuch allen empfehlen, die sich nicht nach einem klassischen Krimi sehnen, sondern etwas Neues ausprobieren wollen. 

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* Dieses Hörbuch wurde mir als Rezensionsexemplar vom Verlag zur Verfügung gestellt. 

Kommentare:

Daniela von Buchvogel hat gesagt…

Hallo Emma,
eine sehr interessante Reihe stellst du hier vor. Von Babylon Berlin hab ich auch schon gehört, aber ich bin kein großer Serienschauer. Das es eine Vorlage als Hörbuch gibt, ist daher interessant und auch, was du schreibst, gefällt mri gut. Die 20er Jahre finde ich sowieso faszinierend.
Jedoch ist der Warnhinweis mit den Namen gut. Ich bin kein großer Namens-merker und habe oft lange Pausen im Hörbuch, da ich es meist auf dem Weg zur Arbeit höre.
Dennoch interessant!
LG
Daniela

Emma hat gesagt…

Liebe Daniela,

ich habe gerade an Dich gedacht und mich gefragt, ob Du gesehen hast, dass Du bei meinem Adventskalender Gewinnspiel gewonnen hast. Du bekommst das Hörbuchpaket mit den drei Hörbüchern. Wenn Du magst, kannst Du mir Deine Adresse an EmmaZecka@gmx.de schreiben und das Paket macht sich diese Woche auf den Weg zu Dir.

Was "Der nasse Fisch" betrifft: Ich schaue mir die Hülle nochmal an, vielleicht ist da auch ein Namensverzeichnis mit dabei, das ich gekonnt überlesen habe. Die Booklets lege ich immer recht schnell beiseite, wobei ein Blick darauf manchmal schonganz praktisch wäre.

Obwohl ich mir auch nicht alle Namen merken konnte, fand ich die Geschichte ganz spannend und glaube auch, dass sich vieles in den Folgebänden klärt, wenn die wichtigen Charaktere wieder auftauchen.

viele Grüße

Emma

Daniela von Buchvogel hat gesagt…

Hallo Emma,

ich schreib dir eine Mail, ich freu mich total über meinen Gewinn!