Freitag, 18. Januar 2019

Ge(h)fragt - Judit Müller

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Über die Autorin
Judit Müller, Jahrgang 1996, wuchs in der Nähe von München auf. Inzwischen lebt und studiert sie in Freiburg. Schon während ihrer Schulzeit begann sie damit, erste Geschichten zu schreiben und auch an Literaturwettbewerben teilzunehmen.
Im November 2018 wurde Judit Müllers Debütroman To Keep You Safe bei dem Verlag A Tree & a Valley veröffentlicht.
Judit Müller liebt Literatur, Musik und Filme.
Wenn man einen Blick auf ihre Autorenseite bei ihrem Verlag wirft, erfährt man, dass sie sich selbst als Traumtänzerin bezeichnet, die es liebt Geschichten zu erzählen.

Judit Müller bei

Das Interview 
Liebe Judit, stell Dich den Buchlingen doch mal vor: Wer bist Du und in welchen Genres schreibst Du?

Mein Name ist Judit Müller, ich bin Jungautorin und in meinem richtigen Leben Studentin in der schönen Stadt Freiburg.
Mein erster Roman lässt sich in das Genre Dystiopie einordnen, also Zukunftsszenarien, in denen die Welt sehr viel düsterer und zerstörter ist als wir sie kennen.
Ansonsten schreibe ich quer durch die Genres, ich habe Kurzgeschichten in Richtung Historie und auch zu aktuellen Szenarien verfasst, und im Moment hängt mein Herz an einer Fantasyerzählung, die ich gerne ausbauen würde. Aber das ist noch Zukunftsmusik.

Dein Debütroman To keep you safe – Warum wir leben ist im November bei A Tree & A Valley Verlag erschienen. Um was geht es in Deinem Roman?

In meinem Roman geht es um das Mädchen Judy, die für ihre beiden Geschwister im von Naturkatastrophen zerstörten Amerika einen Platz zum leben sucht. Die drei sind auf einer sehr verzweifelten Reise, da es kein gutes Leben mehr zu geben scheint. Auf dem Weg treffen sie auf Raphael und den Jungen Joe, mit denen sie sich zusammentun und allen weiteren Gefahren trotzen. Denn in einer zerstörten Welt gibt es natürlich auch viele Gefahren wie Hunger oder andere, nicht freundlich gesonnene Menschen. Verrate ich zu viel? Es geht vor allem auch um die Fragen, was uns zusammenhält – was Familien und Freunde dazu bringt, zueinander zu stehen und wie sich das in extremen Situationen im Guten und Schlechten zeigt.

Wie bist Du auf die Idee zu der Geschichte gekommen?

Ich bin schon recht früh auf die Idee gekommen – mit 14 Jahren habe ich die ersten, inzwischen kaum wiederzuerkennenden Seiten von To keep you safe geschrieben. Damals war ich ein großer Fan dieser Art von Geschichten – The Road, The Book of Eli, der Frage, was Menschen in so einer Situation antreibt. Ich war fasziniert von der Frage, wie die Kinder, die zweifellos teilweise Waisen werden würden, überleben sollten. Und irgendwie entstand so die Idee, das Geschwister-Trio auf die Reise zu schicken.


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Wie würdest Du die Botschaft von To keep you safe beschreiben?

Ich weiß nicht so recht, ob ich von einer eindeutigen Botschaft reden kann. Es gibt sicher die Dinge, die mir besonders wichtig waren beim Schreiben, aber das ist keine eindeutige Botschaft an die Leser. Oder umgekehrt, jeder Leser findet seine eigene Botschaft. Für mich geht es darum, denke ich, den Mut zu finden, in unglaublichen (auch unglaublich schwierigen) Situationen den Mut und die Kraft zu finden, immer weiter zu Kämpfen und an ein gutes Ende zu glauben. Ich mag Happy Ends.

Mit welchem Deiner Charaktere würdest Du gerne mal einen Kaffee trinken gehen?

Ich glaube, das wäre Michael. Er kommt erst recht spät vor, also hat der Leser kaum Zeit, ihn ausführlich kennenzulernen. Für mich hat er aber mehr Geschichte, mehr Hintergrund. Er ist für mich der ungesehene Held, das beantwortet denke ich auch deine nächste Frage.

Welcher Deiner Charaktere ist Dir besonders ans Herz gewachsen?

Michael. Er und seine Geschichte haben sich irgendwie selbstständig gemacht.

Und Luke und Joe – die beiden haben ein schweres Schicksal getroffen. Hope ist klein genug, dass sie vielleicht einige Dinge auch noch vergessen wird, wenn sie älter wird, aber die beiden Jungs wachsen auf und bekommen bewusst mit, wie ihre Welt um sie zusammenstürzt.

To Keep you safe spielt in Amerika. Hast Du für die Geschichte auch Recherche betrieben? Wenn ja, wie sah Deine Recherche aus?

Ich habe tatsächlich nicht viel recherchiert, da die Geschichte nicht an konkreten Orten spielt und das auch ein Vorteil ist, wenn man unsere Welt „zerstört“. Allerdings habe ich eine Art Reiseroute ausgearbeitet, nur für mich und meine Planung, sodass ich den Überblick behalten konnte, welche Entfernungen man realistisch gesehen in welcher Zeit bewältigen konnte.

Wie sah die Überarbeitung von »To keep you safe« aus? Gibt es hier Aspekte, die Du für zukünftige Romane anwenden kannst?

Die Überarbeitungen waren recht entspannt, weil ich eine wunderbare Lektorin hatte. Ich bekam das Manuskript zurück und hatte immer ein paar Wochen, es wieder zu überarbeiten. Ich denke nur, dass ich mir angewöhnen sollte – bei meinem nächste Buch dann – ab und zu kürzere Sätze zu schreiben und mehr Absätze einzufügen. Das macht alles übersichtlicher.

Inzwischen sind ja schon ein paar Monate seit der Veröffentlichung von To keep you safe vergangen. Was hat sich bisher für Dich verändert?

Verändert hat sich nicht viel, muss ich sagen. Ich habe Werbung gemacht, versuche, meine facebook-Seite zu pflegen (nicht so ganz regelmäßig) und ich freue mich sehr, wenn mein Buch mich vom Bücherregal aus anlächelt. Also ja, vielleicht hat sich verändert, dass da ein großes Gefühl von Freude ist, wo früher die Hoffnung auf eine Veröffentlichung war.

Gab es positive oder negative Überraschungen in Bezug auf Deinen Debütroman, mit denen Du nicht gerechnet hättest?

Ich freue mich, wie vielfältig die Rezensionen sind und bin auch sehr glücklich darüber, dass die meisten sehr positiv sind. Aber Überraschungen, ich weiß nicht. Irgendwie konnte ich mir davor nicht richtig vorstellen, dass dann externe Leser (nicht aus meinem Freundes- und Familienkreis) Rückmeldungen schreiben. Das heißt, ich freue mich über jede einzelne.

Du hast Deinen Verlag ohne eine Literaturagentur gefunden. Wie bist Du hier vorgegangen? Wie lange musstest Du auf eine Rückmeldung nach Deiner Manuskripteinsendung warten?

Ich habe einfach Verlage gegoogelt und dann alle angeschrieben. Und nach zwei Jahren und etlichen Absagen habe ich eine facebook-post gelesen, dass A Tree & A Valley neue Autoren sucht und dachte, eine letzten Versuch wage ich noch. Bis ich eine Antwort nach einigen Monaten bekommen habe, hatte ich es schon wieder vergessen. Und siehe da – die erste positive Antwort. Letztendlich hat sich die Hartnäckigkeit ausgezahlt.

Wie sieht die Zusammenarbeit mit Deinem Verlag aus? Bei welchen Prozessen darfst Du mitentscheiden? Was machst Du unabhängig von Deinem Verlag bzw. in welche Bereiche bezieht Dich Dein Verlag nicht mit ein? 

Die Zusammenarbeit sieht so aus, dass sich der Verlag im Gegenzug für mein Manuskript um das Lektorat und z.B. das Cover kümmert. Und da durfte ich dann auch immer mitentscheiden, z.B. welches Cover mir von den Entwürfen am besten gefällt. Und letztendlich ist es wie bei jeder Arbeit ein Aushandlungsprozess, bei dem beide Kompromisse machen – in meinem Fall alles recht gute Kompromisse. Umd Marketing kümmern wir uns beide.

Die meisten Autoren und Autorinnen lesen selbst ja sehr gerne. Welche Autorinnen und Autoren dürfen in Deinem Bücherregal auf keinen Fall fehlen?

Eigentlich alle, ich lese gerne quer. Und ich liebe Tolkien und seinen Herrn der Ringe, Jodi Picoult, Lucinda Riley,... Im Ernst, ich kann da kaum eine Auswahl treffen.

Welche Autorinnen und Autoren zählen zu Deinen Vorbildern?

Ist kein Autor, aber zählt Reinhard Mey? Er und seine Texte/Lieder haben mich dazu motiviert, selbst schreiben zu wollen.

Welche Bücher haben Deiner Meinung nach mehr Aufmerksamkeit verdient?

Ich finde, Die Mitte der Welt von Andreas Steinhöfel. Ist eines meiner absoluten Lieblingsbücher. Allerdings kann es sein, dass jetzt, da es auch verfilmt wurde, es auch mehr Aufmerksamkeit bekommt.

In zwei Monaten findet die Leipziger Buchmesse statt. Bist Du vor Ort? Weißt Du Schon, bei welchen Terminen Dich Deine LeserInnen treffen können?

Im Moment ist das noch in Planung... so bei 90%-Ja... Ich werde Bescheid geben, wenn ich etwas sicher weiß.

Gibt es gerade ein aktuelles Projekt, an dem Du schreibst? Darfst Du schon etwas darüber verraten?

Sicher darf ich alles verraten, bin bis jetzt nur mir selbst verpflichtet... Es gibt noch kein neues Manuskript, nur eine angefangene Liebesgeschichte und die schon erwähnte Fantasy-Idee, an der ich arbeite. In den Semesterferien werde ich wieder mit Schreiben durchstarten.

Liebe Judit, vielen Dank, dass Du Dir die Zeit genommen hast, meine Fragen zu beantworten. Ich hoffe, wir werden noch viel von Dir lesen.

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Die Verwendung des Autorenfotos wurde von der Autorin genehmigt. Die Rechte bleiben bei dem Fotografen. 

To keep you safe - Warum wir leben wurde mir als Rezensionsexemplar von A Tree & A VAlley zur Verfügung gestellt. 

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