Mittwoch, 16. Januar 2019

Codename Eisvogel

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RandomHouse Audio 
Steckbrief 
Name: Codname Eisvogel
Autor*in: Anonymous 
Verlag: RandomHouse Audio 
Geeignet für: Menschen, die klassische Agenten Romane mögen 
Gelesen oder gehört: gehört als ungekürztes Hör-buch 
Sprecher*in: Vera Teltz 
Bewertung: 2,5 von 5 Punkten 

Bei meiner Lieblingsbuchhandlung bestellen. 


Klappentext 

"Wem gehört der mächtigste Mann der Welt?

Oktober 2016: In Amerika stehen die Wahlen an. Die Journalistin Grace Elliott ist einem Knüller auf der Spur, der zum Sprungbrett ihrer Karriere werden könnte. Ein Pornostar ist bereit, über die Affäre mit dem Mann auszupacken, der der nächste Präsident der Vereinigten Staaten werden könnte. Aber niemand will das heikle Thema anfassen. Stattdessen schickt man Grace auf Reportage nach Europa. Dort stößt sie auf eine noch größere Story, die so explosiv ist, dass sie die Präsidentschaftswahlen entscheiden könnte. Wenn Grace lange genug am Leben bleibt, die Story an die Öffentlichkeit zu bringen."

Meine Meinung 
Dieses Hörbuch habe ich im Rahmen eines Gewinnspiels gewonnen. Leider konnte es mich nicht wirklich überzeugen. 

Inhaltlich erinnert die Geschichte sehr an das aktuelle politische Geschehen in den USA: In unserer Lektüre stehen die US-Wahlen an. Der Favorit ist ein Mann, der eigentlich durch seine unternehmerischen Aktivitäten Bekanntheitsgrad er-langt hat, aber nicht durch sein politisches Engagement. 
Wir begegnen Protagonistin Grace, die gerne bei einer renomierten Zeitung ar-beiten würde und stattdessen bei einem Käseblatt arbeitet. Als sie eine große Story wittert, wird sie von ihrem Chef zurechtgewiesen. Zur Strafe darf sie als Ghostwriterin für die Ex-Frau des Kandidaten auf den Präsidenten Posten ar-beiten: Nämlich für Elena Craig. Als Grace Elena bittet, ein Buch über sie schrei-ben zu dürfen, wird sie von heute auf morgen entlassen. Grace spürt, dass dort ebenfalls eine interessante Story auf sie warten könnte. 

Was mich an Codename Eisvogel faszinierte, waren die beiden Handlungs-stränge. Nachdem wir nämlich Grace und Elena kennenlernten, wechselte die Perspektive und es gab einen Handlungsstrang, der aus Elenas Perspektive erzählt wurde. So erfuhren wir, wie Elena aufwuchs und zur Frau des wahr-scheinlichen Präsidenten wurde. Und diesen Handlungsstrang fand ich noch an-nähernd spannend. 

Ansonsten liefert uns Anonymous hier einen klassischen Agenten Thriller: Wir haben eine Journalistin, der eine spannende Geschichte präsentiert wird. Natür-lich lässt sie nicht locker und beginnt zu recherchieren. Ihr werden nicht nur Steine, sondern regelrecht Mauern in den Weg gestellt und wir müssen uns fra-gen, ob sie diese überwindet oder nicht. Obwohl ich noch nie einen klassischen Agenten Thriller gehört habe, oder mich bewusst nicht daran erinnern kann, fand ich die Handlung hier recht oberflächlich. Beinahe, wie in einer Soap, in der wir den Stereotypen begegnen. Hier waren das Grace als Journalistin, die unan-genehme Fragen stellt oder die Osteuropäer in den Rollen der skrupellosen, machtgierigen Bösewichte. Die Charaktere blieben für mich oberflächlich. Wir er-fuhren zwar von ihren Sorgen und Ängsten, aber es blieb eben alles in einer be-stimmten Rahmenhandlung. 

Zudem nervte mich das Ende der Geschichte. Schnell wird klar, dass sich Code-name Eisvogel nur um eine bestimmte Frage dreht. Am Ende wird klar, dass die Antwort auf die Frage negativ ausfällt. Und innerhalb der letzten zwei Minuten wendet sich das Blatt und ich habe mich gefragt, warum ich die neun Stunden durchgehalten habe, wenn es jetzt doch alles anders kommt als gedacht. Zudem hätte die Geschichte an dieser Stelle richtig spannend werden können. Nachdem sich hier das Blatt nochmal wendete, kam mir der Großteil des Hörbuchs wie ein sinnloses Herumgeiere vor. 

Gestaltung 
Vera Teltz ist eine Hörbuchsprecherin, die mir immer wieder begegnet. Bisher hatte ich noch keine Gelegenheit, sie in einem Hörbuch als Sprecherin zu er-leben. Mit Codename Eisvogel hat sich das geändert.
Vera Teltz hat eine helle, aber auch sehr harte Stimmfarbe. Sie gehört für mich zu den Stimmen, die einen Raum betreten und mit einer Begrüßung ohne Probleme für Stille sorgen könnten. Zumindest in meiner Vorstellung. Das verhält sich ungefähr so, wie mit den Lehrern: Die einen brauchen gefühlte fünf Minuten um mit dem Unterricht beginnen zu können und die anderen sagen einmal Guten Morgen und innerhalb weniger Sekunden ist es still. 
Vera Teltz hat mir Grace und Elena als Protagonistinnen gut näher bringen kön-nen und war mit dafür verantwortlich, dass ich das Hörbuch nicht mitten drin abgebrochen habe. Ich habe ihrer Interpretation sehr gerne zugehört und freue mich auf weitere Hörbücher, die von ihr gelesen werden. 

Schreibstil 
Der Schreibstil von Anonymous hat mich ganz gut unterhalten. Die Beschrei-bungen von bestimmten Situationen waren mir hier und da etwas zu detailliert. Allerdings war der Schreibstil größtenteils auch solide: Weder positiv in Erinnerung bleibend, noch negativ. Er hat dafür gesorgt, dass ich Codename Eis-vogel nicht abgebrochen habe. Dennoch gab es kein Element, das mir besonders in Erinnerung bleiben wird. 

Gesamteindruck 
Obwohl die Handlung con Codename Eisvogel relativ banal erscheint, ist sie doch erschreckend, wenn man die Parallelen zur aktuellen politischen Lage in den USA erkennen kann. Hier bekam ich das erste Mal den Eindruck, dass sich Elemente der fiktiven Geschichte in der Realität vielleicht sehr wohl tagtäglich abspielen könnten. 
Codename Eisvogel ist eine Geschichte für Thriller Fans, die etwas für zwischendurch suchen, aber keine gut verstrickte Handlung wollen. 

2 Kommentare:

  1. Hallo!

    Das klingt nach einem sehr spannenden Buch. Schade, dass es dich nicht wirklich überzeugen konnte.
    Es ist bedenklich wie viele Geschichten nicht erzählt werden dürfen, weil die Menschen an der Macht sitzen. Es zeigt wie wirkungsvoll und auch gefährlich Medien sein können.

    Liebe Grüße
    Sabrina
    #litnetzwerk

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  2. Hallo Sabrina,

    es freut mich sehr, dass Du im Rahmen des Litnetzwerks bei mir vorbeigeschaut hast. An sich ist "Codename Eisvogel" definitiv spannend. Wenn man aber schon etwas Erfahrung im Genre Thriller hat, kann es gut sein, dass einem einige Klischees auffallen.

    Aber der Grundgedanke der Geschichte ist wirklich erschreckend. Das Verrückte finde ich: Man denkt, dass es solche Geschichten nur in Büchern gibt. Und dann wird ein Journalist in einer Botschaft ermordet und man merkt, dass Fiktion und Realität oft sehr nah beieinander liegen.

    viele Grüße

    Emma

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Den Textbaustein habe ich von Pergamentfalter übernommen.