Montag, 28. Januar 2019

Alles neu?

Buchlinge,

Nach 4 1/2 Jahren wird es Zeit für ein neues Gewand. Klammheimlich hat die Grafikerin also für uns hinter den Kulissen gewerkelt. Und herausgekommen ist das, was ihr jetzt seht: Ein neuer Header und ein weißer Hintergrund. Auf dem Header seht ihr zwei Kopfhörer in deren Mitte viele fiktive Hörbücher geklemmt sind. Im Vordergrund und in der Mitte der Hörbücher steht der Blogtitel, nämlich Ge(h)Schichten.
Es ist schon etwas komisch, sich von dem alten, bunten Design verabschieden zu müssen. Aber der neue Header gefällt mir auch ziemlich gut.

Außerdem wird es auch inhaltlich ein paar Änderungen geben. Ich werde euch nämlich an regelmäßigen Tagen mit Beiträgen beliefern. An folgenden Tagen sol-len in der Regel Artikel online gehen:

Montag: Rezensionen oder Buchclub Beiträge
Mittwoch: Rezensionen oder ein anderer literaturbezogener Beitrag.
Freitag: ein nicht literarischer Beitrag
Sonntag: Eine Podcast Folge.

Allerdings bringen die Monatsrückblicke und mein Lese- bzw. eher Hörbuchfluss diese Planung etwas durcheinander. Es kann also gut vorkommen, dass nur eine Rezension oder auch mal gar keine Rezension pro Woche online geht. Ich versuche aber darauf zu achten, dass zumindest ein Beitrag pro Woche online kommt.

Zudem gibt es mal wieder ein paar Veränderungen in meinen Rubriken. Die Veranstaltunsberichte werden in einer neuen Kategorie (Ge(h)lebt) einsortiert und die Monats- und Jahresrückblicke laufen ab sofort unter der Kategorie Zu-rückge(h)blickt. 

Nach und nach werde ich die alten Beiträge an das neue Design anpassen, Link-farben ändern und z.T. auch Bildbeschreibungen hinzufügen. (Die Bildbeschrei-bungen werdet ihr dann vermutlich am Ende eines Beitrages finden).
Da sich hier auf dem Blog aber über 700 Beiträge befinden, wird es noch etwas dauern, bis alle Artikel auf dem neusten Stand sind. Ich hoffe, ihr habt dafür Verständnis.


In diesem Sinne... 

Wie gefällt euch das neue Design?
Was denkt ihr über regelmäßige Posting Tage?
Und gibt es Beiträge in Rubriken, die ihr in nächster Zeit unbedingt lesen möchtet?

Sonntag, 27. Januar 2019

Bücherregaltour 2: Meine Hardcover Bücher

Hallo Buchlinge,

gestern habe ich lange überlegt, von was ich euch in der nächsten Podcast Folge erzählen möchte. und da eine Podcast Folge, in der ich über meine Buchreihen spreche, sehr oft angeklickt wurde, habe ich mich dazu entschieden, diese Pod-cast Folgen Reihe fortzusetzen.

Ich spreche in der aktuellen Folge also über meine Hardcover Bücher

Direkt bei YouTube hören? 
Bei SoundCloud herunterladen? (Nur für kurze Zeit). 




Inhaltsverzeichnis
00:00 Min: Intro
00:39 Min: Kommentar zum Bild
00:59 Min: Isola
02:40 Min: Dreimal wir
04:31 Min: Amokspiel
05:54 Min: Herr der Diebe
08:17 Min: Mein bester letzter Sommer
10:59 Min: Nicht weg und nicht da
12:49 Min: Wenn du dich traust
14:37 Min: Nijura - Das Erbe der Elfenkrone
16:33 Min: Muh!
19:13 Min: Mein Vater, sein Schwein und ich
20:43 Min: Outro und Fragen an euch

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Kennst Du eines der vorgestellten Bücher?
Welches der vorgestellten Bücher würdest Du am ehesten lesen? 

Freitag, 25. Januar 2019

5 Dinge, die ich gerne vor meinem Studium gewusst hätte: Part 5 und Zugabe

Foto: A. Mack
Hallo Buchlinge,

nun geht also meine kleine Reihe zu dem Thema 5 Dinge, die ich gerne vor meinem Studium gewusst hätte, zu Ende.
Im ersten Artikel zu dieser Reihe habe ich euch geraten, dass ihr niemals an euren Hilfsmitteln sparen. In diesem Beitrag verstecken sich unter anderem auch ein paar Beispiele aus meinem Studentenleben.

Im zweiten Punkt geht es nicht primär um das Thema Behinderung, sondern mehr um das Thema Gemeinsamkeiten mit dem eigenen Jahrgang. So habe ich im Laufe meines Studiums gelernt,dass ein gemeinsames Studium noch lange nicht  Interesse aneinander bedeuten muss. 

Im dritten Artikel, der in dieser Rubrik erschien, ging es wieder um ein Thema, von dem ich lange dachte, dass es nur Menschen mit Behinderung betrifft. Bis dann mein Bruder sein Studium begonnen hat und uns erzählte, dass er auch gerne in der ersten Reihe sitzt. Meine Erkenntnis war nämlich:Dass es Spaß machen kann, alleine in der ersten Reihe sitzen zu können. 

Auch im vierten Artikel in dieser Reihe, spreche ich nicht primär Studierende mit Behinderung an. Ich habe nämlich gelernt, dass ich viel Zeit alleine verbringen werde, aber es mich auch unabhängig machen wird, wobei ich in dem Unabhängigkeitsthema noch nicht ganz angekommen bin. 

Bevor ich euch also von dem fünften Ding erzähle, möchte ich noch einmal auf folgende Punkte hinweisen:
  • Wenn ihr Fragen oder Ideen habt, über welche Themen ich in Bezug auf Sehbehinderung oder Blindheit unbedingt schreiben sollte: Lasst mir eure Ideen sehr gerne in den Kommentaren da oder schreibt mir eine Mail mit dem Betreff Ge(h)brechen an EmmaZecka@gmx.de. 
  • Am Ende des Beitrages findet ihr die altbekannte Info, wie sich meine Sehbehinderung im Alltag bemerkbar macht


5. Dass vieles heißer gekocht, als gegessen wird
(Angehende) Studierende unter euch kennen das wahrscheinlich: Vor dem Start in den Uni- oder Hochschulalltag bekommt ihr eine Flut von Informationen, was es mit dem Leben an einer Universität oder Hochschule so auf sich hat. Ihr bekommt einen ersten Eindruck und fragt euch vielleicht, ob die Anforderungen vielleicht nicht doch eine Nummer zu groß für euch sind.
Und an dieser Stelle kann ich euch beruhigen: Es wird vieles heißer gekocht, als gegessen. Ich versuche hier mal mit ein paar Gerüchten aufzuräumen.

Vergiss bloß nie, nie, NIEMALS Deine Matrikelnummer 
Was wäre die deutsche Bürokratie ohne Nummern? Wenn ihr euch an einer Uni oder Hochschule immatrikuliert, also anmeldet, bekommt ihr eine Matrikelnummer. Diese Nummer steht beispielsweise auf eurem Studierendenausweis oder eurer Immatrikulationsbescheinigung, der Bescheinigung, die ihr zum Erhalt des Kindergeldes benötigt.
Uns hat man damals in der Schule geraten, unsere Matrikelnummer bloß nicht zu vergessen. Unsere Lehrer erzählten uns von ihrem Studentenleben, das schon ein paar Jährchen her war. Dort wurden beispielsweise die Ergebnisse von Klausuren an einem schwarzen Brett ausgehängt und zwar in Form einer Tabelle. Wenn man seine Matrikelnummer vergessen hatte, würde man also auch nicht erfahren, welche Note man in der Klausur bekommen hatte.

Meine Hochschule war da glücklicherweise etwas moderner. Wir nutzten ein Intranet (StudIP - das Portal unterscheidet sich von Hochschule zur Hoch-schule). Hier gab es nicht nur die Unterlagen zu den verschiedenen Lehrveranstaltungen, sondern auch ein eigenes Profil mit einer Leistungsübersicht. Nur man selbst hatte einen Zugang auf die eigene Leistungsübersicht. Dort wa-ren die verschiedenen Module und die dazugehörigen Fächer aufgelistet. Nach einer bestandenen Klausur wurden dort die Noten eingetragen. Außerdem konnte man sehen wie viel Prozent der anfallenden Leistungen eines Semesters man schon erbracht hatte.
Wenn es also um Klausuren ging, war die Matrikelnummer für mich sehr unwichtig.

Allerdings kam es vor, dass es für mich doch sehr sinnvoll war, die Matrikelnummer auswendig zu können. Unsere Hochschule gehört nämlich zu der chaotischen Sorte. Aber davon können wahrscheinlich viele Studierende ein nicht enden wollendes Lied singen.
Immer dann, wenn es darum ging, Formulare auszufüllen, musste man die Matrikelnummer parat haben. Formulare konnten beispielsweise Bescheinigungen sein, die man sich bei einer Lehrveranstaltung unterschreiben ließ und die belegte, dass man auch an dieser Veranstaltung teilgenommen hatte. Und nicht immer stand fest, welche Bescheinigung in welchem Fach vorgezeigt werden musste. Normalerweise füllte ich die Zettel zu Hause aus, da ich hier auch die nötigen Hilfsmittel hatte. Aber es kam eben auch vor, dass sich vor Ort herausstellte, dass der gesamte Kurs den falschen Schein eingereicht hatte. Dann mussten wir das Ganze direkt in der Stunde ausfüllen. Und da ich meinen Studierendenausweis nur selten dabei hatte, weil ich ihn im Alltag nicht brauche, musste ich meine Matrikelnummer dann doch auswendig können, damit ich nette Menschen bitten konnte, die Zettel für mich auszufüllen.

Aber auch der obige Abschnitt klingt dramatischer, als er eigentlich ist. Ich habe das Du-hast-den-falschen-Schein bzw. Du-brauchst-einen-Schein-und-hast-keinen-Prozedere insgesamt dreimal erlebt. Und das ist doch ein ziemlich guter Schnitt für eine Studienzeit von 3,5 Jahren, oder?

Wer die Studiengebühren nicht überweist, der fliegt! 
Hochschulen müssen sich auch irgendwie finanzieren. Und einer meiner Alb-träume bestand darin, dass ich befürchtete, eines Tages den Zeitraum zu verpassen, an dem die Studiengebühr fällig werden würde. Ich befürchtete, dass ich dann ohne Vorwarnung hinausgeworfen würde.
Aber: Zufälligerweise fand ich heraus, dass unsere Hochschule ihre Schützlinge nicht einfach so ohne Abschluss vor die Tür setzt, sondern erst einmal Mahnungen verschickt.

Prüfung nicht bestanden - Adieu Studium 
Hier gibt es einen Unterschied zwischen Hochschulen und Universitäten: Ich hatte während meines Studiums an einer Hochschule die berühmt-berüchtigte Prüfungswoche. In dieser Woche sieht man murmelnde Studenten in der Hochschule herumlaufen, oder sich über mitgebrachte Notizen beugen. Und die häufigste Frage, die in dieser Zeit gestellt wird, ist: "Und? Wie ist es gelaufen?"

Wir mussten uns im Gegensatz zu den Studierenden an der Uni nicht extra für die Prüfungen anmelden, sondern einfach nur zum richtigen Zeitpunkt in der Prüfungswoche auftauchen und die Klausur mitschreiben.
An der Uni gibt es - soweit ich das mitbekomme - meistens einen längeren Prüfungszeitraum in dem die Klausuren geschrieben werden können. Meist gibt es zwei Termine für die Klausuren. Wenn man sich nicht sicher ist, kann man sich also für den ersten Termin entscheiden und die Klausur beim zweiten Termin dann ggf. nachschreiben. Oder man entscheidet sich für den zweiten Termin, um noch etwas mehr Zeit zum Lernen zu haben.
Allerdings haben Uni und Hochschule eines gemeinsam: Man hat drei Versuche, um eine Prüfung zu bestehen. Je nach Fach und Dozent wird man aber sehr genau auf die Klausuren vorbereitet.

Erwartungen und die Realität 
Dozierende und Mitarbeiter einer Hochschule predigen immer wieder, dass sie Studierende zu selbstständigen Menschen erziehen wollen, also zu Studierenden, die sich um ihre Sachen kümmern.
Das klingt für viele Studierende vielleicht wie ei Ding der Unmöglichkeit, ist aber durchaus erreichbar. Denn auch eine Hochschule ist nicht perfekt. Auch hier können Unterlagen unauffindbar, Mitarbeiter verschollen und nicht erreichbar, oder wichtige Dinge zu spät kommuniziert worden sein.
Und immer, wenn ich eine Rückfrage hatte, bin ich auf freundliche Menschen getroffen, die motiviert waren, meine Frage zu beantworten.


Zugabe: Dass ich auch ohne Assistenz durchs Studium komme

Als ich diese Reihe plante, fiel mir noch der oben stehende Grund ein. Und ich dachte, dass dieser Punkt auch ganz gut zu diesem Thema passt.
Wie schon häufig erwähnt, habe ich mein Fachabi an einer Schule für Blinde und Sehbehinderte gemacht. Und dort wurden wir auch mit wichtigen Infos rund um das Thema Behinderung auf unser Studierendenleben vorbereitet. So erfuhren wir, dass wir einen Anspruch auf eine Arbeitsassistenz hätten. Also eine Hilfskraft, die uns beispielsweise bei folgenden Dingen unterstützen kann: Orien-tierung in der Hochschule, Einscannen von Büchern oder Vorlesungsunterlagen oder der Beschreibung von Grafiken.

In der Schule bekam ich den Eindruck, dass mich das Studentenleben vermut-lich vor eine Menge großer Herausforderungen stellen wird. Auch von Seiten unserer Lehrer wurde uns vermittelt, dass es ohne Assistenz im Studium eventuell schwierig werden könnte. (Zumindest kam es mir damals so vor).
Doch mir war nie klar, wie ich eine Assistenz einsetzen konnte. Außerdem gehörte ich zu den Selbstzahlern und wollte mir das Geld sehr gerne sparen. Ich schob das Thema Assistenz also auf die längere Bank und dachte mir, dass ich mich ja immer noch darum kümmern kann, wenn ich gar nicht mehr zurechtkomme. Und so verging Semester um Semester.

Allerdings muss ich dazu sagen, dass mein Studienfach auch relativ simpel war. Das bedeutet, dass ich für meine Prüfungen nur das lernen musste, was in den Vorlesungen besprochen wurde und beispielsweise keine Fachbücher in einem gewissen Zeitraum gelesen haben musste. Außerdem hatte ich in meinem Studium mit wenigen bis gar keinen Grafiken zu tun.
Freunde von mir studieren beispielsweise Psychologie oder andere Fächer an einer Uni und hatten einen höheren Arbeitsaufwand als ich. Sie waren beispielsweise froh, eine oder manchmal auch mehrere Assistenzen zu haben.
Deswegen will ich euch an dieser Stelle nicht raten, auf eine Assistenz zu verzichten, sondern euch nicht von anderen Menschen deswegen verrückt machen zu lassen.


Mein Fazit?  

Das Witzige an dieser Reihe ist, dass mein Studentenleben überhaupt nicht so abgelaufen ist, wie ich es mir vorgestellt habe.
An manchen Stellen passierte das zu meinem Vorteil, an anderen Stellen hatte ich sehr darunter zu knabbern. Und jetzt - nach fast fünf Jahren - stehe ich also kurz vor meinem Abschluss und bin mit dem Verlauf meines Studiums sehr zu-frieden und würde mich jederzeit wieder für dieselbe Stadt und vielleicht auch für dasselbe Studienfach entscheiden.

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Artikel aus dieser Rubrik, die mehr Aufmerksamkeit verdient haben 
Wo und wie beantrage ich Hilfsmittel für mein Studium?
Tipps für ein erfolgreiches Studium: Organisation 
Tipps für ein [...] Studium: Umgang mit der Behinderung 
Wie lese ich eigentlich? 

Zu meiner Person und der Sache mit der Sehbehinderung: 
Ich bin von Geburt an auf dem linken Auge blind und auf dem rechten Auge hochgradig sehbehindert. Seit 2017 beträgt mein Sehrest 2%, was bedeutet, dass ich nach dem Gesetz als blind gelte. In der Praxis heißt dass: Ich...
  • Habe Mühe mich in unbekannten oder schlecht beleuchteten Räumen zu orientieren. 
  • Erkenne mir bekannte Personen nicht im Vorbeigehen. 
  • Laufe mit einem Blindenlangstock (von mir als Elderstab betitelt) pendelnd durch die Weltgeschichte. 
  • Kann keinen Blickkontakt mit meinem Gegenüber aufnehmen und mit der Mimik meines Gegenübers nichts anfangen. 
  • Kann Personen, die in unmittelbarer Nähe (linker, rechter Sitznachbar je nach Entfernung auch mein Gegenüber) erkennen, alle was darüber hinaus geht aber nicht.
Achtung: Mit den Prozenten und dem Sehrest verhält es sich sehr subjektiv. Nicht alle Menschen, die 2% sehen müssen beispielsweise einen Langstock zur Orientierung nutzen.

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Mittwoch, 23. Januar 2019

Lästige Liebe


Bild von der Hörverlag 
Steckbrief 
Name: Lästige Liebe (auch als Buch erhältlich)
Autor: Elena Ferrante
Verlag: der Hörverlag
Geeignet für: Fans von Gegenwartsliteratur?
Gelesen oder gehört: gehört als ungekürzte Le-sung
Sprecher: Eva Mattes
Bewertung: 2,5 von 5 Punkten


Klappentext

"„Meine Mutter ertrank in der Nacht des 23. Mai.“ So beginnt Delia ihre Erzählung darüber, wie sie herauszufinden versucht, weshalb ihre Mutter ums Leben kam. Dafür muss Delia in Neapel tief in die Vergangenheit ihrer Familie eintauchen. Hat ihr gewalttätiger Vater, den die Mutter schon vor Jahren verlas-sen hat, mit dem Tod zu tun? Oder der Liebhaber der Mutter aus früheren Tagen? Je klarer sich Delia an das Leben ihrer Mutter erinnert, um so deutlicher wird, dass alles anders ist, als sie dachte."


Meine Meinung 
Inhalt: Der Titel und der Klappentext von Lästige Liebe könnten darauf schließen las-sen, dass sich Elena Ferrante hier an einem Krimi versucht. Die Mutter unserer Protagonistin Delia ertrank. Und kurz vor ihrem Tod bekam Delia ein paar merkwürdige Anrufe von ihrer Mutter. Da stellt sich die Frage: Beging Delias Mutter Suizid oder wurde sie vielleicht sogar ertränkt?
Delia begibt sich auf eine Reise in ihre Vergangenheit auf der Suche nach ihrer Herkunft und der Antwort auf die Frage, was für ein Mensch ihre Mutter war. Und dabei macht sie eine erschreckende Entdeckung.

Lästige Liebe erzählt von zwei Protagonistinnen. Zum einen wird die Geschichte aus der Sicht von Ich-Erzählerin Delia erzählt. Diese lässt uns aber an den Erin-nerungen über ihre Mutter teilhaben und bezieht auch andere Personen, die viel Zeit mit Amalia verbracht haben, in ihre Erzählungen mit ein.
Nach und nach wird deutlich, dass Mutter und Tochter viele Jahre in Angst lebten und die Lücken im System nutzten, um sich zu entfalten und für wenige Momente frei zu sein.
Delia liebt inzwischen ihr selbstbestimmtes Leben und kann mit ihrer Heimat nicht mehr viel anfangen. Doch nach und nach wird ihr bewusst, dass sie nicht weiß, wie viel von ihrer Mutter wirklich in ihr steckt.

Elena Ferrante verarbeitet in Lästige Liebe ähnliche Themen, wie in der neapo-litanischen Saga. Delia merkt, dass sie ihre Mutter kaum bändigen kann. Und genau das macht ihr Angst, weil sie nicht weiß, was ihre Mutter als Nächstes im Schilde führt.
In der neapolitanischen Saga begegnen wir der angepassten Ich-Erzählerin Ele-na, die eine extrovertierte beste Freundin, nämlich Lila hat. Und in der neapo-litanischen Saga geht es immer wieder darum, dass sich Elena nicht von Lila vereinnahmen lässt.
Außerdem greift Elena Ferrante in Lästige Liebe wieder das Merkmal der Spra-che auf: Delia hat den Dialekt abgelegt, den sie seit ihrer Kindheit kennt und früher gesprochen hat. Sie kann mit ihren Wurzeln nicht mehr viel anfangen und kann sich so sprachlich von ihrer Heimat abgrenzen. Auch in der neapo-litanischen Saga war Sprache ein großes Thema. Das Italienisch, welches haupt-sächlich von den Gebildeten gesprochen wurde.

Leider fehlte mir in Lästige Liebe der Spannungsbogen. Das lag hauptsächlich daran, dass Elena Ferrante in ihrem Schreibstil für mich nicht erkennbar kon-kret wird und sich daher viel verbaut hat. So gab es beispielsweise unerwartete Szenenwechsel, die bei mir erst einmal für Orientierungslosigkeit sorgten.
Außerdem war mir unklar, wie viel Delia wirklich erlebt hat oder wie viel sich in Delias Fantasie abspielte. Das verwirrte mich zunehmend, weil mich das auch an der Glaubwürdigkeit unserer Protagonistin zweifeln ließ. Während man in ande-ren Spannungsromanen zunehmend an Spannung aufbaut, in dem die Protago-nisten immer mehr Indizien sammeln, um das Rätsel zu lösen, bekommt Delia hier eine Eingebung nach der anderen. Und zwar wird sie hier mit Erkenntnissen überschüttet, die sie eigentlich gar nicht haben kann, weil ihr die Informationen fehlten. Hier fehlte mir die Entwicklung unserer Protagonistin.

Allerdings gab es auch Elemente an Elena Ferrantes Schreibstil, die mir vertraut waren und mir das Gefühl von Zuhause gaben, wie beispielsweise die bereits die Auseinandersetzung mit bereits bekannten Themen und Elena Ferrantes art, eine Geschichte zu erzählen. Obwohl sie in diesem Genre eher ungeeignet war.  

Kommen wir aber nun zur Hörbuchgestaltung: Der Hörverlag hat Lästige Liebe ungekürzt produziert. Und das zeigt uns auch, dass die Geschichte um einiges kürzer ist, als die neapolitanische Saga. So hat die Geschichte nämlich eine Laufzeit von ca. fünf Stunden. Was mich besonders freute ist, dass es für uns hier ein Wiederhören mit Eva Mattes gibt. Sie erzählte uns bereits die Geschichte von Elena und Lila. Und vielleicht trug das auch dazu bei, dass ich nur darauf wartete, dass Charaktere aus der neapolitanischen Saga kurz durchs virtuelle Bild huschten. 
Eva Mattes hat die Geschichte gut transportiert und auch diese Irrungen und Wirrungen gut dargestellt, allerdings so gut, dass mir trotzdem nicht klar war, welche Perspektive jetzt stimmt und die Verwirrung anhielt, aber vielleicht sollte das auch genauso sein.  

Gesamteindruck: Kleinlaut muss ich gestehen, dass mich Lästige Liebe etwas enttäuscht zurücklässt. Ich habe mich unglaublich gefreut wieder mit Elena Ferrante und Eva Mattes nach Italien reisen zu können. Ich hoffte auf eine spannende Geschichte, mit tiefgründigen Charakteren und einer interessanten Thematik. Stattdessen liefert Elena Ferrante hier Ansätze, führt diese aber nicht konsequent zu Ende. 

Montag, 21. Januar 2019

[Buchclub] Bücher in Büchern

Bild von A. Mack
Hallo Buchlinge,

das neue Jahr hat begonnen und unsere weih-nachtliche Leserunde geht heute offiziell zu Ende.
Euch ist der Wirbel um den Buchclub bisher ent-gangen? In diesem Beitrag stelle ich euch das Projekt vor und erwähne, wie ihr an der Aktion teil-nehmen könnt. 
Es wird also Zeit, euch das neue Thema für die nächsten zwei Monate vorzustellen. Und auf dieses Thema freue ich mich ganz besonders. Also, Vor-hang auf für... 


Bücher in Büchern 
Du kennst sie: Protagonisten, die Dir von ihrem Lieblingsbuch vorschwärmen, sich von einem bestimmten Buch inspirieren lassen oder die auf der Suche nach einem wichtigen Buch sind.
Natürlich gibt es auch noch diese Lektüren, in denen Bücher allgemein eine große oder wichtige Rolle spielen.
Welche Geschichte in diesem Stil wolltest Du schon immer einmal gemeinsam mit anderen Buchlingen lesen? 

Du kannst Deine drei Buchvorschläge bis zum Sonntag den 27.01 um 23:59 Uhr einreichen. Bitte erwähne dabei folgende Punkte:

  • Autor und Titel Deines Vorschlags
  • Den Verlag bei dem Dein Vorschlag erschienen ist  

Die kommende Leserunde im Überblick 

Einreichen der Buchvorschläge: Mo 21.01.19 - So 27.01.19 
Abstimmungszeitraum: 28.01.19 - 03.02.19 unter diesem Beitrag. 
Verkündung der Ergebnisse: Montag 04.02.19 in einem neuen Beitrag. 
Gemeinsames Lesen und Austauschen: Februar und März 
Bekanntgabe des nächsten Themas: Montag 18.03.19 


Stimme jetzt ab  
Bis Sonntag den 03.02. kannst Du in den Kommentaren für die drei Geschichten stimmen, die Du gemeinsam mit uns lesen möchtest.

Das Labyrinth der träumenden Bücher von Walter Moers (Vorsicht Band 2).
Das Lavendelzimmer von Nina George 
Romane ohne U von Judith Taschler
Stadt der Diebe von David Benioff


Die Entscheidung ist gefallen. In diesem Beitrag erfahrt ihr, welche Geschichten wir im Februar und März lesen werden und wie der weitere Ablauf aussehen wird.


Freitag, 18. Januar 2019

Ge(h)fragt - Judit Müller

[Produktplatzierung]

Über die Autorin
Bild von ATAV
Judit Müller, Jahrgang 1996, wuchs in der Nähe von München auf. Inzwischen lebt und studiert sie in Freiburg. Schon während ihrer Schulzeit begann sie damit, erste Geschichten zu schreiben und auch an Literaturwettbewerben teilzunehmen.
Im November 2018 wurde Judit Müllers Debütroman To Keep You Safe bei dem Verlag A Tree & a Valley veröffentlicht.
Judit Müller liebt Literatur, Musik und Filme.
Wenn man einen Blick auf ihre Autorenseite bei ihrem Verlag wirft, erfährt man, dass sie sich selbst als Traumtänzerin bezeichnet, die es liebt Geschichten zu erzählen.

Judit Müller bei
... Instagram


Das Interview 
Liebe Judit, stell Dich den Buchlingen doch mal vor: Wer bist Du und in welchen Genres schreibst Du?

Mein Name ist Judit Müller, ich bin Jungautorin und in meinem richtigen Leben Studentin in der schönen Stadt Freiburg.
Mein erster Roman lässt sich in das Genre Dystiopie einordnen, also Zukunftsszenarien, in denen die Welt sehr viel düsterer und zerstörter ist als wir sie kennen.
Ansonsten schreibe ich quer durch die Genres, ich habe Kurzgeschichten in Richtung Historie und auch zu aktuellen Szenarien verfasst, und im Moment hängt mein Herz an einer Fantasyerzählung, die ich gerne ausbauen würde. Aber das ist noch Zukunftsmusik.


Dein Debütroman To keep you safe – Warum wir leben ist im November bei A Tree & A Valley Verlag erschienen. Um was geht es in Deinem Roman?
In meinem Roman geht es um das Mädchen Judy, die für ihre beiden Geschwister im von Naturkatastrophen zerstörten Amerika einen Platz zum leben sucht. Die drei sind auf einer sehr verzweifelten Reise, da es kein gutes Leben mehr zu geben scheint. Auf dem Weg treffen sie auf Raphael und den Jungen Joe, mit denen sie sich zusammentun und allen weiteren Gefahren trotzen. Denn in einer zerstörten Welt gibt es natürlich auch viele Gefahren wie Hunger oder andere, nicht freundlich gesonnene Menschen. Verrate ich zu viel? Es geht vor allem auch um die Fragen, was uns zusammenhält – was Familien und Freunde dazu bringt, zueinander zu stehen und wie sich das in extremen Situationen im Guten und Schlechten zeigt.


Wie bist Du auf die Idee zu der Geschichte gekommen?

Ich bin schon recht früh auf die Idee gekommen – mit 14 Jahren habe ich die ersten, inzwischen kaum wiederzuerkennenden Seiten von To keep you safe geschrieben. Damals war ich ein großer Fan dieser Art von Geschichten – The Road, The Book of Eli, der Frage, was Menschen in so einer Situation antreibt. Ich war fasziniert von der Frage, wie die Kinder, die zweifellos teilweise Waisen werden würden, überleben sollten. Und irgendwie entstand so die Idee, das Geschwister-Trio auf die Reise zu schicken.


Bild von
ATAV

Wie würdest Du die Botschaft von To keep you safe beschreiben?

Ich weiß nicht so recht, ob ich von einer eindeutigen Botschaft reden kann. Es gibt sicher die Dinge, die mir besonders wichtig waren beim Schreiben, aber das ist keine eindeutige Botschaft an die Leser. Oder umgekehrt, jeder Leser findet seine eigene Botschaft. Für mich geht es darum, denke ich, den Mut zu finden, in unglaublichen (auch unglaublich schwierigen) Situationen den Mut und die Kraft zu finden, immer weiter zu Kämpfen und an ein gutes Ende zu glauben. Ich mag Happy Ends.


Mit welchem Deiner Charaktere würdest Du gerne mal einen Kaffee trinken gehen?

Ich glaube, das wäre Michael. Er kommt erst recht spät vor, also hat der Leser kaum Zeit, ihn ausführlich kennenzulernen. Für mich hat er aber mehr Geschichte, mehr Hintergrund. Er ist für mich der ungesehene Held, das beantwortet denke ich auch deine nächste Frage.


Welcher Deiner Charaktere ist Dir besonders ans Herz gewachsen?

Michael. Er und seine Geschichte haben sich irgendwie selbstständig gemacht.

Und Luke und Joe – die beiden haben ein schweres Schicksal getroffen. Hope ist klein genug, dass sie vielleicht einige Dinge auch noch vergessen wird, wenn sie älter wird, aber die beiden Jungs wachsen auf und bekommen bewusst mit, wie ihre Welt um sie zusammenstürzt.


To Keep you safe spielt in Amerika. Hast Du für die Geschichte auch Recherche betrieben? Wenn ja, wie sah Deine Recherche aus?

Ich habe tatsächlich nicht viel recherchiert, da die Geschichte nicht an konkreten Orten spielt und das auch ein Vorteil ist, wenn man unsere Welt „zerstört“. Allerdings habe ich eine Art Reiseroute ausgearbeitet, nur für mich und meine Planung, sodass ich den Überblick behalten konnte, welche Entfernungen man realistisch gesehen in welcher Zeit bewältigen konnte.


Wie sah die Überarbeitung von »To keep you safe« aus? Gibt es hier Aspekte, die Du für zukünftige Romane anwenden kannst?

Die Überarbeitungen waren recht entspannt, weil ich eine wunderbare Lektorin hatte. Ich bekam das Manuskript zurück und hatte immer ein paar Wochen, es wieder zu überarbeiten. Ich denke nur, dass ich mir angewöhnen sollte – bei meinem nächste Buch dann – ab und zu kürzere Sätze zu schreiben und mehr Absätze einzufügen. Das macht alles übersichtlicher.


Inzwischen sind ja schon ein paar Monate seit der Veröffentlichung von To keep you safe vergangen. Was hat sich bisher für Dich verändert?

Verändert hat sich nicht viel, muss ich sagen. Ich habe Werbung gemacht, versuche, meine facebook-Seite zu pflegen (nicht so ganz regelmäßig) und ich freue mich sehr, wenn mein Buch mich vom Bücherregal aus anlächelt. Also ja, vielleicht hat sich verändert, dass da ein großes Gefühl von Freude ist, wo früher die Hoffnung auf eine Veröffentlichung war.


Gab es positive oder negative Überraschungen in Bezug auf Deinen Debütroman, mit denen Du nicht gerechnet hättest?

Ich freue mich, wie vielfältig die Rezensionen sind und bin auch sehr glücklich darüber, dass die meisten sehr positiv sind. Aber Überraschungen, ich weiß nicht. Irgendwie konnte ich mir davor nicht richtig vorstellen, dass dann externe Leser (nicht aus meinem Freundes- und Familienkreis) Rückmeldungen schreiben. Das heißt, ich freue mich über jede einzelne.


Du hast Deinen Verlag ohne eine Literaturagentur gefunden. Wie bist Du hier vorgegangen? Wie lange musstest Du auf eine Rückmeldung nach Deiner Manuskripteinsendung warten?

Ich habe einfach Verlage gegoogelt und dann alle angeschrieben. Und nach zwei Jahren und etlichen Absagen habe ich eine facebook-post gelesen, dass A Tree & A Valley neue Autoren sucht und dachte, eine letzten Versuch wage ich noch. Bis ich eine Antwort nach einigen Monaten bekommen habe, hatte ich es schon wieder vergessen. Und siehe da – die erste positive Antwort. Letztendlich hat sich die Hartnäckigkeit ausgezahlt.


Wie sieht die Zusammenarbeit mit Deinem Verlag aus? Bei welchen Prozessen darfst Du mitentscheiden? Was machst Du unabhängig von Deinem Verlag bzw. in welche Bereiche bezieht Dich Dein Verlag nicht mit ein? 

Die Zusammenarbeit sieht so aus, dass sich der Verlag im Gegenzug für mein Manuskript um das Lektorat und z.B. das Cover kümmert. Und da durfte ich dann auch immer mitentscheiden, z.B. welches Cover mir von den Entwürfen am besten gefällt. Und letztendlich ist es wie bei jeder Arbeit ein Aushandlungsprozess, bei dem beide Kompromisse machen – in meinem Fall alles recht gute Kompromisse. Umd Marketing kümmern wir uns beide.


Die meisten Autoren und Autorinnen lesen selbst ja sehr gerne. Welche Autorinnen und Autoren dürfen in Deinem Bücherregal auf keinen Fall fehlen?

Eigentlich alle, ich lese gerne quer. Und ich liebe Tolkien und seinen Herrn der Ringe, Jodi Picoult, Lucinda Riley,... Im Ernst, ich kann da kaum eine Auswahl treffen.


Welche Autorinnen und Autoren zählen zu Deinen Vorbildern?

Ist kein Autor, aber zählt Reinhard Mey? Er und seine Texte/Lieder haben mich dazu motiviert, selbst schreiben zu wollen.

Welche Bücher haben Deiner Meinung nach mehr Aufmerksamkeit verdient?

Ich finde, Die Mitte der Welt von Andreas Steinhöfel. Ist eines meiner absoluten Lieblingsbücher. Allerdings kann es sein, dass jetzt, da es auch verfilmt wurde, es auch mehr Aufmerksamkeit bekommt.


In zwei Monaten findet die Leipziger Buchmesse statt. Bist Du vor Ort? Weißt Du Schon, bei welchen Terminen Dich Deine LeserInnen treffen können?

Im Moment ist das noch in Planung... so bei 90%-Ja... Ich werde Bescheid geben, wenn ich etwas sicher weiß.


Gibt es gerade ein aktuelles Projekt, an dem Du schreibst? Darfst Du schon etwas darüber verraten?

Sicher darf ich alles verraten, bin bis jetzt nur mir selbst verpflichtet... Es gibt noch kein neues Manuskript, nur eine angefangene Liebesgeschichte und die schon erwähnte Fantasy-Idee, an der ich arbeite. In den Semesterferien werde ich wieder mit Schreiben durchstarten.


Liebe Judit, vielen Dank, dass Du Dir die Zeit genommen hast, meine Fragen zu beantworten. Ich hoffe, wir werden noch viel von Dir lesen.

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Die Verwendung des Autorenfotos wurde von der Autorin genehmigt. Die Rechte bleiben bei dem Fotografen. 

To keep you safe - Warum wir leben wurde mir als Rezensionsexemplar von A Tree & A VAlley zur Verfügung gestellt. 

Mittwoch, 16. Januar 2019

Codename Eisvogel

Bild von
RandomHouse Audio 
Steckbrief 
Name: Codename Eisvogel (auch als Buch erhäl-tlich) 
Autor: Anonymous 
Verlag: RandomHouse Audio 
Geeignet für: Menschen, die klassische Agenten Romane mögen 
Gelesen oder gehört: gehört als ungekürztes Hör-buch 
Sprecher: Vera Teltz 
Bewertung: 2,5 von 5 Punkten 


Klappentext 

"Wem gehört der mächtigste Mann der Welt?

Oktober 2016: In Amerika stehen die Wahlen an. Die Journalistin Grace Elliott ist einem Knüller auf der Spur, der zum Sprungbrett ihrer Karriere werden könnte. Ein Pornostar ist bereit, über die Affäre mit dem Mann auszupacken, der der nächste Präsident der Vereinigten Staaten werden könnte. Aber niemand will das heikle Thema anfassen. Stattdessen schickt man Grace auf Reportage nach Europa. Dort stößt sie auf eine noch größere Story, die so explosiv ist, dass sie die Präsidentschaftswahlen entscheiden könnte. Wenn Grace lange genug am Leben bleibt, die Story an die Öffentlichkeit zu bringen."


Meine Meinung 
Dieses Hörbuch habe ich im Rahmen eines Gewinnspiels gewonnen. Leider konnte es mich nicht wirklich überzeugen. 

Inhaltlich erinnert die Geschichte sehr an das aktuelle politische Geschehen in den USA: In unserer Lektüre stehen die US-Wahlen an. Der Favorit ist ein Mann, der eigentlich durch seine unternehmerischen Aktivitäten Bekanntheitsgrad er-langt hat, aber nicht durch sein politisches Engagement. 
Wir begegnen Protagonistin Grace, die gerne bei einer renomierten Zeitung ar-beiten würde und stattdessen bei einem Käseblatt arbeitet. Als sie eine große Story wittert, wird sie von ihrem Chef zurechtgewiesen. Zur Strafe darf sie als Ghostwriterin für die Ex-Frau des Kandidaten auf den Präsidenten Posten ar-beiten: Nämlich für Elena Craig. Als Grace Elena bittet, ein Buch über sie schrei-ben zu dürfen, wird sie von heute auf morgen entlassen. Grace spürt, dass dort ebenfalls eine interessante Story auf sie warten könnte. 

Was mich an Codename Eisvogel faszinierte, waren die beiden Handlungs-stränge. Nachdem wir nämlich Grace und Elena kennenlernten, wechselte die Perspektive und es gab einen Handlungsstrang, der aus Elenas Perspektive erzählt wurde. So erfuhren wir, wie Elena aufwuchs und zur Frau des wahr-scheinlichen Präsidenten wurde. Und diesen Handlungsstrang fand ich noch an-nähernd spannend. 

Ansonsten liefert uns Anonymous hier einen klassischen Agenten Thriller: Wir haben eine Journalistin, der eine spannende Geschichte präsentiert wird. Natür-lich lässt sie nicht locker und beginnt zu recherchieren. Ihr werden nicht nur Steine, sondern regelrecht Mauern in den Weg gestellt und wir müssen uns fra-gen, ob sie diese überwindet oder nicht. Obwohl ich noch nie einen klassischen Agenten Thriller gehört habe, oder mich bewusst nicht daran erinnern kann, fand ich die Handlung hier recht oberflächlich. Beinahe, wie in einer Soap, in der wir den Stereotypen begegnen. Hier waren das Grace als Journalistin, die unan-genehme Fragen stellt oder die Osteuropäer in den Rollen der skrupellosen, machtgierigen Bösewichte. Die Charaktere blieben für mich oberflächlich. Wir er-fuhren zwar von ihren Sorgen und Ängsten, aber es blieb eben alles in einer be-stimmten Rahmenhandlung. 

Zudem nervte mich das Ende der Geschichte. Schnell wird klar, dass sich Code-name Eisvogel nur um eine bestimmte Frage dreht. Am Ende wird klar, dass die Antwort auf die Frage negativ ausfällt. Und innerhalb der letzten zwei Minuten wendet sich das Blatt und ich habe mich gefragt, warum ich die neun Stunden durchgehalten habe, wenn es jetzt doch alles anders kommt als gedacht. Zudem hätte die Geschichte an dieser Stelle richtig spannend werden können. Nachdem sich hier das Blatt nochmal wendete, kam mir der Großteil des Hörbuchs wie ein sinnloses Herumgeiere vor. 

Gestaltung 
Vera Teltz ist eine Hörbuchsprecherin, die mir immer wieder begegnet. Bisher hatte ich noch keine Gelegenheit, sie in einem Hörbuch als Sprecherin zu er-leben. Mit Codename Eisvogel hat sich das geändert.
Vera Teltz hat eine helle, aber auch sehr harte Stimmfarbe. Sie gehört für mich zu den Stimmen, die einen Raum betreten und mit einer Begrüßung ohne Probleme für Stille sorgen könnten. Zumindest in meiner Vorstellung. Das verhält sich ungefähr so, wie mit den Lehrern: Die einen brauchen gefühlte fünf Minuten um mit dem Unterricht beginnen zu können und die anderen sagen einmal Guten Morgen und innerhalb weniger Sekunden ist es still. 
Vera Teltz hat mir Grace und Elena als Protagonistinnen gut näher bringen kön-nen und war mit dafür verantwortlich, dass ich das Hörbuch nicht mitten drin abgebrochen habe. Ich habe ihrer Interpretation sehr gerne zugehört und freue mich auf weitere Hörbücher, die von ihr gelesen werden. 

Schreibstil 
Der Schreibstil von Anonymous hat mich ganz gut unterhalten. Die Beschrei-bungen von bestimmten Situationen waren mir hier und da etwas zu detailliert. Allerdings war der Schreibstil größtenteils auch solide: Weder positiv in Erinnerung bleibend, noch negativ. Er hat dafür gesorgt, dass ich Codename Eis-vogel nicht abgebrochen habe. Dennoch gab es kein Element, das mir besonders in Erinnerung bleiben wird. 

Gesamteindruck 
Obwohl die Handlung con Codename Eisvogel relativ banal erscheint, ist sie doch erschreckend, wenn man die Parallelen zur aktuellen politischen Lage in den USA erkennen kann. Hier bekam ich das erste Mal den Eindruck, dass sich Elemente der fiktiven Geschichte in der Realität vielleicht sehr wohl tagtäglich abspielen könnten. 
Codename Eisvogel ist eine Geschichte für Thriller Fans, die etwas für zwischendurch suchen, aber keine gut verstrickte Handlung wollen. 

Montag, 14. Januar 2019

Der alte Mann und das Meer

Bild von Argon Verlag 
Steckbrief 

Name: Der alte Mann und das Meer (auch als Buch, Film, Hörspiel erhältlich)
Autor: Ernest Hemingway
Verlag: -
Geeignet für: Menschen, die Klassiker mögen
Gelesen oder gehört: gehört als vermutlich unge-kürzte Lesung
Sprecher: Unbekannt
Bewertung: 4 von 5 Punkten

Klappentext 
(von Argon Verlag

»Ich darf nicht versagen und bei einem Fisch wie diesem hier sterben«, sagte er, »Gott steh mir bei, das durchzuhalten, wo ich ihn jetzt so wunderbar herein-bekomme...«

Vor der kubanischen Küste fährt der Fischer Santiago allein in seinem kleinen Ruderboot aufs Meer hinaus. Vierundachtzig Tage hat er nichts gefangen. Der Junge, der ihm früher geholfen hat, ist längst von seinen Eltern auf ein anderes Boot geschickt worden. Der alte Mann, sagen sie, sei salao, vom Unglück verfolgt.
Doch am 85. Tag beißt ein riesiger Fisch an und zieht Santiago und das Boot weit hinaus aufs offene Meer. Es beginnt ein tage- und nächtelang anhaltender ungleicher Kampf…«


Meine Meinung 

Zuerst einmal muss ich an dieser Stelle auf ein kleines Mysterium hinweisen. Der Sprecher in meiner Hörbuchausgabe klingt eindeutig nicht wie Christian Brückner. Er hat eine tiefere Stimme und klingt auch etwas älter. Deswegen habe ich etwas recherchiert und musste feststellen, dass ich die von mir gehörte Ausgabe nur an dieser Stelle finden konnte und sie offenbar auch nicht mehr im Buchhandel erhältlich ist. Hier wird das Cover des Argon Verlags einge-blendet, aber der Sprecher klingt immer noch nicht wie Christian Brückner. Das Mysterium kann also wohl vorerst nicht gelöst werden. Ich werde das Hörbuch daher in den Hörbuchsprecher Listen unter dem Unbekannt-Interpreten aufzäh-len.
Kommen wir aber nun endlich zur Rezension.

Wie der Inhalt schon vermuten lässt, geht es um einen alten Mann. Er ist Fischer und das Meer ist sein zweites Zuhause. Tag ein Tag aus fährt er trotz seines hohen Alters alleine auf das Meer hinaus. Und eines Tages macht er dann den Fang seines Lebens. Einen Fang, der ihn an seine Grenzen bringt.

Ernest Hemingway arbeitet den Charakter des alten Mannes hier sehr gut her-aus. Zu Beginn der Geschichte lernen wir den alten Mann an Land kennen. Hier merken wir schnell, dass er im Alltag Unterstützung braucht. Er möchte das aber noch nicht wahrhaben.
Dann erleben wir den alten Mann auf hoher See und merken hier, dass er sich sicher fühlt und die Aufgaben, die ihn dort noch erwarten, gut bewältigen kann. Bis eben unser Antagonist anbeißt: Dieser große Fisch. Und zwischen diesen beiden Charakteren spielt sich sehr viel zwischen den Zeilen ab. Leider konnte ich nur einen Bruchteil davon erkennen und verstehen. Mal wieder habe ich mir an dieser Stelle gewünscht, die Geschichte im Rahmen einer Gruppe zu lesen, die sich tiefer mit dem Text auseinandersetzen möchte und sich dabei gegen-seitig inspiriert.

Gestaltung
Der Hörbuchsprecher in meiner Ausgabe ist eine gelungene Besetzung für die Geschichte. Er hat eine tiefe Stimme und klingt schon etwas älter. Stimmlich könnte man ihn mit Axel Milberg vergleichen. Der Sprecher hat zwar eine gute Lesegeschwindigkeit und betont auch an den richtigen Stellen. Dennoch er-tappte ich mich dabei, dass ich hin und wieder kurz abgeschweift bin.

Ernest Hemingways Schreibstil hat diese zwei Ebenen: Auf der einen Seite hat man die Möglichkeit, die Geschichte oberflächlich zu erfassen. Ich kam mit seinem Schreibstil gut zurecht und stolperte nicht, wie z.B. bei anderen Autoren, die Klassiker geschrieben haben, über Bandwurmsätze, die zweimal gelesen werden mussten, damit ich den Inhalt erfasse.
Auf der anderen Seite zeigt die Oberfläche hier nur einen Teil der Geschichte. Wenn man Der alte Mann und das Meer vollständig erfassen möchte, ist man gezwungen, sich genauer mit Ernest Hemingways Schreibstil zu befassen.
Was mir hier gut gefällt, ist das der Hörer etwas von der Geschichte mitnehmen kann, auch, wenn er keine Lust hat, Zitate zu wälzen und zu interpretieren.

Ernest Hemingway schildert, sobald wir uns mit unserem Protagonisten auf hoher See befinden, sehr viele Monologe des alten Mannes. Hier und da fand ich das Stilmittel zwar interessant, weil sich innerhalb eines Monologes auch eine Entwicklung des alten Mannes abzeichnete und der Protagonist sich nicht bei-spielsweise im Kreis drehte. Aber manche der Monologe waren mir auch etwas zu lang.

Gesamteindruck
Bisher kannte ich Der alte Mann und das Meer nur vom hören sagen. Ich wus-ste, dass Ernest Hemingways Roman zu den Klassiker zählte und wollte unbedingt herausfinden, um was es in der Geschichte geht. Obwohl man es auf-grund des Titels vielleicht erahnen könnte, hätte ich nicht damit gerechnet, dass wir den alten Mann einen Großteil der Geschichte alleine erleben. Ich war er-staunt, dass die Geschichte trotzdem funktionierte, obwohl unser Antagonist kein einziges Wort sprach.
Wer aber mehr von der Geschichte mitnehmen möchte, sollte Der alte Mann und das Meer gemeinsam mit anderen Menschen lesen, die tiefer in die Handlung einsteigen wollen.

Sonntag, 13. Januar 2019

Im Dezember 2018 beendet

[Produktplatzierung]

Hallo Buchlinge,

auch an diesem Sonntag darf eine Podcast Folge natürlich nicht fehlen. Heute erzähle ich euch von den Geschichten, die ich im Dezember beendet habe. Und zwar war das zum einen das Hörbuch Codename Eisvogel von Anonymous und zum anderen der Debütroman *To keep you safe von Judit Müller.

Direkt bei YouTube hören.
Direkt bei SoundCloud herunterladen. (Nur für kurze Zeit).




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Die mit * markierten Geschichten wurden mir als Rezensionsexemplar kostenlos von den jeweiligen Verlagen zur Verfügung gestellt.

Freitag, 11. Januar 2019

Literarischer Jahresrückblick und Planänderung im Januar beim Freiburger Bücherstammtisch


Bild von A. Mack
[Produktplatzierung]

Hallo Buchlinge,

im Dezember kam der Bücherstammtisch für einen litera-rischen Jahresrückblick zusammen. Es gab wirklich eine bunte Mischung an spannenden Geschichten. Und das Ga-nze war in einem kleinen Spiel verpackt. Aber bevor ich zum Jahresrückblick komme, will ich euch erst darauf hin-weisen, dass es eine kleine Programmänderung für den Januar geben wird. Und zwar haben wir die Diskussion zu unserer aktuellen Stammtisch Lektüre Der unvergleichliche Jeeves auf Februar verschoben. Das heißt, ihr habt zum einen mehr Zeit das Buch zu lesen und könnt zum anderen unsere Gruppe im Januar kennenlernen. Aber kommen wir erst einmal zu unserem Treffen im Dezember. 


Not macht erfinderisch - Der Jahres-rückblick in einem Spiel verpackt 

Zwei Stunden vor unserem Bücherstammtisch Treffen erzählte ich der Grafi-kerin, wie groß meine Freude auf das baldige Treffen war. Ich war gespannt, welche Geschichten zum Jahresrückblick zusammenkommen würden und freute mich auf neuen Input. Außerdem erwähnte ich meinen voll bepackten Ruck-sack. 
Sie: "Die Anderen bringen aber auch Bücher mit, oder?" 
Ich ohne zu zögern: "Natürlich!" 
Wenige Minuten später piepte mein Handy und eine Nachricht in unserer What'sApp Gruppe erschien: "Hat noch jemand von euch keine Bücher dabei?" 

Bisher hatten wir unsere Treffen immer mit einem Ratespiel verknüpft. Wenn es Entweder-Oder-Themen gab, hielten wir der Gruppe unsere zwei der mit-gebrachten Lektüren unter die Nase und die Gruppe musste raten, welche Ge-schichte das Highlight und welche den Flop darstellte. Aber wie sollten wir das Spiel diesmal zelebrieren, wenn es kaum Geschichten zum zeigen gab? 


Zettel mit unseren Buchtiteln.
Foto: A. Mack 
Isona und emion hatten die perfekte Lösung: Wir schrieben unsere Titel auf Zettel, ohne zu er-wähnen, welches von den Geschichten das Highlight oder Flop war und warfen alle Zettel zusammen. Das Gefäß, in dem sich die Zettel befanden, ging dann im Kreis herum. Ein Bücherstammtisch Mit-glied zog einen Zettel, las den Titel und den Autor des Werkes vor und wir sollten auf das Bücher-stammtisch Mitglied zeigen von dem wir ver-muteten, dass es die Lektüre aufgeschrieben hatte. Dabei kamen sehr unter-haltsame Kreationen heraus und ich stellte fest, dass das Spiel eine wirklich kreative Lösung war und Not in diesem Fall für eine gute Erfindung sorgte. 


Highlights und Flops des Jahres 

Das Schöne an unserem Jahresrückblick war, dass wir uns von Lektüren vor-schwärmten oder von Büchern abrieten, über die wir in diesem Jahr noch nicht gesprochen hatten. So konnten wir noch einmal neue Geschichten entdecken. 

Ein Neuzugang beim Bücherstammtisch erzählte uns von der bewegenden Ge-schichte Dieser Mensch war ich von Christiane zu Salm. Sie ist ehrenamtliche Sterbebegleiterin und hat sich mit den Menschen, die sie begleitete über ihr Leben unterhalten und diese Geschichten in einem Buch zusammengetragen. Der Bücherstammtisch Teilnehmerin gefiel besonders, wie sich in dem Buch mit dem Thema Tod auseinandergesetzt wurde.


Unsere Highlights
Bild von A. Mack 
Bücherstammtisch Mitglied Isabelle empfahl uns die Dystopie Der Report der Magd. Ich hatte via Twitter im Zusammenhang mit der Dystopie Vox schon von Der Report der Magd gehört, wusste aber im Grunde nichts von der Handlung. Die Geschichte handelt von einer Frau, die zum Wohle einer Gesel-lschaft als Gebärmaschine herhalten muss. Und das scheint mir eine ziemlich gruselige Handlung. 
Bücherstammtisch Mitglied Sandra schwärmte uns von Romeo und Julia vor. Allerdings gefiel ihr hier nicht, wie man vielleicht er-warten könnte, die Liebesgeschichte, sondern mehr die gesellschaftlichen Kon-flikte, die in Shakespeares Theaterstück deutlich wurden. Sie fand die Konflikte beinahe präsenter als die Beziehung zwischen Romeo und Julia. 
Katharina brachte Kai Meyers Die Seiten der Welt mit und erzählte uns be-geistert von der kreativen und fantasievollen Welt die Kai Meyer hier geschaffen hat. 

Alina brachte gleich zwei Highlights mit. Und zwar erzählte sie von Die Erfin-dung der Flügel, wobei der Titel hier eher eine Metapher darstellt. Die Protago-nistin der Geschichte bekommt nämlich eine Sklavin geschenkt. Doch anstatt die Sklavin auszunutzen, bringt sie ihr das Lesen und Schreiben bei. Außerdem hat-te Alina Isona und mich im letzten Jahr auf die Frankfurter Buchmesse begleitet. Bei einem Pressetermin mit Frau Wassermann von RandomHouse Audio wurde uns von Das Buch der Freude berichtet. Und Alina war so neugierig, dass sie keine Lust hatte auf den Erscheinungstermin des Hörbuchs zu warten, sondern kurzerhand zum Buch griff. Ihr gefiel vor allem, dass hier ein Austausch zwischen zwei Männern stattfand, die Freude aus einem unterschiedlichen re-ligiösen Hintergrund betrachteten. Außerdem war es für Alina schön zu sehen, das sich Dalai Lama und Desmond Tutu an den kleinen Dingen des Lebens er-freuen und es z.B. schon eine Freude sein kann, einen leckeren Teller Suppe zu verspeisen. 

emion stellte als Highlight QualityLand von  Marc-Uwe Kling vor. Hier gefielen ihr besonders die Wortspiele und der Aufbau der dystopischen Welt (World Buil-ding). Allerdings konnten wir schnell feststellen, dass es hierzu unterschiedliche Meinungen gab. Alina fand das Word Building keinesfalls durchdacht. 
emions zweites Highlight war *Per Anhalter durch die Galaxis von Douglas Adams. Zwar gab es hier keinen klassischen roten Faden aber die Geschichte hält eben eine Menge interessanter Wendungen bereit und war dank Christian Ulmen sehr gut gelesen. 


Foto A. Mack 
Und an dieser Stelle muss ich kleinlaut gestehen, dass ich bei der Vorstellung unserer Flops keines-falls so gut mitgeschrieben habe, wie bei den High-lights des Jahres. Ich würde ja jetzt gerne be-merken, dass es vielleicht daran liegen könnte, dass es einfach keine Flops gab. Leder spricht das Bild auf der rechten Seite eine andere Sprache. 
Alina hat sich an Alice Munros Roman Tricks heran gewagt. Hier waren verschiedene Kurzgeschichten zu einem bestimmten Thema zusammengefasst. Alina fand die Geschichten zwar gut geschrieben, allerdings waren sie inhaltlich alle etwas einseitig. 

Wenn ihr mehr über meine Highlights und Flops wissen wollt, schaut gerne in meinem schriftlichen Jahresrückblick oder der Jahresrückblick Podcast Folge vorbei.


Nächstes Treffen: am 28.01.19 

Buchlinge, bald findet unser nächstes Treffen statt. Und wie zu Beginn bereits angekündigt, haben wir eine kleine Programmänderung. Im Januar wollen wir darüber sprechen, wie es aktuell beim Bücherstammtisch läuft. Was gefällt uns gut? Wo können wir noch nachbessern? 
Außerdem haben Isona und emion wieder ein kleines Spiel in petto. Und zwar sind alle herzlich eingeladen, ein Buch mitzubringen. Meine Ge(h)folge Mit-glieder haben nämlich ein kleines Orakel vorbereitet, das uns mithilfe der mit-gebrachten Lektüren, Dinge für 3019 vorhersagen soll. Ich habe selbst keine Ahnung, um was es geht. 
Außerdem dürft ihr wieder die Geschichten mitbringen, über die ihr schon immer einmal sprechen wolltet und die bisher in keinen Themenbereich gepasst haben. 


Bücherstammtisch in Freiburg? Ich will mitmachen! 

Du kommst aus Freiburg oder der näheren Umgebung und möchtest Dich mit anderen Bücherwürmern einmal im Monat über Bücher austauschen? 

Dann bist Du hier genau richtig: Wir treffen uns einmal im Monat an ein-em Montag ab 17:20 Uhr vor dem Haupteingang der Buchhandlung Rombach in der Bertoldstraße in Freiburg.
Von dort aus gehen wir gemeinsam zu unserem Raum. Monatlich legen wir be-stimmte Themen fest, über die wir dann bei unseren Treffen sprechen.
Auf dieser Seite findet ihr Infos zu unseren nächsten Terminen und den The-men. 

Momentan besteht unsere Gruppe größtenteils aus Studierenden, ist aber für alle Altersgruppen offen. Wir reden hauptsächlich über Bücher aus der Belletristik (Unterhaltungsliteratur wie beispielsweise Fantasy, Jugendbuch, Thriller) sind aber auch offen für Bücher aus anderen Bereichen.

Um auf dem Laufenden zu bleiben, hast Du zwei Optionen: 

Mailverteiler: Mail an EmmaZecka(at)gmx.de
Du lässt Dich in den Mailverteiler eintragen. Hier lade ich regelmäßig zu den Stammtisch Treffen ein oder verschicke Umfragen, damit wir die Themen un-serer Treffen festlegen können.
Den Mailverteiler führe ich über GMX: Deine E-Mailadresse wird also in meinem GMX Account im Adressbuch gespeichert, aber nur nach Deinem Einverständnis an die anderen Bücherstammtisch Mitglieder weitergegeben. 

What'sApp Gruppe 
Wenn Du unsere Treffen mehr als dreimal besucht hast, nehmen wir Dich gerne in unsere What'sApp Gruppe auf: Hier teilen wir Impressionen, tauschen hin und wieder Bücher oder suchen einfach jemanden zum reden, wenn wir gerade eine besonders bewegende Geschichte beendet haben. 

Info zur Facebook Gruppe: 
Da unser Austausch hauptsächlich offline stattfindet, habe ich mich dazu ent-schlossen, nicht mehr in der Facebook Gruppe zu posten. Ich halte die Grup-penbeschreibung auf dem neusten Stand, werde aber keine aktuellen Infos in der Gruppe teilen. 

Neugierig? Wir freuen uns auf Dich! 


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Bei den mit * gekennzeichneten Büchern oder Hörbücherh handelt es sich um Rezensionsexemplare, die mir von den jeweiligen Verlagen kostenlos zur Verfügung gestellt wurden. 

Mittwoch, 9. Januar 2019

[Anzeige + Gewinnspiel] To keep you safe - Warum wir leben

Bild von ATAV 
Steckbrief
Autor: Judit Müller
Verlag: A Tree & a Valley
Geeignet für: Leute, die keine 0815 Dystopie lesen möchten
Gelesen oder gehört: gelesen, im Taschenbuchformat
Bewertung: 4,5 von 5 Punkten





Klappentext
(von ATAV)

"Aschgrau, fahlgrau, grau-grau. Innerhalb weniger Wochen ist die Welt eine andere geworden. Mit nichts als ein paar Lebensmitteln und einer verzweifelten Hoffnung im Gepäck macht sich die 17-jährige Judy mit ihren beiden jüngeren Geschwistern auf eine Reise durch das von Naturkatastrophen zerstörte Land. Weg von den Beben, weg von dem Schmerz des Vergangenen. Ein Ziel haben sie nicht. Nach einem traumatischen Zwischenfall treffen sie auf den 21- jäh-rigen Raphael, der sich um den jungen Joe kümmert – und die ebenso verloren sind wie sie selbst. Schnell stellt die Gruppe fest, dass sie gemeinsam besser dran sind. Alles, was sie haben, ist ihr bedingungsloser Zusammenhalt, das Ver-sprechen, niemals aufzugeben, und den Beginn einer zarten Liebe in aussichtslosen Zeiten."


Meine Meinung 
Gestaltung: Das Cover ist farblich sehr schön gestaltet und spricht mich an. Außerdem lassen sich der Titel der Geschichte und der Klappentext gut lesen. Einzig und allein der Buchsatz hat mich etwas irritiert und die Tatsache, dass die Dialoge in "" und nicht in »« geschrieben sind. Aber das sind Luxusprobleme, die sich nicht negativ auf die Bewertung ausgewirkt haben. 

Inhalt: Judy und ihre Geschwister Hope und Luke haben eine Apokalypse überlebt, bei der ihre Eltern und alle sozialen Kontakte gestorben sind. Judy ist klar, dass sie und ihre Geschwister nicht in ihrer Heimatstadt bleiben können. Also macht sie sich mit den beiden auf den Weg ins Ungewisse. Auf der Suche nach einem neu-en Zuhause. 

To keep you safe ist keine Dystopie im klassischen Sinne: Gerade bei den be-liebten Dystopien, die in aller Munde sind, geht es meist um das Große und Ga-nze: Es gibt eine Gesellschaft, die es zu verändern gilt. Und zwar mit allen Mit-teln. Und häufig läuft das dann auf einen Krieg oder eine große Katastrophe hin-aus. To keep you safe hingegen beginnt, als die Welt bereits zerstört wurde. Es gibt keine Zivilisation. Keine Regierungen, deren Strukturen man in Frage stellen könnte. Die einzigen Fragen, die sich unsere Protagonisten stellen lauten: Warum leben wir? Wie wollen wir leben? Und wie stellen wir uns unsere neue Heimat vor? 
Judit Müller zeigt uns hier eine Welt, in der die meisten Menschen nur an sich denken. Und vielleicht ist das, eines der Dinge, die sich noch am ehesten in unsere heutige Zeit übertragen lassen. 

Die Handlungsstränge in To keep you safe sind übersichtlich. Kritische Stimmen könnten die Stirn runzeln und sich darüber beklagen, dass die Geschichte vor sich hin plätschert. Ich hingegen finde, dass gerade die Ungewissheit sehr im Vordergrund steht. Unsere Charaktere leben von Tag zu Tag. Sie wissen nicht, ob es ein Morgen geben wird. Wie sollen da Handlungsstränge verstrickt wer-den? Neben den Charakteren zeichnet sich To keep you safe für mich vor allem durch seine Atmosphäre aus. Eine Atmosphäre die lange Hoffnungslosigkeit mit sich bringt, aber im Laufe der Geschichte eine Wandlung erfährt. 

Was mir an To keep you safe so gut gefällt, ist, dass sich Judit Müller hier auf ihre Charaktere konzentriert und nicht mit Weltverbesserungen um die Ecke kommt, wie es andere Autoren von Dystopien machen. Sie erzählt uns von Judy, die mit ihren siebzehn Jahren plötzlich nicht nur für sich, sondern auch noch für ihre jüngeren Geschwister sorgen muss. Sie stellt uns Luke vor, der versucht, seine Schwester Hope aufzuheitern und für Judy und sich stark zu sein. Und Hope? Als das Chaos anfing, verlor Hope ihre Stimme. Sie verarbeitet das Un-glaubliche auf ihre Weise. Eine Art, die Judy und Luke Angst macht. Werden sie ihre Schwester verlieren? 

Judy und ihre Geschwister lernen im Laufe der Geschichte andere Menschen kennen, die ebenfalls mehr oder weniger auf der Suche nach einer besseren Zu-kunft sind. Und jeder von Judit Müllers Charakteren hadert auf seine Weise mit der Welt, so wie sie jetzt ist. Und dennoch müssen sie irgendwie zueinander fin-den, damit etwas Neues entstehen kann. 

Schreibstil: Schon nach wenigen Seiten konnte mich Judit Müllers Schreibstil begeistern. Sie erzählt To keep you safe aus der Sicht von Ich-Erzählerin Judy. Wir bekommen einen Einblick was in Judys Inneren vor sich geht und erleben, wie sie die Ver-antwortung, die sie für sich und ihre Geschwister hat, fast in den Wahnsinn treibt. 
Judit Müller schafft es, die düstere Atmosphäre von To keep you safe sehr gut in Worte zu fassen. Wir erleben eine trostlose Landschaft und die Frage unserer Charaktere, ob oder wo eine bessere Zukunft auf sie wartet. 
Was mich besonders an Judit Müllers Schreibstil beeindruckt, war die Tatsache, dass sie die Geschichte in Präsens geschrieben hat. Normalerweise komme ich in Geschichten, die in Präsens geschrieben sind, bei weitem nicht so gut rein. Hier konnte ich das gut ausblenden und habe die Geschichte förmlich ver-schlungen. 

Gesamteindruck: Buchlinge, einige von euch wissen bereits, dass ich die Rohfassung von To keep you safe bereits 2015 lesen durfte. Schon damals habe ich mir sehr gewünscht, dass viele von euch diese Geschichte sobald wie möglich entdecken dürfen. Und da merkt man mal wieder, dass Wünsche auch wahr werden können. Hin und wieder musste ich feststellen, dass ich manche Stellen im Buch mit der Roh-fassung verglich und mich fragte, was besser oder schlechter war, bzw. ob man es überhaupt so bezeichnen konnte. 

Für mich war es interessant zu sehen, wie sich die Rohfassung im Vergleich zu dem Roman, den wir jetzt vor uns haben, unterschied. Einige Veränderungen konnte ich gut nachvollziehen und war von der Umsetzung überrascht. Andere hingegen empfand ich als etwas überflüssig, weswegen ich einen halben Punkt abgezogen habe. 
Zusammenfassend kann ich sagen: Wer Dystopien sucht, die anders sind, sollte definitiv zu Judit Müllers Debütroman greifen.

Weitere Meinungen 


GEWINNSPIEL 
Der Einsendeschluss ist vergangen und der / die GewinnerIn wurde ausgelost. 

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Das Buch wurde mir als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Das Buch, welches verlost werden soll, habe ich selbst gekauft.