Mittwoch, 26. Juni 2019

Was macht ein gutes Hörbuch aus?



Gesicht einer Frau, die ihr Kinn
in die Hand gestützt hat. Vor ihr 
eine Gedankenblase 
in der "Ge(h)dacht" steht
Foto: A. Mack

Hallo Buchlinge,

wieder einmal hat mich der Freiburger Bücherstammtisch zu einer kleinen Reihe rund um das Thema Hörbuch inspiriert. Im Juni war nämlich genau dieses Thema eines unserer Programmpunkte. Und wer meinem Blog schon eine Weile folgt, weiß, dass ich einiges zum Thema Hörbuch zu erzählen habe. 
Beginnen wir also diesen, längst überfälligen, Themenschwerpunkt mit den Fragen: Was macht für mich ein gutes Hörbuch aus? Welche Aspekte entscheiden darüber, ob ein Hörbuch bei mir einziehen darf? 


Die Stimme 
Während das Buchcover häufig entscheidet, ob ein Titel in die Hand genommen und der Klappentext gelesen wird, ist es bei mir der/die Hörbuchsprecher*in, die mich entweder sofort zugreifen, oder doch zögern lassen. An dieser Stelle sei aber gesagt, dass die Stimme etwas sehr subjektives ist: Es gibt Hörbuchsprecher*innen, die ziemlich gefragt und beim Publikum auch recht beliebt sind, die mir aber überhaupt nicht liegen. Und dann gibt es auch Hörbuchsprecher*innen, von denen ich am liebsten viel mehr Texte interpretiert haben möchte. 

Nun stellt sich die Frage, was eine/n gute/n Hörbuchsprecher*in für mich ausmacht.  Zuerst einmal muss mich der/die Sprecher*in von seiner/ihrer Stimmfarbe ansprechen. Kann ich ihm/ihr gut zuhören?
Ob mir die Stimmfarbe liegt, finde ich meist in der Hörprobe zum Hörbuch heraus. Die Hörproben zu den Titeln können auf den Homepages der Hörbuchverlage angehört werden. Leider sind nicht alle Websiten wie z.B. die Website der RandomHouse Verlagsgruppe (da die Seiten aller Verlage denselben Aufbau haben, gehe ich mal davon aus, dass das alle Websiten betrifft) barrierefrei. Deswegen empfehle ich, den gewünschten Titel bei einem Shop z.B. iTunes zu suchen. Manchmal kann man auch dort in den Titel reinhören.

Doch die Stimmfarbe alleine reicht nicht immer aus, um mich über mehrere Stunden hinweg bei Laune halten zu können. Der/die Sprecher*in muss Feinheiten der Geschichte herausarbeiten. Doch was genau sind Feinheiten für mich? Die Betonung muss stimmen. Der Text darf nicht immer gleich interpretiert sein. Ich muss hören können, welche Stimmung die Geschichte transportieren soll. Ich will die Charaktere der Geschichte kennen und verstehen lernen.

Einige Hörbuchsprecher*innen sind vor allem aufgrund ihrer Stimmfarbe oder einer bestimmten Eigenschaft, wie beispielsweise das Sprechen von Dialekt in regionalen Krimis gefragt. Für ihr Themengebiet sind sie meist sehr gut geeignet. Allerdings kann man sie aus meiner Sicht eben nur für bestimmte Titel einsetzen.

Und wer sind meine Lieblingshörbuchsprecher*innen?
An dieser Stelle habe ich mal eine kleine Auswahl der Sprecher*innen für euch, die zu meinen bisherigen Favoriten gehören. Wenn ihr wissen wollt, welche Titel von den hier genannten Sprecher*innen gelesen wurden, schaut doch mal in meiner Nach Hörbuchsprecher sortiert Liste vorbei.


  • Birte Schnöink 
  • Luise Helm
  • Julia Nachtmann 
  • Maria Koschny
  • Eva Gosciejewicz
  • Die Thalbach Frauen  
  • Simon Jäger 
  • David Nathan 
  • Christoph Maria Herbst 
  • Andreas Fröhlich 
  • Stefan Kaminski 
  • Dietmar Wunder 



Die Geschichte und der/die Autor*in
Ja, Buchlinge, wenn ich mir ein neues Hörbuch zulege, steht der/die Autor*in des Textes für mich nicht an erster Stelle. Wenn es sich um Autor*innen handelt, von denen ich bereits mehrere Titel gehört habe, ist die Wahrscheinlichkeit ziemlich groß, dass auch der neuste Titel bei mir einzieht. Allerdings können es auch mir unbekannte Autor*innen in mein Hörbuchregal schaffen, wenn ihr Titel von einem meiner Lieblingshörbuchsprecher*innen gelesen wurde.

Wie ihr ja wisst, bin ich in mehreren Genres zu Hause und glaube daher, dass ich offen für viele Geschichten bin. Was mich aber von einem Kauf abschreckt, sind Klischees: Der Protagonist, der eine fantastische Welt vor den bösen Gefahren retten muss, der am Boden liegende Ermittler, der von seiner Vergangenheit eingeholt und nebenbei noch ein Sexual- und/oder Gewaltverbrechen aufklären muss; der Privatermittler, der einen Serienkiller überführen soll... Ihr kennt diese Klappentexte sicher: Gefühlt wisst ihr schon nach dem ersten halben Satz, wohin die Geschichte läuft und ob ihr euch das wirklich antun wollt. 

Buchlinge, an dieser Stelle verrate ich euch ein Geheimnis, was ab jetzt keines mehr ist: Während sich viele von euch im Buchhandel von neuen Geschhichten inspirieren lassen, nutze ich dafür die jährlichen oder halbjährigen Treffen mit den Pressemitarbeiterinnen verschiedener Hörbuchverlage im Rahmen der Frankfurter und der Leipziger Buchmesse. Glücklicherweise nehmen sich die Mitarbeiterinnen meist eine halbe bis Dreiviertelstunde Zeit, mir von dem kommenden Verlagsprogramm zu erzählen. Und meist warten dort ziemlich viele, spannende Titel auf mich, die ich dann im kommenden Jahr höre. 

Seit dem Bücherstammtisch und dem Buchclub lerne ich aber auch immer wieder andere Geschichten kennen, die bereits schon länger im Buchhandel zu finden sind. 
Richtige Stöberrunden in Buchhandlungen mache ich leider so gut wie gar nicht mehr, weil es mir einfach zu mühsam ist, die Klappentexte der Hörbücher im Laden lesen zu müssen, wobei das nichts mit der Gestaltung des Hörbuches, oder der Buchhandlung zu tun hat, sondern eher mit meiner Sehrest zusammenhängt. 


Die Gestaltung des Hörbuches 
Die Gestaltung beim Hörbuch ist für mich ebenfalls ein wichtiges Kriterium: Handelt es sich um eine gekürzte oder ungekürzte Fassung? Oder wurde die Buchvorlage sogar ausschließlich als Hörspiel umgesetzt? 

Die verschiedenen Formate
Ich stehe gekürzten Hörbüchern, die auch als autorisierte Fassungen bezeichnet werden, sehr kritisch gegenüber. Die Mitarbeiterinnen der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der verschiedenen Hörbuchverlage erklären zwar immer, dass natürlich sensibel gekürzt wird. Dennoch ertappe ich mich häufig dabei, wie ich mich bei gekürzten Titeln auf die Fehlersuche begebe: Wurde der Handlungsstrang bereits erwähnt? Kam die Szene wirklich vor, auf die sich Protagonist X gerade bezieht? Und ist gerade diese Pause zwischen zwei Ereignissen nicht zu kurz? Fehlt hier nicht vielleicht sogar eine Szene dazwischen? 

Wenn ein Buch wenig Seiten hat und dann noch als gekürztes Hörbuch umgesetzt wurde, verstehe ich häufig den Grund nicht. Bei Titeln, die eine Länge von 1.000 Seiten haben, gibt es sicher Stellen, die gut gekürzt werden können und wahrscheinlich nicht mal von mir vermisst werden. Aber wenn ein Titel nur 250-300 Seiten hat, frage ich mich wirklich, wo bei den Kürzungen dann angesetzt wird. 
Häufig heißt es ja, dass man bei den Nebensätzen sehr radikal ist. Damit habe ich auch kein Problem, weil das gut von den Interpret*innen aufgefangen werden kann. Aber gerade, wenn es wirklich an inhaltliche Kürzungen geht, bin ich sehr skeptisch. 

Deswegen freut es mich umso mehr, dass durch das mp3 Format mehr ungekürzte Titel produziert werden. So habe ich die Möglichkeit alle Aspekte einer Geschichte kennenzulernen und auch mit Leser*innen über den Titel diskutieren zu können, die lieber zur Buchvorlage gegriffen haben. 

Aktuell bin ich gerade dabei mich an das Hörspiel heranzutasten: Bisher habe ich schon ein paar Hörspiele gehört, die aber auf einer Buchvorlage basierten. Schön finde ich es, wenn das Hörspiel einen Mehrwert zur Buchvorlage liefert und es uns eine neue Perspektive auf die Geschichte ermöglicht. Dennoch ertappe ich mich auch bei den Hörspielen, die auf einer Buchvorlage basieren, bei der Frage, wo der Text gekürzt wurde und wie viel von dem Originaltext wirklich noch drin steckt. 

Das Sahnehäubchen der Hörbuch Gestaltung 
Was ich an Hörbuch Gestaltungen wirklich mag, was mir leider aber noch viel zu selten begegnet ist sind folgende Stilmittel: 
Immer wieder gibt es Hörbücher, die von mehreren Sprecher*innen gelesen werden. Hier finde ich es sehr praktisch, wenn am Anfang des Hörbuches kurz erklärt wird, wer welche Rolle spricht. In Was wir dachten, ws wir taten von Lea-Lina Oppermann ist das beispielsweise super gelöst und nimmt nicht viel Zeit in Anspruch. 
Der zweite Punkt, der mir wichtig ist, sind die Kapitel Angaben. Gerade wenn man einen Titel mit mehreren Kapiteln oder Perspektiven hat und diesen gemeinsam im Rahmen einer Lese- bzw. Hörrunde mit anderen Leser*innen genießen möchte, ermöglichen einem die Kapitelangaben das Einhalten der verschiedenen Leseabschnitte, in die die Titel bei Leserunden häufig eingeteilt werden. 


Und Du? 
Hörst Du Hörbücher? 
Was ist Dir bei einem Hörbuch wichtig? 

Montag, 24. Juni 2019

[Anzeige] Frantumaglia



Bild von der Hörverlag
Steckbrief 
Name: Frantumaglia (auch als Buch erhältlich) 
Autor: Elena Ferrante 
Verlag: der Hörverlag 
Geeignet für: Fans von Elena Ferrante, oder Leute, die wissen wollen, was die Autorin über ihre Werke denkt 
Gelesen oder gehört: gehört als ungekürztes Hörbuch (Textauswahl mit Briefen von der Autorin) 
Sprecher: Eva Mattes 
Bewertung: 2,5 von 5 Punkten 

Klappentext 

"[...] 
1992 entschied sich die Autorin der Neapolitanischen Saga dafür, inkognito zu bleiben. Seitdem rätseln Leser und Journalisten, wer sich hinter dem Pseudonym Elena Ferrante verbergen mag. Viel interessanter als alle Spekulation ist jedoch das, was Elena Ferrante selbst zur Figur des Autors, über das Spiel mit Lüge und Wahrheit und über ihr Schreiben äußert. In Briefen, Essays und unveröffentlichten Texten erlaubt sie einen Blick in ihre Werkstatt und erläutert ihre Entscheidung, nicht als Person in die Öffentlichkeit zu treten.
Gelesen von Eva Mattes.

Enthält die Briefe und Essays: Das Befana-Geschenk; Lügen sagen immer die Wahrheit; Willentliche Aussetzung der Ungläubigkeit; La Frantumaglia sowie als Abdruck Jeder Mensch ist ein Schlachtfeld." 


Meine Meinung 
Buchlinge, ich wusste schon seit einer Weile, dass diese Textsammlung geplant ist. Mir wurde erzählt, dass wir bei Frantumaglia Elena Ferrante besser kennenlernen. Meine Vorfreude war sehr groß. Doch leider konnte mich Frantumaglia nicht ganz packen... 

Frantumaglia ist kein Roman aus der Feder der neapolitanischen Autorin. Hier werden uns eine Auswahl verschiedener Briefe präsentiert, die Elena Ferrante an Journalisten oder ihren Verlag geschrieben hat. Als ich von dem Inhalt hörte, fand ich die Idee eigentlich ziemlich gut: Schließlich sind Briefe etwas sehr persönliches und ich rechnete also damit, dass wir nach dem Hörbuch ein bisschen mehr über Elena Ferrante wissen, als zuvor. Leider war das aus meiner Sicht nicht so. 

Aber kommen wir zuerst zu den positiven Dingen: Was ich sehr spannend fand, waren Elena Ferrantes Gedanken zum Thema Autorenleben und Literatur. So meinte sie beispielsweise, dass eine Geschichte von sich aus überzeugen muss und es nichts bringt, große Marketingaktionen zu starten, um ein Buch zu bewerben. Sie selbst tritt genau aus diesem Grund nicht in der Öffentlichkeit auf. Sie - sofern ich das richtig verstanden habe - sieht ihre Aufgabe darin, Geschichten zu erzählen. Und wenn diese gut sind, wird sich das an den Verkaufszahlen zeigen. Gerade in unserer heutigen Zeit finde ich diesen Gedanken sehr spannend, weil es für Autor*innen immer wichtiger wird, im Internet vertreten zu sein, mindestens durch eine aktuelle Homepage, im besten Fall aber durch aktive Social Media Kanäle. 

Der zweite positive Aspekt ist hier, dass sie in einem Brief auf ihre bisher veröffentlichten Titel eingeht und die Handlungen der Protagonistinnen für uns interpretiert. So lernte ich beispielsweise, dass ich Lästige Liebe völlig falsch beurteilt hatte. Der Roman erschien viele Jahre vor der neapolitanischen Saga. Meine Kritikpunkte, der fehlende Spannungsaufbau und die nicht verbundenen Handlungsstränge, sind zwar nach wie vor richtig, allerdings verstehe ich nun, warum Lästige Liebe mir bei weitem nicht so gut gefallen hat, wie die neapolitanische Saga: Zwischen den zwei Titeln hat sich die Autorin nämlich weiterentwickelt. 

Kommen wir nun zu den Aspekten, die mich weniger angesprochen haben. Es sind keine wirklich negativen Aspekte, weil Elena Ferrante mit den Themen, über die ich jetzt schreiben werde, sicher viele Hörer*innen erreicht: Feminismus ist ein wichtiges Thema in ihren Geschichten. Und so taucht das Thema auch in einem sehr langen Brief an zwei Journalistinnen auf, in dem sie die Entwicklung ihrer Protagonistinnen schildert. Ich finde es wichtig, dass Autor*innen über die Themen schreibe, die sie beschäftigen. Aber ich hatte hier den Eindruck, einen wissenschaftlichen Text vor mir zu haben und musste mir eingestehen, dass ich inhaltlich nicht mitkam.
Zum einen hatte das damit zu tun, dass ich nicht alle bisher ins Deutsche übersetzte Titel der Autorin kannte und daher auch etwas genervt war, weil Elena Ferrante bei einigen Titel sehr ins Detail ging und ich daher vermutete, gerade unabsichtlich gespoilert worden zu sein.
Und zum anderen verwirrten mich die Schachtelsätze und einige Fachbegriffe, für die ich an dieser Stelle gerade leider keine Beispiele habe.

Das, was Elena Ferrante durch ihre Protagonistin Elena in der neapolitanischen Saga anprangert, nämlich, dass sich viele Akademiker hinter ihrer Wissenschaft verstecken, ist der Autorin aus meiner Sicht hier selbst passiert. 
An sich ist das nicht schlimm. Kein Mensch ist perfekt und ich kann mir auch vorstellen, dass viele Hörer*innen aufgrund Elena Ferrantes politischer Postion zu ihren Romanen greifen. 
Ich hatte mir hingegen gewünscht, die Autorin ein bisschen besser kennenzulernen. Hin und wieder kam sie bei mir an und es gab Gedanken, bei denen ich ihr zustimmen konnte. Aber es gab eben auch diese Momente, in denen der wissenschaftliche Aufsatz sehr präsent war. 

Was die Gestaltung des Hörbuches betrifft, bin ich diesmal wirklich etwas hin- und her gerissen: Im Idealfall gefällt mir bei einem Hörbuch nicht nur die Geschichte, sondern auch die Interpretation. Manchmal hingegen, gefällt mir nur eines von beiden. Und hier ertappte ich mich dabei, wie mich auch die Interpretation von Eva Mattes etwas überforderte. 
Eigentlich war ich ziemlich froh, dass Frantumaglia von Eva Mattes, der deutschen Stimme der Elena Ferrante Titel, gelesen wurde. Sie kannte die Texte der Autorin bereits und deshalb rechnete ich damit, dass es ihr auch nicht schwer fallen würde, die Briefe der Autorin zu lesen. Außerdem musste ich mich so nicht an eine neue Geschichte gewöhnen. 
Allerdings gibt es in Frantumaglia einige Auszüge aus Elena Ferrantes Titeln, die es nicht in die Romane geschafft haben. Und hier hatte ich häufig Mühe zu unterscheiden, wann die fiktive Geschichte begann und wann wieder aus Elena Ferrantes Briefen gelesen wurde. Allerdings bin ich mir nicht sicher, wie man den Unterschied besser hätte hervorheben können. Musik? Geräusche? Wäre das wirklich eine gute Option gewesen, oder hätte das nicht vielleicht auch den Text an sich geschwächt? 
Buchlinge, ich weiß es nicht. Und es nervt mich auch ein bisschen, weil ich Eva Mattes und die Produktionen des Hörverlags eigentlich mag. 

Gesamteindruck 
Wer bereits alle in Deutschland veröffentlichten Titel der Autorin gelesen oder gehört und auch geliebt hat, könnte mit Frantumaglia vielleicht ein kleines Highlight finden. Die Autorin erzählt nicht nur von Lästige Liebe oder Frau im Dunkeln, sondern liefert auch noch Textpassagen aus den Titeln. Nebenbei wird es dann noch ein bisschen politisch, feministisch, wie man das eben auch schon aus den Romanen der Autorin gewohnt ist. 

Mich konnte Frantumaglia leider nicht vollständig überzeugen. Ich hoffe aber, dass diese Textsammlung viele von euch begeistern kann.

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* Dieses Hörbuch wurde mir als Rezensionsexemplar kostenlos vom Verlag zur Verfügung gestellt. 

Mittwoch, 19. Juni 2019

Neue Rubrik Ge(h)schrieben: Mein Autorenleben



Schreibmaschine.
Ein eingespanntes Blatt auf
dem "Ge(h)schrieben" steht.
Bild von A. Mack
Hallo Buchlinge, 

einige von euch werden jetzt wahrscheinlich mit den Augen rollen - aber ich werde es trotzdem tun: Es wird Zet für eine neue Rubrik auf diesem Blog. 
Diesen Beitrag werde ich nun dazu nutzen, euch die neue Rubrik Ge(h)schrieben vorzustellen und zu erklären, warum diese Rubrik hier nicht fehlen darf. 


Ge(h)schrieben 
Wie einige von euch wissen, gehöre ich auch zu den Autorinnen dieser Welt. Offiziell ist zwar noch keine Geschichte von mir erschienen, aber seit 2015 veröffentliche ich hier immer um die Weihnachtszeit einen Adventskalender mit vierundzwanzig Kapiteln. Und ich glaube, wenn ich mi die bisherigen Geschichten schnappen und in ein Normseitenformat, also das Buchseitenformat, stecken würde, käme zumindest von der Länge her etwas heraus, das man als Roman bezeichnen könnte. 

Vielleicht fragt ihr euch, warum es noch eine neue Rubrik braucht, oder was es schon über mein Autorenleben zu berichten gibt. Schließlich habe ich in dem Sinne ja eher überschaubare Erfahrungen. 

Warum eine neue Rubrik? 
Es gibt für mich zwei ausschlaggebende Gründe, warum aus Ge(h)schrieben eine neue Rubrik wird. 
Grund Nummer 1 - die neue Form: Vor einer Weile habe ich Ge(h)schrieben in den Monatsrückbick integriert, fand aber, dass es inhaltlich nicht wirklich in den Monatsrückblick gepasst hat. Außerdem war ich mit der Gliederung der Ge(h)schrieben-Rubrik nicht ganz zufrieden, weil es mehr darum ging, Wörter zu zählen oder darüber zu berichten, was ich geschafft oder eben nicht geschafft habe. Aber gefühlt kam selten etwas Konkretes heraus, woran ihr euch orientieren könnt. Häufig hatte ich den Eindruck, dass ich in einem Monat zwar stolz Ziele verkündete, es aber einen Monat später wieder ganz anders aussah. Und nun hoffe ich, dass ich Ge(h)schrieben in einer eigenen Rubrik besser und übersichtlicher umsetzen kann. 

Grund Nummer 2: Ein Beitrag, der schnell erarbeitet werden kann: Wie ihr in den letzten Wochen wahrscheinlich bemerkt habt, passiert hier außerhalb von Rezensionen gerade nicht so viel, weil mir einfach die Zeit fehlt, für Beiträge zu recherchieren oder längere Beiträge vorzubereiten. 
Der Vorteil von Ge(h)schrieben ist also, dass ich zum einen motiviert genug sein muss, an eigenen Projekten weiterzuarbeiten, damit ich euch auch von neuen Updates berichten kann. So bleibt nicht nur ihr au dem Laufenden, sondern ich bringe meine Projekte auch hoffentlich irgendwann zu Ende. 
Und zum anderen kann ich mich in der Rubrik auch mit den Themen rund um das Autorenleben auseinandersetzen, ohne hier stundenlang recherchiert haben zu müssen. 

Um was soll es gehen? Und was ist mein Ziel? 
Ge(h)schrieben soll monatlich erscheinen. Ich habe mir überlegt, die Beiträge immer am ersten Mittwoch im Monat online gehen zu lassen. Das kann natürlich variieren, falls der Monatsanfang auf einen Mittwoch fällt. 

Nun kommen wir endlich zur inhaltlichen Frage: Zum einen möchte ich euch natürlich von meinen Schreibprojekten erzählen, damit ihr mich als Autorin auch kennenlernen und dabei sein könnt, wie ich mich weiterentwickle. Allerdings weiß ich noch nicht, wie ausführlich ich von den Inhalten meiner Projekte schreiben werde.
Zum anderen will ich mich in dieser Rubrik auch den Fragen widmen, die mich als Autorin beschäftigen: Das können Fragen zum Schreibhandwerk sein, z.B. verschiedene Schreibmethoen, oder wie ich an das Schreiben von Proekten herangehe. Aber es können auch Auseinandersetzungen mit Erfahrungsberichten von anderen Autoren sein. Durch rinihr Veranstaltungen habe ich bereits einiges an Input, was das Thema Schreiben betrifft. Und ich möchte mich sehr gerne mit euch darüber austauschen, oder euch an meinen Gedanken teilhaben lassen. 

Ich habe die Hoffnung, dass euch die Rubrik vielleicht zu eigenen Projekten inspirieren oder euch dazu einladen kann, eigene Projekte weiterzuschreiben. Aktuell verfolge ich nämlich zwei Vlog Formate von Autoren und merke, dass mich die Auseinandersetzung mit dem Thema Schreiben inspiriert und auch motiviert, eigene Projekte fertigzustellen. 


Meine aktuellen Projekte 
Damit ihr abschätzen könnt, ob es sich für euch lohnt, diese Rubrik weiter zu verfolgen, will ich euch zum Schluss noch etwas über die beiden Projekte erzählen, an denen ich gerade arbeite. 

Adventskalender 
Ja, so ein Adventskalender will früh geplant werden, damit ich kurz vor Weihnachten nicht in Stress gerate. Aktuell schreibe ich bereits an dem Adventskalender, den ihr im Dezember hier auf dem Blog zu lesen bekommt. Und in der Juli Ausgabe von Ge(h)schrieben werde ich euch von meinem Auf und Ab bei der Ideenfindung und dem Schreibprozess erzählen. 

Das never ending Projekt: Mein Jugendbuch 
Seit Ende 2013 schreibe ich an einem Jugendbuch. Es geht um die Themen Krankheitsbewältigung und damit verbundene Ohnmacht. Eigentlich hatte ich vor ein paar Wochen groß angekündigt, dass die Überarbeitung abgeschlossen ist und nur noch das Expose geschrieben werden muss. Pustekuchen! Wie der aktuelle Plan aussieht? Das erfahrt ihr mit viel Glück in der Juli aber definitiv in der August Ausgabe. 


Und Du? 
Was denkst Du über dieses Format? 
Hat die Ankündigung Dein Interesse geweckt? 
Schreibst Du selbst an eigenen Projekten? 
Welche Themen beschäftigen Dich als Autor*in und worüber möchtest Du im Rahmen dieser Rubrik vielleicht gerne diskutieren? 


Montag, 17. Juni 2019

Der Pfau

Bild von Argon Verlag
Steckbrief 
Name: Der Pfau (auch als Buch erhältlich) 
Autor: Isabel Bogdan 
Verlag: Argon Verlag 
Geeignet für: Menschen, die anspruchsvolle, Geschichten suchen, in denen der Humor vielleicht auch etwas schwarzer wird 
Gelesen oder gehört: gehört als ungekürztes Hörbuch 
Sprecher: Christoph Maria Herbst 
Bewertung: 5 von 5 Punkte 


Klappentext 
(von Argon Verlag

"Ein charmant-heruntergekommener Landsitz in den schottischen Highlands, eine Gruppe Banker beim Teambuilding, eine schwungvolle Haushälterin mit gebrochenem Arm, Lord und Lady McIntosh, die das alles unter einen Hut bringen müssen, dazu jede Menge Tiere – und am Ende weiß keiner, was eigentlich passiert ist. Isabel Bogdan erzählt in ihrem ersten Roman pointenreich und überraschend von einem Wochenende, das ganz anders verläuft als geplant: Chefbankerin Liz und ihre vierköpfige Abteilung wollen in der ländlichen Abgeschiedenheit ihre Zusammenarbeit verbessern, werden aber durch das spartanische Ambiente und einen verrückt gewordenen Pfau aus dem Konzept gebracht. Lord McIntosh stoppt den Problem-Pfau auf rustikale Weise – und das führt zu urkomischen Verwicklungen.


Meine Meinung 
Der Pfau gehört zu den Geschichten, die mich wirklich positiv überrascht haben. Hier erwartet uns nämlich nicht nur ein anspruchsvoller Schreibstil, sondern auch Humor, der manchmal vielleicht auch etwas dunkler wird. 

Selten habe ich ein Hörbuch erlebt, dessen Titel so gut getroffen ist, wie bei Der Pfau. Ein Pfau bestimmt den Inhalt der Geschichte nämlich von Beginn an. Unsere Geschichte spielt in einer abgelegenen Gegend auf einem Cottage, das dem Ehepaar McIntosh gehört. Sie haben Ferienwohnungen, die sie an zahlungswillige Kunden vermieten. Und so sind sie Feuer und Flamme als sie einen lukrativen Auftrag an Land ziehen: Eine Gruppe Bänker mietet sich nämlich für ein Teambuilding Wochenende ein. Wenn das Wochenende erfolgreich wird, hoffen die McIntoshs auf weitere Aufträge. Doch der Pfau, nicht ein Pfau, sondern eben dieser eine, scheint das Wochenende zu gefährden: Er ist in letzter Zeit nämlich ziemlich launisch. Wie sollen ihn die McIntoshs nur in Schach halten? 

Das Interessante ist, dass sich die Handlung in Der Pfau durch ein Ereignis und damit verbundene, unausgesprochene Sätze oder daraus resultierende Missverständnisse ergibt. Der rote Faden unserer Geschichte ist im wahrsten Sinne des Wortes unser Pfau. Und ich behaupte auch mal, dass der Pfau auch der Protagonist unserer Geschichte ist, weil man ihm kaum aus dem Weg gehen kann. 

Die meiste Zeit der Geschichte begleiten wir die Bänker, die sich irgendwie mit dem Pfau arrangieren müssen. Und es ist spannend, wie sie mit dem Tier umgehen, oder wie sie sich gegenseitig die Verantwortung für das Tier zuschieben. 
Die Bänker an sich sind für mich austauschbare Charaktere, die oberflächlich dargestellt werden, was aber auch nicht schlimm ist, da die Geschichte durch die Missverständnisse getragen wird, die durch den Pfau ausgelöst werden. Und das sorgt für teils bedrohliche, aber auch humorvolle Situationen. 

Besonders beeindruckt hat mich Isabel Bogdan mit ihrem Schreibstil: Sie erzählt die Geschichte nämlich in indirekter Rede und aus der Sicht eines allwissenden Erzählers. Es gibt keine Dialoge, eine Menge Schachtelsätze, aber die Geschichte wirkte durch und durch lebendig, was auch viel mit der Umsetzung als Hörbuch zusammenhing. 
Isabel Bogdan arbeitet die Konflikte, in denen sich unsere Charaktere befinden, zwar gut heraus, hält die Charaktere aber dennoch recht oberflächlich, was aber nicht schlimm und aufgrund der kurzen Geschichte wahrscheinlich gar nicht anders möglich gewesen ist. 

Ein großer Pluspunkt geht hier an die Gestaltung des Hörbuches: Viele Hörbücher sind für mich ja ein Ersatz zum Buch. Ich kann mit Printbüchern nichts mehr anfangen, also greife ich zum Hörbuch, weil ich eine Geschichte so deutlich schneller beenden kann und im besten Fall auch noch eine unterhaltsame Lesung vor mir habe. Nur sehr wenige Hörbücher müssen aus meiner Sicht dem Printbuch vorgezogen werden. Der Pfau gehrt für mich aber eindeutig dazu und das hat größtenteils mit Christoph Maria Herbst zu tun, der uns die Geschichte vorliest. Er lässt nicht nur unsere Charaktere lebendig werden, sondern schafft es die Interaktionen trotz des erzählenden Schreibstils so zu interpretieren, dass ich glaubte, Dialoge vor mir zu haben. Die Schachtelsätze bekamen eine Dynamik. Christoph Maria Herbst verleiht dem doch recht anspruchsvollen Schreibstil eine Leichtigkeit, die sich positiv auf die Geschichte ausgewirkt hat. 
Besonders gefreut hat es mich, dass Der Pfau ungekürzt produziert wurde. 

Gesamteindruck 
Der Pfau hat mich wirklich positiv überrascht. Wir haben hier nicht nur eine spannende, humorvolle Geschichte vor uns, sondern auch noch ein wirklich gelungene Hörbuch Gestaltung. 
Ich empfehle die Geschichte allen, die ein kurzweiliges, humorvolles Abenteuer suchen.

Sonntag, 16. Juni 2019

Ge(h)plaudert: Bücherliebe TAG mit emion

[Produktplatzierung]

Hallo Buchlinge, 

vor einer Weile forderte mich Anka von Ankas Geblubber heraus, die FRagen des Bücherliebe TAGs zu beantworten. 
Im Mai habe ich mir emion geschnappt und wir haben uns über die FRagen unterhalten. Mit welchen Geschichten unsere Liebe zu den Büchern begann, welche Autor*innen wir gerne enma kennenlernen möchten oder von welchen Autor*innen wir lieber keine Geschichte mehr lesen wollen - die Antworten auf diese Fragen erfahrt ihr alle in der Podcast Folge. 
Wir wünschen euch viel Spaß beim Hören. 

Direkt bei YouTube hören. 




Erwähnte Podcasts oder REzensionen: 

Podcast Folge Mein Herz in zwei Welten
emion rezensiert Die Buchmagier von Jim C. Hines. 
emion und Isona rezensieren Emerald von John Stephens. 

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Inhaltsverzeichnis 
00:00 Min: Intro 
00:40 Min: Frage 1
03:13 Min: Frage 2 
09:44 Min: Frage 3 
11:32 Min: Frage 4 
13:38 Min: Frage 5 
17:44 Min: Frage 6 
24:49 Min: Outro 


Die Fragen: 
1. Die erste große Liebe: Welche Geschichte hat in Dir die Liebe zu Büchern entfacht? 
2. Liebeskummer: Welches Buch hat Deine Erwartungen nicht erfüllt? 
3. Der Liebesbrief: Welches Buch aus vergangenen Tagen holst Du immer wieder hervor, um es erneut zu lesen? 
4. Ja, ich will: Welches Buch würdest Du mit auf eine einsame Insel nehmen und es bis an Dein Lebensende immer wieder lesen? 
5. Blind Dates: Nenne einen Autoren, den Du gerne einmal kennenlernen / daten möchtest? 
6. One Night Stand: Von welchem Autor würdest Du kein zweites Buch lesen? 


Unsere Antworten: 
Frage 1: 
Emma: "Hallo Mister Gott hier spricht Anna" von Fynn. 
emion: Leselernbuch 

Frage 2: 
Emma: Lästige Liebe von Elena Ferrante 
*Mein Herz in zwei Welten von Jojo Moyes 
*Fische, die auf Bäume klettern von Sebastian Fitzek 

emion: Evernight von Claudia Gray 
Die Buchmagier von Jim C. Hines 

Frage 3: 
Emma: *Stadt der Diebe von David Benioff
emion: Harry Potter von J.K. Rowling 

Frage 4: 
Emma: Ein Buch, von dem ich noch etwas lernen könnte 
z.B. Die vielen Leben des Harry August von Claire North 
Psychothriller 

emion: Die Chroniken vom Anbeginn von John Stephens 
Harry Potter von J.K. Rowling. 

Frage 6: 
Emma: 
Veit Etzold 
Michael Tietz (Apfeldiebe) 
Jojo Moyes 

Emion: 
P.G. Woodehouse 
Stephanie Meyer 
Serge Brussolo 


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Bei den mit * markierten Büchern oder Hörbüchern handelt es sich um Rezensionsexemplare, die mir vom Verlag zur Verfügung gestellt wurden. 

Mittwoch, 12. Juni 2019

[Anzeige] Vanitas

Bild von Argon Verlag
Steckbrief
Name: Vanitas (auch als Buch erhältlich)
Autor: Ursula Poznanski
Verlag: Argon Verlag
Geeignet für: Poznanski-Fans und Thriller Fans
Gelesen oder gehört: gehört als gekürztes Hörbuch
Sprecher: Luise Helm
Bewertung: 5 von 5 Punkten


Klappentext 

"Manchmal sehe ich mir die Fotos meiner eigenen Beerdigung anAuf dem Wiener Zentralfriedhof ist die Blumenhändlerin Carolin ein so gewohnter Anblick, dass sie beinahe unsichtbar ist. Ebenso wie die Botschaften, die sie mit ihren Auftraggebern austauscht, verschlüsselt in der Sprache der Blumen – denn ihre größte Angst ist es, gefunden zu werden. Noch vor einem Jahr war Carolins Name ein anderer; damals war sie als Polizeispitzel in Frankfurt einer der brutalsten Banden des organisierten Verbrechens auf der Spur. Kaum jemand weiß, dass sie ihren letzten Einsatz überlebt hat. Doch dann erhält sie einen Blumengruß, der sie fürchten lässt, dass sie ihren eigenen Tod bald ein zweites Mal erleben könnte …


Meine Meinung
Vanitas wurde mir ebenfalls auf der Leipziger Buchmesse vorgestellt. Bisher hatte ich schon einige Titel von Ursula Poznanski gehört. Aber bisher fehlte mir immer das gewisse Etwas. Doch als ich hörte, dass das Hörbuch von Luise Helm gelesen wurde, dachte ich mir, dass ich eigentlich nicht viel zu verlieren habe. Und tatsächlich: Vanitas ist die erste Geschichte, mit der mich Ursula Poznanski für sich gewinnen konnte.

Böse Zungen würden vielleicht behaupten, dass die Handlung von Vanitas erst einmal etwas klischeehaft klingt. Wir lernen Caro kennen, die in einer Art Zeugenschutzprogramm lebt. Sie ist nicht einmal Polizistin, aber wurde dennoch als verdeckte Ermittlerin für einen früheren Fall engagiert, über den wir zu Beginn der Geschichte nicht viel wissen. Caro hat sich mit ihrem neuen Leben mehr oder weniger arrangiert. Doch eines Tages steht der Polizist, der sie im Rahmen des Zeugenschutzprogrammes betreut, vor ihrer Tür und zwingt sie mehr oder weniger an einem aktuellen Fall mitzuarbeiten. 
Genau an dieser Stelle wird es dann aber interessant: Caro soll sich nämlich mit der Tochter eines erfolgreichen Unternehmers anfreunden. Denn auf einer Baustelle des Unternehmens wurden Leichen gefunden.... 

Ursula Poznanski präsentiert uns in Vanitas gleich mehrere Handlungsstränge: Zum einen Caros Vergangenheit, über die wir nach und nach mehr erfahren. Hier gab es einige Stellen, bei denen ich mir nicht sicher war, ob ich hier nicht vielleicht die Fortsetzung einer Reihe vor mir hatte. Das Schöne war, dass ich gar nicht so genau wissen musste, was dafür gesorgt hat, dass Caro in einem Zeugenschutzprogramm gelandet ist. Was hingegen für Vanitas wichtig war, war Caros Angst, entdeckt zu werden. Und das hat Ursula Poznanski sehr gut beschrieben. 
Und zum anderen auch der Fall, in den Caro aktuell verwickelt ist. Während sie sich zu Beginn eher unfreiwillig auf den Auftrag einlässt, weckt die Familie, die sie beobachten soll, sehr schnell ihr Interesse. 

Ursula Poznanski stellt uns hier interessante Charaktere vor: Da wäre zum einen eben Ich-Erzählerin Caro, die von außen betrachtet, nicht groß auffällt. Wenn wir aber genauer hinschauen, wird schnell klar, dass Caro genau weiß, wie sie von außen wahrgenommen wird. Sie ist geübt darin, in verschiedene Rollen zu schlüpfen, die ihre eigentliche Person ziemlich gut verstecken. Auf der einen Seite haben wir Caros Angst, dass ihre Tarnung auffliegt, aber auf der anderen Seite auch ihr Interesse an dem aktuellen Fall. 
Zum anderen lernen wir Tamara kennen, die Tochter des Unternehmers, die von Caro beschattet werden soll. Schnell begreifen wir, dass es in Tamaras Familie sehr viele Geheimnisse gibt. Tamara freut sich zwar, mit Caro endlich eine Freundin zu haben. Aber es wird deutlich, dass ihr Vertrauen ganz klare Grenzen hat. 
Außerdem schafft es Ursula Poznanski hier ganz leise, einen Nebencharakter einzubauen. Nämlich Tamaras blinde Großmutter. Während ich mich noch fragte, warum ihre Großmutter wichtig ist, wurde mir nach und nach klar, dass Ursula Poznanski uns diesen Charakter nicht ohne Grund vorgestellt hat. 

Besonders beeindruckt hat mich, dass uns Ursula Poznanski hier in die Sprache der Blumen einführt. Für Caro und die Polizei sind Blumen ein wichtiges, unauffälliges Kommunikationsmittel. Schön fand ich, wie die Autorin die Bedeutungen der verschiedenen Blumen in die Geschichte eingebaut hat, ohne gefühlt aus einem Lexikonartikel zu zitieren. 

Mein einziger Kritikpunkt in der Handlung ist folgender: Ursula Poznanski beschreibt mehrfach, dass Tamaras Großmutter die Gesichter ihrer Gegenüber, wenn diese ihr noch nicht bekannt sind, befühlt, um sich ihr Gegenüber bildhaft vorstellen zu können. Das Erfühlen ist ein Detail, das in der Geschichte wichtig wird. Aber ich hätte mir gewünscht, dass Ursula Poznanski dieses Detail logischer in die Geschichte einbindet. Ich kenne weder Geburts- noch Späterblindete, die die Gesichter ihrer Gegenüber befühlen. Daher fühlte ich mich hier eher an ein Klischee erinnert. Einzig und allein die Auflösung, die damit verbunden war, fand ich wirklich clever. 

Schreibstil 
Ursula Poznanski erzählt Vanitas hauptsächlich aus der Ich-Perspektive, streut aber immer mal wieder Kapitel ein, die aus der Erzählperspektive geschrieben werden. Das schöne ist, dass beide Perspektiven gut zueinander gepasst haben und sich flüssig hören ließen. 
In Vanitas werden wir mit sehr vielen Andeutungen konfrontiert. Vielleicht kennt ihr das auch: Ihr trefft euch mit Person A, Person B, die Person A gut zu kennen scheint, kommt hinzu und beginnt ein Gespräch mit Person A das euch offensichtlich ausklammert, ob bewusst oder unbewusst, ist nicht klar. Aber ihr merkt, dass die beiden eine gemeinsame Geschichte haben, von der sie euch nichts erzählen wollen. Und genau solche Stellen gab es in Vanitas jede Menge: Caro musste all diese Anspielungen über sich ergehen lassen, immer mit der Hoffnung den Fall doch noch zu lösen. Und Ursula Poznanski hat es geschafft, dass ich nicht irgendwann mit dem Auge rollte und mich fragte, wann endlich mal emand auspackte, sondern, dass ich aufmerksam zuhörte, in der Hoffnung das Rätsel zu entschlüsseln. 

Kommen wir also zur Hörbuch Gestaltung. Ich fand es etwas schade, dass das Hörbuch in gekürzter Fassung produziert wurde, hoffe aber einfach mal, dass keine wichtigen Informationen gefehlt haben. Luise Helm als Sprecherin hat mir hier wieder sehr gut gefallen. Sie liest die Geschichte mit einer dunklen Stimmfarbe und hat es geschafft, Caros Angst in mein Zimmer zu bringen.
Außerdem lernte ich in Vanitas ein neues Stilmittel von Luise Helm kennen: Sie versteht sich nämlich auch wunderbar darin, andere Dialekte zu imitieren. Obwohl der Inhalt von Vanitas recht ernst ist, brachte das ein bisschen Leichtigkeit in die Geschichte. 

Gesamteindruck
Vanitas ist das erste Hörbuch mit dem mich Ursula Poznanski packen konnte. Die bisherigen Titel, die ich von der Autorin gehört hatte, waren nicht etwa schlecht, konnten mir aber meist bei der Auflösung nicht ganz überzeugen. Hier war es anders: Ursula Poznanski verstrickte viele Handlungsstränge, die hoffen lassen, dass wir vielleicht noch eine weitere Geschichte mit Caro als Protagonistin erleben dürfen. Falls das der Fall ist, hoffe ich sehr, dass Luise Helm wieder mit von der Party ist. 

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Dieses Hörbuch wurde mir vom Argon Verlag als kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. 

Montag, 10. Juni 2019

[Anzeige] Rückwärtswalzer

Bild von Argon Verlag
Steckbrief
Name: Rückwärtswalzer (auch als Buch erhältlich)
Autor: Vea Kaiser
Verlag: Argon Verlag
Geeignet für: Menschen, die Familienromane und Roadtrips mögen
Gelesen oder gehört: gehört als ungekürztes Hörbuch
Sprecher: Cornelius Obonya
Bewertung: 2,5 von 5 Punkten

Klappentext

"Im Fiat Panda Richtung BalkanAls Onkel Willi stirbt, stehen der Drittel-Life-Crisis geplagte Lorenz und seine drei Tanten vor einer Herausforderung. Willi wollte immer in seinem Geburtsland Montenegro begraben werden. Doch da für eine regelkonforme Überführung der Leiche das Geld fehlt, begibt man sich kurzerhand auf eine illegale Fahrt im Fiat Panda von Wien bis auf den Balkan. Auf der Reise finden die abenteuerlichen Geschichten der Familie Prischinger auf kunstvolle Weise zueinander. Mirl, die älteste Schwester, musste nach dem Krieg früh Verantwortung übernehmen und wollte nur weg vom Land. Wetti interessierte sich bereits als Kind mehr für Tiere als für Menschen. Und Hedi zerbrach fast an einem Schicksalsschlag, kurz bevor sie Willi traf. Doch stets waren die drei Schwestern füreinander da." 


Meine Meinung 
Rückwärtswalzer ist wieder einer dieser Titel, die mir auf einer Buchmesse vorgestellt wurden. Und bis das Hörbuch dann bei mir eintrifft, habe ich schon wieder ganz vergessen, um was es in der Geschichte geht. Da ich ein kleiner Klappentext-Muffel bin, habe ich die Geschichte einfach begonnen und wollte mich von Rückwärtswalzer überraschen lassen. Und was soll ich sagen? Die Überraschung ist gelungen.

Inhalt
Nach den ersten 15 Minuten entfuhr mir ein tiefer Seufzer und ich fragte mich kurz, ob ich die Geschichte wirklich hören will. Wir lernen den Schauspieler Lorenz kennen, der sehr mit sich beschäftigt ist. Dann verliert er von heute auf morgen seinen Job, die Freundin und seine Wohnung. Und natürlich gehen diese Verluste nicht spurlos an ihm vorbei. Lorenz befindet sich also in einer waschechten Midlife-Crisis und ich war mir nicht sicher, ob ich genug Nerven hatte, ihn dabei zu begleiten, dort wieder herauszukommen. Doch dann nimmt die Geschichte eine interessante Wendung: Wir lernen nämlich Lorenz Familie, seine drei Tanten kennen, die eine wichtige Rolle in Rückwärtswalzer spielen.

Vea Kaiser baut hier Stück für Stück drei Handlungsstränge ein, die früher oder später zusammenkommen. Diese Handlungsstränge fand ich sehr spannend, weil sie sich mit ähnlichen Themen beschäftigen. Dennoch gab es zwei sehr drastische Brüche in der Handlung. Ich verstand zwar, worauf die Autorin hinaus wollte, allerdings wurden mir die Stränge zum Schluss nicht ausführlich genug aufgeklärt, sondern scheinbar in einem Nebensatz zusammengefasst. Außerdem führte der Bruch in der Handlung für mich dazu, dass ich den Bezug zu wichtigen Charakteren verlor und mir diese fremd blieben.

Während ich anfangs noch davon ausging, dass Lorenz der Protagonist unserer Geschichte ist, konnte ich schnell feststellen, dass er zum Nebencharakter wurde, nachdem wir seine drei Tanten kennenlernten. Vea Kaiser erzählt uns nämlich die Geschichte der Prischinger Schwestern, die in jungen Jahren schon sehr viel wegstecken mussten.
Obwohl wir viel über die Prischinger Schwestern lernten, waren mir die Entwicklungen der Frauen und auch die von Lorenz nicht klar herausgearbeitet. Es war zwar abenteuerlich und teils auch lustig, sie auf der Reise zu begleiten. Ich hätte mir gegen Ende aber etwas mehr Klarheit gewünscht.

Vea Kaisers Schreibstil ist sehr erzählend angelegt. Das heißt, es gibt verschiedene Perspektiven und die Autorin versteht sich darauf, vieles zu erklären, anstatt es uns selbst erleben zu lassen. An sich ist das ein Stilmittel, das ich gelegentlich recht gerne höre. Es gibt aber auch Hörer*innen, die der Schreibstil abschrecken könnte, weil viel vorgekaut wird. 
Mir hingegen haben die Dialoge und die schrägen Situationen gefallen, in die Vea Kaiser ihre Charaktere hineinlaufen lässt. Das war für mich immer ein kleines Überraschungspaket, weil ich nicht wusste, was mich erwartet.
Außerdem - und jetzt komme ich zum wahrscheinlich wichtigsten Stilmittel - glänzt Vea Kaiser hier mit der österreichischen  Atmosphäre, die mich sehr gut unterhalten hat.

Hörbuch Gestaltung
Erst einmal finde ich es schön, dass die Geschichte der Familie Prischinger ungekürzt beim Argon Verlag erschienen ist. Ich hätte nicht gewusst, an welcher Stelle hier gekürzt werden könnte. Natürlich gab es ab und an auch Längen. Diese waren aber wichtig, um die Atmosphäre der Geschichte zu erhalten.
Rückwärtswalzer wird von Cornelius Obonya, einem Österreicher, interpretiert. Und genau diesen österreichischen Dialekt braucht es für die Geschichte. Hier ging es nicht darum, Charakteren außergewöhnliche Stimmen zu verleihen, sondern die österreichische Atmosphäre zu transportieren. Und das ist Cornelius Obonya ziemlich gut gelungen.
Mir persönlich fehlte die Charakter Interpretation etwas, weil ich so Mühe hatte, die Prischinger Schwestern auseinanderzuhalten. Allerdings hatte ich den Eindruck, dass es hauptsächlich um die Darstellung des österreichischen Dialekts ging. Und aus dieser Perspektive betrachtet, ist die Interpretation gut gelungen.

Gesamteindruck
Rückwärtswalzer ist eine schöne Geschichte für Zwischendurch. Sie bietet interessante Themen und eine spannende, aber auch lustige Handlung. Gerade als es in Richtung Ende ging, konnte ich mich kaum von dem Hörbuch trennen, weil mich natürlich interessierte wie das Abenteuer der Familie Prischinger endet.

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Dieses Hörbuch wurde mir als Rezensionsexemplar kostenfrei zur Verfügung gestellt. 

Freitag, 7. Juni 2019

Literaturverfilmungen - ein Koffer voller Titel - Bücherstammtisch im Mai 2019

Bild von A. Mack
Hallo Buchlinge,

bitte entschuldigt, aber ich bin mal wieder etwas hinterher, was die Bücherstammtisch Berichte betreffen. Im Mai haben wir über das Thema Literaturverfilmungen gesprochen und eine neue Bücherstammtisch Lektüre gewählt, die wir bis September lesen wollen. 
Warum mich emion und Isona im Mai ziemlich beeindruckt haben und zu welchen Erkenntnissen wir im Bezug auf Literaturverfilmungen gekommen sind, erfahrt ihr in diesem Artikel. 
Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen 


Was macht eine gute Literaturverfilmung aus? 
Zuerst einmal: Wenn ihr unsere Bücherstammtisch Seite hier auf dem Blog verfolgt, werdet ihr wahrscheinlich festgestellt haben, dass wir uns ziemlich viele Fragen zum Thema Literaturverfilmungen gestellt haben. Allerdings sind wir vor Ort vom einen Thema ins nächste gekommen, weswegen ich den Punkt hier etwas allgemeiner zusammenfasse. 

Das Original vs. die Literaturverfilmung
Ich war ziemlich erstaunt, als einige Bücherstammtisch Mitglieder erklärten, dass sie es wirklich schaffen, eine Literaturverfilmung als eigenständige Umsetzung zu betrachten und nicht dazu neigen, diese mit der Buchvorlage zu vergleichen. 
Ich muss zugeben, das mir das überhaupt nicht gelingt. Ich suche bei den Literaturverfilmungen meist nach der Stimmung, die ich beim Lesen oder Hören der Geschichte empfunden habe. Von daher war ich schwer beeindruckt, dass es anderen nicht so geht. 
Zudem stört es manche Bücherstammtisch Mitglieder, wenn man sich bei einer Literaturverfilmung zu sehr an der Vorlage orientiert. Sie wünschen sich das neue Aspekte der Geschichte herausgearbeitet werden und nicht, dass die Geschichte identisch zur Buchvorlage umgesetzt wird. 

No Gos bei den Literaturverfilmungen
Ärgerlich ist es, wenn Handlungsstränge zu sehr von dem Original abweichen, falsch oder oberflächlich dargestellt werden oder eben im schlimmsten Fall sogar ganz weggelassen und ggf. durch hinzuerfundene Hadlungsstränge ergänzt werden. So wird Alan Carlsson in der Verfilmung von Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand von Jonas Jonasson eher als alter, verwirrter Mann dargestellt, der zufällig immer zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist, um ein Abenteuer zu erleben. 
Im Buch bzw. Hörbuch wird sein Charakter hingegen viel besser herausgearbeitet. Hier merken wir, dass er sehr wohl gut überlegt und vor allem strategisch handelt. Der Film hingegen wird auf eine einfache, harmlose Roadtrip Geschichte reduziert. 

Literaturverfilmungen und die fehlende Tiefe 
Gerade bei den Klassikern wie z.B. von Milan Kundera Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins blieb die Tiefe, die im Originaltext vermittelt wird, laut einem Bücherstammtisch Mitglied, leider völlig auf der Strecke. 
Schnell stellten wir fest, dass das auch auf weitere Titel zutrifft. Wir fragten uns also, warum das so ist. Glauben Regisseure, dass die Zuschauer*innen mit der Tiefe des Inhalts nicht umgehen können? Oder vermuten sie eher, dass die Tiefe nicht interessant genug ist, um Leute ins Kino oder vor den Fernseher zu locken? 

Ein Beispiel für eine Serie mit Tiefe, zumindest, wenn man von der ersten Staffel ausgeht, ist Club der roten Bänder. Hier lernen sich fünf Jugendliche in einem Krankenhaus kennen und gründen einen Club. Das, was sie in der ersten Staffel erleben, beruht auf einer wahren Begebenheit. Die Frage, wie man mit seiner Erkrankung umgeht und trotzdem nicht die Freude am Leben verliert, wurde hier gut herausgearbeitet.
Der Inhalt der zweiten und dritten Staffel wurde aus meiner Sicht hingegen deutlich oberflächlicher und ich glaubte, nun in einer normalen Krankenhausserie angekommen zu sein. 

Klassiker entfernt interpretiert 
Bücherstammtisch Mitglied Isabelle erzählte, dass es aber auch Literaturverfilmungen gibt, die entfernt an Klassiker anlehnen. Als Beispiel nannte sie hier Disneys Der König der Löwen. Das fand ich ziemlich spannend. Ich bin bisher immer davon ausgegangen, dass Klassiker sehr nah am Original umgesetzt werden oder zumindest laut damit geworben wird, wenn eine Geschichte auf einem Klassiker beruht. 

Wer zuerst kommt, malt zuerst - Die Sache mit den Filmrechten 
Eine Buchhändlerin erzählte uns, dass es was die Lizenzrechte von Verfilmungen angeht, ziemlich hart zugeht. Da werden schon mal Rechte gekauft, ohne zu wissen, wie oder wann man das Projekt umsetzt. Aber die Hauptsache ist hier, dass der Titel durch den Kauf für die Konkurrenz gesperrt ist. 
An sich finde ich es ziemlich schade. Aber ich glaube, ich gehe eher romantisch als kaufmännisch an die Sache heran: Ich bin bisher häufig davon ausgegangen, dass Firmen Filmrechte kaufen, wenn sie an die Vorlage glauben und nicht nur, um das große Geld mit der Literaturverfilmung zu machen. 
So hätte Hollywood beispielsweise eine tolle Trilogie mit der Tintenwelt-Reihe kreieren können. Stattdessen wurden die Inhalte aller Bände munter durcheinander gewürfelt, sodass am Ende des Filmes klar war, dass es überhaupt keinen Anhaltspunkt für einen weiteren Teil geben könnte. Und das obwohl Cornelia Funke Hollywood wirklich eine sehr gute Vorlage geliefert hat. 

Mit einem Koffer angereist 
In den Ankündigungen zu unseren Bücherstammtisch Treffen, lade ich dazu ein, Beispiele aus dem eigenen Bücher- bzw. in diesem Fall auch Filmregal, zu unseren Treffen mitzubringen. emion und Isona haben es im Mai besonders ernst genommen und sind gleich mit einem großen Rollkoffer angerückt. Das hat mich wirklich sehr fasziniert.


Die nächste Leserunde: Wir haben eine neue Stammtisch Lektüre  
Diesmal habe ich mich wirklich schwer getan, einen Titel für die Abstimmung zu finden. Inzwischen kenne ich den Lesegeschmack der meisten Bücherstammtisch Mitglieder und weiß, dass Titel, die mir sehr gut gefallen, bei den meisten Mitgliedern nicht wirklich gut ankommen (werden). Außerdem gab es wenige Titel in meinem Regal, über die ich noch nicht gesprochen hatte, sodass die meisten Mitglieder den Inhalt der jeweiligen Geschichte auch schon ziemlich gut kannten. 
Dennoch kamen in unserer Gruppe ein paar Geschichten zusammen, über die abgestimmt werden konnte. Zum Schluss gab es dann noch ein echtes Kopf an Kopf Rennen. Als Sieger ging folgender Titel hervor: 


Bild von cbj 
Ophelia Scale - Die Welt wird brennen (Band 1) 
von Lena Kiefer 
Erschienen im: cbj Verlag 
Hardcover: 18 Euro 

Klappentext von cbj
"Die 18-jährige Ophelia Scale lebt im England einer nicht zu fernen Zukunft, in dem Technologie per Gesetz vom Regenten verboten ist. Die technikbegeisterte und mutige Kämpferin Ophelia hat sich dem Widerstand angeschlossen und wird auserkoren, sich beim royalen Geheimdienst zu bewerben. Gelingt es ihr, sich in dem harten Wettkampf durchzusetzen, wird sie als eine der Leibwachen in der Position sein, ein Attentat auf den Herrscher zu verüben. Doch im Schloss angekommen, verliebt sie sich unsterblich in den geheimnisvollen Lucien – den Bruder des Regenten. Und nun muss Ophelia sich entscheiden zwischen Loyalität und Verrat, Liebe und Hass ...


Und sonst so? 
Im Mai hatten wir eine richtig große Runde. Ein Stammtisch Mitglied wurde sogar auf die Fensterbank verbannt, weil am Tisch kein Platz mehr war. Wir hatten zwei neue Mitglieder, die sich inzwischen ziemlich gut bei uns eingelebt haben.
Ich bin wirklich glücklich, dass die Flyer-Werbung in der Buchhandlung Rombach so gut funktioniert und tatsächlich Interessent*innen bei unseren Treffen vorbeischauen. Ich hatte eigentlich damit gerechnet, dass es auch hier erstmal eine Weile braucht, bis sich die ersten Interessent*innen melden. 


Bücherstammtisch in Freiburg? Da will ich hin!
Du kommst aus Freiburg oder der Umgebung und möchtest Dich mit anderen Bücherwürmern einmal im Monat über Bücher austauschen?
Dann bist Du hier genau richtig: Wir treffen uns einmal im Monat an einem Montag ab 17:20 Uhr vor dem Haupteingang der Buchhandlung Rombach in der Bertoldstraße in Freiburg.
Von dort aus gehen wir gemeinsam zu unserem Raum. Monatlich legen wir bestimmte Themen fest, über die wir dann bei unseren Treffen sprechen.

Auf dieser Seite findest Du Infos zu unseren nächsten Terminen und den Themen. (Die Themen werden spätestens eine Woche vor unserem aktuellen Treffen auf der Seite bekannt gegeben). 

Momentan besteht unsere Gruppe größtenteils aus Studierenden, ist aber für alle Altersgruppen offen. Wir reden hauptsächlich über Bücher aus der Belletristik (Unterhaltungsliteratur wie beispielsweise Fantasy, Jugendbuch, Thriller) sind aber auch offen für Bücher aus anderen Bereichen.

Um auf dem Laufenden zu bleiben, hast Du zwei Optionen:

Mailverteiler: Mail an EmmaZecka(at)gmx.de
Du lässt Dich in den Mailverteiler eintragen. Hier lade ich regelmäßig zu den Stammtisch Treffen ein oder verschicke Umfragen, damit wir die Themen unserer Treffen festlegen können.
Den Mailverteiler führe ich über die Gruppen Funktion von Outlook: Deine E-Mailadresse wird also in meinem Outlook Account im Adressbuch gespeichert, aber nur nach Deinem Einverständnis an die anderen Bücherstammtisch Mitglieder weitergegeben.

What'sApp Gruppe (ab drei besuchten Treffen)
Wenn absehbar ist, dass Du regelmäßig beim Bücherstammtisch vorbeischauen wirst, nehmen wir Dich gerne in unsere What'sApp Gruppe auf: Hier teilen wir Impressionen, tauschen hin und wieder Bücher oder suchen einfach jemanden zum reden, wenn wir gerade eine besonders bewegende Geschichte beendet haben.

Info zur Facebook Gruppe: Da unser Austausch hauptsächlich offline stattfindet, habe ich mich dazu entschlossen, nicht mehr in der Facebook Gruppe zu posten. Ich halte die Gruppenbeschreibung auf dem neusten Stand, werde aber keine aktuellen Infos in der Gruppe teilen.

Neugierig? Wir freuen uns auf Dich!

Mittwoch, 5. Juni 2019

Der Insasse

Bild von Argon Verlag
Steckbrief
Name: Der Insasse (auch als Buch erhältlich) 
Autor: Sebastian Fitzek 
Verlag: Argon Verlag / audible
Geeignet für: Fitzek-Fans und Fans von gut durchdachten Psychothrillern 
Gelesen oder gehört: gehört als ungekürztes Hörbuch 
Sprecher: Simon Jäger 
Bewertung: 4 von 5 Punkten 


Klappentext 
(von Argon Verlag

"Zwei entsetzliche Kindermorde hat er bereits gestanden und die Berliner Polizei zu den grausam entstellten Leichen geführt. Doch jetzt schweigt der psychisch kranke Häftling auf Anraten seiner Anwältin. Die Polizei ist sich sicher: Er ist auch der Entführer des 6-jährigen Max, der seit drei Monaten spurlos verschwunden ist. Doch die Ermittler haben keine belastbaren Beweise, nur Indizien. Da macht ein Kommissar dem verzweifelten Vater ein unglaubliches Angebot: Er schleust ihn in den Hochsicherheitstrakt der Psychiatrie ein, als falscher Patient, mit einer fingierten Krankenakte. Damit er dem Kindermörder so nahe wie möglich kommt und ihn zu einem Geständnis zwingen kann …" 


Meine Meinung 
Buchlinge, ich musste wirklich sehr lange auf dieses Hörbuch warten. Als es dann Anfang Mai endlich bei mir einzog, habe ich es innerhalb von zwei Tagen durchgehört, weil die Geschichte einfach so spannend war und ich sie kaum zur Seite legen konnte. Nun nutze ich die Gelegenheit, um euch von Der Insasse zu erzählen. 

Inhalt 
Die Geschichte hat schon allein vom Plot her für Schlagzeilen und vielleicht auch Spannung gesorgt. Wir lernen Til kennen, der sich als so genannter V-Patient in die forensische Abteilung einer Psychiatrie einschleusen lässt, mit dem Ziel, dem mutmaßlichen Entführer seines Sohnes zu entlocken, ob sein Sohn noch lebt bzw. wo er zu finden ist. Kritische Stimmen gaben vor Erscheinen des Titels zu bedenken, dass man sich ja nicht einfach so in eine Psychiatrie einweisen lassen könne und schon gar nicht in die forensische Abteilung, in der nämlich Straftäter sind, die eine psychische Erkrankung haben.
Zudem rechnete ich auch damit, dass in diesem Psychothriller viele Charaktere mit einer psychischen Erkrankung beschrieben werden und ich hoffte daher wirklich, dass es kein Fettnapf-Thriller wird. 
Allerdings kann ich euch an dieser Stelle beruhigen: Der Grund der Einweisung wird realistisch dargestellt und ergibt, bezogen auf die Geschichte, Sinn. 

Was mir bei Der Insasse aber recht schnell negativ auffiel, war der hohe Anteil an psychischer und körperlicher Gewalt. Natürlich bringt es das Psychothriller-Genre mit sich, mit den Ängsten der Leser*innen zu spielen. Allerdings wurde hier beispielsweise beschrieben, wie Til verprügelt wird. Und zwar nicht so, dass die eigentliche Handlung im eigenen Kopfkino stattfindet.
Psychische Gewalt bzw. Druck wird hier vor allem von einem Arzt ausgeübt. Das fand ich ebenfalls einen gruseligen Nebenhandlungsstrang. Ich fragte mich, warum der Anteil von psychischer und körperlicher Gewalt ausgerechnet in diesem Hörbuch so hoch war. Schließlich kamen die anderen Romane von Sebastian Fitzek - zumindest meiner Meinung nach - sehr gut ohne Szenen mit viel Gewalt aus. Die Gewaltszenen sorgten bei mir eher dafür, dass ich viele Stellen im Hörbuch vorgespult habe, was ich sonst wirklich nicht mache. 

Der Plot an sich - die Gewalt mal ausgeklammert - reichte für mich völlig aus, um einen guten Spannungsbogen aufzubauen. Til ist ein interessanter Charakter, bei dem wir gleich am Anfang von Der Insasse erfahren, dass er wohl häufiger impulsiv handelt. Wir können also erahnen, dass ihm dieses Handeln eines Tages zum Verhängnis werden könnte. 

In bisherigen Romanen von Sebastian Fitzek bekamen die Protagonisten häufig Nebencharaktere an die Seite, die ihnen helfen sollten, die Geschichte aufzulösen. Hier hingegen lernen wir zwar Nebencharaktere kennen, allerdings spielen diese nicht wirklich gemeinsam mit Til in einem Team, sondern legen es entweder darauf an, ihm sein Vorhaben zu erschweren, oder interessieren sich gar nicht groß für ihn. 

Was die Psychothriller von Sebastian Fitzek aus meiner Sicht ausmachen, ist die Verstrickung der Handlungsstränge: Wir lernen zu Beginn der Geschichte einen Protagonisten kennen, der entweder schon mitten im Problem steckt, oder relativ schnell mit dem Problem der Geschichte konfrontiert wird. Wir erleben, wie er versucht Lösungsstrategien zu entwickeln und kommen - egal mit welchem Protagonisten - immer wieder an dem Punkt, in dem die Lage des Protagonisten aussichtslos erscheint und wir uns deswegen fragen, wie er da wohl wieder rauskommen soll. Schließlich sind an diesem Punkt meistens nicht mehr viele Seiten oder - auf das Hörbuch bezogen - Minuten übrig, die unseren Protagonisten aus unserer Sicht retten können. Und dann schafft es der Autor innerhalb einer kurzen Zeit die Handlungsstränge wieder aufzulösen. Und zwar nicht so, dass wir uns verzweifelt fragen, wie das denn jetzt alles zusammengehört, sondern so, dass wir ein großes Ah! in unserem Gehirn aufleuchten sehen und die Geschichte am liebten nochmal hören würden, um die Hinweise früher verstehen zu können.
Genau so ging es mir bei Der Insasse. Während des Hörens war ich wirklich verzweifelt, weil mir bei diesem Thriller Elemente aufgefallen sind, die mich wirklich abschreckten. Und als ich dann von der Auflösung erfahren habe, ergaben ein paar Dinge plötzlich Sinn und ichwar erleichtert, dass ich mich geirrt hatte. 

Was mich an Sebastian Fitzeks Schreibstil diesmal störte, war der hohe Anteil an Gewalt, den es für mich wirklich nicht gebraucht hätte. Beeindruckt bin ich aber wieder davon, dass er es geschafft hat, mich in mehrerer Hinsicht auf eine falsche Fährte zu locken. Wie in den bisherigen Romanen des Autors, gibt es auch hier wieder interessante und teils auch amüsante Dialoge, die mich gut unterhalten haben. 

Kommen wir nun zur Gestaltung des Hörbuches: Inzwischen erscheinen die Titel von Sebastian Fitzek nicht mehr bei Bastei Lübbe Audio, sondern im Argon Verlag, der zur selben Unternehmensgruppe gehört, wie Droemer Knaur. Leider hat audible nach wie vor die Rechte an den ungekürzten Hörbüchern. Gerade bei Titeln von Sebastian Fitzek finde ich es unglaublich wichtig, diese ungekürzt zu hören, weil es Momente braucht, in denen wir gemeinsam mit den Protagonisten für kurze Zeit zur Ruhe kommen und über die Möglichkeiten nachdenken können, die zur Verfügung stehen, um das Problem des Protagonisten zu lösen.

Das Schöne für mich war, dass es ein Wiederhören mit Simon Jäger gibt. Er ist quasi die Hörbuchstimme von Sebastian Fitzek und ich mag die Art, wie er die Hörbücher des Autors interpretiert. Was mir hier das erste Mal aufgefallen ist: Ich fand es beeindruckend zu hören, wie Simon Jäger seine Stimme auf Knopfdruck ändern und z.B. von normal plötzlich nasal klingen kann. 

Gesamteindruck
Zusammenfassend kann ich sagen, dass mir Der Insasse an sich gut gefallen hat. Zu Beginn war ich aufgrund der Psychiatrie- und der Kindesmissbrauchsthematik wieder sehr abgeschreckt. Jedoch bekommen diese Aspekte, sobald die Geschichte aufgelöst ist, eine neue Wendung. 
Allerdings wäre ich froh, wenn der nächste Thriller des Autors wieder mit etwas weniger Gewalt auskommt. 

Viele Buchblogger*innen sprechen bei kritischen Themen eine Art Triggerwarnung aus. Ich tue mich mit diesem Begriff etwas schwer, weil ich den Eindruck habe, dass er häufig falsch eingesetzt wird. Deswegen will ich an dieser Stelle einfach anmerken, dass ich Der Insasse nur denjenigen empfehlen kann, die psychisch stabil sind und keine Psychiatrieerfahrung haben. 

Montag, 3. Juni 2019

[Buchclub] Literatur von Autorinnen - Die Ergebnisse der Abstimmung

Frau, die uns über 
ein Buch hinweg anschaut. 
Um sieh erum ein Kreis in dem 
Buchclub steht.  
steht. Foto: A. Mack 

Guten Morgen Buchlinge, 

obwohl es bei unserer Abstimmung diesmal etwas chaotischer zuging, habe ich heute wieder ein Ergebnis für euch. 
Ich hoffe, dass diesmal wieder viele Mitglieder*innen von euch dabei sind und ein oder vielleicht auch mehrere Titel gewählt wurden, die euch gefallen. 

Wie immer gilt: Ihr könnt euch natürlich selbst aussuchen, ob ihr zum Buch, Hörbuch (falls vorhanden) oder lieber zum eBook greift. 
Und natürlich müsst ihr auch diesmal nicht alle drei Geschichten lesen, sondern könnt euch den Titel raussuchen, der euch am meisten interessiert. 

Kommen wir aber nun erstmal zu den drei aktuellen Buchclub Lektüren: 


Kurt von Sarah Kuttner 

Bild von Argon Verlag
#TeamKurt
Klappentext von Argon Verlag
"Sie werden sich in Kurt verlieben. Und das wird Ihnen das Herz brechen.
Lena hat mit ihrem Freund Kurt ein Haus gekauft. Es scheint, als wäre ihre größte Herausforderung, sich an die neuen Familienverhältnisse zu gewöhnen, daran, dass Brandenburg nun Zuhause sein soll. Doch als der kleine Kurt bei einem Sturz stirbt, bleiben drei Erwachsene zurück, deren Zentrum in Trauer implodiert. Sarah Kuttner erzählt von einer ganz normalen komplizierten Familie, davon, was sie zusammenhält, wenn das Schlimmste passiert. Sie erzählt von dieser Tragödie leicht und zugleich mit einer tiefen Ernsthaftigkeit, so einfach und kompliziert wie nur Sarah Kuttner das kann." 


Mängelexemplar von Sarah Kuttner 

Bild von Argon Verlag
#TeamMängel
Klappentext von Argon Verlag
"Karo lebt schnell und flexibel. Sie ist das Musterexemplar unserer Zeit: intelligent, liebenswert und aggressiv, überdreht und traurig. Als sie ihren Job verliert, ein paar falsche Freunde aussortiert und mutig ihre feige Beziehung beendet, verliert sie auf einmal den Boden unter den Füßen. Plötzlich ist die Angst da.Lustig und tieftraurig, radikal und leidenschaftlich erzählt Sarah Kuttner von dem Riss, der sich plötzlich durch das Leben ziehen kann." 


Mein Leben basiert auf einer wahren Geschichte von Anne Freytag 

Bild von Heyne Verlag
#TeamFreytag 
Klappentext von Heyne Verlag
"Rosa und Frank begegnen sich am anderen Ende der Welt. Durch Zufall oder weil es so sein soll. Sie sind sich ähnlich und doch grundverschieden – Rosa widersprüchlich, Frank ruhig. Zusammen sind sie nicht nur weniger allein, sondern ziemlich nah dran an vollständig. Sie beschließen, gemeinsam weiterzureisen und einen alten Camper zu kaufen. Doch dann taucht unerwartet Franks bester Freund David auf, und mit ihm ändert sich alles. Sind drei einer zu viel oder hat genau er noch gefehlt? Diese Frage stellt sich immer wieder, während sie zu dritt Tausende Kilometer durch Australiens unendliche Weite fahren, vor ihnen nur der Horizont, über ihnen nichts als Himmel und zwischen ihnen mehr, als Worte je beschreiben könnten." 


Der Ablauf 
Damit die Diskussionsbeiträge, die am Ende unserer Leserunde veröffentlicht werden, nicht untergehen, gibt es diesmal wieder einen zeitlichen Ablauf für euch, damit ihr wisst, wann es sich lohnt, wieder vorbeizuschauen: 
Die Diskussionsbeiträge werden zeitgleich in unserer Facebook Gruppe - und für alle Facebook losen - auf diesem Blog online gehen. 

Gemeinsames lesen: Juni / Juli 
Diskussionsbeitrag #TeamKurt: Mo 01.07.19 
Diskussionsbeitrag #TeamMängel: 08.07.19 
Diskussionsbeitrag #TeamFreytag: 15.07.19 
Bekanntgabe des neuen Themas: 22.07.19 
Abstimmung: ab dem 29.07.19 

Es ist natürlich überhaupt kein Problem, wenn ihr die Titel nicht rechtzeitig zur Veröffentlichung der Diskussionsbeiträge beendet habt. In der Facebook Gruppe bleiben alle Threads bestehen, sodass ihr euch auch später in die Gespräche einbringen könnt. 
Wenn ich bei einem der Titel nicht mitgelesen habe, werde ich die Diskussionsbeiträge hier auf dem Blog aber von Zeit zu Zeit ausmisten, falls keine Gespräche zustande gekommen sind. 


Und Du? 
Bist Du bei unserer Leserunde mit dabei? 
In welchen Teams spielst Du mit? 
Welche Erwartungen hast Du an die Titel?