Sonntag, 2. Dezember 2018

Was man über das 22. Jahrhundert wissen muss - "Fidnet mich"-Lexikon

Hallo Buchlinge,

ich habe von zweien von euch die Rückmeldung bekommen, dass das Lexikon im Ankündigungspost sehr erschlagend wirkt. Deswegen wird es jetzt kurzerhand hier her verlagert.

Was man über das 22. Jahrhundert wissen muss 
(Auszug aus der Wikidimensiona, der Weiterentwicklung, der Ihnen bekannten Wikipedia)

Schrink, Schrank, Schrunk
Aussprache der Wörter: Lassen Sie sich hier nicht täuschen. Man spricht die Begriffe nicht wie die passenden englischen Wörter aus. Diese Begriffe sind eingedeutscht.

Wenn also von einem »Schrank« die Rede ist, kann es in der Schriftform durchaus vorkommen, dass er mit dem Gegenstand verwechselt wird, in dem man Kleidung aufbewahrt.

Aussehen und Benutzung: Es handelt sich hierbei um drei technische Geräte, die der Kommunikation und Unterhaltung dienen.
Wie die drei Namen schon vermuten lassen, gibt es hier drei unterschiedliche Größen. Die drei Modelle funktionieren über die Sprachsteuerung, die in den letzten Jahrzehnten stark verbessert wurde.

Wenn ein technisches Gerät nicht das macht, was sein Benutzer möchte, handelt es sich höchstens um inhaltliche Differenzen. Senioren ist die Sprachsteuerung meist suspekt. Sie bevorzugen meist ein externes Steuerungsgerät, welches ohne Probleme angeschlossen werden kann.

An externen Geräten gibt es drei Gruppierungen: Die fantasievolle Variante, in Form eines Zauberstabs, die sportliche Variante, in Form eines Staffelstabs und die unkreative Variante: eine Fernbedienung.


Der »Schrink«
Es geht das Gerücht um, dass der »Schrink« einen sperrigen Namen hat, weil auch das Gerät auf den ersten Blick recht unpraktisch scheint.

Besonderheit des Gerätes: Der »Schrink« ist das größte der drei Modelle. Er hat die Größe eines Flachbildschirmfernsehers und ist nicht für den mobilen, sondern nur für den stationären Gebrauch geeignet.

Mit dem »Schrink« können Sie im Internet surfen, Filme und Serien schauen, an Texten arbeiten und mit anderen Personen per Videokonferenz in Kontakt treten. Sobald ihr »Schrink« aktiv ist, kann man Sie telefonisch erreichen. 


Der »Schrank«: 
Der »Schrank« hat seinen Namen vermutlich aufgrund seiner Ähnlichkeit zu seinem Namensvetter, dem Möbelstück bekommen. Beide Geräte haben eine begrenzte Aufnahmefähigkeit.

Besonderheit des Gerätes: Der »Schrank« hat die Größe eines Gerätes, das zu Ihrer Zeit unter dem Namen iPad bekannt ist. Das Gerät dient hauptsächlich zum Lesen von Zeitschriften, Büchern oder anderen Texten.

Spiele können damit nur eingeschränkt genutzt werden. Nachrichten sind in der Regel abrufbar, solange es sich um reine Textnachrichten handelt. Videoanrufe können mit dem »Schrank« nicht getätigt werden. Das Gerät wird hauptsächlich von der Oberschicht verwendet.


Der »Schrunk«: 
Der Name des Gerätes erinnert, wenn man ganz quer und verwinkelt denkt, an das Wort »schrumpfen«.

Besonderheit des Gerätes: Der »Schrunk« ist das Kleinste der technischen Geräte und hat die Größe eines, in Ihrer Generation bekannten, iPhone 5s.

Der »Schrunk« beinhaltet dieselben Funktionen wie der »Schrink«. Allerdings gestaltet es sich als äußerst mühsam, einige Funktionen an einem »Schrunk« vorzunehmen.

Augenärzte, Orthopäden und Physiotherapeuten warnen davor, zu viel Zeit vor einem »Schrunk« zu verbringen. Die ununterbrochene Nutzung eines »Schrunks« kann zu dauerhaften Seh- oder Gelenkstörungen führen.

Auf eine Rückfrage seitens der Redaktion, was denn eine Gelenkstörung sei, hielten sich die Fachleute bedeckt. Einige Probanden klagten aber Gliederschmerzen und nicht enden wollende Verspannungen und eine neue, in Ihrer Generation noch nicht bekannte, Erschlaffung des Daumenmuskels.


Smartphones: 
Über die Beschaffenheit der Smartphones muss nicht mehr viel gesagt werden, da diese in Ihrer Generation bekannt sein müssten.

Im 22. Jahrhundert werden die Smartphones hauptsächlich von der Unterschicht selten aber von der Mittelschicht erworben. Es gibt nur noch drei Smartphonehersteller, die etwa alle zehn Jahre ein neues Gerät auf den Markt bringen, da sich mittlerweile herausgestellt hat, dass die Bevölkerung ihr Geld beisammen und es nicht für nötig hält, jedes Jahr in Technik zu investieren.


»Appgate«: 
Der Namen dieses Gerätes ist einfach zu erklären. »App« meint hier, dass das Gerät verschiedene Funktionen hat. »Gate« soll darauf hindeuten, dass das Gerät nur eingeschränkte Funktionen aufweist.

Besonderheit des Gerätes: Das »Appgate« hat die Größe einer normalen Kaffeeuntertasse und ist in seinen Funktionen erheblich eingeschränkt.

Es dient einzig und allein der Kommunikation. Die BesitzerInnen eines »Appgates« können mit dem Gerät Textnachrichten versenden und empfangen und Anrufe tätigen.

Allerdings können mit dem Gerät keine Videoanrufe getätigt werden. Durch kleinere Updates ist es aber möglich, Oberflächen mithilfe des »Appgates« abzuscannen, um hinterlegte, kurze Videobotschaften abhören zu können.

Da der Bildschirm des Gerätes so klein ist, ist auf der linken Seite ein Knopf angebracht, der Texte vergrößert. Zudem kann mithilfe eines darunterliegenden Knopfes der vergrößerte Text wieder verkleinert werden.
Ein gegenüberliegender Knopf sorgt dafür, dass man den Hintergrund und die Textfarbe des Textes einfach und schnell ändern kann.
Das »Appgate« ist auch mit einer integrierten Sprachausgabe ausgestattet, die von vielen NutzerInnen aber häufig deaktiviert wird, da nicht alle NutzerInnen wollen, dass die eingegangen oder verfassten Nachrichten von jemand anderem außer ihnen selbst, laut vorgelesen werden.

Das »Appgate« hat keine integrierte Tastatur und auch keinen Anschluss, um eine externe Tastatur anzuschließen. Nachrichten können ausschließlich diktiert werden.

Das Gerät lässt sich ebenfalls über die eigene Sprache oder alternativ über den Touchscreen steuern. Das »Appgate« ist besonders beliebt bei jungen Leuten, da das Gerät nicht durch seine zahlreichen Funktionen von den wesentlichen Dingen des Lebens ablenkt.

Telefongespräche mit dem »Appgate«: Da das Gerät eine runde Form hat, wird es im Freien nur ungern für Telefongespräche genutzt, da es schlecht in der Hand liegt.

Alternativ kann das Gerät in eine Vorrichtung mit einer Kopfhörermuschel eingespannt werden. Die Vorrichtung lässt sich dann über den Kopf ziehen.

Ein Ohr wird dann von der Ohrmuschel verdeckt, in die das »Appgate« eingespannt ist. Das zweite Ohr liegt frei, damit Geräusche in der Umgebung wahrgenommen werden können.


Schließsystem von Wohnungen und Häusern Unter- und Mittelschicht: 
An der Stelle, an der das Schlüsselloch einer Haustür sein sollte, ist eine kleine weiße Fläche angebracht. Gegen diese Fläche drückt der Mieter oder Eigentümer eines Hauses oder einer Wohnung, die Handfläche, damit die DNA ausgelesen werden kann. Allerdings können sich die Mieter und Eigentümer auch für ein Rätsel entscheiden:

Hierbei muss im Rhythmus einer Melodie auf das Touchpad getippt werden. Für diese Variante entscheiden sich aber nur wenige Menschen, da ihnen zum einen die Kreativität oder das musikalische Gefühl fehlt, um im richtigen Takt zu tippen.

Oberschicht: Wer einen Schlüssel zu seiner Wohnung besitzt, gehört entweder zur älteren, aussterbenden Bevölkerung und konnte sich noch nicht dem Fortschritt anpassen, oder ist Teil der Oberschicht, die mit ihren Retroprodukten angeben.

Eine Besonderheit stellt das Klingelsystem der Oberschicht dar. Die Klingeln geben keine Melodie wieder, sondern nur noch einen Ton pro Druck. So können Klingelcodes vereinbart werden.


Schnee in Städten: 
Die Bodentemperatur in Stadtteilen der Ober- und Mittelschicht liegt immer über 0 Grad, sodass in den Städten generell kein Schnee liegen bleiben kann.

In den Vororten oder Randbezirken kann es schon mal zu Schneechaos kommen, das aber verhältnismäßig schnell behoben wird, weil durch die schneefreien Bezirke genügend Kapazitäten frei sind.


Fahrzeuge 
Die modernen Fahrzeuge sind unpersönlich und sind meist in Weiß oder Schwarz gehalten, da den Besitzern die Kreativität fehlt, sich für bunte Farben zu entscheiden.

Die modernen Fahrzeuge sind alle mit einer speziellen Technik ausgestattet. Gefahrensituationen können von den Geräten berechnet und selbst behoben werden.

Dennoch ist es wichtig, dass Personen, die einen Führerschein erwerben wollen, gut ausgebildet sind. Sie müssen, wenn das Gerät einen Systemabsturz hat, nicht nur wissen, wie sie das System wieder hochfahren, sondern auch, wie sie ihr Ziel sicher erreichen.

In den Dörfern hat man oft noch die Liebe fürs Detail. Hier gibt es motorisierte Fahrzeuge in Retrooutfits, wie beispielsweise einer Kutsche, im Winter auch schon mal eines Schlittens, oder im Hochsommer in Form eines schwebenden Teppichs oder großen Planschbeckens.


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2 Kommentare:

  1. Ah, und schon klärt sich das Schrank-Schrink-Schrunk-Geheimnis auf!

    Eine interessante Zukunftsvision. Mir gefällt, dass es so unterschiedlich ist in den einzelnen Gesellschaftsschichten. Es ist irgendwie traurig, aber fühlt sich realistisch an.

    LG
    Daniela

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  2. Hehe, gerade habe ich Dir das Lexikon empfohlen und jetzt sehe ich, dass Du es bereits entdeckt hast und bin froh, dass sich die Schrink-Schrank-Schrunk Frage geklärt hat.
    Ja, ein bisschen traurig ist es schon.

    viele Grüße

    Emma

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Den Textbaustein habe ich von Pergamentfalter übernommen.