Freitag, 21. Dezember 2018

Türchen 21: Team Residenz

Schneeflocke 
Foto: A. Mack


23. Dezember: Mittags »Bitte stellen Sie sich auf die Oberfläche. Das Gerät ist nun bereit«, erklärte mir eine Kinderstimme.

Vor mir stand die neumodische Version des Rollators. Das Modell, welches ausschließlich für Schneewanderungen geeignet war.
»Solche Dinger gab es früher im Baumarkt. Nur viel breiter und länger«, hatte ich das Ding scherzhaft kommentiert, als mir Lisa das Modell präsentierte.
Es gab eine runde Fläche, die mir genügend Platz bot. Allerdings musste ich darauf achten, dass meine Füße nicht auf einem fußgroßen rot markierten Kreis standen. Falls ich doch einmal müde werden sollte, konnte hier eine kleine Sitzgelegenheit heraus gefahren werden.

»Wo zum Henker versteckt sich dieser Stuhl denn? Das Ding ist doch viel zu klein«, hatte ich vor ein paar Tagen zweifelnd gefragt.
»Magie«, antwortete sie mir damals lächelnd.
Vor mir auf Brusthöhe war eine halbrunde Stange angebracht, an der ich mich festhalten konnte. In deren Mitte befand sich der berühmt-berüchtigte »Schrunk«. Dieses kleine Gerät konnte wirklich überall eingepflanzt werden.
Anscheinend war es mit anderen technischen Geräten kombinierbar. Aber soweit waren Oliver und ich unserer Technik Nachhilfestunde noch nicht gekommen.
Nun würde ich das Ding also das erste Mal ohne Lisas Hilfe benutzen.
»Also, Rudy, wo fahren wir hin?«, fragte ich.
Lisa hatte mir erklärt, dass ich dem fahrbaren Untersatz schon einen Namen geben musste. Und Rudy schien mir bei der rotbraunen Farbe des Gerätes ganz passend.
»In die Natur«, antwortete das Gerät und wir fuhren in Richtung des nahegelegenen Waldes.

23. Dezember immer noch um die Mittagszeit 
»Meint ihr, es war wirklich in Ordnung, dass wir das Auto der Residenz mitgenommen haben?«, fragte Daniel besorgt, als sie in das kleine Dorf einbogen.
»Mach dir nicht so viele Sorgen. Die meisten unserer Bewohner können sich ein Taxi nehmen, wenn sie ihre Verwandten besuchen wollen«, antwortete Marina.
»Wo sollen wir parken?«, fragte Harald zweifelnd.
Ein Blick aus dem Fenster verriet ihnen, dass sie sich in einem Dorf befanden, dessen Straßen nicht von den Schneemassen befreit worden waren.
Zum Glück waren die Winterreifen in den letzten Jahrzehnten tatkräftig weiterentwickelt worden, sodass es während der Fahrt nicht zu Verzögerungen gekommen war und das Auto die Schneemassen im Dorf gut bewältigen konnte.
»Marlene meinte, ich finde den Typen, der meine Weihnachtsgans verwaltet auf dem Weihnachtsmarkt. Also, fahren wir doch erst einmal dort hin«, schlug Renate vor.
Alle nickten und Marina, die Fahrerin, suchte einen Parkplatz auf dem die Schneemassen nicht ganz so hoch waren.
»Hast du die Peitsche dabei?«, wendete sich Renate an Daniel.
Das Auto war abgeschlossen, Harald hatte bereits in dem neumodischen Rollatormodell Platz genommen und die Gruppe war bereit, den Weihnachtsmarkt unsicher zu machen.
Daniel nickte, zog seine Hand aus der linken Hosentasche und hielt das kleine goldene Ding bestätigend in die Höhe.
Da passierte etwas Merkwürdiges. Die Peitsche machte Geräusche.
»Hört ihr das auch?«, fragte Harald als Erster.
Und als wäre das nicht genug begann die Peitsche damit, zu vibrieren.

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Übersicht über die technischen Neuerungen im 22. Jahrhundert

9 Kommentare:

  1. Guten morgen,
    oh ein verschneites Dorf. Wenn doch hier auch mal Schnee fallen würde. Bei uns sind es Plusgrade und Regen!
    Ich finde die Geschichte so richtig weihnachtlich, das man schon fast neidisch werden kann *lach*
    Na, jedenfalls bin ich gespannt, wie es im verschneiten Dorf weitergeht.
    Ganz liebe Grüße
    Anja

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  2. Hhuuu, jetzt wird es interessant.... Ich hoffe es gibt so eine richtig schöne und tolle Schlittenfahrt mit nem Pferdeschlitten! :-*
    LG Skyara

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  3. Ohje, eine vibrierende Peitsche? Ich möchte hier nicht weiter ausführen welche Assoziationsketten in meinem Hirn in Gang kommen... so kurz vor Weihnachten!
    Also, Marlene Truppe No.1 ist im Dorf angekommen! Ein dreifaches: Zickezacke, zickezacke, hoy, hoy hoy! Ich hoffe aus tiefstem Herzen, dass die Gans noch lebt und keiner es über's Herz bringt sie zu killen.

    Die Grafikerin

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  4. Liebe Anja,

    immer, wenn es im Winter regnet, denke ich mir: "Wenn es kälter wäre, hätte das Schnee sein können..." Ich denke, wir werden schneetechnisch schon noch auf unsere Kosten kommen. Und wenn es erst wieder in den März rein geht. (Ich war in diesem Jahr ohne Winterschuhe auf der Leipziger Buchmesse und dann hat uns das Schneechaos überrascht. Wir sind zum Glück heil durch die Stadt und - nach der Messe - wieder nach Hause gekommen).

    Es freut mich sehr, dass die winterliche Atmosphäre bei Dir ankommt. Ich habe den Kalender nämlich im Sommer bzw. Herbst geschrieben und da ist es mir wirklich schwer gefallen, weihnachtliche Bilder zu erzeugen, weil es einfach noch sehr warm war.

    viele Grüße

    Emma

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  5. Liebe Skyara,
    ich weiß, wie es weitergeht hehehehehe.
    Und du musst bis morgen warten.
    Aber ich glaube, das Fahrzeug wird Dir gefallen.
    viele Grüße
    Emma

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  6. Liebe Grafikerin

    Einschub: Die Grafikerin darf ihren Namen übrigens behalten. Das Cover zu "Findet mich" ist geglückt.

    An dieser Stelle kann ich guten Gewissens sagen: Die Assoziationen liegen wohl nicht in der Familie ;-).

    Und weitere Infos über den Speiseplan fehlen momentan Gans und Gar.

    viele Grüße

    Emma

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  7. „Da passierte etwas Merkwürdiges. Die Peitsche machte Geräusche. ...
    Und als wäre das nicht genug begann die Peitsche damit, zu vibrieren.


    Emma, dein Sinn für die passenden Assescoires wird langsam legendär.
    Die Peitsche, erst klein, verändert sich, schwingt um sich, wird bald größer und größer und wilder werden, gefährlich umtriebig in seinem ausufernden Radius, man wird die Pflanze erkennen, wie eine fleischfressende, das Geräusch der mittlerweile hunderten Peitschenstriemen, bieten ein furchteinflößendes Gesumse ... und weist direkt Richtung HARRY POTTER !!! :

    DIE PEITSCHENDE WEIDE !!!

    Wenn Daniel jetzt nicht den Stecker zieht, wars das mit der Gans und dem Döner und den Roten Langen auf dem Weihnachtsmarkt..
    Die peitschende Weide verschlingt nämlich ALLES !

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  8. ....Assescoires - falsch ..... Accessoires - richtig....:-)

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  9. Da ergänze ich nur Folgendes: Mahlzeit.

    (Und es überrascht mich schwer, dass Du an die Peitschende Weide denken musstet. Schließlich hast du regelmäßig die Mittelteile der HP Filme verschlafen :D ). Ok, ich sollte nicht so gemeine Sachen schreiben. Schließlich hast Du mir galgant aus der Peitsche geholfen. Oder Patsche? Wer weiß das schon...

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Den Textbaustein habe ich von Pergamentfalter übernommen.