Montag, 26. November 2018

Das Cafe am Rande der Welt

Bild von dtv
Steckbrief 
Autor: John Strelecky 
Verlag: dtv  
Geeignet für: alle, die nach einer Antwort auf die Frage nach dem Sinn des Lebens suchen 
Gelesen oder gehört: gelesen, als Großdruck 
Bewertung: 2,5 von 5 Punkten 



Klappentext 
(von dtv)

"Ein kleines Café mitten im Nirgendwo wird zum Wendepunkt im Leben von John, einem Werbemanager, der stets in Eile ist. Eigentlich will er nur kurz Rast machen, doch dann entdeckt er auf der Speisekarte neben dem Menü des Tages drei Fragen:

»Warum bist du hier?
Hast du Angst vor dem Tod?
Führst du ein erfülltes Leben?«

Wie seltsam – doch einmal neugierig geworden, will John mithilfe des Kochs, der Bedienung Casey und eines Gastes dieses Geheimnis ergründen."


Meine Meinung 
Kommen wir diesmal wieder zuerst zur Gestaltung des Buches: Ich habe mir Das Cafe am Rande der Welt als Großdruckausgabe bestellt, in der Hoffnung das Exemplar besser lesen zu können. Und tatsächlich ist mein Plan wirklich aufgegangen. Die Schriftgröße war genau richtig und ich fühlte mich von den Worten nicht erschlagen, sondern konnte die Geschichte angenehm lesen. Allerdings verwirrte mich der Buchsatz, also die Formatierung des Buches, etwas, weil viele Absätze in der ersten Zeile nicht eingerückt waren. Hier hatte ich die Idee, dass man die größere Schriftgröße durch den Buchsatz auffangen wolle und so vermeiden wollte, dass die Großdruckausgabe nicht mehr Seiten hat, als das normale Printexemplar.

Der Inhalt von Das Cafe am Rande der Welt wird auf ca. 170 Seiten erzählt und ich hatte den Eindruck, dass das vollkommen ausreicht um uns Johns Geschichte näherzubringen. Wir lernen John kennen, als er sich gerade Urlaub genommen hat, um über sich und sein Leben nachzudenen. Er scheint nämlich nicht mehr glücklich. Nachdem er einem Stau entkommen ist, sich dann aber noch verfährt und ihm langsam aber sicher der Sprit ausgeht, entdeckt er mitten in de Landschaft ein einsames Cafe. Da er nicht weiß, wann er die nächste Raststätte finden wird, steigt er aus, tritt ein und muss nach mehreren Stunden feststellen, dass dieser Cafebesuch sein Leben verändert hat.

Das Cafe am Rande der Welt ist der Auftakt einer Buchreihe über die Fragen, was der Sinn des Lebens ist, wie wir unseren Sinn des Lebens finden und danach leben können. John kommt schnell mit den Besitzern des Cafes, Mike und Casey, ins Gespräch, die sich angeregt mit ihm unterhalten und John so ermöglichen, sich mit Fragen auseinanderzusetzen, mit denen er sich noch nie beschäftigt hat und seine Sicht auf das Leben zu verändern.
Einerseits war es schön, zu sehen, wie wichtig die Zeit im Cafe für John war. Andererseits muss ich für mich aber auch kleinlaut gestehen, dass für mich nicht viele neue Erkenntnisse dabei waren: So wusste ich beispielsweise schon, dass sich ein Leben leichter leben lässt, wenn es für jeden Einzelnen einen Sinn hat.

Was mich extrem an dem Buch störte, war die Tatsache, dass danach gestrebt wird, seinen Sinn des Lebens auch zu erfüllen, wobei das an sich kein schlechter Gedanke ist. Allerdings gibt es Menschen, die eine Verantwortung zu tragen haben und nicht so einfach ihren Sinn des Lebens erfüllen können z.B. Eltern. Wenn sie jetzt den Traum haben plötzlich irgendwo Karriere machen zu wollen, können sie ihre Kinder nicht einfach irgendwo abgeben und sich ein schönes Leben machen bzw. würde das - so wie ich das Buch verstanden habe - von Mike, Casey und John vielleicht sogar noch toleriert. John hat es hier einfacher: Dadurch, dass er alleinstehend ist, scheint er sehr flexibel und an niemanden gebunden.
Zudem hätte ich mir gewünscht, dass man sich den Punkt der Sinnerfüllung genauer anschaut: So zeigen Castingshows ja beispielsweise, wie viele Menschen einen Sinn darin sehen, musikalisch mehr oder weniger erfolgreich werden zu wollen. Aber viele von ihnen schienen nicht glücklich damit. Was ist dann mit solchen Geschichten?

Bei John Streleckys Schreibstil hatte ich oft das Gefühl, dass nicht über das Wesentliche gesprochen wird. Das wäre beispielsweise, wie wenn ich euch erzähle, dass ich euch jetzt zeige, wie man einen Kuchen backt. Ihr zückt gespannt mit dem Stift und rechnet jetzt damit, dass ich euch die Zutaten und die Schritte nenne, um einen Kuchen zu backen. Stattdessen wechsle ich dann das Thema und erkläre euch, wie man eine Suppe kocht. Genauso ging es mir hier an einigen Stellen.
Allerdings überzeugte mich das Buch mit einigen sprachlichen Bildern bzw. Geschichten, die Casey und Mike für John bereit gehalten haben. Die sprachlichen Bilder fand ich gut gewählt, aber auch hier war für mich nichts Neues dabei.

Gesamteindruck
Es freut mich sehr, dass Das Cafe am Rande der Welt so vielen Menschen etwas zu geben scheint und auch weitere Bücher des Autors so gut ankommen. Es ist auch schön zu sehen, dass John durch seine Zeit im Cafe neue Erkenntnisse gewinnen konnte.
Aber für mich war das Buch eher eine Wiederholung oder vergleichsweise oberflächlich geschrieben. Ich hätte mir etwas mehr Tiefe und weniger Abstraktes von dem Buch erhofft.

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Den Textbaustein habe ich von Pergamentfalter übernommen.