Mittwoch, 10. Oktober 2018

Der Tod greif nicht daneben

Bild von Argon Verlag
Steckbrief

Name: Der Tod greift nicht daneben (auch als Buch erhältlich)
Autor: Jörg Maurer
Verlag: Argon Verlag
Geeignet für: Jörg Maurer Fans, oder Hörer von bayrischen Krimis
Gelesen oder gehört: gehört unklar, ob gekürzt oder ungekürzt
Sprecher: Jörg Maurer
Bewertung: 3,5 von 5 Punkten


Klappentext 

(von Argon Verlag

"Ein Häcksler im Garten ist die letzte Station des Ex-Nobelpreisjuroren Bertil Carlsson. Dabei hatte er sich doch so wohl gefühlt im idyllisch gelegenen Kurort, eine Stütze von Trachten- und Heimatverein. War es ein grausiger Unfall? Oder Mord? Kommissar Jennerwein verhört hartleibige Brauchtumswächter und enttäuschte Nobelpreiskandidaten. Als die Gerichtsmedizin feststellt, dass im Puzzle der Leichenknochen eine Hand fehlt, sucht Jennerwein nach ähnlichen Fällen und stößt auf ein schier unfassbares Forschungsprojekt ..."


Meine Meinung 

Dieses Hörbuch brachten mir meine Eltern von einem Flohmarkt Besuch mit. Dort wurde es ihnen als lustige Lektüre ans Herz gelegt. Und so kam ich also in den Genuss meines ersten Jennervein-Krimis.

Die Hörbuchgestaltung lebt größtenteils von Jörg Maurers bayrischem Dialekt. Da er seine Geschichten dort spielen lässt, wo er eben auch beheimatet ist, schafft er es, die bayrische Tradition in seiner Geschichte glaubhaft und vor allem sehr unterhaltsam darzustellen.
Er sticht zwar aufgrund seines Dialektes hervor, konnte mich aber in der Interpretation der einzelnen Charaktere nicht ganz überzeugen. Ich hatte Mühe, einige Charaktere auseinanderzuhalten. Obwohl dieses Element, jedem Charakter eine eigene Stimme zu geben, fehlt, fängt er es durch seine bayrische Interpretation gut auf und brachte mich so an einigen Stellen zum schmunzeln. Und selbst auf den letzten Minuten hält er noch eine Überraschung für die Hörer bereit, was mir zeigt, dass er das Element des Hörbuchs so gut es geht für sich nutzt und versucht das Beste aus der Interpretation herauszuholen.

Kommen wir nun zum Inhalt: Der Tod greift nicht daneben ist ein Teil einer Krimireihe rund um Kommissar Jennervein und sein Ermittlerteam. In diesem Band wird ein Einwanderer, nämlich ein Schwede, tot aufgefunden. Viele der Dorfbewohner glauben an einen Unfall. Doch dem Ermittlerteam kommt das Ganze merkwürdig vor...

Nach den ersten Minuten rollte ich etwas mit dem Auge, weil ich mit den typischen bayrischen Krimis eigentlich überhaupt nichts anfangen kann. Bisher hatte ich es erfolglos mit den Kluftinger Romanen und einer Geschichte von Rita Falk probiert. Und da fragte ich mich, wohin die Reise mit mir und Jennervein wohl gehen würde.
Dann machte mich Jörg Maurer aber sehr schnell neugierig, weil er früh damit begann, verschiedene Handlungsstränge der Geschichte aufzuziehen. Wir erleben die Geschichte aus der Sicht mehrerer Charaktere, die alle mehr oder weniger wichtig für die gesamte Handlung sind. Und diese Verstrickungen zeigten mir, dass ich hier keinen Krimi mit einer standardisierten und leicht zu durchschauenden Handlung vor mir hatte.

Da ich hier mitten in eine Krimireihe hineinstolperte, war ich unglaublich froh, dass Jörg Maurer kein Vorwissen über sein Ermittlerteam voraussetzte. Es gab keinen Moment, an dem ich das Gefühl hatte, einen Insider nicht verstehen zu können. Schön fand ich auch, dass es hier nicht, wie bei vielen Krimis, einen Kommissar und Nebencharaktere gibt, sondern das ganze Ermittlerteam dazu beiträgt, dass der Fall gelöst wird. Demnach erleben wir die Geschichte auch immer wieder aus den Perspektiven dr einzelnen Ermittler. 

Der Spannungsbogen von Der Tod greift nicht daneben ist für mich nicht ganz eindeutig zu durchschauen.
Einerseits hatten wir hier zwar eine verstrickte Handlung, die die Frage aufwirft, wann alle Handlungsstränge zusammenlaufen. Andererseits habe ich mich auch hin und wieder dabei ertappt, wie ich kurz abgeschweift bin. Als ich dann wieder aufpasste, konnte ich aber feststellen, dass ich nicht viel von der Geschichte verpasst habe.
Allerdings überraschte mich Jörg Maurer zum Schluss damit, dass die Handlung noch verstrickter war, als ich eigentlich dachte. 

Nun zum Schreibstil: Jörg Maurer verknüpft hier regionale Feinheiten, also die Eigenarten in bayrischen Dörfern, mit dem Element des Krimis. Beide Elemente passen hier sehr gut zusammen und sorgen an der ein oder anderen Stelle für lustige Momente. Wenn beispielsweise ein Kommissar für eine Recherche ins Ausland muss, er aber einem Teammitglied Würstchen mitbringen soll. Außerdem haben mir Jörg Maurers Dialoge sehr gut gefallen, da er die auch aufgrund seines Dialekts lebendig interpretieren konnte.

Gesamteindruck
Wie zu Beginn geschrieben, war ich anfangs etwas skeptisch, was die Geschichte betrifft. Daher habe ich auch etwas gebraucht, bis ich mit Der Tod greift nicht daneben zurechtkam. Allerdings kann ich diesen Band guten Gewissens weiterempfehlen: Jörg Maurer bietet uns hier einen interessanten und gut ausgearbeiteten Fall, der aber nicht so viel Raum einnimmt, dass man sich nach der Lektüre erschlagen fühlt.

Keine Kommentare: