Mittwoch, 19. September 2018

Die Sommerpause ist vorbei: Bücherstammtisch in Freiburg im September

Foto: A. Mack
Hallo Buchlinge,

ja, ihr lest richtig: Die Sommerpause des Freiburger Bücherstammtisches ist beendet und wir starten mit neuer Energie in unsere zweite Jahreshälfte. (Ja, Hälfte ist wahrscheinlich nicht ganz der richtige Ausdruck). Meine Vorfreude auf dieses Bücherstammtisch Treffen war besonders groß: Zum einen, weil wir endlich wieder ein Stammtisch Treffen hatten und zum anderen, weil uns spannende Themen erwarteten. Aber eigentlich sind unsere Themen ja immer spannend, oder? Diesmal brachte ich wieder einen Rucksack voller Geschichten mit. Beginnen wir aber von vorne...

Beeindruckende und verstörende Geschichten 
Kommen wir zuerst zu unseren verstörenden Geschichten: Isona erzählte uns hier von Peter Pan. Ihr war Peter als Protagonist extrem unsympathisch. Er hatte Eigenschaften, die sie nicht mit der Disney Verfilmung in Verbindung bringen konnte. Und immer, wenn ihr jetzt jemand erzählt, dass er unbedingt wie Peter Pan sein wolle, denkt sie sich, dass derjenige unbedingt mal das Buch lesen sollte, um einen anderen Eindruck von der Geschichte zu bekommen. Über die Entstehungsgeschichte von Peter Pan waren wir uns dann aber nicht ganz einig. Ich hatte mal vor einer Weile eine Verfilmung mit Johnny Depp in der Hauptrolle gesehen, der dort den Autor J. M. Barrie spielt. Dieser lernt eine alleinerziehende Mutter mit drei Söhnen kennen, die er sehr ins Herz schließt. Einer der Söhne, der zufälligerweise auch noch Peter heißt, inspiriert ihn dann zu dem Bühnenstück Peter Pan. Bücherstammtisch Mitglied Isabelle kannte den Film ebenfalls, hat aber auch die Geschichte gehört, dass der Autor sein Bühnenstück seinem Sohn gewidmet hat, der als Kind gestorben ist und somit nie erwachsen werden konnte.

Bild von A. Mack
emion berichtete uns von Die dunkle Seite des Mondes von Martin Suter, in dem es um einen drogenabhängigen Protagonisten ging. Da sie uns ausdrücklich davon abriet, das Buch zu lesen, fasste sie den Inhalt für uns zusammen. Und ich stellte fest, dass ich manche Handlungsstränge der Geschichte wirklich fragwürdig finde. Allerdings möchte ich gern einmal etwas von Martin Suter lesen, da ich am Rande mitbekomme, dass er regelmäßig mit Büchern auf Bestsellerlisten vertreten ist und auch in Literatursendungen im Fernsehen oder im Radio besprochen wird.

Isabelle griff auf eine in Baden-Württemberg nur allzu bekannte Schullektüre zurück: Nämlich Der Prozess von Franz Kafka. Sie meinte, dass der Protagonist der Geschichte angeklagt werde, man aber nie erfahre, weswegen er vor Gericht stehe. Außerdem gebe es Szenenwechsel, die auf sie eher chaotisch wirkten. emion schloss unsere Diskussion dann mit folgendem Zitat ab: "Wenn du deinen BAföG Antrag mit einem Buchtitel beschreiben müsstest..."
Leider - ja, ich sehe schon, wie die Bücherstammtisch Mitglieder an dieser Stelle mit den Augen rollen - musste ich in der Schule nie etwas von Franz Kafka lesen. Ich hoffe, ich komme bald dazu, ein Buch des Autors zu lesen.

Und ich? Ich hatte zwei Geschichten im Gepäck. Zum einen erzählte ich kurz noch einmal von meinem Aufreger von 2017 nämlich Sturmflimmern von Moira Frank. Die Handlungsstränge sind hier einfach nicht gut miteinander verknüpft und die Handlung wirkt auch unrealistisch. Außerdem konnte mich der Schreibstil nicht packen.
Zum anderen habe ich *Nacht über Tanger von Christine Mangan mitgebracht. Die Geschichte ist zwar packend erzählt und nein, das erwähne ich jetzt nicht nur, weil es sich bei dem Hörbuch um ein Rezensionexemplar handelt, aber gerade das Ende hat bei mir ein mulmiges Gefühl im Magen hinterlassen, weil eine unser Protagonistinnen genau sieht, welches Unheil auf sie zukommt und sie ihrem Schicksal einfach nicht entkommen kann.

Kommen wir nun also zu den beeindruckenden Büchern: emion berichtete hier von Der Look von Sophie Bennett. Hier war emion positiv von der Geschichte überrascht und hätte nicht damit gerechnet, dass die Handlung auch etwas Tiefe mit sich bringt.
Isona verwies noch einmal auf Six of Crows, das sie übrigens auch für euch rezensiert hat.

Und ich? Ich konnte mich buchstäblich nicht beherrschen und habe jede Menge Geschichten mitgebracht:
Ein plötzlicher Todesfall von J. K: Rowling. In der Geschichte stirbt Barry. Er war in dem Dorf, in dem er lebte, sehr engagiert. Sein Tod hat Auswirkungen auf verschiedene Charaktere, aus deren Sicht wir Ein plötzlicher Todesfall erleben. Beeindruckend an dieser Geschichte fand ich zum einen, welche Auswirkungen Barrys Tod für einzelne Charaktere hat. Zum anderen beeindruckte mich, dass ich in Ein plötzlicher Todesfall Elemente von J.K. Rowling wiedererkannt habe, die mir auch bei der Harry-Potter-Reihe aufgefallen sind, wie beispielsweise ihre Art Charaktere und Situationen zu beschreiben. In diesem Buch bringt J.K: Rowling übrigens Gesellschaftskritik an. Und die Bücherstammtisch Mitglieder konnte ich mit der These beeindrucken, dass man nach der Lektüre das Lied Umbrella von Rihanna mit anderen Augen sehen wird. Besonders schön fand ich, dass J.K. Rowling mit Ein plötzlicher Todesfall zeigt, dass sie eben eine Autorin ist, die auch in anderen Genres und außerhalb der Harry Potter-Reihe überzeugt.

Um gleich mal bei J.K. Rowling zu bleiben: Ich brachte auch *Quidditch im Wandel der Zeiten mit, ein Fachbuch in dem J.K. Rowling in die Rolle des Kennilworthy Whisp schlüpft. Meine Ge(h)folge Mitglieder emion und Isona ließen es sich natürlich nicht nehmen, mich zu fragen, wie der Autor denn mit Vornamen heißt, weil ich mich in einer Podcast Folge davor gedrückt habe, ihn auszusprechen. Und tatsächlich habe ich die kleine, sprachliche Challenge erfolgreich bestanden.

Dann versuchte ich die Bücherstammtisch Gruppe, insbesondere Isona, für Adams Erbe von Astrid Rosenfeld zu begeistern. Über dieses Buch erzähle ich nicht mehr so viel, da ich bereits eine Rezension und eine Podcast Folge zu der Geschichte veröffentlicht habe.

Einzelbände vs. Buchreihen 
Bevor wir uns die mitgebrachten Geschichten vorstellten, sprachen wir über das Thema Buchreihen vs. Einzelbände im Allgemeinen: Bei Buchreihen störte uns vor allem, das es eben oft mehrere Bände gibt und je nachdem, wie viele Bände einer Reihe bereits auf dem Markt sind, fällt es schwer, sich zu motivieren, mit einer neuen Reihe zu beginnen. Außerdem muss man immer auf die Folgebände warten. Je nachdem wie lange das dauert, kann es sein, dass der Inhalt des vorherigen Bandes schon verblasst ist und man diesen dann erst noch einmal lesen muss, bevor mit dem aktuellen Folgeband begonnen werden kann.

Was wir an Buchreihen bevorzugen: Wir können mehr Zeit mit unseren Charakteren verbringen. Isona führte hier ein treffendes Beispiel an: Sie meinte, dass es Menschen gibt, über die wir gerne mehr erfahren möchten, oder mit denen wir gerne mehr Zeit verbringen wollen. Allerdings treffen wir diese Menschen nur in einem bestimmten Kontext und kommen so nicht über ein Thema hinaus. Nun der Bezug zu Buchreihen: Hier lernen wir unsere Charaktere in verschiedenen Situationen kennen.
Schön ist es auch, wenn es Buchreihen mit Bänden gibt, in denen dieselben Charaktere auftauchen, deren Handlung aber in sich geschlossen ist.

Und bevor ich jetzt zu unseren mitgebrachten Geschichten komme, muss ich erst einmal klarstellen: Harry Potter steht natürlich außer Konkurrenz.

Isabelles absolute Lieblingsreihe ist und bleibt Red Rising. Warum? An dieser Stelle bin ich einmal gemein und verkünde, dass ihr sie das gerne mal bei einem Bücherstammtisch Treffen fragen könnt. Es wäre ja auch langweilig, wenn ich die Spannung an dieser Stelle raus nehme, oder?

Bild von A. Mack 
Ich konnte mich noch beherrschen und schaffte es, den Bücherstammtisch Mitgliedern nicht schon wieder ausführlich von der neapolitanischen Saga vorzuschwärmen. Außerdem berichtete ich noch von Pinkmuffin@berryBlue. Hierbei handelt es sich um eine E-Mail Romanreihe, die für Kinder, oder Leute geeignet ist, die gerne Kinderbücher lesen. Hier bringen die beiden Autoren Joachim Friedrich und Hortense Ulrich viel Humor mit und haben zwei tolle Protagonisten mit sehr unterhaltsamen Nebencharakteren erschaffen. Die Geschichten sind in sich geschlossen, es kann aber von Vorteil sein, mit dem ersten Band zu beginnen.
Außerdem verwies ich auf J.K. Rowlings Krimireihe, in der es um den Protagonisten Cormoran Strike geht. Der aktuelle Band ist seit dieser Woche in der Originalsprache erhältlich. Ich muss mich leider noch etwas gedulden, weil das deutschsprachige Hörbuch mit dem Titel Weißer Tod erst am 27. Dezember erscheint. Aber zum Glück wird es wieder von Dietmar Wunder gelesen. Die Vorfreude steigt.

emion meinte, dass man die Ugly-Reihe von Scott Westerfield nicht auf vier Bände hätte ausdehnen müssen. Hier konnte ich ihr nur zustimmen. In den verschiedenen Bänden werden zwar spannende Aspekte thematisiert, die man aber auch hätte zusammenkürzen können.
Leider musste ich an dieser Stelle berichten, dass mir die Panem-Reihe von Suzanne Collins leider nicht gefallen hat. Toll war, dass die Handlung des ersten Bandes in sich geschlossen war und man die Reihe an dieser Stelle hätte auch beenden können. Die Reihe ist im allgemeinen sehr düster und hat keine schöne Botschaft. Wir erleben über drei Bände hinweg, wie Katniss als Protagonistin physisch und psychisch zerstört wird, erfahren aber nicht, wie sie die Traumata überwinden kann.

Isabelle und ich waren auch der Meinung, dass man Infernale von Sophie Jordan ebenfalls gut als Einzelband betrachten könne. In der Geschichte wird Davy positiv auf ein Mördergen getestet: Der Test besagt also, dass sie im Laufe ihres Lebens einen Menschen töten wird. Und das obwohl sie bisher keiner Fliege etwas zu leide getan hat. Und es bleibt die Frage, ob die Prophezeiung wirklich zutrifft.

Glück im Unglück - Unser Raum ist gefragt 
Leider waren wir im September etwas unter Zeitdruck, da es ein kleines organisatorisches Problem mit unserem Raum gab. Um 19 Uhr wollte sich dort nämlich eine Schreibgruppe treffen. Da wir im September auch eine kleine Runde waren, reichte uns die Zeit gerade so.

Warum ich euch von der Panne berichte? Ich muss ja ein kleines Geheimnis um unseren Raum machen. Dieses Beispiel soll aber zeigen, dass unser Raum nicht nur gefragt ist, sondern auch ein öffentlicher Ort ist und dort literarisches Leben herrscht. Ich hoffe jedenfalls, dass einige von euch vielleicht in den nächsten Monaten mal bei einem unserer Treffen vorbeischauen werden.

Bücherstammtisch in Freiburg? Ich will mitmachen! 
Du kommst aus Freiburg oder der näheren Umgebung und möchtest Dich mit anderen Bücherwürmern einmal im Monat über Bücher austauschen? 

Dann bist Du hier genau richtig: Wir treffen uns einmal im Monat an einem Montag ab 17:20 Uhr vor dem Haupteingang der Buchhandlung Rombach in der Bertoldstraße in Freiburg.
Von dort aus gehen wir gemeinsam zu unserem Raum. Monatlich legen wir bestimmte Themen fest, über die wir dann bei unseren Treffen sprechen.
Auf dieser Seite findet ihr Infos zu unseren nächsten Treffen und den Themen. 

Momentan besteht unsere Gruppe aus Studierenden, ist aber für alle Altersgruppen offen. Wir reden hauptsächlich über Bücher aus der Belletristik (Unterhaltungsliteratur wie beispielsweise Fantasy, Jugendbuch, Thriller) sind aber auch offen für Bücher aus anderen Bereichen.

Um auf dem Laufenden zu bleiben, hast Du zwei Optionen: 

Mailverteiler
Du lässt Dich in den Mailverteiler eintragen. Hier lade ich regelmäßig zu den Stammtisch Treffen ein oder verschicke Umfragen, damit wir die Themen unserer Treffen festlegen können.
Den Mailverteiler führe ich über GMX: Deine E-Mailadresse wird also in meinem GMX Account im Adressbuch gespeichert, aber nur nach Deinem Einverständnis an die anderen Bücherstammtisch Mitglieder weitergegeben. 

Wir sind auch bei Facebook vertreten. Auch hier werden Einladungen und Umfragen geteilt. Ab und an bricht hier auch eine spannende Diskussion aus. 

Wir freuen uns auf Dich!

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