Sonntag, 30. September 2018

* Ge(h)lebt im September 2018

Hallo Buchlinge,

heute kommt der Monatsrückblick mal wieder am Ende des Monats. Das liegt nur daran, dass mir gestern Abend bewusst geworden ist, dass ich euch ja morgen das Ergebnis unserer zweiten Buchclub Leserunde verkünden werde. Aber dazu bekommt ihr dann morgen weitere Informationen.


Gelesen im September 2018

Buchlinge, obwohl es auf diesem Blog hauptsächlich um Hörbücher und ab und an auch mal um ein Buch geht, fällt dieser Gliederungspunkt in diesem Monatsrückblick ziemlich kurz aus. Ich bin nämlich kaum zum Lesen gekommen bzw. haben mir zwei der beendeten Lektüren Schwierigkeiten bereitet. Aber kommen wir erst einmal zur Statistik:

Gelesene Zeit: 25 h 43 min
Gelesene Seiten: 0 Seiten
Beendete Hörbücher: 3 Hörbücher
Abgebrochene Geschichten: 0 Hörbücher / Bücher
Neuzugänge:
* Verstand und Gefühl von Jane Austen
* Witwendramen von Kusz Fitzgerald
* Neujahr von Juli Zeh
Der Tod greift nicht daneben von Jörg Maurer
Im Schatten des Windes von Carlos Ruiz Zafon
Der Pferdeflüsterer von Nicolas Evans

Da ich in diesem Monat nur drei Hörbücher beendet habe, gibt es nur eine Podcast Folge für euch. Aber keine Sorge, die Folge hat ausnahmsweise keine Überlänge.

Foto: A. Mack

Mit Mr. Peardrews Sammlung der verlorenen Dinge habe ich mich tatsächlich etwas schwer getan. Rufus Beck und Ruth Hogans Schreibstil wollten für mich nicht so richtig zueinander passen. Die Geschichte ist sehr zauberhaft und hat mir an sich gut gefallen. Allerdings muss ich kleinlaut gestehen, dass ich mit der Interpretation von Rufus Beck hier nicht so viel anfangen konnte.

Und dann ging es gleich weiter mit *Verstand und Gefühl. Ich glaube, ich hatte euch bereits erzählt, dass ich das Buch abgebrochen hatte. Als ich dann herausgefunden habe, dass das Hörbuch von Eva Mattes gelesen wird, schöpfte ich neue Hoffnung. Und tatsächlich hat es die Hörbuchsprecherin geschafft, dass ich Jane Austens Liebesgeschichte auch beendet habe. Allen, die Probleme mit Klassikern haben, kann ich hiermit empfehlen, auf das Hörbuch auszuweichen, sofern eines zu dem zu lesenden Klassiker existiert.
Verstand und Gefühl ist der erste und vorerst wohl auch einzige Roman von Jane Austen, den ich beendet habe.

Zum Schluss kam dann noch *Witwendramen. Und diese Lesung bereitete mir unglaublich Lust, wieder einmal ins Theater zu gehen. Bei Witwendramen handelt es sich nämlich um den Livemitschnitt eines Theaterstückes. Die Hauptdarstellerinnen sind hier Katharina, Anna und Nellie Thalbach. Für alle, die hin und wieder auch gerne ins Theater gehen oder einfach die Interpretationen der Thalbach Frauen mögen, ist Witwendramen sicher eine gute Empfehlung.


Gefunden im Netz

LeserInnen für den eigenen Roman finden
Annika Bühnemann erzählt in diesem Artikel, wie man sich der Antwort auf die Frage nähert, welche Zielgruppe den eigenen Roman eigentlich lesen darf.

Jess berichtet von der Hombuch
Jess von freakin minds hat eine kleine Buchmesse besucht und dabei ihre erste Lesung mit Sebastian Fitzek erlebt. Wer ihr im Saarland noch so über den Weg gelaufen ist und welchen Promi sie mit einer einfachen Frage sprachlos machte, verrät euch ihr Beitrag.

Interview zur Fernsehserie "Die Heiland - Wir sind Anwalt"
In diesem Interview stellen sich die Hauptdarstellerin Lisa Martinek, die Produzentin der Serie und Pamela Pabst, auf deren Biografie die Serie beruht, den Fragen der Leidmedien Redaktion. Sie geben beispielsweise Einblicke über die Recherche, die für die Serie notwendig war. Ein sehr ausführliches und spannendes Interview zu finden HIER.

Was hat es mit der Buchpreisbindung auf sich?
In diesem Artikel erklärt Matthias Matting, was die Buchpreisbindung ist und wie sich die Buchpreisbindung auf den Verkauf des eigenen Buches auswirkt. Was müssen Autoren beachten, wenn sie ihr Buch zum Verkauf anbieten wollen? Hier entlang.


Hinter den Kulissen

Ruhige Zeiten bei Ge(h)Schichten
Wie ihr mit Sicherheit bemerkt habt, war es im September wieder etwas ruhiger. Das hatte zwei Gründe: Zum einen war ich Ende August und Anfang September krank und zum anderen hatte ich leider wenige Beiträge vorproduziert. Aber ich hoffe, ich werde in den nächsten Monaten so etwas wie einen regelmäßigen Monatsfahrplan aufbauen können. Es bleibt also spannend. Nun kommen wir aber zu den Dingen, die ich im September erlebt habe.

Wieder mal auf dem OP Tisch gelandet 
Eigentlich mag ich es ja gar nicht, wenn Blogger ihre Sätze mit Wenn ihr mir auf Twitter oder Instagram folgt..., beginnen, weil das unbewusst voraussetzt, dass man dem Blogger am besten auf allen Netzwerken folgen muss, um immer auf dem neusten Stand zu bleiben. (Aber dem Thema müsste ich wohl einen eigenen Beitrag widmen, vorausgesetzt es gibt Interesse daran).

Kommen wir aber erst einmal zur Überschrift des Abschnittes: Bei Instagram teilte ich den Ausblick aus der neurologischen Station mit euch, auf der ich mich Anfang September befand und bei Twitter setzte ich in meine #3guteDingedesTages-Tweets merkwürdige Botschaften von überstandener OP, Entlassungen und gezogenen Fäden. Hier gibt es jetzt die Langversion für euch:


Bild von: A. Mack

Wer meinem Blog schon eine Weile folgt, kann sich vielleicht noch an die legendäre Silvester OP erinnern. Hier hatte ich eine Woche lang Kopfschmerzen. Dazu muss man wissen, dass ich ein Ventil im Kopf habe, welches dafür sorgt, dass sich das Hirnwasser in meinem Kopf nicht anstaut, sondern in den Bauch weitergeleitet wird. (Da liegt dann so ein netter Katheter). Jedenfalls hatte ich Ende August - pünktlich nach meiner Grillparty - wieder intervallartige Kopfschmerzen. Zuerst hoffte ich noch, dass es auf eine nicht ganz ausbrechende Erkältung hinaus läuft. Schließlich entschieden die Grafikerin und ich dann aber doch, in der Notaufnahme vorbeizuschauen und das Ganze mal abklären zu lassen. Und dort wurde dann wieder festgestellt, dass das Ventil verstopft war und man definitiv operieren musste. Ich war daraufhin kurzzeitig in der Krise, weil ich zum einen im September eine Freundin besuchen wollte und ich zum anderen wusste, dass es nur noch einen Monat bis zur Buchmesse war und meine Begleitungen dort auf mich angewiesen waren. (Eine Freundin kommt mit mir als Begleitperson auf das Messegelände und Isona ist meine Begleitung auf der Fahrt, beide haben also keine eigene Eintritts- bzw. Fahrkarte). Nach der Silvester OP wurde ich zwar schnell wieder entlassen, es dauerte aber eine Weile, bis ich mich, nach meinem eigenen subjektiven Empfinden, auch wieder sicher von A nach B bewegen konnte, weil mir noch eine Weile schwindlig war. (Auch wenn andere Personen das beim Laufen nicht bemerkt haben).
Glücklicherweise war die September-OP nur halb so wild. Hier mussten sie nur den Teil des Ventils am Kopf austauschen und nicht, wie von mir befürchtet, auch den Katheter am Bauch. Daher war ich sehr schnell wieder auf den Beinen (und auch unterwegs nach Hessen zu der zu besuchenden Freundin). In dem Fall kann ich glücklich verkünden: Buchmesse, wir kommen!

Die Rohfassung des Adventskalenders steht
Ich nerve mein Umfeld ja schon seit Monaten mit dem diesjährigen literarischen Adventskalender. Und im September habe ich dann endlich das letzte Türchen beendet. Das war schon ein komisches Gefühl, weil der Adventskalender damit definitiv beendet ist, obwohl ich ihn gerade noch fleißig überarbeite. Ich bin wirklich gespannt, was ihr von der diesjährigen Geschichte haltet.

Bild: A. Mack
Mein Highlight des Monats 
Durch Zufall erfuhr ich, dass Anne Freytag Ende September für eine Lesung in meine Nähe kommt. Als ich den Namen des Ortes gelesen habe, dachte ich zuerst, dass es bestimmt irgendwo in Deutschland noch einen zweiten Ort mit demselben Namen gibt. Zum Glück war aber der Ort in meiner Nähe gemeint und so kam ich zu einer spontanen, sehr angenehmen Lesung mit der Autorin und habe dieses Foto von emion machen lassen. Der Bericht von der Lesung geht kommende Woche online.


Was gab's zu erzählen? 

Da es in diesem Monat nicht viele Beiträge gab, bleibt an dieser Stelle etwas Zeit, euch manche Beiträge mit ein paar Sätzen vorzustellen. Ich hoffe, die Idee gefällt euch.

Ge(h)plaudert: Zwei magische Fachbücher im Vergleich
Auf diese Podcast Folge bin ich wirklich etwas stolz, weil es sich um keine klassische Rezension handelt. Ich habe mir die beiden Fachbücher Quidditch im Wandel der Zeiten und Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind vorgenommen und sie miteinander verglichen. Und ich durfte bereits feststellen, dass diese Podcast Folge bei euch ebenfalls sehr gut ankommt.

Ge(h)plaudert: Keine Ahnung, ob das Neujahr ist
In dieser Podcast Folge stelle ich euch wieder zwei Neuerscheinungen von der Hörverlag vor. Und ich bin diesmal wirklich zufrieden, dass diese Podcast Folge zeitnah zum Erscheinungstermin der beiden Hörbücher online gegangen ist. In der Podcast Folge spreche ich, wie man am Titel bereits erahnen kann, über Keine Ahnung, ob das Liebe ist von Julia Engelmann und *Neujahr von Juli Zeh.

Ge(h)dacht: Ich hätte Fußballfan werden sollen!
Momentan fallen mir die Beiträge in der Ge(h)dacht-Rubrik etwas schwer. Ich habe zwar einige Ideen, diese erfordern aber auch etwas Recherche Zeit. Und dazu fehlt mir momentan leider die Motivation, weil ich schon genug für die Bachelorarbeit recherchieren und lesen muss. Deswegen kam mir die Idee für diesen Beitrag gerade recht, weil hier nicht viel Recherche nötigt war. Der Gedanke, dass es eigentlich cleverer wäre, Fußballfan zu sein, spukt mir schon eine Weile im Kopf herum. Denn Fußballfan zu sein, hat wirklich einige Vorteile. Dennoch gehört mein Herz der Literatur. Und warum das so ist, erfahrt ihr in diesem Beitrag.

[Buchclub]: Bücher gegen die dunklen Stunden
Buchlinge, der Buchclub geht in die zweite Runde. Und bis heute Abend könnt ihr über die nächsten drei Bücher abstimmen,die wir gemeinsam lesen werden. (Natürlich könnt ihr euch aussuchen, ob ihr alle drei, nur eines oder gar keines der Bücher lesen werdet). Morgen wird dann das Ergebnis verkündet.

Freiburger Bücherstammtisch: Wir sind wieder da!
Unsere Sommerpause ist beendet und deswegen trafen wir uns Anfang September wieder, um uns über neue, spannende Themen auszutauschen. Morgen starte ich übrigens die neue Themen-Umfrage für unser Oktobertreffen, das am Montag den 15.10. um 17:20 Uhr stattfinden soll. Mehr Infos dazu, gibt es aber im verlinkten Bücherstammtisch Artikel, oder auf der rechten Seite des Blogs, vorausgesetzt ihr nutzt die Webansicht).

FBM18: Barrierefreiheit auf der Buchmesse
Dieser Artikel ist nicht nur für Menschen mit Behinderung, oder Menschen, die sich für Barrierefreiheit interessieren, interessant, sondern auch für Leute, die noch nie auf der Frankfurter Buchmesse waren und wissen möchten, wie sie ihren Messebesuch am besten organisieren.

Und zu guter letzt gibt es noch...

Rezensionen aus dem letzten Monat 
*Quiddtich im Wandel der Zeiten von Kennilworthy Whisp
Wunder von R. J. Palacio
Adams Erbe von Astrid Rosenfeld


Gehört im September 

Buchlinge, im September habe ich erfahren, dass es sich bei Mike Candys nicht etwa um einen amerikanischen DJ handelt, sondern, dass Mike Candys aus der Schweiz kommt. Und her hat gemeinsam mit einem DSDS Finalisten das Lied Fireflies herausgebracht, das direkt auf eine meiner Spotify Playlisten gewandert ist und sich als Ohrwurm bei mir eingeschlcihen hat.


Und Du? 

Wie war Dein September?
Was hast Du erlebt?
Welche Geschichten kannst Du mir empfehlen?
Welche Lieder durften auf Deiner Playlist nicht fehlen?


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Bei den mit * markierten Hörbüchern handelt es sich um Rezensionsexemplare, die mir von den jeweiligen Verlagen kostenlos zur Verfügung gestellt wurden.

Samstag, 29. September 2018

Barrierefrei auf die Frankfurter Buchmesse? Das geht!

Bild von Frankfurter Buchmesse


Hallo Buchlinge,

habt ihr eine Behinderung und wollt Veranstaltungen wie beispielsweise die Frankfurter Buchmesse besuchen und fragt euch, ob das mit eurer Behinderung überhaupt realisiert werden kann?

Oder habt ihr keine Behinderung, interessiert euch aber allgemein für das Thema Barrierefreiheit auf der Frankfurter Buchmesse? Dann seid ihr an dieser Stelle richtig.

Dieser Artikel ist in drei Themenbereiche aufgeteilt:
Im ersten Teil informiere ich euch erst einmal über die wichtigen Dinge, die ihr wissen solltet, wenn ihr die Frankfurter Buchmesse besuchen wollt wie z.B. Eintrittspreise, den Rollstuhlverleih oder wie die Räumlichkeiten vor Ort sind.

Im zweiten Teil benenne ich dann wichtige Fragen, die ihr bedenken solltet, wenn ihr eine Behinderung habt und die Frankfurter Buchmesse besuchen sollt. Hier findet ihr beispielsweise auch Informationen, wie ihr an eine Assistenz kommen könnt.

Im dritten und letzten Teil gibt es dann zwei Erfahrungsberichte für euch: Zum einen erzählt euch Raphael, wie er seinen ersten Messebesuch erlebt hat und warum es sich für ihn gelohnt hat, die Buchmesse zu besuchen, obwohl er optisch nichts von der Veranstaltung wahrnehmen konnte.
Zum anderen schreibe ich noch ein paar Sätze über das Thema Sehbehinderung und Frankfurter Buchmesse.

Eigentlich wollte ich euch noch einen dritten Erfahrungsbericht eines Rollstuhlfahrers bzw. einer Rollstuhlfahrerin zeigen. Allerdings habe ich leider keine RollifahrerInnen in meinem Bekanntenkreis.
Falls ihr also RollifahrerInnen seid, die Buchmesse regelmäßig besucht und von euren Erfahrungen berichten wollt: Schreibt mir sehr gerne eine Mail an EmmaZecka@gmx.de dann füge ich euren Bericht nachträglich in den Artikel ein. Natürlich könnt ihr auch gerne die Kommentarfunktion nutzen, um dort von euren Erfahrungen zu berichten.

Ihr verfolgt meine Rubrik Ge(h)brechen schon länger und es gibt dieses eine Thema, das ich bisher noch nicht behandelt habe, über das ihr aber unbedingt einmal lesen wollt? Dann schreibt es mir ebenfalls sehr gerne per Mail oder lasst mir einen Kommentar mit eurer Frage da.


Grundlegendes zur Buchmesse 

Die Frankfurter Buchmesse findet jährlich Anfang oder Mitte Oktober statt. Meist liegt der Termin zu Beginn der Herbstferien in Hessen oder des deutschlandweiten Semesterbeginns.

Die Frankfurter Buchmesse öffnet ihre Tore von Mittwoch bis Sonntag von 9:00 - 18:00 Uhr. Von Mittwoch bis Freitag ist die Frankfurter Buchmesse ausschließlich für Fachbesucher geöffnet. Allerdings zählen Menschen mit Behinderungen unter bestimmten Voraussetzungen zu den Fachbesuchern und haben somit an allen Tagen die Möglichkeit, die Buchmesse zu besuchen.

An Veranstaltungen erwarten euch Lesungen und Gesprächstermine mit Autoren, Diskussionsrunden mit Autoren oder Mitarbeitern der Buchbranche, Veranstaltungen für angehende Autoren und vieles mehr.
An dieser Stelle mal ein paar Beispiele von meinen bisherigen Buchmesse Highlights: Treffen mit Verlagsmitarbeitern, Veranstaltungen mit Sebastian Fitzek wie z.B. hier oder hier, Interviews von Autoren wie z.B. hier, Gespräche mit Menschen aus der Buchbranche wie beispielsweise mit einer Literaturagentin, Veranstaltungen für Autoren wie z.B. Vermarktung des eigenen Buches oder das Schreiben des eigenen Buches.


Barrierefreier Messebesuch: Was muss ich wissen? 

Wie teuer ist der Eintritt der Frankfurter Buchmesse? 

Schwerbehinderte mit einem Grad der Behinderung (GdB) von 50%
Wenn ihr einen GdB von 50% habt und nur einen Tag auf der Buchmesse verbringen möchtet, bekommt ihr ein ermäßigtes Ticket für 14€. Das Tagesticket gilt nur für einen Tag des Messewochenendes also für Samstag oder Sonntag. (Quelle Frankfurter Buchmesse).

Schwerbehinderte mit Merkzeichen "B" im Ausweis
Der / die AusweisbesitzerIn und die Begleitperson haben an allen Tagen, also auch unter der Woche, freien Eintritt (Quelle Buchmesse FAQ).

Tipp: Nutzt die Fachbesuchertage (Mittwoch - Freitag)  
Gerade für RollstuhlfahrerInnen ist es um einiges angenehmer, die Buchmesse an Fachbesuchertagen zu genießen, da hier einfach viel weniger Besucher vor Ort sind. Man hat weitgehend freie Gänge und kommt mit dem Rollstuhl gut voran.


Wie komme ich zum Messegelände? 

Wenn ihr als gehbehindert oder außergewöhnlich gehbehindert geltet, habt ihr die Möglichkeit vor Ort zu parken. Allerdings fehlen mir hier weitere Informationen. Ich empfehle euch also, in den unten verlinkten Seiten nachzuschauen, wenn euch das betrifft.

Wenn ihr mit dem Auto unterwegs seid und über einen Presseausweis verfügt, könnt ihr im Parkhaus am Rebstock in Frankfurt parken und dann mit dem Shuttlebus zum Messegelände fahren. Allerdings sind die Busse, soweit ich mich erinnere, nicht barrierefrei.

Wenn ihr mit dem öffentlichen Nahverkehr unterwegs seid, könnt ihr vom Frankfurter Hauptbahnhof mit der S-Bahn weiterfahren. Dazu müsst ihr zum S-Bahnhof der in der Nähe der Gleise 15 und 16 liegt. Ihr erreicht den S-Bahnhof über eine Rolltreppe. Ob es hier einen Aufzug gibt, weiß ich leider nicht. Ihr fahrt dann mit den S-Bahnen:


  • S3 Richtung Bad Soden 
  • S4 Richtung Kronberg 
  • S5 Richtung Friedrichsdorf 
  • S6 Richtung Friedberg 
Bis zur Haltestelle Frankfurt / Messe. Das ist die zweite Haltestelle nach dem Frankfurter Hauptbahnhof. Die Haltestelle dazwischen nennt sich Galluswarte. Die Fahrtzeit beträgt ungefähr fünf Minuten. Ihr kommt dann am Eingang Torhaus raus und seid, grob gedacht, in der Nähe der Halle 4. 



Komme ich vor Ort an einen Rollstuhl? 

Die Messe stellt einen Rollstuhl- und Scooter Verleih zur Verfügung. Allerdings müssen die Hilfsmittel vorab reserviert und in den Sanitätszentren abgeholt werden. Das Abholen kann aber auch von der Begleitperson übernommen werden. (Ich habe per Mail nachgefragt). Um auf Nummer sicher zu gehen, würde ich der Begleitperson aber den Schwerbehindertenausweis mitgeben, damit die Mitarbeiter vor Ort auch einen Nachweis haben und die Begleitperson nicht unverrichteter Dinge wieder umkehren muss.
Hinweis: Eine Kaution von 50 Euro und ein gültiger Personalausweis werden benötigt, um einen Rollstuhl oder Scooter ausleihen zu können.

Die Sanitätsstationen findet ihr in:
Halle 4.C, Tel. +49 69 75 75-65 00 (In der Nähe des Eingangs "Torhaus")
Halle 8.0, Tel. +49 69 75 75-65 02

Allerdings weiß ich nicht, wie weit im Voraus die Rollstühle reserviert werden müssen.

Kontakt: 
Info-Hotline für Menschen mit Behinderung: +49 69 75 75-69 99 
E-Mail: handicap@messefrankfurt.com


Wie sind die Räumlichkeiten vor Ort? 

Das Messegelände ist zu großen Teilen barrierefrei gestaltet. (Es ist zwar ausgeschrieben, dass es barrierefrei ist, da ich aber nicht auf einen Rollstuhl angewiesen bin, kann ich nicht hundertprozentig sagen, ob auch alle Bereiche der Messe zugänglich sind).
Man kann die verschiedenen Stockwerke über Aufzüge oder Rolltreppen erreichen. Außerdem gibt es auf den einzelnen Stockwerken neben einem Fußweg auch immer ein Laufband, mit dem man von A nach B kommen kann.

Um die Messehallen betreten zu können, muss keine Stufe überwunden werden. Allerdings kann es vorkommen, dass man eine kleine oder hohe Stufe überqueren muss, um sich den ein oder anderen Messestand anschauen zu können. Die Aussteller sind dazu angehalten auf Barrierefreiheit bei der Gestaltung ihres Standes zu achten. Allerdings gibt es auch sehr kleine Messestände, an denen es eben sehr eng zugehen kann.

Fußgänger sollten beachten, dass die Strecken auf der Frankfurter Buchmesse sehr weitläufig sind. An einzelnen Messeständen gibt es Sitzgelegenheiten. Ob diese Sitzgelegenheiten genutzt werden können, hängt aber vor allem von der Besucherzahl und der Veranstaltung ab, die an einem Messestand stattfindet.

Zur Orientierung in den Messehallen: Die Stände sind in Boxen angeordnet. Und hier steht meistens oben am Ende des Standes eine Standnummer. Allerdings gibt es größere Stände, wie beispielsweise der Stand der Verlagsgruppe RandomHouse. Größere Verlage haben nicht immer eine Nummer am Stand angegeben. (Zitat Skyara: "Da suchst du dir manchmal echt den Wolf!"). Es gibt aber in den Gängen, in denen große Verlage ihren Stand haben, meist einen kleinen Stand, der dann wieder eine Nummer hat und so für Orientierung sorgt.
Zudem ist nicht immer ersichtlich, welchem Unternehmen, welcher Stand gehört, da nicht alle Stände klar ausgeschildert sind.

Die Frankfurter Buchmesse verfügt zudem über ein Außengelände. Hier gibt es zum einen verschiedene Stände, an denen Getränke oder warme Mahlzeiten verkauft werden. Es gibt aber auch zwei Veranstaltungszelte. Ein Zelt ist geschlossen, das andere Zelt ist zwar überdacht, aber nach allen Seiten hin geöffnet. Wenn es kälter ist, werden hier aber Heizstrahler aufgestellt, damit es unter dem Zelt nicht so kalt wird. Das geschlossene Zelt wird beheizt.

Ab 2018 soll es in Halle 3.0. ein barrierefreies Cafe geben. Da die Preise für Essen und Getränke auf der Messe aber immer recht hoch sind, empfehle ich, sich selbst etwas zum Essen oder Trinken mitzubringen.

Die Frankfurter Buchmesse ist zudem mit barrierefreien WCs ausgestattet.


Ich komme nicht aus Frankfurt 
und brauche eine barrierefreie Unterkunft 

Es ist ziemlich schwierig, direkt in Frankfurt eine Unterkunft zu finden, da viele Messebesucher ihre Unterkunft schon ein Jahr im Voraus buchen.
Wenn ihr mit dem Auto unterwegs seid, wäre eine Option auf Nachbarstädte wie beispielsweise Mainz, Wiesbaden, Gießen, Friedberg, Darmstadt, Offenbach oder Marburg auszuweichen.
Wenn ihr auf die öffentlichen Verkehrsmittel angewiesen seid, ist das etwas kniffliger, da ihr auch darauf achten müsst, ob die Bahnhöfe vor Ort barrierefrei sind.
Hier liegen mir leider nur folgende Informationen vor: Der Bahnhof in Marburg wurde vor kurzem umgebaut und enthält jetzt auch einen Aufzug. Allerdings habe ich diesen Aufzug erst einmal benutzt und kann nicht sagen, ob der Aufzug regelmäßig in Betrieb oder die meiste Zeit kaputt ist. Der Bahnhof in Friedberg sollte eigentlich zu einem barrierefreien Bahnhof umgebaut werden. Das wurde jetzt aber leider wieder abgeblasen weil der Umbau, oh Wunder, wohl ziemlich teuer ist.

In einem Newsletter von Raul Krauthausen wurde neulich diese Plattform verlinkt, in der man barrierefreie Unterkünfte finden kann. Sie ist von einem Betroffenen ins Leben gerufen worden, der es leid war, Zeit und Mühe in das Finden einer barrierefreien Unterkunft zu stecken. Allerdings habe ich bisher noch keine Unterkunft über die Suchmaske gesucht und kann daher leider nicht über eigene Erfahrungen berichten.


Wie organisiere ich einen Messebesuch? 

Wenn ihr eine Behinderung habt, ist es gut, euch im Voraus ein paar Fragen zu stellen:
ACHTUNG: In diesem Abschnitt spreche ich hauptsächlich Sehbehinderte oder Blinde an. Wenn ihr eine andere Behinderung habt, kann es also sein, dass für euch noch weitere Punkte dazukommen.


  • Wie komme ich zum Messegelände?  
  • Welche Veranstaltungen will ich besuchen? (Tipp: Nehmt euch nicht zu viel vor oder setzt bei den Veranstaltungen, die ihr euch heraussucht, klare Prioritäten!). 
  • Welche Stände möchte ich besuchen? (Hier ist es wichtig sowohl die Halle, als auch die Standnummern und den Standnamen zu wissen, damit ihr notfalls Leute fragen könnt). Beispiel: Der Hörverlag - Halle 3.0. Stand F20. 
  • Traut ihr euch zu, euch alleine vor Ort auf der Buchmesse zu orientieren oder benötigt ihr eine Begleitperson? 

Alleine auf der Buchmesse 
Wenn ihr euch alleine ins Messegetümmel stürzen wollt und über einen geringen Sehrest verfügt, ist es unbedingt wichtig zu wissen, welche Stände und Veranstaltungen ihr besuchen wollt. Plant euch genügend Zeit ein, um die Orte zu finden, die ihr sehen wollt und traut euch unbedingt, Leute anzusprechen, wenn ihr nicht weiter wisst. Ich war beispielsweise mal alleine auf der Buchmesse und bin hier immer auf sehr nette, hilfsbereite Menschen getroffen. 
Orientierungshilfen in den Messehallen: Entscheidet euch bei dem Betreten der Messehalle, ob ihr nach rechts oder nach links abbiegen wollt und erobert so, Reihe von Reihe. Einen Messeplan gibt es am Eingang zur Messe. Dort ist der Weg zu den einzelnen Hallen aufgezeichnet. Einen Hallenplan gibt es jeweils am Eingang der Messehalle, allerdings nicht in Papierform, sondern an einer Stellwand. 
Wichtig für Sehbehinderte ist, dass die Beleuchtung in den Messehallen unterschiedlich ausfällt und auch von Stand zu Stand variieren kann. So hat die Verlagsgruppe RandomHouse ihre Bücher und Hörbücher beispielsweise in beleuchteten Regalen ausgestellt. Der restliche Stand wird nur von dem Deckenlicht der Messehalle beleuchtet.
Andere Verlagsstände haben häufiger noch helle Lichter am Stand angebracht. die den ganzen Stand beleuchten.

Wenn ihr eine Begleitperson braucht: 
Der erste Weg ist es natürlich, in eurem Freundes- und Bekanntenkreis nachzufragen. An dieser Stelle habe ich auch Überraschungen erlebt. So haben mich beispielsweise schon Leute auf Literaturveranstaltungen begleitet, bei denen ich nicht davon ausgegangen bin, dass sie sich für einen Messebesuch interessieren. Manchmal kann es etwas dauern, bis die Liebe zur Buchmesse Früchte trägt (Zitat von Ge(h)folge Mitglied emion: "Ich dachte immer, auf der Buchmesse wären alte, langweilige Leute!" Und ein Jahr später kamen Isona und emion um Harry Potter Cosplay auf die Buchmesse). 

Wenn ihr euer Umfeld nicht davon überzeugen könnt, gemeinsam mit euch die Buchmesse unsicher zu machen, könnt ihr euch eine Assistenz suchen. Hier empfehle ich diese Facebook Gruppe. Hier werden oft Assistenzkräfte für Teams von persönlichen Assistenznehmern gesucht. Ich kann mir aber auch vorstellen, dass sich hier Leute für einmalige Veranstaltungen finden lassen. 
Außerdem können in diesem Portal Stellengesuche veröffentlicht werden. Auf dieser Seite könnt ihr sogar direkt nach einer Reiseassistenz suchen.
Allerdings habe ich mit den beiden Plattformen bisher keine Erfahrungen gemacht, kann also nicht sagen, wie gut die Aussicht ist, über diese Seiten eine Assistenz zu finden. 

Ich ahne, dass einigen von euch dieser Satz jetzt nicht gefallen wird: Bietet den Assistenzkräften auch eine Vergütung an. Wenn ihr als gesetzlich blind geltet, könnt ihr dafür beispielsweise das Budget des Blindengeldes einsetzen. 


Weitere Links

Zum interaktiven Hallenplan - HIER ENTLANG
Zum Ausstellerkatalog - HIER ENTLANG
Tipp: ihr könnt auch eine alphabetische Übersicht auswählen)

Zum Veranstaltungskalender - HIER ENTLANG
Tipp: Ihr habt verschiedene Möglichkeiten, Suchergebnisse zu filtern und könnt euch auch einen Tagesplan der Veranstaltungen anzeigen lassen. Raphael meint, dass der Veranstaltungskalender für Blinde nicht barrierefrei zugänglich ist. Alternativ könnt ihr auch in der App zur Frankfurter Buchmesse im Veranstaltungskalender stöbern, in der Hoffnung, dass die Buchmesse App barrierefrei ist.

Ein Artikel der Hessenschau zum Buchmessen Besuch: HIER ENTLANG

Begegnungen ohne Barrieren: Ein PDF Dokument mit Hinweisen der Frankfurter Messe für einen barrierefreien Messebesuch.

Hinweise der FBM für Menschen mit Behinderung: Diese Seite ist direkt von der Frankfurter Buchmesse und enthält daher womöglich gezieltere Informationen, die in dem obigen PDF Dokument nicht vorhanden sind.

Infos zum barrierenfreien Messebesuch kurz zusammengefasst bei Rollingplanet - HIER ENTLANG

Erfahrungsberichte 

Hinweis: Raphaels Erfahrungsbericht bezieht sich auf den Besuch der Frankfurter Buchmesse im Jahr 2017.

Raphael, Jahrgang 1993, Germanist und Auszubildender beim Finanzamt:
Am 11. Und 12. Oktober besuchte ich zum ersten Mal in meinem Leben die Frankfurter Buchmesse. Da ich wegen meiner Seheinschränkung auf eine Begleitung angewiesen war, musste im Vorfeld des Messebesuches einiges organisiert werden.

Rund einen Monat vor dem Besuch fragte ich in einer Mailingliste des Deutschen Vereins der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf e.V. ganz unkonventionell, ob jemand eine Person kenne, die im Oktober Zeit für einen Besuch der Buchmesse hätte. Ich erhielt schnell eine positive Rückmeldung.

Leider ist die Homepage der Messe nicht barrierefrei, sodass ich vorab nicht selbstständig meine Veranstaltungen zusammenstellen konnte. Ein kurzer Anruf bei meiner Begleitung genügte und wir stellten gemeinsam meinen messeplan zusammen.

Mitte Oktober ging es dann endlich los: Ich kann jedem Besucher mit Mobilitätseinschränkungen nur empfehlen, die Messe mit Begleitung zu besuchen. Denn ohne eine Assistenz ist das fast unmöglich. Das liegt an den weitläufigen Messehallen und der Vielzahl an Ausstellern.

Ich hatte das Glück, die Veranstaltung an den ersten beiden Tagen zu besuchen. In dieser Zeit waren die Hallen relativ leer und man konnte sich ohne großes Gedränge bewegen.

Die vergleichsweise geringe Besucherzahl trug auch dazu bei, dass ich den Vorträgen, die ich am ersten Messetag besuchte, gut folgen konnte.

Meine Assistenz und ich verstanden uns gut. Auf unserem Messerundgang beschrieb sie mir die Stände und welche Verlage ausstellten. Ein Vorteil war, dass sie schon früher einige sehbehinderte Menschen auf die Buchmesse begleitet hatte und sie mir deswegen ein recht gutes Bild der Veranstaltung vermittelte.

Nachtrag von Emma: Raphael und ich haben uns neulich über seine Erlebnisse auf der Frankfurter Buchmesse unterhalten und er meinte, dass ihm der Messebesuch zwar gut gefallen habe, er es aber nicht mag, an Orten zu sein, an denen er sich nicht selbstständig orientieren kann. Daher sieht er vorerst von einem weiteren Messebesuch ab.

Emma, Jahrgang 1994, Studentin der Sozialen Arbeit und Bloggerin: Bei mir schlug das Buchmessen Fieber schon während meiner Schulzeit zu. Bei meinem ersten Besuch im Jahr 2011 konnte ich optisch noch mehr von der Messe wahrnehmen und stöberte begeistert in den vielen, vielen ausgestellten Büchern.
Praktisch finde ich, dass Menschen mit Behinderung, die einen Schwerbehindertenausweis besitzen und auf eine Begleitperson angewiesen sind, die Frankfurter Buchmesse an allen Tagen kostenlos besuchen können. Gerade, wenn man noch nie auf der Frankfurter Buchmesse war, ist es ratsam, die Messe an den Fachbesuchertagen, idealerweise Donnerstag und oder Freitag, zu besuchen.

Nun zu der Frage, was ich von einem Besuch der Frankfurter Buchmesse habe: Inzwischen kann ich mit den ausgestellten Büchern und Hörbüchern leider nichts mehr anfangen, da ich die Klappentexte nicht ohne Hilfsmittel lesen kann. Und die Navigation mit der elektronischen Lupe gestaltet sich ohne Tisch für mich als etwas schwierig, weswegen ich die elektronische Lupe auf der Buchmesse meist auch nicht dabei habe. Wenn ich die Lektüre auf einem Tisch ablege, kann ich den Abstand von der Lupe zu der Lektüre leichter festlegen. Ohne Tisch müsste ich in einer Hand die Lektüre halten und mit der anderen Hand den Abstand mit der elektronischen Lupe ausloten und herausfinden, wie ich die Lupe am besten halte, damit der Text nicht verschwommen, zu groß oder zu klein dargestellt wird. Außerdem hängt es auch von der Gestaltung des Covers und der (Hör)Buchrückseite ab, wie gut sich Titel, Autor und Klappentext lesen lassen.

Allerdings hatte ich das Glück, dass mir Skyara 2017 beschrieben hat, welche Hörbücher am Stand meiner Lieblingsverlage so zu finden waren. Wenn ich mit meinem Ge(h)folge unterwegs bin, erkundige ich mich auch immer, ob irgendwo Hörproben herumliegen, die mitgenommen werden können.

Wie oben bereits beschrieben, interessieren mich vor allem die Veranstaltungen an Messen, in denen Gespräche stattfinden oder Geschichten vorgestellt werden oder es eben ans Schreiben eigener Texte geht. Bei vielen Terminen werden auf einem Bildschirm dazugehörige Präsentationen dargestellt. Oft sind diese Präsentationen eine Ergänzung zu dem Gesagten, was mir sehr entgegenkommt, da ich die Folien nicht lesen kann und so nichts verpasse, weil nebenbei ja noch gesprochen wird. Manchmal kommt es aber auch vor, dass die Folien eine Grundlage darstellen, wie beispielsweise bei einer Präsentation von Books on Demand auf der Leipziger Buchmesse 2017. Solche visuellen Veranstaltungen versuche ich dann eher zu vermeiden.

Für was ich leider noch keine Lösung gefunden habe: Viele BloggerInnen schwärmen davon, dass vor allem die Begegnungen mit AutorInnen oder Lieblingsmenschen ihren Buchmessebesuch ausmachen. Ich kann keine mir bekannten AutorInnen oder BloggerInnen erkennen und bin daher immer darauf angewiesen, dass meine Begleitpersonen dieselben Menschen kennen, wie ich, oder ich eben von Leuten angesprochen werde. Deswegen poste ich regelmäßig vor Buchmessen, an welchen Orten meine Begleitpersonen und ich zu finden sein werden und weise darauf hin, dass ihr meinen Begleitungen auch gerne einen Hey-ich-will-mit-euch-reden-Blick zuwerfen könnt, wenn ihr euch nicht traut, uns direkt anzusprechen.

Habt ihr weitere Fragen? Ab in die Kommentare damit!


Und Du? 

Deine Frage wurde in diesem Artikel noch nicht beantwortet?
Vielleicht können Dir die oben verlinkten Beiträge weiterhelfen. Ansonsten kannst Du mir Deine Frage auch gerne per Mail an EmmaZecka@gmx.de schicken oder mir einen Kommentar unter diesem Beitrag hinterlassen.

Du hast eine Behinderung und hast Dich bereits ins Messegetümmel gestürzt? Wie hat Dir Dein Buchmessen Besuch gefallen?

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Die fünf letzten Beiträge dieser Rubrik
5 Dinge, die ich gerne vor Beginn meines Studiums gewusst hätte:
1. Dass man niemals an seien Hilfsmitteln sparen sollte
3. Dass es Spaß machen kann in der ersten Reihe zu sitzen und dort immer ein Platz frei ist.
Wie ich lese - BLG Tutorial - HIER KLICKEN

Zu meiner Person und der Sache mit der Sehbehinderung: Ich bin von Geburt an auf dem linken Auge blind und auf dem rechten Auge hochgradig sehbehindert. Seit 2017 beträgt mein Sehrest 2%, was bedeutet, dass ich nach dem Gesetz als blind gelte. In der Praxis heißt dass: Ich...
  • Habe Mühe mich in unbekannten oder schlecht beleuchteten Räumen zu orientieren 
  • Erkenne mir bekannte Personen nicht im Vorbeigehen 
  • Laufe mit einem Blindenlangstock (von mir als Elderstab betitelt) pendelnd durch die Weltgeschichte 
  • Kann keinen Blickkontakt aufnehmen und mit der Mimik meines Gegenübers nichts anfangen 
  • Kann Personen, die in unmittelbarer Nähe (linker, rechter Sitznachbar je nach Entfernung auch mein Gegenüber) erkennen, alle was darüber hinaus geht aber nicht
Achtung: Mit den Prozenten und dem Sehrest verhält es sich sehr subjektiv. Nicht alle Menschen, die 2% sehen müssen beispielsweise einen Langstock zur Orientierung nutzen.
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Donnerstag, 27. September 2018

* Witwendramen

Bild von
RandomHouse Audio
Steckbrief 

Name: Witwendramen
Autor: Kusz Fitzgerald
Verlag: RandomHouse Audio
Geeignet für: Menschen, die Theaterstücke mögen
Gelesen oder gehört: gehört als szenische Lesung, Livemitschnitt
Sprecher: Katharina Thalbach, Anna Thalsbach, Nellie Thalbach
Bewertung: 4 von 5 Punkten


Klappentext 

(von RandomHouse Audio

"Eine Revue für mehrere Witwen, kongenial interpretiert von Katharina, Anna und Nellie Thalbach

Jenseits aller Schicksale, die hinter dem Begriff „Witwe“ lauern, von der Witwe Bolte bis zur Lustigen Witwe: Um die Witwe ranken sich zahlreiche Sprichwörter, Dramen und Geschichten, deren Szenen zwischen Komik und Tragik oszillieren. Fitzgerald Kusz hat sich um die Befindlichkeit von Witwen seine heiteren, ironischen und traurigen Gedanken gemacht und sie zu Witwendramen zusammengefügt."


Meine Meinung

Bei Witwendramen handelt es sich um ein besonderes Hörbuch. Hier haben wir nämlich keinen klassischen Roman vor uns, sondern genießen den Livemitschnitt eines Theaterstücks. Auf der Bühne durften die Zuschauer Katharina, Anna und Nellie Thalbach bewundern. Und schon nach wenigen Minuten hatte mich die Interaktion der drei Frauen für sich gewinnen können. Obwohl es sich hier um einen Livemitschnitt handelt und wir also davon ausgehen müssen, dass sich die Schauspielerinnen während der Lesung auch bewegt haben, ist das Hörbuch wirklich gut produziert. Es gibt beispielsweise keine Unterschiede in der Lautstärke und man wird auch nicht durch Nebengeräusche von der Lesung abgelenkt.

Inhaltlich wird in Fitzgeralds Stück Witwendramen das Witwendasein besprochen. Hier wurde auch deutlich, dass die Thalbach Frauen eine ziemlich gute Besetzung für das Theaterstück sind. Sie konnten nämlich die verschiedenen Generationen der Witwe darstellen. Die älteste Witwengeneration, verkörpert von Katharina Thalbach, die viele Jahre mit einem Ehemann verbracht hat und jetzt hin- und her gerissen ist: Einerseits ist sie froh, endlich frei zu sein, andererseits merkt sie, dass sie gar nicht wirklich weiß, was sie mit der neu gewonnenen freiein Zeit anfangen soll.
Dann kommen die jüngeren Witwen, die deutlich machen, dass es das absolut Schlimmste ist, in diesem Alter schon verwitwet sein zu müssen. Die jungen Witwen sehnen sich nach einer neuen Partnerschaft während sich die Witwengeneration von Katharina Thalbach fragt, ob sie sich überhaupt nochmal auf eine Beziehung einlassen soll.
Was man aber unbedingt wissen sollte: Hier und da geht es bei Witwendramen ganz schön unter die Gürtellinie. So gibt es ein paar Scherzfragen oder Witze auf Kosten der Männer, die beim Publikum zwar gut ankamen, mir aber auch ein bisschen die Verbitterung der Witwen zeigen. Diese Witze versuchten etwas Trauriges so zu verpacken, dass es verharmlost werden sollte. Allerdings wurde bei vielen Witzen der Verlust der Witwe für mich nur noch deutlicher hervorgehoben.

Wer nicht gerne Theaterstücke hört, könnte mit dieser Lesung entweder die Liebe zum Theater entdecken oder ist mit der Inszenierung etwas überfordert. Es gibt zwar drei Rollen, auf die die Darstellerinnen immer wieder zurückkommen. Es gibt aber auch immer wieder Monologe echter Witwen, wie beispielsweise von Jacky Kennedy oder der Witwe von Bertold Brecht. Und hier stellt sich natürlich die Frage, wie viel Wahrheit in diesem Monolog steckt. Verwirrt stellte ich manchmal fest, dass mir nicht ganz klar war, ob wir in manchen Szenen noch mitten im Echte-Witwen-Monolog steckten oder schon wieder eine fiktive Witwe vor uns hatten. Allerdings stellt dies kein Kritikpunkt an der Hörbuchgestaltung dar, da mir das auch als Zuschauerin hätte passieren können.

Gesamteindruck
Zusammenfassend kann ich sagen, dass mir die Inszenierung von Witwendramen an manchen Stellen ein Lächeln aufs Gesicht gezaubert und mir die Lust auf einen Theaterbesuch wieder gebracht hat. Bei Witwendramen handelt es sich um ein Hörbuch, das man unbedingt in dieser Besetzung gehört haben muss. Die Interpretation der Thalbach Frauen ist definitiv gelungen.

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* Dieses Hörbuch wurde mir als Rezensionsexemplar vom RandomHouse Audio Verlag zur Verfügung gestellt.


Dienstag, 25. September 2018

* Verstand und Gefühl

Bild von
Argon Verlag
Steckbrief 

Name: Verstand und Gefühl (auch als Buch erhältlich)
Autor: Jane Austen
Verlag: Argon Verlag
Geeignet für: Austen-Fans, Leser von Liebesromanen
Gelesen oder gehört: gehört als ungekürztes Hörbuch
Sprecher: Eva Mattes
Bewertung: 2,5 von 5 Punkten


Klappentext 


"Elinor und Marianne Dashwood sind so verschieden, wie zwei Schwestern nur sein können: während die eine diszipliniert und vernünftig ist, handelt die andere emotional und impulsiv. Dennoch verbindet beide das scheinbar ausweglose Schicksal, sich im England des achtzehnten Jahrhunderts den gesellschaftlichen Zwängen unterwerfen und auf ihre große Liebe verzichten zu müssen...
Jane Austen ist auch fast zweihundert Jahre nach ihrem Tod eine der weltweit beliebtesten und meistgelesenen Autorinnen. Ihre erzählerische Brillanz, ihre feine Ironie und souveräne Menschenkenntnis haben ihre Werke in den Rang der Weltliteratur erhoben. Auch in diesem Roman verbindet Jane Austen auf eindrucksvolle Weise realistische Beschreibungen ihrer Zeit mit der detaillierten Darstellung der Gefühlswelten der beiden Hauptfiguren."


Meine Meinung 

Wie der Klappentext bereits erwähnt, geht es bei Verstand und Gefühl um die beiden Schwestern Elinor und Marianne. Elinor und Marianne sind beide im heiratsfähigen Alter und so stellt sich die Frage, welche Männer für die Schwestern geeignet sind. Geht es wirklich um Liebe? Oder hauptsächlich darum, finanziell abgesichert zu sein?

Elinor handelt zwar nach außen hin vernünftig und schafft es, ihre Gefühle vor ihrer Familie zu verbergen. Dennoch heißt es nicht, dass sie in der Geschichte nicht leidet.
Marianne hingegen wird als emotional beschrieben. Emotional meint in diesem Sinne zum einen ausgelassen und fröhlich aber  zum anderen auch tief traurig und verletzt. Da Marianne sich sehr auf ihre Emotionen verlässt, bereitet es ihr Mühe Schicksalschläge zu verarbeiten und nach außen hin zu funktionieren.

Das Schöne an Verstand und Gefühl ist, dass wir wissen, dass Jane Austen zu der Zeit gelebt hat, in der ihre Geschichte auch spielt. Wir haben hier also eine Autorin, die die Konflikte und Gedanken der damaligen Gesellschaft aus erster Hand erzählt und nicht jemanden, der viel recherchieren musste, um einen  historischen Roman schreiben zu können.

Dennoch war und ist mein größtes Problem an der Geschichte, Jane Austens Schreibstil. Einerseits war es spannend zu lesen, wie Literatur im 18. Jahrhundert erzählt wurde und was die LeserInnen damals anscheinend anzog. Andererseits fand ich den Schreibstil unglaublich langatmig und beschreibend. Mit beschreibend meine ich, dass Austen uns das Gefühlsleben unserer Charaktere vorkaut. Sie schlüpft hier in die Rolle der allwissenden Erzählerin und schmückt diese Rolle auch bis ins kleinste Detail aus. Wenn sie nicht gerade damit beschäftigt ist uns zu erklären, wie oder was ein jeweiliger Charakter denkt, dann schafft sie einen Dialog in dem zwei Personen das Verhalten von einer dritten Person erörtern und darüber referieren, für welche Option man sich am besten entscheiden sollte.

Natürlich gab es einen Spannungsbogen, weil die Frage im Raum stand, ob Elinor und Marianne einen passenden Partner finden. Aber dennoch fehlte mir der Aufbau des Spannungsbogens, weil mir gefühlt alle Informationen mehr oder weniger direkt geliefert wurden und ich als Leser überhaupt nicht mitraten musste.

Was mir dennoch sehr gut an der Geschichte gefiel, war die Hörbuchgestaltung. Als ich hörte, dass Eva Mattes das Hörbuch liest, war ich sehr angetan und freute mich auf die Lesung. Eva Mattes hat es dann geschafft, mir ein paar Aspekte der Geschichte näherzubringen, die ich beim Anlesen der Buchausgabe nicht wahrgenommen habe.
Zum einen hat sie anhand ihrer Interpretation von verschiedenen Nebencharakteren gezeigt, welche Eigenschaften diese Charaktere mit sich bringen und ob diese von unseren Protagonistinnen geschätzt oder eher verachtet werden. Außerdem gab es immer wieder Situationen, in denen mir nicht klar war, ob das gerade Geschehene gut oder schlecht war. Eva Mattes brachte durch ihre Betonung für mich etwas Licht ins Dunkle. Verstand und Gefühl war das zweite Hörbuch, welches ich von der Sprecherin hörte. (Die neapolitanische Saga fasse ich mal als eine Geschichte zusammen, da sie ihre Interpretation im Wesentlichen nicht ändert). Deswegen fand ich es spannend, Eva Mattes einmal in einer anderen Geschichte zu erleben. Sie passt sich gut der Atmosphäre der Geschichte an. Wenn es lebhaft wird und es einen Grund zu feiern gibt, liest sie schneller. Wenn unsere Charaktere eine schlechte Nachricht bekommen haben, liest sie langsamer und weicher.

Gesamteindruck
Ich fand es spannend, eine Geschichte zu lesen, die von einer Frau geschrieben wurde, welche auch zur damaligen Zeit lebte, in der die Geschichte gespielt hat. Dennoch empfand ich Jane Austens Schreibstil als unglaublich ermüdend und verstand zum ersten Mal das Leid der Schüler, die im Deutsch- oder bei Austen wohl eher Englischunterricht, Texte interpretieren mussten, über die es einfach nichts zu sagen gibt.

Wäre Eva Mattes nicht gewesen, hätte ich mich wahrscheinlich nicht an das Hörbuch getraut. Die Sprecherin hat es geschafft, mich bei Laune zu halten und dafür zu sorgen, dass ich das Hörbuch noch beendet habe.

Allen, die Probleme mit Klassikern und älterer Sprache haben, kann ich nur empfehlen, sich einen Klassiker als Hörbuch anzuhören.

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* Dieses Hörbuch wurde mir vom Argon Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. 

Sonntag, 23. September 2018

Der sonntägliche Lesemarathon

Bild von A. Mack
Guten Morgen Buchlinge,

einige von euch haben es bei Facebook und Twitter bereits gelesen: Ich möchte diese Sonntag nutzen und einen Lesemarathon bzw. in meinem Fall ja eher Hörmarathon einzulegen. Ihr seid herzlich dazu eingeladen, mir in der Facebook Veranstaltung oder bei Twitter unter dem #Lesemarathon Gesellschaft zu leisten. Es wird wieder ein paar Aufgaben geben. Damit ihr den Überblick nicht verliert, veröffentliche ich den vollständigen Ablaufplan, der aber noch nicht die Aufgaben enthält. Ich will euch ja nicht spoilern.

Das Bild könnt ihr gerne verwenden, allerdings nur unter der Bedingung, dass ihr als Quellangabe diesen Beitrag angebt.


Der Ablaufplan 

10:00 - 11:00 Uhr: Ankommen und langsames Aufwärmen
11:00 - 12:00 Uhr: Auf die Plätze, fertig, looos! Der Startschuss ist gefallen
12:00 - 13:00 Uhr: Erste Etappe
13:00 - 15:00 Uhr: Mittagspause
15:00 - 16:00 Uhr: Verdauungsspaziergang
16:00 - 17:00 Uhr: Noch einmal richtig Gas geben
17:00 - 18:00 Uhr: Ab ins Ziel
Bei Bedarf: 18:00 - 20:00 Uhr: Aftershow Party


10:00 - 11:00 Uhr 

Ankommen und langsames Aufwärmen 
Mit welcher Geschichte möchtest Du den heutigen Lesemarathon bestreiten? Welche Ziele hast Du Dir gesetzt?

Ich möchte heute unbedingt Verstand und Gefühl von Jane Austen beenden. Das Buch hatte ich ja bereits abgebrochen. Aber dank Eva Mattes konnte ich mich noch einmal aufraffen und mit dem Hörbuch beginnen.
Wenn alles gut läuft, kann ich heute auch noch mit einem zweiten Hörbuch beginnen.
Zeitliche Ziele setze ich mir nicht.


11:00 - 12:00 Uhr 

Auf die Plätze, fertig looos! Der Startschuss ist gefallen 
Was kannst Du uns über die Protagonisten Deiner Lektüre verraten? Sind Dir die Protagonisten Deiner Geschichte sympathisch oder gehen sie Dir auf die Nerven?

Die Protagonistinnen von Verstand und Gefühl sind die Schwestern Elinor un Marianne. Beide Frauen könnten nicht unterschiedlicher sein: Elinor ist sehr nüchtern und trifft rationale Entscheidungen. Sie schafft es, sich nicht von ihren Gefühlen leiten zu lassen, diese aber in einem gewissen Rahmen auch zuzulassen.
Marianne hingegen ist sehr emotional. Man kann ihr ansehen, ob es ihr gut oder schlecht geht. Sie hat Mühe, ihre Gefühle vor Menschen zu verbergen.

Beide Frauen sind mir sehr sympathisch. Obwohl sie verschieden sind, versuchen sie dennoch sich gegenseitig zu helfen und füreinander da zu sein.


12:00 - 13:00 Uhr 

Die ersten Meilen liegen hinter uns 
Nun macht sich langsam ein Magenknurren breit. Doch zwischen uns und der Mittagspause liegt noch eine weitere Etappe: Gibt es in Deiner Geschichte Speisen, die es Dir angetan haben?

Obwohl Jane Austen von vielen geselslchaftlichen Anlässen berichtet und beinahe kein Tag vergeht an dem unsere Dashwood Schwestern nicht unter Leuten sind, beschreibt sie dennoch keine Mahlzeiten, die bei solchen Anlässen angeboten werden.
Aber da die Dashwood Schwestern in vornehmer Gesellschaft sind, nehme ich mal an, dass es dort sehr leckere Speisen gibt.


13:00 - 15:00 Uhr 

Mittagspause
Außer Atem erreichst Du das Etappenziel. Lass Deine Geschichte, Geschichte sein und gönn Dir an dieser Stelle eine kleine Pause. Schnapp Dir etwas zum Essen und erhol Dich, bevor wir uns um 15:00 Uhr wieder an der Startlinie einfinden.

Ich hätte nicht gedacht, dass ich das einmal sagen werde, aber pünktlich zur Mittagspause nimmt Verstand und Gefühl wirklich an Fahrt auf und ich freue mich sehr, nach der Pause wieder weiterzuhören.


15:00 - 16:00 Uhr 

Verdauungsspaziergang 
Wie hast Du die Mittagspause verbracht? Musst Du auf diesem Spaziergang auch den Inhalt Deiner aktuellen Lektüre verdauen?

Verdauen muss ich bis auf mein Mittagessen nicht wirklich etwas. Jane Austen hat einen erzählenden Schreibstil und kaut dem Leser sehr viel vor. Das sorgt dafür, dass ich nicht mitraten kann, sondern darauf warten muss, wann mir Jane Austen die nächsten Informationen gibt. Die Handlung ist ganz interessant, aber es fehlt dennoch an Spannung.


16:00 - 17:00 Uhr

Noch einmal richtig Gas geben 
Der Lesemarathon neigt sich dem Ende entgegen. Was hast Du Dir für die verbleibende Zeit noch vorgenommen? Was denkst Du inzwischen über Deine aktuelle Lektüre?

Erst einmal ist mir gerade aufgefallen, dass ich mein Update vergessen habe. Ich formatiere nebenher ein Buch und muss noch jede Menge Anführungszeichen anführen. Das Gute ist, diese Tätigkeit lässt sich gut neben dem Hörbuch hören machen. Leider komme ich doch langsamer voran, als ich möchte.
Mein Ziel Verstand und Gefühl zu beenden, habe ich fast erreicht. An sich ist es eine nette Geschichte, aber es gibt eine Wendung, die ich nicht wirklich verstehe. Deswegen bin ich sehr beruhigt, dass ich mit dem Freiburger Bücherstammtisch über diese Lektüre diskutieren werde.


17:00 - 18:00 Uhr 

Ab ins Ziel
Wie hat Dir der Lesemarathon gefallen? Hast Du Interesse an solchen Aktionen oder sind Dir Lesenächte lieber? Hast Du Deine Ziele erreicht? Und wie sieht es mit Deinen Kräften aus? Aftershow Party oder schneller Heimweg?

Tatsächlich habe ich bei diesem Lesemarathon mehr gelesen bzw. gehört, als bei den bisherigen Lesenächten. Und Sonntage sind hier ein schöner Rahmen, da es bei mir am Sonntag immer recht gemütlich zugeht.
Meine Lektüre habe ich fast beendet. Danach werde ich eine kleine Pause machen und mir die Notizen zur Rezension aufschreiben, bevor ich mit einer neuen Lektüre beginne.


Kurz nach 20:00 Uhr 

Witwendramen oder Witwenhorror? 
Nachdem ich Verstand und Gefühl beendet habe, habe ich mit meinem zweiten Rezensionsexemplar Witwendramen begonnen. Und die Lesung ist einfach genial. Das Hörbuch ist eine Livelesung und ich darf euch kommende Woche mehr darüber erzählen.

Jetzt wechsele ich aber zu meiner Lieblingsradiosendung und formatiere nebenher das Buch weiter.

Vielen Dank, dass ihr mit dabei wart und bis bald!


Mittwoch, 19. September 2018

Die Sommerpause ist vorbei: Bücherstammtisch in Freiburg im September

Bild von A. Mack
Hallo Buchlinge,

ja, ihr lest richtig: Die Sommerpause des Freiburger Bücherstammtisches ist beendet und wir starten mit neuer Energie in unsere zweite Jahreshälfte. (Ja, Hälfte ist wahrscheinlich nicht ganz der richtige Ausdruck). Meine Vorfreude auf dieses Bücherstammtisch Treffen war besonders groß: Zum einen, weil wir endlich wieder ein Stammtisch Treffen hatten und zum anderen, weil uns spannende Themen erwarteten. Aber eigentlich sind unsere Themen ja immer spannend, oder? Diesmal brachte ich wieder einen Rucksack voller Geschichten mit. Beginnen wir aber von vorne...


Beeindruckende und verstörende Geschichten 

Kommen wir zuerst zu unseren verstörenden Geschichten: Isona erzählte uns hier von Peter Pan. Ihr war Peter als Protagonist extrem unsympathisch. Er hatte Eigenschaften, die sie nicht mit der Disney Verfilmung in Verbindung bringen konnte. Und immer, wenn ihr jetzt jemand erzählt, dass er unbedingt wie Peter Pan sein wolle, denkt sie sich, dass derjenige unbedingt mal das Buch lesen sollte, um einen anderen Eindruck von der Geschichte zu bekommen. Über die Entstehungsgeschichte von Peter Pan waren wir uns dann aber nicht ganz einig. Ich hatte mal vor einer Weile eine Verfilmung mit Johnny Depp in der Hauptrolle gesehen, der dort den Autor J. M. Barrie spielt. Dieser lernt eine alleinerziehende Mutter mit drei Söhnen kennen, die er sehr ins Herz schließt. Einer der Söhne, der zufälligerweise auch noch Peter heißt, inspiriert ihn dann zu dem Bühnenstück Peter Pan. Bücherstammtisch Mitglied Isabelle kannte den Film ebenfalls, hat aber auch die Geschichte gehört, dass der Autor sein Bühnenstück seinem Sohn gewidmet hat, der als Kind gestorben ist und somit nie erwachsen werden konnte.

Bild von A. Mack

emion berichtete uns von Die dunkle Seite des Mondes von Martin Suter, in dem es um einen drogenabhängigen Protagonisten ging. Da sie uns ausdrücklich davon abriet, das Buch zu lesen, fasste sie den Inhalt für uns zusammen. Und ich stellte fest, dass ich manche Handlungsstränge der Geschichte wirklich fragwürdig finde. Allerdings möchte ich gern einmal etwas von Martin Suter lesen, da ich am Rande mitbekomme, dass er regelmäßig mit Büchern auf Bestsellerlisten vertreten ist und auch in Literatursendungen im Fernsehen oder im Radio besprochen wird.

Isabelle griff auf eine in Baden-Württemberg nur allzu bekannte Schullektüre zurück: Nämlich Der Prozess von Franz Kafka. Sie meinte, dass der Protagonist der Geschichte angeklagt werde, man aber nie erfahre, weswegen er vor Gericht stehe. Außerdem gebe es Szenenwechsel, die auf sie eher chaotisch wirkten. emion schloss unsere Diskussion dann mit folgendem Zitat ab: "Wenn du deinen BAföG Antrag mit einem Buchtitel beschreiben müsstest..."
Leider - ja, ich sehe schon, wie die Bücherstammtisch Mitglieder an dieser Stelle mit den Augen rollen - musste ich in der Schule nie etwas von Franz Kafka lesen. Ich hoffe, ich komme bald dazu, ein Buch des Autors zu lesen.

Und ich? Ich hatte zwei Geschichten im Gepäck. Zum einen erzählte ich kurz noch einmal von meinem Aufreger von 2017 nämlich Sturmflimmern von Moira Frank. Die Handlungsstränge sind hier einfach nicht gut miteinander verknüpft und die Handlung wirkt auch unrealistisch. Außerdem konnte mich der Schreibstil nicht packen.
Zum anderen habe ich *Nacht über Tanger von Christine Mangan mitgebracht. Die Geschichte ist zwar packend erzählt und nein, das erwähne ich jetzt nicht nur, weil es sich bei dem Hörbuch um ein Rezensionexemplar handelt, aber gerade das Ende hat bei mir ein mulmiges Gefühl im Magen hinterlassen, weil eine unser Protagonistinnen genau sieht, welches Unheil auf sie zukommt und sie ihrem Schicksal einfach nicht entkommen kann.

Kommen wir nun also zu den beeindruckenden Büchern: emion berichtete hier von Der Look von Sophie Bennett. Hier war emion positiv von der Geschichte überrascht und hätte nicht damit gerechnet, dass die Handlung auch etwas Tiefe mit sich bringt.
Isona verwies noch einmal auf Six of Crows, das sie übrigens auch für euch rezensiert hat.

Und ich? Ich konnte mich buchstäblich nicht beherrschen und habe jede Menge Geschichten mitgebracht:
Ein plötzlicher Todesfall von J. K: Rowling. In der Geschichte stirbt Barry. Er war in dem Dorf, in dem er lebte, sehr engagiert. Sein Tod hat Auswirkungen auf verschiedene Charaktere, aus deren Sicht wir Ein plötzlicher Todesfall erleben. Beeindruckend an dieser Geschichte fand ich zum einen, welche Auswirkungen Barrys Tod für einzelne Charaktere hat. Zum anderen beeindruckte mich, dass ich in Ein plötzlicher Todesfall Elemente von J.K. Rowling wiedererkannt habe, die mir auch bei der Harry-Potter-Reihe aufgefallen sind, wie beispielsweise ihre Art Charaktere und Situationen zu beschreiben. In diesem Buch bringt J.K: Rowling übrigens Gesellschaftskritik an. Und die Bücherstammtisch Mitglieder konnte ich mit der These beeindrucken, dass man nach der Lektüre das Lied Umbrella von Rihanna mit anderen Augen sehen wird. Besonders schön fand ich, dass J.K. Rowling mit Ein plötzlicher Todesfall zeigt, dass sie eben eine Autorin ist, die auch in anderen Genres und außerhalb der Harry Potter-Reihe überzeugt.

Um gleich mal bei J.K. Rowling zu bleiben: Ich brachte auch *Quidditch im Wandel der Zeiten mit, ein Fachbuch in dem J.K. Rowling in die Rolle des Kennilworthy Whisp schlüpft. Meine Ge(h)folge Mitglieder emion und Isona ließen es sich natürlich nicht nehmen, mich zu fragen, wie der Autor denn mit Vornamen heißt, weil ich mich in einer Podcast Folge davor gedrückt habe, ihn auszusprechen. Und tatsächlich habe ich die kleine, sprachliche Challenge erfolgreich bestanden.

Dann versuchte ich die Bücherstammtisch Gruppe, insbesondere Isona, für Adams Erbe von Astrid Rosenfeld zu begeistern. Über dieses Buch erzähle ich nicht mehr so viel, da ich bereits eine Rezension und eine Podcast Folge zu der Geschichte veröffentlicht habe.


Einzelbände vs. Buchreihen 

Bevor wir uns die mitgebrachten Geschichten vorstellten, sprachen wir über das Thema Buchreihen vs. Einzelbände im Allgemeinen: Bei Buchreihen störte uns vor allem, das es eben oft mehrere Bände gibt und je nachdem, wie viele Bände einer Reihe bereits auf dem Markt sind, fällt es schwer, sich zu motivieren, mit einer neuen Reihe zu beginnen. Außerdem muss man immer auf die Folgebände warten. Je nachdem wie lange das dauert, kann es sein, dass der Inhalt des vorherigen Bandes schon verblasst ist und man diesen dann erst noch einmal lesen muss, bevor mit dem aktuellen Folgeband begonnen werden kann.

Was wir an Buchreihen bevorzugen: Wir können mehr Zeit mit unseren Charakteren verbringen. Isona führte hier ein treffendes Beispiel an: Sie meinte, dass es Menschen gibt, über die wir gerne mehr erfahren möchten, oder mit denen wir gerne mehr Zeit verbringen wollen. Allerdings treffen wir diese Menschen nur in einem bestimmten Kontext und kommen so nicht über ein Thema hinaus. Nun der Bezug zu Buchreihen: Hier lernen wir unsere Charaktere in verschiedenen Situationen kennen.
Schön ist es auch, wenn es Buchreihen mit Bänden gibt, in denen dieselben Charaktere auftauchen, deren Handlung aber in sich geschlossen ist.

Und bevor ich jetzt zu unseren mitgebrachten Geschichten komme, muss ich erst einmal klarstellen: Harry Potter steht natürlich außer Konkurrenz.

Isabelles absolute Lieblingsreihe ist und bleibt Red Rising. Warum? An dieser Stelle bin ich einmal gemein und verkünde, dass ihr sie das gerne mal bei einem Bücherstammtisch Treffen fragen könnt. Es wäre ja auch langweilig, wenn ich die Spannung an dieser Stelle raus nehme, oder?

Bild von A. Mack
Ich konnte mich noch beherrschen und schaffte es, den Bücherstammtisch Mitgliedern nicht schon wieder ausführlich von der neapolitanischen Saga vorzuschwärmen. Außerdem berichtete ich noch von Pinkmuffin@berryBlue. Hierbei handelt es sich um eine E-Mail Romanreihe, die für Kinder, oder Leute geeignet ist, die gerne Kinderbücher lesen. Hier bringen die beiden Autoren Joachim Friedrich und Hortense Ulrich viel Humor mit und haben zwei tolle Protagonisten mit sehr unterhaltsamen Nebencharakteren erschaffen. Die Geschichten sind in sich geschlossen, es kann aber von Vorteil sein, mit dem ersten Band zu beginnen.
Außerdem verwies ich auf J.K. Rowlings Krimireihe, in der es um den Protagonisten Cormoran Strike geht. Der aktuelle Band ist seit dieser Woche in der Originalsprache erhältlich. Ich muss mich leider noch etwas gedulden, weil das deutschsprachige Hörbuch mit dem Titel Weißer Tod erst am 27. Dezember erscheint. Aber zum Glück wird es wieder von Dietmar Wunder gelesen. Die Vorfreude steigt.

emion meinte, dass man die Ugly-Reihe von Scott Westerfield nicht auf vier Bände hätte ausdehnen müssen. Hier konnte ich ihr nur zustimmen. In den verschiedenen Bänden werden zwar spannende Aspekte thematisiert, die man aber auch hätte zusammenkürzen können.
Leider musste ich an dieser Stelle berichten, dass mir die Panem-Reihe von Suzanne Collins leider nicht gefallen hat. Toll war, dass die Handlung des ersten Bandes in sich geschlossen war und man die Reihe an dieser Stelle hätte auch beenden können. Die Reihe ist im allgemeinen sehr düster und hat keine schöne Botschaft. Wir erleben über drei Bände hinweg, wie Katniss als Protagonistin physisch und psychisch zerstört wird, erfahren aber nicht, wie sie die Traumata überwinden kann.

Isabelle und ich waren auch der Meinung, dass man Infernale von Sophie Jordan ebenfalls gut als Einzelband betrachten könne. In der Geschichte wird Davy positiv auf ein Mördergen getestet: Der Test besagt also, dass sie im Laufe ihres Lebens einen Menschen töten wird. Und das obwohl sie bisher keiner Fliege etwas zu leide getan hat. Und es bleibt die Frage, ob die Prophezeiung wirklich zutrifft.


Glück im Unglück - Unser Raum ist gefragt 

Leider waren wir im September etwas unter Zeitdruck, da es ein kleines organisatorisches Problem mit unserem Raum gab. Um 19 Uhr wollte sich dort nämlich eine Schreibgruppe treffen. Da wir im September auch eine kleine Runde waren, reichte uns die Zeit gerade so.

Warum ich euch von der Panne berichte? Ich muss ja ein kleines Geheimnis um unseren Raum machen. Dieses Beispiel soll aber zeigen, dass unser Raum nicht nur gefragt ist, sondern auch ein öffentlicher Ort ist und dort literarisches Leben herrscht. Ich hoffe jedenfalls, dass einige von euch vielleicht in den nächsten Monaten mal bei einem unserer Treffen vorbeischauen werden.


Bücherstammtisch in Freiburg? Ich will mitmachen! 

Du kommst aus Freiburg oder der näheren Umgebung und möchtest Dich mit anderen Bücherwürmern einmal im Monat über Bücher austauschen? 

Dann bist Du hier genau richtig: Wir treffen uns einmal im Monat an einem Montag ab 17:20 Uhr vor dem Haupteingang der Buchhandlung Rombach in der Bertoldstraße in Freiburg.
Von dort aus gehen wir gemeinsam zu unserem Raum. Monatlich legen wir bestimmte Themen fest, über die wir dann bei unseren Treffen sprechen.
Auf dieser Seite findet ihr Infos zu unseren nächsten Treffen und den Themen. 

Momentan besteht unsere Gruppe aus Studierenden, ist aber für alle Altersgruppen offen. Wir reden hauptsächlich über Bücher aus der Belletristik (Unterhaltungsliteratur wie beispielsweise Fantasy, Jugendbuch, Thriller) sind aber auch offen für Bücher aus anderen Bereichen.

Um auf dem Laufenden zu bleiben, hast Du zwei Optionen: 

Mailverteiler
Du lässt Dich in den Mailverteiler eintragen. Hier lade ich regelmäßig zu den Stammtisch Treffen ein oder verschicke Umfragen, damit wir die Themen unserer Treffen festlegen können.
Den Mailverteiler führe ich über GMX: Deine E-Mailadresse wird also in meinem GMX Account im Adressbuch gespeichert, aber nur nach Deinem Einverständnis an die anderen Bücherstammtisch Mitglieder weitergegeben. 

Wir sind auch bei Facebook vertreten. Auch hier werden Einladungen und Umfragen geteilt. Ab und an bricht hier auch eine spannende Diskussion aus. 


Wir freuen uns auf Dich!

Montag, 17. September 2018

[Buchclub] Bücher gegen die dunklen Stunden

Bild von A. Mack
Hallo Buchlinge,

in unserer Facebook Gruppe sind die Diskussionen zu unseren ersten drei Buchclub Bücher noch in vollem Gange. Da der September sich langsam aber sich dem Ende entgegen neigt, wird es nun Zeit, ds zweite Buchclub Thema zu verkünden.
Ihr fragt euch, was es mit dem Buchclub auf sich hat? Dann werft doch einen oder vielleicht auch zwei Blicke auf diesen Beitrag



Bücher gegen die dunklen Stunden 

Die Tage werden kürzer und der Herbst macht sich langsam aber sicher bemerkbar. Mit welchen Büchern möchtest Du die dunklen Stunden etwas angenehmer gestalten? Oder freust Du Dich insgeheim schon auf die Herbst- und Wintermonate, damit Du endlich wieder zu einem Thriller greifen kannst? 

Schreibe Deine drei Buchvorschläge in die Kommentare.
Bitte erwähne dabei folgende Punkte:

  • Autor und Titel Deines Vorschlags 
  • Lege einen Link mit einer Beschreibung dazu. (Verlinke entweder direkt auf die Verlagsseite oder auf einen Onlineshop).

Die zweite Leserunde im Überblick 

Einreichen der Buchvorschläge: Mo 17.09 - So 23.09 
Abstimmung über die Vorschläge: Mo 24.09 - So. 30.09 
Verkündung der Ergebnisse: Montag 01.10. 
Gemeinsames Lesen / Austauschen: Oktober / November 
Bekanntgabe des neuen Themas: Montag 19.11. 


Die Leitungen sind geöffnet

Alles Licht, das wir nicht sehen von Anthony Doerr
Chocolat von Join Harris
Das Cafe am Rande der Welt von John Strelecky
David Copperfield von Charles Dickens
Der Distelfink von Donna Tartt 
Fahrenheit 451 von Ray Brandbury
Im Land der leeren Häuser von P. D. James
Lauf, Jane, lauf von Joy Fielding
Das Skript von Arno Strobel
Schöne neue Welt von Aldous Huxley

Du hast nun die Möglichkeit bis zum Sonntag den 30.09 für Deinen Favoriten abzustimmen. Das kannst Du entweder in der oben verlinkten Facebook Gruppe oder als Kommentar unter diesem Beitrag tun.
Wenn Du hier auf dem Blog über ein Buch diskutieren möchtest, dann schreib mir das doch gerne in den Kommentar, damit ich, falls Dein Wunschbuch ausgewählt wird, einen eigenen Thread dazu auf den Weg bringen kann. 

Samstag, 15. September 2018

Keine Ahnung, ob das Neujahr ist - Neues aus dem Hörverlag #4

Guten Morgen Buchlinge,

die Emma aus der Vergangenheit hat heute eine kleine Podcast Folge für euch vorbereitet. Während ich gerade wieder hessische Luft schnuppere, erzählt mein Vergangenheits-Ich euch heute von Keine Ahnung, ob das Liebe ist von Julia Engelmann und Neujahr von Juli Zeh.

Ich wünsche euch gute Unterhaltung




Inhaltsverzeichnis
00:00 Min: Intro
01:01 Min: Keine Ahnung, ob das Liebe ist
01:28 Min: Keine Ahnung, ob das Liebe ist Hörprobe
03:47 Min: Meinung zur Hörprobe
06:06 Min: Neujahr
06:43 Min: Neujahr Hörprobe
13:47 Min: Meinung zur Hörprobe
15:00 Min: Outro und Fragen an euch

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Donnerstag, 13. September 2018

Mr. Peardrews Sammlung der verlorenen Dinge

Bild von
HörbuchHamburg
Steckbrief

Name: Mr. Peardews Sammlung der verlorenen Dinge (auch als Buch erhältlich)
Autor: Ruth Hogan
Verlag: HörbuchHamburg
Geeignet für: Menschen, die Geschichten fürs Herz suchen,
Gelesen oder gehört: gehört in ungekürzter Fassung
Sprecher: Rufus Beck
Bewertung: 3,5 von 5 Punkten


Klappentext 

(von HörbuchHamburg

"Jeder Gegenstand, den Anthony Peardew findet, hat eine Geschichte. Er sammelt und archiviert sie alle in seinem schönen viktorianischen Haus und plant, sie eines Tages an ihre ursprünglichen Besitzer zurückzugeben. Denn vor Jahren hat er selbst etwas verloren, das er bis heute sucht: ein Medaillon, das einst seiner großen Liebe gehörte und auf das er aufzupassen versprach. Das Alter zwingt Anthony, diese besondere Aufgabe an seine Assistentin Laura weiterzugeben. Doch diese ahnt nichts von dem Geheimnis, das hinter dem Erbe steckt. Gelingt es ihr, Anthony von seinem gebrochenen Versprechen zu erlösen?"


Meine Meinung 

Gestaltung 
Bei Mr. Peardews Sammlung der verlorenen Dinge machte ich eine ungewohnte Erfahrung: Obwohl ich mich sehr auf die Geschichte und vor allem den Hörbuchsprecher Rufus Beck freute, musste ich hier feststellen, dass mir die Interpretation von Rufus Beck leider nicht lag. Und das, obwohl er mich bisher mit jedem Hörbuch packen konnte.
Da wurde mir bewusst, dass Mr. Peardews Sammlung der verlorenen Dinge das erste Hörbuch aus der Erwachsenenliteratur war, das ich gelesen von Rufus Beck hörte. Sonst hatte ich ihn ausschließlich in Kinder- und Jugendbüchern hören dürfen. Und hier gibt es meist viele Dialoge, oder Möglichkeiten, Charakteren eine eigene Stimme zu geben. Und genau das sind Rufus Becks Stärken. Ich rechnete also damit, dass diese Werkzeuge auch bei Mr. Peardews Sammlung der verlorenen Dinge zum Einsatz kommen würden.

Bei Mr. Peardews Sammlung der verlorenen Dinge versuchte er viel über die Betonung zu steuern und hielt sich mit dem bekannten Stimme-verstellen-Element eher zurück. Allerdings habe ich über die Hälfte des Hörbuchs gebraucht, um mich an diese Art der Interpretation zu gewöhnen.

Inhalt 
Der Titel des Romanes führt uns hier etwas in die Irre und lässt uns vermuten, dass es in der Geschichte um Mr. Peardew geht. Wir lernen den älteren Herrn zu Beginn der Geschichte auch kennen. Er ist Autor, hat das Schreiben aber schon seit einer Weile aufgegeben und sammelt nun Dinge, die Menschen an den verschiedensten Orten verloren haben, mit dem Ziel, sie irgendwann an den rechtmäßigen Besitzer zurückgeben zu können. Zu Beginn der Geschichte finden wir gemeinsam mit Anthony Peardew die Asche eines Menschen. Gut versteckt in einer Keksdose.

Ruth Hogan erzählt die Geschichte von Mr. Peardews und den verlorenen Dingen aus verschiedenen Perspektiven: Wir lernen nämlich auch seine Assistentin und Haushälterin Laura, Anthonys Gärtner Freddy und Anthonys Nachbarin Sunshine kennen. Gemeinsam unterstützen die drei Charaktere Mr. Peardews bei seiner Aufgabe.

Außerdem gibt es da noch einen zweiten, großen Handlungsstrang. Wir lernen eine zweite Assistentin kennen. Eine Frau, die bei einem Verleger anfängt. Und dieser Handlungsstrang begleitet uns eine lange Zeit, bis wir endlich erfahren, was es damit auf sich hat.

Lange kam ich mit der Geschichte nicht wirklich zurecht. Ich erkannte zwar das Potential, das in Ruth Hogans Worten steckte, glaubte aber lange Zeit ein wichtiges Puzzleteil noch nicht gefunden zu haben und damit einen Schritt zurückzulegen. Dann brach die letzte Hörbuch CD an und ich wurde buchstäblich überrascht. Plötzlich passte alles zusammen und ich durfte feststellen, dass es sich bei Mr. Peardews Sammlung der verlorenen Dinge um eine wunderbare, zauberhafte Geschichte handelte.

Über die Charaktere kann ich an dieser Stelle leider nicht viel verraten, weil ihre Eigenschaften viel mit der Geschichte zu tun haben und ich euch dann ziemlich spoilern müsste. An dieser Stelle vielleicht nur so viel: Laura ist zu Beginn der Geschichte unsicher und weiß nicht, wo ihr Platz ist. Da lernt sie Sunshine kennen, die ahnt, dass Laura eine Freundin gebrauchen könnte. Es war schön zu beobachten, wie sich die drei Charaktere, also auch der Gärtner, einander annähern und langsam aber sicher Freunde werden.
Eine kleine Darstellung störte mich dann aber doch: Sunshine wird hier die Eigenschaft einer Allwissenden zugedacht. Sie kann die Geschichte der verschiedenen Gegenstände erahnen und glaubt zu wissen, ob sie wieder abgeholt oder für immer in Mr. Peardews Regalen verstauben werden. Und dieses allwissende Element störte mich etwas.

Schreibstil 
Ruth Hogan erzählt Mr. Peardews Sammlung der verlorenen Dinge aus der Sicht des allwissenden Erzählers. Und das fand ich hier besonders spannend, weil ich mich schon immer gefragt habe, wie man bei einem allwissenden Erzähler überhaupt Spannung aufbauen kann, da der allwissende Erzähler ja alles weiß. Ruth Hogan gab uns hier die Informationen häppchenweise. Innerhalb einer Szene konnte sie auch schon mal zwischen den Perspektiven einzelner Charaktere hin und her springen. Wenn es beispielsweise ein Gespräch zwischen Laura und Sunshine gab, erfuhren wir zuerst, was Laura denkt und wechselten dann zu Sunshines Perspektive. Und das alles, ohne, dass es unübersichtlich wurde.

Außerdem überraschte es mich, dass Ruth Hogan weitgehend ohne Dialoge auskam. Anfangs störte es mich etwas, weil Rufus Becks Stärken ja unter anderem in den Dialogen liegen. Nach und nach gewöhnte ich mich daran und erkannte, dass es diesen Schreibstil für die Geschichte brauchte. Ruth Hogan erzählt die Geschichte ruhig, beschreibend, ohne aber zu viel zu verraten.

Gesamteindruck 
Ich hatte zu Beginn sehr große Erwartungen an Mr. Peardews Sammlung der verlorenen Dinge. Das sorgte dafür, dass ich mich sehr lange nicht an das Hörbuch heran traute, weil ich immer auf den richtigen Moment wartete. Nachdem ich Ende August aber eine Lesung von Rufus Beck im Livestream gehört habe, bekam ich unglaublich Lust mal ein nicht magisches Buch des Sprechers zu hören. Mir persönlich lag die Interpretation leider nicht. Es kann gut sein, dass es euch mit der Lesung anders ergeht.

Dennoch möchte ich euch die Geschichte von Mr. Peardews Sammlung der verlorenen Dinge unbedingt ans Herz legen, weil Ruth Hogan hier wichtige Aspekte aus dem Leben erzählt und hier auch zeigt, was Zufälle manchmal bewirken können.