Sonntag, 3. Juni 2018

Die Krux mit den #3gutenDingendesTages

Foto: A. Mack
Hallo Buchlinge,

einige von euch haben auf Twitter vielleicht schon von dem Hashtag #3guteDingedesTages gehört. Hier teilen die Twitter Nutzer, wie der Name schon sagt, ihre drei guten Dinge des Tages. Doch was hat es damit auf sich? Welches Kriterum muss ein Ding erfüllen, um in dieser Liste aufzutauchen?
Diesen Fragen werde ich in dem Artikel auf den Grund gehen.

Herz ausschütten bei Twitter? Wie ich zu den drei guten Dingen kam
Buchlinge, ihr kennt diese Beiträge in eurer Timeline vielleicht auch. Menschen schütten via Social Media ihr Herz aus: Angefangen bei schlechten Tagen, über Zukunftsängste bis hin zu Depressionen. Immer wieder finden nachdenkliche Beiträge den Weg in meine Timeline.

Einerseits finde ich es eine mutige Geschichte, Ängste offen auszusprechen oder nicht so zu tun, als ginge es einem gut, wenn es im Inneren ganz anders aussieht.

Hinzu kommt: diese Beiträge sind im Internet zu lesen. Sie können zwar nicht immer direkt einer realen Person zugeordnet werden. Dennoch sind es oft Gedanken, die ich beispielsweise nicht öffentlich posten würde, einfach, weil ich denke, dass sie niemandem etwas angehen.

Andererseits stelle ich auch manchmal fest, dass ich den ein oder anderen Beitrag mit einem Augenrollen registriere und mich frage, was ich tun könnte, damit mein virtuelles Gegenüber eine andere Sicht auf die Welt bekommt und ob im Leben desjenigen wirklich alles so abgrundtief schlecht ist.

Und dann stieß ich dank Yvonne von Buchbanhof auf die 3gutenDingedesTages.
Zu Beginn war ich noch unsicher, welche Dinge ich hier berichten soll. Gab es überhaupt Menschen, die sich für meinen Alltag interessierten?

Kleine vs. große Dinge des Tages und des Lebens 
Wo fangen die drei guten Dinge also an? Schließlich gibt es eben einen normalen Alltag und Highlights, die das Leben ausmachen. Zu Beginn twitterte ich munter drauf los und teilte das Stück Kuchen bis hin zu einer schnurrenden Katze auf meinem Schoß. Hierbei handelt es sich um die kleinen Dinge des Alltags. Die Dinge, die einem ein Lächeln auf das Gesicht zaubern. Aber sind sie wirklich besonders? Oder gehen sie in die Dinge,-die-eigentlich-niemand-lesen-möchte-Richtung?

Schließlich können hier genauso gut ein Konzertbesuch oder eine Buchmesse aufgezählt werden. Ereignisse, die es nicht immer gibt, die aber besonders sind. Gerade, weil sie eben nicht zum Alltag gehören. Und wenn solche besonderen Ereignisse anstehen, platzen meine 3gutenDingedesTages-Posts geradezu aus allen Nähten. Ich runde hier meist positiv auf und nenne viel mehr Dinge, als ich müsste. (Bis mir eben die Zeichen ausgehen).

Doch braucht es immer die großen, pompösen Dinge um einen 3guteDingedesTages-Post zu etwas Wertvollem zu machen? Sind es nicht auch die kleinen Dinge, die für positive Energie sorgen? Die uns tagtäglich das Leben erleichtern?

Ich ertappte mich also, wie ich mich von den 3gutenDingendesTages-Posts zurückzog. Nicht etwa, weil mein Leben plötzlich voller dunkler Gedanken war, sondern weil ich mich fragte, ob ich wirklich schon wieder einen Kuchen-Katzen-Post mit meiner Timeline teilen wollte. Schließlich können die kleinen Dinge des Lebens auch schnell eintönig werden. Ich fragte mich also, was mir diese Aktion bedeutete. Was wollte ich mit meinen Posts erreichen?

Eine neue Sichtweise einnehmen...? 
Ihr kennt es sicher: Es gibt diese Tage, an denen alles einfach abgrundtief schief läuft. Ihr sucht verzweifelt das Loch im Erdboden, in das ihr euch verkriechen könnt, bis der ganze Sturm vorbei ist. Und wenn es Tage, Wochen oder Monate dauern sollte. In diesem Moment verflucht ihr euer Leben und seid froh, wenn der Tag so schnell vorbeigegangen ist, wie er begonnen hat.

Doch - und das mag jetzt vielleicht wirklich verrückt klingen - habe ich die Idee, das nichts im Leben ohne Grund geschieht. Was im ersten Moment vielleicht wie ein großer, dunkler Berg aussieht, ist vielleicht nach erfolgreichem Besteigen, eine Challenge, die einen auf irgendeine Weise weitergebracht hat. Und so glaube ich, dass es auch an schlechten Tagen Dinge gibt, die einigermaßen ertragbar gelaufen sind. Nicht gut, sonst wäre es ja kein schlechter Tag, aber dennoch so, dass sie das halbleere Glas minimal gefüllt haben.

Bei mir hängt ein schlechter Tag oft damit zusammen, wie ich die Dinge deute. Allerdings geht es mir jetzt nicht darum, die negativen Dinge zu verdrängen und alles krampfhaft positiv zu sehen. Daher an dieser Stelle ein kleines...

Beispiel: Natürlich habe auch ich diese Tage an denen ich schlecht gelaunt bin und nichts so läuft, wie ich es gerne hätte. Wenn ich mich an diesen Tagen aber an einen 3guteDingedesTages-Post gesetzt habe, fiel mir meist doch eine Kleinigkeit ein und mir wurde bewusst, dass es zwar kein bunter Tag war, es mir im Großen und Ganzen aber immer noch ganz gut ging. Und so konnte ich den Tag zumindest mit einem besseren Gefühl abschließen, als mit dem Gedanken, dass mein Leben eben blöd sei.

Die Mischung macht's... Oder? 
Kommen wir zurück zur eigentlichen Frage: Wo fangen die drei guten Dinge an und wo hören sie auf?

Ich denke inzwischen, die richtige Mischung macht es aus. Und die muss jeder für sich selbst herausfinden. Während ich euphorisch mit den drei guten Dingen begonnen hatte, kurzerhand in den Zwang verfiel, mein Leben durchweg positiv sehen zu wollen, bin ich mittlerweile bei der Idee angekommen: Entweder ich habe etwas Erzählenswertes oder eben nicht. Aber wenn es mal keinen Post unter diesem Hashtag gibt, muss das nicht heißen, dass mein Tag automatisch schlecht war.

Und Du? 
Kennst Du den Hashtag?
Was denkst Du über die 3gutenDingedesTages?

2 Kommentare:

  1. Hey,
    dieser Hashtag ist mir in Twitter schon sehr, sehr oft in die TL gespült worden. Und ich gestehe, ich lese gerne, welche 3 Dinge des Tages für die jeweilige Person gut war. Ich erfreue mich immer sehr daran. Mal sind es Kleinig- mal Großigkeiten ;-) aber das ist ja nicht wichtig. Interessant ist, WAS für die bestimmte Person an genau dem Tag mit genau dem Gefühl die 3 guten Dinge des Tages waren.
    Ich selbst mache aber nicht mit an der "Aktion". Zum einen ist es mir dann doch zu persönlich (manchmal) und zum anderen bin ich nicht täglich in Twitter.
    Ich freue mich jedenfalls für alle, die da mitmachen.
    GlG, monerl

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  2. Liebe monerl,

    bitte entschuldige die späte Antwort.
    Es freut mich, dass Dir die Aktion gefällt und Du sie gerne verfolgst.
    Jepp, bei mir gibt es auch manchmal Dinge, über die ich mich zwar freue, die mir aber zu persönlich sind. Aber meist schaffe ich es dann doch, eine gute Mischung zu finden.

    TWitter hat bei mir ein bisschen Suchtpotential :-). Ich bin mindestens einmal am Tag kurz online.

    viele Grüße und bis bald

    Emma

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Den Textbaustein habe ich von Pergamentfalter übernommen.