Donnerstag, 8. Februar 2018

Wie sieht die Arbeit einer Literaturagentur aus?




Hallo Buchlinge,

wieder einmal möchte ich euch von einer Veranstaltung berichten, die ich im Rahmen der Frankfurter Buchmesse 2017 besucht habe. Diesmal geht es um das Thema Literaturagenturen.


Über Astrid Poppenhusen 

Astrid Poppenhusen ist Geschäftsführerin der gleichnamigen Literaturagentur Poppenhusen. Die Agentur vertritt Autoren aus den Bereichen Belletristik, Sachbuch und Kinder- und Jugendbuch.
Bekannte Autoren, die von der Agentur vertreten werden sind u.A. Leonie Swann.



Über die Veranstaltung - 
"Wenn ich ein Manuskript richtig toll finde, 
dann kämpfe ich richtig lange." 
(Astrid Poppenhusen)


Foto A. Mack
Aufgaben einer Literaturagentur während der Messe 
Erst einmal wurde berichtet, welche Aufgaben die Literaturagenten während der Buchmesse haben. Die Literaturagenturen sind in einer eigenen Halle zu finden, welche für den Publikumsverkehr nicht zugänglich ist. Hier werden Verhandlungen geführt und Verträge unterschrieben. Die Agenten beginnen bereits am Montag mit ihrer Arbeit. Spätestens am Samstag wird die Halle dann geschlossen.
Während der Buchmesse finden keine Gespräche mit den Autoren statt, die bereits betreut werden. Es geht hauptsächlich um die Verhandlungen der Rechte am Buch und die Zusammenarbeit mit anderen Agenturen.

Wie findet man eine Literaturagentur? 
Astrid Poppenhusen gesteht, dass vieles über Connections laufe. Autoren, die bereits bei einer Agentur untergekommen sind, kennen andere Autoren, die auf der Suche nach einer Agentur sind.
Natürlich kann man auch den herkömmlichen Weg wählen und sich mit seinem Manuskript bewerben. Allerdings ist es gut zu wissen, dass die Agentur Poppenhusen beispielsweise 5-10 Manuskripte pro Tag bekommt. Ob sich gute Bücher hier durchsetzen werden?

Wie alle Agenturen verlangt auch die Agentur Poppenhusen bei der Einreichung des Manuskriptes eine Leseprobe. Diese sollte den Anfang des Buches enthalten.
Schön ist es auch, wenn Autoren bereits eine Fanbase mitbringen oder bereit sind, sich in Sachen Buchmarketing selbst miteinzubringen.

Annahme eines Buches 
Astrid Poppenhusen erklärt, dass ein gutes Buch nur angenommen werde, wenn es überzeugend sei. So kann beispielsweise die falsche Erzählperspektive ein Grund sein, ein Manuskript abzulehnen.

Dinge, die man bei einer Bewerbung nicht tun sollte 
Astrid Poppenhusen bittet darum, sich ausschließlich mit einem Manuskript bei einer Agentur zu bewerben. Sie erzählte, dass es hartnäckige Autoren gebe, die alle paar Wochen mit einem neuen Manuskript auf der Matte stehen. Solche Fälle kosten dann unnötig Zeit.
Außerdem rät sie dazu, niemals im Voraus zu bezahlen. Eine seriöse Agentur verdient erst, wenn ein Buchvertrag unterschrieben wurde. Hier bekommt die Agentur meist einen Anteil von 15%.

Vorteile einer Agentur 
Astrid Poppenhusen erklärte, dass sich eine Literaturagentur rentiere. Verlage planen ihre Programme meist 1 1/2 Jahre im Voraus. Literaturagenten sind meistens im Bilde darüber, welche Projekte gerade gesucht werden. Mittlerweile sind die Lektorate bei Verlagen ausgedünnt. Die Literaturagentur arbeitet also meist mit Lektoren zusammen oder haben eigene Lektorate, welche die Texte schon mal sichten.

Kriterien für ein gutes Buch 
Astrid Poppenhusen meint, dass der Inhalt und die Form des Buches zusammenpassen müssen. Die Geschichte muss von ihrem Tempo her, dem Inhalt entsprechen. Außerdem muss es eine Notwendigkeit des Textes geben. Was möchte der Autor damit aussagen? Warum braucht es ausgerechnet dieses Buch? Wichtig sind ebenfalls kritische Testleser.
Astrid Poppenhusen rät den Autoren, sich an den Inhalten der Publikumsverlage zu orientieren, weil es allgemein wenig Nischen gibt. Allerdings ist ihr auch bewusst, dass es schwierig ist, einen Fuß in den Publikumsverlag zu bekommen.


Meine Gedanken zur Veranstaltung 

Ich beschäftige mich schon eine Weile mit dem Thema Literaturagenturen. Schließlich träume ich selbst von einem Vertrag bei einer Agentur. Daher waren für mich einige Informationen eher eine Wiederholung. Dennoch war es aber spannend, die bereits recherchierten Daten noch einmal von einer Literaturagentin bestätigt zu bekommen.

Was neu für mich war, war die Tatsache, dass Astrid Poppenhusen davon abrät, sich mit mehreren Manuskripten bei einer Agentur zu bewerben. Zu diesem Zeitpunkt steckte ich gerade wieder mal in der Überarbeitung meines Manuskriptes bzw. beschäftigte mich mit wichtigen inhaltlichen Fragen. Unsicherheit machte sich breit. Natürlich glaubte bzw. glaube ich an meine Geschichte. Aber war sie wirklich gut genug, um alles auf eine Karte zu setzen? Schließlich kann es ja auch sein, dass eine der noch nicht ganz ausgearbeiteten Romanideen besser seien. Und dann wäre es ja schade, wenn ich meine Chance bei einer Literaturagentur bereits verspielt hatte.
Obwohl dieser Termin am Messe Mittwoch mein Highlight war, verließ ich die Veranstaltung aufgrund der Hiobsbotschaft zum Schluss doch etwas frustriert.

Zusammenfassend kann ich aber sagen, dass es sich hier um eine sehr informative Veranstaltung handelte und sie vielen Autoren sicher einen grundlegenden guten Einstieg gegeben hat.

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