Dienstag, 16. Januar 2018

Selection - Der Erwählte (Band 3)

Bild von Goyalibre
Steckbrief

Name: Selection - Der Erwählte (auch als Buch erhältlich)
Autor: Kiera Cass
Verlag: GoyaLibre / Jumbo Verlag
Geeignet für: Fans von Dystopien und etwas kitschigen Romanen :-)
Gelesen oder gehört: gehört als gekürzte Fassung
Sprecher: Friederike Wolters
Bewertung: 4,5 von 5 Punkten


Klappentext

(von GoyaLibre)

"35 Mädchen - und nur eine von ihnen wird auser- wählt. Dieses Mädchen wird Maxon, den Thronfolger Illeás, heiraten und zur Prinzessin werden. Für die hübsche America Singer ist das öffentliche Casting die Chance, aus einer niederen Kaste aufzusteigen und ihre Familie aus der Armut zu befreien. Doch zu welchem Preis? Schließlich gibt es da noch Aspen, ihre erste Liebe. Während sich America im Palast fragen muss, wem sie dort vertrauen kann, kommt es außerhalb der Mauern zu Unruhen. Rebellen- gruppen versuchen mit allen Mitteln, die Monarchie zu stürzen..."


Meine Meinung 

Nachdem ich den zweiten Teil der Selection-Reihe beendet hatte, packte mich die Neugier. Obwohl ich mich unabsichtlich schon gespoilert hatte und wusste, wie der dritte Band endete, interessierte mich trotzdem, wie es dazu kam: 

Gestaltung 
Friederike Wolters hat mir den Einstieg in den dritten Teil von Selection leicht gemacht. Ich hatte das Gefühl, wieder nach Hause zu kommen und freute mich, das letzte Mal in die Welt von Selection eintauchen zu können. 
Friederike Wolters hat sich innerhalb der drei Bände weiterentwickelt. Ich habe den Eindruck, dass ihre Stimme im dritten Teil noch etwas wandlungsfähiger geworden ist. Nach wie vor bin ich ein großer Fan ihrer Stimmfarbe und hoffe, dass wir sie vielleicht wieder in einer Sprecherrolle erleben dürfen. Mittlerweile sind zwei weitere Bände der Selection-Reihe erschienen. Diese werden aber von einer anderen Sprecherin vertont, was wohl hauptsächlich damit zusammenhängt, dass America nicht mehr die Protagonistin ist. 

Inhalt / Spannung 
Jeder Band der Reihe hat einen anderen Schwerpunkt. Im ersten Band musste sich America erst einmal klar werden, was sie wirklich möchte. Will sie überhaupt am Casting teilnehmen? Oder gehört ihr Herz jemand anderem? Nachdem sie am Ende des ersten Bandes schon einen Favoriten gefunden hat, wird diese Person im zweiten Band noch weiter gefestigt. 

Und im finalen Teil geht es dann um die wesentlichen Fragen: Kann America sich die Position der Prinzessin überhaupt vorstellen? Fühlt sie sich der Aufgabe gewachsen? America und die verbliebenen Mädchen müssen verschiedene Aufgaben bestehen, die von der zukünftigen Prinzessin verlangt werden. 

Schön fand ich außerdem, dass Kiera Cass in diesem Band die Beziehung der Mädchen zueinander etwas besser beleuchtet. Während es bei Trash TV Sendungen wie Der Bachelor schon nach wenigen Folgen Zickenkriege gibt, finden die Mädchen, je mehr es in Richtung Ziel geht, zueinander und werden beinahe so etwas wie Freundinnen. 

Was die Handlungsstränge betrifft, bin ich bei Selection noch etwas unschlüssig. Einerseits finde ich es schön, dass Kiera Cass keines der Bücher überladen hat. Jeder Band hatte einen eigenen Plot, der auch abgearbeitet wurde. Stränge wurden zwar angedeutet, aber erst einen Band später thematisiert. Dennoch hat es sich Kiera Cass mit ein paar Entscheidungen im dritten Band sehr einfach gemacht. Es gab ein paar Situationen in denen ich mich fragte, wie es Maxon und America da wohl wieder heraus schaffen. Und hier war mir die Auflösung etwas zu einfach gehalten. 

Schreibstil 
Auch diesmal konnte mich der Schreibstil von Kiera Cass überzeugen. Auf der einen Seite schreibt sie sehr flüssig und lebendig. Sie schafft tolle Dialoge, die es in sich haben. Auf der anderen Seite legt sie auch den höflichen, förmlichen Ton im Palast an den Tag. Allerdings ohne sich hier in vollgestopfte, zeilenlange Schachtelsätze zu verlieren. 

Gesamteindruck 
Wer den ersten Band von Selection gelesen hat, kann gut erahnen, welche Themen in den Folgebänden zur Sprache kommen. Schön fand ich, dass es trotz der Frage, wer Prinz Maxons Frau wird, keinesfalls zu kitschig zuging. Das haben wir hauptsächlich Protagonistin America zu verdanken, die sich nicht in das typische Mauerblümchen Klischee stecken lässt. 

Kiera Cass schafft es hier, verschiedene Elemente einer Dystopie zu thematisieren. Natürlich dürfen Systemgegner nicht fehlen. Allerdings endet diese Dystopie nicht in einem Gut/Böse Gefälle, was mir sehr gut gefallen hat. 

Wer sich für Dystopien interessiert, die nicht nach den typischen Strickmustern ablaufen, aber auch nicht in eine primitive Liebesgeschichte ausarten, der sollte mal einen Blick in Selection werfen. 

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Weitere Bände 
Selection (Band 1)

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