Mittwoch, 24. Januar 2018

Der verbotene Liebesbrief

Bild von der hörverlag 
Steckbrief
Name: Der verbotene Liebesbrief (auch als Buch erhältlich)
Autor: Lucinda Riley
Verlag: der hörverlag
Geeignet für: Riley-Fans, Menschen, die gerne Liebesromane mit Spannungselementen lesen
Gelesen oder gehört: gehört als gekürzte Lesung
Sprecher: Simone Kabst
Bewertung: 4,5 von 5 Punkten


Klappentext 

"Lucinda Riley macht es spannend

Als die junge Londoner Journalistin Joanna Haslam durch mysteriöse Umstände in den Besitz eines alten Briefes gerät, steht sie vor einem Rätsel. Was sie da in Händen hält, ist ein Liebesbrief – geheimnisvoll, wegen der enthaltenen Andeutungen, und gefährlich. Denn plötzlich bricht jemand bei Joanna ein und sucht danach. Joanna beginnt unerschrocken zu recherchieren und gerät dabei immer stärker ins Visier der Widersacher. Glücklicherweise lernt sie Marcus kennen, der ihr zur Seite steht und bald mehr als ein Freund ist. Doch dann schweben beide in Lebensgefahr ..."


Meine Meinung 
Mein erstes Buch von Lucinda Riley war Der Engelsbaum. Ich habe zwar auch andere Bücher der Autorin gelesen, jedoch kam keines von ihnen von der Geschichte her an den Engelsbaum heran. Dennoch fühlte ich mich gut unterhalten. Als mir dann von Der verbotene Liebesbrief erzählt wurde, war ich etwas unsicher. Schließlich steckt Liebe ja schon im Titel. Allerdings lockte mich dann doch das versprochene Spannungselement.

Gestaltung 
Die Sprecherin von Der verbotene Liebesbrief ist Simone Kabst, die bisher die meisten Hörbücher der Autorin eingelesen hat. Ihre Stimme bringe ich mittlerweile mit den Romanen von Lucinda Riley in Verbindung. Es ist ein bisschen das Gefühl, wieder nach Hause zu kommen. Bezogen auf die Hörbuch Interpretation weiß ich, was mich erwartet. Egal, ob die Geschichte gut ist oder nicht, ich kann mit Gewissheit sagen, dass ich was die Hörbuch Gestaltung betrifft, gut unterhalten werde.
Und obwohl ich Simone Kabst Interpretationen gewohnt bin, klingt keine Geschichte für mich gleich. Sie hebt die wesentlichen Aspekte des Romanes hervor und schafft es immer wieder, mich zu überraschen.

Inhalt / Spannung
Bei Der verbotene Liebesbrief wird schnell klar, dass Lucinda Riley diesmal zwei Handlungsstränge in einer Geschichte unterbringt. Während wir in den meisten Romanen der Autorin einer Protagonistin dabei zuschauen, wie sie ein Familiengeheimnis aufdeckt, begegnen wir hier zwei starken Frauen:
Die erste Frau ist Zoe, die Enkelin des Schauspielers Sir James. Zoe ist alleinerziehend und versucht ebenfalls als Schauspielerin einen Fuß auf den Boden zu bekommen. Außerdem fühlt sie sich nebenbei noch für ihren Bruder Marcus verantwortlich, der keine leichte Zeit durchmacht. Als wäre das nicht genug, muss sie den Tod ihres geliebten Großvaters verdauen, der eine der wichtigsten Bezugspersonen in ihrem Leben war.
Hinter der zweiten Frau verbirgt sich Joana. Sie hofft auf den großen Durchbruch als Journalistin. Doch fehlt ihr dafür die passende Story. Da wird ihr eines Tages ein merkwürdiger Liebesbrief zugespielt. Und als sie damit beginnt, etwas genauer nachzuforschen, wird plötzlich in ihre Wohnung eingebrochen und bald muss sich Joana fragen, wer Freund und wer Feind ist.

Hier haben wir also das Phänomen der Liebesromane: Wir erleben zwei Protagonistinnen, die sich durchbeißen müssen: Zoe wird von ihrer Vergangenheit eingeholt und muss sich entscheiden, was sie wirklich will. Joana bekommt bei ihren Ermittlungen viele Steine in den Weg gelegt und muss sich immer wieder neu orientieren.

Das Tolle an den beiden Frauen ist, dass sie nicht zerbrechlich wirken. Natürlich merken wir ihnen an, dass sie an ihrem Schicksal zu knabbern haben, aber sie schaffen es immer wieder sich aufzurichten und sich nicht von irgendwelchen Menschen unterbuttern zu lassen.

Was mir bei Der verbotene Liebesbrief besonders gut gefallen hat war, wie Lucinda Riley ihre Handlungsstränge aufbaut und miteinander verbindet. Charaktere treffen aufeinander, ohne, dass es an einer Stelle konstruiert wirkte. Außerdem gefiel mir das Spannungselement, welches sie hier einbaute. Während ich zu Beginn noch dachte, dass es sich hier um einen Krimi in den Kinderschuhen handelt, hat Lucinda Riley immer wieder Wendungen hervorgezaubert, die ich der Autorin wirklich nicht zugetraut hätte.

Doch was die Sache mit dem Familiengeheimnis betrifft, bleibt sich die Autorin hier wieder treu. Allerdings waren es mir stellenweise zu viele Namen und ich merkte, dass ich hier und da nicht genau mitbekam, wer jetzt mit wem in welcher Beziehung stand.

Schreibstil
Wie beinahe in jedem Roman, legt Lucinda Riley hier auch einen flüssigen Schreibstil an den Tag. Mir ist der Einstieg in die Geschichte sehr leicht gefallen. Zudem konnte sie mich wieder mit ihren Dialogen packen. Die Thriller Elemente führte sie von der Verstrickung her zwar gut ein, jedoch fehlte mir hier die sprachliche Dimension. Ich nahm zwar die Bedrohung wahr, konnte der Autorin das Element aber noch nicht hundertprozentig abnehmen. Allerdings glaube ich, dass Lucinda Riley es von ihrem Schreibstil her bewusst darauf anlegte, keinen Psychothriller zu spinnen. Von daher weiß ich nicht, inwiefern ich ihr diesen Kritikpunkt überhaupt ankreiden kann.

Gesamteindruck
Lange schlich ich um Der verbotene Liebesbrief herum. Schließlich dachte ich mir aber, dass es noch kein Buch von Lucinda Riley gegeben hatte, welches mich wirklich enttäuschte. Jede Geschichte hatte mich ganz gut unterhalten. Die eine mehr und die andere weniger.

Der verbotene Liebesbrief hat mich aber buchstäblich überrascht. Ich mochte es, dass es mehrere Handlungsstränge gab und das Spannungselement hat es mir angetan. Die Autorin hat mich wieder überrascht und mir Lust auf mehr Geschichten von ihr gemacht. Damit hätte ich wirklich nicht gerechnet.

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