Montag, 16. Juli 2018

[Buchclub] Thema: Lektüre für den Sommerurlaub

Guten Morgen Buchlinge,

heute wird das Geheimnis um das erste Thema unserer ersten Buchclub Leserunde gelüftet.
Ihr wisst nicht, um was es beim Buchclub geht? Dann hilft euch dieser Beitrag bestimmt weiter.

Das erste Thema lautet...


Die perfekte Lektüre für Deinen Sommerurlaub 

Egal ob Strandurlaub, Städtereise oder der Liegestuhl auf Balkonien: Welches Buch soll Dich im August und September begleiten?
Möchtest Du einfach nur abschalten? Suchst Du etwa nach einem großen Abenteuer? Oder gibt es ein Buch, das Du schon immer mal im Sommer lesen wolltest?

Schreibe Deine Buchvorschläge in die Kommentare.
Bitte erwähne dabei folgende Punkte:

  • Autor und Titel Deines Vorschlags 
  • Lege einen Link mit einer Beschreibung dazu. (Verlinke entweder direkt auf die Verlagsseite oder auf einen Onlineshop). 
  • Du kannst so viele Vorschläge einreichen, wie Du möchtest 
Weitere Einschränkungen gibt es vorerst nicht, können aber bei den nächsten Leserunden eingeführt werden. 


Die erste Lesrunde im Überblick

Einreichen der Buchvorschläge: Mo 16.07 - So 22.07
Abstimmung über die Buchvorschläge: Mo 23.07. - So 29.07
Verkündung der drei Bücher: Montag 30.07
Gemeinsames Lesen und austauschen: August / September


Bisherige Vorschläge 

Palast aus Staub und Sand von Haroon Gordon
Der Sommer der Sternschnuppen von Mary Simses
Super, und dir? von Kathrin Weßling
Alle Küsschen von Roald Dahl


Fortsetzung folgt... 

Dieser Beitrag wird im Laufe der Woche weiter ergänzt. Zudem kann ab Montag den 23. Juli unter diesem Beitrag für die eingereichten Vorschläge abgestimmt werden.

Seid ihr dabei?

Sonntag, 15. Juli 2018

Die Tribute der toten Mädchen - Ge(h)plaudert im Juli Part 1

Guten Morgen Buchlinge,

ich habe die ersten beiden Hörbücher im Juli beendet und beschlossen, euch von diesen Geschichten zu erzählen. Ich spreche über Tote Mädchen lügen nicht von Jay Asher und den ersten Band von Die Tribute von Panem von Suzanne Collins.



Besprochene Hörbücher

*Tote Mädchen lügen nicht: https://bit.ly/2L7kAhr
Rezension: https://bit.ly/2Lhwy56

Die Tribute von Panem: https://bit.ly/2uzV9uz
Rezension: https://bit.ly/2mfNii2
Podcast Folge mit der Hörprobe: https://youtu.be/nGrLvojXtf8

Bei den mit * gekennzeichneten Büchern handelt es sich um Rezensionsexemplare, die mir vom Verlag zur Verfügung gestellt wurden.

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Inhaltsverzeichnis

00:00 Min: Ansage
01:00 Min: Tote Mädchen lügen nicht
01:34 Min: Tote Mädchen lügen nicht Hörprobe
04:30 Min: Meinung zum Hörbuch
09:56 Min: Die Tribute von Panem Meinung zum Hörbuch
15:36 Min: Outro

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Kennt ihr eines der Geschichten? 

Freitag, 13. Juli 2018

Keine Angst vor dem weißen Blatt - Freiburger Bücherstammtisch im Juni 2018

Foto: A. Mack

Hallo Buchlinge,

Lesen und das Schreiben eigener Geschichten liegt für viele Bücherfreunde sehr nah beieinander. (Ok, zumindest tut es das für mich). Da wir auch ein paar Autorinnen beim Bücherstammtisch in Freiburg haben, schlug ich im Januar vor, eines unser Bücherstammtisch Treffen für eine kleine Schreibwerkstatt zu nutzen.  

Und so wollten wir uns im Juni den weißen Blättern stellen. Unsere Gruppe schrumpfte im Juni etwas zusammen, was vermutlich daran lag, dass sich die wenigsten etwas unter dem Begriff kreatives Schreiben vorstellen konnten. Um euch etwas die Angst vor dem weißen Blatt oder den bösen Wörtern kreatives Schreiben zu nehmen, berichte ich nun, wie wir unser Juni Treffen gestaltet haben. 


Kreatives Schreiben - Was ist das? 

Kreatives Schreiben, soll, wie der Name schon sagt, die Kreativität anregen und dafür sorgen, dass der Kopf mal eine kleine Pause einlegt. Es geht nicht darum, den perfekten Text zu verfassen, sondern eher sich durch Schreibübungen oder Schreibspiele inspirieren zu lassen und ein paar lustige Stunden miteinander zu verbringen. 
Und mit viel Glück gibt es vielleicht auch die ein oder andere Inspiration für einen Roman. Wer weiß...  

Gleich zu Beginn forderte ich die Gruppe heraus: Da es nämlich in diesem Sinne auch keine schlechten Texte gibt, führte ich ein, dass jeder seine geschriebenen Zeilen vorlesen sollte. Obwohl wir uns untereinander mittlerweile alle recht gut kennen, sorgte die Ansage bei einigen Stammtisch Mitgliedern für Stirnrunzeln und Augenrollen. Was sollte nur daraus werden? 


Der perfekte Einstieg: Das Akrostichon 

Meine Lieblingsübung zum Einstieg in eine Schreibwerkstatt ist das Akrostichon. Erst einmal beschreibe ich die Grundlage der Übung, bevor ich zu unserer Version komme. 

Akrostichon - Was ist das? 
Du nimmst dir ein Blatt und schreibst ein Wort senkrecht auf das Papier. Dann hast du in jeder Zeile einen Anfangsbuchstaben. Du suchst dir nun Wörter, die mit diesen Buchstaben beginnen. Sobald du alle Wörter beisammen hast, bringst du sie in einem kleinen Text zusammen. 

Varianten: Diese Übung wird sehr gerne mit dem eigenen Namen oder den Namen der anderen Gruppenteilnehmern gemacht. 

Meine Version: Vorsicht: In der Theorie klang meine Version viel cooler, als es sich in der Praxis umsetzen ließ. Dennoch möchte ich diese Übung hier vorstellen: Ich bat die Teilnehmer sich einen Buchtitel zu überlegen. Hier könnten sie es sich aussuchen, ob sie den Artikel eines Buchtitels dazu nehmen oder weglassen wollten. 
Dann sollten die Teilnehmer die neu gewonnenen Wörter in einem Text unterbringen. Angedacht war eigentlich, die Buchtitel zu erraten, was aber beinahe unmöglich war, wie ihr an meinem Beispiel erkennen werdet. 

Mein Beispiel: 
Irland im November. Der Elefant brach aus dem Circus aus. Sein Hintern war unglaublich groß, er hätte Tote beherbergen können. Der Elefant wünschte sich, er wäre in einem Garten in der Natur in der Nähe des Waldes, bei seinem Freund dem Dachs. Wenn es Nacht wurde, nutzte er seine Chance und rief nach ihm. Der Dachs aß dann meist einen Apfel und wartete auf den Igel. Gemeinsam lasen sie sich den Duden vor. Doch wenn der Tiger kam und drohte, ihnen eine Hand abzuhacken, wenn sie noch weiterlasen, hörten sie auf. Dabei wollten sie ihre Chancen nicht verpassen, sich in der Sprache der Menschen weiterzubilden.

Frage: Na, welcher Buchtitel versteckt sich hinter diesem Text? Die Auflösung gibt es im August, wenn ich euch von unserem Juli Treffen berichte. 


Geschichte aus der Tüte - Das pure Chaos mit viel Witz! 

Bild von A. Mack
Wer mir auf Instagram folgt, durfte bereits dieses Bild bewundern. Ihr seht eine Stofftasche, die mit vielen kleinen Dingen gefüllt war. 

Geschichte aus der Tüte - Was ist das?
Ihr braucht eine Tasche in die ihr viele kleine Dinge steckt, wie beispielsweise Besteck, einen Schnürsenkel, einen Schlüsselanhänger usw. Dinge, die man in die Hand nehmen kann. Alternativ könnt ihr auch die Teilnehmer vor Ort bitten, in die eigene Handtasche oder den mitgebrachten Rucksack zu greifen und den ersten Gegenstand herauszuholen, der ihnen in die Hände fällt. 
Danach lasst ihr die Tasche in der Gruppe herumgeben. Jeder darf sich nun einen Gegenstand aus der Tasche nehmen, allerdings ohne einen Blick hineinzuwerfen. 
Lasst den Teilnehmern kurz 1-2 Minuten Zeit, sich ihren Gegenstand anzuschauen. Was ist es für ein Gegenstand? Was könnte er sein? 
Jeder Teilnehmer hat dann 1-4 Sätze Zeit, seinen Gegenstand in eine Geschichte einzubauen. 
Die Geschichte beginnt mit Es war einmal und endet mit Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute

Variante 1: Ihr macht die Übung laut. Jeder Teilnehmer hat einen Satz Zeit, seinen Gegenstand in die Geschichte einzubauen. 

Variante 2: Jeder Teilnehmer bekommt ein Blatt und baut seinen Gegenstand mithilfe von 1-4 Sätzen in die Geschichte ein. Dann gibt er sein Blatt an den linken oder rechten Sitznachbarn weiter. (Letztendlich ist es egal, wichtig ist nur, dass jeder weiß, an wen er sein Blatt weitergeben muss, damit es nachher kein Durcheinander gibt).
Jeder Teilnehmer hat dann eine neue Geschichte vor sich, in die er wieder seinen Gegenstand einbauen darf. Wenn man zum Schluss wieder seinen eigenen Text vor sich hat, kann man die Geschichte noch mit 1-4 Sätzen zum Abschluss bringen. 

Die zweite Variante ist deutlich komplizierter, aber dafür auch lustiger. Um euch neugierig auf uns zu machen, präsentiere ich euch an dieser Stelle keinen einzigen Text von unserem Treffen, sondern schreibe selbst einen kleinen Text, in den ich die gezogenen Gegenstände einbaue. 


Bild von A. Mack
Mein Text: 
Es war einmal ein einsamer Frosch, der in einem fernen Königreich lebte. Hier waren Frösche zwar geachtete Lebewesen, dennoch war Vorsicht geboten. Hatten doch alle Frösche die Legende von der Prinzessin im Ohr, die einen Artgenossen gegen eine Wand geworfen hatte Menschen brachten also kein Glück, sodass der Frosch nur Freunde hatte, die ungefähr so groß waren, wie er. Also beispielsweise eine Maus. 
Eines Tages kam sein Freund der Mäuserich angerannt und rief: "Hilfe, Hilfe!" 
"Was ist denn los? Wer verfolgt dich?", fragte der Frosch. 
"Die Katze, die Katze! Sie hat ihre Tatze nach mir ausgestreckt!" 
Die Katze war dem Mäuserich dicht auf den Fersen und brüllte: "Er hat meinen Freund die Ente belagert. Er lag neben den Eiern und wartete bis die Küken schlüpfen!" 
Der Frosch hätte seine Stirn gerunzelt, sofern das denn möglich gewesen wäre. Er fragte sich, ob Enten überhaupt Eier legen konnten und ob die Katze Hühner und Enten überhaupt auseinanderhalten konnte. 
Von weit her hörte man ein Quaken, das immer lauter wurde: "Haltet den Dieb! Er hat meine Eier gestohlen!" 
Die Katze blickte sich gehetzt um, das Quaken wurde immer lauter. 
"Haltet den Dieb!" 
Und wie es nun mal bei Geschichten mit sprechenden Tieren so üblich ist, enden se in einem Chaos und niemand weiß so recht, was man davon halten soll. 
Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute. 


Wie kam das kreative Schreiben an? 

Mein Fazit 
Da ich bereits eine Schreibwerkstatt organisiert hatte, durfte ich die erste Schreibsession in unserer Runde durchführen. Einerseits war es toll, die Übungen diesmal vor bekannten Leuten anzuleiten. Andererseits befürchtete ich, dass es auch etwas schwierig werden würde, eine gute Schreibatmosphäre herzustellen, da wir eben eine lebendige Gruppe sind und es bei bekannten Leuten wenig Sinn ergibt, den Gruppenleiter raushängen zu lassen. Da wäre ein Setting mit unbekannten Leuten womöglich einfacher gewesen. 

Ich habe bei dem Treffen gemerkt, dass mir das Schreibübungen anleiten irgendwie fehlt. Meine Motivation, nach meinem Studium die Ausbildung zur Schreibpädagogin zu machen, flammte also wieder auf. 

Rückmeldungen von den Teilnehmern zu den Übungen 
Die Übungen kamen bei der Gruppe nur bedingt gut an. Während das Akrostichon an sich eine tolle Übung ist und mir die Idee mit dem Buchtitel erraten in der Theorie auch sehr gut gefiel, stellte sich in der Praxis sehr schnell heraus, dass das nicht funktionierte, weil es viel zu schwierig war, zum einen die eingebauten Wörter zu erkennen und diese noch zu einem Buchtitel zusammenzubasteln.
Der zweite Grund, warum die Übung scheiterte, erkläre ich weiter unten. 

Außerdem kam es bei einigen Mitgliedern nicht gut an, dass die erste Übung eine Einzelübung war. Hier bekam ich die Rückmeldung, dass man die Übung ja auch theoretisch zu Hause machen könne und man sich dafür nicht mit einer Gruppe treffen müsse. Wenn man sich also mit einer Gruppe zum schreiben treffe, wolle man auch gemeinsam mit der Gruppe schreiben und nicht alleine vor sich hin schreiben müssen.

Ich hatte für den Anfang bewusst eine Einzelübung gewählt, da nicht alle in der Gruppe Erfahrungen mit dem kreativen Schreiben hatten und ich so erst einmal Unsicherheiten abbauen und nicht gleich Druck aufbauen wollte. 

Die zweite Übung hingegen kam bei allen sehr gut an. Es wurde während des Schreibens und während des Vorlesens sehr viel gelacht. 

Schreiben beim Bücherstammtisch? 
Während für mich das Schreiben eigener Geschichten und das Lesen von Büchern sehr nah beieinander liegt, stellte sich im Juni heraus, dass es den meisten Bücherstammtisch Mitgliedern anders ergeht. Sie wollten beim Bücherstammtisch eben über Bücher reden und nicht Zeit damit verbringen, Texte zu schreiben. Zumal waren wir uns alle einig, dass das Kreative Schreiben wahrscheinlich viele Interessenten abschreckte. Außerdem meinte ein Bücherstammtisch Mitglied, dass durch das Kreative Schreiben die Zeit fehle, über Bücher zu reden. So entstehe eine Pause von zwei Monaten. 

Wir einigten uns also darauf - falls es ein Comeback des  kreativen Schreibens geben sollte - hierfür einen zweiten, unregelmäßigen Termin zusätzlich zum Bücherstammtisch Treffen einzuführen. 


Du möchtest eine Schreibgruppe anleiten, ... 

und fragst dich, was du beachten solltest? 

1. Probiere die Übungen aus, die du mit der Gruppe durchführen möchtest. 
Das Internet biete jede Menge Schreibübungen oder Schreibspiele. Diese eignen sich nicht nur für Schreibsessions, sondern auch für Spieleabende. 
Allerdings ist es ratsam, die Übungen vorher selbst einmal auszuprobieren und einen kleinen Text zu schreiben. Hier merkt man nämlich, wo es hakt, bzw. worauf man achten sollte, wenn man die Übung für die Gruppe erklärt. 

2. Lass dir Zeit, wenn du die Übung erklärst 
Wir alle kennen es: Wir müssen vor einer Gruppe sprechen, sind aufgeregt und versuchen daher, die Erklärungen schnell hinter uns zu bringen. Aber wozu die Eile? Lass dir ruhig Zeit, wenn du die Übungen erklärst. 
Manche Übungen, wie beispielsweise die Geschichte aus der Tüte lassen sich am besten in mehreren Schritten erklären, damit alle Teilnehmer den Überblick behalten. 

3. Bring lieber einen kleinen Vorrat an Übungen mit 
Ich sage immer: Lieber mehr Übungen mitbringen, als nachher zu wenige dabeizuhaben. Gerade bei den ersten Malen, wenn ihr eine Gruppe anleitet, dauert es etwas, bis ihr ein Gefühl dafür bekommt, wie viel Zeit die Teilnehmer für die Übungen benötigen. Ich kalkuliere meist 15-20 Minuten ein. 
Unsere Bücherstammtisch Treffen gehen meist 1 1/2 bis 2 Stunden. Und ihr seht: Die Zeit hat uns gut für zwei Übungen inklusive Vorlesen und Plaudereien zwischen drin gereicht. 


Ausblick: Freiburger Bücherstammtisch im Juli

Wie ihr bereits wisst, hatten wir eine Bücherstammtisch Lektüre. Und zwar haben wir uns im Januar für den ersten Band von Per Anhalter durch die Galaxis von Douglas Adams entschieden. Am Montag den 16. Juli werden wir über dieses Buch sprechen. 

Wie hat es uns gefallen? Was halten wir von der Grundidee? Wie gefällt uns der Schreibstil des Autors? Welche lustigen Zitate haben wir entdeckt?
Und das Wichtigste: Wie viele Sterne würden wir dem Buch geben? 


Bücherstammtisch in Freiburg? Ich will mitmachen! 

Du kommst aus Freiburg oder der näheren Umgebung und möchtest Dich mit anderen Bücherwürmern einmal im Monat über Bücher austauschen? 

Dann bist Du hier genau richtig: Wir treffen uns einmal im Monat an einem Montag ab 17:20 Uhr vor dem Haupteingang der Buchhandlung Rombach in der Bertoldstraße in Freiburg.
Von dort aus gehen wir gemeinsam zu unserem Raum. Monatlich legen wir bestimmte Themen fest, über die wir dann bei unseren Treffen sprechen.
Auf dieser Seite findet ihr Infos zu unseren nächsten Treffen und den Themen. 

Momentan besteht unsere Gruppe aus Studierenden, ist aber für alle Altersgruppen offen. Wir reden hauptsächlich über Bücher aus der Belletristik (Unterhaltungsliteratur wie beispielsweise Fantasy, Jugendbuch, Thriller) sind aber auch offen für andere Bücher.

Um auf dem Laufenden zu bleiben, hast Du zwei Optionen: 

Mailverteiler
Du lässt Dich in den Mailverteiler eintragen. Hier lade ich regelmäßig zu den Stammtisch Treffen ein oder verschicke Umfragen, damit wir die Themen unserer Treffen festlegen können.
Den Mailverteiler führe ich über GMX: Deine E-Mailadresse wird also in meinem GMX Account im Adressbuch gespeichert, aber nur nach Deinem Einverständnis an die anderen Bücherstammtisch Mitglieder weitergegeben. 

Wir sind auch bei Facebook vertreten. Auch hier werden Einladungen und Umfragen geteilt. Ab und an bricht hier auch eine spannende Diskussion aus. Momentan sucht Isona Interessierte, die gemeinsam mit ihr Herr der Ringe lesen möchten.

Sehen wir uns im Juli?


Mittwoch, 11. Juli 2018

* Die Tyrannei des Schmetterlings

Bild von der hörverlag
Steckbrief

Name: Die Tyrannei des Schmetterlings (auch als Buch erhältlich)
Autor: Frank Schätzing
Verlag: der Hörverlag
Geeignet für: Schätzing-Fans und Sciene-Fiction Leser
Gelesen oder gehört: gehört als gekürzte Fassung
Sprecher: Sascha Rotermund
Bewertung: 1,5 von 5 Punkten


Klappentext


"Füllhorn der Wünsche? Oder Büchse der Pandora?
Frank Schätzing – der neue Thriller als Hörbuch


Kalifornien, County Sierra, Goldgräberprovinz: Sheriff Luther Opoku hat mit Kleindelikten und illegalem Drogenanbau zu kämpfen. 300 Meilen westlich davon, im Silicon Valley, wetteifern IT-Visionäre um die Erschaffung des ersten ultraintelligenten Computers mit dem Ziel, die großen Probleme der Menschheit zu lösen. Als eine Biologin in Sierra unter rätselhaften Umständen ums Leben kommt, muss Luther erkennen, dass sein verschlafenes Naturidyll längst Testgelände eigenwilliger Experimente geworden ist. Bald beginnt er an seinem Verstand zu zweifeln. Tote werden lebendig, die Zeit gerät aus den Fugen ... der Anfang einer Odyssee über die Grenzen des Vorstellbaren hinaus."


Meine Meinung 

Gestaltung
Das Hörbuch wurde in einer gekürzten Lesung produziert und hat eine Laufzeit von ca. 22 Stunden. Ich war selten so froh, ein gekürztes Hörbuch vor mir zu haben. Warum? Das werde ich in dem Abschnitt in dem ich auf den Inhalt eingehe, noch weiter begründen.
Sascha Rotermund interpretiert die Geschichte. Er hat eine angenehme Stimmfarbe, die gut zu der Atmosphäre der Geschichte gepasst hat. Dennoch konnte er mich mit seiner Interpretation nicht vollständig überzeugen. Bei Die Tyrannei des Schmetterlings wird deutlich, wie schwierig es sein kann, ein Hörbuch zu interpretieren, das einen sperrigen Schreibstil hat. Sascha Rotermund versuchte Schätzings ausführliche Beschreibungen in seiner Interpretation hervorzuheben, was bei mir nur dafür sorgte, dass der Effekt der Übertreibung verstärkt wurde. Zudem hatte ich den Eindruck, dass er nicht so recht wisse, wie er das Sperrige im Schreibstil lebendig werden lassen könnte.
Seine Stärken konnte Sascha Rotermund aber beweisen, wenn es um die Interaktion unserer Charaktere ging. Mir haben hier seine Interpretationen der Dialoge sehr gut gefallen.

Inhalt
Frank Schätzing widmet sich in Die Tyrannei des Schmetterlings dem schwierigen Thema künstliche Intelligenz. Allerdings dauert es sehr lange, bis wir erfahren, welche Rolle die künstliche Intelligenz in diesem Hörbuch spielt. 

Zu Beginn der Geschichte erfahren wir erst einmal, dass es einen Mord aufzudecken gilt. Und das wirkte auf mich eher wie ein kleines Krimi Klischee, das von den Charakteren unterstützt wurde, auf die ich im Laufe der Rezension noch weiter eingehen werde.
Dafür, dass der Schwerpunkt der Handlung auf dem Thema künstliche Intelligenz liegen sollte, dauerte es mir viel zu lange, bis wir zu diesem Handlungsstrang vorgedrungen sind. Die erste Hörbuch CD zog sich ziemlich in die Länge und Schätzing baut hier ein Element ein, das ich definitiv nicht mit künstlicher Intelligenz in Verbindung gebracht hätte, sondern mehr mit Sciene-Fiction.

Zudem fehlte mir der rote Faden in der Handlung. Die Handlungsstränge liefen zwar zusammen, wurden aber nicht gut miteinander verwoben oder zum Schluss wieder aufgelöst, was mich ziemlich störte. Ich hatte mehr den Eindruck, dass Schätzing dem Hauptthema seiner Geschichte ausweicht, das Thema künstliche Intelligenz mehr andeutet, aber nicht wirklich darauf einsteigt. Natürlich wird die berechtigte Kritik an dem Thema künstliche Intelligenz deutlich, allerdings hätte ich mir gewünscht, dass die Kritik in die Geschichte eingeflochten und nicht mal eben so im Showdown angeschnitten wird.

Kommen wir nun zu unseren Protagonisten Luther und Ruth. Beide arbeiten bei der Polizei und hatten es bisher in ihrem Leben nicht leicht: Luther ist alleinerziehender Vater und blickt auf eine gescheiterte Ehe zurück, während Ruth mehr oder weniger zwangsversetzt wurde.
Gerade Luther kam mir hier stellenweise sehr klischeehaft vor: Einsamer Kommissar, der einen Mordfall lösen will, aber selbst am Rande des Abgrundes steht. Im Laufe der Geschichte wird er vor eine schwierige Herausforderung gestellt, die - wie sollte es anders sein - mit seiner Vergangenheit zu tun hat.
Allerdings: Und das fand ich eines der frustrierendsten Dinge: Wir erfahren nicht, wie er sich entscheidet.

Ruth hat eine raue Schale, aber einen weichen Kern. Sie und Luther sind ein eingespieltes Team, das sich gegenseitig bei der Arbeit unterstützt und auch zusammenhält. Sie mochte ich fast lieber als Luther, weil sie nicht ganz klischeehaft wirkte und ziemlich gute Sprüche zur Geschichte beisteuert.

Frank Schätzing führt in Die Tyrannei des Schmetterlings auch viele Nebencharaktere ein, die im Laufe der Geschichte zusammenarbeiten müssen, um eine Mission zu erfüllen. An sich fand ich diese vielen Charaktere etwas unübersichtlich und ich neigte dazu, viele miteinander zu verwechseln.
Es gab aber, als der Spannungsbogen anstieg, ein gutes Zusammengehörigkeitsgefühl, weil man merkte, dass hier eine Gruppe zusammenarbeiten muss, um ein Ziel zu erreichen.

Allerdings waren mir die Charaktere zu oberflächlich. Das was an Tiefe angedeutet wurde, unterschied sich für mich nicht groß von den vielen, vielen Krimis, die es bereits schon gibt. Und das enttäuschte mich wirklich.
Erstmals gibt es also für den Inhalt in meiner Bewertung keinen Punkt.

Spannung
Leider dauerte es mir zu lange, bis der Spannungsbogen wirklich aufgebaut war. Gefühlt hatte man das erste Drittel der Geschichte gnadenlos zusammenstreichen können.
Als die Fronten allerdings geklärt waren, nahm die Handlung rasant an Fahrt auf und ich war gespannt, wie unsere Charaktere ihre Aufgabe meistern würden und ob es mit der Tyrannei ein gutes Ende hatte.
Dennoch hätte ich mir gewünscht, dass die Handlungsstränge und der Spannungsbogen besser miteinander vermischt werden und das vor allem der Spannungsbogen gleichmäßiger verläuft und nicht das erste Drittel gebraucht wird, bis es mit der Handlung richtig los geht.

Schreibstil
Frank Schätzings Schreibstil konnte mich bei Die Tyrannei des Schmetterlings leider nicht überzeugen.
Zum einen lag es daran, dass er viel Zeit darauf verschwendet hat, alltägliche Dinge, größer darzustellen, als sie eigentlich sind. Natürlich sind sprachliche Bilder für eine Geschichte wichtig, um die Handlung auszuschmücken und den Leser in die Handlung eintauchen zu lassen. Schätzing Wortwahl wirkte auf mich aber eher hochgestochen. Ich fragte mich oft, warum er so viel Zeit braucht, um diese eine Szene zu beschreiben, die man in zwei Sätzen hätte erzählen können.

Zum anderen verwirrten mich seine Perspektivenwechsel: Die Geschichte wurde jeweils aus der Sicht von Luther und Ruth erzählt. Diese Perspektiven waren aus der dritten Person geschrieben. Dann gab es aber noch Abschnitte, in denen Luther direkt angeredet wurde wie beispielsweise "Du überlegst dir, was du tun sollst." Das verwirrte mich dann völlig, weil ich überhaupt nicht wusste, ob es sich hier um einen Traum, eine Vogelperspektive oder etwas völlig anderes handelte.
Ich hätte mir gewünscht, dass sich Frank Schätzing mehr darauf konzentriert die Handlung voranzubringen und sich nicht mit banalen oder mysteriösen Beschreibungen aufhält, die er aber nicht weiter präzisiert.

Gesamteindruck
Ich hätte nicht gedacht, dass ich mit Die Tyrannei des Schmetterlings so gar nichts anfangen kann. Ich habe mich gefragt, ob es wirklich an der Geschichte als solche lag, oder ob mir nun einfach Elemente an Frank Schätzings Schreibstil aufgefallen sind, die ich früher nicht wahrgenommen habe.
Ich finde es immer etwas schade, wenn mich ein Hörbuch gar nicht überzeugen konnte, weil es in den wenigsten Fällen an der Produktion oder an der Sprecherwahl liegt. Und im Endeffekt läuft es auf eine schlechte Bewertung hinaus, weil der Inhalt einfach nicht packen konnte.

Zusammenfassend kann ich sagen: Wer einen langen Atem hat, mit ausschweifenden Beschreibungen gut zurechtkommt und Sascha Rotermund gerne zuhört, kann zum Hörbuch greifen.
Wer solche Beschreibungen eher überfliegt, sollte sich vielleicht vorsichtig der Printausgabe nähern.

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* Dieses Hörbuch wurde mir vom Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. 

Montag, 9. Juli 2018

Nicht weg und nicht da

Bild von Heyne
Steckbrief 

Autor: Anne Freytag 
Verlag: Heyne fliegt 
Geeignet für: Menschen, die gerne Jugendbücher lesen, oder jemanden durch Suizid verloren haben 
Gelesen oder gehört: gelesen, als Hardcover 
Bewertung: 4,5 von 5 Punkten 


Klappentext 

(von Heyne fliegt

"Den Anfang kannst du nicht ändern, das Ende schon

Nach dem Tod ihres Bruders macht Luise einen radikalen Schnitt: Sie trennt sich von ihrem mausgrauen Ich und ihren Haaren. Übrig bleiben drei Millimeter und eine Mauer, hinter die niemand zu blicken vermag. Als Jacob und sie sich begegnen, ist er sofort fasziniert von ihr. Doch Luise hält Abstand. Bis sie an ihrem sechzehnten Geburtstag aus heiterem Himmel eine E-Mail von ihrem toten Bruder bekommt – es ist die erste von vielen. Mit diesen Nachrichten aus der Zwischenwelt und dem verschlossenen Jacob an ihrer Seite gelingt es Luise, inmitten dieser so aufwühlenden wie traurigen Zeit das Glitzern ihres Lebens zu entdecken ..."


Meine Meinung 

Gestaltung
Ich habe das Buch in der gebundenen Ausgabe gelesen. Daher beziehe ich ein paar Merkmale mit ein, die in der Taschenbuchausgabe wahrscheinlich anders dargestellt werden. Das Cover ist schlicht gehalten. Hier sehen wir zwei Silhouetten, die durchsichtig oder silbern aussehen. Sie blicken in einen Sternenhimmel und in den Buchtitel, der am oberen Rand des Covers zu sehen ist. Der Hintergrund des Covers ist in dunkelblau gehalten und das Cover wird durch leuchtende Sterne geschmückt, die man in der gebundenen Ausgabe auch fühlen kann. Der Titel des Buches wird in einer recht dünnen, aber gut lesbaren Schrift dargestellt. Der Klappentext ist ebenfalls gut zu lesen.

Das Buch enthält zudem kleine Illustrationen. So ist zu Beginn jeden neuen Kapitels auch ein kleines Symbol wie beispielsweise ein Kugelschreiber oder ein Sofa zu finden. Das Symbol lässt ungefähr erahnen, um was es thematisch in dem Kapitel gehen könnte. Dieses Element fand ich sehr gelungen. Im Roman bekommen wir immer wieder E-Mails zu lesen. Und ihr glaubt nicht, wie froh ich war, dass sich diese von der Schriftart nicht groß von der eigentlichen Schriftart des Romanes unterschieden. So konnte ich die Mails auch mühelos lesen. Für die Gestaltung gibt es also die volle Punktzahl.

Inhalt 
Bevor ich genauer auf die Charaktere eingehe, werde ich erst einmal den Inhalt des Romanes genauer unter die Lupe nehmen. Luise muss den plötzlichen Tod ihres Bruders verarbeiten. Und das ganz allein. Ihre Mutter flüchtet sich in die Arbeit und Luises beste Freundin lebt nun in Berlin. Luise kapselt sich ab und lässt niemanden an sich heran. Bis ihr Jacob begegnet. Als Luise zu ihrem sechzehnten Geburtstag eine E-Mail von ihrem toten Bruder bekommt, beginnt eine spannende Reise.

Zuerst war ich ziemlich skeptisch, weil ich kurz befürchtete, dass Nicht weg und nicht da einen leicht phantastischen Touch bekommt. Wie sollte es sonst möglich sein, Mails aus einer Zwischenwelt zu senden? Doch schnell stellte sich heraus, dass die Mails zwar einen zentralen Raum in der Geschichte einnehmen, es aber nicht darum geht, dass die beiden Geschwister wieder Kontakt zueinander aufnehmen. Anne Freytag widmet sich in Nicht weg und nicht da dem schwierigen Thema psychische Erkrankungen und schildert deren Folgen, besonders für die Angehörigen. In Nicht weg und nicht da steht Luise eine schwierige Aufgabe bevor: Sie muss lernen ohne ihren Bruder, weiterzuleben. Und das ist alles andere als einfach.

Mit der ersten E-Mail von Luises Bruder bekommt die Geschichte einen Handlungsbogen: Denn Kristopher - Luises Bruder - meldet sich nicht einfach so. In seiner ersten E-Mail erfährt Luise nicht nur, wo sich das letzte Geburtstagsgeschenk ihres Bruders befindet, sondern bekommt auch die erste einer Reihe von Aufgaben gestellt. Aufgaben, die ihr den Schritt zurück ins Leben erleichtern sollen.
Und an dieser Stelle bekam das Buch einen klitzekleinen Touch von PS Ich liebe dich, nur dass Kristophers Todesursache eine andere war.

Damit ihr einen meiner Kritikpunkte nachvollziehen könnt, werde ich seine Todesursache hier vorwegnehmen. Im Buch wird es relativ schnell klar, woran er gestorben ist. Da ich aber nicht unabsichtlich spoilern will, wird der folgende Satz gekennzeichnet:



ACHTUNG SPOILER 

Kristopher hat Suizid begangen.

SPOILER ENDE 



Mein Kritikpunkt gilt nicht etwa seinem Tod an sich oder der Begründung für seinen Tod. Diese war sehr gut herausgearbeitet und für mich vollkommen nachvollziehbar. Allerdings war es für mich nur schwer zu glauben, dass sich ein Mensch, dem es nicht gut geht, Zeit für Andere nehmen kann. Natürlich kann es auch gut sein, dass ich mich täusche. Bisher habe ich aber eher die Erfahrung gemacht, dass Menschen in einer Krisensituation eher mit sich selbst beschäftigt sind und keine Kraft haben, zu schauen, wie es ihrem Umfeld geht. Oder sie machen sich Vorwürfe, weil sie sehen, was sie ihrem Umfeld zumuten. Aber, dass sie die Kraft aufbringen und sich etwas für ihr Umfeld ausdenken, habe ich bisher noch nie erlebt.

Und an dieser Stelle merkte ich, wie mir Kopf und Gefühl einen gehörigen Strich durch die Rechnung machten: Der Kopf sagte, dass diese E-Mails ziemlich unrealistisch seien. Allerdings dienten sie dazu, die Geschichte voranzubringen.
Das Gefühl hingegen, regte sich über den Kopf auf und fand die E-Mails ein tolles Stilmittel. Zum einen lernten wir Kristopher so außerhalb von Luises Erzählungen kennen. Zum anderen sorgten die E-Mails dafür, dass sich Luise veränderte. In welche Richtung diese Veränderung stattfindet, dürft ihr selbst herausfinden.

Und dann gibt es ja noch den zweiten Handlungsstrang: Jacob, der auf Luise aufmerksam wird. Auch er lässt nur sehr wenige Menschen an sich heran. Doch zu Luise fühlt er sich sofort hingezogen. Sein Misstrauen gegenüber den Menschen scheint berechtigt. Schafft er es, sich Luise anzuvertrauen?

Kommen wir nun zu den beiden Protagonisten der Geschichte: Luise und Jacob sind sich beide sehr ähnlich. Sie gehören beide nicht zu den extrovertierten Menschen dieser Welt, kamen aber bisher mehr oder weniger gut zurecht.
Interessant ist hier, dass Jacob Luise unbewusst Orientierung gibt, was hauptsächlich daran liegt, dass Luise gefangen in ihrer Wut und ihrem Schmerz ist. Nach und nach wird aber deutlich, dass sie sich gegenseitig brauchen, um ihren Platz in der Welt zu finden.

Durch die beiden Hauptcharaktere sorgte Anne Freytag dafür, dass die Auseinandersetzung mit dem Thema Tod zwar den Großteil der Geschichte einnimmt, es aber durch Jacob auch kurze Auszeiten von dem traurigen Handlungsstrang gibt, aber ohne, dass dieser an Bedeutung verliert.

Spannung 
Nicht weg und nicht da hat mehrere Spannungselemente. Zum einen stellt sich die Frage, wie Luise wieder Freude am Leben empfinden kann, ohne das Gefühl zu haben, ihren Bruder dadurch zu verraten.
Zum anderen erfahren wir durch die E-Mails Kristophers Geschichte. Welche Botschaften möchte er Luise noch mit auf den Weg geben? Wie viele E-Mails wird er seiner Schwester schreiben, bis der endgültige Abschied kommt?
Und dann wäre da noch die Beziehung zwischen Jakob und Luise. Was hat es mit Jacobs Geheimnis auf sich? Warum kann er über manche Dinge nicht sprechen?

Schreibstil
Anne Freytag beschreibt die Einsamkeit und die Wut, die Luise zu Beginn der Geschichte umgibt, unglaublich gut. Beide Gefühle sind sehr deutlich spürbar und haben mich sofort erreicht. Die Autorin bedient sich diesmal dem Stilmittel der Musik. So verbindet Jacob und Luise eine Playlist. Anne Freytag bezieht sich immer wieder auf einige Lieder der Playlist und beschreibt, was die Musik in den Protagonisten auslöst.
Was mir besonders aufgefallen ist: Anne Freytag ist die erste Autorin, die die verschiedenen Facetten von Stille und Sprachlosigkeit erkennen und beschreiben kann. Sie baut verschiedene sprachliche Bilder ein, die nachvollziehbar erscheinen und uns die Angst vor der Stille nehmen.

Gesamteindruck 
Ich gebe zu, ich hatte Angst, dass mir Nicht weg und nicht da nicht gefallen könnte. Das liegt aber nicht an dem schwierigen zentralen Thema der Geschichte.Ich befürchtete eher, dass es nicht glaubhaft dargestellt ist oder eher oberflächlich behandelt wird.

Stattdessen greift die Autorin zentrale Fragen auf und gibt dem Thema dadurch sehr viel Raum. Daher kann ich mir gut vorstellen, dass Nicht weg und nicht da vielen Menschen Kraft gibt, die Freunde oder Verwandte früh verloren haben.

Samstag, 7. Juli 2018

5 Dinge, die ich gerne vor meinem Studium gewusst hätte - Part 2

Hallo Buchlinge,

heute berichte ich euch wieder von einem der fünf Dinge, die ich gerne vor Beginn meines Studiums gewusst hätte. Im Juni gab es bereits den ersten Beitrag in dieser Reihe. Dort beschäftigte ich mich mit der These, dass man auf keinen Fall an Hilfsmitteln sparen sollte.

Diese Reihe richtet sich nicht ausschließlich an Studierende mit Behinderung, sondern auch an Studierende ohne Behinderung oder solche, die demnächst mit ihrem Studium beginnen und an Erfahrungsberichten interessiert sind.

Bevor ich inhaltlich einsteige, noch die alt bekannten Hinweise:

  • Wenn ihr Fragen oder Ideen habt, über welche Themen ich in Bezug auf Sehbehinderung oder Blindheit unbedingt schreiben sollte: Lasst mir eure Ideen sehr gerne in den Kommentaren da oder schreibt mir eine Mail an EmmaZecka@gmx.de.
  • Am Ende des Beitrages findet ihr wie gewohnt eine Übersicht der letzten fünf Beiträge, die in dieser Rubrik bereits erschienen sind. Außerdem gibt es die altbekannte Info, wie sich meine Sehbehinderung in der Praxis äußert.

5 Dinge, die ich gerne vor meinem Studium gewusst hätte... 


2. Dass ein gemeinsames Studienfach noch lange nicht Interesse aneinander und Gemeinschaft bedeuten muss

An dieser Stelle möchte ich unbedingt darauf hinweisen, dass dieser Punkt - genau wie alle anderen Punkte - meiner subjektiven Wahrnehmung entspricht und es Leute aus meinem Semester gibt, die diesen Punkt mit Sicherheit völlig anders sehen.

Während meines Studiums hatte ich das Glück, eine Hand voll Leute kennenzulernen, auf die ich mich verlassen konnte und mit denen ich - wenn auch nur zwischen Tür und Angel - schöne Stunden verbracht habe, wofür ich sehr dankbar bin.

Außerdem vermute ich, dass zwei Kriterien, eine wichtige Voraussetzung für die obige These sind. Daher werde ich kurz darauf eingehen:

Unterschied zwischen der Universität und der Hochschule
Zum einen muss erstmal unterschieden werden, ob man an einer Universität oder an einer Hochschule studiert. An einer Uni hat man zwar eine Art Leitfaden, nach welchen Kriterien man Vorlesungen und Seminare belegen kann, ist aber nur bedingt an Vorgaben gebunden. Das heißt, es kann vorkommen, dass ihr in einem Seminar sitzt, in dem verschiedene Semester oder verschiedene Studiengänge zusammenkommen. Das heißt, ihr habt mit ziemlich vielen Menschen zu tun und für den ein oder anderen mag es vielleicht schwieriger sein, hier Kontakte zu knüpfen.
Ich habe an einer Hochschule studiert. Hier hatten wir einen vorgegeben Stundenplan und konnten maximal zwischen verschiedenen Seminaren wählen. Es kam selten vor, dass sich Studierende aus höheren Semestern in unseren Jahrgang verirrt haben. Das Setting erinnerte also an Schulzeiten. Nach und nach kannte man die meisten Leute aus seinem Jahrgang.

Menschen sind unterschiedlich
Zum anderen kann sich das Interesse aneinander von Jahrgang zu Jahrgang oder von Studienfach zu Studienfach unterscheiden. Wir Menschen sind bekanntlich verschieden. Die einen suchen nach Gemeinschaft und die anderen eben nicht.

Aber kommen wir nun zum eigentlichen Thema:

Meine Erwartungen - knapp daneben ist auch vorbei
Mein Abi habe ich in einem anderen Bundesland absolviert. Schon als ich aus meiner Heimatstadt weggegangen bin, stand für mich fest, dass ich so schnell wie möglich wieder nach Hause kommen und dort studieren wollte. Glücklicherweise klappte das trotz einem Jahr Wartezeit.

Ich rechnete damit, dass Leute, die Soziale Arbeit studieren nicht blind durch die Weltgeschichte laufen, sondern sich für ihre Umgebung interessierten. Daher vermutete ich stark, dass eine Art Gemeinschaft entsteht und man aufeinander achtet und sich gegenseitig unterstützt. Nebenbei hoffte ich, mir hier einen Freundeskreis aufbauen zu können. (Durch meinen Schulwechsel sind einige Kontakte verloren gegangen bzw. aufgrund anderer Interessen nicht mehr existent. Der Großteil meiner Freunde wohnt weiter weg, sodass wir uns nur 1-2 Mal im Jahr sehen können).
Kurzum: eine ziemlich romantische Vorstellung mit ziemlich hohen Erwartungen.

Die Realität: 

1. Wie in der Schule 
Vielleicht kennt ihr es noch aus Schulzeiten: Da gibt es die Leute, die aufmerksam sind, sich um ihre Sachen kümmern und versuchen sich im Wirrwarr der To Dos zurechtzufinden. Und dann gibt es eben auch die Leute, die Spaß haben und sich nicht festlegen wollen und denen schon mal die ein oder andere wichtige Info entgeht.

Ein ähnliches Prinzip findet sich auch im Studium: Schnell kamen Gerüchte auf, wer den Durchblick hatte und wen man erst gar nicht nach Inhalten fragen musste. Dass natürlich wenig Motivation da ist, Leute mitzuziehen, die sich während der Vorlesung lieber unterhalten, ist vielleicht verständlich.

Wie auch in der Schule war es meist so, dass gefühlt alle Studierenden fluchtartig den Raum verließen, wenn die Lehrveranstaltung beendet worden war. Auch hier blieb wenig bis gar keine Zeit mit Leuten ins Gespräch zu kommen.
Selbst in Seminaren, die über mehrere Semester in derselben Konstellation stattfanden, war das Interesse aneinander eher verhalten.

So kam es innerhalb meines Semesters zur Grüppchenbildung. Viele waren froh, während der ersten Wochen nicht alleine durch die Flure laufen zu müssen. Die Grüppchen lockerten sich nach und nach auf und im Gegensatz zu Schulzeiten hatte ich den Eindruck, dass man leichter zwischen den Gruppen wechseln konnte und dieses Nee-dich-wollen-wir-nicht-dabei-haben-Prinzip mittlerweile out war. 

2. Unterschiedliche Vorstellungen von sozialen Kontakten innerhalb des Studiengangs 
Mit der Zeit lernte ich eine Hand voll Leute kennen. Das Problem an der Sache war: Entweder kamen sie nicht aus Freiburg und pendelten am Wochenende daher viel zwischen ihrer Heimatstadt und unserem Studienort hin und her, oder sie waren hier verwurzelt, hatten bereits einen Freundeskreis und waren daher viel und oft ausgebucht. Der Kontakt beschränkte sich also maximal auf Treffen in den Pausen unserer Lehrveranstaltungen.

Die Frage aller Fragen: Mangel an Kontakten wegen der Behinderung? 
Neben den obigen Punkten bezog ich meine wenigen Kontakte lange auf mich.
Zum einen dachte ich, dass die Leute, mit denen ich gut klar kam, mir gegenüber zwar keine Berührungsängste hatten, aber eben aufgrund eines bereits bestehenden Freundeskreises oft beschäftigt waren.
Zum anderen vermutete ich, dass die andere Hälfte des Studiengangs, mit denen ich bis heute noch kein Wort gewechselt hatte, eben Berührungsängste mir gegenüber hatten. Einige schafften es, diese im Laufe des Studiums abzulegen, andere eben nicht.
Wie ich darauf komme? Immer wieder wurde beispielsweise in Vorstellungsrunden gefragt, was wir nach unserem Abschluss machen wollten. Und immer wieder saß ich mit Leuten im Kurs, die sich für das Handlungsfeld der Behindertenhilfe interessierten. Und da horchte ich auf, weil ich damit rechnete, dass die Leute wahrscheinlich offen mit Menschen mit Behinderungen umgehen würden. Fehlanzeige: Mit den meisten, die in das Arbeitsfeld wollten hab ich bis heute nicht gesprochen.
Allerdings: Denkt an dieser Stelle auch an den ersten Artikel aus dem Juni zurück. Hier habe ich ja bereits berichtet, dass ich in den Veranstaltungen allgemein nur das Nötigste gesagt habe. Und ich glaube, dieser Punkt spielt ebenfalls mit rein. Schließlich kann nur ein Gespräch zustande kommen, wenn es Input gibt.

Große Erleichterung: Es hat nicht alles etwas mit mir als Person zu tun  
Erst im vorletzten Semester wurden die oben beschriebenen Bedenken über den Haufen geworfen. In einem Seminar gesellte sich eine Kommilitonin zu uns, die ihr Studium wegen der Elternzeit pausieren musste und dann bei uns wieder einstieg. Sie berichtete von ihrem Jahrgang genau das, was eigentlich meinen Vorstellungen entsprach: Man achtete aufeinander, half sich gegenseitig. Sie berichtete, dass ihr ebenfalls auffiel, dass bei uns im Studiengang jeder vor sich hin lebte oder sich innerhalb einer Gruppe bewegte.
Ich war hier unglaublich froh, weil ich merkte, dass es offenbar ein Phänomen war, dass nichts mit mir als Person zu tun hatte. Und ich war auch erleichtert, dass andere das wahrnahmen, was ich bereits bemerkt hatte.

Was nehme ich für mich mit?  
Das ist relativ einfach: Ich möchte mich nicht an Erwartungen und Wünschen festklammern, sondern mich davon überraschen lassen, was das Leben eben für mich bereit hält.
Ich habe erst einmal zwei Semester gebraucht, um zu erkennen, dass das was ich mir wünsche nicht eintreten wird. Als ich mich dann von meinem Ideal verabschiedete, ging ich befreiter an die Hochschule und war offener für Begegnungen im Alltag.

Ich bin einsam: Was soll ich tun? 
Du hast in deinem Studiengang vielleicht ähnliche Erfahrungen gemacht und fragst dich jetzt, wie du Leute kennenlernen kannst? Dann werfe gerne einen Blick oder ein Ohr auf diesen Beitrag. Ganz zum Schluss gehe ich auf den Punkt mit der Einsamkeit ein.


Und Du?

Kommt dir diese zweite These irgendwie bekannt vor?
Welche Erfahrungen hast Du in Deinem Studium oder Deiner Ausbildung gemacht?

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Zu meiner Person und der Sache mit der Sehbehinderung: 
Ich bin von Geburt an auf dem linken Auge blind und auf dem rechten Auge hochgradig sehbehindert. Seit 2017 beträgt mein Sehrest 2%, was bedeutet, dass ich nach dem Gesetz als blind gelte. In der Praxis heißt dass: Ich...

  • Habe Mühe mich in unbekannten oder schlecht beleuchteten Räumen zu orientieren
  • Erkenne mir bekannte Personen nicht im Vorbeigehen 
  • Laufe mit einem Blindenlangstock (von mir als Elderstab betitelt) pendelnd durch die Weltgeschichte 
  • Kann keinen Blickkontakt aufnehmen und mit der Mimik meines Gegenübers nichts anfangen 
  • Kann Personen, die in unmittelbarer Nähe (linker, rechter Sitznachbar je nach Entfernung auch mein Gegenüber) je nach Tagesform erkennen, alle was darüber hinaus geht aber nicht 

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Donnerstag, 5. Juli 2018

* Der Kreidemann

Bild von der hörverlag
Steckbrief

Name: Der Kreidemann (auch als Buch erhältlich)
Autor: C. J. Tudor
Verlag: der hörverlag
Geeignet für: Menschen, die Jugendbücher mit Thrillerelementen mögen,
Gelesen oder gehört: gehört als gekürztes Hörbuch
Sprecher: Devid Striesow
Bewertung: 5 von 5 Punkten


Klappentext

(von der hörverlag)

"Jeder hat ein Geheimnis. Jeder macht sich schuldig. Und Kinder sind nicht immer unschuldig ...

Alles begann an dem Tag, als der zwölfjährige Eddie den Kreidemann zum ersten Mal traf. Der Kreidemann war es auch, der Eddie auf die Idee mit den Zeichnungen brachte: so konnten er und seine Freunde sich geheime Botschaften zukommen zu lassen. Und erst einmal hat es Spaß gemacht – bis die Figuren sie zur Leiche eines jungen Mädchens führten. Das ist 30 Jahre her, und Eddie denkt, die Vergangenheit liegt hinter ihm. Dann bekommt er einen Brief, der zwei Dinge enthält: ein Stück Kreide und die Zeichnung eines Strichmännchens. Und Eddie begreift, dass das Spiel nie zu Ende war ..."


Meine Meinung

Gestaltung
Devid Striesow interpretiert die Geschichte und ist als Sprecher eine sehr gute Besetzung. Er hat eine helle Stimmfarbe, die gut zu unserem Ich-Erzähler Eddie passt. Devid Striesow hat bei Der Kreidemann eine kleine Herausforderung: Er muss Eddie als 12-jährigen und als Erwachsenen interpretieren. Und hier passt die helle Stimmfarbe des Schauspielers wirklich gut, da er beide Perspektiven glaubhaft darstellt. Außerdem sticht seine Stimmfarbe hervor und hat einen Wiedererkennungswert. Mich erinnerte sie sehr an Hape Kerkelings Lesung von Ich bin dann mal weg, obwohl beide Handlungen absolut nichts miteinander zu tun haben. Das machte mir noch einmal bewusst, dass der Schauspieler die Rolle von Kerkeling im gleichnamigen Film sicher gut verkörpert.

Devid Striesow interpretiert die Kindheits- und die Erwachsenenperspektive wirklich gut, aber für einen Thriller auch vergleichsweise schlicht, was mich aber nicht störte. Der Kreidemann ist für mich kein reiner Thriller, sondern erinnert mich mehr an ein Jugendbuch mit Thriller Elementen. Erst bei den letzten Minuten findet eine Veränderung von Striesows Interpretation statt, was aber auch daran liegt, dass unser Protagonist eine Veränderung durchmacht. Hier kam etwas Bedrohliches durch, das mir sehr gut gefallen hat, weil es uns Hörer mit der Frage zurücklässt was real und was Fiktion ist.

Der Kreidemann wurde als gekürztes Hörbuch produziert. Ich hatte nicht den Eindruck, dass sich die Kürzungen groß auf die Handlung auswirken. Hier und da gab es ein paar Aspekte, über die ich gerne mehr gelesen hätte, es kann aber auch sein, dass diese in der Buchvorlage ebenfalls keine große Rolle spielen.

Inhalt
Wie bereits erwähnt, wird Der Kreidemann aus zwei Perspektiven erzählt. Erst einmal baut C. J. Tudor die Handlung mit einem düsteren Prolog auf, der mich neugierig auf das Abenteuer gemacht hat.
Nun komme ich aber wirklich zu den zwei Perspektiven: Wir erleben Ich-Erzähler Ed in der Gegenwart und blicken mit ihm zurück in seine Kindheit. Nämlich als der 12-jährige Junge gemeinsam mit seiner (fast) vollständigen Clique eine Leiche fand. Zerstückelt. In einem Wald. Wer jetzt glaubt, wir erleben hier einen blutigen Horrorroman, den kann ich etwas beruhigen: Ja, es wird Blut fließen und auch weitere Körperteile bleiben nicht da, wo sie sein sollten, aber C. J. Tudor verzichtet auf ausführliche und detaillierte Beschreibungen. (Mehr dazu aber im Schreibstil).

Mir haben die beiden Handlungsstränge sehr gut gefallen, weil sie gekonnt miteinander verwoben sind. Es wurde nicht nur Spannung aufgebaut, indem die Autorin zwischen den beiden Handlungssträngen variierte, sondern die beiden Handlungsstränge ergänzten sich auch. Das Tolle ist, wir entdecken Der Kreidemann Stück für Stück und zum Schluss passen beinahe alle Puzzleteile zusammen und es wird dennoch nicht unrealistisch.

Kommen wir nun zu unseren Charakteren: Durch die beiden Handlungsstränge werden diese sehr gut eingeführt und beschrieben. Ich-Erzähler Eddie nimmt uns im Kindheits-Handlungsstrang mit in seine Welt. Er beschreibt beispielsweise für ihn wichtige Menschen wie beispielsweise seine Eltern oder seine Clique, aber nicht unbedingt, wie er emotional zu ihnen steht, sondern welche Handlungen sie kennzeichnen und wie er diese Handlungen deutet. Und schon durch das Beschreiben der Handlungen können wir Rückschlüsse auf die Charaktere ziehen.

Eddies wichtigste Bezugspersonen sind seine Clique bestehend aus Fat Gave, Eddies bestem Freund, Metal Mickey, wegen seiner großen Zahnspange, Hoppo und - dem Mädchen - Nickey. C. J. Tudor hat die unterschiedlichen Charaktere hier sehr gut herausgearbeitet: Nickey ist nicht etwa ein typisches Mädchen, welches mit Puppen spielt und sich kaum in der Natur aufhält, sondern eher eine Amazone. Sie ist schlagfertig und schreckt nicht vor einer Prügelei zurück, weiß aber auch, wo ihre Grenzen sind.
Fat Gave ist der Anführer der Clique. Er gibt den Ton an. Freundschaft ist ihm aber besonders wichtig. So sagt er einmal zu Eddie, dass Freunde das Wichtigste seien und man für sie da sein soll.
Lange weicht ihm Metal Mickey nicht von der Seite. Eddie und Hoppo bilden die Schlusslichter. Sie sind treu, erheben aber keine Ansprüche aus dem Schatten der Anderen zu treten.

Spannung
Der Spannungsbogen war durch die beiden Handlungsstränge sehr gut aufgebaut. Gleich zu Beginn der Geschichte erfahren wir, dass es eine Tote gibt, sodass die Frage aufkommt, wer es sein wird und ob oder wie die Clique in den Mordfall verstrickt ist.

Allerdings schien mir der Spannungsbogen nicht einwandfrei aufgebaut. Ich hatte den Eindruck, dass C. J. Tudor gerne dafür gesorgt hätte, dass wir einen bestimmten Charakter des Mordes verdächtigen. Allerdings kam dieser Charakter, dem Ed in der Geschichte den Spitznamen Kreidemann gibt, viel zu harmlos rüber und stellte aus meiner Sicht eher einen Nebencharakter der Geschichte dar. Er bringt zwar die Kreide ins Spiel, mir fehlte hier aber der Moment, in dem er den Kindern das Kreide malen nahe bringt und sie von den Kreiden-sind-uncool zu Kreiden-sind-cool wechseln.
Hier gab es einen relativ großen Bruch in der Geschichte, da wir unsere Charaktere erst wiedertreffen, als die Kreiden wieder out werden. Daher hat mir die Verbindung zwischen Kreiden, Mord und dem Kreidemann etwas gefehlt.

Aber die Geschichte rund um den Mord stimmte für mich total. Ich hatte keine Ahnung, wer das Mädchen ermordet haben könnte und hätte auch nicht mit dieser Auflösung gerechnet. Toll finde ich hier, dass C. J. Tudor keinen Charakter umsonst in die Geschichte eingeführt hat und jeder ein wichtiges Puzzleteil darstellte.

Schreibstil
Durch die zwei Perspektiven nimmt C. J. Tudor auch zwei Schreibstile ein. Ed als Erwachsener ist natürlich viel reflektierter. Er schmückt die damaligen Erlebnisse aus, beschreibt, wie er sich gefühlt hat und welche Auswirkungen die Ereignisse auf sein jetziges Leben haben.
In der Kinderperspektive ist sein Denken einfacher. Er nimmt Konflikte zwar wahr, jedoch haben nur die Konflikte für ihn eine wichtige Bedeutung von denen er auch unmittelbar betroffen ist.

C. J. Tudor beschreibt Der Kreidemann aus der Ich-Perspektive. Und dieses Element sorgte dafür, dass die beiden Perspektiven fließend ineinander übergegangen sind und das es keinen großen Bruch zwischen der Kinder- und der Erwachsenenperspektive gab. Außerdem baute die Autorin wichtige Informationen scheinbar harmlos in einen Nebensatz ein. Gerade gegen Ende als die Geschichte aufgelöst wurde, hatte ich den Impuls Der Kreidemann am liebsten nochmal hören zu wollen, um auch ja alle Hinweise selbst erkennen zu können.

Gesamteindruck
Als mir 2017 bei der Buchmesse von Der Kreidemann erzählt wurde, war meine Vorfreude ziemlich groß. Die Geschichte wirkte interessant und ich witterte ein großes Abenteuer. Und schon nach wenigen Minuten konnten Devid Striesow und C. J. Tudor mich für sich gewinnen.

Der Kreidemann stellt eine Mischung aus Jugendbuch und packendem Thriller dar. Als Thriller bezeichne ich das Hörbuch, weil die Stimmung innerhalb der letzten Minuten nochmal ordentlich kippt und wir eine völlig neue Perspektive bekommen, mit der ich absolut nicht gerechnet hätte.
Da es doch einige blutige Stellen gibt, würde ich das Hörbuch wahrscheinlich ab 16 Jahren empfehlen. Außerdem erinnerte mich die Handlung an den Film Stand by me, der von einer Stephen King Vorlage stammt. Hier sucht eine Clique von Jugendlichen eine Leiche. Warum? Weil das ihr erstes großes Abenteuer ist.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass mich Der Kreidemann sehr gut unterhalten hat und ich hoffe, dass wir noch viel von C. J. Tudor hören werden.

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* Dieses Hörbuch wurde mir als Rezensionsexemplar vom Verlag zur Verfügung gestellt. Vielen Dank!

Dienstag, 3. Juli 2018

* Wie man die Zeit anhält

Bild von der hörverlag
Steckbrief

Name: Wie man die Zeit anhält (auch als Buch erhältlich)
Autor: Matt Haig
Verlag: der hörverlag
Geeignet für: Menschen, die Liebesgeschichten mögen
Gelesen oder gehört: gehört als ungekürzte Fassung
Sprecher: Christoph Maria Herbst
Bewertung: 5 von 5 Punkten


Klappentext 

(von der hörverlag

"Tom Hazard ist Geschichtslehrer, ein introvertierter Mann, der ein zurückgezogenes Leben führt. Und er hat ein Geheimnis: Er sieht aus wie 40, ist aber in Wirklichkeit über 400 Jahre alt. Er hat die Elisabethanische Ära in England, die Expeditionen von Captain Cook in der Südsee, das Paris der 20er Jahre erlebt und alle paar Jahre eine neue Identität angenommen. Aber eines war er immer: einsam. Seine einzige große Liebe endete schmerzvoll. Doch dann begegnet er der Französischlehrerin Camille. Während er ihr allmählich näherkommt, verändert sich für ihn alles ..."


Meine Meinung 

Mein erstes Buch von Matt Haig hatte mich etwas irritiert zurückgelassen, weil ich den Autor nicht ganz einordnen konnte. (Die Rezension dazu gibt, es um die Weihnachtszeit). Deswegen war ich mir kurz nicht ganz sicher, ob ich in Wie man die Zeit anhält eintauchen sollte. Dann machten mich aber der Titel und die Tatsache, dass das Hörbuch von Christoph Maria Herbst gelesen wird, doch ziemlich neugierig.

Gestaltung
In der ersten Lesung, die ich von Christoph Maria Herbst hörte, interpretierte er eine Kindergeschichte. Ich war also sehr gespannt, wie er bei einem Erwachsenenroman lesen würde. Interessanterweise ist seine Lesegeschwindigkeit dieselbe. Er liest schnell, aber nicht mit so einer Geschwindigkeit, dass der Inhalt verloren geht oder man sich konzentrieren muss, um ihm folgen zu können. Es wirkt auch so, als habe er eine Art  Rhythmus: Kaum habe ich mit dem Hörbuch begonnen, zogen mich die Interpretation und die Handlung in ihren Bann und ich konnte das Hörbuch kaum von den Ohren nehmen.
Christoph Maria Herbst interpretiert die Charaktere im Vergleich zu einer Kindergeschichte etwas schlichter. Dennoch konnte ich sie gut voneinander unterscheiden und fand seine Interpretation sehr angenehm.

Das Einzige, was etwas in die Irre führen könnte, wofür ich in der Bewertung aber keine Punkte abgezogen habe, ist der Klappentext: Ich glaube, es ist schwierig, diese Geschichte kurz zusammenzufassen, da sie viele Themen anspricht. Dennoch habe ich die Annäherung von Tom und Camille als Nebenhandlung empfunden, auf die man aber immer wieder zurückkommt: Kurzum, wer Angst vor einer reinen Liebesgeschichte hat, wird hier eines besseren belehrt.

Inhalt / Spannung 
Die Handlung der Geschichte erinnerte mich sehr an eine Mischung aus dem Film Forrest Gump und dem Roman Die vielen Leben des Harry August von Claire North. Allerdings hat Matt Haig hier eine übersichtlichere Handlung geschaffen, als es Claire North in ihrem Roman tut. Beide Autoren beschäftigen sich mit dem Thema Zeit und der beinahen Unsterblichkeit: Harry August wird immer wieder im selben Leben wiededergeboren, während Tom Hazard in Wie man die Zeit anhält nicht sterben kann. Zumindest nicht so bald.
Zuerst befürchtete ich, dass die Handlung ähnlich komplex sein könnte, wie bei Die vielen Leben des Harry August, weil Tom aufgrund seines Alters ja jede Menge Erinnerungen hatte. Dennoch beschränkt sich Matt Haig hier zum Glück auf eine Anzahl von Ereignissen und springt mit uns nicht wahllos in der Zeit herum.

Einerseits gefiel es mir gut, da so der rote Faden der Geschichte klar zum Vorschein kam.
Andererseits hätte ich mir gewünscht, dass die Geschichte etwas länger geht. Das Buch liegt von den Seitenzahlen knapp unter 400 Seiten. Als Hörbuch hatte die Geschichte eine Spieldauer von um die 9 Stunden.

Die zentralen Themen dieser Geschichte sind zum einen Liebe und zum anderen die Frage, wie man ein glückliches Leben führen kann, ohne in Angst vor der Zukunft leben zu müssen. Tom Hazard musste schon früh eine sehr traurige Erfahrung machen. Dieses Ereignis prägte ihn so sehr, dass er sich viele Jahrhunderte niemandem anvertraute. Dann trifft er auf Camille und er merkt, wie gut ihm der Kontakt tut.
Doch natürlich gibt es hier auch einen Antagonisten. Einen Menschen, der Tom Orientierung gibt und ihn immer wieder aufs Neue für sich gewinnt. Wird er auch diesmal siegen?

Matt Haig baut hier zwei Handlungsstränge ein: Zum einen begegnen wir Tom in der Gegenwart. Hier blickt er immer wieder auf sein Leben zurück und somit wird ein Teil der Geschichte von hinten aufgerollt. Dieses Element hat mir sehr gut gefallen, da die Zeitsprünge genau zur richtigen Stelle kamen und mich auch neugierig machten, wie die jeweiligen Handlungsstränge weiter verlaufen.

Kommen wir nun zu den Charakteren der Geschichte: Tom wirkt nicht nur introvertiert, sondern auch sehr passiv. Er weiß nicht so recht, wie er mit manchen Situationen umgehen soll und macht sich verwundbar. Er braucht also jemanden, der ihm sagt, was er zu tun hat. Und da kommt unser Antagonist ins Spiel. Er manipuliert Tom nicht nur, sondern hat auch ein Druckmittel gegen ihn in der Hand.
Tom hat mir als Protagonist sehr gut gefallen. Er entwickelt sich in der Geschichte langsam aber sicher weiter und lernt, auf das zu hören, was er fühlt. Es muss sicher schwierig gewesen sein, einen Protagonisten zu erschaffen, der schon über vierhundert Jahre gelebt hat, aber nur knapp vierhundert Seiten zur Verfügung zu haben, um seine Geschichte zu erzählen. Matt Haig hat Tom sehr gut erschaffen. Ich hatte den Eindruck, unseren Protagonisten ziemlich gut zu kennen.

Schreibstil 
Tom Hazard tritt hier als Ich-Erzähler auf. Und vermutlich hat auch dieses Element dazu beigetragen, dass ich mich schnell in Matt Haigs Schreibstil einfinden konnte. Mich hat der Autor hier mit tollen Dialogen überzeugt, die wieder viel zwischen den Zeilen transportierten und nicht immer eine Erklärung gebraucht haben.

Gesamteindruck 
Wie man die Zeit anhält hat meine Erwartungen übertroffen. Ich rechnete eigentlich mit einer etwas schrägen Geschichte, die aber von einem guten Sprecher vertont wurde. Und stattdessen bekam ich eine - wie erwartet - gute Lesung, eine Handlung mit Tiefe, schöne Dialoge und angenehme Charaktere.


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* Dieses Hörbuch wurde mir als Rezensionsexemplar vom Verlag zur Verfügung gestellt.

Sonntag, 1. Juli 2018

Ge(h)lebt im Juni

Gelesen 

Buchlinge, im Juni bin ich zu alter Form zurückgekehrt. Kommen wir zuerst zu meiner Statistik:

Gelesene und gehörte Zeit: 75 Stunden 5 Minuten
Beendet: 6 Hörbücher, 1 Buch
Gelesene Seitenzahlen: 274
Ich lese / höre momentan: 
- *Tote Mädchen lügen nicht von Jay Asher (Hörbuch)
- Die Tribute von Panem Bd. 1 von Suzanne Collins (Hörbuch)
- Verstand und Gefühl von Jane Austen (Buch)

In der ersten Podcast Folge spreche ich über Shantaram, das Hörbuch mit der Monsterspielzeit und zwar von 45 Stunden, Anne Freytags aktuellen Jugendroman Nicht weg und nicht da und Douglas Adams Per Anhalter durch die Galaxis (Band 1).

In der zweiten Podcast Folge erzähle ich euch von Matt Haigs Wie man die Zeit anhält, nehme euch mit in Frank Schätzings Tyrannei des Schmetterlings und erzähle euch von meinem Monatshighlight Der Kreidemann von C. J. Tudor.

Nun kommen wir aber zum imaginären roten Teppich:

Beste Handlung 

Hier kann ich mich mal wieder nicht entscheiden. Und zwar teilen sich diese Position C. J. Tudors Kreidemann und Anne Freytags Jugendroman Nicht weg und nicht da.

Bild von der hörverlag

In Der Kreidemann geht es um Eddie, der als 12-jähriger Junge gemeinsam mit seiner Clique eine Mädchenleiche findet.
Aber nicht einfach so. Kreidezeichnungen führten sie zu der Toten.
Und dann werden sie Jahre später von ihrer Vergangenheit eingeholt.
Die Geschichte besteht aus zwei Handlungssträngen, die C. J. Tudor wirklich gut miteinander verknüpft. Mir hat die ganze Atmosphäre an dem Hörbuch unheimlich gut gefallen und ich hab es regelrecht verschlungen.

Bild von Heyne

Nicht weg und nicht da erzählt eine traurige, aber sehr wichtige Geschichte: Hier muss die 15-jährige Luise den Tod ihres Bruders verarbeiten. Und das mehr oder weniger auf sich alleine gestellt. Doch dann bekommt sie zu ihrem sechszehnten Geburtstag eine E-Mail von ihrem toten Bruder. Und das ist erst der Anfang...
Anne Freytag beschreibt hier sehr glaubhaft, was in einem vorgehen muss, wenn man einen geliebten Menschen verliert: Wut, Hass, Trauer und Einsamkeit - das sind alles Emotionen, denen sich Luise im Laufe der Geschichte stellen muss. Ich hoffe, dass dieses Jugendbuch vielen Menschen Kraft gibt.


Bild von der hörverlag

Coolster Charakter
Dieser Preis geht wohl an Ford Prefect aus Per Anhalter durch die Galaxis. Ford saß viele Jahre auf der Erde fest. Und zwar weil er einer der Autoren des Reiseführers Per Anhalter durch die Galaxis ist und den Artikel über die Erde aktualisieren sollte. Dann ist er live dabei, wie die Erde in die Luft gesprengt wird. Doch Ford denkt nicht nur an sich selbst, sondern rettet seinem Freund Arthur Dent, einem Menschen, das Leben und nimmt ihn mit auf eine abenteuerliche Reise durch die Galaxis.


Bild von der hörverlag

Bester Nebencharakter
Das war die erste Rubrik, die ich bereits Anfang Juni besetzen konnte. Und zwar nominiere ich hier Prabaker. Prabaker lebt in Bombay in einem Slum und schlägt sich als Stadtführer durch. Dann lernt er Lin Baba kennen, der neu in der Stadt ist, nimmt ihn unter seine Fittiche und bringt ihm die indische Kultur näher. Prabaker ist ein herzensguter Mensch und ziemlich treu. Und er sorgte in Shantaram für ein paar tolle Dialoge.


Bester Handlungsort
Hier kann ich mich ebenfalls nicht entscheiden: Ich tendiere zu Nicht weg und nicht da von Anne Freytag. Die Geschichte spielt in München. Wir befinden uns also zum einen in Deutschland und auch in der Realität. Und damit fühle ich mich eigentlich ganz wohl.

Beendete Geschichten im Überblick
Shantaram von Gregory David Roberts
*Wie man die Zeit anhält von Matt Haig
Nicht weg und nicht da von Anne Freytag
*Per Anhalter durch die Galaxis von Douglas Adams
*Der Kreidemann von C. J. Tudor
*Die Tyrannei des Schmetterlings von Frank Schätzing

Neuzugänge: 
*Wo mein Herz dich findet von Kathryn Taylor
Die Insassen von Katharina Münk
Citizen Girl von Emma McLaughlin
Die Verwandlung von Franz Kafka
Der Name der Rose von Umberto Eco
Die Gesetze
Der Turm


Gefunden im Netz 

Warum Rezensionen schreiben manchmal so schwierig ist 
Heffa Fuzzel beschäftigt sich in diesem Artikel mit dem oben stehenden Thema. Warum ist es einfacher, ein Buch zu kritisieren, als es zu loben? Eine spannende Frage mit interessanten Ansätzen --> HIER ENTLANG

Ge(h)Schichten zu Gast bei Büchertraum 
Vor einer Weile hat das Team von Büchertraum Blogger gesucht, die sie interviewen wollten. Da wurde meine Neugier geweckt und ich durfte ein paar Fragen beantworten.
Das ganze Interview gibt es HIER.

Liste mit Büchersendungen im Radio:
Literatursendungen im Fernsehen sind ja recht selten oder kommen ziemlich spät am Abend. Durch Zufall entdeckte ich eine Liste mit den Literatursendungen, die in den öffentlich-rechtlichen Radiosendern ausgestrahlt werden. Ich hab mir hier gleich mal ein paar Sendungen in den Kalender eingetragen.
Die Liste gibt es HIER.


Lustiges im Juni 

Eintags- und Halbtagsfliegen
Grafikerin: "Ich wurde gestern von einer kleinen Fliege genervt. Es war so eine Eintagsfliege. Dann wurde es mir irgendwann zu blöd und ich hab sie getötet."
Ich: "Dann hast du sie zu einer Halbtags Fliege gemacht."


Was gab's zu erzählen? 

Ge(h)dacht 
Die Krux mit den drei guten Dingen des Tages

Ge(h)fragt - Kia Kahawa

Rezensionen
Roverandom
Six of Crows (rezensiert von Isona)

Ge(h)messen 
Romanfiguren in die Bredouille bringen
Wie war's beim LitCamp (ein Bericht von Isona)
Wie war's bei der LoveLetter Convention? - Teil 1 (Skyara berichtet)

Ge(h)plaudert - XXL mit emion
Never will I ever TAG

Ge(h)brechen - 5 Dinge, die ich gern vor meinem Studium gewusst hätte 
... nicht an Hilfsmitteln sparen

Buchclub 
Wie funktioniert's?

Ge(h)lauscht 
Wie war's beim Doppelkonzert von Max Giesinger und Sunrise Avenue?


Buchzitate

"Du kannst überall etwas sein."
Shantaram von Gregory David Roberts

"Wenn man weiß, dass man sterben wird, ist Klugheit kein Trost."
Shantaram von Gregory David Roberts

"Es ist schlimm, wenn man jemanden liebt, dem man nicht verzeihen kann."
Shantaram von Gregory David Roberts

"Geld stinkt."
Shantaram von Gregory David Roberts

"Er wusste nicht warum, er mochte einfach Äxte."
Per Anhalter durch die Galaxis von Douglas Adams

"Danach torkelte er halb besinnungslos durch die nächtlichen Straßen und fragte vorbeikommende Polizisten immer wieder, ob sie nicht wüssten, wie man nach Beteigeuze komme. Die Polizisten sagten dann gewöhnlich sowas wie:
'Meinen Sie nicht, dass es Zeit für Sie ist nach Hause zu gehen, Sir?'
'Das versuche ich ja!'
Per Anhalter durch die Galaxis von Douglas Adams

"[...] Der Kerl da will mein Haus abreißen!"
Ford sah ihn verdutzt an.
"Ja und? Kann er das nicht auch wenn du weg bist?"
Per Anhalter durch die Galaxis von Douglas Adams

"Ich weiß nicht, was ich suche."
"Warum denn nicht?"
"Weil ich glaube, wenn ich's wüsste, würde ich vielleicht nicht mehr danach suchen."
Per Anhalter durch die Galaxis von Douglas Adams

"Boah, meine Gehirne!"
Per Anhalter durch die Galaxis von Douglas Adams

"Ehrlichkeit hilft. Na ja, Ehrlichkeit kann einen auch in die Klapse bringen. Aber manchmal hilft sie."
Wie man die Zeit anhält von Matt Haig

"Wenn ich jemandem mit einem Buch sehe, habe ich jedes Mal das Gefühl, die Zivilisation sei ein kleines bisschen sicherer geworden."
Wie man die Zeit anhält von Matt Haig

"Man muss sich für das Leben entscheiden."
Wie man die Zeit anhält von Matt Haig

"Ich begreife, dass man die Zeit anhalten kann, indem man aufhört, sich ihr zu unterwerfen. Ich ertrinke nicht mehr in meiner Vergangenheit und habe keine Angst vor der Zukunft."
Wie man die Zeit anhält von Matt Haig

"Und dann habe ich meinen Columbo Auftritt."
Der Kreidemann von C. J. Tudor.

"Wenn deine Hand dich zum Bösen verführt, dann hack sie ab."
Der Kreidemann von C. J. Tudor

"Jacob, wir entscheiden selbst, woran wir uns erinnern."
Nicht weg und nicht da von Anne Freytag S. 127

"Ich hoffe, es war das perfekte Ende eines viel zu kurzen Lebens."
Nicht weg und nicht da von Anne Freytag S. 372

"Deswegen ist es nicht so wichtig, was andere denken. Unterm Strich zählt nur das, was man selbst will."
Nicht weg und nicht da von Anne Freytag S. 448


In diesem Sinne... 

Was habt ihr im Juni erlebt?
Welche Bücher oder Hörbücher haben euch im letzten Monat begleitet?


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Die mit * gekennzeichneten Hörbücher wurden mir vom Hörverlag und Bastei Lübbe Audio als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Vielen Dank!

Samstag, 30. Juni 2018

Wie war's beim Doppelkonzert von Max Giesinger und Sunrise Avenue?

Hallo Buchlinge, 

wer mir bei Twitter und oder Instagram folgt, wird gesehen haben, dass Isona und ich gestern das Doppelkonzert von Max Giesinger und Sunrise Avenue besucht haben. Und da nutze ich heute die Gelegenheit, euch von unseren Erlebnissen zu berichten. 

Am Ende der jeweiligen Konzert Eindrücke bekommt ihr wieder die Setlist mit den gespielten Liedern zu lesen. Außerdem fasse ich den Abend zum Schluss nochmal in einem allgemeinen Fazit zusammen. 
Ich wünsche euch viel Spaß beim lesen!


Daten und Fakten 

Was: ein Konzert mit Max Giesinger und Sunrise Avenue
Wo: auf dem Open Air Messegelände in Freiburg
Wann: 29.06.18 ab 18:30 Uhr bis ca. 22:00 Uhr
Preis: 77 Euro und ein paar Zerquetschte


Countdown - Zwei Konzerte hintereinander? 

Zum Jahreswechsel erfuhr ich, dass Sunrise Avenue uns nach drei Jahren Abwesenheit wieder einen Besuch abstatten sollten. Das musste ich natürlich sofort ausnutzen. Obwohl ich kaum Lieder aus ihrem aktuellen Album kannte bzw. mir einige Lieder nicht so gut gefallen haben, wollte ich die Band sehr gerne wieder live erleben, weil sie unglaublich gute Musik machen.

Isona hatte ehrlich gesagt keine große Wahl. Ich hab sie gar nicht lange überredet, sondern einfach gezwungen, mit mir auf das Konzert zu gehen. (Sie gehört nun mal zu meinem Ge(h)folge. So langsam scheine ich meine Führungsposition auszubauen :-) ).
Als ich dann unser Ticket kaufen wollte, erfuhr ich, dass auch Max Giesinger an dem Abend spielen sollte. Ich hatte schon bei dem Ticketpreis etwas gestutzt, weil das Ticket ca. 20 Euro mehr kostete, als vor drei Jahren. Aber ich dachte mir nichts groß dabei, weil man bei einer Tour ja immer viele Leute mit an Bord hat, die auch alle bezahlt werden wollen.
Max Giesinger durfte ich bereits 2017 im Rahmen des Freiburger Festivals erleben und freute mich daher, dass wir zwei Künstler an einem Abend hören sollten.


Die Umgebung 

Wie bereits erwähnt, fand das Konzert auf dem Open Air Messegelände in Freiburg statt. Während wir vor drei Jahren noch einen kleinen Fußweg bis zum Messegelände hatten, konnten wir in diesem Jahr die noch relativ frische Straßenbahnlinie 4 nutzen, um das Gelände zu erreichen. (Besonders toll fand ich, dass die Haltestellen mit Leitlinien ausgestattet waren - für alle die nicht wissen was das ist: Diese weißen Linien mit den Pickeln am Boden).
Als wir aus der Bahn ausgestiegen waren, beschlossen wir kurzerhand nicht dem Wegweiser zu vertrauen, sondern einfach mal der Menschenmenge hinterher zu laufen: Der Plan ging auf und wir fanden uns recht schnell auf dem Konzertgelände ein.

Während wir uns beim letzten Open-Air Besuch noch einen Platz auf der Rollstuhlbühne gesichert hatten, wollten wir uns diesmal in die Menge stellen. Zuerst hatte ich etwas Bedenken, weil ich nicht ganz wusste, ob mein Rücken das lange Stehen gut verkraftete, aber da es zwischen beiden Konzerten eine Pause gab, konnten wir uns gut zwischendurch auf den Boden setzen - was mir im Nachhinein wirklich geholfen hat.


Max Giesinger - Das Konzert 

Der Einstieg
Beinahe pünktlich auf die Minute bei praller Hitze betraten Max Giesinger und seine Band die Bühne. Oder sagen wir es so: Das Intro begann und Max ließ sich noch etwas Zeit, was aber nicht schlimm war.
Ich erzählte Isona, dass er letztes Jahr durch die Zuschauermenge auf die Bühne gelaufen kam, das aber auf dem Messegelände wohl nicht ausprobieren würde. Schließlich waren hier deutlich mehr Menschen als in der Halle der Brauerei Ganter.
Noch bevor er dazu kam, uns zu fragen, ob er denn den heimischen badischen Dialekt sprechen dürfe, rutschte er schon in den Dialekt ab, was zeigt, dass er sich hier eben zu Hause fühlt und seine sprachlichen Wurzeln nicht vergisst. (Wirklich schade, dass man im Norden größtenteils nur hochdeutsch spricht).

Die Musik 
Eigentlich hatte ich damit gerechnet, dass bis zum Sommer sein drittes Album veröffentlicht werden würde. So wollte ich kurz vor Konzertbeginn noch in das Album rein hören und musste feststellen, dass es erst am 23. November erscheint. Dennoch spielte er drei Lieder von dem Album wovon die Single Legenden bereits erschienen ist.

Musikalisch bin ich bei Max Giesinger etwas hin- und her gerissen. Ich mag den Künstler und freue mich unglaublich, dass seine Konzerte so gut besucht sind und er seit 2-3 Jahren wohl ganz gut von der Musik leben kann. Dennoch gibt es nur wenige Lieder von seinem aktuellen Album, die mir nicht nur von den Texten, sondern auch von dem Arrangement gefallen. Aber - und jetzt kommt's - die neuen Lieder haben mich wirklich neugierig auf das kommende Album gemacht.
Hier begegneten uns nicht nur gute Texte, sondern es gab auch eine deutlichere Entwicklung von den Strophen der Lieder bis hin zum Refrain. Das spiegelte sich auch im Arrangement der Lieder wieder. Es war musikalisch erkennbar, dass hier eine Geschichte erzählt wird. Es geht langsam los, wird lauter, kraftvoll und gegen Schluss wird das Ganze dann gelungen abgerundet. Und das Arrangement war auch so gewählt, dass Giesingers Stimme nicht unterging.

Was ich bei Max Giesinger auch schön finde ist, dass er Coverversionen in seine Konzerte integriert. Da es für mich erst das zweite Max Giesinger Konzert war, kann ich das Folgende nur vermuten: Es wirkt so, als ob er diese Lieder schon sehr oft gespielt hat und sich in ihnen zu Hause fühlt. Und das macht für mich deutlich, wie sehr er das liebt, was er macht: Auf der Bühne stehen und Musiker zu sein.

Die Stimmung 
Isona und ich befürchteten, dass die meisten Konzertbesucher eher wegen Sunrise Avenue gekommen sind. Der Eindruck legte sich aber sehr schnell wieder. Obwohl es der erste Künstler bei einem Konzert meistens schwer hat, war das Publikum hier sofort mit dabei, sang und tanzte mit.
Was ich an Max Giesinger mag, ist, dass er zwischen den Liedern immer Zeit für eine Geschichte findet und nicht einfach sein Programm spielt und dann wieder verschwindet. Gestern bescherte er drei Menschen einen glücklichen Abend: Und zwar suchte er für seinen Hit 80 Millionen einen Background Chor. Und drei Kinder erklärten sich bereit, ihn dabei zu unterstützen. Ich wäre in dem Alter wahrscheinlich auf einer Bühne vor so vielen Menschen gestorben.
Zudem habe ich bei ihm den Eindruck, dass er es unheimlich genießt auf der Bühne zu stehen und vor so vielen Leuten spielen zu können, was bei mir wieder dafür sorgt, dass ich mich für ihn freue.

Mein Fazit 
Ein sehr schöner Auftakt für den Abend: Besonders gefreut hat es mich, dass Max Giesinger seine bekannten Singles Wenn sie tanzt und 80 Millionen gespielt hat und uns auch schon neue Lieder aus seinem kommenden Album präsentieren konnte.
Isona kannte bisher noch nicht viele Lieder von Max Giesinger, fand den Künstler aber sehr sympathisch, weil er eben unheimlich gesprächig ist.

Setlist: Roulette, Kalifornien gemixt mit dem Cover Get lucky, Legenden, Ultra violett, Für dich für mich, Nicht so schnell, Die guten Tage strahlen, Wenn sie tanzt, Vielleicht im nächsten Leben, Wir waren hier, 80 Millionen


Funfacts und Unsicherheiten des Abends 

Der Mann mit dem Fähnchen und dem Bierrucksack auf dem Rücken
Wer häufiger Festivals besucht, wird diese Bilder vielleicht kennen: Männer, die sich einen großen Behälter gefüllt mit Bier auf den Rücken geschnallt haben oder Eistruhen durch die Menschenmenge tragen müssen. Und das bei Wind und Wetter. Uns umkreiste der Held mit dem Bierrucksack. Und das Witzige war: Oben an diesem Rucksack schaute ein Fähnchen heraus. Immer wenn ich das Fähnchen aus den Augenwinkeln wahrnahm, wusste ich, dass ich gleich für den Biermann Platz machen musste.

Kommt Sunrise Avenue wirklich im Anschluss?
Normalerweise ist es ja so, dass sich Künstler bei einem Doppelkonzert immer aufeinander beziehen bzw. die Vorgrupe auf den Hauptact hinweist. Max Giesinger fand das Konzert, welches am nächsten Tag stattfinden sollte, aber deutlich spannender und erwähnte Sunrise Avenue mit keiner Silbe. Irgendwann fragte ich mich, ob die Finnen auch wirklich da waren oder ob es eine spontane Planänderung gegeben hatte. Glücklicherweise wurden wir eines Besseren belehrt.

Fotos ja oder nein? 
Blogger kommen bei Konzerten oft an ihre Grenzen: Denn nicht alle Veranstalter erlauben es, Fotos während des Konzertes für einen Artikel zu machen. Ich hatte bisher bei zwei Konzerten Glück, bekam bei den großen Open-Air Veranstaltungen bisher aber Absagen, was ich auch nachvollziehen kann. Auch diesmal wurde sowohl auf dem Gelände als auch in einem PDF Merkblatt darum gebeten, auf Fotos zu verzichten bzw. wurden diese auch verboten.
Samu Haber brach das Verbot dann aber und verkündete, dass wir ruhig Bilder während des Konzertes machen dürften. Isona schoss auch zwei Bilder, die unseren Blick auf die Bühne, eine tolle Lightshow und natürlich die Band zeigen. Und würde Samu Habers Aussage schriftlich vorliegen, hätte ich euch diese Bilder an dieser Stelle sehr gerne gezeigt. (Im Übrigen waren auch sehr wenige personenbezogene Köpfe darauf zu sehen - *DSGVO Anspielung off*:-) ).


Sunrise Avenue - Das Konzert 

Der Einstieg 
Sunrise Avenue gingen gleich in die Vollen, legten ohne großes Intro los und spielten die ersten zwei bis drei Lieder durch. Erst danach wurden ein paar Worte an das Publikum gerichtet.

Die Musik 
Sunrise Avenue überzeugten mit einer tollen gemischten Setlist. Glücklicherweise spielten sie nicht ausschließlich Lieder von ihrem aktuellen Album. Insgesamt war ungefähr die Hälfte der Setlist von dem aktuellen Album. Als Heartbreak Century erschien habe ich zwar rein gehört, jedoch konnten mich die Lieder nicht wirklich begeistern. Bei dem Konzert habe ich dann aber festgestellt, dass dort doch spannende Lieder dabei waren. Und so war ich froh, dass ich diese in einer Vollversion und nicht in der iTunes-30-Sekunden-Version hören konnte. 

Die Stimmung 
Auch bei Sunrise Avenue war die Stimmung ziemlich gut. Als die Band vor drei Jahren auf dem Gelände spielte, war es um einiges wärmer. Hier war Samu Haber mehr darauf konzentriert, das musikalische Programm hinzubekommen und hielt sich nicht so viel mit Gesprächen zwischen den Liedern auf. In diesem Jahr war das zum Glück anders, was wahrscheinlich auch damit zu tun hatte, dass es zwar warm, aber eben keine 40 Grad waren. 
So bescherte er einer Konzertbesucherin ein Geburtstagsständchen, sorgte, wie Kollege Max Giesinger dafür, dass Menschen das Konzert nicht alleine verlassen mussten. Schließlich kam dann noch die peinliche Frage: "Wer hat uns schon mal live gesehen?" 
Isona und ich sowie ein paar treue Seelen im Publikum streckten die Arme in die Höhe. Allerdings waren wir deutlich in der Unterzahl, was mich etwas überraschte. 
Natürlich musste auch erfragt werden, wer denn zum ersten Mal da sei: Viele Arme schnellten nach oben. Ich war davon ausgegangen, dass viele Sunrise Avenue Fans die Chance nutzten, ihre Band live zu erleben. Allerdings waren auch die Tickets teurer, sodass das vielleicht auch einige Fans abschreckte. 
Samu Haber kommentierte das nur mit "ihr bösen Kerle" (Allerdings bin ich mir nicht ganz sicher, ob das Attribut stimmt. Aber das Wort Kerle fiel auf jeden Fall). 

Leider musste ich feststellen, dass die euren Lieder beim Publikum nicht mehr so gut ankamen. Irgendwo neben oder hinter uns standen Leute, die sich während des Konzerts unterhalten haben bzw. ihre Unterhaltung bei den unbekannteren Liedern aufnahmen. Bei Liedern wie Lifesaver, Fairytale gone bad und Hollywood Hills hatte Sunrise Avenue aber die volle Aufmerksamkeit des Publikums. 

Mein Fazit 
Ein toller Abend! Es war schön, die Band wieder live zu erleben und - für mich - neue Lieder kennenlernen zu dürfen. 

Setlist: Prisoner in Paradise, I help You hate me, Beautiful, Unholy ground, Little bit love, Heartbreak century, Never let go, Lifesaver, Questionsmarks, The Flag, I don't dance, Afterglow, Forever yours, Point of no Return, Fairytale gone bad, Hollywood Hills, 


Fazit zur gesamten Veranstaltung 

Vor der Veranstaltung fragte ich mich, wie der Abend wohl organisiert sein würde. Ich vermutete, dass Max Giesinger sein Programm wahrscheinlich ziemlich kürzen müsste, da der Fokus sicher auf Sunrise Avenue liegen würde. 
Umso mehr freute ich mich, dass beide Künstler genügend Raum hatten, ihre Lieder spielen zu können. Wie ihr an den Setlists erkennen könnt, kamen wir vollkommen auf unsere Kosten. Für mich stimmte das Preis-Leistungsverhältnis an dieser Stelle. Etwas schade war, dass beiden Künstlern nicht viel Zeit für die Zugaben blieben. Sie konnten gerade jeweils ein Lied spielen, was aber einfach mit dem straffen Zeitplan zusammenhing. Als der Abend vorbei war, war es noch minimal hell und die Uhr zeigte drei Minuten vor zehn an. 

Musikalisch unterschieden sich die beiden Künstler natürlich aufgrund der Sprache voneinander: Max Giesinger singt auf deutsch, Sunrise Avenue eben auf englisch. Allerdings spiegeln die Texte beider Künstler das Leben wieder. Sie singen über Dinge, über die sich sicher schon viele Leute Gedanken gemacht haben und sich so in den Liedern wiederfinden können. 

Ich werde den Bericht nun mit einer Szene abschließen, die das Konzert vielleicht nochmal ganz gut zusammenfasst: Als ich gefragt wurde, wie mir der Abend gefallen habe, antwortete ich: "Sehr genial! Ich möchte nochmal auf ei Konzert! Jetzt! Sofort!"