Dienstag, 25. September 2018

* Verstand und Gefühl

Bild von
Argon Verlag
Steckbrief 

Name: Verstand und Gefühl (auch als Buch erhältlich)
Autor: Jane Austen
Verlag: Argon Verlag
Geeignet für: Austen-Fans, Leser von Liebesromanen
Gelesen oder gehört: gehört als ungekürztes Hörbuch
Sprecher: Eva Mattes
Bewertung: 2,5 von 5 Punkten


Klappentext 


"Elinor und Marianne Dashwood sind so verschieden, wie zwei Schwestern nur sein können: während die eine diszipliniert und vernünftig ist, handelt die andere emotional und impulsiv. Dennoch verbindet beide das scheinbar ausweglose Schicksal, sich im England des achtzehnten Jahrhunderts den gesellschaftlichen Zwängen unterwerfen und auf ihre große Liebe verzichten zu müssen...
Jane Austen ist auch fast zweihundert Jahre nach ihrem Tod eine der weltweit beliebtesten und meistgelesenen Autorinnen. Ihre erzählerische Brillanz, ihre feine Ironie und souveräne Menschenkenntnis haben ihre Werke in den Rang der Weltliteratur erhoben. Auch in diesem Roman verbindet Jane Austen auf eindrucksvolle Weise realistische Beschreibungen ihrer Zeit mit der detaillierten Darstellung der Gefühlswelten der beiden Hauptfiguren."


Meine Meinung 

Wie der Klappentext bereits erwähnt, geht es bei Verstand und Gefühl um die beiden Schwestern Elinor und Marianne. Elinor und Marianne sind beide im heiratsfähigen Alter und so stellt sich die Frage, welche Männer für die Schwestern geeignet sind. Geht es wirklich um Liebe? Oder hauptsächlich darum, finanziell abgesichert zu sein?

Elinor handelt zwar nach außen hin vernünftig und schafft es, ihre Gefühle vor ihrer Familie zu verbergen. Dennoch heißt es nicht, dass sie in der Geschichte nicht leidet.
Marianne hingegen wird als emotional beschrieben. Emotional meint in diesem Sinne zum einen ausgelassen und fröhlich aber  zum anderen auch tief traurig und verletzt. Da Marianne sich sehr auf ihre Emotionen verlässt, bereitet es ihr Mühe Schicksalschläge zu verarbeiten und nach außen hin zu funktionieren.

Das Schöne an Verstand und Gefühl ist, dass wir wissen, dass Jane Austen zu der Zeit gelebt hat, in der ihre Geschichte auch spielt. Wir haben hier also eine Autorin, die die Konflikte und Gedanken der damaligen Gesellschaft aus erster Hand erzählt und nicht jemanden, der viel recherchieren musste, um einen  historischen Roman schreiben zu können.

Dennoch war und ist mein größtes Problem an der Geschichte, Jane Austens Schreibstil. Einerseits war es spannend zu lesen, wie Literatur im 18. Jahrhundert erzählt wurde und was die LeserInnen damals anscheinend anzog. Andererseits fand ich den Schreibstil unglaublich langatmig und beschreibend. Mit beschreibend meine ich, dass Austen uns das Gefühlsleben unserer Charaktere vorkaut. Sie schlüpft hier in die Rolle der allwissenden Erzählerin und schmückt diese Rolle auch bis ins kleinste Detail aus. Wenn sie nicht gerade damit beschäftigt ist uns zu erklären, wie oder was ein jeweiliger Charakter denkt, dann schafft sie einen Dialog in dem zwei Personen das Verhalten von einer dritten Person erörtern und darüber referieren, für welche Option man sich am besten entscheiden sollte.

Natürlich gab es einen Spannungsbogen, weil die Frage im Raum stand, ob Elinor und Marianne einen passenden Partner finden. Aber dennoch fehlte mir der Aufbau des Spannungsbogens, weil mir gefühlt alle Informationen mehr oder weniger direkt geliefert wurden und ich als Leser überhaupt nicht mitraten musste.

Was mir dennoch sehr gut an der Geschichte gefiel, war die Hörbuchgestaltung. Als ich hörte, dass Eva Mattes das Hörbuch liest, war ich sehr angetan und freute mich auf die Lesung. Eva Mattes hat es dann geschafft, mir ein paar Aspekte der Geschichte näherzubringen, die ich beim Anlesen der Buchausgabe nicht wahrgenommen habe.
Zum einen hat sie anhand ihrer Interpretation von verschiedenen Nebencharakteren gezeigt, welche Eigenschaften diese Charaktere mit sich bringen und ob diese von unseren Protagonistinnen geschätzt oder eher verachtet werden. Außerdem gab es immer wieder Situationen, in denen mir nicht klar war, ob das gerade Geschehene gut oder schlecht war. Eva Mattes brachte durch ihre Betonung für mich etwas Licht ins Dunkle. Verstand und Gefühl war das zweite Hörbuch, welches ich von der Sprecherin hörte. (Die neapolitanische Saga fasse ich mal als eine Geschichte zusammen, da sie ihre Interpretation im Wesentlichen nicht ändert). Deswegen fand ich es spannend, Eva Mattes einmal in einer anderen Geschichte zu erleben. Sie passt sich gut der Atmosphäre der Geschichte an. Wenn es lebhaft wird und es einen Grund zu feiern gibt, liest sie schneller. Wenn unsere Charaktere eine schlechte Nachricht bekommen haben, liest sie langsamer und weicher.

Gesamteindruck
Ich fand es spannend, eine Geschichte zu lesen, die von einer Frau geschrieben wurde, welche auch zur damaligen Zeit lebte, in der die Geschichte gespielt hat. Dennoch empfand ich Jane Austens Schreibstil als unglaublich ermüdend und verstand zum ersten Mal das Leid der Schüler, die im Deutsch- oder bei Austen wohl eher Englischunterricht, Texte interpretieren mussten, über die es einfach nichts zu sagen gibt.

Wäre Eva Mattes nicht gewesen, hätte ich mich wahrscheinlich nicht an das Hörbuch getraut. Die Sprecherin hat es geschafft, mich bei Laune zu halten und dafür zu sorgen, dass ich das Hörbuch noch beendet habe.

Allen, die Probleme mit Klassikern und älterer Sprache haben, kann ich nur empfehlen, sich einen Klassiker als Hörbuch anzuhören.

-----------------------------------------------

* Dieses Hörbuch wurde mir vom Argon Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. 

Sonntag, 23. September 2018

Der sonntägliche Lesemarathon

Bild von A. Mack
Guten Morgen Buchlinge,

einige von euch haben es bei Facebook und Twitter bereits gelesen: Ich möchte diese Sonntag nutzen und einen Lesemarathon bzw. in meinem Fall ja eher Hörmarathon einzulegen. Ihr seid herzlich dazu eingeladen, mir in der Facebook Veranstaltung oder bei Twitter unter dem #Lesemarathon Gesellschaft zu leisten. Es wird wieder ein paar Aufgaben geben. Damit ihr den Überblick nicht verliert, veröffentliche ich den vollständigen Ablaufplan, der aber noch nicht die Aufgaben enthält. Ich will euch ja nicht spoilern.

Das Bild könnt ihr gerne verwenden, allerdings nur unter der Bedingung, dass ihr als Quellangabe diesen Beitrag angebt.


Der Ablaufplan 

10:00 - 11:00 Uhr: Ankommen und langsames Aufwärmen
11:00 - 12:00 Uhr: Auf die Plätze, fertig, looos! Der Startschuss ist gefallen
12:00 - 13:00 Uhr: Erste Etappe
13:00 - 15:00 Uhr: Mittagspause
15:00 - 16:00 Uhr: Verdauungsspaziergang
16:00 - 17:00 Uhr: Noch einmal richtig Gas geben
17:00 - 18:00 Uhr: Ab ins Ziel
Bei Bedarf: 18:00 - 20:00 Uhr: Aftershow Party


10:00 - 11:00 Uhr 

Ankommen und langsames Aufwärmen 
Mit welcher Geschichte möchtest Du den heutigen Lesemarathon bestreiten? Welche Ziele hast Du Dir gesetzt?

Ich möchte heute unbedingt Verstand und Gefühl von Jane Austen beenden. Das Buch hatte ich ja bereits abgebrochen. Aber dank Eva Mattes konnte ich mich noch einmal aufraffen und mit dem Hörbuch beginnen.
Wenn alles gut läuft, kann ich heute auch noch mit einem zweiten Hörbuch beginnen.
Zeitliche Ziele setze ich mir nicht.


11:00 - 12:00 Uhr 

Auf die Plätze, fertig looos! Der Startschuss ist gefallen 
Was kannst Du uns über die Protagonisten Deiner Lektüre verraten? Sind Dir die Protagonisten Deiner Geschichte sympathisch oder gehen sie Dir auf die Nerven?

Die Protagonistinnen von Verstand und Gefühl sind die Schwestern Elinor un Marianne. Beide Frauen könnten nicht unterschiedlicher sein: Elinor ist sehr nüchtern und trifft rationale Entscheidungen. Sie schafft es, sich nicht von ihren Gefühlen leiten zu lassen, diese aber in einem gewissen Rahmen auch zuzulassen.
Marianne hingegen ist sehr emotional. Man kann ihr ansehen, ob es ihr gut oder schlecht geht. Sie hat Mühe, ihre Gefühle vor Menschen zu verbergen.

Beide Frauen sind mir sehr sympathisch. Obwohl sie verschieden sind, versuchen sie dennoch sich gegenseitig zu helfen und füreinander da zu sein.


12:00 - 13:00 Uhr 

Die ersten Meilen liegen hinter uns 
Nun macht sich langsam ein Magenknurren breit. Doch zwischen uns und der Mittagspause liegt noch eine weitere Etappe: Gibt es in Deiner Geschichte Speisen, die es Dir angetan haben?

Obwohl Jane Austen von vielen geselslchaftlichen Anlässen berichtet und beinahe kein Tag vergeht an dem unsere Dashwood Schwestern nicht unter Leuten sind, beschreibt sie dennoch keine Mahlzeiten, die bei solchen Anlässen angeboten werden.
Aber da die Dashwood Schwestern in vornehmer Gesellschaft sind, nehme ich mal an, dass es dort sehr leckere Speisen gibt.


13:00 - 15:00 Uhr 

Mittagspause
Außer Atem erreichst Du das Etappenziel. Lass Deine Geschichte, Geschichte sein und gönn Dir an dieser Stelle eine kleine Pause. Schnapp Dir etwas zum Essen und erhol Dich, bevor wir uns um 15:00 Uhr wieder an der Startlinie einfinden.

Ich hätte nicht gedacht, dass ich das einmal sagen werde, aber pünktlich zur Mittagspause nimmt Verstand und Gefühl wirklich an Fahrt auf und ich freue mich sehr, nach der Pause wieder weiterzuhören.


15:00 - 16:00 Uhr 

Verdauungsspaziergang 
Wie hast Du die Mittagspause verbracht? Musst Du auf diesem Spaziergang auch den Inhalt Deiner aktuellen Lektüre verdauen?

Verdauen muss ich bis auf mein Mittagessen nicht wirklich etwas. Jane Austen hat einen erzählenden Schreibstil und kaut dem Leser sehr viel vor. Das sorgt dafür, dass ich nicht mitraten kann, sondern darauf warten muss, wann mir Jane Austen die nächsten Informationen gibt. Die Handlung ist ganz interessant, aber es fehlt dennoch an Spannung.


16:00 - 17:00 Uhr

Noch einmal richtig Gas geben 
Der Lesemarathon neigt sich dem Ende entgegen. Was hast Du Dir für die verbleibende Zeit noch vorgenommen? Was denkst Du inzwischen über Deine aktuelle Lektüre?

Erst einmal ist mir gerade aufgefallen, dass ich mein Update vergessen habe. Ich formatiere nebenher ein Buch und muss noch jede Menge Anführungszeichen anführen. Das Gute ist, diese Tätigkeit lässt sich gut neben dem Hörbuch hören machen. Leider komme ich doch langsamer voran, als ich möchte.
Mein Ziel Verstand und Gefühl zu beenden, habe ich fast erreicht. An sich ist es eine nette Geschichte, aber es gibt eine Wendung, die ich nicht wirklich verstehe. Deswegen bin ich sehr beruhigt, dass ich mit dem Freiburger Bücherstammtisch über diese Lektüre diskutieren werde.


17:00 - 18:00 Uhr 

Ab ins Ziel
Wie hat Dir der Lesemarathon gefallen? Hast Du Interesse an solchen Aktionen oder sind Dir Lesenächte lieber? Hast Du Deine Ziele erreicht? Und wie sieht es mit Deinen Kräften aus? Aftershow Party oder schneller Heimweg?

Tatsächlich habe ich bei diesem Lesemarathon mehr gelesen bzw. gehört, als bei den bisherigen Lesenächten. Und Sonntage sind hier ein schöner Rahmen, da es bei mir am Sonntag immer recht gemütlich zugeht.
Meine Lektüre habe ich fast beendet. Danach werde ich eine kleine Pause machen und mir die Notizen zur Rezension aufschreiben, bevor ich mit einer neuen Lektüre beginne.


Kurz nach 20:00 Uhr 

Witwendramen oder Witwenhorror? 
Nachdem ich Verstand und Gefühl beendet habe, habe ich mit meinem zweiten Rezensionsexemplar Witwendramen begonnen. Und die Lesung ist einfach genial. Das Hörbuch ist eine Livelesung und ich darf euch kommende Woche mehr darüber erzählen.

Jetzt wechsele ich aber zu meiner Lieblingsradiosendung und formatiere nebenher das Buch weiter.

Vielen Dank, dass ihr mit dabei wart und bis bald!


Mittwoch, 19. September 2018

Die Sommerpause ist vorbei: Bücherstammtisch in Freiburg im September

Bild von A. Mack
Hallo Buchlinge,

ja, ihr lest richtig: Die Sommerpause des Freiburger Bücherstammtisches ist beendet und wir starten mit neuer Energie in unsere zweite Jahreshälfte. (Ja, Hälfte ist wahrscheinlich nicht ganz der richtige Ausdruck). Meine Vorfreude auf dieses Bücherstammtisch Treffen war besonders groß: Zum einen, weil wir endlich wieder ein Stammtisch Treffen hatten und zum anderen, weil uns spannende Themen erwarteten. Aber eigentlich sind unsere Themen ja immer spannend, oder? Diesmal brachte ich wieder einen Rucksack voller Geschichten mit. Beginnen wir aber von vorne...


Beeindruckende und verstörende Geschichten 

Kommen wir zuerst zu unseren verstörenden Geschichten: Isona erzählte uns hier von Peter Pan. Ihr war Peter als Protagonist extrem unsympathisch. Er hatte Eigenschaften, die sie nicht mit der Disney Verfilmung in Verbindung bringen konnte. Und immer, wenn ihr jetzt jemand erzählt, dass er unbedingt wie Peter Pan sein wolle, denkt sie sich, dass derjenige unbedingt mal das Buch lesen sollte, um einen anderen Eindruck von der Geschichte zu bekommen. Über die Entstehungsgeschichte von Peter Pan waren wir uns dann aber nicht ganz einig. Ich hatte mal vor einer Weile eine Verfilmung mit Johnny Depp in der Hauptrolle gesehen, der dort den Autor J. M. Barrie spielt. Dieser lernt eine alleinerziehende Mutter mit drei Söhnen kennen, die er sehr ins Herz schließt. Einer der Söhne, der zufälligerweise auch noch Peter heißt, inspiriert ihn dann zu dem Bühnenstück Peter Pan. Bücherstammtisch Mitglied Isabelle kannte den Film ebenfalls, hat aber auch die Geschichte gehört, dass der Autor sein Bühnenstück seinem Sohn gewidmet hat, der als Kind gestorben ist und somit nie erwachsen werden konnte.

Bild von A. Mack

emion berichtete uns von Die dunkle Seite des Mondes von Martin Suter, in dem es um einen drogenabhängigen Protagonisten ging. Da sie uns ausdrücklich davon abriet, das Buch zu lesen, fasste sie den Inhalt für uns zusammen. Und ich stellte fest, dass ich manche Handlungsstränge der Geschichte wirklich fragwürdig finde. Allerdings möchte ich gern einmal etwas von Martin Suter lesen, da ich am Rande mitbekomme, dass er regelmäßig mit Büchern auf Bestsellerlisten vertreten ist und auch in Literatursendungen im Fernsehen oder im Radio besprochen wird.

Isabelle griff auf eine in Baden-Württemberg nur allzu bekannte Schullektüre zurück: Nämlich Der Prozess von Franz Kafka. Sie meinte, dass der Protagonist der Geschichte angeklagt werde, man aber nie erfahre, weswegen er vor Gericht stehe. Außerdem gebe es Szenenwechsel, die auf sie eher chaotisch wirkten. emion schloss unsere Diskussion dann mit folgendem Zitat ab: "Wenn du deinen BAföG Antrag mit einem Buchtitel beschreiben müsstest..."
Leider - ja, ich sehe schon, wie die Bücherstammtisch Mitglieder an dieser Stelle mit den Augen rollen - musste ich in der Schule nie etwas von Franz Kafka lesen. Ich hoffe, ich komme bald dazu, ein Buch des Autors zu lesen.

Und ich? Ich hatte zwei Geschichten im Gepäck. Zum einen erzählte ich kurz noch einmal von meinem Aufreger von 2017 nämlich Sturmflimmern von Moira Frank. Die Handlungsstränge sind hier einfach nicht gut miteinander verknüpft und die Handlung wirkt auch unrealistisch. Außerdem konnte mich der Schreibstil nicht packen.
Zum anderen habe ich *Nacht über Tanger von Christine Mangan mitgebracht. Die Geschichte ist zwar packend erzählt und nein, das erwähne ich jetzt nicht nur, weil es sich bei dem Hörbuch um ein Rezensionexemplar handelt, aber gerade das Ende hat bei mir ein mulmiges Gefühl im Magen hinterlassen, weil eine unser Protagonistinnen genau sieht, welches Unheil auf sie zukommt und sie ihrem Schicksal einfach nicht entkommen kann.

Kommen wir nun also zu den beeindruckenden Büchern: emion berichtete hier von Der Look von Sophie Bennett. Hier war emion positiv von der Geschichte überrascht und hätte nicht damit gerechnet, dass die Handlung auch etwas Tiefe mit sich bringt.
Isona verwies noch einmal auf Six of Crows, das sie übrigens auch für euch rezensiert hat.

Und ich? Ich konnte mich buchstäblich nicht beherrschen und habe jede Menge Geschichten mitgebracht:
Ein plötzlicher Todesfall von J. K: Rowling. In der Geschichte stirbt Barry. Er war in dem Dorf, in dem er lebte, sehr engagiert. Sein Tod hat Auswirkungen auf verschiedene Charaktere, aus deren Sicht wir Ein plötzlicher Todesfall erleben. Beeindruckend an dieser Geschichte fand ich zum einen, welche Auswirkungen Barrys Tod für einzelne Charaktere hat. Zum anderen beeindruckte mich, dass ich in Ein plötzlicher Todesfall Elemente von J.K. Rowling wiedererkannt habe, die mir auch bei der Harry-Potter-Reihe aufgefallen sind, wie beispielsweise ihre Art Charaktere und Situationen zu beschreiben. In diesem Buch bringt J.K: Rowling übrigens Gesellschaftskritik an. Und die Bücherstammtisch Mitglieder konnte ich mit der These beeindrucken, dass man nach der Lektüre das Lied Umbrella von Rihanna mit anderen Augen sehen wird. Besonders schön fand ich, dass J.K. Rowling mit Ein plötzlicher Todesfall zeigt, dass sie eben eine Autorin ist, die auch in anderen Genres und außerhalb der Harry Potter-Reihe überzeugt.

Um gleich mal bei J.K. Rowling zu bleiben: Ich brachte auch *Quidditch im Wandel der Zeiten mit, ein Fachbuch in dem J.K. Rowling in die Rolle des Kennilworthy Whisp schlüpft. Meine Ge(h)folge Mitglieder emion und Isona ließen es sich natürlich nicht nehmen, mich zu fragen, wie der Autor denn mit Vornamen heißt, weil ich mich in einer Podcast Folge davor gedrückt habe, ihn auszusprechen. Und tatsächlich habe ich die kleine, sprachliche Challenge erfolgreich bestanden.

Dann versuchte ich die Bücherstammtisch Gruppe, insbesondere Isona, für Adams Erbe von Astrid Rosenfeld zu begeistern. Über dieses Buch erzähle ich nicht mehr so viel, da ich bereits eine Rezension und eine Podcast Folge zu der Geschichte veröffentlicht habe.


Einzelbände vs. Buchreihen 

Bevor wir uns die mitgebrachten Geschichten vorstellten, sprachen wir über das Thema Buchreihen vs. Einzelbände im Allgemeinen: Bei Buchreihen störte uns vor allem, das es eben oft mehrere Bände gibt und je nachdem, wie viele Bände einer Reihe bereits auf dem Markt sind, fällt es schwer, sich zu motivieren, mit einer neuen Reihe zu beginnen. Außerdem muss man immer auf die Folgebände warten. Je nachdem wie lange das dauert, kann es sein, dass der Inhalt des vorherigen Bandes schon verblasst ist und man diesen dann erst noch einmal lesen muss, bevor mit dem aktuellen Folgeband begonnen werden kann.

Was wir an Buchreihen bevorzugen: Wir können mehr Zeit mit unseren Charakteren verbringen. Isona führte hier ein treffendes Beispiel an: Sie meinte, dass es Menschen gibt, über die wir gerne mehr erfahren möchten, oder mit denen wir gerne mehr Zeit verbringen wollen. Allerdings treffen wir diese Menschen nur in einem bestimmten Kontext und kommen so nicht über ein Thema hinaus. Nun der Bezug zu Buchreihen: Hier lernen wir unsere Charaktere in verschiedenen Situationen kennen.
Schön ist es auch, wenn es Buchreihen mit Bänden gibt, in denen dieselben Charaktere auftauchen, deren Handlung aber in sich geschlossen ist.

Und bevor ich jetzt zu unseren mitgebrachten Geschichten komme, muss ich erst einmal klarstellen: Harry Potter steht natürlich außer Konkurrenz.

Isabelles absolute Lieblingsreihe ist und bleibt Red Rising. Warum? An dieser Stelle bin ich einmal gemein und verkünde, dass ihr sie das gerne mal bei einem Bücherstammtisch Treffen fragen könnt. Es wäre ja auch langweilig, wenn ich die Spannung an dieser Stelle raus nehme, oder?

Bild von A. Mack
Ich konnte mich noch beherrschen und schaffte es, den Bücherstammtisch Mitgliedern nicht schon wieder ausführlich von der neapolitanischen Saga vorzuschwärmen. Außerdem berichtete ich noch von Pinkmuffin@berryBlue. Hierbei handelt es sich um eine E-Mail Romanreihe, die für Kinder, oder Leute geeignet ist, die gerne Kinderbücher lesen. Hier bringen die beiden Autoren Joachim Friedrich und Hortense Ulrich viel Humor mit und haben zwei tolle Protagonisten mit sehr unterhaltsamen Nebencharakteren erschaffen. Die Geschichten sind in sich geschlossen, es kann aber von Vorteil sein, mit dem ersten Band zu beginnen.
Außerdem verwies ich auf J.K. Rowlings Krimireihe, in der es um den Protagonisten Cormoran Strike geht. Der aktuelle Band ist seit dieser Woche in der Originalsprache erhältlich. Ich muss mich leider noch etwas gedulden, weil das deutschsprachige Hörbuch mit dem Titel Weißer Tod erst am 27. Dezember erscheint. Aber zum Glück wird es wieder von Dietmar Wunder gelesen. Die Vorfreude steigt.

emion meinte, dass man die Ugly-Reihe von Scott Westerfield nicht auf vier Bände hätte ausdehnen müssen. Hier konnte ich ihr nur zustimmen. In den verschiedenen Bänden werden zwar spannende Aspekte thematisiert, die man aber auch hätte zusammenkürzen können.
Leider musste ich an dieser Stelle berichten, dass mir die Panem-Reihe von Suzanne Collins leider nicht gefallen hat. Toll war, dass die Handlung des ersten Bandes in sich geschlossen war und man die Reihe an dieser Stelle hätte auch beenden können. Die Reihe ist im allgemeinen sehr düster und hat keine schöne Botschaft. Wir erleben über drei Bände hinweg, wie Katniss als Protagonistin physisch und psychisch zerstört wird, erfahren aber nicht, wie sie die Traumata überwinden kann.

Isabelle und ich waren auch der Meinung, dass man Infernale von Sophie Jordan ebenfalls gut als Einzelband betrachten könne. In der Geschichte wird Davy positiv auf ein Mördergen getestet: Der Test besagt also, dass sie im Laufe ihres Lebens einen Menschen töten wird. Und das obwohl sie bisher keiner Fliege etwas zu leide getan hat. Und es bleibt die Frage, ob die Prophezeiung wirklich zutrifft.


Glück im Unglück - Unser Raum ist gefragt 

Leider waren wir im September etwas unter Zeitdruck, da es ein kleines organisatorisches Problem mit unserem Raum gab. Um 19 Uhr wollte sich dort nämlich eine Schreibgruppe treffen. Da wir im September auch eine kleine Runde waren, reichte uns die Zeit gerade so.

Warum ich euch von der Panne berichte? Ich muss ja ein kleines Geheimnis um unseren Raum machen. Dieses Beispiel soll aber zeigen, dass unser Raum nicht nur gefragt ist, sondern auch ein öffentlicher Ort ist und dort literarisches Leben herrscht. Ich hoffe jedenfalls, dass einige von euch vielleicht in den nächsten Monaten mal bei einem unserer Treffen vorbeischauen werden.


Bücherstammtisch in Freiburg? Ich will mitmachen! 

Du kommst aus Freiburg oder der näheren Umgebung und möchtest Dich mit anderen Bücherwürmern einmal im Monat über Bücher austauschen? 

Dann bist Du hier genau richtig: Wir treffen uns einmal im Monat an einem Montag ab 17:20 Uhr vor dem Haupteingang der Buchhandlung Rombach in der Bertoldstraße in Freiburg.
Von dort aus gehen wir gemeinsam zu unserem Raum. Monatlich legen wir bestimmte Themen fest, über die wir dann bei unseren Treffen sprechen.
Auf dieser Seite findet ihr Infos zu unseren nächsten Treffen und den Themen. 

Momentan besteht unsere Gruppe aus Studierenden, ist aber für alle Altersgruppen offen. Wir reden hauptsächlich über Bücher aus der Belletristik (Unterhaltungsliteratur wie beispielsweise Fantasy, Jugendbuch, Thriller) sind aber auch offen für Bücher aus anderen Bereichen.

Um auf dem Laufenden zu bleiben, hast Du zwei Optionen: 

Mailverteiler
Du lässt Dich in den Mailverteiler eintragen. Hier lade ich regelmäßig zu den Stammtisch Treffen ein oder verschicke Umfragen, damit wir die Themen unserer Treffen festlegen können.
Den Mailverteiler führe ich über GMX: Deine E-Mailadresse wird also in meinem GMX Account im Adressbuch gespeichert, aber nur nach Deinem Einverständnis an die anderen Bücherstammtisch Mitglieder weitergegeben. 

Wir sind auch bei Facebook vertreten. Auch hier werden Einladungen und Umfragen geteilt. Ab und an bricht hier auch eine spannende Diskussion aus. 


Wir freuen uns auf Dich!

Montag, 17. September 2018

[Buchclub] Bücher gegen die dunklen Stunden

Bild von A. Mack
Hallo Buchlinge,

in unserer Facebook Gruppe sind die Diskussionen zu unseren ersten drei Buchclub Bücher noch in vollem Gange. Da der September sich langsam aber sich dem Ende entgegen neigt, wird es nun Zeit, ds zweite Buchclub Thema zu verkünden.
Ihr fragt euch, was es mit dem Buchclub auf sich hat? Dann werft doch einen oder vielleicht auch zwei Blicke auf diesen Beitrag



Bücher gegen die dunklen Stunden 

Die Tage werden kürzer und der Herbst macht sich langsam aber sicher bemerkbar. Mit welchen Büchern möchtest Du die dunklen Stunden etwas angenehmer gestalten? Oder freust Du Dich insgeheim schon auf die Herbst- und Wintermonate, damit Du endlich wieder zu einem Thriller greifen kannst? 

Schreibe Deine drei Buchvorschläge in die Kommentare.
Bitte erwähne dabei folgende Punkte:

  • Autor und Titel Deines Vorschlags 
  • Lege einen Link mit einer Beschreibung dazu. (Verlinke entweder direkt auf die Verlagsseite oder auf einen Onlineshop).

Die zweite Leserunde im Überblick 

Einreichen der Buchvorschläge: Mo 17.09 - So 23.09 
Abstimmung über die Vorschläge: Mo 24.09 - So. 30.09 
Verkündung der Ergebnisse: Montag 01.10. 
Gemeinsames Lesen / Austauschen: Oktober / November 
Bekanntgabe des neuen Themas: Montag 19.11. 


Die Leitungen sind geöffnet

Alles Licht, das wir nicht sehen von Anthony Doerr
Chocolat von Join Harris
Das Cafe am Rande der Welt von John Strelecky
David Copperfield von Charles Dickens
Der Distelfink von Donna Tartt 
Fahrenheit 451 von Ray Brandbury
Im Land der leeren Häuser von P. D. James
Lauf, Jane, lauf von Joy Fielding
Das Skript von Arno Strobel
Schöne neue Welt von Aldous Huxley

Du hast nun die Möglichkeit bis zum Sonntag den 30.09 für Deinen Favoriten abzustimmen. Das kannst Du entweder in der oben verlinkten Facebook Gruppe oder als Kommentar unter diesem Beitrag tun.
Wenn Du hier auf dem Blog über ein Buch diskutieren möchtest, dann schreib mir das doch gerne in den Kommentar, damit ich, falls Dein Wunschbuch ausgewählt wird, einen eigenen Thread dazu auf den Weg bringen kann. 

Samstag, 15. September 2018

Keine Ahnung, ob das Neujahr ist - Neues aus dem Hörverlag #4

Guten Morgen Buchlinge,

die Emma aus der Vergangenheit hat heute eine kleine Podcast Folge für euch vorbereitet. Während ich gerade wieder hessische Luft schnuppere, erzählt mein Vergangenheits-Ich euch heute von Keine Ahnung, ob das Liebe ist von Julia Engelmann und Neujahr von Juli Zeh.

Ich wünsche euch gute Unterhaltung




Inhaltsverzeichnis
00:00 Min: Intro
01:01 Min: Keine Ahnung, ob das Liebe ist
01:28 Min: Keine Ahnung, ob das Liebe ist Hörprobe
03:47 Min: Meinung zur Hörprobe
06:06 Min: Neujahr
06:43 Min: Neujahr Hörprobe
13:47 Min: Meinung zur Hörprobe
15:00 Min: Outro und Fragen an euch

-----------------------------------------------------

Donnerstag, 13. September 2018

Mr. Peardrews Sammlung der verlorenen Dinge

Bild von
HörbuchHamburg
Steckbrief

Name: Mr. Peardews Sammlung der verlorenen Dinge (auch als Buch erhältlich)
Autor: Ruth Hogan
Verlag: HörbuchHamburg
Geeignet für: Menschen, die Geschichten fürs Herz suchen,
Gelesen oder gehört: gehört in ungekürzter Fassung
Sprecher: Rufus Beck
Bewertung: 3,5 von 5 Punkten


Klappentext 

(von HörbuchHamburg

"Jeder Gegenstand, den Anthony Peardew findet, hat eine Geschichte. Er sammelt und archiviert sie alle in seinem schönen viktorianischen Haus und plant, sie eines Tages an ihre ursprünglichen Besitzer zurückzugeben. Denn vor Jahren hat er selbst etwas verloren, das er bis heute sucht: ein Medaillon, das einst seiner großen Liebe gehörte und auf das er aufzupassen versprach. Das Alter zwingt Anthony, diese besondere Aufgabe an seine Assistentin Laura weiterzugeben. Doch diese ahnt nichts von dem Geheimnis, das hinter dem Erbe steckt. Gelingt es ihr, Anthony von seinem gebrochenen Versprechen zu erlösen?"


Meine Meinung 

Gestaltung 
Bei Mr. Peardews Sammlung der verlorenen Dinge machte ich eine ungewohnte Erfahrung: Obwohl ich mich sehr auf die Geschichte und vor allem den Hörbuchsprecher Rufus Beck freute, musste ich hier feststellen, dass mir die Interpretation von Rufus Beck leider nicht lag. Und das, obwohl er mich bisher mit jedem Hörbuch packen konnte.
Da wurde mir bewusst, dass Mr. Peardews Sammlung der verlorenen Dinge das erste Hörbuch aus der Erwachsenenliteratur war, das ich gelesen von Rufus Beck hörte. Sonst hatte ich ihn ausschließlich in Kinder- und Jugendbüchern hören dürfen. Und hier gibt es meist viele Dialoge, oder Möglichkeiten, Charakteren eine eigene Stimme zu geben. Und genau das sind Rufus Becks Stärken. Ich rechnete also damit, dass diese Werkzeuge auch bei Mr. Peardews Sammlung der verlorenen Dinge zum Einsatz kommen würden.

Bei Mr. Peardews Sammlung der verlorenen Dinge versuchte er viel über die Betonung zu steuern und hielt sich mit dem bekannten Stimme-verstellen-Element eher zurück. Allerdings habe ich über die Hälfte des Hörbuchs gebraucht, um mich an diese Art der Interpretation zu gewöhnen.

Inhalt 
Der Titel des Romanes führt uns hier etwas in die Irre und lässt uns vermuten, dass es in der Geschichte um Mr. Peardew geht. Wir lernen den älteren Herrn zu Beginn der Geschichte auch kennen. Er ist Autor, hat das Schreiben aber schon seit einer Weile aufgegeben und sammelt nun Dinge, die Menschen an den verschiedensten Orten verloren haben, mit dem Ziel, sie irgendwann an den rechtmäßigen Besitzer zurückgeben zu können. Zu Beginn der Geschichte finden wir gemeinsam mit Anthony Peardew die Asche eines Menschen. Gut versteckt in einer Keksdose.

Ruth Hogan erzählt die Geschichte von Mr. Peardews und den verlorenen Dingen aus verschiedenen Perspektiven: Wir lernen nämlich auch seine Assistentin und Haushälterin Laura, Anthonys Gärtner Freddy und Anthonys Nachbarin Sunshine kennen. Gemeinsam unterstützen die drei Charaktere Mr. Peardews bei seiner Aufgabe.

Außerdem gibt es da noch einen zweiten, großen Handlungsstrang. Wir lernen eine zweite Assistentin kennen. Eine Frau, die bei einem Verleger anfängt. Und dieser Handlungsstrang begleitet uns eine lange Zeit, bis wir endlich erfahren, was es damit auf sich hat.

Lange kam ich mit der Geschichte nicht wirklich zurecht. Ich erkannte zwar das Potential, das in Ruth Hogans Worten steckte, glaubte aber lange Zeit ein wichtiges Puzzleteil noch nicht gefunden zu haben und damit einen Schritt zurückzulegen. Dann brach die letzte Hörbuch CD an und ich wurde buchstäblich überrascht. Plötzlich passte alles zusammen und ich durfte feststellen, dass es sich bei Mr. Peardews Sammlung der verlorenen Dinge um eine wunderbare, zauberhafte Geschichte handelte.

Über die Charaktere kann ich an dieser Stelle leider nicht viel verraten, weil ihre Eigenschaften viel mit der Geschichte zu tun haben und ich euch dann ziemlich spoilern müsste. An dieser Stelle vielleicht nur so viel: Laura ist zu Beginn der Geschichte unsicher und weiß nicht, wo ihr Platz ist. Da lernt sie Sunshine kennen, die ahnt, dass Laura eine Freundin gebrauchen könnte. Es war schön zu beobachten, wie sich die drei Charaktere, also auch der Gärtner, einander annähern und langsam aber sicher Freunde werden.
Eine kleine Darstellung störte mich dann aber doch: Sunshine wird hier die Eigenschaft einer Allwissenden zugedacht. Sie kann die Geschichte der verschiedenen Gegenstände erahnen und glaubt zu wissen, ob sie wieder abgeholt oder für immer in Mr. Peardews Regalen verstauben werden. Und dieses allwissende Element störte mich etwas.

Schreibstil 
Ruth Hogan erzählt Mr. Peardews Sammlung der verlorenen Dinge aus der Sicht des allwissenden Erzählers. Und das fand ich hier besonders spannend, weil ich mich schon immer gefragt habe, wie man bei einem allwissenden Erzähler überhaupt Spannung aufbauen kann, da der allwissende Erzähler ja alles weiß. Ruth Hogan gab uns hier die Informationen häppchenweise. Innerhalb einer Szene konnte sie auch schon mal zwischen den Perspektiven einzelner Charaktere hin und her springen. Wenn es beispielsweise ein Gespräch zwischen Laura und Sunshine gab, erfuhren wir zuerst, was Laura denkt und wechselten dann zu Sunshines Perspektive. Und das alles, ohne, dass es unübersichtlich wurde.

Außerdem überraschte es mich, dass Ruth Hogan weitgehend ohne Dialoge auskam. Anfangs störte es mich etwas, weil Rufus Becks Stärken ja unter anderem in den Dialogen liegen. Nach und nach gewöhnte ich mich daran und erkannte, dass es diesen Schreibstil für die Geschichte brauchte. Ruth Hogan erzählt die Geschichte ruhig, beschreibend, ohne aber zu viel zu verraten.

Gesamteindruck 
Ich hatte zu Beginn sehr große Erwartungen an Mr. Peardews Sammlung der verlorenen Dinge. Das sorgte dafür, dass ich mich sehr lange nicht an das Hörbuch heran traute, weil ich immer auf den richtigen Moment wartete. Nachdem ich Ende August aber eine Lesung von Rufus Beck im Livestream gehört habe, bekam ich unglaublich Lust mal ein nicht magisches Buch des Sprechers zu hören. Mir persönlich lag die Interpretation leider nicht. Es kann gut sein, dass es euch mit der Lesung anders ergeht.

Dennoch möchte ich euch die Geschichte von Mr. Peardews Sammlung der verlorenen Dinge unbedingt ans Herz legen, weil Ruth Hogan hier wichtige Aspekte aus dem Leben erzählt und hier auch zeigt, was Zufälle manchmal bewirken können.

Dienstag, 11. September 2018

Adams Erbe


Bild von
Diogenes
Verlag
Steckbrief 

Name: Adams Erbe  
Autor: Astrid Rosenfeld 
Verlag: Diogenes Verlag 
Geeignet für: Menschen, die fiktive Geschichten mit einem historischen Bezug mögen 
Gelesen oder gehört: gelesen als Taschenbuch 
Bewertung: 4,5 von 5 Punkten 


Klappentext 


"Adam Cohen ist 1938 achtzehn Jahre alt. Edward Cohen wird um das Jahr 2000 erwachsen. Zwei Generationen trennen sie – aber eine Geschichte vereint sie. Von der Macht der Familienbande und der Kraft von Wahlverwandtschaften erzählt dieser Roman und davon, dass es nur einer Begegnung bedarf, um unser Leben für immer zu verändern."


Meine Meinung

Diese Geschichte durfte ich dank unseres Buchclubs entdecken und ich bin wirklich froh, dass so viele Leute für Adams Erbe gestimmt haben.

Adams Erbe wurde im Diogenes Verlag veröffentlicht. Die Bücher aus dem Hause Diogenes erkennt man meist aufgrund der Gestaltung des Covers. Hier ist der Titel des Buches meist in Schriftart Times und kursiv dargestellt. Dann gibt es immer noch ein kleines Bild, das zur Geschichte passt. Allerdings muss ich gestehen, dass mir der Titel meist mehr auffällt, als das Bild, das über dem Namen des Autoren steht.
Etwas ungewöhnlich bei den Bücher aus dem Diogenes Verlag ist, dass die Geschichte nicht in Kapitel unterteilt wird. In Adams Erbe haben wir zwar zwei Teile, allerdings sind die beiden Teile als Fließtext gestaltet. Anfangs verwirrte mich das etwas, allerdings gewöhnte ich mich dann doch schnell daran.

Inhaltlich erzählt Astrid Rosenfeld hier zwei Handlungsstränge: Wir sind in der Gegenwart und begegnen dem Jungen Edward, der mit seiner Mutter bei den Großeltern lebt. Edward ist dem Bruder seines Großvaters wie aus dem Gesicht geschnitten. Adam ist das schwarze Schaf der Familie. Er hat seine Familie im Dritten Reich verlassen, um sich alleine durchzuschlagen. Das glauben zumindest alle. Eines Tages fällt Edward ein Buch mit dem Titel Adams Erbe in die Hände. Schnell stellt sich heraus, dass Adam hier seine Geschichte erzählt.

Astrid Rosenfeld erzählt die eine Hälfte der Geschichte aus der Sicht von Edward und in der anderen Hälfte lernen wir Adam kennen. Das Spannende hier ist, dass beide Männer ziemlich viel miteinander gemeinsam haben. Sie wissen nicht so recht, wo ihr Platz auf der Welt ist und gehören daher zu den Überlebenskünstlern. Astrid Rosenfeld hat die Gemeinsamkeiten dieser beiden Männer sehr gut herausgearbeitet.

Astrid Rosenfeld hat mich mit ihrem Schreibstil fasziniert. Beide Handlungsstränge werden aus der Ich-Perspektive erzählt. Das Tolle war, dass der Erzählstil in diesem Fall überhaupt nicht verwirrte. Allerdings fragte ich mich dennoch, ob der Erzählstil mit dazu beigetragen hat, dass sich beide Männer so ähnlich waren.
Was mich am meisten an Astrid Rosenfelds Schreibstil beeindruckte waren zum einen ihre sprachliche Bilder und die Tatsache, dass sie es schafft, schreckliche Dinge, sprachlich schwächer wirken zu lassen, ohne diese Dinge zu verharmlosen oder zu verdrängen. Beide Männer erleben Situationen, die wahrscheinlich niemand erleben möchte. Aber dennoch scheinen sie nicht daran zu zerbrechen.

Gesamteindruck
Ich war mir nicht sicher, was mich bei Adams Erbe erwartete. Deswegen hatte ich auch keine bestimmte Erwartung an die Geschichte, was ziemlich gut war, weil ich mich so von Adams Erbe überraschen lassen konnte. Tatsächlich hätte ich nicht mit der Geschichte gerechnet, die mir hier geboten wurde. Adams Erbe erzählt die Biografien zwei fiktiver Charaktere, die zum Nachdenken anregt.

Sonntag, 9. September 2018

Ich hätte Fußballfan werden sollen!

Buchlinge, jedes Mal, wenn eine Buchmesse zu Ende ist oder eine neue Bundesliga Saison beginnt, denke ich mir zähneknirschend: Ich hätte Fußballfan werden sollen!

Wie ich auf diesen verrückten Gedanken komme und warum mein Herz trotzdem lieber für die Literatur schlägt, erfahrt ihr in diesem Beitrag.


Das Positive am Fußball im Vergleich zur Literatur

Es gibt nur eine bestimmte Anzahl an Vereinen
Für viele Fußballfans zählen sowieso nur die Vereine, die in der erste Bundesliga spielen. Und die erste Bundesliga enthält achtzehn Plätze. Sechszehn Mannschaften können sich dauerhaft in dieser Liga halten. Die zwei schlechtesten Mannschaften müssen für eine Saison in die zweite Bundesliga absteigen. Ihr lest: Es gibt also nur eine gewisse Anzahl an Vereinen, die im Fußballuniversum eine nennenswerte Rolle spielen.

Jetzt schauen wir uns mal die Literaturwelt an: Und da zeigt sich schnell, dass die Literaturwelt für Nicht-Germanisten einen kleinen Kraut-und-Rüben-Eindruck erweckt. Natürlich gibt es bekannte Genres wie beispielsweise Fantasy, Sciene-Fiction oder den klassischen Krimi. Aber dann haben diese Genres natürlich noch Untergruppen.

Für Laien gibt es keine klare Ordnung in diesem Genrewald. Fantasy ist nicht einfach nur Fantasy, sondern kann auch zur Phantastik gezählt werden, zu der auch Sciene-Fiction und beispielsweise Dystopien gehören. (Fragt mich jetzt bitte nicht, wie ich darauf komme. Leider ist mir die Quelle gerade abhanden gekommen).

Und nur, weil man ein Genre liest, heißt das nicht, dass man auch gleich alle Bücher aus dem Genre verschlingt. Manche Buchlinge sind nur in Untergenres zu finden und lesen beispielsweise am liebsten Romantasy Bücher, Fantasybücher mit einem Hang zur Romantik, während andere Fantasy Leser ausschließlich High Fantasy bevorzugen. Und somit ist Fantasy Fan nicht gleich Fantasy Fan.

Und dann gibt es noch diese merkwürdigen Gruppen wie Gegenwartsliteratur oder die Geschichten, die einfach nur den Stempel Roman aufgedrückt bekommen. Was soll man damit anfangen? Wenn ich jemandem erzähle, dass ich gerne Romane lese, kann er sich beim besten Willen nichts Konkretes darunter vorstellen. Und auch mir fällt es bei Rezensionen immer wieder schwer, manche Geschichten in bestimmte Schubladen zu stecken.

Der Fußballfan hat es da schon etwas einfacher: Entweder er mag den FC Bayern oder favorisiert eben einen anderen Verein. Meistens solidarisieren sich Fans von anderen Vereinen aber miteinander, wenn es darum geht, den Bayern eins auszuwischen. Schließlich wird der Fußball ja langweilig, wenn die Bayern ständig alle Preise abräumen.

Es gibt nur eine bestimmte Anzahl bekannter Fußballspieler 
Nicht jeder Spieler von jedem Fußballverein bekommt gleich viel (mediale) Aufmerksamkeit. Es gibt aber Namen, die jeder, ob Fußballfan oder nicht, zumindest schon mal gehört hat. Hier steht die Gemeinschaft im Vordergrund: Man kann die Leistung eines Spielers einschätzen, sich darüber austauschen, ob ein Wechsel zu einem bestimmten Verein jetzt taktisch gut oder schlecht war, oder manchmal auch einfach ein schräges Interview oder ein unfreiwillig komisches Zitat von einem Spieler belächeln. Man kennt den Spieler, seine Stärken und Schwächen. Genauso wie die Buchlinge dieser Welt Autoren oder Buchcharaktere nicht mehr loslassen können, gibt es eben Fußballfans, die nie genug über ihren Lieblingsspieler erfahren können.

Bei den Autoren verhält es sich fast wie mit den Genres: Es gibt Autoren, wie Sand am Meer. Und nur eine Hand voll Autoren bekommt große mediale Aufmerksamkeit. Das Blöde an der Geschichte ist, dass es noch lange nicht heißen muss, dass die bekannten Autoren auch wirklich die beliebten Autoren sind. Beispielsweise fällt mir - abgesehen von J.K. Rowling - keine andere gemeinsame Lieblingsautorin oder kein anderer Lieblingsautor ein, den ich mit meinem Ge(h)folge teile.

Man sieht sich öfter und regelmäßiger 
Wenn keine Sommer- Winterpausen, Länderspiele oder Europa- oder Weltmeisterschaften, oder andere Wettbewerbe dazwischen funken, gehört das Wochenende den Fußballfans. Jede Mannschaft spielt also einmal die Woche. Entweder im eigenen Stadion oder auswärts. Das heißt, man kann sich mit anderen Fans treffen und sich über das Spiel austauschen. Das muss nicht zwangsläufig immer direkt im Stadion sein, sondern kann auch in einer Kneipe stattfinden.
Je nach Größe des Vereins kann man auch mit Spielern oder Mitarbeitern des Vereins nach einem Spiel ins Gespräch kommen. Und das sorgt für Gemeinschaft.

Buchmessen hingegen gibt es nur zweimal im Jahr: Im Frühjahr in Leipzig und im Herbst in Frankfurt. Die Städte sind ganz gut gewählt, da Frankfurt recht zentral ist und die Buchlinge aus dem Norden mit Leipzig gute Karten haben. Allerdings muss man für die Buchmessen auch erst einmal Urlaub bekommen. Je nachdem in welchem Beruf man arbeitet, ist das dann kaum möglich. Außerdem werden an Buchmessen ziemlich viele Veranstaltungen geboten. Man muss sich also entscheiden: Möchte man lieber an Veranstaltungen teilnehmen, oder die Menschen wiedersehen, die man sonst unter dem Jahr nicht zu Gesicht bekommt? Je nachdem, wie gut man vernetzt ist, ist die Warteschlange an Menschen, die sich mit einem auf der Buchmesse treffen wollen, lang. Viel Zeit für ein persönliches Gespräch bleibt dann also nicht.

Mittlerweile gibt es aber Ausweichmöglichkeiten: Barcamps werden immer beliebter und auch die ein oder anderen Verlage haben regelmäßige, jährliche Veranstaltungsreihen etabliert, die es Buchlingen ermöglichen, sich außerhalb von Buchmessen zu sehen. Doch ist es für viele Buchlinge auch eine Geldfrage, ob sie sich Literaturveranstaltungen außerhalb der Buchmessen leisten können. Mein Ge(h)folge setzt da beispielsweise ganz klare Prioritäten: Die Frankfurter Buchmesse muss sein. Die Leipziger Buchmesse ist ihnen schon zu weit weg. Auch die lit.love, das Lesefestival der Verlagsgruppe RandomHouse in München, was nicht ausschließlich für Liebesroman LeserInnen geeignet ist, finden sie beispielsweise bei weitem nicht so interessant.

Es gibt regelmäßige weltweite Wettbewerbe 
Das Highlight für die Fußballfans ist dann natürlich die regelmäßig stattfindenden Europa- oder Weltmeisterschaften. Und da werden auch mal regionale Rivalitäten vergessen. Denn es gibt nur noch die eine Mannschaft: Nämlich die Nationalmannschaft des jeweiligen Landes. Und so eine Europa- oder Weltmeisterschaft dauert meist einen Monat. Einen Monat, an dem fast jeden Tag mehrere Fußballspiele stattfinden. Natürlich spielt nicht immer der eigene Favorit, aber das ist egal: Es geht um Fußball und da gibt es eben noch andere Mannschaften, denen man gerne auf dem Platz zuschaut.

Das einzige, was meiner Meinung nach annähernd vergleichbar mit einer EM oder WM ist, sind die Buchmessen. Aber stellt euch mal vor, es gäbe eine Buchmesse, die vier Wochen ginge. Das wäre ein Albtraum für den Veranstalter und die Besucher. Einige Teilnehmer oder Besucher sind ja manchmal schon nach 1-2 Messetagen gesundheitlich angeschlagen oder meiden das Messewochenende, wenn die Buchmesse auch für Privatbesucher zugänglich ist. Wie sähe das dann bei einem ganzen Messemonat aus?


Warum mein Herz trotzdem für die Literatur schlägt... 

Wer diesen Blog schon etwas länger verfolgt, oder einen Blick auf den Header wirft, kann dort erkennen, dass Bücher hier eine größere Rolle spielen, als der Fußball. Und das ist auch gut so.

Was ich an der Literatur liebe...

Sie benennt Themen 
Autoren erzählen Geschichten und sprechen dabei Themen an, die bewegen und mal mehr und mal weniger für Austausch sorgen. Das Gute ist, ich kann mir aussuchen, mit welchem Thema ich mich genauer beschäftigen möchte. Ich muss mich hier nicht auf einen bestimmten Bereich festlegen.

Autoren entführen mich in fremde Welten 
Ich möchte meinen Horizont nicht immer erweitern und neue Ansichten oder Positionen kennenlernen. Manchmal möchte ich auch einfach nur dem Alltag entfliehen und mich mit Themen von fiktiven Charakteren auseinandersetzen. Und das ermöglicht mir die Literatur. Ich weiß, wenn mir die Geschichte auf die Nerven geht, lege ich sie einfach beiseite. Wenn ich einen Freund, der mich nervt, zu oft ignoriere, kann ich die Freundschaft an den Nagel (oder das Kreuz? Wer weiß das schon....) hängen.

Die Literatur regt zu Diskussionen an 
Eine Geschichte kann auf so viele verschiedene Weisen verstanden werden. Was dem einen Buchling gefällt, kann den anderen Buchling zur Weißglut bringen. Aber woran liegt das? Und genau darüber können Buchlinge dann diskutieren, sofern sie sich für den Austausch mit anderen Buchlingen interessieren. Und man muss hierbei nicht immer an der Geschichte an sich bleiben, sondern kann sie vielleicht auch auf das eigene Leben oder eigene Erfahrungen beziehen.

Buchmessen sind inspirierend 
Für mich, die später nicht zwingend im Literaturbetrieb arbeiten möchte und dafür auch gar nicht die passende Ausbildung mitbringt, dienen Buchmessen nicht der Vernetzung. Buchmessen erlebe ich als unglaublich inspirierend. Ich kann mir entweder Diskussionsrunden oder Interviews mit meinen Lieblingsautoren anschauen, mich mit meinen Ansprechpartnern von meinen Lieblingsverlagen treffen und mir von kommenden Neuerscheinungen erzählen lassen, oder mich mit dem Thema Schreiben beschäftigen. Die Buchmessen bieten hier ein buntes Programm. Und jedes Mal komme ich mit neuen Ideen von einer Messe zurück und bin einfach nur glücklich und dankbar für die angenehme Zeit.


Mein Fazit 

Buchlinge, obwohl mein Umfeld zwangsläufig dafür gesorgt hat, dass ich zum passiven Fußballfan wurde, gehört mein Herz trotzdem der Literatur. Ich liebe das, was in Geschichten ausgedrückt wird und möchte den Austausch über Geschichten auf keinen Fall missen.


Für was schlägt Dein Herz? 

Gehört Dein Herz ebenfalls der Literatur?
Oder gibt es ein anderes Hobby in das Du Zeit, Geld und Liebe investierst?

Freitag, 7. September 2018

Zwei magische Fachbücher - Ein Vergleich

Hallo Buchlinge,

nun kommen wir also zu dem bereits angekündigten magischen Vergleich: In dieser Podcast Folge spreche ich über die Hörbücher Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind und Quidditch im Wandel der Zeiten, welches mir als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt wurde. Ich stelle euch die Gemeinsamkeiten und die Unterschiede der beiden Fachbücher vor und wünsche euch gute Unterhaltung.



Direkt bei YouTube hören.

Inhaltsverzeichnis

00:00 Min: Intro und Gliederung der Podcast Folge
01:24 Min: Phantastische Tierwesen Inhalt
02:04 Min: Phantastische Tierwesen Hörprobe
07:03 Min: Eckdaten Hörbuch Phantastische Tieresen
07:28 Min: Quidditch im Wandel der ZEiten Inhalt
07:56 Min: Quidditch im Wandel der Zeiten Hörprobe
11:41 Min: Quidditch im Wandel der Zeiten Eckdaten
12:15 Min: Der Vergleich
12:32 Min: Gemeinsamkeiten
14:50 Min: Unterschiede
18:01 Min: Fazit
18:31 - Schluss: Outro und abschließende Fragen

------------------------------------------------------------

* Bei dem Hörbuch Quidditch im Wandel der Zeiten handelt es sich um ein Rezensionsexemplar, welches mir vom Verlag zur Verfügung gestellt wurde. 


Mittwoch, 5. September 2018

Wunder

Bild von 
HörbuchHamburg
Steckbrief

Name: Wunder (auch als Buch, Film erhältlich)
Autor: Raquel J. Palacio
Verlag: HörbuchHamburg
Geeignet für: Kinder, und Menschen, die gerne Geschichten fürs Herz mögen
Gelesen oder gehört: gehört in gekürzter Fassung
Sprecher: Andreas Steinhöfel, Sascha Icks, Birte Schnöink, Hans Löw, Mirco Kreibich, Julia Casper, Nina Petri, Boris Aljinovic
Bewertung: 3,5 von 5 Punkten


Klappentext

(von HörbuchHamburg)

"Der zehnjährige August leidet an einem Gendefekt. Sein Gesicht ist stark entstellt, seit seiner Geburt musste er oft operiert werden. Eine Schule hat er nie besucht. Trotzdem ist August es gewöhnt, angestarrt zu werden. Und jetzt soll er in die fünfte Klasse kommen. Natürlich ist es sein sehnlichster Wunsch, dort nicht weiter aufzufallen. Doch das ist gar nicht so leicht, wenn man so witzig, klug und großzügig ist wie August. Ein unvergesslicher Roman über einen ganz besonderen Helden."


Meine Meinung

Buchlinge, zuerst einmal möchte ich eine kleine Warnung aussprechen: Obwohl die Geschichte im letzten Jahr mit einer ziemlich guten Besetzung in den Kinos zu sehen war, gestaltete es sich als wirklich schwierig an das Hörbuch zu kommen. Sowohl Thalia als auch meine Lieblingsbuchhandlung hatten das Hörbuch nicht mehr vorrätig. Deswegen habe ich mich kurzerhand entschlossen, die Geschichte direkt beim Verlag zu bestellen, was auch ganz gut geklappt hat. Einziger Nachteil: Der Preis von 19,99 Euro, der auf der Verlagsseite angegeben ist, scheint nicht mehr aktuell zu sein und ich musste so nur 14,99 Euro bezahlen. Ich verstehe nicht ganz warum, wollte es aber mal an dieser Stelle erwähnen.
Kommen wir aber nun zu meiner Rezension.

Gestaltung
Wunder war eines der ersten Hörbücher mit mehreren Sprechern bei dem mir die meisten Namen etwas sagten. Allerdings musste ich nach Beginn der Geschichte sehr schnell feststellen, dass ich einige Namen auf dem Papier zwar kannte, aber nur zwei Sprecher in der Geschichte dem richtigen Charakter zuordnen konnte.
Gerade, weil Wunder so gut besetzt war, habe ich mich richtig auf die Lesung gefreut und wurde nicht enttäuscht. Hin und wieder kommt es bei Hörbüchern mit mehreren Sprechern vor, dass mir 1-2 Sprecher positiv auffallen oder auch ein paar schwächere Sprecher dabei sind. Hier hingegen haben alle Sprecher gut miteinander harmoniert und es gab keine Perspektive, die mich langweilte oder meiner Meinung nach schwach interpretiert wurde.
Etwas ungewohnt war allerdings, dass zwei der Perspektiven aus der Sicht von zehn-, bzw. elfjährigen Jungen erzählt werden und die Stimmen dort etwas alt klangen, aber dennoch gut gelesen wurden.

Wunder ist in einer gekürzten Fassung produziert worden. Aber auch hier hatte ich nicht den Eindruck, dass viel vom Inhalt fehlt, wobei mich natürlich schon interessierte, welche Teile gestrichen wurden.
Da bei Wunder viele Sprecher im Einsatz waren, hätte ich es sinnvoll gefunden, wenn man im Intro erwähnt hätte, wer wen spricht. Aber auch ohne diese Information bekommt Wunder bei der Bewertung im Punkt Gestaltung den vollen Punkt.

Inhalt
Was den Inhalt betrifft, bin ich etwas hin- und her gerissen. Wenn man Wunder als fiktive Geschichte behandelt, in der es um einen Jungen geht, der sich ein normales Leben wünscht, ist die Handlung geglückt und gut umgesetzt worden. Es werden viele zentrale Themen rund um das Thema Behinderung oder Erkrankung angesprochen, wie beispielsweise: Das ständige unfreiwillige im Mittelpunkt stehen, sowohl direktes als auch indirektes Mobbing oder die Frage, wie man mit einer Behinderung oder Erkrankung umgeht.

Und damit diese Themen möglichst gut dargestellt werden, wird in Wunder die Geschichte aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt. So kommt nicht nur Protagonist August zu Wort, sondern auch seine Schwester Via und zwei seiner neuen Freunde oder auch der ein oder andere Lehrer. All diese Personen bringen eine neue Sichtweise in die Geschichte ein. Aspekte, die alle etwas mit August zutun haben, aber die auch den jeweiligen Charakter, seine Gedanken, Wünsche und Hoffnungen hervorheben. Und um all das wird eine Rahmenhandlung gesponnen: Nämlich Augusts erstes Schuljahr an einer normalen Schule.

Dann habe ich mich aber auch gefragt, was uns Wunder sagen möchte. Geht es hier wirklich nur um die Geschichte eines fiktiven Jungen? Oder möchte die Autorin auf Aspekte aufmerksam machen, die es in der Realität gibt. Und wenn man die Geschichte mit der Realität vergleicht, weist sie leider große Schwächen auf. Hier und da wird es nämlich idealtypisch. Raquel J. Palacio erzählt hier eine Geschichte, in der es August nicht leicht hat. Aber es scheint so, als ob es für jedes Problem dann doch eine Lösung gibt. Und genau diesen Aspekt erleben viele Kinder und Jugendliche mit Behinderungen an einer Regelschule nicht unbedingt. Sie werden von Mitschülern ausgeschlossen, haben mit überforderten Lehrern zu tun und müssen sich die Frage stellen, ob es all das wirklich wert ist, nur um später sagen zu können, dass sie eben eine normale Schule besucht haben. Und das war der Aspekt, der mich massiv an der Geschichte gestört hat. Natürlich hat es mich für unseren fiktiven Charakter August gefreut, dass es ihm mehr oder weniger gut erging. Aber ich fragte mich auch, ob Menschen so nicht einen völlig falschen Eindruck bekommen, was es bedeutet sich mit einer Behinderung und sozialen Gruppen auseinandersetzen zu müssen.

Kommen wir zum Schluss noch zu ein paar unserer Charaktere: Protagonist August bringt seine Situation in einfachen Worten auf den Punkt. Es wird deutlich, dass er seine Situation für sein Alter gut und realistisch einschätzen kann.
Besonders beeindruckt haben mich aber auch zwei andere Perspektiven:
Zum einen die Perspektive aus der Sicht von Augusts Schwester Via, die deutlich macht, dass sie ihren Bruder zwar liebt, aber dass es eben nicht immer einfach ist, selbst an zweiter Stelle zu stehen, obwohl sie den Grund dafür erkennen und akzeptieren kann.
Zum anderen die Perspektiven aus der Sicht von zwei Freunden von August. Freunde, die er erst in der neuen Schule kennengelernt hat. Menschen, die zu Beginn des Schuljahres August gegenüber Vorurteile hatten und die diese nach und nach abbauen und August als Menschen sehen und für sich gewinnen konnten.

Schreibstil
Raquel J. Palacio erzählt die Geschichte wie bereits erwähnt aus mehreren Perspektiven. Die meisten Handlungsstränge werden aus der Sicht von Kindern erzählt, weswegen der Schreibstil verhältnismäßig einfach gehalten ist. Allerdings stecken in den Gedanken der Kinder sehr viel Wahrheit und bewegende Gedanken, die man erst einmal verdauen muss. Und gerade da tat es gut, dass der Schreibstil so einfach gehalten und nicht beispielsweise sprachlich bunt ausgeschmückt wurde. Schon allein die Gedanken an sich boten hier nämlich genug Stoff zum Nachdenken.
Dennoch sorgte die Autorin auch dafür, dass der Hörer viele lustige Momente mit den Charakteren erlebte und es so auch etwas zum Lachen gab.
Mit ihrem Schreibstil spricht Raquel J. Palacio also nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene an.

Gesamteindruck
Ich muss gestehen, dass meine Erwartungen an Wunder von vorne herein schon etwas höher waren. Wahrscheinlich lag das auch mitunter daran, dass ich mir von der Lesung sehr viel erhoffte.
Nun kann ich sagen, dass meine Erwartungen fast erfüllt wurden. Wunder erzählt die Geschichte eines Jungen, der so gut es eben geht, ein normales Leben führen möchte. Und wir dürfen ihn eine Zeit lang auf diesem Weg begleiten. Ich kann mir gut vorstellen, dass Wunder einigen Menschen viel Kraft gibt. Allerdings hoffe ich auch, dass die Leser und Hörer dieser Geschichte die fiktive Handlung nicht mit der Realität verwechseln.

Dennoch kann ich zusammenfassend sagen, dass ich dieses Hörbuch weiterempfehlen kann.

Montag, 3. September 2018

* Quidditch im Wandel der Zeiten

Bild von der hörverlag
Steckbrief 

Name: Quidditch im Wandel der Zeiten (auch als Buch erhältlich)
Autor: Kennilworthy Whisp
Verlag: der Hörverlag
Geeignet für: Hörer, die sich für den magischen Sport Quidditch interessieren
Gelesen oder gehört: gehört als inzsenierte ungekürzte Lesung
Sprecher: Rufus Beck
Bewertung: 5 von 5 Punkten


Klappentext 

(von der hörverlag

"Ein Klassiker aus der Zaubererwelt von Harry Potter
Wissen Sie, warum einst nur die mutigsten Hexen und Zauberer die Rolle des Schiedsrichters für Quidditch-Spiele übernahmen? Oder wie Sie einen Transsilvanischen Trick von einem Woollongong Shimmy unterscheiden? In diesem aufschlussreichen, äußerst beliebten Buch aus der Hogwarts-Schulbibliothek offenbart uns Kennilworthy Whisp die tollkühnen Höhepunkte und gefährlichen Tiefpunkte der glorreichen Geschichte des Quidditch-Spiels.

Attraktive Fanausgabe in Sonderausstattung mit umfangreichem Booklet."


Meine Meinung 

Buchlinge, wir begeben uns nun gemeinsam auf eine magische Reise durch den Nationalsport der Hexen und Zauberer. Nämlich dem Quidditch: 

Eigentlich halte ich bei Hörbüchern nicht viel davon, bei der Gestaltung erst einmal auf das Hörbuchcover zurückzukommen. Allerdings verhält sich das bei Quidditch im Wandel der Zeiten anders. Das Cover ist nämlich nicht nur, wie Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind, sehr edel gestaltet, sondern auch noch als Relief dargestellt und somit fühlbar. Der Titel des Hörbuches steht in goldener Schrift zentriert auf dem Hörbuch und wird dabei von einem goldenen Quidditch Tor umrahmt. Das Q im Titel ist neben dem Torring reliefartig dargestellt und kann ertastet werden. Das Q ist im Gegensatz zu den anderen Buchstaben des Titels auch in einer goldenen Farbe dargestellt und erinnert an den goldeen Schnatz, den Ball, der gefangen werden muss, um ein Quidditch Spiel für sich zu entscheiden .
Buchlinge, es ist ja selten so, dass ich mich in Hörbuch- oder Buchcover verliebe. Aber hinter Quidditch im Wandel der Zeiten versteckt sich wirklich eine liebevolle Gestaltung, die mein Herz ziemlich schnell erobern konnte. 

Kommen wir aber nun zum Herzstück der Hörbuchdarstellung: Nämlich dem Sprecher. Für Quidditch im Wandel der Zeiten hat sich Rufus Beck wieder in eine magische Welt begeben. Schon bei der Hörprobe konnte mich der Sprecher sofort für sich gewinnen. Wenn Rufus Beck uns auf eine magische Reise mitnimmt, habe ich jedes Mal das Gefühl, wieder ein Stück nach Hause zu kommen. 

Rufus Beck konnte dank dem Schreibstil von Quidditch im Wandel der Zeiten auch einige Elemente in seiner Interpretation unter Beweis stellen. Kennilworthy Whisp hat hier nämlich kein Fachbuch im klassischen Sinne geschrieben: Zum einen führt der Autor die historische Entwicklung des Quidditch an und erläutert im zweiten Teil die heutigen Spielregeln und stellt die wichtigsten Quidditch Mannschaften vor. Und gerade in dem historischen Teil zitierte Kennilworthy Whisp ziemlich viel aus alten Aufzeichnungen, wie beispielsweise Briefen oder Tagebucheinträgen. Und hier konnte Rufus Beck den Zitaten Leben einhauchen, indem er in die Rolle des Verfassers oder der Verfasserin schlüpfte. Mit seiner Interpretation brachte er mich also das ein oder andere mal zum schmunzeln. 

Inhaltlich informiert Kennilworthy Whisp hier sehr ausführlich über den Nationalsport Quidditch. Besonders interessant waren die historischen Anfänge des Quidditch. Angefangen bei den ersten Regeln über wesentliche Schwierigkeiten bei der Ausübung des Sports bis hin zu dem bis heute bestehenden Regelwerk und der Nationalmannschaften der verschiedenen Ländern. Schön fand ich, dass er sich in seinem Fachbuch nicht auf das heutige Regelwerk beschränkt hat, sondern uns auch an der historischen Entwicklung teilhaben ließ. 

Wie oben bereits angedeutet, greift Kennilworthy Whisp hier nicht auf einen ausschließlich wissenschaftlichen Schreibstil zurück. Er baut gerade zu Beginn sehr viele Zitate aus alten Aufzeichnungen ein und hat selbst auch keinen klassischen, wissenschaftliche neutralen Schreibstil. Mich störte das kein bisschen. Kennilworthy Whisps Schreibstil ließ das Fachbuch lebendig erscheinen. 

Zusammenfassend kann ich sagen: Wer sich für die Sportart des Quidditch interessiert, sollte sich unbedingt die Grundlagenlektüre Quidditch im Wandel der Zeiten zulegen, da hier ein breites Wissen rund um den magischen Sport vermittelt wird. Rufus Becks Interpretation gibt dem Ganzen dann noch eine besondere Note, in deren Genuss man leider nicht kommt, wenn man nur das gedruckte Buch vor sich hat. An dieser Stelle möchte ich auch noch einmal darauf hinweisen, dass ein Anteil der Einnahmen an Comic Relief und die Lumos Fundation gespendet werden und das Geld somit für einen guten Zweck gespendet wird. 

-------------------------------------------------------------

* Dieses Hörbuch wurde mir als Rezensionsexemplar vom Verlag zur Verfügung gestellt. Vielen Dank! 

Sonntag, 2. September 2018

* Ge(h)lebt im August

Gelesen im August 2018 

Gelesene / gehörte Zeit: 2 Tage 21 h 3 min
Gelesene Seiten: 489 Seiten
Beendete Bücher: 1 Buch
Beendete Hörbücher: 7 Hörbücher

Durchgeblättert: Gegen das Sommerlicht von Melissa Marr
Durchgeblättert meint, dass ich die ersten 120 Seiten gelesen und den Rest des Buches eher durchgeblättert habe. Der Grundkonflikt der Geschichte ist interessant: Elfen stellen dem Menschenmädchen Ashlyn nach. Sie könnte nämlich Erlösung bringen. Doch Ashlyn hat von Klein auf gelernt, den magischen Wesen aus dem Weg zu gehen.
Das Problem an der Geschichte ist, dass die Handlung nicht in Gang kommt und der Schreibstil beschreibend ist. Mit beschreibend meine ich, dass beschrieben wird, wie Charaktere sind, anstatt, dass wir es in verschiedenen Szenen erleben. Der Konflikt, die gefährlichen Elfen, sind zwar permanent da, aber das Ganze wird eher wiedergekäut, anstatt gut herausgearbeitet. Deswegen gibt es hier auch keine Rezension.

Neuzugänge
Adams Erbe von Astrid Rosenfeldt
Der Schatten von Melanie Raabe
Wunder von Raquel J. Palacio
*Nacht über Tanger von Christine Mangan
*Quidditch im Wandel der Zeiten von Kennilworthy Whisp

Podcast Folgen
Da ich diesen Monat doch einige Geschichten gehört habe, gibt es wieder einen dreiteiligen Hörmonat für euch.
Der erste Teil ist ein unabsichtliches Luise Helm Special. Hier erzähle ich nämlich von den Hörbüchern Wir sehen uns am Meer von Dorit Rabinyan und Tausend kleine Lügen von Liane Moriarty, die beide von Luise Helm gelesen werden.
Im zweiten Teil des Hörmonats kommen die Psychothriller Fans unter euch auf ihre Kosten: Ich spreche nämlich über Der Schatten von Melanie Raabe, Nacht über Tanger von Christine Mangan und Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind von Newt Scamander, wobei es sich hier um ein magisches Fachbuch und keinen Psychothriller handelt.
Der letzte Teil des Hörmonats ist dann ein unabsichtliches Buchclub Special. Ich habe nämlich Wunder von R. J, Palacio und Adams Erbe von Astrid Rosenfeld beendet und gebe zum Schluss noch eine kleine Vorschau auf eine magische Podcast Folge, die euch kommende Woche erwartet.

Kommen wir nun zur monatlichen Oscar Verleihung:

Beste Handlung 
In diesem Monat nominiere ich gleich zwei Geschichten in dieser Kategorie:

Bild von Lübbe Audio

Tausend kleine Lügen erzählt die Geschichte von drei Frauen: Jane zieht mit ihrem Sohn in einen neuen Ort, auf der Suche nach einem Zuhause. Sie lernt Madeline kennen, die sie mit Celeste bekanntmacht. Alle drei Frauen haben etwas mit dem Thema Lüge zu tun: Jane muss sich bald fragen, wem sie trauen kann. Madeline glaubt, eine Lüge zu brauchen und Celeste greift auf Lügen zurück, um sich und ihre Kinder zu schützen. Und dann passiert dieser schreckliche Unfall an einem Elternfest...

Bild von
Diogenes
Verlag


Adams Erbe erzählt die Geschichte von Edward und Adam, die mehr miteinander gemeinsam haben, als man zu Beginn der Geschichte denkt. Edward sieht Adam zum verwechseln hänlich. Doch kennt er den Mann nicht, mit dem er ständig verglichen wird. Denn Adam hat seine Familie im Stich gelassen und ist abgehauen. Astrid Rosenfeld erzählt hier die Geschichte zweier Männer auf der Suche nach dem Glück und der Liebe.



Bild von der hörverlag

Die Trophäe für den besten Hauptcharakter geht an Nora aus Der Schatten. Nora hat es nicht leicht: Sie sagt das, was sie denkt, auch wenn sie dabei gegen den Strom schwimmen muss und zum Schluss alleine da steht. Einerseits macht sie das unglaublich stark. Andererseits ist sie sehr einsam. Dennoch verstellt sie sich nicht, um zu einer Gruppe dazuzugehören. Und das gefällt mir sehr gut.

Bild von 
HörbuchHamburg


Der Preis für die besten Nebencharaktere geht in diesem Monat an Wunder von R. J. Palacio. Hier geht es um August, der einen seltenen Gendefekt hat. Dieser Gendefekt sorgt dafür, dass Augusts Gesicht entstellt ist. Nun soll er erstmals zur fünften Klasse eine normale Schule besuchen. In diesem Hörbuch kommen neben August auch seine Schwester Via und seine neuen Freunde zu Wort und bringen spannende Perspektiven in die Handlung mit ein.

Bester Handlungsort 
Buchlinge, der beste Handlungsort kann in diesem Monat nicht besetzt werden. Wenn ich mich entscheiden müsste, hätte ich wahrscheinlich noch einmal Der Schatten von Melanie Raabe nominiert, weil die Geschichte in Wien und damit einem deutschsprachigen Land spielt. Allerdings begegnen Nora in der Stadt gruselige Dinge. Und auch an den anderen Handlungsorten im August fühlen sich die meisten der Protagonisten nicht wirklich wohl.

Beendete Geschichten im Überblick: 
Tausend kleine Lügen von Liane Moriarty
Der Schatten von Melanie Raabe
Wir sehen uns am Meer von Dorit Rabinyan
*Nacht über Tanger von Christine Mangan
Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind von Newt Scamander
Adams Erbe von Astrid Rosenfeld
Quidditch im Wandel der Zeiten von Mr. Whisp
Wunder von R. J. Palacio


Gefunden im Netz

Rufus Beck sprach über Harry Potter und das Hörbuch Sprechen
Anlässlich des Harry Potter Jubiläums las Rufus Beck in ausgewählten Städten aus den Harry Potter Büchern. Anfang August ist ein Interview von ihm im Stern erschienen. Hier spricht er über seine Lieblingscharaktere und erzählt was ein gutes Hörbuch ausmacht.
Zum Artikel --> HIER ENTLANG

Inklusive WGs aus der Sicht eines Nichtbehinderten
Tobias Polsfuß hat das Portal Wohn:Sinn gegründet. Er lebt selbst in einer inklusiven WG und spricht bei Deutschlandfunk von dieser Wohnform.
Zum Beitrag --> HIER ENTLANG (auch als Podcast verfügbar).

Anne Freytag bei Lesart (Deutschlandfunk Kultur)
Ich bin bei Instagram zufällig auf ein Video von Anne Freytag gestoßen, in dem sie von einem Interview im Radio erzählt hat. Und da dachte ich mir, ich suche die Sendung mal für euch heraus und verlinke sie euch HIER.

30 Selfpublishing Distributoren im Test
Immer wieder beschäftige ich mich mit dem Thema Selfpublishing. Da es mittlerweile gefühlt tausendundein Anbieter gibt, interessiert mich, wer von diesen Anbietern momentan am beliebtesten ist. Der Artikel ist zwar von 2016, die meisten Anbieter gibt es aber heute noch. Deswegen verlinke ich euch den Beitrag einmal HIER.

Die größten Probleme beim Buchsatz
Wie die Überschrift schon sagt, geht es in diesem Beitrag um die größten Fehler beim Thema Buchsatz. Das Tolle an dem Beitrag ist, dass auch Beispiele und genaue Erklärungen dabei sind, wie man die Fehler beheben kann.
Link zum Artikel --> HIER ENTLANG


Hinter den Kulissen 

Buchlinge, wahrscheinlich habt ihr bemerkt, dass es im August etwas ruhiger war. Zum einen lag das daran, dass mir Ideen für Beiträge gefehlt haben und zum anderen war ich viel unterwegs und hatte daher nicht genug Zeit Beiträge zu produzieren. Ich hoffe, das wird sich in der nächsten Zeit wieder etwas ändern.

Allerdings kann ich euch schon mal verraten, dass ich an ein paar weihnachtlichen Specials arbeite: Im November und Dezember werdet ihr also auf jeden Fall genug Input bekommen.


Was gab's zu erzählen? 

Da es im August etwas ruhiger war und der Gefunden im Netz Teil schon viele spannende Artikel bereit hält, beschränke ich mich diesmal auf eine Auswahl.

Ge(h)brechen - 5 Dinge, die ich gerne vor Beginn meines Studiums gewusst hätte 
In diesem Monat ist der dritte Beitrag in dieser Reihe online gegangen. Ich schreibe hier über das Thema Bei Lehrveranstaltungen in der ersten Reihe sitzen.

Ge(h)dacht - Der Buchblog AWard geht in die zweite Runde
Buchlinge, meine Statistik hat mir verraten, dass dieser Artikel einer der beliebtesten Beiträge des Monats war. Ich hätte absolut nicht damit gerechnet. Ich blicke in dem Artikel auf die Preisverleihung des ersten Buchblog Awards zurück und beschreibe, was sch 2018 verändert hat.

Bücherstammtisch im Juli
Im August habe ich euch von unserem letzten Bücherstammtisch Treffen vor der Sommerpause erzählt. Wir sprachen über Per Anhalter durch die Galaxis. Übrigens: Unser nächstes Treffen findet am Montag den 17.09 statt. Wir treffen uns um 17:30 Uhr vor dem Haupteingang der Buchhandlung Rombach in Freiburg und gehen von dort aus gemeinsam zu unserem Raum.

Ge(h)plaudert
Isona und Skyara haben sich einer Herausforderung gestellt und die Fragen des Never will I ever TAGs beantwortet. Und das um einiges schneller als emion und ich.


Gehört im August 




Tonbandgerät - Mein Herz ist ein Tourist
Buchlinge, Tonbandgerät ist mir schon lange ein Begriff. Die Musik der Band konnte ich aber erstmals 2016 für mich entdecken. Leider waren die Lieder, die ich damals von der Band hörte schon etwas älter und ich fragte mich, ob die Gruppe überhaupt noch aktiv Musik machte. Und dank Spotify konnte ich im August die neue Single Mein Herz ist ein Tourist entdecken. Sie gefällt mir wirklich gut.




Bosse - Alles ist jetzt
Mit emion habe ich mich neulich über Bosse unterhalten und wir beide waren uns einig, dass viele seiner Texte sehr positiv sind. So ist es auch mit Alles ist jetzt. Meine Lieblingszeile ist ja: "Das Leben ist kurz, zu kurz für ein langes Gesicht."


Buchzitate im August

"Man kann eine ganze Menge kaputt machen, indem man bestimmte Dinge nicht tut."
Adams Erbe von Astrid Rosenfeld, S. 13

"Ed, verteidige die Babyboote mit deinem Leben."
Adams Erbe von Astrid Rosenfeld, S. 71

"Bestimmen uns die Menschen, denen wir begegnen, oder begegnen uns die Menschen weil wir unserer Bestimmung folgen?"
Adams Erbe von Astrid Rosenfeld, S. 262

"Sie haben gerade einen Kunden verloren!"
"Das will ich hoffen."
Tausend kleine Lügen von Liane Moriarty

"Der einzige Grund dafür, dass ich nicht normal bin, ist der, dass mich niemand so sieht."
Wunder von Raquel J. Palacio

"Und auch Mom und Dad halten mich nicht für normal. Sie halten mich für etwas ganz Besonderes."
Wunder von Raquel J. Palacio

"Manchmal ist eine Ente einfach nur eine Ente."
Wunder von Raquel J. Palacio

"Wenn sie eine Medaille dafür geben wollen, dass ich einfach ich bin, ist das okay."
Wunder von Raquel Palacio


In diesem Sinne... 

Was habt ihr im August erlebt?
Welche Geschichten konnten euch begeistern?

Ich hoffe, ihr seid gut in den September gekommen. (Auch wenn einige von euch wieder vergeblich auf den Brief aus Hogwarts warten mussten...).