Dienstag, 31. Januar 2017

Mein Blind Date mit dem Leben

Bild von
Bastei Lübbe
Steckbrief

Name: Mein Blind Date mit dem Leben
Autor: Saliya Kahawatte
Verlag: Bastei Lübbe
Geeignet für: Menschen, die sich für das Leben mit Behinderung interessieren, Leute, die gerne Biografien lesen
Gelesen oder gehört: gelesen
Bewertung: 4 von 5 Punkten


Klappentext 

(von Bastei Lübbe

"Mit 15 Jahren verliert der Deutsch-Singhalese Saliya Kahawatte innerhalb von Monaten einen Großteil seines Augenlichts. Die Ärzte sagen, dass er eines Tages völlig blind sein wird. Er soll die Schule verlassen und in die Blindenwerkstatt, er aber träumt von Abitur, Studium und selbstbestimmtem Leben. 15 Jahre lang verschweigt er seine Behinderung, um in der Welt der Sehenden Karriere machen zu können. Fingerspitzen, Ohren und seine Intuition ersetzen seine Augen. Doch eines Tages muss er zugeben, dass seine Welt fast nur aus Schatten besteht..."


Meine Meinung 

Saliya Kahawattes Biografie sorgte für einigen Diskussionsstoff in meinem Freundes- und Bekanntenkreis. Durch eine Augenerkrankung verliert er innerhalb kurzer Zeit einen Großteil seines Sehrests. Damals wurden hochgradig sehbehinderte oder blinde Menschen gerade mal in drei Berufen ausgebildet, oder kamen höchstens in Integrationsbetrieben unter. Behinderte auf dem ersten Arbeitsmarkt schien damals noch ein Ding der Unmöglichkeit. Nicht aber für Saliya Kahawatte. In eine Blindenwerkstatt? Nein danke dachte er sich, machte sein Abitur an einem normalen Gymnasium, verschwieg seine hochgradige Sehbehinderung um eine Laufbahn im Gastronomie- und Hotelfach zu starten.
Ich bin von Geburt an sehbehindert. Nicht nur hochgradig Sehbehinderte, sondern auch vollblinden Menschen gehören zu meinem Freundes- und Bekanntenkreis. Je nach Einschränkung fiel es einigen schon schwer, einen Teller gerade halten zu können. Da fragte ich mich nun: Ein hochgradig Sehbehinderter als Kellner? Wie um alles in der Welt soll das funktionieren? Saliya Kahawatte beweist, dass es geht. Auch wenn ich nicht viel davon halte, seine Behinderung zu verschweigen.

Gestaltung 
Um die Biografie Mein Blind Date mit dem Leben wird momentan ziemlich viel Wirbel gemacht. Saliya Kahawattes Geschichte ist nicht nur als Buchform erschienen, sondern wird momentan auch im Kino gezeigt. Das Cover erinnert daher sehr an ein Filmplakat. Man sieht drei Darsteller - zwei Männer im schicken Kellnerdress, eine Frau in einem eleganten Kleid - in der Mitte prangt der Titel Mein Blind Date mit dem Leben. Das Cover wäre mir in der Buchhandlung aufgefallen und hätte dafür gesorgt, dass ich mir das Buch einmal genauer angeschaut hätte. Obwohl das Wort Blind bereits im Titel steckt, hätte es sich hier nicht zwangsläufig um eine Geschichte rund um das Thema Sehbehinderung oder Blindheit handeln müssen.
Der Klappentext wirkt aber etwas klischeehaft. Die Formulierung verliert sein Augenlicht erinnert mich ein bisschen an den, von Rollstuhlfahrern belächelten Satz: "An den Rollstuhl gefesselt" (Mehr solcher Klischees und den Umgang von Behinderten mit solchen Formulierungen findet ihr HIER).
Dennoch macht der Klappentext neugierig auf die Biografie des aus Sri Lanka stammenden Autors.
Die Schriftgröße von Mein Blind Date mit dem Leben war, trotz Hilfsmitteln, für mich fast ein bisschen zu klein. Aber ich denke, auch das ist Geschmackssache und wurde daher bei der Bewertung nicht negativ vermerkt.

Inhalt 
Das Buch wird aus zwei Perspektiven erzählt. Zum einen rollt Saliya Kahawatte die Geschichte von hinten auf, erzählt wie er aufgewachsen ist, wie das Ganze mit seiner Sehbehinderung begann bzw. sich entwickelte und lässt uns an seiner Gastronomielaufbahn teilhaben.
Zum anderen nimmt er uns auch mit in die Gegenwart: Wie hat sich sein Leben verändert? Was konnte er aus den Schicksalsschlägen - mittlerweile hat er auch eine Körperbehinderung - mitnehmen?
Diese zwei Blickwinkel gefielen mir recht gut. Oft enden Biografien ja mit der Bewältigung der thematisierten Krise, geben aber selten einen Einblick darüber, wie es dem Autoren heute geht. Hier hingegen bleiben nur minimale offene Fragen zurück, die sich aber, dank des momentane Medienrummels, sicher einfach recherchieren lassen.

Inhaltlich durchlebte ich mit Mein Blind Date mit dem Leben buchstäblich Höhen und Tiefen. Ich ertappte mich dabei, wie ich anfangs über Saliya Kahawatte urteilte: Sätze wie "Wenn er seine Behinderung früher offenbar hätte, dann...", schossen mir durch den Kopf. Dann gab es aber auch die andere Seite, die sich dachte, dass die jahrelange Verdrängung seiner Sehbehinderung durchaus einen Grund hat. So liegt es nicht nur daran, dass er sich durch das Verschweigen seiner Sehbehinderung im Hotelfach bessere Chancen erhoffte. Aufgrund seiner familiären Situation lassen sich schnell Gründe für die Verdrängung festmachen, ohne, dass diese gleich zu Beginn der Geschichte als solche gekennzeichnet werden.
Meine anfängliche Aggression verwandelte sich in Empathie. Natürlich finde ich es nach wie vor keinesfalls richtig, seine Behinderung zu verschweigen. Dennoch ergaben seine Argumente für mich Sinn. Zudem ist es auch ein Schritt erkennen zu müssen, dass man eben nicht alles kann. Und so lange diese Erkenntnis fehlt, lebt man in dem Glauben, mithalten zu können bzw. zu müssen.

Ich konnte nachvollziehen, dass Saliya Kahawatte nicht in die Behindertenschublade gesteckt werden wollte. Dennoch saß ich, die das Hilfsmittelsystem quasi seit Jahren kennt, verzweifelt da und wartete geradezu darauf, dass er sich endlich darüber informierte, welche Hilfsmittel sein Leben erleichtern könnten. Denn ich bekam beispielsweise Anfang der 2000er Jahre meine erste Vergrößerungssoftware, die mir das Arbeiten am PC ermöglichte. Saliya Kahawatte kam erst durch Umwege an die richtigen Stellen, die dafür sorgten, dass sich ihm neue Möglichkeiten der Kommunikation eröffneten.

Spannung 
Durch die beiden Handlungsstränge - Saliya Kahawatte in der Gegenwart und das Aufrollen seiner Biografie - wurde der Spannungsbogen gut gehalten. Mich interessierte, ab welchem Punkt es zu seinem Lebenswandel kam und wie sich sein Arbeitsalltag im Hotel- bzw. Gastronomiebereich gestaltete.

Schreibstil 
An Saliya Kahawattes Schreibstil musste ich mich erst einmal gewöhnen. Es liegt nicht daran, dass der Inhalt seiner Biografie schwer zu verstehen ist. Er versteht sich darauf, seine Erzählung sprachlich gut auszuschmücken. Dennoch schafft er es, viel zwischen den Zeilen zu erzählen, was dafür sorgte, dass ich den Inhalt auch verdauen musste, damit mir keine wichtige Information durch die Lappen ging.
Das Erzählen zwischen den Zeilen zeichnet sich unter anderem durch den Gebrauch bestimmter Worte, wie beispielsweise Augenfehler aus. Hier hatte ich das Gefühl, dass er das Wort als Synonym gebrauchte, um sich nicht als behindert einstufen zu müssen.
Leider deutet er hier und da behindertenspezifische Dinge an, auf die er im Laufe des Buches nicht mehr zu sprechen kommt.

Gesamteindruck 
Das Buch beende ich mit gemischten Gefühlen. Einerseits war es faszinierend zu beobachten, was Saliya Kahawatte trotz Sehbehinderung leistete und wie er es schaffte, sich Strategien zu erarbeiten. Im Hotelfach hängt schließlich viel von visuellen Fähigkeiten oder Schnelligkeit ab. Seine Strategien haben ihn über viele Jahre weit gebracht.
Das zeigt zum einen das Menschen mit Behinderung durchaus etwas leisten können, wenn man ihnen die Möglichkeit gibt, sich zu beweisen.
Andererseits frage ich mich, was uns die Biografie mit auf den Weg geben soll. Als Saliya Kahawatte offen mit seiner Behinderung umgeht, wird es auch für ihn, trotz der zahlreichen Qualifikationen schwierig eine Arbeit zu finden. Er berichtet in seiner Biografie auch über Episoden der Perspektivlosigkeit und dem Gefühl der Gesellschaft nur auf der Tasche zu liegen. Er erzählt von nichtbehinderten Behindertenberatern und Einrichtungen, deren Aufgabe es ist, Klienten auszubilden, aber deren Ziel nicht darin besteht, diese Menschen primär für den ersten Arbeitsmarkt zu qualifizieren.
Warum er jetzt dennoch sagen kann, ein glückliches Leben zu führen? Das müsst ihr selbst herausfinden.

Ihr seht: Ich bin so gefüllt von den Eindrücken zu dieser Biografie. Ich glaube, ich könnte Blogbeiträge damit füllen. Auf den letzten Zeilen dieser Rezension möchte ich noch mit dem Klischee der Blindenbücher aufräumen. Natürlich geht es hier um Sehbehinderung bzw. Blindheit. Das Interessante an Saliya Kahawattes Biografie ist aber nicht ausschließlich das Leben mit der Sehbehinderung, sondern sein Weg von der vollkommenen Verdrängung zur stückchenweise Akzeptanz seiner Behinderung. Dieser Weg ist hier stellenweise sehr gut beschrieben, auch wenn ich mir hier und da noch mehr Einblicke in sein heutiges Leben gewünscht hätte.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass ich dieses Buch nicht nur denjenigen empfehlen kann, die selbst eine Behinderung haben und sich fragen, wie sie damit umgehen sollen. Ich lege es auch den Menschen ans Herz, die sich nicht sicher sind, wie sie mit Behinderten umgehen sollen, oder die sich allgemein für das Thema Menschen mit Behinderung interessieren. Es bietet ordentlich Material für Diskussionsstoff.


Und du? 

Nun möchte ich mit dir ins Gespräch kommen:

Hast du selbst eine Behinderung bzw. standest auch mal vor der Wahl sie zu verschweigen oder offen zuzugeben?

Was hältst du von Saliya Kahawattes Geschichte?


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* Dieses Buch wurde mir von Bastei Lübbe als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. 

GE(H)LEBT im Januar 2016

Gelesen im Januar 2017

Bild von der hörverlag
Die sieben Schwestern
Lucinda Riley versucht sich hier an einer Buchreihe. Der Auftakt handelt von Maia, die wir auf der Suche nach ihren wurzeln begleiten.
Interpretiert wird die Geschichte von Simone Kabst, die Sprecherin sämtlicher Riley Bücher, Oliver Siebeck, der Maias Vergangenheit in Worte fasst und Sinja Dieks, die den Bogen zum nächsten Band spannt. Warum ich das Buch mit gemischten Gefühlen beende, aber dennoch Gefallen an der Reihe gefunden habe, könnt ihr in meiner Rezension nachlesen.
Bewertung: 2,5 von 5 Punkten
Link zur Rezension: HIER ENTLANG

Bild von Bastei Lübbe
Mein Blind Date mit dem Leben
Saliya Kahawatte verschwieg aufgrund seines Berufes seine Behinderungen. Seine Begründung: Ohne sein Geheimnis hätte er im Hotelfach keine Karriere machen können. Doch seine Behinderungen bringen einige Schwierigkeiten mit sich...
Das Buch interessierte mich besonders, weil ich selbst hochgradig sehbehindert bin und mich daher fragte, wie man es schafft, eine Sehbehinderung in einem Beruf, in dem es größenteils um Schnelligkeit geht, zu verheimlichen. Meine Rezension gibt es in Kürze.
Bewertung: 4 von 5 Punkten

Weitergelesen: Paris Du und Ich von Adriana Popescu
Begonnen mit: Jetzt Baby von Julia Engelmann


Gefunden im Netz 

Catas Jahresrückblick 
Ich finde Jahresrückblicke sind ähnlich wie Monatsrückblicke eine gute Gelegenheit einen Blogger kennenzulernen und einen guten Überblick darüber zu bekommen, was so gelesen wird, bzw. welche Themen den Blogger so interessieren. Cata lässt uns an ihrem Jahr 2016 teilhaben. Sie hat nicht nur die Schule beendet, sondern auch mit ihrem BufDie begonnen. Außerdem war es ein Jahr der Begegnung. Das Interessante für mich war, dass sie zuerst ein FSJ im Kulturbereich geplant hatte. Ähnlich wie ich. Und auch ich bin froh, dass es bei mir damals nicht geklappt hat.
Zum Jahresrückblick --> HIER ENTLANG

ESC News 2017
Vor einer Weile habe ich mehr durch Zufall erfahren, dass es dieses Jahr keinen Vorentscheid mit bereits bekannten Künstlern, sondern wieder eine Castingshow geben wird. Allerdings gibt es hiervon nur eine Sendung, sodass man sich wieder einer Vorauswahl stellen muss. Programmchef Thomas Schreiber hat hierzu ein Interview gegeben, in dem es ein paar Infos zwischen den Zeilen gibt.
Zum Interview - HIER ENTLANG

Expose
Annika Bühnemann erklärt in diesem Beitrag nicht nur, wie man ein Expose aufbaut, sondern hat am Ende des Beitrages auch eine Expose Vorlage erarbeitet.
Hier geht's zum Artikel.

Steffi talks with Authors #4 Adriana Popescu
Leider habe ich den Original Livestream / Hangout (oder wie auch immer :-) verpasst. Also habe ich mir quasi die Aufzeichnung angeschaut und kann euch sagen, dass es ein sehr interessantes Gespräch zwischen den beiden Frauen ist. Es geht um neue Romanprojekte, die Frage nach den Prioritäten im Leben und um die Sache mit den Pseudonymen. Nicht zu vergessen dürfen auch ein paar Serieninfos nicht fehlen.
ACHTUNG: Das Video geht über zwei Stunden. Wenn ihr aber einen YouTube Account habt, das Video während es läuft einfach schließt, speichert euch YouTube die Stelle, an der ihr stehen geblieben seid.
Zum Video - HIER ENTLANG

Vermarktung der Buchblogger? 
In diesem Artikel des Börsenblattes stellt sich Ute Noeth, zuständig für die Blogger beim Carlsen Verlag, der Frage, ob Buchblogger nicht für ihre Arbeit entlohnt werden sollen. Gibt es in der Bloggerbranche eine Königsklasse? Was könnte diese von anderen Bloggern unterscheiden? Zum Schluss gibt sie uns Bloggern einen wertvollen Tipp, der sich in der Praxis - meiner Meinung nach - aber eher schwierig umsetzen lässt.
Zum Artikel: HIER ENTLANG 


Momente im Januar 

Erwähnt im hessischen Radio
Einige von euch wissen ja vielleicht, dass ich ein paar Jahre in Hessen gelebt habe. Nein? Vielleicht gibt es demnächst dann mal einen Beitrag darüber. Nun aber zurück zum Thema: Hier habe ich den Radiosender hr3 mit seiner Sendung 100pro deutsch für mich entdeckt. Beinahe jeden Sonntag Abend gibt es hier vier Stunden lang deutschsprachige Musik. So durfte ich beispielsweise schon tolle Bands wie Tonbandgerät, Odeville oder andere schöne Lieder entdecken. Natürlich lebt die Sendung von den Musikwünschen der Hörer. Und irgendwann habe ich mich dann mal überwunden und eine Mail ins Studio geschickt. Mein Wunsch wurde nicht nur gespielt, sondern ich wurde auch noch namentlich - zum Glück mit meinem Spitznamen - im Radio erwähnt. Ich weiß, es klingt total verrückt, aber das ist schon ein tolles Gefühl. Aufgrund des Studiums musste ich einige Monate auf die Sendung verzichten. Am ersten Sonntag im Jahr habe ich endlich wieder Zeit gefunden und auf gut Glück Grüße und wünsche ins Studio geschickt. Und was passiert? Ihr könnt es euch wahrscheinlich schon denken. Jedenfalls war das meine erste kleine Freude im Jahre 2017. 

LBM - Wir kommen 
Ich war bereits schon mehrfach in Frankfurt auf der Buchmesse. Leipzig schien viele Jahre für mich unerreichbar. Während ich in Frankfurt bei Freunden unterkommen konnte und mich auch schon etwas in der Umgebung auskannte, schien mir Leipzig immer eine Nummer zu groß. Obwohl die Messe für mich datentechnisch eigentlich besser liegt.
Mitte Januar stellte Skyara in unserem Gruppenchat dann die wichtige Frage: "Wäre die LBM auch eine Option?" Und was soll ich sagen? Leipzig wir kommen!

Buchige Überraschung 
Bald gibt es vielleicht eine buchige Überraschung für mich. Wobei... Es ist nur eine halbe Überraschung, weil ich ja bereits weiß, um was es sich handelt. Ende Februar oder spätestens Ende März kann ich euch hoffentlich mehr darüber berichten. Nur so viel: Es handelt sich nicht um ein Rezensionsexemplar.

Der Bücherstammtisch nimmt Form an 
Ich habe im Januar neue Flyer erstellt und zum Teil schon verschickt. Außerdem bekommt unsere Gruppe zum Februar Treffen Zuwachs. Heute schaue ich mir einen potentiellen Veranstaltungsort für das Treffen im März an. Es wird also langsam :-)


Was gab's zu erzählen? 

Rezensionen von Dezember 2016 

Rezensionen aus der Konserve 

GE(H)SCHAUT 
Fantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind 

GE(H)RAGT 
Angela Aiden
Lena Hofhansl (bereits im Dezember veröffentlicht)

Im Januar war es etwas ruhiger. Aber ich bin gerade dabei, das ein oder andere Projekt zu planen. Ihr dürft also gespannt sein. 


GE(H)SCHRIEBEN 

Foto: A. Mack
Ende Dezember hatte ich noch großartig angekündigt, dass ich auch 2017 fleißig Wörter zählen werde. Schreibmarathon hin oder her. Als ich Anfang Januar dann mitten in den Romankorrekturen steckte und gefühlt tausend Dokumente parallel geöffnet hatte, fragte ich mich, was das mit der Wortzählerei eigentlich sollte. Ich hatte keine Lust mehr akribisch jedes Wort in meine tolle Excel Tabelle einzutragen und beschloss kurzerhand diesen Monat einfach mal auszusetzen und mich auf das Schreiben zu konzentrieren. Mit den Romankorrekturen komme ich sehr gut voran. Ich muss noch etwa 20 Seiten von Isonas - meiner offiziellen Lektorin :-) - Anmerkungen einbauen. Dann sind emions Kommentare an der Reihe, sowie die Anmerkungen eines stillen Mitlesers, der auch schon im ein oder anderen Beitrag verlinkt wurde. Zwei Rückmeldungen stehen noch aus, allerdings glaube ich, dass ich hier gezielt nach Eindrücken fragen werde, anstatt alle Anmerkungen einzubauen. Teilweise durfte ich nämlich bereits feststellen, dass sich viele Kommentare überschneiden. Da habe ich mich das ein oder andere Mal schon gefragt, was ich meinen armen Testlesern nur zugemutet habe :-).
Ich hoffe sehr, die Korrekturphase in den Semesterferien endgültig beenden zu können, damit dann die Agenturen Suche losgehen kann. 


Gehört im Januar 


Tonbandgerät - Irgendwie anders
Tonbandgerät sind mir seit ein paar Jahren ein Begriff. Leider lernte ich viele ihrer Lieder erst 2016 richtig lieben. Irgendwie anders ist ein fester Bestandteil meiner Playlist. Besonders gut an diesem Lied gefällt mir der Refrain.


Die Fantastischen Vier - Troy
Seit Voice of Germany habe ich die Fantastischen Vier wiederentdeckt. Neben dem Album Fornika, was schon 2007 bei mir eingezogen ist, mag ich auch einzelne Lieder der Band. Wie zum Beispiel Troy. Manchmal glaube ich wirklich, ich langweile euch mit meiner Playlist, weil ich andauernd dieselbe Musik mit euch teile :-)



Lady Gaga - Bad Romance
Eines Abends unterhielt ich mich mit der Grafikerin über Musik. Irgendwie kamen wir auf Lady Gaga zu sprechen und ich zeigte ihr ein paar Lieder der Sängerin. Bad Romance hat eine besondere Bedeutung für mich. Mit diesem Lied wurde ich täglich auf einer Skifreizeit geweckt. Einer Freizeit, in der ich mit meiner damaligen Clique in einem Zimmer wohnte. Auch wenn wir uns gegen Ende der zwei Wochen ziemlich auf die Nerven gingen, war das mit Abstand meine Lieblingsfreizeit. Immer wenn ich dieses Lied höre, denke ich gerne an die zwei Wochen zurück.


In diesem Sinne... 

Der Januar ist fast vorbei. Und ihr fragt euch sicher, wo unser erstes Update zum Lesemarathon bleibt. Tja, da müsst ihr euch bis morgen gedulden... 

Sonntag, 29. Januar 2017

Schullektüre des Monats: Der Besuch der alten Dame

Bild von amazon
Steckbrief

Name: Der Besuch der alten Dame
Autor: Friedrich Dürrenmatt
Verlag: Diogenes Verlag
Geeignet für: ab 16 Jahren, oder für Menschen, die gerne Theaterstücke lesen
Gelesen oder gehört: Gehört, in deutscher Sprache
Bewertung: 5 von 5 Punkten


Klappentext


(Inhaltsangabe von DieterWunderlich)

"Nachdem Claire durch Eheschließungen reich geworden ist, kommt sie nach 45 Jahren erstmals wieder in ihre Geburtsstadt Güllen. Beim offiziellen Empfang durch den Bürgermeister verspricht sie der Gemeinde eine Milliarde – unter einer Bedingung, dass Alfred Ill, der sie damals mit ihrem Kind hatte sitzen lassen, zur Rechenschaft gezogen wird ..." .


Zum Stück

Jeder in Güll freut sich, dass Claire zurückkehrt. Der Ort ist inzwischen pleite und alle hoffen, dass sich die ehmalige Güllnerin gnädig zeigt und der Stadt eine großzügige Spende zukommen lässt. Schließlich hat sie ja genug Geld.

Doch, nachdem Claire ihre Forderung verkündet, beginnt ein langsames Spiel um Leben und Tod. Wird man Ill verraten, nur um die Stadt vor dem sicheren Ruin zu bewahren? Wer ist Freund un wer Feind?


Meine Meinung: 

Das Stück "Besuch der alten Dame" hat mir sehr gut gefallen. Gelesen haben wir es in der 10. Klasse. Der Schreibstil hat mir wenig Mühe bereitet. Die Dialoge waren lebendig geschrieben. So konnte ich mich gut in die Charaktere hineinversetzen. Auch den Grundkonflikt, wie weit man geht, um das eigene Konsumverhalten zu stillen, war sehr gut herausgearbeitet.

Das Stück empfehle ich dennoch erst ab 16 Jahren, weil es für jüngere Schüler schwieriger zu erfassen ist. Man muss sich auf das Stück und den ethischen Konflikt einlassen können. Für jüngere Schüler wäre de Problematik viel zu weit weg.


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~K~: Dieser Beitrag ist eine Rezension aus der Konserve und wurde bereits veröffentlicht. 

Donnerstag, 26. Januar 2017

Die sieben Schwestern

Bild von der hörverlag
Steckbrief 

Name: Die sieben Schwestern (auch als Buch erhältlich)
Autor: Lucinda Riley
Verlag: der hörverlag
Geeignet für: Lucinda Riley Fans, oder Menschen, die gerne Familiensagen lesen
Gelesen oder gehört: gehört in gekürzter Fassung
Sprecher: Oliver Siebeck, Simone Kabst, Sinja Dieks
Bewertung: 2,5 von 5 Punkten


Klappentext 

(von der hörverlag

"Auftakt einer neuen, farbenprächtigen Saga von Lucinda Riley

Maia ist die älteste von sechs Schwestern, die alle von ihrem Vater adoptiert wurden, als sie sehr klein waren. Sie lebt als einzige noch auf dem herrschaftlichen Anwesen ihres Vaters am Genfer See. Doch dann stirbt ihr Vater überraschend und hinterlässt ihr einen Umschlag – und plötzlich hält sie den Schlüssel zu ihrer unbekannten Vergangenheit in Händen: Maia fasst den Entschluss, in ihre Geburtsstadt Rio zu fliegen, und an der Seite des befreundeten Schriftstellers Floriano Quintelas beginnt sie, das Rätsel ihrer Herkunft zu ergründen. Erst jetzt fängt Maia an zu begreifen, wer sie wirklich ist und was dies für ihr weiteres Leben bedeutet ..."


Meine Meinung 

Lucinda Riley konnte mich mit ihrem Roman Der Engelsbaum restlos begeistern. Nun wagt sich die Autorin an eine Buchreihe. Wir erleben sechs - nein das ist kein Schreibfehler - Schwestern dabei, wie sie ihre Wurzeln finden. Im ersten Band mit dem Titel Die sieben Schwestern begleiten wir Maia auf dem Weg nach Rio. Hier lernt sie nicht nur ihre Wurzeln kennen, sondern findet auch zu sich selbst. Aber beginnen wir, wie immer, von vorne...

Gestaltung 
Die Geschichte von Maia wird von drei Stimmen gelesen. Simone Kabst, die quasi die deutsche Stimme der Lucinda Riley Bücher ist, Oliver Siebeck, der Maias Vergangenheit in Worte fasst und Sinja Dieks, die den Übergang zur nächsten Schwester spinnt.
Simone Kabst schafft es jede Geschichte von Lucinda Riley neu zu erfinden und einem nicht das Gefühl zu geben, das Ganze schon zu kennen. Ich habe mich gefreut, dass sie auch bei den sieben Schwestern wieder mit von der Partie ist und fand es schade, dass sie in diesem Buch nicht so viele Parts gelesen hat. Allerdings ließ sich das aufgrund der Stilmittel nicht anders vereinbaren.
Oliver Siebeck nimmt uns mit in Maias Vergangenheit. Allerdings muss ich gestehen, dass ich mit ihm als Sprecher nicht so viel anfangen konnte. Es ist nicht so, dass er schlecht liest. Ich ertappte mich aber oft, dass ich während seiner Parts abschweifte. Ich kann aber nicht sagen, ob es am Inhalt, deer an seiner Interpretation lag. Allerdings könnte ich ihn mir sehr gut als Hörspielsprecher vorstellen, da es hier ja mehrere Rollen gibt und er eine Geschichte nicht alleine liest.
Sinja Dieks hat eine angenehme helle Stimme und konnte mich sofort packen. Ich hätte am liebsten direkt mit dem zweiten Band Die Sturmschwester weitergemacht.

Inhalt / Spannung 
Die Geschichte beginnt mit Maia, die von dem plötzlichen Tod ihres Vaters erfährt. So treffen wir recht schnell auf Maias fünf Schwestern und bekommen gleich zu Beginn einige zu lernende Namen geliefert. Daher ist mir der Einstieg in die Geschichte etwas schwer gefallen. Ich hatte Mühe, die Schwestern auseinanderzuhalten, obwohl Lucinda Riley recht viel über die unterschiedlichen Frauen verrät, die allesamt adoptiert wurden. Als wir dann recht schnell in Maias Vergangenheit reisen und wieder mit neuen Familien konfrontiert werden, wird das Namensgedächtnis des Hörers auf eine harte Probe gestellt :-).
Maia als Hauptcharakter war mir auf Anhieb sympathisch. Allerdings fehlten mir hier auch klare Charaktereigenschaften. Zu Beginn wirkte sie auf mich etwas unscheinbar. Nach und nach wurde aber deutlich, dass Maia Mühe hat zu sich zu stehen und es sich nicht mit den Menschen verscherzen möchte. Durch die Reise in ihre Vergangenheit wird sie vor neue Herausforderungen gestellt und macht eine interessante Entwicklung durch.
Im zweiten Handlungsstrang, Maias Vergangenheit, begegnen wir ihrer Urgroßmutter Isabella. Von ihr erzählt ein Großteil des Romanes. Und ich muss gestehen, dass ich so meine Probleme mit Isabella hatte. Ich bin mir nicht sicher, ob es einfach daran lag, dass ihr Handlungsstrang stellenweise vorhersehbar war, oder ob sie mir als Charakter einfach nicht lag. Sie traf Entscheidungen, bei denen ich die Stirn runzelte und mich fragte, wieso sie so unreflektiert war und die Konsequenzen ihrer Entscheidungen nicht miteinkalkuliert hat. Zumal sie keinen leichtgläubigen Eindruck machte. Dennoch nimmt ihr Schicksal eine traurige Wendung, sodass sie mir auch ein bisschen leid tat.

Lucinda Riley ist ein bisschen wie Agatha Christie, obwohl sie keine Krimis schreibt. Ihre Romane laufen ebenfalls nach einem ähnlichen Muster ab. Wir lernen einen Hauptcharakter kennen, der auf irgendeine Weise mit seiner Vergangenheit konfrontiert wird. Meistens haben die neuen Erkenntnisse auch Auswirkungen auf die Gegenwart.
Einerseits ist es schön zu wissen, was einen erwartet, da man, den Riley Roman dann hören kann, wenn einem danach ist und eigentlich nicht enttäuscht werden kann, weil man das Handlungsmuster ja bereits kennt und dennoch immer etwas eigenes in jedem Roman ist. Schließlich mordet bei Agatha Christie ja auch nicht immer der Gärtner.

Andererseits frustrierte mich der ein oder andere Handlungsstrang, weil er einfach vorhersehbar war und ich dabei zusehen musste, wie Isabella in ein Unglück läuft. Es wird zudem die Biografie über Maias Mutter angedeutet, die mich im Vergleich zu Isabellas Geschichte viel mehr interessiert hätte. Ich vermutete, dass in der Biografie der Mutter mehr Tiefgründigkeit zu finden sei, als in Isabellas Geschichte, die es aber auch in sich hat. Ich bin eben immer noch auf der Suche nach dem bewegenden Engelsbaum Gefühl.

Schreibstil 
Ich mag Lucinda Rileys Schreibstil. Sie malt die Welt ihrer Protagonisten sprachlich gekonnt aus und nimmt mich als Leser so in das Abenteuer mit. Allerdings ist mir diesmal aufgefallen, dass sie dazu neigt, viel zu erzählen, ihre Charaktere aber scheinbar wenig erleben zu lassen. Das kam mir hier etwas zu kurz.

Gesamteindruck 
Anhand meiner Bewertung kann man sich jetzt fragen, ob es sich bei Die sieben Schwestern um ein halbleeres oder um ein halb volles Glas handelt. Denn 2,5 Punkte sind ja immerhin die Hälfte von 5 was an sich ja keine schlechte Punktzahl ist. (Auch wenn diese Platzierung hier eher etwas seltener vorkommt).
Obwohl mich Die Sieben Schwestern in einigen Punkten enttäuschte, bin ich dennoch neugierig, was es mit der Vergangenheit der sechs Schwestern auf sich hat, wie sie zusammenhängen und vor allem, wo die siebte Schwester zu finden ist. Mich interessiert zudem, wie Lucinda Riley die Spannungsbögen über mehrere Bände aufbauen und halten möchte. Ich hoffe auch, dass durch die unterschiedlichen Charaktere, neue Perspektiven ins Spiel kommen und vielleicht wieder etwas mehr Tiefe zu finden ist.
Ich bleibe also auf jeden Fall dran...


Sonntag, 22. Januar 2017

GE(H)SCHAUT - Fantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind

Etwa zwei Tage nachdem Fantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind in den deutschen Kinos gestartet war, fand auch ich mich in einem gut besetzten Kinosaal ein, um mich von der Geschichte aus dem Potter-Universum bezaubern zu lassen. Doch ganz zufrieden bin ich nicht...


Der Trailer 



Inhaltsangabe 

(von filmstarts)

"In New York wird die magische Welt 1926 von einer unbekannten Macht bedroht, die die Gemeinschaft der Zauberer an fanatische No-Majs (Amerikanisch für Muggels) verraten will. Von all diesen Spannungen ahnt der exzentrische und hochbegabte britische Zauberer Newt Scamander (Eddie Redmayne) noch nichts, denn der hat gerade erst eine weltweite Forschungsreise abgeschlossen, mit der er die Vielfalt magischer Wesen erforschen will. Einige von ihnen trägt er sogar in seinem Koffer mit sich herum. Doch als der ahnungslose Jacob Kowalski (Dan Fogler) versehentlich einige der Geschöpfe freilässt, droht eine Katastrophe. Bei ihrem Versuch sie wieder einzufangen, treffen Newt und Jacob auf Tina Goldstein (Katherine Waterston), die ihnen unter die Arme greift. Doch ihre Unternehmungen werden durch Percival Graves (Colin Farrell) erschwert, dem Direktor für magische Sicherheit im MACUSA (Magischer Kongress der USA). Der hat es nämlich auf Newt und Tina abgesehen…

Mit dieser Verfilmung der Entstehung des fiktiven Lehrbuchs „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“ wird Joanne K. Rowlings „Harry Potter“-Universum erweitert."


Meine Meinung 

Wie fange ich am besten an, ohne gleich den Ärger sämtlicher Potterheads auf mich zu ziehen :) ? 
Ich habe mich wirklich auf diesen Film gefreut, muss aber sagen, dass er mich nicht wirklich überzeugen konnte. Das lag hauptsächlich daran, dass nicht das drin war, womit geworben wurde. 
Der Titel lässt erahnen, dass es um magische Tierwesen geht. Schon in den ersten Minuten lernen wir Newt Scamander kennen, einen Mann, der sich aufgrund seiner Tierliebe wunderbar mit Rubeus Hagrid, dem Wildhüter von Hogwarts, verstehen würde. Daran habe ich keinen Zweifel. Er schafft es sogar andere Magier, wie beispielsweise Tina, die eigentlich nicht viel für Tiere übrig hat, von ihnen zu begeistern. 

Wie in der Inhaltsangabe - heißt das bei Filmen eigentlich auch Klappentext? :-) - schon angekündigt wird, entlaufen ein paar der Tiere. Und so begeben sich Newt und Tina auf eine spannende Reise, um die Tiere wieder einzufangen, bevor sie bei den Muggeln, oder, wie man in Amerika so schön sagt, No-Majes, irgendwelchen Schaden anrichten können. 

Und hier bin ich auch schon an meinem ersten Kritikpunkt: In dem Nebensatz des Titel heißt es zwar nur wo sie zu finden sind, jedoch habe ich mir erhofft, auch etwas über magische Tierwesen zu lernen. Ich hoffte, einen Knallrümpfigen Kröter von einem Nifler unterscheiden zu können, brannte geradezu darauf zu erfahren, was die Eigenarten der magischen Tiere waren und wie sie sich ausdrückten. All diese Dinge wurden größtenteils in Nebensätzen erläutert und sind mir drei Monate nachdem ich den Film gesehen habe, nicht mehr wirklich im Gedächtnis geblieben.

Stattdessen gab es sehr viele schnelle, bunte Tiere, die in allerhand Kulissen umherflogen und dabei mehr oder weniger viel zerstörten. Damit haben es sich die Drehbuchautoren, Regisseure oder wer auch immer ziemlich leicht gemacht. Hinzu kam auch, dass der Film ebenfalls wie die bisherigen Potter-Filme gefühlt zu 90% im Halbdunkel spielte. Dabei hätte man hier mal eine schöne, helle, bunte Geschichte entwerfen können.

Die Jagd nach den magischen Tieren dauerte etwa die Hälfte des Filmes an. Danach kamen wir zu einem zweiten Handlungsstrang, der mich ebenfalls nicht wirklich begeistern konnte. 

Wie oben bereits angedeutet, wird die Zaubererwelt von einer unbekannten Macht bedroht. Nachdem alle Tiere eingesammelt wurden, beschließen Newt und Tina, diese Macht zu stellen. Ob mit Erfolg? Davon müsst ihr euch schon selbst überzeugen. Jedenfalls hatte dieser Handlungsstrang mehr mit der Harry Potter Geschichte gemeinsam, als gedacht. Eigentlich dachte ich, dass Fantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind zwar im Potter-Universum spielt, dort aber nichts von der eigentlichen Harry Potter Geschichte aufgerollt wird. Dennoch lässt das Ende des Filmes erahnen, in welche Richtung sich die Handlung weiterentwickeln wird. 

Allerdings fand ich den Film wahnsinnig gut besetzt. Eddy Redmayne wirkt gerade zu aus Hogwarts entsprungen und zauberte mir schnell ein Lächeln aufs Gesicht. Gerne hätte ich ihn während seiner Schulzeit erlebt. Und auch Katerine Waterstone, die in ihrer Rolle als Tina, Newt und seinen Tieren erstmal mehr als ablehnend entgegentritt, sorgt dafür, dass ihr Charakter während des Films eine schöne Entwicklung hinlegt. Zudem waren die Nebencharaktere einfach nur genial. Beispielsweise stellt der ahnungslose Mr. Kowalski, der unfreiwillig in die Geschichte verwickelt wird, alle Fragen, die unwissende Muggel-Eltern, die sich diesen Film mehr oder weniger freiwillig mit ihren Kindern anschauen müssen, wahrscheinlich auch hätten. 


Mein Fazit 

Wer jetzt denkt, dass ich diesen Film abgrundtief schlecht fand, der irrt sich. Es war eine nette, kurzweilige Unterhaltung. Jedoch konnte er nicht an meine Erwartungen heranreichen. Während Harry Potter und das verwunschene Kind schon von vielen Potterheads als Geldmacherei bezeichnet wird, muss ich über Fantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind leider ähnliches vermelden. 

Donnerstag, 19. Januar 2017

Kinder, Katzen, Katastrophen

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lovelybooks
Steckbrief

Name: Kinder, Katzen, Katastrophen
Autor: 13 Autoren u. a. Ute Annemarie Schuster, Kerstin Schuster, Micky Dearest,
Verlag: Traumstunden Verlag
Geeignet für: Menschen, die gerne Anthologien lesen
Gelesen oder gehört: gelesen
Bewertung: 2 von 5 Punkten



Klappentext: 



(Beschreibung von der Homepage des Traumstundenverlags). 

"13 Autoren und 21 Kurzgeschichten auf 144 Seiten ergeben ein buntes Pottpourri der anderen Art zu den Themen "Kinder, Katzen, Katastrophen" Nicht selten sind die Geschichten mitten aus dem Leben gegriffen, wenn beispielsweise Micky Dearest in seiner Debutveröffentlichung über seine jüngste Tochter schreibt oder Krmiautorin Regina Fouqué sehr anschaulich ihren Kampf um den Arbeitsplatz gegen ihren Kater schildert! Auch Kinderbuchautorin Barbara Kopf ist mit einer Geschichte aus ihrem Alltag mit ihrer Enkelin vertreten und wen wundert es, dass beide Geschichten des Autors Alf Rolla Bezug zu seinem Leben haben. Lassen Sie sich entführen in die Welt hinter den Kulissen der Autorenalltagswelten."


Meine Meinung: 

Zuerst einmal möchte ich anmerken, dass alle Geschichten einen guten Schreibstil haben. Sie haben genau die richtige Länge und sind leicht zu lesen. Das Thema "Kinder, Katzen, Katastrophen" ist sehr breit gefächert. Jede Geschichte geht anders mit dem Thema um. Gerade gegen Ende der Anthologie wurden noch einmal andere Facetten aufgezeigt, wie man das Thema auch interpretieren konnte. Das hat mir gut gefallen.

Mein Problem bestand hauptsächlich darin, den Bezug zu einigen Geschichten zu bekommen. Ich verstand zwar den Text, den ich las, fragte mich aber dennoch was mir die Situation sagen sollte. Manchmal schienen mir die Problematiken der Kurzgeschichten etwas aus der Luft gegriffen, oder konstruiert, damit es eine Problematik gab. Ich konnte mich schlecht in die Problematik, oder die Charaktere hineinversetzen.

Dann gab es wiederum Kurzgeschichten, die mich nicht nur sprachlich, sondern auch von der Problematik beeindruckten. Eine Geschichte in der ich wunderbar zwischen den Zeilen lesen konnte, war beispielsweise "Jannys Welt ist rot". Hier geht es um einen Jungen, der aus ärmlichen Verhältnissen kommt, eingeschult wird und gerne malt. Der Junge hat eine blühende Fantasie, die nicht von jedem gern gesehen wird.
In dieser Geschichte merkt man wieder, wie schlimm es ist, wenn jemand Außergewöhnliches auf eine angepasste Gruppe trifft, die das Wunderbare oft nicht einmal mehr erkennen kann. Gerade das Ende hat mir gut gefallen, weil klar wurde, dass Jannys doch nicht so verloren ist, sondern Unterstützung bekommt.

Die andere Geschichte, die mir gut gefallen hat, war "Papi guck mal!". Hier geht es um die Wahrnehmung eines Vaters. Er erzählt lebhaft von seinem Familienleben und lässt uns so daran teilhaben. Da ich einige kleinere Kinder erlebt habe, konnte ich mich sehr gut in die beschriebenen Situationen hineinversetzen.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass mir das Buch zwar gut gefallen hat, es aber nur bedingt einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen hat. Dennoch finde ich es empfehlenswert, weil man anhand des Buches sehen kann, welche Geschichten aus einem vorgegebenen Thema entstehen können.



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* Dieses Buch wurde mir von dem Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

Mittwoch, 11. Januar 2017

In meinem Himmel

(Bild von amazon)
Steckbrief

Name: In meinem Himmel (auch als Buch und Film erhältlich)
Autor: Alice Sebold
Verlag: BMG Wort
Geeignet für: ab 15 Jahren, oder für Menschen, die gerne Bücher über das Thema "Leben nach dem Tod" lesen
Gelesen oder gehört: gehört
Sprecher: Anna Thalbach
Bewertung: 2,5 von 5 Punkten


Klappentext 


(Beschreibung von Buchhandlung Rombach)


""Mein Nachname war Salmon, also Lachs, wie der Fisch; Vorname Susie. Ich war vierzehn, als ich am 6. Dezember 1973 ermordet wurde."

So beginnt einer der Aufsehen erregendsten Romane der letzten Jahre: die Geschichte eines Mädchens, das nach seinem Tod aus dem Jenseits beobachtet, wie seine Familie mit dem Verlust umzugehen lernt. Susie wird vergewaltigt und ermordet. Ihre Leiche bleibt für immer verschwunden. Die Polizei ahnt, was mit dem Mädchen geschehen ist, und auch ihre Eltern müssen schließlich erkennen, dass sie ihre Tochter für immer verloren haben. Doch wie ist es zu erklären dass Susies kleiner Bruder Buckley meint, seine Schwester gesehen zu haben? Und wieso ist sich ihr Vater so sicher, ihre Anwesenheit zu spüren?".


Meine Meinung 

Als ich das Hörbuch in die Hände bekam, hatte ich keine Ahnung, um was es in der Geschichte ging. Ich hatte weder den Film gesehen noch den Klappentext des Buches irgendwo gelesen. Schnell war klar, dass der Titel "in meinem Himmel" nicht sinnbildlich gemeint sein sollte, es also nicht um das "wegträumen" einer Protagonistin ging, sondern Susie innerhalb kürzester Zeit sterben sollte.

Ich war gespannt, wie sich Alice Sebold den Himmel vorstellte, ob und wen Susie dort alles wiedertrifft und ob ihr Mörder gefasst wird.
Susie begann ihre Familie und Freunde zu beobachten. Das Buch berichtet, nachdem Susie ermordet wurde, mehr von deren Schicksalen als von Susie selbst. Ihre Gefühle und Empfindungen werden zwar in manchen Passagen erwähnt, da sie schließlich die Ich-Erzählerin der Geschichte ist. Allerdings konzentrierte sich Alice Sebold mehr auf Susies Umfeld zu dem auch zwangsläufig ihr Mörder gehört.

Bevor ich zu der Erklärung komme, warum das Buch nur die Hälfte der Punkte bekommen hat, möchte ich erst einmal erzählen, was mir an dem Hörbuch gefallen hat: Richtig schön fand ich die Charaktere. Da die Geschichte aus Susies Sicht erzählt wurde, bekamen wir hautnah mit, wie ihre Geschwister und Freunde erwachsen werden und wie ihre Eltern mit dem Tod ihrer Tochter umgingen. Die Entwicklung innerhalb des Buches fand ich einerseits sehr spannend, andererseits war sie an manchen Stellen etwas zu schnell und unlogisch für mich.

Durch die "lange" Geschichte, konnte ich mich sehr gut in die Charaktere hineinversetzen und richtig mitschwingen.
"In meinem Himmel" war mein zweites Hörbuch, dass von Anna Thalbach gelesen wurde. Auch diesen Charakteren gab sie ihr ganz eigenes Gesicht und an keiner Stelle bekam ich das Gefühl bei "Astas Tagebuch" gelandet zu sein.

Nicht gut verknüpft fand ich die Handlungsstränge der Geschichte. Anfangs fand ich die verschiedenen Geschichten rund um Susies Freunde und Familie interessant. Irgendwann begann ich mich aber zu fragen, ob darauf noch etwas aufgebaut wird, oder ob sich das Buch mit der Frage beschäftigt, wie mit einem Schicksalsschlag umgegangen werden kann, was natürlich kein einfaches Thema ist. An vielen Stellen wäre aber mehr Spielraum für mehrere Handlungsstränge gewesen, die einfach nicht eingeleitet wurden. Das sorgte für meine Irritation.

Susies "Besuche" bei ihrem Mörder verwirrten mich eher. Für mich war nicht klar zu erkennen, ob es zur Geschichte gehörte, dass er noch gefasst werden soll. Daher hatte ich Mühe, wenn ihm die Passagen gewidmet wurden, weil ich nicht wusste, was ich mit dem Wissen über ihn anfangen sollte.

Auch wurde mir in der Geschichte zu wenig über "Susies Himmel", ihre Gefühle und Empfindungen berichtet. Ich hatte eigentlich mit einer ähnlichen Geschichte, wie bei "Anderswo" gerechnet. Dort hatte die Protagonistin zwar auch Probleme ihre Familie loszulassen, kam aber schileßlich im "Anderswo" an und begann dort Freunde zu finden. Hingegen beschäftigt sich "In meinem Himmel" nur mit der Verarbeitung des Schicksalsschlag. Ich hätte der deutschen Übersetzung daher einen anderen Namen gegeben.



Zum Film 

aktualisiert am: 02.03.17

Neulich habe ich zufällig die Romanverfilmung von In meinem Himmel gesehen. Während ich mich bei dem Buch gefragt, habe warum es In meinem Himmel heißt, war die Zwischenwelt in der sich unsere Protagonistin befindet, im Film sehr gut dargestellt. Hier wurde deutlich, dass sie ihren Tod erst verarbeiten muss und den Schritt, in den eigentlichen Himmel zu gehen, noch nicht machen kann. Genau dieser Aspekt hat mir im Buch gefehlt.

Der Film hat die Stimmung der Geschichte wahnsinnig gut transportiert. Diese bedrückende Atmosphäre, der Wunsch endlich mit dem Mord abschließen und den Täter überführen zu wollen, war wirklich greifbar. Wie das bei Filmen aber oft so ist, wurde auch hier die Geschichte etwas beschleunigt. Handlungsstränge wurden umgebaut oder anders dargestellt. Das fand ich etwas schade, aber auch nachvollziehbar.

Zusammenfassend lässt sich aber sagen: Wenn man das Buch und den Film kreuzen und gemeinsam in ein Produkt stecken würde, käme sicher etwas Tolles dabei heraus :-).


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~K~: Dieser Beitrag ist eine Rezension aus der Konserve und wurde bereits veröffentlicht. 

Sonntag, 8. Januar 2017

GE(H)FRAGT - Angela Aiden

Über die Autorin 

Angela Aiden lebt in der Nähe von München und ist hauptberuflich als wissenschaftliche Mitarbeiterin an einer Uni tätig. Schon früh entdeckte sie das Schreiben eigener Geschichten für sich und veröffentlichte 2016 ihren Debütroman Schattenpriester - Das Opfer der Göttin als eBook bei LYX digital. Skyara hat das Buch mit Begeisterung gelesen (HIER geht es zur Rezension). Und als wäre das nicht genug hat sich die Autorin auch noch meinen Fragen gestellt. 

Angela
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... bei Facebook 
... bei LovelyBooks  
... Bei Bastei Lübbe 


Das Interview 

Hallo Angela, stell dich meinen Lesern doch mal vor. Wie bist du zum Schreiben gekommen?

Ich bin 1987 geboren und wohne mit meinem Mann südlich von München. Seit 13 Jahren schreibe ich Romane. Am Anfang waren es vor allem Fantasyromane, dann haben sich zusammen mit meinen Lesegewohnheiten immer mehr Liebesgeschichten in meine Texte gemischt und diese sind immer heißer geworden, bis ich letztendlich im Romantic Fantasy/Paranormal Romance Genre gelandet bin.

Während ich anfangs nur zu meinem eigenen Vergnügen geschrieben habe (ich kann gar nicht ohne Schreiben ;) ), kam dann ziemlich bald auch der Wunsch, das irgendwann mal zu veröffentlichen, aber von „irgendwann mal“ bis zu einem konkreten Plan ist auch noch sehr viel Zeit vergangen und ich habe erst mal studiert und währenddessen natürlich weitergeschrieben. Seit ca. 3 ½ Jahren schreibe ich regelmäßig und arbeite meist sieben Tage die Woche an meinen Büchern.


Was hat es mit deinem Pseudonym auf sich?

Angela ist eine Abwandlung meines zweiten Vornamens. Aiden hat so direkt keinen Bezug zu mir. Ich hatte nach etwas gesucht, das zusammen mit Angela gut klingt. Mir hat aber auch die Bedeutung „kleines Feuer“ sehr gut gefallen.


Du hast dich direkt bei einem Verlag beworben. Wie hast du dich darauf vorbereitet?

Zunächst habe ich mich auf den Internetseiten der Verlage informiert, was sie denn als Einsendung wünschen. Dann habe ich ein Exposé zu meinem Roman erstellt und eine Leseprobe ausgesucht. Dazu habe ich noch ein kurzes Anschreiben aufgesetzt und meine Autorenbiografie geschrieben. Das alles habe ich dann von mehreren Leuten Korrektur lesen lassen. Da ich bereits zuvor auf einigen Buch-Conventions war, hatte ich dort bereits viele Informationen bekommen, was Verlage allgemein erwarten und hatte auch Leute aus der Branche kurz kennenlernen können.


Wie viele Bewerbungen hast du verschickt und wie lange hat es gedauert bis die ersten Zusagen eingetroffen sind?

Tatsächlich habe ich nur zwei Bewerbungen verschickt. Von der einen habe ich bis heute keine Antwort bekommen, die andere war LYX. Dass das auf Anhieb klappt, ist eher ungewöhnlich. Auch die Anfrage nach dem gesamten Manuskript kam bereits nach einem knappen Monat. Üblicherweise sind das eher 6 Monate je nach Verlag. Ich hatte aber auch das Glück, dass ich die Zuständigen bei LYX zuvor bereits auf einer Convention kurz kennenlernen konnte.


Wieso hast du dich für LYX digital entschieden?

LYX hatte lange eine Vorreiterrolle im Romantic Fantasy Genre. Ich habe auch selbst eine ganz ordentliche Sammlung an LYX-Büchern zuhause, die ich sowohl von der Aufmachung, als auch vom Inhalt sehr mag. Ich finde, dass mein Buch thematisch da sehr gut dazu passt.


Dein Debütroman „Schattenpriester – Das Opfer der Göttin“ ist im Oktober 2016 bei Lyx digital erschienen. Wie bist du auf die Romanidee gekommen?

Das ist schwierig. Ich habe ständig Ideen und notiere mir die dann immer gleich. Meistens haben sie gar nichts mit dem zu tun, was ich gerade mache. Ich glaube, die Idee zu Schattenpriester kam mir, als ich „Sakrileg“ im Fernsehen angeschaut habe.


In deinem Roman beschreibst du, dass jeder Priester eine Waffe aussuchen darf. Warum entscheidet sich Levion ausgerechnet für das Katana Schwert?

Kriegerpriester tragen fast immer eine Art Schwert, da dieses ja auch Zeichen ihres Standes ist und es wird auch speziell geweiht. In der Regel wählen sie es danach aus, womit sie besonders gut zurechtkommen. Deshalb kämpft Ragol beispielsweise mit zwei gebogenen Klingen. Bei Levion kommt noch hinzu, dass er das Katana von seinem Ausbilder geschenkt bekommen hat, den er sehr achtet. Es hat also einen großen persönlichen Wert für ihn.


LYX digital gehört zur Bastei Lübbe Verlagsgruppe. Gibt es die Möglichkeit, deinen Roman auch als Printbuch in den Händen zu halten?

Bisher leider nicht. Ob er irgendwann noch in Print kommen wird, kann ich momentan noch nicht sagen.


Du lebst in der Nähe von München, einer Großstadt, in der einige Autoren beheimatet sind. Bist du hier mit anderen Autoren vernetzt?

Ja, es ist immer hilfreich sich zu vernetzen, da man sich so gegenseitig helfen kann. Abgesehen davon macht es oft auch wirklich viel Spaß und daraus entstehen manchmal auch Freundschaften.


Auf deiner Homepage kann man den Fortschritt deiner weiteren Werke beobachten und stellt fest, dass du ein aktuelles Projekt fast bis zur Hälfte beendet hast. Kannst du schon etwas darüber verraten?

Mein aktuelles Projekt ist der 2. Teil zu Schattenpriester. Daran arbeite ich gerade sehr intensiv. Ein Rohentwurf steht bereits, aber bis zur Veröffentlichung wird es noch etwas dauern. Mit den Prozentzahlen auf meiner Homepage möchte ich den Lesern zeigen, wie der aktuelle Fortschritt aussieht, sie sind aber natürlich nur grobe Schätzwerte, da es bei einem solch umfangreichen Werk immer sein kann, dass Bereiche schneller gehen und andere wiederum länger brauchen. Die Zahlen beziehen sich auch auf den gesamten Veröffentlichungsprozess nicht auf geschriebene Seiten.


Wird es wieder bei LYX digital erscheinen?

Das weiß ich noch nicht. Das wird sich noch zeigen.


Hauptberuflich arbeitest du als wissenschaftliche Mitarbeiterin in einer Universität. Wie war es für dich, einen Roman, und somit keinen wissenschaftlichen Text, zu schreiben?

Da ich bereits Romane geschrieben habe, lange bevor wissenschaftliche Texte hinzugekommen sind, war das für mich ganz normal. Es macht mir total viel Spaß mit Kreativität und Fantasie eine Geschichte zu entwickeln und diese dann zu Papier zu bringen. Wenn ich den Rohentwurf eines Romans schreibe, denke ich nicht über die Worte nach, da sehe ich einen Film vor Augen und die Worte „fließen“ quasi aus mir heraus. An Formulierungen arbeite ich erst viel später.

Bei wissenschaftlichen Texten hat man deutlich weniger Freiheiten. Da überlege ich von Anfang an bei jedem Wort, ob das wirklich so zutrifft, ob es nicht eine treffendere Ausdrucksweise gibt und welche Quelle das belegt.


Was kannst du Jungautoren mit auf den Weg geben?

Schreiben, schreiben, schreiben und sich nicht entmutigen lassen, wenn etwas mal nicht klappt. Man lernt Schreiben nur, indem man es macht. Ich habe selbst jahrelang geschrieben und in dieser Zeit sind mehrere Romane entstanden, die ich so nie veröffentlichen werde. Aber diese Phase war trotzdem wichtig, weil ich gelernt habe, worauf es ankommt bei einem Roman. Das Schreiben eines ganzen Buchs macht zwar sehr viel Spaß, erfordert aber auch viel Durchhaltevermögen. Am Ende dann das finale Werk in den Händen zu halten, belohnt einen aber für alle Mühen.


An dieser Stelle bedanke ich mich herzlich bei dir, dass du dir die Zeit genommen hast, meine Fragen zu beantworten. Ich hoffe, wir werden noch sehr viel von dir lesen J.

Mittwoch, 4. Januar 2017

tschick

Bild von
rowohlt Verlag

Steckbrief

Name: Tschick (auch als Hörspiel und Hörbuch erhältlich)
Autor: Wolfgang Herrendorf
Verlag: Rowohlt Verlag
Geeignet für: ab 15 Jahren, oder für Menschen, die gerne Jugendbücher lesen
Gelesen oder gehört: gelesen
Bewertung: 3 von 5 Punkten


Klappentext 



(Klappentext von Buchhandlung Rombach)

"«Ein klappriges Auto kam die Straße runtergefahren. Es fuhr langsam auf unser Haus zu und bog in die Garagenauffahrt ein. Eine Minute stand der hellblaue Lada Niva mit laufendem Motor vor unserer Garage, dann wurde der Motor abgestellt. Die Fahrertür ging auf, Tschick stieg aus. Er legte beide Ellenbogen aufs Autodach und sah zu, wie ich den Rasen sprengte. , sagte er, und dann sagte er lange nichts mehr. » Mutter in der Entzugsklinik, Vater mit Assistentin auf Geschäftsreise: Maik Klingenberg wird die großen Ferien allein am Pool der elterlichen Villa verbringen. Doch dann kreuzt Tschick auf. Tschick, eigentlich Andrej Tschichatschow, kommt aus einem der Asi-Hochhäuser in Hellersdorf, hat es von der Förderschule irgendwie bis aufs Gymnasium geschafft und wirkt doch nicht gerade wie das Musterbeispiel der Integration. Außerdem hat er einen geklauten Wagen zur Hand. Und damit beginnt eine Reise ohne Karte und Kompass durch die sommerglühende deutsche Provinz, unvergesslich wie die Flussfahrt von Tom Sawyer und Huck Finn." 


Meine Meinung

Wir waren erstmal ziemlich erfreut darüber, dass wir im Deutschunterricht ein Jugendbuch statt einem "alten" Klassiker lesen sollten.
Von dem Buch erhoffte ich mir, dass die Geschichte spannend erzählt wird und man nicht erstmal damit beschäftigt ist die Dialoge auseinanderzunehmen, bis sie verstanden und interpretiert werden können..

Der Einband des Buches gefällt mir ganz gut. Er ist weder zu auffällig noch zu schlicht gehalten. Auch der Klappentext der Geschichte klang vielversprechend.

Gut an dem Buch hat mir gefallen, dass es nicht allzu dick ist und die Kapitel nicht sehr lang sind. (Es macht keinen Spaß wenn sich Schullektüren zäh durch den Unterricht ziehen und man das Gefühl hat man kommt einfach nicht zum Ende). Durch den Schreibstil ist der Inhalt einfach zu erfassen. Die Geschichte um Maik, der eigentlich recht schüchtern ist und plötzlich Besuch von seinem Klassenkameraden Tschick bekommt, der in die Walachei aufbrechen möchte, ist an machen Stellen echt humorvoll erzählt. Von einer begeisterten Ökofamilie bis zu einem Mädchen, das ihnen zeigt, wie sie kostenlos an Benzin kommen können, erleben die beiden auf ihrer Reise quer durch Deutschland ziemlich viel. Ob sie wohl an ihrem Zielort ankommen?

Genervt war ich allerdings zunehmend von der Jugendsprache bzw. "gesprochenen Sprache", in der die Geschichte erzählt wird. VIele Sätze begannen mit "Weil", "Wegen" oder anderen Wörtern, die normalerweise in der "geschriebenen Sprache" anders platziert sind. Wenn ich einen Roman lese, möchte ich nicht nur in die Geschichte eintauchen, sondern auch einen Erzähler wiederfinden, der mir in verständlichen Sätzen klarmacht, um was es geht. Hier sorgte nämlich die Jugendsprache dafür, dass ich manche Sätze öfters lesen musste, um zu begreifen, was Maik mir jetzt erzählen möchte.

Die Handlungsstränge sind nicht sehr kompliziert aufgebaut, was auch nicht zu der Geschichte gepasst hätte. Der Grundkonflikt, wie Maik und Tschick, die gemeinsam mit einem geklauten Auto und ohne Führerschein durch Deutschland reisen, bietet bereits genug Spielraum für eine spannende Geschichte.

Insgesamt hat mir die Geschichte zwar gut gefallen, dennoch wird "Tschick" nicht zu meinen Lieblingsbüchern gehören, da mich die Geschichte nicht so fesselte, wie bei manch anderen Büchern. Da mir das Buch empfohlen wurde, waren meine Ansprüche relativ hoch. Daher wurde ich etwas enttäuscht, kann dieses Buch den Menschen, die gerne Jugendbücher lesen und eine amüsante Geschichte von zwei Jungen lesen möchten, nur empfehlen.


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~K~: Dieser Beitrag ist eine Rezension aus der Konserve und wurde bereits veröffentlicht. 

Montag, 2. Januar 2017

More Letters of Note

Bild von
RandomHouse Audio
Steckbrief 

Name: More Letters of note (auch als Buch erhältlich)
Autor: Shaun Usher (Hrsg.)
Verlag: RandomHouse Audio
Geeignet für: Menschen, die gerne Briefe lesen und Hörbücher mit einer bunten Sprecherauswahl mögen
Gelesen oder gehört: gehört in ungekürzter Fassung
Sprecher: Olli Dittrich, Thees Ullmann, Anke Engelke, Charles Brauer, Atze Schröder, Benno Fürmann, Christian Brückner, Bibiana Beglau, Devid Striesow, Ingo Zamperoni, Jörg Thadeusz, Iris Berben, Claudia Michelsen,
Bewertung: 5 von 5 Punkten


Klappentext 

(von RandomHouse Audio

"Die Fortsetzung des Weltbestsellers Letters of Note!
Shaun Usher hat erneut in den Archiven der Welt recherchiert und unglaubliche Briefe ans Tageslicht befördert.

Shaun Usher hat erneut in den Archiven der Welt recherchiert und unglaubliche Briefe ans Tageslicht befördert: ergreifende Liebesbriefe, hochkomische Korrespondenzen oder auch völlig skurrile Schriftstücke. Mit Briefen von Slyvia Plath, Eric Idle, Jane Austen, Kathrine Mansfield, Kurt Vonnegut, Hunter S. Thomposon, J.K. Rowling, Raymond Chandler, Lionel Feuchtwanger, Richard Burton, Noel Coward, Marge Simpson, David Bowie, Dylan Thomas,Peter Sellers, Charles Bukowski. Sie können dieses Hörbuch auf mehrere Arten hören: von vorne nach hinten, von hinten nach vorne oder einfach an einer beliebigen Stelle.

Egal, welchen Brief Sie hören — jeder ist eine unersetzliche historische Momentaufnahme, die der Menschheit nicht verloren gehen darf. Hören und staunen Sie!"


Meine Meinung 

Vor einigen Monaten war Anke Engelke zu Gast bei der NDR Talkshow. Hier erzählte sie unter anderem, dass sie bei einer Hörbuchproduktion mitgewirkt habe. Es handle sich hierbei nicht um einen klassischen Roman, sondern um eine Sammlung von Briefwechseln zwischen verschiedenen Personen. Die Idee klang interessant, doch die Geschichte fiel mir erst bei meinem Pressetermin während der Frankfurter Buchmesse wieder ein. Bis dahin hatte ich natürlich den Namen des Hörbuchs vergessen und konnte nur noch grob zusammenfassen, um was es darin ging. Glücklicherweise wusste mein Pressekontakt dennoch, von welcher Geschichte ich da redete und ich bekam More Letters of Note als Rezensionsexemplar zugesandt.

Gestaltung 
Zu Beginn war mir klar, dass es hier um verschiedene Briefe ging. Doch anstatt alle Briefe von vielleicht 1-2 Sprechern lesen zu lassen, wurde eine Gruppe fantastischer Hörbuchsprecher und Schauspieler zusammengetrommelt. Diese bestand neben Anke Engelke unter anderem auch aus Devid Striesow, Benno Führmann und Iris Berben.
Zu Beginn jeden Kapitels gab es einen kurzen Input zwischen wem der Briefwechsel stattfand, bzw. wer den Brief verschickte und an wen der Brief adressiert war. Denn nicht immer gab es auch eine Antwort. Dieser Input hat mir sehr gut gefallen, da ich gestehen muss, dass mir nicht alle Namen etwas sagten. Zudem lockerten die verschiedenen Sprecher das Hörbuch gut auf. Es wurde weder langweilig noch eintönig. Und als ich dann anfing erstmals Stimmen, wie beispielsweise Atze Schröder, oder Anke Engelke zu erkennen, wurde es richtig interessant.
Man könnte meinen, dass jeder Sprecher den Brief, den er vertont, auch höchstpersönlich geschrieben hat. Manche Kombinationen passten perfekt zusammen und zauberten mir ein Lächeln aufs Gesicht.
Bei Hörbüchern, in denen viele Sprecher mitwirken, stellt sich mir dann oft die Frage, wer denn jetzt wer ist. Obwohl ich mittlerweile viele Hörbücher höre, schaffe ich es immer noch nicht, viele Sprecher auf Anhieb zu erkennen. Und da kommt das Booklet zum Einsatz. Hier wird aufgelistet, wer welchen Track gelesen hat. Anhand dieser Aufzählung werde ich mir wahrscheinlich den ein oder anderen Brief noch einmal anhören.

Inhalt / Spannung
Zu Beginn des Hörbuches fanden sich meist Liebesbriefe. Natürlich waren einige von ihnen interessant gemacht, doch da ich die Absender oft nicht kannte, konnte ich mich mit dem Geschriebenen wenig identifizieren. Ich frage mich schon, ob ich vielleicht den Klappentext falsch interpretiert hatte. Dann nahm die Auswahl eine rasante Wendung und es wurden auch lustige Briefe eingebracht. So hörte ich zum Beispiel von einem Jungen, der den Präsidenten um Unterstützung bat, da sein Zimmer offiziell zum Katastrophengebiet erklärt worden sei. Außerdem gab es eine Sammlung Memos eines engstirnigen Chefs, der sich wahrscheinlich wunderbar mit der Chefredakteurin aus Der Teufel trägt Prada verstehen dürfte. Seine Memos waren für mich zwar lustig anzuhören, jedoch musste ich auch an die armen Mitarbeiter denken, die solche Textnachrichten beinahe tagtäglich bekommen haben.
Am Ende des Hörbuchs erwartet uns dann ein weihnachtlicher Brief, der in mir - ich beendete More Letters of Note in der Nacht vom 23.12 auf den 24.12 - unverhofft etwas Weihnachtsstimmung entfachte

Schreibstil 
Das Interessante war: Obwohl hier die verschiedensten Briefe zu finden waren, die oft auch in unterschiedlichen Jahrzehnten spielten, hatte ich das Gefühl, dass sie vom Schreibstil her, doch recht viel gemeinsam haben. In den meisten Briefen teilt der Absender seinem Adressaten viel von sich mit und lässt ihn so an seinem Leben teilhaben. Wir bekommen nicht nur schöne, sondern auch traurige und schmerzliche Geschichten zu lesen. Aber natürlich dürfen auch die kleinen, amüsanten Episoden nicht fehlen, die der Textauswahl eine gute Mischung geben.

Gesamteindruck 
Während ich zu Beginn noch befürchtete, dass das Hörbuch doch nichts für mich sei, fand ich durch die verschiedenen Briefe doch in den Aufbau der Textsammlung hinein. Unterschiedliche Sprecher und verschiedene Briefschreiber sorgten für Abwechslung und gute Unterhaltung. Obwohl das Hörbuch nur wenige CDs hat, konnte ich es doch nicht mal eben so in einem Stück hören, da jeder Brief eine eigene Geschichte erzählt und es daher auch mal etwas länger dauern kann, bis der Inhalt verdaut ist.
Ich empfehle dieses Hörbuch, denjenigen, die an Briefwechseln interessiert sind.

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* Dieses Hörbuch wurde mir als Rezensionsexemplar von RandomHouse Audio zur Verfügung gestellt.