Freitag, 10. November 2017

Lesung mit Kai Meyer in der Buchhandlung Ludwig

Hallo Buchlinge,

heute möchte ich euch von der Lesung mit Kai Meyer erzählen. Die Veranstaltung habe ich dank dem November Veranstaltungskalender von Anka entdeckt. Eigentlich hatte ich bereits eine Karte für eine andere Lesung an diesem Abend. Dann habe ich mich spontan umentschieden und das keinesfalls bereut.

Obwohl mir der Veranstalter erlaubt hat, Fotos zu machen und wir auch ziemlich gute Sitzplätze hatten, wollte ich während der Veranstaltung trotzdem nicht auf die Kamera drücken, da es für mich eher diesen Zoo-Charakter gehabt hätte. Bei einem Konzert ist das irgendwie eine andere Sache. Da fällt es kaum auf, wenn jemand die Kamera auspackt. Von daher hoffe ich, dass euch der Bericht trotzdem gefällt.


Daten und Fakten 

Was: eine Lesung mit dem Autor Kai Meyer
Wann: Donnerstag den 09.11.17
Wo: In der Buchhandlung Ludwig
Preis: 4/6 Euro


Über den Autor 

Kai Meyer begann mit elf Jahren mit dem Schreiben. Seine ersten Geschichten orientierten sich an Büchern oder Filmen, die er selbst gerne las, bzw. gesehen hatte. Früh verkaufte er seinen ersten Artikel. Dann schrieb er einige Heftromane für Bastei Lübbe. Unter anderem hat er Folgen der Jerry Cotton Reihe geschrieben.
Seit Anfang der 90er Jahre ist Kai Meyer hauptberuflich Autor und hat bisher um die fünfzig Bücher veröffentlicht. Sein aktuelles Buch nennt sich Die Spur der Bücher und ist der erste Band der Vorgeschichte zu der Trilogie Die Seiten der Welt. Der zweite Band zu Die Spur der Bücher ist aber bereits in Planung und soll im Herbst 2018 erscheinen.

Kai Meyer
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Homepage zu Die Seiten der Welt.


Die Location 

Die Buchhandlung Ludwig ist eine kleine Buchhandlung um die Ecke von der Freiburger Universität und damit wirklich zentral gelegen. Bis Anfang 2017 war sie unter dem Namen Buchhandlung Schwanhäuser bekannt und ist auch noch im Internet darunter zu finden. Jedoch hat sich der frühere Besitzer Herr Schwanhäuser mittlerweile aus dem Buchhandel zurückgezogen. Daher gab es 2017 nicht nur einen neuen Namen für die Buchhandlung, sondern auch einen kleinen Umbau der Räumlichkeiten.


Der Coutdown 

Gemeinsam mit einem Bücherstammtisch Mitglied machte ich mich am Donnerstag Abend auf den Weg in die Buchhandlung. Da wir rechtzeitig vor Ort waren, konnten wir uns gut Plätze in der ersten Reihe sichern. Vor uns befand sich direkt der Sessel auf dem Kai Meyer später Platz nehmen sollte.

Langsam aber sicher füllte sich die Buchhandlung. Meine Begleitung blickte sich um und stellte fest: "Lauter Mädels, alle in unserem Alter." Die Zielgruppe war also klar.
Nach einer Weile fügte sie scherzhaft hinzu: "Und jetzt setz dich vorne hin und erzähle uns etwas über den Bücherstammtisch."
Ich erwiderte dann nur ganz cool, dass sie ja auf die Uhr schauen könne, wie lang es dauerte, bis man uns hinaus warf. Um kurz nach halb acht wurde Kai Meyer dann anmoderiert und es konnte losgehen.


Die Lesung 

Kai Meyer stellte die Vorgeschichte zu seiner Trilogie Die Seiten der Welt vor. In Die Spur der Bücher geht es um die Bibliomantin Mercy Amberdale, die einen Mord aufklären soll. Und das obwohl sie sich eigentlich auf das SAmmeln von Büchern versteht. Der Mord hat es aber in sich. Ein Buchhändler verbrennt in seiner eigenen Buchhandlung. Ohne, dass ein Stück Papier zu Schaden kommt. Da ist doch irgendetwas faul, oder?

Bild von Argon Verlag
Kai Meyer hat an diesem Abend aus zwei Kapiteln gelesen. Mercy Amberdale trifft sich mit einer rätselhaften Agentin, die vielleicht etwas mit dem Mord zu tun haben könnte. Die Frau scheint ziemlich unterkühlt. Doch als Mercy ihr einen Deal vorschlägt, der beiden Frauen zugute kommen könnte, wird sie neugierig. Doch was als Verhandlungsgespräch begann, entwickelt sich plötzlich zu einer kleinen Verfolgungsjagd in der die Frauen zusammenarbeiten müssen, um den Verfolgern zu entkommen.


Das Interview 

Bisher kannte ich es von Lesungen immer, dass der Abend auch moderiert wird. Hier fand eine Anmoderation statt, es wurde aber schnell klar, dass Kai Meyer den Abend selbst gestaltete. Während seiner Lesung unterbrach er sich kurz und wies darauf hin, dass wir uns schon mal Fragen überlegen könnten, da im Anschluss die Fragerunde stattfinden sollte.

Und hier kamen einige interessante Infos ans Licht. So berichtete Kai Meyer, dass er ursprünglich zum Fernsehen wollte. Er habe auch tatsächlich Drehbücher geschrieben, aber schnell feststellen müssen, dass beim Fernsehen unheimlich viele Leute mitreden wollen, was die Geschichte betreffe. So nannte er folgendes Beispiel: In einem Drehbuch sei es einmal um eine Gruppe traumatisierter Frauen gegangen. Diese seien vergewaltigt worden oder anderen Verbrechen zum Opfer gefallen. Der Drehort im Film sei ein Schloss mit einem Pool gewesen. Jemand aus dem Team fand, dass es eine super Idee wäre, eine Frauen-in-Bikini-am-Pool-Szene zu drehen. Da musste dann erstmal auf den Tisch gehauen werden. Die Pool Szene war vorhanden, die Frauen aber alle angezogen.

Leser fragen sich immer wieder, was aus Charakteren in Büchern geworden ist oder was diese gerade machen. Daher wollte eine Zuschauerin wissen, ob es Kai Meyer mit seinen Charakteren ähnlich gehe. Er habe zwar schon von diesem Phänomen gehört, stelle aber fest, dass es bei ihm nicht so sei.
Auf die Frage, ob es ihm schwer falle, Charaktere sterben zu lassen, kam ein klares "Nein überhaupt nicht", was für einiges Gelächter sorgte. Er erzählte aber auch, dass einige Leser ihm manche Tode übel nehmen.

Natürlich interessierte uns auch, wie er seine Geschichten plane. Er berichtete, dass er seine Romane bis ins kleinste Detail vorbereite. Diese Planung helfe ihm beispielsweise dabei, an unmotivierten Tagen am Ball zu bleiben und nicht auf die rettende Idee warten zu müssen. Er schreibe zuerst ein Expose, das nicht, wie üblicherweise 2-3 Seiten habe, sondern oftmals um die 40 Seiten umfasse. Hier beschreibe er die Handlung ziemlich detailliert. In seinen Büchern sind auch achtzig Prozent aus dem Expose enthalten.

Er erzählte außerdem, dass man als Autor zwar Handwerk lernen könne, aber das Talent für das Schreiben an sich mitgebracht werden müsse. Als Handwerk definierte er die Planung einer Geschichte, also das Aufbauen eines Spannungsbogens und Verstrickung der Handlungsstränge, sowie die Auseinandersetzung mit seinen Charakteren. Obwohl Kai Meyer zu den detaillierten Planern gehörte, stellte er klar, dass es nicht DIE Methode zum schreiben gebe. Er berichtete, dass er durchaus Autoren kenne, die einfach drauf los schreiben und sich von ihren Charakteren überraschen lassen. Er habe aber für sich festgestellt, dass diese Möglichkeit bei ihm nicht funktioniere. Übrigens: An einem Roman arbeitet er 4-5 Monate. Und das Manuskript wird in dieser Zeit zweimal überarbeitet.

Als es dann an das Signieren ging, fragte ich ihn noch, ob er auch Interviewanfragen von Blogger beantworten könne. Hier meinte er, dass er grundsätzlich nichts dagegen habe, ihm aber leider die Zeit fehle die Anfragen zu beantworten. Er habe immer noch zwei unbearbeitete Interviews zu Hause herum liegen und sei daher eher dazu übergegangen, die Anfragen abzulehnen. An dieser Stelle möchte ich daher die FAQ Seite auf seiner (oben verlinkten) Homepage empfehlen. Hier stehen viele grundlegende Fragen, die Kai Meyer bereits gestellt wurden. Und es gibt natürlich immer die Möglichkeit den Autor vor Ort bei einer Lesung zu beragen.

In meiner zweiten Frage wollte ich wissen, wie er an seinen Agenturvertrag gekommen sei. Hier berichtete er, dass sein Vorteil darin bestanden, vorher schon Buchverträge gehabt zu haben. Somit konnte er also schon etwas vorweisen und sei daher relativ schnell in einer Agentur untergekommen.

Und an dieser Stelle endet der Bericht zu der ersten Lesung dieses Jahr. Ich hoffe, der Bericht hat euch gefallen.


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