Samstag, 30. September 2017

Zurückge(h)blickt auf den September 2017

Gelesen im September 

Im September habe ich vier Hörbücher und zwei Bücher beendet. Bevor ich euch etwas über die Hörbücher erzähle, möchte ich euch erst einmal die beendeten Bücher vorstellen.


Bild von
blanvalet Verlag
Der Flügelschlag des Glücks von Lisa Jewell
In der Geschichte geht es um die vier Bird-Geschwister, die in einer Idylle aufwachsen. Doch eines Tages passiert ein schlimmes Ereignis, das sie Familie auseinander treibt. Nach Jahren müssen die Geschwister das elterliche Heim wieder aufsuchen. Wie werden sie aufeinander reagieren?
Lisa Jewell erzählt die Geschichte hier aus mehreren Per-spektiven. An sich hat mir der Roman gut gefallen, allerdings gab es hier und da ein paar Schwächen, über die ich in der Rezension ausführlicher berichten werde. Die Rezension gibt es für euch am 09.10.




Bild von
Ullstein Verlag

Darm mit Charme von Giulia Enders
Hierbei handelt es sich um das Sachbuch der Medizinerin. Zu Beginn habe ich den Hype um das Ganze nicht wirklich ver-standen. Was sollte denn bitte am Darm charmant sein? Doch dann habe ich mir das Buch doch gekauft und kann sagen, dass es sehr unterhaltsam geschrieben ist. Es warten viele sprachliche Bilder auf die Leser, die für einen nachhaltigen Eindruck sorgen. Allerdings muss ich gestehen, dass ich das Buch zwar gelesen, aber nicht damit gearbeitet habe. Sonst wäre wahrscheinlich mehr hängen geblieben. Giulia Enders informiert über die Tücken des Darms und gibt einen guten Überblick über die Thematik. Meine Rezension erscheint am 18.10.

Die Hörbücher habe ich euch in zwei Podcast Folgen vorgestellt. In der ersten Folge erzähle ich euch von den Hörbüchern AchtNacht von Sebastian Fitzek, das ich mit den BakerStreetBookworms gelesen habe und Die Geschichte der getrennten Wege von Elena Ferrante.
In der zweiten Folge weise ich euch auf das noch laufende Gewinnspiel hin (Einsendeschluss ist am 02.10.) und stelle euch nochmal die Hörprobe zum Hauptgewinn Die Moortochter von Karen Dionne vor. Außerdem erzähle ich euch von Der satanarchäolügenialkohöllische Wunschpunsch von Michael Ende.


Gefunden im Netz

Übersichtlichkeit bei Buchblogs 
Charline von Sternenbrise hat einen Artikel über das obige Thema geschrieben. Im Rahmen eines Praktikums bei einem Verlag durfte sie Buchblogs genauer unter die Lupe nehmen. Und dabei sind ihr einige Dinge aufgefallen.
Als ich die Longlist des Buchblog-Awards durchstöberte, habe ich ähnliche Dinge bemerkt, weswegen ich ihren Beitrag gut nachvollziehen kann.
Zum Beitrag --> HIER ENTLANG

Berichte zum Buchblog-Award 
Der September stand im Zeichen des Buchblog-Awards. Es wurde heiß diskutiert und viel gevotet. Zudem haben sich einige Blogger den Award zum Anlass genommen, um darüber zu berichten. Artikel findet ihr u.a. Buch-o-Meter, FuchsiasWeltenEcho,

Bahar über ihre Teilnahme bei "Dance, Dance, Dance" und ihre Zeit bei Monrose 
Ja, ich gehöre nicht nur zur Harry Potter sondern auch zur Popstars Generation. Als die No Angels gegründet wurden, war ich noch zu klein um die Band für mich zu entdecken. Bei Monrose hingegen hat mich das Fieber gepackt. Besonders weil Sängerin Bahar auch noch aus Freiburg kommt. Nach dem Aus der Band ist es um die Musikerin etwas ruhiger geworden. Doch seit Anfang September schwingt sie gemeinsam mit Sandy das Tanzbein bei Dance, Dance, Dance. Daher hat sie einem Online-Magazin auch ein Interview gegeben, das ihr HIER nachlesen könnt.

Game of Thrones und Menschen mit Behinderung
Einer der ersten Accounts, die ich auf Twitter verfolgt habe, war der von Rolli-Fräulein. Sie berichtete von den Höhen und den Tiefen der Erstellung ihrer Masterarbeit. Und zwar ging es um Märchenfiguren mit Behinderung. Und eines Tages twitterte sie sinnbildlich etwas in dem Sinn: Wenn die Masterarbeit über-standen ist, gibt's einen Blogbeitrag über Game of Thrones und Charaktere mit Behinderung. Ich habe keine Ahnung von GoT, finde den Artikel aber sehr lesenswert. Er hat mich neugierig auf die Serie gemacht.
Zum Artikel --> HIER ENTLANG

Ein literarisches Blind-Date mit Ankas Geblubber
Anka hat eine neue Aktion ins Leben gerufen. Sie bleibt sich treu und empfiehlt ihre Lesehighlights. Allerdings wissen wir nicht welche. Aber damit wir nicht völlig orientierungslos in den Shop der Dreimann Buchhandlung stolpern, stattet uns Anka vorab mit ein Tipps zur aktuellen Lektüre aus. Reichen diese Hinweise aus, um euch auf ein Abenteuer einzulassen?
Zur Aktion - HIER KLICKEN


Gefreut 

Barrierefreiheit leicht gemacht - BakerstreetBookworms zeigen, wie es geht
Immer wieder klagen Menschen mit Behinderung ihr großes Leid, dass die Welt überhaupt nicht auf ihre Bedürfnisse eingehe und es an jeder Ecke Barrieren gibt. Oft müssten doch nur kleine Schritte getan werden, um Barrieren abzubauen.
Heute habe ich folgendes positives Fallbeispiel für euch: Ich habe euch schon oft genug von den BakerstreetBookworms erzählt. Dieser Buchclub ruft monatlich zum gemeinsamen Lesen auf. Wir dürfen Bücher vorschlagen, das Buchclub Team entscheidet sich und stellt uns dann die zu lesenden Bücher vor. Meist handelt es sich hierbei um eine Auswahl von 3-4 Büchern. Schon der erste Newsletter war sehr schön aufgemacht. Allerdings gab es für mich sehr schnell ein kleines Problem: Im Newsletter waren nur die Buchcover der zu lesenden Bücher dargestellt. Wer keine Mühe hat, Buchcover zu erkennen und Titel und Autor lesen zu können, wird dies gar nicht als Problem wahrnehmen. Ich fand schließlich ein Buch und twitterte einfach mal auf gut Glück das kleine Feedback neben den Buchcovern auch die Buchtitel in den Newsletter zu schreiben.

Ganz ohne Erklärung und ohne böse Worte. Denn warum gleich gemein werden? Es gibt ja absolut keinen Grund. Ich hatte meine Bitte schon fast wieder vergessen, als Ende August dann der neue Newsletter in meinem Postfach zu finden war. Und tatsächlich! Mein Feedback wurde umgesetzt. Und das Beste ist, dass so auch Platz bleibt, um Hashtags zum Buch oder kurze Texte zum Buch unterzubringen. Somit fällt die Änderung also nicht unter die Rubrik Extrawurst sondern Mehrwert für alle.

Bubla Votes für mich! 
Ein paar Tage, nachdem schon fleißig für die Longlist des Buchblog Awards abgestimmt werden konnte, hatte ich eine Mail von meinem Lieblingsverlag mit dem Betreff "Glückwunsch!!" im Postfach. Dabei hatte ich doch an gar keinem Gewinnspiel teilgenommen. Neugierig, wie ich bin, habe ich sofort rein geschaut und festgestellt, dass sie für mich beim Buchblog Award gevotet haben. Eine Stunde war das Grinsen nicht mehr aus meinem Gesicht zu bekommen...
An dieser Stelle möchte ich mich bei allen bedanken, die sich dem Verlag angeschlossen haben. Allen voran meine Familie und Freunde, die mit Bloggen und der Buchblog Welt absolut nichts am Hut haben und sich durch das Voting System gekämpft haben. Ob ich nochmal an dem Wettbewerb teilnehmen werde, weiß ich noch nicht. Jedoch sei an dieser Stelle das kleine Zitat der Grafikerin erwähnt: Ich stimme jedes Jahr für dich ab. 

Ich hab gewonnen! 
Eigentlich wollte das LovelyBooks Team im September zur Hörnacht anlässlich ihrer Aktion Sound der Bücher einladen. Hier wurden ein paar Exemplare zweier Hörbücher verlost. Da ich bei Buchverlosungen nicht mitmache ,dachte ich mir, dass ich es doch diesmal probieren könne. Und tatsächlich: Ich hab ein Exemplar von Prinzessin Insomnia und der alptraumfarbene Nachtmahr gewonnen. Leider ist das Hörbuch noch nicht bei mir eingezogen und die Hörnacht musste verschoben werden. Es bleibt also spannend


Hinter den Kulissen

... außer dumm mit der Grafikerin
Die Grafikerin und ich waren in der Stadt. Wir saßen in der Straßenbahn. Ihr Blick war auf die Straße gerichtet. Plötzlich fragte sie: "Außer schreibt man doch mit ss oder?"
Ich: "Nein, mit ß."
Sie ganz entgeistert, als handle es sich hierbei um den Irrtum der Menschheit: "Immer noch?"
Dann gestand sie mir, das ihr Blick gerade an einem Plakat hängen geblieben war, auf dem die Worte Alles außer dumm prangten.

ss oder ß - Ein paar Wochen später 
Die Grafikerin, mein Vater die Katze und ich saßen auf dem Sofa. Eine Werbung wurde eingeblendet.
Die Grafikerin ganz aufgeregt: "Fußball schreibt man doch mit ss, oder?"
Ich: "Nein, mit ß. Aber ich weiß, warum sie es hier mit ss geschrieben haben."
Sie sucht das Fernsehmagazin um sich zu vergewissern und es beginnt eine kleine Diskussion über das große ß.

Falsche Zeit, falscher Ort
Eines Morgens schaltete ich mein Handy ein. Ja, ich gehöre noch zu den Kandidaten, die sich Nachts Ruhe von den Strahlungen und nervigen Benachrichtigungen gönnt.
Eine Sprachnachricht von Skyara, abgeschickt um kurz nach 7:00 Uhr: "In 10 Minuten kommt Sebastian Fitzek in SWR 3."
Es war kurz vor 9 Uhr.


Was gab's zu erzählen?

Lesemarathon 


Ausstehende Rezension 


Neues vom Freiburger Bücherstammtisch 


Überraschungspost von Ankas Geblubber 


Ge(h)schmökert 


Ankündigung 


Leben mit Sehbehinderung 


Gehört im September



Farin Urlaub - Krieg 
Kurz nach dem Startschuss für das Voting Verfahren des Buchblog Awards packten einige Blogger ihre Kampfausrüstung an. Gewinnspiele wurden entworfen, Timelines und Postfächer zugepflastert. Und dann gab es natürlich auch die entnervten Stimmen. Jedenfalls kam mir dann irgendwann das obige Lied in den Sinn und ich dachte mir, dass es eigentlich ganz gut passt.


In diesem Sinne... 

hoffe ich, dass ihr einen schönen ereignisreichen September hattet. Ich wünsche euch einen guten Start in den literarischen Oktober und hoffe, einige von euch vielleicht dieses Jahr in FRankfurt auf der Buchmesse sehen zu können. Unseren Veranstaltungskalender bekommt ihr am Mittwoch den 04.10. zu Gesicht.

Also, bis hoffentlich bald!

Donnerstag, 28. September 2017

[Anzeige] Die Geschichte der getrennten Wege - Band 3 der neapolitanischen Saga

Bild von der Hörverlag
Steckbrief 
Name: Die Geschichte der getrennten Wege (auch als Buch erhältlich)
Autor: Elena Ferrante
Verlag: der Hörverlag
Geeignet für: Ferrante-Fans, Menschen, die gerne Sagen lesen
Gelesen oder gehört: gehört als ungekürzte Fassung
Sprecher: Eva Mattes
Bewertung: 5 von 5 Punkten


Klappentext 

"»Ein großer Wurf.« Die Zeit
Elena und Lila, die Mädchen aus "Meine geniale Freundin" und "Die Geschichte eines neuen Namens", sind inzwischen 22 Jahre. Lila, die schon mit 16 heiratete, verlässt ihren Mann, kämpft mit den Problemen einer alleinerziehenden Mutter und versucht sich als Fabrikarbeiterin über Wasser zu halten. Für Elena, die Neapel verließ, öffnen sich neue Türen zur Welt der Wohlsituierten und Intellektuellen. Wir begleiten die Freundinnen durch die Jahre 1968 bis 1976: RAF und Rote Brigaden verbreiten Terror, Studenten gehen auf die Straße. Und die verkrusteten Rollenklischees zeigen erste Risse ..."


Meine Meinung 
Wie ihr bereits wisst, bin ich ein großer Fan von Elena Ferrantes neapolitanischen Sage. Für viele Leser*innen oder Hörer*innen gestaltet sich der Einstieg in die Reihe zwar etwas schwer, aber gerade in Band drei habe ich nochmal einen völlig anderen Blick auf die Geschichte gewinnen können und einige neue Facetten entdecken dürfen, die diese Reihe zu etwas Besonderem machen.


Gestaltung: Auch der dritte Band der neapolitanischen Saga wird wieder von Eva Mattes gelesen. Während sie in den ersten beiden Bänden durch ihre schlichte, aber feine Art positiv aufgefallen ist, glaubte ich, dass sie im dritten Band noch einen Zahn zulegte. Sie transportierte die schwierige teils brenzlige Atmosphäre der Geschichte. Sie interpretiert beispielsweise Elenas zeternde Mutter oder eine weinende Lila. Ich hatte das Gefühl, dass Eva Mattes die Charaktere im dritten Band nochmal um einiges greifbarer gemacht hat, als in den ersten beiden Romanen, obwohl diese bereits schon sehr gut gelesen waren. Ich blicke mit einem lachenden und einem weinenden Auge auf den letzten, noch ausstehenden Teil.
Zum einen bin ich gespannt, welche Überraschungen Eva Mattes für uns bereit hält und zum anderen finde ich es natürlich schade, mich dann von der neapolitanischen Welt verabschieden zu müssen.


Inhalt: Der Einstieg in Die Geschichte der getrennten Wege fiel mir etwas schwer. Ich konnte mich noch gut an den Cliffhanger von Band zwei erinnern, der zum Glück nicht ganz so schlimm war, wie der des ersten Bandes. Als wir uns zuerst in einer anderen Szenerie wiederfanden, stolperte ich zuerst orientierungslos durch die Geschichte. Da Sprecherin Eva Mattes mit der Steigerung ihrer Interpretation für eine Überraschung sorgte, war ich aber schnell konzentriert dabei.

Elena Ferrante spricht in ihrem dritten Band viele Themen, wie beispielsweise die Schere zwischen Arm und Reich, oder besser gesagt gebildet und ungebildet. Lila und andere Bewohner des Rione, die glauben, dass erworbene Bildung für ein intelligenteres Wesen sorgt. Sie hoffen, Bildung bewahrt einen vor den Fehlentscheidungen des Lebens. Sie halten geradezu an dieser Vorstellung fest, was sehr schade ist, da sie sich selbst somit kleiner machen, als sie sind.

Elena steht auf der anderen Seite. Sie heiratet in den Sohn einer wohlhabenden Familie und bekommt somit ganz neue Möglichkeiten und hat endlich das Gefühl, etwas bewirken zu können. Dennoch sieht sie ihre Bildung nicht als etwas Besonderes an. So finde ich das folgende Zitat sehr passend:

"Wie kann ich dieser Frau nur erklären, überlegte ich, dass ich seit meinem siebten Lebensjahr eine Sklavin von Buchstaben und Zahlen bin."
(Die Geschichte der getrennten Wege)

Hier bringt Elena zum Ausdruck, dass sie Bildung als nichts Besonderes erachtet und das sie ganz bestimmt kein besserer Mensch ist, nur weil sie die Möglichkeit hatte, zu lernen. Doch je mehr Elena sich in ihre neue Rolle einfindet, desto schwieriger wird die Beziehung zu Lila. Schließlich führen die beiden völlig unterschiedliche Leben. 

Schön finde ich hier auch, dass Elena Ferrante das Thema Bildung aus verschiedenen Perspektiven betrachtet. Protagonistin Elena kennt nun sowohl die Seite der bitteren Armut als auch die Seite des besseren Lebens. Wir lernen in Die Geschichte der getrennten Wege aber auch Charaktere kennen, die aus einer wohlhabenden Familie stammen und dies als schwierige Herausforderung sehen, ihre Familie sogar hassen. 

Zudem treffen beide Schichten - ich will das Wort Klassen vermeiden, weil es mir irgendwie fehl am Platz vorkommt - aufeinander. Die Akademiker, denen die schlechten Arbeitsbedingungen der Arbeiterschicht auffallen. Sie wollen etwas dagegen unternehmen. Aber können sie die Probleme wirklich beurteilen? Sind sie für die Arbeiter aufgrund ihrer sicheren Stellung überhaupt greifbar? 

Ihr seht, in den 70er Jahren ging es in Italien richtig zur Sache. Viele Dinge werden hier thematisiert und ich habe immer noch den Eindruck nicht allen Inhalten des Romanes genügend Raum geben zu können. Wer zuvor an der neapolitanischen Saga zweifelte, wird im dritten Teil hoffentlich auf seine Kosten kommen. 


Spannung: Nachdem mir der Einstieg in die Geschichte etwas schwer fiel, gestaltete sich der Spannungsbogen nach einer Zeit aber fließend. Elena Ferrante spricht Themen gut an, gibt ihnen genügend Raum und leitet dann beinahe ohne das man es merkt, in ein neues Thema über. Und jedes angesprochene Problem passte irgendwie zum anderen und ich war beeindruckt, wie gut Elena Ferrante die Handlung miteinander verbindet. 


Elena Ferrantes Schreibstil habe ich ja schon in meinen vorherigen Rezensionen ordentlich gelobt. In Die Geschichte der getrennten Wege glaubte ich, dass sich auch etwas an ihrem Stil verändert hat. Ich meinte, dass wir mehr Dialoge zu lesen bekamen. Und diese waren sehr kraftvoll und brachten so einiges an Temperament mit. Während die Geschichte in den beiden vorherigen Bänden manchmal so dahin plätscherte, zeigte sich im dritten Band die Dynamik bis ins kleinste Detail. 


Gesamteindruck: Nach dem zweiten Band war ich mir unsicher, ob ich weitere Bände der neapolitanischen Saga beim Hörverlag als Rezensionsexemplar anfordern sollte. Ich hatte die Idee, nicht wirklich mehr über die Geschichte erzählen zu können. So als ob mein Wortschatz nicht ausrecht, die Reihe so zu beschreiben, dass meine Rezension einen Mehrwert enthält.

Und deswegen war ich umso überraschter als ich in Die Geschichte der getrennten Wege eintauchte. Nie hätte ich damit gerechnet, dass hier so viele Themen Raum bekamen. Es gab viele Aspekte, die ich nachvollziehen konnte und über die ich gerne mit jemandem diskutiert hätte. 
Kurzum: Diese Reihe ist und bleibt eine absolute Lese - bzw. Hörempfehlung. 


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Weitere Bände: 


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* Dieses Hörbuch wurde mir vom Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt

Dienstag, 26. September 2017

Der satanarchäolügenialkohöllische Wunschpunsch

Bild von Hörbuch Hamburg 
Steckbrief 
Autor: Michael Ende
Verlag: HörbuchHamburg
Geeignet für: Menschen, die Kinderbücher oder fantastische Geschichten mögen,
Gelesen oder gehört: gehört als ungekürzte Fassung
Sprecher: Christoph Maria Herbst
Bewertung: 4 von 5 Punkten


Klappentext 

"Silvester naht. Der Zauberer Beelzebub Irrwitzer und seine Tante, die Hexe Tyrannja Vamperl, haben ihr Soll an bösen Taten nicht erreicht. Mithilfe des Wunschpunsches könnten sie den Rückstand noch aufholen. Ihnen bleibt aber nur wenig Zeit bis Mitternacht. Ein Rabe und ein Kater wollen ihre Pläne durchkreuzen. Werden sie es schaffen? Ein spannendes und witziges Hörvergnügen für die ganze Familie.

Es ist eines seiner lustigsten Werke. Michael Ende schuf damit den Silvesterklassiker schlechthin. Wer anders als der neue Hörbuchkönig und Comedy-Star Christoph Maria Herbst könnte diesem Longseller frisches Leben einhauchen? Mit unverwechselbarer Stimme und viel Witz begeistert er Kinder und Erwachsene."


Meine Meiinung 
Als Kind habe ich die Zeichentrickserie zum Wunschpunsch gesehen und fand diese damals sehr faszinierend. Es gab tolle Charaktere und eine spannende Handlung. Daher hoffte ich, wenn ich das Original lese, ein bisschen in das Wunschpunsch-Gefühl eintauchen zu können. 

Gestaltung 
Gelesen wird das Hörbuch von Christoph Maria Herbst, den viele von euch vor allem als Stromberg kennen. Christoph Maria Herbst hat aber auch einige Hörbücher eingelesen und daher war das eine perfekte Gelegenheit, den Schauspieler mal als Hörbuchsprecher zu erleben. Und was soll ich sagen? Er hat alles gegeben und absolute Wortakrobatik bewiesen. Schon der Titel des Romanes enthält ja den ersten Zungenbrecher. Und auch in der Geschichte gibt es einige Zaubersprüche bei denen man sich schnell verhaspeln kann. Ich wüsste wirklich gerne, wie oft einige Stellen eingelesen werden mussten. Zudem wurde Christoph Maria Herbst auch stimmlich einiges abverlangt. Er musste einen krächzenden Raben interpretieren, ein Opern Stück anstimmen oder die piepsende, hohe Stimme einer Alten darstellen. Kurzum: Seine Lesung hat mich sehr gut unterhalten. 

Inhalt 
Michael Ende hat hier ein Buch geschaffen, dass für die ganze Familie geeignet ist. Jeder kann etwas daraus mitnehmen, wenn er möchte. Der Inhalt ist übersichtlich gehalten und verstrickt sich nicht in tausend Teile. Schnell ist klar, worum es geht: Die Zauberer wollen Unglück über die Welt bringen und Jakob, der Rabe und Maurizio, der Kater, müssen das verhindern. 

Michael Ende führt seine Charaktere gut ein und stellt die Beziehung zueinander auch schön dar. So sind sich Rabe und Kater naturgemäß ja spinnefeind. Und das wird auch in diesem Roman gut transportiert. Dennoch müssen sie irgendwie zusammenarbeiten, wenn sie die Welt vor dem Verderben retten wollen. 

Und dann gibt es natürlich noch Beeltzebub und Tyrannia, die zwar miteinander verwandt sind, sich trotzdem aber nichts gönnen. Beide warten darauf, den jeweils anderen zu vernichten, damit sie sich Ruhm und Ehre unter den Nagel reißen können. Wird es den beiden gelingen? 

Michael Ende thematisiert hier auch einiges an Konflikten. Er stellt in Frage, wie die Menschen mit der Natur umgehen. Und das ohne allzu moralisch zu werden. Außerdem beschreibt er, wie unsere Protagonisten mit dem Thema Lüge oder besser gesagt Notlüge umgehen. Und gerade die Tatsache, dass unser Charakter nicht in eine Ecke verbannt und für den Rest der Geschichte dann dort gelassen wird, hat mich sehr überzeugt. 

Spannung 
Der Spannungsbogen ist klar und übersichtlich aufgebaut. An sich gibt es hier nichts zu meckern. Mein einziges Problem bestand darin, immer wieder in die Geschichte einzutauchen. Wir haben das Buch im Bücherstammtisch über mehrere Monate verteilt gelesen. Das hat es für mich hier und da etwas zäh werden lassen. 

Schreibstil 
Michael Ende bringt hier nicht nur unterhaltsame Dialoge und tolle Beschreibungen mit, sondern baut auch faszinierende Wortspiele in seine Geschichte ein. Hier fand ich es fast schon etwas schade, dass sich bei einem Hörbuch nicht einfach mal schnell zurückspulen lässt, um sich das Wortspiel nochmal auf der Zunge zergehen zu lassen. 

Gesamteindruck 
Der satanarchäolügenialkohöllische Wunschpunsch ist ein schönes Hörerlebnis, keine Frage. Leider konnte ich aber nicht ganz in die Geschichte eintauchen, obwohl diese wirklich schön ist. Zudem hab ich einen Charakter aus der Serie vermisst - Asche auf mein Haupt :-) - der im Buch in einer anderen Gestalt aufgetreten ist. 

Wer keine Zeit oder keine Lust hat, seinen Kindern die Lektüre als Gute-Nacht-Geschichte vorzulesen, kann ohne Bedenken auf das Hörbuch zurückgreifen und sich vielleicht dazusetzen und von dem Wunschpunsch Zauber erfassen lassen. 

Sonntag, 24. September 2017

Vier Tipps für ein erfolgreiches Studium mit Behinderung Tipp 1: Orientierung ist alles

Foto: A. Mack
Hallo in die Runde

im Oktober beginnt für viele Menschen ein neuer Start ins Studentenleben. Mein Studium hingegen geht dem Ende entgegen. Es wird also Zeit zurückzublicken: Was kann ich Studierenden mit Behinderung mit auf den Weg geben?

In dieser kleinen Reihe möchte ich euch - also Menschen mit Behinderung oder Nichtbehinderten, die absolut chaotisch ins Studentenleben stolpern und sich etwas Last-Minute Struktur holen möchten :-) - Tipps an die Hand geben, die euch den Start ins Studium hoffentlich etwas erleichtern.

Vorab: Die Tipps, die in dieser Reihe veröffentlicht werden, sind nicht die Bibel. Die Ratschläge sind ganz bestimmt nicht in Stein gemeißelt um mal bei den biblischen Sprache zu bleiben. Wenn ihr Dinge anders seht, dürft ihr das natürlich gerne kommentieren und von euren Erfahrungen berichten.

Kommen wir nun zum ersten Tipp:


1. Orientierung ist alles! 
Und schon hier werden einige mit den Augen rollen. Denn die Sache mit der Orientierung ist gar nicht so einfach. Besonders, wenn es einen für das Studium in eine fremde Stadt verschlagen hat oder die Hochschulorganisation darauf steht, ihre Studierenden nicht nur auf einem Campus studieren zu lassen, sondern gleich mal eine Stadt Rallye veranstalten.

Ich hatte das Glück, dass meine Hochschule trotz hoher Studentenzahlen relativ klein ist. Sie ist auf drei Gebäude verteilt, die nebeneinander bzw. gegenüberliegend angeordnet sind. Da zu meinem Studienbeginn meine räumliche Orientierung auch noch ziemlich gut war, konnte ich mir das Hochschulgelände alleine anschauen. Wie ich hier vorgegangen bin:

Vorbereitung 
Zum einen habe ich mit meinen Eltern den Weg zur Hochschule geübt. Üben beinhaltet hier: Welche Straßenbahn muss ich nehmen? Wie komme ich von der Straßenbahnhaltestelle zu den Hochschulgebäuden? Was muss ich auf diesem Weg beachten? (Teilschritte, wie das Heraussuchen der S-Bahn Verbindung konnte ich selbstständig regeln).

Der Weg zur Hochschule war also klar. Ich selbst habe mir die Hochschule erst kurz vor Semesterbeginn angeschaut. Da ich in meinem Heimatort studiere, musste ich glücklicherweise nicht zusätzlich irgendwelche neuen Wege lernen. Ich dachte mir, wenn ich bis kurz vor knapp mit dem Weg zur Hochschule warte, habe ich die Wege noch eher präsent. Im Laufe des Artikels werde ich darauf eingehen, wie ich mich auf dem Hochschulgelände orientiere.

Programm der Einführungswoche und das Vorlesungsverzeichnis - Wichtige Dokumente vor dem Start ins Studium 
Jede Hochschule oder Universität hat eine Einführungswoche. Hier gibt es Veranstaltungen auf dem Hochschulgelände und Termine, die eventuell außerhalb stattfinden können. Ich hab mir also vorab das Programm der Einführungswoche angeschaut um mir dann vor Ort die Wege zu den einzelnen Treffpunkten einprägen zu können. So gab es z.B. einen Sammelort für die Führung über das Hochschulgelände. Dann wollte ich außerdem wissen, wo unsere Hochschulbibliothek ist.
Zudem habe ich vorab auch einen Blick in das Vorlesungsverzeichnis geworfen um mir gleich die wichtigen Hörsäle anschauen zu können. Ihr werdet lachen aber unsere Hochschule hat gerade mal drei Hörsäle. Für eine Vorlesung mussten wir sogar ausquartiert werden und quasi eine Haltestelle bis zum nächsten Hörsaal fahren.
Und hier mein kleiner Glücksmoment: In der ersten Woche wurden wir in einer Lehrveranstaltung darauf hingewiesen, dass die Vorlesung am kommenden Tag eben in diesem anderen Hörsaal stattfinden sollte. Unsicheres und irritiertes Murmeln machte sich breit. In diesem Moment stahl sich ein Lächeln auf mein Gesicht, weil ich wusste, wo ich am nächsten Tag hin musste.

Orientierung vor Ort an der Hochschule
Einige von euch werden es aus dem Mobilitätstraining vielleicht kennen: Ich arbeitete mich in den Gebäuden am Grundriss also sozusagen den Außenwänden entlang und ging die Räume so ab. An unserer Hochschule sind die meisten Räume beschriftet, sodass ich wusste, wo ich war. (Allerdings ist die Beschriftung nur in Schwarzschrift zu finden. Aber vielleicht bessern sie ja im Laufe der Zeit nach...).

Und dann ist es natürlich wichtig, keine Scheu zu haben, um Hilfe zu fragen, wenn man die Orientierung doch kurz verloren hat. Und das ist definitiv keine Schande und passiert auch Menschen, die zwei Augen im Kopf haben und 100% sehen :).

Jetzt fragt ihr euch vielleicht: Was zum Henker ist Mobilitätstraining? Dort bekommt ihr Techniken beigebracht, mit deren Hilfe ihr euch leichter orientieren könnt. Finanziert wird das entweder von der Krankenkasse oder der Eingliederungshilfe, je nachdem für welchen Bereich ihr das Training braucht. Bei der Beantragung helfen euch sicher der DBSV oder der DVBS.

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Zu meiner Person und der Sache mit der Sehbehinderung: Ich bin von Geburt an auf dem linken Auge blind und auf dem rechten Auge hochgradig sehbehindert. Seit 2017 beträgt mein Sehrest 2%, was bedeutet, dass ich nach dem Gesetz als blind gelte. In der Praxis heißt dass: Ich...

  • Habe Mühe mich in unbekannten oder schlecht beleuchteten Räumen zu orientieren
  • Erkenne mir bekannte Personen nicht im Vorbeigehen 
  • Laufe mit einem Blindenlangstock (von mir als Elderstab betitelt) pendelnd durch die Weltgeschichte 
  • Kann keinen Blickkontakt aufnehmen und mit der Mimik meines Gegenübers nichts anfangen 
  • Kann Personen, die in unmittelbarer Nähe (linker, rechter Sitznachbar je nach Entfernung auch mein Gegenüber) erkennen, alle was darüber hinaus geht aber nicht

In dieser Rubrik bereits erschienen:  

In dieser Rubrik bereits erschienen:  

Bewerben für die Ausbildung / das Studium 
Wie bewerbe ich mich für ein Praktikum? 
Wie beschaffe ich mir Fachliteratur? 
Was muss ich für Prüfungen beachten? 
Umgang mit der Sehbehinderung eigene Erfahrungen 
Wichtige Tastaturbefehle im Überblick
Blind heißt nicht gleich nichts sehen

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Dienstag, 19. September 2017

AchtNacht

Bild von Lübbe Audio 
Steckbriefe
Name: AchtNacht (auch als Buch erhältlich)
Autor: Sebastian Fitzek
Verlag: Lübbe Audio / audible
Geeignet für: Menschen, die gerne Psychothriller lieben
Gelesen oder gehört: gehört als ungekürztes Hörbuch
Sprecher: Simon Jäger
Bewertung: 5 von 5 Punkten


Klappentext 
(von Lübbe Audio

"Es ist der 8. 8., acht Uhr acht. Sie haben 80 Millionen Feinde. Werden Sie die AchtNacht überleben? Stellen Sie sich vor, es gibt eine Todeslotterie. Sie können den Namen eines verhassten Menschen in einen Lostopf werfen. In der „AchtNacht“, am 8. 8. jedes Jahres, wird aus allen Vorschlägen ein Name gezogen. Der Auserwählte ist eine AchtNacht lang geächtet, vogelfrei. Jeder in Deutschland darf ihn straffrei töten - und wird mit einem Kopfgeld von zehn Millionen Euro belohnt. Das ist kein Gedankenspiel. Sondern bitterer Ernst. Es ist ein massenpsychologisches Experiment, das aus dem Ruder läuft. Und jetzt stellen Sie sich vor, Ihr Name würde gezogen ..."


Meine Meinung 
Die Idee für AchtNacht entstammt dem Horrorfilm The Purge. Und das war mit ein Grund, warum ich mich so lange davor gedrückt habe, das Buch zu lesen. Ich hatte Angst vor einer blutigen Geschichte mit jeder Menge Bilder, die ich mir nicht wirklich vorstellen wollte.
Doch dann stand AchtNacht auf der September-Liste der Bakerstreetbookworms und ich dachte mir: Jetzt, oder nie!

Gestaltung 
Wie die vorherigen Romane von Sebastian Fitzek wird auch AchtNacht wieder von Simon Jäger gelesen. Es macht wirklich Spaß, wenn bekannte Autoren und bekannte Sprecher bei einem Hörbuch aufeinander treffen, weil beides wirklich gut zusammen passt.
Simon Jäger liest schlicht. Dennoch gibt es feine Elemente, die seine Interpretation besonders machen. So liest er schneller, wenn die Geschichte an Geschwindigkeit gewinnt, ohne dabei etwas von dem Inhalt zu verschlucken oder wird leiser, wenn unsere Protagonisten nachdenklich werden. Und dann verleiht Simon Jäger jedem Charakter auch eine eigene Note. Besonders gut gefallen, hat mir die näselnde Interpretation eines gewaltbereiten Antagonisten.

Inhalt 
Wie bereits im Klappentext erwähnt, wird in AchtNacht von einem gefährlichen Spiel berichtet. Ben und Arezu sind beide für eine Nacht vogelfrei und werden von jeder Menge Menschen gejagt. Wer einen von beiden umbringt, kommt nicht nur straffrei davon, sondern gewinnt obendrein noch 10 Millionen Euro. Doch ist dieses Spiel wirklich real? Oder führt ein Hacker die Berliner Bevölkerung erfolgreich aufs Glatteis?
Um ja kein Risiko einzugehen, werden eine Hand voll Gerüchte gestreut. Geschichten, die Ben zum Verhängnis werden können...

Ich glaube, mein Vorteil war hier eindeutig, dass ich die Filmvorlage nicht kannte. Ich war also nicht damit beschäftigt, AchtNacht mit The Purge zu vergleichen, sondern hatte nur andere Romane des Autors im Hinterkopf. Während des Lesens fragte ich mich immer wieder, warum dieses Buch von vielen Buchbloggern so kritisiert wurde.

Die Grundidee finde ich wirklich spannend. Wie viel Informationen braucht ein Mensch, um einen anderen ermorden zu wollen? Wie schnell verbreiten sich Falschmeldungen? Und ist nicht hinter jeder Falschmeldung auch ein kleines Fünkchen Wahrheit? Die Idee, ein verrücktes Experiment zu starten, hat mich ein bisschen an Die Welle und den Film Das Experiment erinnert. Beide Geschichten beruhen auf einer wahren Begebenheit und zeigen, wie Experimente ganz schnell außer Kontrolle geraten können, obwohl es in keinen von beiden Fällen beabsichtigt war.

AchtNacht spielt im Grunde nur in einer Nacht. Und in diesen Stunden passiert sehr viel. Anstatt sich zu Hause zu verstecken und einfach zu warten, bis die AchtNacht vorüber ist, treffen Arezu und Ben aufeinander und müssen sich gemeinsam durchschlagen. Und das ist alles andere als einfach, denn die Meute scheint ihnen immer einen Schritt voraus.

Beide Protagonisten sind von Schicksalsschlägen geplagt. Ben ist geschieden und ein erfolgloser Musiker. Seine Band hat ihn verlassen. Und das alles nur weil er sie vor eine Wahl stellte: Der Manager oder er.
Und als wäre das nicht schlimm genug, liegt seine Tochter im Koma. Angeblich wegen eines missglückten Suizidversuches. Doch Ben kann den Ermittlungen nicht so Recht Glauben schenken. Verdrängt er die Wahrheit oder ist er wirklich einem Irrtum auf der Spur?

Und dann ist da noch Arezu. Eine Psychologie Studentin, die nicht gerade stabil wirkt. Sie ist dünn und hat vernarbte Arme, an denen sie nervös kratzt. Doch einen Nachteil hat das selbstverletzende Verhalten: Arezu kann kein Blut sehen. Und ganz bestimmt nicht ihr eigenes. AchtNacht hat mehr mit ihr zu tun, als man zu Beginn der Geschichte vielleicht vermuten mag.

In AchtNacht erfahren wir scheinbar wenig über unsere Charaktere. Wesentliche Informationen bekommen wir meist durch Streitgespräche. Doch diesmal fand ich das nicht weiter schlimm, da in AchtNacht sehr viel passiert und unsere Charaktere in ständig neue Situationen manövriert werden. Und die Kernelemente von Ben und Arezu waren dennoch gut herausgearbeitet.

Spannung
Die Spannungskurve liegt bei AchtNacht ziemlich hoch und sinkt wenn überhaupt erst gegen Ende etwas ab. Ich ließ mich von der Geschichte treiben und dachte nicht groß darüber nach, ob manche Situationen nicht etwas konstruiert wirkten. Ich fand das vieles gut zusammenpasste. Besonders spannend fand ich, wie unsere Charaktere es schafften aus scheinbar ausweglosen Situationen zu entkommen.
Gut gelungen finde ich auch das Ende der Geschichte. Das Blöde ist, wenn ich jetzt mit meinem Sebastian Fitzek Buchvergleich komme, würde ich euch spoilern und deswegen lasse ich es einfach bleiben.

Schreibstil
Das Tolle ist: Egal ob mir die Handlung von einem Fitzek-Buch gefällt oder nicht: Der Schreibstil kann mich immer überzeugen. Glücklicherweise kam hier wieder beides zusammen, also toller Inhalt und schöner Schreibstil.
Diese Ruhelosigkeit in AchtNacht wurde sehr gut beschrieben. Zudem war ich froh, dass Sebastian Fitzek an vielen Stellen auf die Fantasie des Lesers vertraute und ausführliche sprachliche Bilder bleiben ließ. Hätte Stephen King AchtNacht geschrieben, wäre das Buch auf den ersten Seiten wahrscheinlich schon in Blut gebadet worden.
Wie immer waren auch in AchtNacht tolle Dialoge zu finden. Zudem wurden ein paar gute Zitate beschert.

Gesamteindruck
Ich bin von AchtNacht positiv überrascht. Während ich bei Horrorfilmen das Klischee im Kopf habe, dass außer Gemetzel nicht viel passiert, hat uns Sebastian Fitzek mit AchtNacht einen Roman mit einer spannenden Handlung präsentiert.
Ich war etwas überrascht, weil ich viele negative Stimmen zu AchtNacht gehört habe. Insgeheim wartete ich hier und da auf die Wendung, an der auch ich in die Kritik mit einstimmen konnte. Aber sie blieb aus und somit habe ich das Hörbuch zufrieden beendet.

Samstag, 16. September 2017

Überraschungspost von Ankas Geblubber Teil 2

Hallo Buchlinge,

Anfang August erreichte mich ein Überraschungspaket von Ankas Geblubber. Letzte Woche habe ich damit begonnen, euch den Inhalt des Paketes vorzustellen. Wer den Auftakt verpasst hat, kann die Podcst Folge gerne HIER nachhören.
Da mir momentan noch eine Hörprobe fehlt, dachte ich mir, ich kehre mal zurück zu meinen Wurzeln und stelle euch die Hörbücher einfach in einem Blogbeitrag vor.


Scary Harry - Hier scheiden sich die Geister von Sonja Kaiblinger

Bild von Jumbo Verlag 
Klappentext von Jumbo Verlag:
"Es ist Halloween im Radieschenweg! Doch anstatt sich mit seinem echten Skelett-Freund unter die Verkleideten zu mischen, hockt Otto allein zu Hause. Harold macht sich rar, denn sein neuer Boss Rufus Rattlebone hat Diesseitsbesuche außerhalb der Dienstzeit ausdrücklich verboten! Gut, dass sich wenigstens Onkel Archibald Zeit nimmt, mit Otto und Emily die Schneekugel in Gang zu setzen und eine Verbindung zu Ottos Eltern in der Zwischenwelt aufzubauen. Sie erfahren, dass die Eltern von einem Sensenmann mit Holzbein dorthin verschleppt wurden. Als Otto eines Nachts ein gruseliger Schatten mit Holzbein auflauert und Harolds Boss ein ebensolches zu haben scheint, häufen sich die Zufälle..."

Was mich an dem Buch interessiert 
Viele Kinder haben Angst vor Geistern. Da finde ich es eine super Idee, eine Geschichte zu entwickeln, in der ein Menschenjunge und ein Geist befreundet sind. Das bietet wunderbaren Spielraum um zu zeigen, dass Geister eben nicht nur böse sind. Zudem klingt das Setting des Bandes - bei Scary Harry handelt es sich um eine Reihe - überschaubar. Ich glaube, als Kind hätte ich die Reihe geliebt. Ich bin sehr gespannt, wie mir die Geschichte als Erwachsene gefallen wird.


Dark Angels Summer - Das Versprechen von Katie Spencer und Tabitha Lee Spencer

Klappentext von Arena Verlag
"Es ist der Sommer, in dem Dawna und Indie beide 17 Jahre alt sind – vertraute, verrückte, beunruhigende 33 Tage lang. Gemeinsam mit ihrer Mutter kehren sie zur Oase ihrer Kindheit zurück: Whistling Wing, voll mit Erinnerungen an die geliebte Granny. Aber diese ist seit einem Jahr tot und Whistling Wing hat sich verändert. Nicht jeder hier spielt mit offenen Karten, Freund und Feind lassen sich immer schwerer voneinander unterscheiden und ein Schwarm unheimlicher Vögel sorgt für Unruhe und Angst unter den Einwohnern. Fast ist es zu spät, als Indie und Dawna beginnen, zu verstehen, was geschieht. Und erkennen, welches unglaubliche Opfer sie bringen müssen, um das aufzuhalten, was sich über ihnen zusammenbraut."

Was mich an der Geschichte interessiert 
Der Plot erinnert mich ein bisschen an Isabel Abedis Roman Whisper. Hier lässt sich eine Familie in einem kleinen Dorf nieder. Die Dorfbewohner stehen den Neuankömmlingen sehr misstrauisch gegenüber und die Familie spürt schnell, dass das Dorf etwas zu verbergen hat.
Ich ahne, dass es sich hier vielleicht auch um eine Dystopie handeln könne. Ich bin jedenfalls sehr gespannt, welches Opfer die Schwestern bringen müssen und ob sie das Unheil noch abwenden können. Und ich hoffe natürlich, dass der Klappentext den Inhalt nicht allzu weit vorweg genommen hat.


Mein Fazit zum Paket 
Wie ihr sicher schon bemerkt habt, habe ich mich Hörbuch technisch etwas auf die RandomHouse Verlagsgruppe eingeschossen. Das liegt nicht etwa daran, dass andere Hörbuch Verlage schlechte Arbeit machen oder es hier nichts Interessantes zu entdecken gibt. Allerdings stelle ich fest, dass das Verlagsprogramm der RandomHouse Verlage meinen Geschmack bisher ziemlich gut getroffen hat und auch sehr umfangreich ist.

Deswegen bin ich sehr froh, dass sich in Ankas Überraschungspaket Hörbücher versteckt haben, die von anderen Verlagen produziert wurden. Ich freue mich, in neue Geschichten und Produktionen abtauchen zu können und bedanke mich auch an dieser Stelle nochmal herzlich für das Paket.


Und Du? 
Von Dir möchte ich wie immer wissen:
Kennst Du eines der vorgestellten Hörbücher?
Wie hat es Dir gefallen?

Donnerstag, 14. September 2017

Meine Highlights aus dem Herbstprogramm des hörverlags Part 3

Hallo Buchlinge,

neulich durftet ihr bei Twitter darüber abstimmen, welchen Beitrag ich als nächstes für euch schreiben bzw. sprechen darf. Die Mehrheit war für eine weitere Folge meiner Highlights aus dem Herbstprogramm des Hörverlags.

Diesmal bin ich wirklich etwas spät dran, da die vorgestellten Hörbücher bereits erschienen sind. Wenn ihr auf die Schrift oben im Video klickt, kommt ihr wie immer direkt zur YouTube Seite. Dort habe ich ein Inhaltsverzeichnis in der Infobox versteckt. Leider vergesse ich regelmäßig beim Aufnehmen der Podcast Folgen auf das Inhaltsverzeichnis hinzuweisen.
Wie immer dürft ihr die Podcast Folge auch gerne vollkommen ungekürzt genießen.

Ich wünsche euch jedenfalls viel Spaß



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Meine Highlights Part 1 - HIER KLICKEN
Meine Highlights Part 2 - HIER KLICKEN

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Kennt ihr eines der vorgestellten Hörbücher?
Wie haben euch die Hörproben gefallen?


Montag, 11. September 2017

[Anzeige] Die Moortochter

Bild von der hörverlag 
Steckbrief 
Name: Die Moortochter (auch als Buch erhältlich)
Autor: Karen Dionne
Verlag: der hörverlag
Geeignet für: Menschen, die subtile Psychothriller mögen, sozusagen mit ein bisschen Schweden Feeling
Gelesen oder gehört: gehört als ungekürztes Hörbuch
Sprecher: Julia Nachtmann
Bewertung: 4 von 5 Punkten


Klappentext 

"Helena Pelletier lebt in Michigan auf der dünn besiedelten Upper Peninsula. Sie ist eine ausgezeichnete Fährtenleserin und Jägerin – Fähigkeiten, die sie als Kind von ihrem Vater gelernt hat, als sie in einer Hütte mitten im Moor lebten. Für Helena war ihr Vater immer ein Held – bis sie vor fünfzehn Jahren erfuhr, dass er in Wahrheit ein gefährlicher Psychopath ist, der ihre Mutter entführt hatte. Zwei Jahre später wurde er gefasst und sitzt seitdem im Hochsicherheitsgefängnis. Doch als Helena eines Tages in den Nachrichten hört, dass ein Gefangener entkommen ist, weiß sie sofort, dass es ihr Vater ist. Nur Helena ist in der Lage, ihn aufzuspüren. Es wird eine brutale Jagd, denn er hat noch eine Rechnung mit ihr offen ..."


Meine Meinung 
Mit ein Grund, warum ich mir Die Moortochter gewünscht habe, war die Sprecherin Julia Nachtmann. Ich kannte sie bisher aus Monika Feths Erdbeerpflücker Reihe und habe mir ein Hörbuch gewünscht, das nur von ihr gelesen wird. Als mir dann bei der Leipziger Buchmesse Die Moortochter vorgestellt wurde, war ich ziemlich neugierig auf das Hörerlebnis.

Gestaltung
Julia Nachtmann hat eine angenehme Stimmfarbe. Die Handlung von Die Moortochter zeigt schnell, dass man hier ein gutes Gespür für Feinheiten braucht. Und das brachte Julia Nachtmann mit. Sie schaffte es, die Feinheiten der Geschichte gut herauszuarbeiten und dennoch an den richtigen stellen einen Zahn zuzulegen.
Allerdings fand ich den Inhalt teilweise etwas unübersichtlich. Die Geschichte hat verschiedene Handlungsstränge, die mir manchmal zu schnell ineinander übergingen. Genauer gehe ich hier aber weiter unten darauf ein. Ich hätte mir von der Hörbuch Gestaltung gewünscht, dass die Unübersichtlichkeit besser aufgefangen wird und die Abschnitte klarer abgegrenzt werden. So hätte man beispielsweise Musik einspielen können, damit eine bessere Trennung der Stränge zu erkennen ist. Außerdem hätte die Musik zusätzlich dafür gesorgt, dass die Stimmung der Geschichte besser transportiert worden wäre.

Inhalt 
Wie oben bereits beschrieben, besteht die Geschichte aus mehreren Handlungssträngen, nämlich drei: Wir begegnen Helena in der Gegenwart. Sie wirkt introvertiert, aber nicht etwa, weil sie sich nicht traut, Dinge anzusprechen, sondern weil ihr die Kommunikation mit anderen nicht liegt. Sie hat Mühe, die richtigen Worte zu finden und bleibt deswegen einsilbig. Dennoch ist sie eine liebevolle Frau, die sich gerne in der Natur aufhält und für ihre Familie viel riskiert. Als sie dann erfährt, dass ihr Vater aus dem Hochsicherheitsgefängnis ausgebrochen ist, wird sie von ihrer Vergangenheit eingeholt. 

Und nun kommen wir zum zweiten Handlungsstrang: Wir begleiten Helena dabei, wie sie auf ihre Kindheit zurückblickt und von ihren Erlebnissen im Moor berichtet. Schnell wird klar, dass Helenas Vater einen sehr dominanten Charakter hat. Er erzieht seine Tochter nach einer indianischen Lebensweise, bringt ihr das Jagen und das Fährtenlesen bei. Helenas Mutter hält sich eher im Hintergrund, weswegen die Liebe zu ihrem Vater auch weitaus stärker ist.

Und dann gibt es noch das Märchen des Moorkönigs von Hans Christian Andersen, dessen Teile immer zu Beginn eines neuen Kapitels zu finden sind und auch zur Handlung des aktuellen Kapitels passen. Immer wenn ein neuer Abschnitt des Märchens kam, wusste ich, dass es wohl der Beginn eines neuen Kapitels sein musste. Die Handlungsstränge von Helena in der Gegenwart, die sich an ihre Kindheit erinnert, gingen mir aber manchmal zu abrupt ineinander über. Gerade, weil es sich bei den Erinnerungen nicht um kurze Abschnitte handelt, sondern durchaus einige Absätze mit der Erzählung verbunden sind.

Karen Dionne arbeitet den Konflikt, indem sich Helena befindet, sehr gut heraus. Da wir miterleben, wie Helena aufgewachsen ist, konnte ich sehr gut nachvollziehen, dass sie sich ihrem Vater verbunden fühlt und die Lebensweise ihrer Kindheit als die Wahrheit betrachtet. Dennoch steht auf der anderen Seite auch die Wut darüber, was er ihrer Mutter angetan hat. Daher stellt sich die Frage: Wie wird Helena reagieren? Liefert sie ihren Vater aus?

Spannung 
Der Spannungsbogen ist sehr gut aufgebaut, weil sich alle drei Handlungsstränge stetig weiterentwickeln und sich zum Teil auch ergänzen. Zudem mochte ich die subtile Erzählung. Es hat keine abenteuerlichen Actionszenen gebraucht. Allein durch die drei Handlungsstränge war die Spannung für mich spürbar. Ein bisschen hat mich Die Moortochter an schwedische Krimis erinnert. 

Schreibstil
Ich brauchte erst ein bisschen, um in Karen Dionnes Schreibstil reinzukommen. Gerade am Anfang erwähnt sie sehr viele Details über das Leben im Moor oder die Natur. Und ich befürchtete, wenn das so weitergehe, würde mich die Geschichte nicht packen. Allerdings wurden diese Informationen nachher besser in die Geschichte eingebaut, sodass ich nicht das Gefühl hatte, eine Art Sachbuch vor mir zu haben.
Karen Dionne hat ihre Geschichte mit tollen sprachlichen Bildern ausgeschmückt. Ich konnte mir die Szenerie sehr gut vorstellen. Während im einen Handlungsstrang Helenas Vergangenheit erzählt wird, blickt Helena in der Gegenwart reflektierend auf ihre Biografie. Und gerade die Ergänzung oder auch Bewertung des damaligen Verhaltens hat dafür gesorgt, dass man Die Moortochter als GAnzes begreifen konnte.

Gesamteindruck: 
Ich habe mich gefreut, Julia Nachtmann in einem HÖrbuch wiederzutreffen und diesmal eine Geschichte zu hören, die ausschließlich von ihr gelesen wird. Ich hatte zu Beginn etwas Bedenken, ob es sich bei dem Thriller um eine Art CSI Geschichte mit viel Gemetzel und Action handeln würde. Glücklicherweise hat mich Karen Dionne hier positiv überrascht und ich bin wirklich beeindruckt von der tollen Handlung, die sich hinter Die Moortochter versteckt. 
Wer also einen guten Thriller sucht, der ohne viel Blut, Mord und Totschlag auskommt, sollte sich das Buch oder natürlich im besten Falle das Hörbuch mal genauer anschauen.

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* Dieses Hörbuch wurde mir vom Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. 

Samstag, 9. September 2017

Überraschungspost von Ankas Geblubber

Guten Morgen Buchlinge,

vor ein paar Wochen hat mich Überraschungspost aus Blubberhausen erreicht. Ich habe mich sehr darüber gefreut. In der heutigen Podcast Folge möchte ich euch den ersten Teil meiner Neuzugänge präsentieren.

Wenn ihr auf den Schriftzug im Video klickt, kommt ihr direkt zur YouTube Seite. Dort findet ihr in der Infobox ein Inhaltsverzeichnis.




Kennt ihr eines der vorgestellten Hörbücher?
Schreibt es mir sehr gerne in die Kommentare.


Mittwoch, 6. September 2017

Ganz viel Liebe - Bücherstammtisch im September 2017

Bild von A. Mack
Hallo Buchlinge,

Anfang September traf sich der harte Kern des Freiburger Bücherstammtisches. Diesmal wollten wir uns über die schönsten und schrecklichsten Liebespaare austauschen. Wobei das Wort Paar sehr breit gefasst war. Außerdem gab es neue Eindrücke zu unserer Stammtisch Lektüre. Aber beginnen wir von vorne... 


Stammtisch Vorbereitungen - Schlechte Nachrichten für Neulinge 

Wir müssen der Wahrheit ins Auge blicken: Der Sommer ist vorbei. Und daher wird es immer riskanter, ein Open-Air Stammtisch Treffen zu planen. Schließlich hätten wir bei schlechtem Wetter keine trockene Alternativen in der Innenstadt. Unseren Raum können wir erst im Dezember beziehen. Also musste ich eine Entscheidung treffen: Bis Dezember finden die Bücherstammtisch Treffen wieder bei mir daheim statt. Allerdings heißt das im Umkehrschluss auch, dass wir keine neuen Mitglieder begrüßen können. Das finde ich einerseits sehr ärgerlich, da in unserer Facebook Gruppe fast 30 Mitglieder beisammen sind. Andererseits hoffe ich, dass die meisten Interessenten noch bis Dezember durchhalten werden. 


Der satanarchäolügenialkohöllische Wunschpunsch 

Bild von HörbuchHamburg
Diese Lektüre begleitet uns schon seit ein paar Treffen. Allerdings steuern wir nun in großen Schritten dem Finale entgegen. Beim kommenden Bücherstammtisch werden wir also ein letztes Mal über das Buch sprechen. 
Während mir der Einstieg in die Geschichte sehr schwer fiel, gab es im letzten Leseabschnitt ein paar Szenen, die mir wirklich gut gefallen haben. Allerdings möchte ich aus Spoilergründen nicht genauer darauf eingehen. 

Im Großen und Ganzen sind uns auch alle Charaktere ans Herz gewachsen. Obwohl die Zauberer versuchen, die Welt zu zerstören, fiebert man doch ein bisschen mit ihnen mit. Und natürlich sind die Tiere, Rabe Jakob und Kater Maurizio, die absoluten Helden der Geschichte. 


Die schönsten und nervigsten Liebespaare 

Als ich so vor meinem Bücherregal stand, musste ich feststellen, dass gar nicht so viele Liebespaare darin zu finden sind. Natürlich hätte ich es mir einfach machen können, aber ich beschloss, den Begriff Paar einfach etwas breiter zu fassen und auch Seelenverwandte zum Bücherstammtisch mitzubringen. Und glücklicherweise stellte ich fest, dass auch die anderen Stammtisch Mitglieder äußerst kreativ wurden. 

Im Übrigen wollte ich an dieser Stelle mal erwähnen: Wenn ich nichts über ein Buch erzähle, das auf einem Bild abgebildet ist, liegt das einfach daran, dass ich mir die Details nicht merken konnte. Ich finde es nämlich blöd, bei Bücherstammtisch Treffen die ganze Zeit Buch führen zu müssen. Dennoch versuche ich euch alle vorgestellten Bücher irgendwie zu verlinken. 


Foto A. Mack 
Kommen wir also nun zu den schönsten Liebespaaren. Mindestens zwei der Bücher werdet ihr vielleicht wiedererkennen. Zum einen habe ich Wenn du dich traust von Kira Gembri vorgestellt. Hier treffen zwei völlig unterschiedliche Charaktere aufeinander. Lea hat eine Zwangserkrankung, die nicht nur sie quält, sondern auch ihrer Familie den letzten Nerv raubt. Jay ist das absolute Gegenteil und führt ein sehr chaotisches Leben. Als das Schicksal beide zusammenführt, sind sie gezwungen, sich mit den Schwächen des jeweils anderen auseinanderzusetzen. 
In Paris Du und Ich begegnen wir zwei unglücklich Verliebten. Emma und Vincent wurden beide von ihren Partnern verlassen. Und als wäre das nicht genug, stecken sie auch noch in Paris, der Stadt der Liebe fest. Doch sie wollen sich den Städtetrip nicht vermiesen lassen und beschließen kurzerhand die Stadt gemeinsam zu erforschen. 
Isabelles eBook Cover stellt unsere Romane eiskalt in den Schatten. Sie stellte Forbidden Touch vor. Hier geht es um Novalee und Graey, die in einer dystopischen Welt leben. Hier dürfen sich die Menschen maximal sieben Sekunden berühren. Denn es besteht die Gefahr, dass sie sich verlieben könnten.  
Bei Echte Feen, falsche Prinzen, mitgebracht von emion, handelt es sich um eine Märchen Adaption. Ein Mädchen hat drei Wünsche frei. Und was läge da näher als sich einen Prinz zu wünschen? 

Was uns bei Liebespaaren besonders wichtig ist, ist dass es sich nicht um Liebe auf den ersten Blick handelt, sondern die Autoren die Beziehung zwischen den Paaren auch etwas aufbauen. Außerdem ist es schön, wenn die Beziehungen auch etwas Inhalt haben und nicht nur von Lust gesteuert sind.


Foto: A. Mack 
Bei den schrecklichsten Liebespaaren brachte Isabelle gleich ein Buch mit, in dem wir einer Klischee Beziehung begegnen. Nämlich Romeo und Julia. Ich ging eigentlich davon aus, dass ihr das Buch vielleicht gut gefallen habe, da man schon mal von der Geschichte gehört habe und somit wisse, worauf man sich einlasse. Isabelle erzählte aber, dass sie auf Inhalt gehofft habe, es aber mehr um Triebe ging. 
Isona steuerte mit dem Band Gemmas Visionen aus der Geheime-Zirkel Reihe ebenfalls ein Buch bei, in dem das Liebespaar einfach nicht zueinander passen will. Außerdem meinte sie, dass Er seltsam sei. 
In meinen mitgebrachten Büchern ging es nur in einem Buch um ein echtes Liebespaar. In Es ist gefährlich bei Sturm zu schwimmen und Meine geniale Freundin geht es jeweils um zwei Freundschaften. Im ersten Buch gehe ich sogar soweit und bezeichne die Beziehung zwischen Ben und Hanna als Seelenverwandtschaft. Allerdings merkt man, dass beide nicht so recht zueinander finden und sie Mühe haben, ihre Bedürfnisse mitzuteilen. In Meine geniale Freundin geht es um einen Wettkampf der beiden Freundinnen Elena und Lila. Elena orientiert sich an Lila und misst ihren Selbstwert an ihr fest. Das finde ich auch schwer zu ertragen, da sie somit abhängig von ihrer besten Freundin ist und - zumindest in diesem Moment - kein eigenständiges Leben führen kann. 
In der Shadowmarch Reihe hingegen begegnen wir einem Hofdichter, der zu Beginn ein kleiner Fuchs ist. Er bringt sich in Schwierigkeiten, redet sich aber oft heraus und ist alles andere als eine ehrliche Haut. Dann kommt die Liebe über ihn und er beginnt etwas zu riskieren. Als Dank wird er aber von seiner Angebeteten mit Füßen getreten.

Da wir auch einige Serienfreunde in unserer Stammtisch Gruppe haben, wurde zudem erwähnt, dass Paarbeziehungen in Serien viel besser aufgebaut werden können. In Serien kann man einen Blick oder eine Geste in drei Sekunden darstellen. Im Buch können da schon mal 2-3 Seiten drauf gehen. 
Hier wurde mir wieder bewusst, dass sich Adriana Popescu, die Paris Du und Ich geschrieben hat, sehr gut auf das szenische Schreiben versteht. Die Beziehung zwischen den beiden Hauptcharakteren nahm beinahe nebensächlich Gestalt an. Und genau das ist es, was für mich gute Liebespaare ausmacht. Der subtile Aufbau einer Beziehung, aber dennoch das Gefühl zu haben, dass sich die Beziehung der beiden Charaktere verändert.


In diesem Sinne... 

Da wir, wie oben bereits geschrieben, momentan keine neuen Stammtisch Mitglieder aufnehmen können, komme ich mir irgendwie blöd vor, wenn ich hier den alt bekannten Link zur Facebook Gruppe oder den Aufruf für die Mailingliste teile. Deswegen lasse ich es einfach bleiben und hoffe, das euch dieser Stammtisch Bericht zumindest ein bisschen inspirieren konnte.