Donnerstag, 4. Mai 2017

Der Seelenbrecher

Bild von Lübbe Audio

Steckbrief

Name: Der Seelenbrecher (auch als Buch erhältlich)
Autor: Sebastian Fitzek
Verlag: Audible Gmbh
Geeignet für: Menschen, die gerne Psychothriller lesen, oder Sebastian Fitzek Fans sind
Gelesen oder gehört: gehört
Sprecher: Simon Jäger
Bewertung: 4 von 5 Punkten


Klappentext



(Klappentext von Knaur)

"Sie wurden nicht vergewaltigt. Nicht gefoltert. Nicht getötet. Ihnen geschah viel Schlimmeres...
Drei Frauen – alle jung, schön und lebenslustig – verschwinden spurlos. Nur eine Woche in den Fängen des Psychopathen, den die Presse den »Seelenbrecher« nennt, genügt: Als die Frauen wieder auftauchen, sind sie psychisch gebrochen – wie lebendig in ihrem Körper begraben. Kurz vor Weihnachten wird der Seelenbrecher wieder aktiv, ausgerechnet in einer psychiatrischen Luxusklinik. Ärzte und Patienten müssen entsetzt feststellen, dass man den Täter unerkannt eingeliefert hat, kurz bevor die Klinik durch einen Schneesturm völlig von der Außenwelt abgeschnitten wurde. In der Nacht des Grauens, die nun folgt, zeigt der Seelenbrecher, dass es kein Entkommen gibt …"


Meine Meinung 

Schon lange schlummerte das Hörbuch "Der Seelenbrecher" auf meiner Festplatte, bis ich Anfang November auf die Idee kam, dass es jetzt endlich Zeit wäre das gute Stück zu hören. Von Sebastian Fitzek bin ich gut ausgebaute Geschichten, einen tollen Schreibstil, schöne Charaktere und lebendige Dialoge gewohnt. Sein letzter Roman "Der Nachtwandler" hat mich nicht so sehr begeistert. Da ich wusste, dass "Der Seelenbrecher" zu seinen ersten Büchern gehört hat, waren meine Erwartungen wieder etwas höher.

Sehr gut an dieser Geschichte gefielen mir die Handlungsstränge. Der Roman beginnt kurz vor Weihnachten. Ein Psychologe möchte mit interessierten Studenten ein Experiment durchführen. Sie sollen die Patientenakte von Casper lesen, die wie ein Roman verfasst wurde. Hier kommt die eigentliche Geschichte zum Zug.

Casper hat sein Gedächtnis verloren. Er befindet sich daher an Weihnachten in einer psychiatrischen Privatklinik. Am Abend gibt es einen Autounfall vor der Klinik und dann überschlagen sich die Ereignisse: Der eingelieferte Patient ist niemand geringeres als der Seelenbrecher. Und er ist seinem neuen Opfer gefährlich nahe...

Das Tolle an der Geschichte ist, dass hier die Lösung nicht auf der Hand liegt. Einige Male habe ich mir überlegt, wer der Bösewicht sein könnte, jedesmal wurden meine Thesen sofort wiederlegt. Ich konnte also richtig mit Casper mitfiebern und habe an einigen Stellen die Luft angehalten. Allerdings wurden mir ein paar Sachen schnell klar, die ich an dieser Stelle nicht erwähnen möchte, da ich sonst ein bisschen Wind aus den Segeln nehmen müsste.

Sebastian Fitzek überzeugt auch hier wieder mit einem tollen Schreibstil, der sich auch sehr gut hören lässt. Besonders gefallen haben mir in diesem Roman die Charaktere, wie beispielsweise ein angriffslustiger Pfleger, der Casper verdächtigt, mit dem Seelenbrecher unter einer Decke zu stecken, oder eine Patientin, die durch ihre Begeisterung für Rätsel den Schlüssel zur Lösung liefert, sind sehr gut und realistisch ausgebaut. Den ein oder anderen hätte ich wirklich gerne einmal kennen gelernt.

Was mir diesmal beim Hören auffiel sind die Stilmittel mit denen Sebastian Fitzek arbeitet. Er beschreibt beispielsweise eine Szene, als der Seelenbrecher Casper mit einer Waffe gefährlich nahe kommt. Fitzek geht nicht darauf ein, was der Seelenbrecher damit im Schilde führt. Gerade das sorgt dafür, dass die Fantasie des Lesers angeregt wird. Möchte der Seelenbrecher ein Gemetzel anrichten? Braucht er nur zwei Handgriffe um Casper außer Gefecht zu setzen? Oder hat er etwas völlig Anderes geplant?

Der Sprecher Simon Jäger hat hier einen fabelhaften Job gemacht. Gerade seine schlichte Art die Geschichte zu lesen, haben für die zusätzliche Spannung gesorgt. Außerdem hat auch er es geschafft, jedem Charakter eine eigene Stimme und somit auch eine eigene Identität zu geben.

Allerdings habe ich diesmal wieder halbe Punkte vergeben. Die Geschichte ist zwar sehr gut aufgebaut, dennoch hatte ich das Gefühl von ein paar Klischees umgeben zu sein. Gerade die Tatsache, dass die Klinik von der Außenwelt abgeschottet ist und die Insassen für die Rettung auf die Frühschicht warten müssen, vertritt eines der typischen Psychothriller Klischees.

In dem zweiten Klischee geht es um die medizinische Ausstattung der Privatklinik. Natürlich wurde beschrieben, dass sich der leitende Chefarzt mal hier mal da noch etwas dazuverdient, dennoch kenne ich es von psychiatrischen Einrichtungen nicht, dass sie z.B. über Röntgen Geräte, oder andere medizinische Apparate verfügen. (Natürlich kann ich mich in dem Fall auch irren :-)

Zusammenfassend kann ich jedoch sagen, dass "Der Seelenbrecher" das richtige Buch für alle Fitzek Fans ist. Mir hat es sehr gut gefallen und ich bin wirklich froh, diesmal eine vollständige und keine gekürzte Fassung eines Bestsellers hören zu können.

Kommentare:

  1. Hallo Emma,

    ich habe das Buch dazu gelesen - ist zwar schon eine Weile her, aber ich kann mich noch gut daran erinnern.
    Mir hat das Buch super gefallen, aber ich liebe auch einfach die Thriller von Fitzek!!!

    Liebste Grüße Anett.

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    1. Hallo Anett,
      es freut mich, dass dir das Buch gefallen hat.
      Bei mir ist es auch schon eine Weile her, dass ich es gelesen habe, aber ich kann mich noch etwas an die Geschichte erinnern :).

      (Die Rezension ist bereits auf einem anderen Blog erschienen und es hat nur Ewigkeiten gedauert bis sie hier veröffentlicht wurde).

      viele Grüße
      Emma

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  2. Hallo Emma,
    auch ich hab "Der Seelenbrecher" schon gelesen. Ich glaub es war sogar mein aller erstes Fitzek Buch. Mir hat das Buch auch sehr gut gefallen.

    Liebe Grüße
    Duna

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    1. Hallo Duna,
      dein erster Fitzek? Das freut mich dann natürlich besonders, das dir das Buch gut gefallen hat. Die ersten Bücher - also angefangen bei "Die Therapie" - bis hin zu "Splitter" bzw. "Der Seelenbrecher" - fand ich auch richtig gut. "Das Paket" war jetzt das erste Buch, das mich seit langem wieder überzeugen konnte.

      viele Grüße
      Emma

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