Sonntag, 30. April 2017

GE(H)LEBT im April 2017

Gelesen im April 



Gelesene Bücher bzw. gehörte Hörbücher: 
Es ist gefährlich bei Sturm zu schwimmen von Ulla Scheler
Meine geniale Freundin von Elena Ferrante

Das lese bzw. höre ich gerade
Irrlichtfeuer von Julia Lange
Das Buch der Spiegel von E. O. Chirovici 


Gefunden im Netz 

Die Leipziger Buchmesse 2017 - Oder wie ich bei einer Fremden schlief!
Obwohl Brösel der Besuch auf der FBM letztes Jahr nicht ganz so gut gefiel, war sie im März auch auf der LBM zu finden. Wie sich am Titel erkennen lässt, hatte sie auch einen kleinen Krimi was ihre Unterkunft betrifft. Allerdings ging ihrer recht schnell ziemlich positiv aus :-).
Über ihre Highlights berichtet sie HIER

Wolfgang Tischer im Gespräch mit Sebastian Fitzek
Wer die ersten Teile unserer Messeberichte verfolgt hat, wird mitbekommen haben, dass Skyara und ich leider nicht an der Veranstaltung teilnehmen konnten. Glücklicherweise hat das literaturcafe die Veranstaltung aufgenommen und seinen Lesern / Hörern als Podcast zur Verfügung gestellt.
Link zum Beitrag: HIER ENTLANG

12 großartige Tools für Blogger
Sandy, eine der Bloggerinnen von Tintenmeer hat einen wunderbaren Artikel geschrieben, in dem sie 12 Tools vorstellt, die Bloggern das Leben erleichtern. Das Tolle daran ist: Selbst für die Wordpress losen Menschen, wie mich, gibt es tolle Alternativen.
Zum Artikel --> HIER ENTLANG


Momente im April 2017 

Bücherstammtisch - vier neue Mitglieder 
Beim Bücherstammtisch Treffen im April durften wir gleich vier neue Mitglieder begrüßen. Diesmal war auch Crowd-Mitglied Skyara mit von der Partie. Unsere Gruppe wächst und wächst. Allerdings bleibt das Problem mit dem Veranstaltungsort bestehen. Aber ich bzw. wir arbeiten an Lösungen...

Die Schreibwerkstatt ist vorbei 
Anfang April endete auch das Schreibwerkstatt Projekt, das ein Kommilitone und ich im Rahmen unseres Studiums auf die Beine gestellt hatten. Es hat wahnsinnig Spaß gemacht und ich hätte echt nicht damit gerechnet, dass ich beim letzten Termin doch etwas wehmütig geworden bin. Überraschenderweise wurden wir zum Abschied beschenkt: Ich bekam ein Hörspiel aus dem Hause des Hörverlags und musste schon ein bisschen schmunzeln, das ich ausgerechnet etwas von meinem Lieblingsverlag geschenkt bekomme.

Das Semester hat begonnen - Meine Organisation gleich null 
Im April hat auch das neue Semester so richtig begonnen. Obwohl ich im Gegensatz zum letzten Semester nur eine Blockveranstaltung hatte und somit immer ein langes Wochenende habe, fühle ich mich trotzdem wahnsinnig unorganisiert. Ich mache gerade nur das Nötigste und bräuchte - um eine Freundin zu zitieren - zwei Köpfe und vier Hände um einigermaßen alles erledigt zu bekommen.
Beispielsweise wartet der letzte Teil des LBM Berichtes ja immer noch auf euch... Asche auf mein Haupt! 

5 Dinge Lösung 
Meine Twitter und Facebook Follower haben die kleine Umfrage im April wahrscheinlich bemerkt: Ich habe in der 5 Dinge Krise gesteckt. Warum? Einerseits wurde mir empfohlen, diese Beiträge lieber bleiben zu lassen, da sie schnell in unnützes Wissen ausarten können. Andererseits konnte ich anhand der Klickzahlen feststellen, dass sich doch der ein oder andere für diese Beiträge interessiert. Deswegen wusste ich nicht so recht, wie es weitergehen sollte. Bei meiner Umfrage haben sogar ein paar Leute mit gemacht, sodass ein eindeutiges Ergebnis zustande kam. Allerdings werde ich die "5 Dinge"- Kategorie etwas abwandeln und euch nicht jede Woche mit einer Podcast Folge beehren. Ich werde noch etwas kreativ, lasst euch also überraschen.

Die Rezensionen aus der Konserve gehen alle 
Aufmerksamen Blog Lesern werden die mit ~K~ gekennzeichneten Beiträge vielleicht schon aufgefallen sein. Hierbei handelt es sich um Rezensionen, die bereits sehr alt sind und auf vorherigen Blogs erschienen sind. Als ich vor fast drei Jahren virtuell hier her gezogen bin, wollte ich diese Rezensionen dennoch mitnehmen. Ich nutzte also die Gelegenheit, einen kleinen Vorrat an Beiträgen anzuhäufen, damit es hier nicht allzu still wird. Da die ganzen Rezensionen aber bereits schon mal beworben wurden, habe ich sie nicht via Social Media geteilt.
Irgendwann kam dann der Moment, an dem mir diese ganzen Konserven Beiträge tierisch auf die Nerven gegangen sind. Ich hätte sie am liebsten alle auf einen Schlag raus gehauen, konnte mich dann aber noch beherrschen.
Nun laufen die Konserven im Mai aus und ich bin gespannt, ob ich hier eine Regelmäßigkeit im posten beibehalten kann. 

Emma geht unter die Booktuber 
Im April feierten dann auch endlich die ersten Videos bzw. Podcast Folgen Premiere. Ich finde es immer noch ziemlich unglaublich, dass über 40 Leute in den letzten Lesemonat zumindest schon mal rein gehört haben. Ich hoffe, die Beiträge sind nicht allzu zäh und ich bekomme mit der Zeit auch etwas Übung :-)
Wer meinen YouTube Auftakt verpasst hat, findet den Link zum Kanal entweder auf der rechten Seite des Menüs oder weiter unten im Punkt "Was gab's zu erzählen?"

Max Giesinger live beim Freiburger Festival 
Ende April konnte ich dann auch mein erstes Konzert in diesem Jahr besuchen. Ich hab Max Giesinger das erste Mal live gesehen und fand seinen Auftritt richtig gut. Dieses Konzert hat mir wieder gezeigt, wie viel Spaß solche Veranstaltungen machen können. Der Konzertbericht ist bereits geschrieben. Ihr werdet ihn im Mai zu lesen bekommen.


Was gab's zu erzählen? 

Lesemarathon 2017 

Ausstehende Rezensionen aus dem März 

Literatur hautnah: 

Rezensionen aus der Konserve: 

Ge(h)Schichten bei... 
YouTube


Gehört im April 



AnnenMayKantereit - September 
Im April stolperte ich wieder einmal über den YouTube Kanal von annenMayKantereit. Hier entdeckte ich ein paar neue Coverversionen. Das Lied September gefiel mir wahnsinnig gut, weil es lebendig, dynamisch daherkommt.



Tonbandgerät - Irgendwie anders 
Kennt ihr das? Ihr liegt morgens im Bett, seid gerade am aufwachen und dann schleicht sich ein Lied in eurer Ohr. Die Musik wird lauter und plötzlich werdet ihr mit einem neuen Ohrwurm in den Tag geschickt. So ging es mir mit Irgendwie anders, einer tollen Nummer von Tonbandgerät, die einen wahnsinnig schönen Refrain mit sich bringt.



Max Giesinger - Für immer 
Meine Konzert Highlights werdet ihr im dazugehörigen Bericht zu hören bekommen. Dennoch wollte ich vorab schon mal diese Ballade des Künstlers teilen, da sie mich positiv überrascht und auch irgendwie bewegt hat.


In diesen Sinne... 

Diesmal fällt der Monatsrückblick etwas kürzer aus. Obwohl Isona emion und mich dazu aufforderte, am Camp NaNoWriMo teilzunehmen, habe ich im April nicht wirklich viel geschrieben bzw. Wörter gezählt. Ihr mögt mir vergeben. Die zwei Jahre Dauerschreibmarathon hinterlassen ihre Spuren. Dafür kann ich aber im Mai wahrscheinlich von neuen Romankorrekturen berichten.

Aber jetzt hoffe ich, dass ihr gut in den Mai kommt bzw. tanzt und das verlängerte Wochenende schön ausklingen lassen könnt. 

Donnerstag, 27. April 2017

Da waren es nur noch neun

Bild von der hörverlag
Steckbrief


Name: Da waren es nur noch neun
Autor: Agatha Christie
Verlag: der Hörverlag

Geeignet für: ab 16 Jahren, oder für Menschen, die gerne Krimis lesen 
Gelesen oder gehört: gehört
Sprecher: Christian Hoening
Bewertung: 4 von 5 Punkten

Klappentext

(Text von Hoergold)


"Ein gespenstisches Wochenende auf einer kleinen englischen Insel! Eingeladen hat der große Unbekannte. Die Gäste: Zehn Personen mit geheimnisvoller Vergangenheit. Auf der Insel hält man Gericht über sie - bis jeder der Geladenen nicht nur sein Gesicht, sondern auch das Leben verliert..." .



Meine Meinung

Agatha Christie ist eine der typischen Autoren, von denen ich natürlich schon viel gehört, aber noch nichts gelesen hatte. Daher dachte ich, dass es im Rahmen meines Aktionsmonats endlich an der Zeit wäre, mir einen Krimi von ihr vorzuknöpfen.

Anfangs musste ich mich beim Hören von "Da waren es nur noch neun" sehr konzentrieren, weil alle Hauptpersonen für mich recht schnell eingeführt werden. Jeder begibt sich aus einem anderen Grund auf die Reise zur geheimnissvollen Soldateninsel. Einerseits, um alte Freunde wiederzutreffen, andererseits um neue Arbeitsplätze anzutreten oder ein scheinbar gemütliches Wochenende zu verbringen. Alle folgen sie der Einladung von Mr. oder Mrs. N. Owen.

Der Schreibstil des Krimis hat mir sehr gut gefallen. An der Sprache war für mich erkennbar, dass er in einer anderen Zeit entstanden ist. Sprachlich war er schöner ausgeschmückt, als einige Bücher, die in der heutigen Zeit verfasst wurden. Interessant fand ich, dass ich die Geschichte aus jedem Blickwinkel betrachten konnte. Absatzweise - numerierte Kapitel gibt es hier nicht - wurde sie von einem der Hauptpersonen erzählt. So erfuhr ich nicht nur, wie die Ereignisse auf ihn wirkten, sondern bekam auch einen Eindruck, was sein Geheimnis sein könnte.

Was das Hören betrifft, so schafft es Christian Hoening, jedem Charakter eine eigene Stimme und somit auch eine eigene Gestalt zu verleihen. Selbst die Darstellung, des einmalig vorkommenden alten Mannes im Bus, zauberte mir ein Lächeln aufs Gesicht.

Etwas "unrealistisch" fand ich die Auflösung des Krimis. Ich habe das Gefühl, so langsam ein Gespür für Kriminalfälle entwickelt zu haben. Umso erstaunter war ich am Ende, dass ich recht behielt und mein Favorit der "Täter" war. Seine Begründung war mir allerdings etwas zu flach.

Dennoch kann ich diesen Krimi guten Gewissens weiterempfehlen, weil ich die ganze Zeit mit den Gästen mitzittern und mitfiebern konnte.
Wer also noch ein spannendes Hörvergnügen sucht, sollte sich diesen Krimi unbedingt besorgen.

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~K~: Dieser Beitrag ist eine Rezension aus der Konserve und wurde bereits veröffentlicht. 

Dienstag, 25. April 2017

Meine geniale Freundin - Die neapolitanische Saga Band 1

Bild von der hörverlag
Steckbrief

Name: Meine geniale Freundin (auch als Buch erhältlich)
Autor: Elena Ferrante
Verlag: der hörverlag
Geeignet für:
Gelesen oder gehört: gehört als ungekürztes Hörbuch
Sprecher: Eva Mattes
Bewertung: 4,5 von 5 Punkten


Klappentext 

(von der hörverlag

"Eine Freundschaft als Spiegel einer Stadt, einer Nation, einer ganzen Generation

Im Alter von 66 Jahren erfüllt sich Lila einen Traum: Sie verschwindet von einem Tag auf den anderen. Zurück bleibt ihre beste Freundin Elena und schreibt ihre gemeinsame Geschichte nieder: In den 1950er Jahren wachsen sie am Rande Neapels auf. Elena erzählt vom Alltag der kleinen Leute, vom Zugschaffner Donato, der Gedichte schreibt, vom tyrannischen Don Achille, von den Solara-Brüdern, die sonntags mit ihrem Auto den Corso abfahren. Von Mädchenträumen und erster Liebe. Doch auch wenn ihre Lebenswege nicht parallel verlaufen, da Elena das Gymnasium besuchen darf, als Lila schon auf ihre Hochzeit zusteuert, bleibt eines unverbrüchlich: ihre Freundschaft."


Meine Meinung 

Kurz vor der Leipziger Buchmesse empfiehl mir ein Leser dieses Blogs das Buch Meine geniale Freundin von Elena Ferrante. Da mir die Autorin vom Namen her bekannt vorkam, hoffte ich einfach mal, dass es auch ein Hörbuch Version der Geschichte geben würde. Als ich dann zufälligerweise bei meinem Pressetermin auf der LBM danach fragte, wurde meine Ahnung bestätigt. Die Messe ging vorbei und ein paar Tage später hatte ich Meine geniale Freundin im Briefkasten. Ich hätte definitiv nicht damit gerechnet.

Gestaltung
Meine geniale Freundin wird von Eva Mattes gelesen, die viele von euch wahrscheinlich als Schauspielerin kennen. Mir sagte sie nur vom Namen her was. Ich hatte aber das Gefühl, dass sie hier eine gute Sprecher Wahl sein könnte. Und ich habe mich nicht getäuscht.
Eva Mattes kommt definitiv auf die Liste meiner Lieblingshörbuchsprecherinnen. Sie hat Elena Ferrantes Roman einfach - um beim Titel zu bleiben - genial vertont. Ihre Stimme passt perfekt zu der Geschichte. Sie schafft es, die Feinheiten von Meine geniale Freundin gut zu transportieren, ohne die Geschichte zu überladen. Außerdem hat sie eine tolle Betonung der italienischen Namen und Ortschaften.

Inhalt
Der Klappentext fasst Meine geniale Freundin beinahe ziemlich gut zusammen und erwähnt so, auf was man sich bei der Lektüre einlässt. Jetzt fragt ihr euch vielleicht: Warum beinahe? Lest weiter!
Elena Ferrante führt gleich zu Beginn ihres Romanes eines meiner Lieblings Stilmittel ein: Sie erzählt die Geschichte in der Geschichte. Wir lernen Protagonistin Elena kennen, die einen Anruf von dem Sohn ihrer besten Freundin bekommt. Der Sohn ist mittlerweile erwachsen. Dennoch macht er sich große Sorgen. Seine Mutter Lila ist spurlos verschwunden. Nicht etwa, weil sie entführt wurde. Elena und der einsam zurückgebliebene Sohn müssen davon ausgehen, dass Lila freiwillig abgetaucht ist. Nun stellt sich die erste Frage: Warum?
Elena fasst einen Entschluss: Sie schreibt die Geschichte von Lila und ihrer Freundschaft nieder. In Meine geniale Freundin nimmt die Trilogie ihren Anfang.

Weder der Titel noch der Klappentext lassen erahnen, dass die Freundschaft der beiden nicht immer harmonisch abläuft. Immer wieder ist ihre Beziehung von einer Hassliebe geprägt. Während sie einerseits tiefsinnige Gespräche führen und sich so gut es geht unterstützen, bricht auf der anderen Seite ein Wettstreit aus.

Ich-Erzählerin Elena identifiziert sich über Lila. Sie möchte nicht nur genauso gut sein, wie ihre beste Freundin, sondern in manchen Bereichen sogar glänzen und das Ziel vor ihrer Freundin früher erreichen. Wenn Lila ihr einen Schritt voraus ist, wertet Elena ihre eigenen Leistungen ab und hat das Gefühl, das ihr Leben, im Vergleich zu Lilas, belanglos und unwichtig ist.

Lila hingegen weiß schon früh, was sie will und ist sehr zielstrebig. Zudem ist sie auch unheimlich dickköpfig, was vielleicht auch mit dem italienischen Temperament zusammenhängt, ich bin mir da nicht so ganz sicher :-). Immer wieder gibt es Momente, in denen Lila Elena fördert und versucht das Beste aus ihr herauszuholen. Nur um ihr dann, nach Erreichen des ersten Etappenziels einen kleinen Stich zu versetzen.

Anfangs machten mich diese Szenen wahnsinnig: Die eine, die ständig besser sein möchte, als die andere und so weiter und so fort. Dann wurden die beiden älter und Elena Ferrante zeigte uns weitere Facetten der beiden Protagonistinnen. Ich bekam die Möglichkeit hinter Lilas Fassade zu blicken. Und das machte die Protagonistin, die ich eben noch für arrogant gehalten hatte, plötzlich ziemlich interessant.

Spannung 
Elena Ferrante spinnt hier einen guten Spannungsbogen. Die Handlung ist ausgeglichen. Es gibt keinen Moment, an dem die Geschichte vor sich hin plätschert und nichts passiert. Immer ist irgendetwas los. Entweder im Innenleben der Charaktere oder im Äußeren.
Schon bei Meine geniale Freundin wird eine ausführliche Geschichte erzählt. Als das Hörbuch auf das Ende zusteuerte, fragte ich mich, wie Elena Ferrante das wohl hinbekommen würde, ohne die Geschichte mitten im Satz zu beenden. Aber sie hat es geschafft: Und die Vorfreude auf den zweiten Band ist sehr groß.
Dennoch ertappte ich mich dabei, wie ich gegen Ende etwas den Überblick verlor. Ich hatte Mühe wichtige Charaktere auseinanderzuhalten. Allerdings glaube ich, dass sich dieses Problem mit der Zeit auch gibt.

Schreibstil
Elena Ferrante hat einen tollen Schreibstil. Dieser Satz ist jetzt so wahnsinnig informativ, aber ich weiß nicht genau, wie ich diesen Schreibstil in Worte fassen soll. (Dann lass es doch einfach, wenn dir nichts einfällt...).
Die Autorin bringt mit ihrer Art, Meine geniale Freundin zu erzählen, ein Stückchen Italien direkt zum Leser nach Hause. Ich mochte die Beschreibungen der Dorfbewohner, die auf ein temperamentvolles Viertel schließen lassen sowie die Dialoge der Charaktere.
Ich hatte wahrhaftig das Gefühl, Teil der Geschichte zu sein und wäre gerne noch ein bisschen länger bei Elena und Lila in Italien geblieben.

Gesamteindruck
Wie oben bereits erwähnt wurde mir das Buch von einem Leser dieses Blogs empfohlen. Als ich dann bei der Buchmesse erfuhr, dass ein Großteil von Meine geniale Freundin von dem Wettstreit zwischen Lila und Elena handeln sollte, wurde ich etwas misstrauisch. Ich war mir nicht sicher, ob das Buch was für mich ist, obwohl ich diese Identifikation der Protagonistin über ihre Freundin nachvollziehen konnte.
Letztendlich war ich vom Inhalt wirklich positiv überrascht..
Natürlich spielt der Wettkampf zu Beginn der Geschichte eine große Rolle. Doch je älter die Freundinnen werden, desto stärker kommen die anderen Elemente zur Geltung, die im Klappentext so treffend beschrieben werden.

Mit Meine geniale Freundin hat Elena Ferrante den tollen Auftakt einer neuen Buchreihe geschaffen, die in verregneten Frühlingstagen etwas italienisches Flair nach Hause bringt.


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* Dieses Hörbuch wurde mir als Rezensionsexemplar vom Verlag zur Verfügung gestellt.

Sonntag, 23. April 2017

Lesen am Welttag des Buches - Lesemarathon

Foto A. Mack
Hallo ihr Buchlinge da draußen,
obwohl es bei mir heute recht schönes Wetter ist, treffe ich mich nun mit euch zum gemeinsamen Tages #Lesemarathon. Wer die Ankündigung zur Aktion verpasst hat, findet diese, sowie die Teilnehmerliste HIER.
Stündlich wird es ein Update, sowie neue Fragen oder Aufgaben geben.
Ihr dürft sehr gerne bei der Facebook Veranstaltung vorbeischauen oder unter dem Hashtag #Lesemarathon auf Twitter aktiv werden. Das Bild könnt ihr ebenfalls unter Quellangabe für euren Post verwenden.
Soweit so gut. Dann schwingen wir uns mal auf in die Social Media Kanäle oder unsere Geschichten...

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Update 1: 14:30 - 15:30 Uhr 

Gerade eben habe ich last minute mäßig noch die Teilnehmerliste auf den neusten Stand gebracht und erfreut festgestellt, dass 12 Leute an der Facebook Veranstaltung teilnehmen. Das werden unterhaltsame Stunden. Hoffe ich :-). Aber kommen wir zur ersten Frage...

Es wäre ja langweilig, nur nach eurer aktuellen Lektüre zu fragen. Erzählt uns doch auch etwas über euren Protagonisten. Was wisst ihr über ihn / sie? Findet ihr die Eigenschaften sympathisch? 

Ich höre gerade Meine geniale Freundin von Elena Ferrante. Ich-Erzählerin Elena berichtet von ihrer Freundschaft zu Lila, die schon seit Kindheitstagen andauert. Hierbei handelt es sich um eine Trilogie, wobe ies im Band 1 eben um die Erlebnisse in der KIndheit bzw. Jugend geht. Der Fokus der Geschichte liegt auf Lila bzw. Elenas Beziehung zu Lila. Daher werde ich etwas über Lilas Eigenschaften erzählen: Sie ist ziemlich stur, aber auch ehrgeizig. Zudem hat sie einiges an Selbstbewusstsein und ist keinesfalls schüchtern. Allerdings hat sie auch egoistische Züge. So meint man hin und wieder, dass sie Elena unterstützt und fördert. Dann kommt aber heraus, dass Lila das hauptsächlich aus Neugier wegen des Themas gemacht hat und nicht, weil es ihr wichtig war, Elena zu unterstützen. Dennoch bin ich mittlerweile so weit, dass ich Lila keinen ausschließlichen Egoismus unterstelle, was die Geschichte wiederum spannend macht.
Himmel, ich kann nicht mal kurz und knapp auf meine eigenen Fragen antworten. Asche auf mein Haupt!


Update 2: 15:30 - 16:30 Uhr 

Fast eine halbe Stunde später bin ich dann auch mal beim Lesemarathon eingestiegen. Zuerst war ich damit beschäftigt mir einen Social Media Überblick zu verschaffen. Dann hab ich noch einen Post von Michelle von Licentia Poetica entdeckt, den ich unbedingt noch lesen und kommentieren wollte. Dann durfte ich endlich in Meine geniale Freundin einsteigen und wurde gleich mit einer tollen Szene begrüßt.
Kommen wir zur nächsten Frage:

Heute ist Welttag des Buches: Was bedeutet dieser Tag für dich? Wie entstand deine Liebe zum Buch? 

Den Welttag des Buches habe ich erst wirklich in den letzten zwei Jahren wahrgenommen. Davor wusste ich noch nicht mal, dass es einen buchigen Feiertag gibt. Ich finde es zwar toll, dass es einen literarischen Feiertag gibt, merke aber, dass ich die Liebe dahinter noch nicht ganz begreife, obwohl meine Liebe zur Literatur schon groß ist.

Die Liebe zum Buch habe ich schon früh entdeckt. Meinem Bruder und mir wurden früh Gute-Nacht Geschichten vorgelesen. Als ich dann selbst lesen konnte, gab ich mich nicht nur mit den dünnen Büchern zufrieden, sondern schnappte mir dicke Schinken wie Tintenherz von Cornelia Funke oder der Harry Potter Reihe von J.K. Rowling. Obwohl ich inzwischen nicht ausschließlich Fantasy lese, finde ich es toll, in fremde Welten eintauchen zu können. Ich erlebe die Geschichten fremder Protagonisten und kann meinen Alltag eine Zeit lang ausblenden. Außerdem finde ich mich in vielen Geschichten wieder, erkenne die Eigenschaften der Charaktere und finde diese auch in meinem Leben.
Ich finde es spannend, beobachten zu können, wie Geschichten verstrickt, Charaktere entwickelt un Welten geschaffen werden.


Update 3: 16:30 - 17:30 Uhr 

Nach einer kurzen Pause in der ich mir eine Kanne Tee und Schokolade beschafft habe, bin ich wieder in die buchige Welt abgetaucht. Meine geniale Freundin steuert langsam auf den Höhepunkt zu. Ich hoffe ja, dass ich das Hörbuch heute noch durchbekomme.
Bei Facebook in der Veranstaltung ist einiges los. Mittlerweile sind wir 18 Teilnehmer und ich hätte absolut nicht damit gerechnet, dass sich an einem Sonntag so viele Lesebegeisterte einfinden werden.
Kommen wir nur zur dritten Frage:

Du bist ein Teil der Bücher Community: Wie erlebst du die buchige Gemeinschaft? Erlebst du einen Unterschied zwischen Bloggern und Booktubern? Was wünschst du dir von der Community? 

Ich stelle fest, dass beide Gruppen sehr kreativ sind und sich Booktube und das Bloggen oft miteinander verknüpfen lässt. Was ich mir von der Community wünsche? Das jeder seinen Platz findet und niemand ausgeschlossen wird.

Ich hätte nicht gedacht, dass meine Antwort so kurz ausfällt. Dennoch wollte ich mir jetzt keine andere Frage überlegen.


Update 4: 17:30 Uhr - 18:30 Uhr 

Ich hätte absolut nicht gedacht, dass die Zeit so schnell vergeht. Am Anfang hab ich mich noch etwas von den Social Media Kanälen ablenken lassen und meinem Hörbuch nur halbe Aufmerksamkeit geschenkt. Mittlerweile habe ich eine gute Mischung - ja, ich kann auch multi tasking :-) - und stelle fest, dass ich den Roman wahrscheinlich heute wirklich noch beenden kann.
Nun wird es Zeit für die letzte Frage:

Es sind fast vier Monate des aktuellen Jahres vergangen. Hast du dir ein bestimmtes Leseziel gesetzt? Gibt es Bücher, die du 2017 unbedingt lesen möchtest? 

Seit zwei Jahren führe ich eine kleine Statistik, wie viele Bücher ich pro Jahr lese bzw. höre. Mittlerweile hat sich bei mir ein kleiner SuB angehäuft. Mein Ziel ist es, den SuB wieder etwas zu reduzieren. Vor allem der Bücherstapel macht mir etwas zu schaffen. Bestimmte Buchziele habe ich nicht.


Aftershow Party 

Der offizielle Teil ist vorbei. Ein lustiges Grüppchen hat sich aber in der Facebook Veranstaltung getroffen und hängt noch etwas Lesezeit - oder sollte ich besser sagen Plauderzeit -  dran. Mal schauen, wie lange wir noch aktiv sind.

19:07 Uhr - Meine geniale Freundin ist beendet
Ich habe den ersten Teil von Elena Ferrantes Reihe beendet und bleibe jetzt irgendwie geflasht zurück, weil die Geschichte etwas abrupt aufhört. Allerdings macht sie mich wahnsinnig neugierig auf die weiteren Teile und bietet vor allem sehr viel Potential. Jetzt muss ich den Roman erstmal verdauen, werde mich aber schon bald an die Rezension setzen.

Ich finde es außerdem wirklich faszinierend, wie schnell der Tag vergangen ist. Obwohl ich gestern recht spät ins Bett gegangen bin und heute schon wieder gegen kurz nach 9 Uhr wach war, flogen die Stunden regelrecht dahin.
Jetzt werde ich erstmal kurz zu YouTube springen und ein paar Einstellungen bearbeiten und dann mal schauen, was der Abend noch so bringt.

20:40 Uhr 
Mein literarischer Tag geht zu Ende. Ich habe beschlossen Meine geniale Freundin erst noch etwas sacken zu lassen, bevor ich mit einer neuen Lektüre anfange. Außerdem will ich heute Abend noch ein paar andere To Dos erledigen, wie beispielsweise meine ganzen Sounds für YouTube sortieren. Wobei ich das wahrscheinlich nicht an einem ABend schaffen werde.

Kurzum: Ein herzliches Dankeschön an alle, die heute dabei waren oder den Beitrag via Twitter so fleißig supportet haben. Ich glaube, es gab selten einen Beitrag mit so einer guten Weichreite.

Ich wünsche euch einen guten Start in die neue Woche

Freitag, 21. April 2017

Lesen am Welttag des Buches 2017

Foto: A. Mack
Hallo ihr lieben Buchlinge,
die Buchsüchtigen unter euch, wissen wahrscheinlich schon lange, was am kommenden Sonntag den 23. April ansteht: Der alljährliche buchige Feiertag wird zelebriert. Und zwar auch hier auf diesem Blog. Diese Woche kam mir eine spontane Idee, die ich gerne mit euch umsetzen möchte.



Der Sonntag wird zum Lesemarathon 

Aufmerksame Leser unter euch werden genervt mit den Augen rollen und sich fragen: Will sie uns jetzt verarschen? Der Lesemarathon steigt doch das ganze Jahr!"
An sich stimme ich euch zu. Allerdings dachte ich mir, dass es doch nett wäre, sich am buchigen Feiertag ein paar Stunden gemeinsame Lesezeit zu nehmen. Da "in den Welttag rein lesen" bei mir zeitlich leider nicht passt und am Montag der Alltag weitergeht, schien mir der Lesemarathon ein guter Kompromiss.


Ich will mitmachen! Was muss ich tun? 

Bücher lieben, lesen und atmen.

Spaß beiseite. Hier die Daten und Fakten:

Kernzeit: 14:30 Uhr - 18:30 Uhr
Gerne dürft ihr aber schon früher einsteigen oder länger lesen.

Die Lektüre: Hier gibt es keine Vorgabe. Es sind sowohl Hörbücher als auch Bücher erlaubt.

Fragen / Aufgaben: Stündlich wird es eine Frage oder eine Aufgabe geben, die du entweder auf deinem Blog / Kanal oder als Kommentar in der Facebook Veranstaltung beantworten kannst.

Werben: Natürlich darfst du für die Aktion werben. Das Bild darfst du unter Angabe der Quelle auch gerne für deinen Beitrag verwenden.


Teilnehmerliste 

Je nachdem wie viele Leute zusammenkommen, wäre es doch cool auf den einzelnen Kanälen stöbern zu können. Deswegen könnt ihr euch via Kommentar au die Teilnehmerliste setzen lassen.


Anett von Anets Bücherwelt
Caro - Wint3rkind
Duna - Buchratte Duna (aktiv auf Facebook und Twitter)
Emma & emion - Ge(h)Schichten
Ever - Welt in Buchstaben

Donnerstag, 20. April 2017

Der Vorleser

Bild von Diogenes
Steckbrief

Name: Der Vorleser (auch als Hörbuch erhältlich)
Autor: Bernahrd Schlink

Verlag: Diogenes Verlag
Geeignet für: ab 17 Jahren, oder für Menschen, die gerne "vielseitige" Bücher lesen
Gelesen oder gehört: teilweise gelesen und gehört
Sprecher: Carsten Bender *
Bewertung: 2,5 von 5 Punkten


Klappentext 

(Produktbeschreibung von buecher.de)

"Sie ist reizbar, rätselhaft und viel älter als er... und sie wird seine erste Leidenschaft. Sie hütet verzweifelt ein Geheimnis. Eines Tages ist sie spurlos verschwunden. Erst Jahre später sieht er sie wieder. Die fast kriminalistische Erforschung einer sonderbaren Liebe und bedrängenden Vergangenheit."


Meine Meinung 

In dem Buch "Der Vorleser" geht es um den fünfzehnjärigen Michael, der eine Affäre mit der deutlich älteren Hanna hat. Als er von seinem Schulweg nach Hause kommt, wird ihm schlecht und er übergibt sich. Sie findet ihn und bringt ihn nach Hause. Als bei ihm eine Krankheit diagnostiziert wird, die dafür sorgt, dass er für mehrere Wochen zu Hause bleiben muss, beschließt er sich bei ihr zu bedanken.
So kommen sich beide Stück für Stück näher und entdecken schließlich ihre Leidenschaft füreinander.

2008 ist das Buch verfilmt worden. In diesem Rahmen hörte ich das erste Mal von "dem Vorleser" und kannte die Geschichte vom Hören Sagen. Da der Film gut sein sollte, freute ich mich auf das Buch und war froh, dass wir einen etwas "neueren" Klassiker lesen durften.

Das Buch ist in drei Teile aufgeteilt. Die Kapitel sind nicht sehr lang und meiner Meinung nach lässt es sich recht flüssig lesen.
Als die Beschreibung der Affäre los ging, dachte ich schon das die Erotik das ganze Buch über bleiben würde. Da verging mir schon etwas die Lust, da ich einfach nicht der "Erotik" Typ bin. Als dann andere Konflikte, wie das genaue Eingehen auf Hannas Charakter, oder ein Konflikt innerhalb von Michaels Familie angedeutet wurden, weckte das Buch wieder mein Interesse.

Als Michael Hanna später überraschend wiedertrifft und ihr Geheimnis gelüftet wird, erklärt sich ihr Verhalten an manchen Szenen im ersten Teil. Gut hat mir gefallen, dass ihr Geheimnis für den Leser so offensichtlich gelüftet wurde und man nicht, wie bei vielen Klassikern, zwischen den Zeilen lesen musste.

Das Buch bietet auf jeden Fall mehr Facetten als den Erotik Teil. Es werden offen Konflikte, wie, das "nicht mehr miteinander reden" was dazu führt, dass man sich auseinanderlebt, oder das Verdrängen oder "nicht abschließen" von Situationen, thematisiert und beschrieben.

Auch die Bearbeitung und Diskussionen zum Buch, die wir im Unterricht geführt haben, fand ich sehr spannend, weil ich so den Eindruck hatte, es doch mehr zu erfassen. Mir wären sicher wesentliche Informationen entgangen, wenn ich nicht ab und zu über manche Stellen mit anderen Leuten diskutiert hätte.

Zum Film: Dafür, dass der Film von vielen Zeitungen gelobt wurde, fand ich ihn relativ platt. Verschiedene Themen, die im Buch ausführlich thematisiert und bearbeitet wurden, wurden im Film nur angedeutet und unbearbeitet im Raum zurückgelassen. Kate Winslet, die im Film die Rolle der Hanna übernimmt, hat aus meiner Sicht nicht überzeugend gespielt. Hannas Charakter, den wir ausführlich im Deutschunterricht herausgearbeitet haben, habe ich in ihr nicht wieder entdecken können.

Zum Hörbuch: Es gibt wohl zwei Fassungen des Hörbuchs. Einmal gibt es eine Version, die bei amazon erworben werden kann. Diejenigen unter euch, die blind oder sehbehindert sind, können in der Marburger Hörbücherei anfragen und die Daisy CD ausleihen, die von Carsten Bender gelesen wird. (Mit dieser CD haben wir im Unterricht gearbeitet).



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~K~: Dieser Beitrag ist eine Rezension aus der Konserve und wurde bereits veröffentlicht. 

Sonntag, 16. April 2017

Die Sache mit den 5 Dingen: Wie soll's weitergehen?

Liebe Buchlinge,
heute wende ich mich mal mit einer kleinen Frage an euch: Vor einiger Zeit habe ich mit der "5 Dinge"- Aktion begonnen. Hier ging es darum jeden Sonntag von den fünf positiven Dingen der Woche zu berichten. Ich war mir ziemlich sicher, dass diese "5 Dinge"-Kategorie Podcast Potenzial hatte.
Und dann kamen Freunde und Familie und rieten mir: "Hand aufs Herz! Das ist unnützes Wissen!" 
Ich war froh über das Feedback, denn was bringen Beiträge, die eigentlich gar niemand lesen oder hören möchte? 
Ich will nicht zu den Bloggern zählen, die das Netz mit belanglosen Informationen füllen, nur um etwas zu berichten.
Dennoch merke ich anhand der Blog Statistik, dass die "5 Dinge"- Posts immer wieder angeklickt werden. Ob Robots oder echte Besucher dahinterstecken? Keine Ahnung :D
Deswegen frage ich euch: Wollt ihr die "5 Dinge"- Kategorie in Podcast Form? (Wahrscheinlich schaffe ich es nicht jede Woche, könnte mir aber vorstellen, das Format alle zwei Wochen zu produzieren).
Die Podcasts werden dann sowohl hier auf dem Blog als auch auf YouTube zu finden sein. 

Wer direkt einen Knopf drücken will und im glücklichen Besitz eines Twitter Kontos ist, kann auch hier abstimmen: https://twitter.com/GehSchichten/status/853649228878544897

Ich zähl auf euch! 

Ach, ja! Und Buenos Eires auch an dieser Stelle an euch :) 

Freitag, 14. April 2017

Die LBM17 - Ein Mehrteiler - Teil 2. Weitere Highlights am Freitag



Im ersten Teil unseres LBM Berichts wurdet ihr über unseren Anreise Krimi und die ersten Veranstaltungen am Messe Freitag informiert.
Doch das war noch nicht alles: Der Freitag bot das ein oder andere Highlight von dem wir euch im zweiten Bericht erzählen möchten.

Da war beispielsweise das Treffen mit der Autorin Fanny Bechert, die wir am Stand des Sternensand Verlags treffen durften.
Außerdem haben wir unser erstes Messe Interview geführt. Und zwar mit Philipp Reinartz, dessen aktueller Roman "Die letzte Farbe des Todes" im Goldmann Verlag bei der Verlagsgruppe RandomHOuse veröffentlicht wurde.
Und natürlich gab es auch wieder ein paar interessante Vorträge. Aber wie immer erstmal der Reihe nach...



Das Treffen mit Fanny Bechert:

Highlight Nummer 1: Erzählt von Skyara 

Foto: Rita Kleile
Nach einer kleinen Pause haben wir dann endlich meinen ersten wichtigen Termin angesteuert. Fanny Bechert am Sternensand-Verlag Stand. Auch wenn wir nur kurz Zeit hatten, so war ich doch sehr glücklich. Ich erhielt von Fanny ein Autogramm und noch obendrauf eine der Spruchkarten, zu denen sie uns auf ihrer Facebook Seite schon weit im Voraus den Mund wässrig gemacht hat. Nach einem kleinen Gespräch über das euch Emma sicher mehr berichten kann, denn es ging um das Autoren Dasein und auf was man nach Fannys Erfahrung besonders achten sollte, konnte ich auch noch ein kleines bisschen mit anderen Bloggern am Stand schnacken und lachen!

Ergänzung von Emma:
Skyara hatte mir erzählt, dass Fanny Bechert ebenfalls als Selfpublisherin begonnen hatte. Und natürlich musste ich sie da gleich mal befragen: Was ist sinnvoller? BoD oder doch lieber Amazon? Sie war die Erste, die auch ein paar Bedenken bezüglich BoD äußerte. Das fand ich besonders spannend, da ich bisher nur Positives von dem Unternehmen gehört hatte.
Sonst bleibt mir nur zu sagen: Ichh atte das Gefühl, dass am Verlagsstand eine lustige Stimmung herrscht. Es gab definitiv viel zu lachen :-).


Papyrus Autor - Oder: The never ending story 

Skyara und ich hatten auf der LBM eine Mission: Isona wollte das Programm Papyrus Autor. Und wir sollten ihr die wichtigen Informationen beschaffen. Natürlich hatte Isona auch schon auf der FBM im vergangenen Oktober den Stand unsicher gemacht. Es gab aber dennoch einige zu klärende Fragen. Außerdem sagen meine Crowd Mitglieder, dass ich mir das Programm ebenfalls besorgen soll. Und da wollte auch ich mal ein paar kritische Fragen vor Ort stellen.
Erst einmal gerieten wir in eine Vorführung des Programms. Optisch hatte ich nicht viel davon. (Ich sollte beizeiten mal ein Foto von meinem Bildschirm machen, dann versteht ihr besser, was ich miene. Aber ich schweife schon wieder ab).
Dennoch klangen die Funktionen interessant und fast zu gut um wahr zu sein. Das Programm lockte mit: einer Stilanalyse, einer integrierten Duden Rechtschreibprüfung (im Gegensatz zu Word!), einer Klemmbrett Funktion für Steckbrief Eintragungen und vielem mehr. (Ich besteche Isona, dass sie euch das Programm hier mal genauer vorstellt...).
Dann schnappten Skyara und ich uns eine Mitarbeiterin des Support Teams. Die Dame hatte eine wahnsinnige Geduld mit uns, man kann es nicht anders sagen :-). Nachdem Skyara und ich das gefühlte fünfte Mal am Stand auftauchten, da es immer noch Fragen oder Formalitäten zu klären gab, war sie immer noch freundlich. Scherzhaft meinte ich dann zu Skyara: "Die Frau ist sicher auch froh, wenn endlich alles unter Dach und Fach ist..."

Warum ich ebenfalls mit einer Lizenz liebäugle: Der bekannte Autor Andreas Eschbach hat die Stilanalyse mitentwickelt. Hier schätzt das Programm deinen Stil ein. Annehmen musst du die Vorschläge keinesfalls. Es gibt farbliche Unterteilungen: Wenn dein Text grün unterlegt ist, ist er perfekt. Gelb ist aber auch schon zufriedenstellend. Ganz schlimm ist natürlich der altbekannte Rotstift.
Außerdem konnte mir die Dame vom Support namhafte Autoren nennen, die mit dem Programm arbeiten. Vorab hielt ich das Programm mehr für eine Lockmethode. So nach dem Motto: "Schreib deinen Bestseller mit Papyrus", dabei nutzen die Verlagsautoren ganz andere Programme. Umso überraschter war ich dann Namen wie Andreas Franz am Papyrus Stand zu lesen.

Ende März ist Isona in die Papyrus Welt abgetaucht und kommt aus dem schwärmen gar nicht mehr heraus.


Merkwürdige Begegnungen in der Bloggerlounge 

Danach zog es Skyara und mich in die Bloggerlounge von der wir schon so viel gehört hatten. Wir hatten noch etwas Zeit und wollten nicht nur eine kleine Pause machen, sondern auch die bisherigen Termine und Informationen verdauen. Außerdem musste ich dringend ein paar Stichpunkte für den Messebericht machen.

Zur Gestaltung der Bloggerlounge 
Die Bloggerlounge ist ein kleiner abgetrennter Bereich für - haha - Blogger. Übrigens ganz in der Nähe von der Autorenlounge. Hier gibt es Sitzmöglichkeiten - wahlweise Barhocker oder normale Stühle - und dazugehörige Tische. Außerdem bekommen Blogger hier gratis Kaffee und Verpflegung zu humanen Preisen. Skyara schlug sofort zu.

Die ersten Begegnungen und Gespräche 
Wir setzten uns an einen Tisch, der mit zwei Bloggergrüppchen gefüllt war. Mir gegenüber saß jemand, von dem ich glaubte, ihn schon mal in einem YouTube Follow me around gesehen zu haben. Angesprochen habe ich ihn nicht. Wie war das doch gleich mit der Schüchternheit?
Seine Begleitungen kamen mir nicht bekannt vor. Die Gruppe war auch in ein angeregtes Gespräch über kommende Kooperationen vertieft. Schnell war klar: Bücher war nicht das einzige Thema der Bloggerinnen. Kosmetik war ebenfalls gefragt. Allerdings brachen sie schnell zum nächsten Termin auf. Und so fielen uns die Sitznachbarinnen schräg gegenüber von uns auf.
Skyara und ich waren in eine Diskussion über die Vor- und Nachteile von Papyrus vertieft, als mir auffiel, dass ich neugierig beäugt wurde. Der Klassiker: Ich schaue hin. Person schaut schnell weg. Diese Pendelbewegung probierten wir noch ein paar Mal aus. Leider fallen mir hier im Nachhinein immer die coolsten Sprüche der Welt ein. In dieser Situation - die erste Müdigkeit setzte bereits ein - fragte ich mich ob es Interesse, Neugier, Starren oder einfach von allem ein bisschen war. Die Wahrscheinlichkeit, dass es sich bei ihr um eine Leserin dieses Blogs handelt, war ziemlich gering.
Also blieben Skyara und ich einfach standhaft und warteten bis sich die beiden freundlich verabschiedeten.


Zufällig hineingeraten - Interessante Lektorenrunde 

Foto: A. Mack
Zeitig machten wir uns auf den Weg zu einem meiner Favoriten Termine und kamen so rein zufällig zu einer interessanten Diskussionsrunde rund um das Thema Lektorat. Leider ist mir der Titel der Veranstaltung nicht mehr bekannt. Zudem kenne ich nicht alle Teilnehmer namentlich, weiß aber, dass Hans Peter Roentgen unter den Mitwirkenden war. Er betreibt einen Blog und hat bereits einige Ratgeber zum Thema Schreiben veröffentlicht. Sein Buch Vier Seiten für ein Halleluja steht bei mir im Regal und gehört zu meinen Lieblingsfachbücher.

Zum Inhalt 
Neu war für mich, wie das mit dem Korrektor und dem Lektor in der Praxis abläuft. Der Lektor ist für den inhaltliche Teil eines Romanes zuständig. Sind die Handlungsstränge gut aufgebaut? Ist der Inhalt logisch? Wo muss noch nachgebessert werden? Der Korrektor hingegen ist, wie der Name schon sagt, für das Beheben der Rechtschreib- und Grammatikfehler verantwortlich und hat mit dem Inhalt nichts zu tun. Ich bin bisher davon ausgegangen, dass Lektoren beide Arbeiten erledigen. Die Runde stellte aber schnell klar: Lektoren können und wollen nicht immer beides übernehmen. Sie geben die Korrektur Arbeit an den Korrektoren ihres Vertrauens ab um sich dann voll und ganz auf den Inhalt konzentrieren zu können.

Außerdem ging es noch um die Gehaltsfrage. Diese hängt davon ab, wie der Aufwand rund um das Manuskript ist. Natürlich hat es auch etwas damit zu tun, wie lange der Lektor im Geschäft ist.
Die Runde bestätigte, dass Lektoren mit den Jahren an Erfahrung gewinnen und so nach wenigen Seiten erkennen können, wie eine Geschichte tickt.


Was Literaturagenturen für Self-Publisher tun können... 

Foto: A. Mack
Zur Person
Roman Hocke ist Geschäftsführer der Literaturagentur AVA International. Autoren wie z.B. Sebastian Fitzek, Markus Heitz oder Peter Freund werden von AVA betreut.

Zum Inhalt der Veranstaltung 
In der Veranstaltung ging es darum, herauszuarbeiten, wie eine Literaturagentur den Self-Publisher unterstützen kann. Hier wurden ebenfalls Verlag und Agentur miteinander verglichen. Roman Hocke erzählte, dass es im Verlag darum gehe, ein Buch zu verlegen und auf den Markt zu bringen. Die Agentur hingegen sei nicht nur für die vertragliche Arbeit zuständig, sondern auch für die Marketing Strategie und für den Autoren als Marke verantwortlich. Zudem vertritt er ebenfalls die Meinung, dass Self-Publisher näher an der Zielgruppe dran seien, wie Verlagsautoren und oft schon von Marketing Erfahrung profitieren. Daher könne man auch voneinander lernen. Er sehe aber auch, dass es Self-Publisher gibt, die mit der Marketing Frage überfordert sind und sich lieber ausschließlich auf das Schreiben konzentrieren möchten. Auf die Frage, ob es sich für die Literatuagentur lohne Self-Publisher unter Vertrag zu nehmen, gab es keine klare Antwort. Allerdings meinte Hocke, dass es spannend sei, das Marketing für einen Self-Publisher aufzubauen.
Es wurde außerdem gefragt, wie die Vermittlung von Self-Publishern ablaufe. Hocke stellte hier klar, dass die Autoren das Know How mitbringen, wissen was sie wollen und ihre Zielgruppe kennen. Den Verlagen ist mittlerweile klar, dass Autoren heutzutage einen anderen Stellenwert bei den Lesern haben. Früher hatte der Autor mit seinen Lesern nicht viel zu tun.
Dann gab es noch Tipps für das Einsenden von Manuskripten: Es braucht eine gute Leseprobe sowie eine erzählerische Kraft. Zudem ist auch hier ein Expose gefragt. Darin sollte enthalten sein: Wie ist die Geschichte aufgebaut? Wie ist der Schluss? Originelle Idee? Neue Idee?
Auf die kritische Frage, ob die Agentur auch Absagen verschicke, gestand Hocke, dass dies leider nicht der Fall sei. Er wisse, dass es eigentlich ein Unding ist, in der Praxis aber nicht genügend Zeit bleibt, allen eine persönliche Absage zu schicken. Wenn man nichts von der Agentur hört, kann man davon ausgehen, dass kein Interesse besteht.
Und zu guter letzt wurde erwähnt, wie man den richtigen Agenten findet: Wie bei Verlagen gilt ebenso auch beim Agenten: Vorkasse geht gar nicht. Erst wenn der Vertrag unterschrieben ist, gibt es eine Garantie Zahlung.
Autoren Vereine haben zudem eine Liste vertrauenswürdiger Agenturen oder Literaturagenten zusammengestellt.

Meine Meinung 
Roman Hocke erzählte vieles über die Arbeit einer Literaturagentur. Hin und wieder hatte ich aber das Gefühl, dass auch die Literaturagenturen gezwungen seien sich dem Self-Publishing Markt zu öffnen und man eher versuche, sich dem Rend anzupassen, aber noch keine klare Strategie gefunden habe.
Der Runnig Gag von dieser und der vorherigen Lektoren Veranstaltung war:

Sie schlagen sich das Buch an den Kopf und finden so heraus, ob das Manuskript was taugt. 

Den Kommentar fand ich wirklich sehr amüsant. Und da er gleich in beiden Veranstaltungen zur Sprache kam, musste ich ihn einfach aufschreiben.


Blog'n Talk: Das Bloggertreffen der RandomHouse Verlagsgruppe - Interview Challenge mit Philipp Reinartz

Ich konnte es kaum glauben, als ich per Mail die Bestätigung bekam, dass ich am Bloggertreffen der RandomHouse Verlagsgruppe teilnehmen durfte. Ich hatte meinen Namen mehr just for fun in den Lostopf werfen lassen, aber absolut nie damit gerechnet, dass ich auch wirklich gezogen werden würde. Skyara und ich erfuhren, dass wohl 100 Leute an der Veranstaltung teilnehmen würden. Und da bekamen wir schon etwas weiche Knie und überlegten, ob das nicht einfach ein riesiges Gedränge werden würde...

Zur Veranstaltung 
Das Treffen fand am Hauptstand der Verlagsgruppe statt. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob wirklich 100 Leute da waren. Jedenfalls waren Skyara und ich positiv überrascht, wie gut sich die Menschenmenge auf den Stand verteilte. Nach einer kurzen Begrüßung und Erklärung der Interview Challenge war die Talkrunde eröffnet und die Gespräche begannen.
Wie aus dem Nichts tauchte dann Lisa von Lisas Bücherleben vor mir auf. Das erste Mal habe ich sie im Oktober in Frankfurt kennengelernt. Hier stellte sich heraus, dass sie und Isona denselben Studiengang besuchen. Isona überredete sie schnell Mitglied des Freiburger Bücherstammtisches zu werden und wir stellten schnell fest, dass uns die Liebe zum Buch verbindet. Dummerweise hatten wir uns nicht gezielt auf der LBM verabredet. Deswegen hat es mich riesig gefreut, dass sie mich bzw. uns doch ziemlich spontan gefunden hat. Nach einem kurzen Smalltalk machte sie sich auf den Weg zu ihrer Interview Challenge.
Das nächste bekannte Gesicht, das bei uns auftauchte war Ever von Welt in Buchstaben. Das Ever neben einem Buchblog auch noch einen tollen YouTube Kanal betreibt, habe ich schon oft genug erwähnt, oder?
Sie meinte zwar, dass wir uns beim Bloggertreffen sehen werden, aber als ich von der Teilnehmerzahl erfuhr, war ich mir da nicht mehr ganz so sicher. Auch hier hat es mich sehr gefreut, dass es geklappt hat und wir uns letztendlich sogar drei Mal während der LBM über den Weg gelaufen sind. Ever durfte übrigens Anne Freytag interviewen. Auch Martin der Buchwellenreiter schaute kurz vorbei, war aber auch ziemlich beschäftigt, einiges an Impressionen einzufangen.
Und dann begann schließlich auch unsere Interview Challenge:

Interview mit Philipp Reinartz
Wie oben schon erwähnt hatten wir die Ehre Philipp Reinartz zu interviewen. Während sein Debütroman noch im rowohlt Verlag erschien, hat sein aktuelles Projekt Die letzte Farbe des Todes sein Zuhause im Goldmann Verlag gefunden.
Zu unserer Schande müssen wir gestehen, dass wir vorab nicht viel über den Autor herausfinden konnten und daher interviewtechnisch einen holprigen und unschönen Start hinlegten. Dennoch wurden im Gespräch einige interessante Aspekte thematisiert, die ich in der heutigen Podcast Folge mit euch teilen möchte:



Kurzes Treffen mit Anne Freytag
Im Anschluss gingen Skyara und ich noch auf die Suche nach Anne Freytag. Diese war gerade in ein lebhaftes Gespräch mit Ever vertieft. Hier stellte ich mich dann kleinlaut dazu. Wer diesen Blog schon eine Weile verfolgt, weiß genau, dass ich ein großer Fan von Anne Freytags Schreibstil bin, bzw. ihrer Art Geschichten zu erzählen. Mein Highlight ist definitiv Mein bester letzter Sommer. Außerdem gefällt mir ihre Videoreihe, die sie gemeinsam mit Autorenkollegin und Freundin Adriana Popescu führt.
Ich wartete geduldig und war ziemlich glücklich, als ich ein Autogramm der Autorin bekam. Leider habe ich - im Gegensatz zum vorherigen Interview - überhaupt keine sinnvolle Frage gestellt und im Nachhinein wahrscheinlich ziemlich viel unnützes Zeug geredet. Deswegen kann ich über dieses Treffen gar nicht so viel berichten außer der Tatsache, dass ich mich total gefreut habe, die Autorin endlich mal persönlich kennengelernt zu haben. Allerdings gab es hier auch eine Menge anderer Blogger, die ihre Interview hallenge zu bestreiten hatten. Deswegen blieb leider nicht viel Zeit für ein ruhiges Gespräch. Aber die nächste Buchmesse kommt bestimmt.


Das Ende des ersten Messetages 

Müde und glücklich machten wir uns schließlich auf den Heimweg. Wir hatten unsere Highlights gesehen und auch das erste spontane Interview für den Podcast geführt.
Da konnte der Messe Samstag kommen:

Im nächsten Bericht erwartet euch: Unser kleiner Bericht zur Seraph Preisverleihung, die Vorstellung einer Datenbank, die Bloggern und Journalisten eine gute Recherche Möglichkeit bietet, Impressionen vom Poetry Slam Wettbewerb sowie Skyaras Highlight Nummer 2: Unser Treffen mit Angela Aiden.
Neugierig?


Donnerstag, 13. April 2017

Die 13 1/2 Leben des Käpt'n Blaubär

Bild von
Knaus Verlag
Steckbrief

Name: Die 13 1/2 Leben des Käpt'n Blaubär (auch als Hörbuch vorhanden)
Autor: Walter Moers
Verlag: Eichhorn Verlag
Geeignet für: von 10-14 Jahren, oder für Menschen, die sich auf fantasievolle Geschichten mit Symbolik einlassen können
Gelesen oder gehört: gelesen
Bewertung: 4,5 von 5 Punkten


Klappentext / Vorwort

(aus "Die 13 1/2 Leben des Käpt'n Blaubär", von Walter Moers, erschienen im Knaus Verlag Vorwort S. 6).

"Ein Blaubär hat siebenundzwanzig Leben. Dreizehneinhalb davon, werde ich in diesem Buch preisgeben, über die anderen werde ich schweigen. Ein Bär muss seine dunklen Seiten haben, das macht ihn attraktiv und mysteriös."


Meine Meinung

Wieder einmal hatte ich nichts zum lesen. MIr wurde dann dieses Buch in die Hand gedrückt. Zuerst war ich nicht so begeistert, da ich dachte: "Hm.. das ist ja ein Kinderbuch..".

Schon allein das Vorwort wischte meine Zweifel weg und sorgte dafür, dass ich es so shcnell nicht mehr aus der Hand legen sollte. Ich finde es lebendig und mit der richtigen Mischung "Witz" geschrieben. Und genauso ist auch der Rest des Buches.

Die Geschichte rund um Käpt'n Blaubär ist so verrückt und außergewöhnlich, dass sie fast schon wieder normal erscheint. Von einem verrückten Prof. Dr. abdul Nachtigaller, der sieben Gehirne (!) besitzt bis zu dem seltenen sprechenden Element Zamomin ist alles dabei. In seinen 13 1/2 Leben kommt der Blaubär ziemlich rum, erlebt viel, lernt viele Wesen kennen und beschließt diese Geschichten mit seinen Lesern zu teilen.

Dieses Buch hat eine schöne Mischung. Einerseits könnte es wirklich die Kindergeschichte schlechthin sein, mit Abenteuern und allem was dazugehört, andererseits ist es auch für Erwachsene gedacht. In diesem Buch stecken schöne sprachliche Bilder, die sich auch auf die heutige Gesellschaft übertragen lassen. Da wäre das Wüstenvolk, dass sich einfach nicht anpassen und in der Stadt leben kann, oder die Zwergpiraten, die man nur wahrnehmen kann, wenn man genauso groß ist, wie sie.

Wer also auf der Suche nach einer fantasievollen lustigen Geschichte ist, sollte dieses Buch unbedingt lesen.


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~K~: Dieser Beitrag ist eine Rezension aus der Konserve und wurde bereits veröffentlicht.

Samstag, 8. April 2017

Es ist gefährlich bei Sturm zu schwimmen

Bild von heyne fliegt
Steckbrief

Autor: Ulla Scheler 
Verlag: heyne fliegt 
Geeignet für: Menschen, die Jugendbücher mögen, welche unter die Haut gehen und nicht nur an der Oberfläche bleiben 
Gelesen oder gehört: gelesen 
Bewertung: 4 von 5 Punkten 

Klappentext 

(von heyne fliegt

"Wie es sich anfühlte, ihn zu sehen? Als hätte ich einen Monat lang durch einen Strohhalm geatmet.

Ben ist seit Ewigkeiten Hannas bester Freund. Er ist anders. Wild, tollkühn, ein Graffiti-Künstler, ein Geschichtenerzähler. Und keiner versteht Hanna so wie er. Nach dem Abi packen die beiden Bens klappriges Auto voll und fahren zum Meer. An einen verwunschenen Strand, um den sich eine düstere Legende rankt. Sie erzählen sich Geschichten. Bauen Lagerfeuer. Kommen einander dort nahe wie nie zuvor. Und Hanna hofft, endlich hinter das Geheimnis zu kommen, das Ben oft so unberechenbar und verzweifelt werden lässt. Doch dann passiert etwas Schreckliches …"


Meine Meinung 

Gestaltung
Das Cover von Es ist gefährlich bei Sturm zu schwimmen ist mir schnell aufgefallen. Der Titel nimmt den ganzen Platz ein, was ich aber überhaupt nicht schlimm finde. Die Aufmachung ist schlicht und hat mich dennoch neugierig auf die Geschichte gemacht.
Im Buch tauchen schöne gestalterische Elemente auf. Die beiden Protagonisten Ben und Hanna machen gerne Listen. Diese Listen werden im Buch auch genannt, aber in einer anderen verschnörkelteren Schrift dargestellt, die eher an eine Handschrift erinnert. Solche Details haben der Gestaltung eine besondere Note gegeben.
Was mir ebenfalls gut gefallen hat war, dass die Kapitel nicht so lang waren.

Inhalt 
Wir begegnen den beiden Protagonisten Ben und Hanna auf der Zielgerade ihrer Freundschaft. Sie haben gerade das Abi geschafft und ihnen steht die Welt offen. Da planen sie einen spontanen Trip ans Meer um ihren - vorerst - letzten gemeinsamen Urlaub miteinander zu verbringen. Denn nach den Sommerferien verschlägt es sie in verschiedene Städte. Doch als ihnen am Strand eine Legende erzählt wird, nimmt die Geschichte ihren Lauf. 

Ich fand es wirklich beeindruckend wie Ulla Scheler die Geschichte um Ben und Hanna aufgebaut hat. WIr begegnen den beiden auf dem Höhepunkt ihrer Freundschaft. Wir konnten also nicht miterleben, wie ihre Beziehung gewachsen ist. Dennoch erzählt Ulla Scheler wie selbstverständlich von diesen Erlebnissen und gibt uns nicht das Gefühl irgendetwas verpasst zu haben.

Es ist gefährlich bei Sturm zu schwimmen lässt sich sehr gut mit dem Schwimmen oder einem Tauchgang vergleichen. Inhaltlich hatte ich manchmal das Gefühl, dass wir uns in der Tiefe bewegen. Hier hatte ich fast den Eindruck, dass die Worte nicht ausreichen um die Gefühlswelt von Ben und Hanna zu beschreiben. Dennoch hat es Ulla Scheler geschafft. Und dann gab es wieder diesen Moment, an dem wir an den Strand zurück schwammen und vorerst an der Oberfläche auftauchen. Nur um feststellen zu können, dass es unter der Oberfläche so viel mehr zu entdecken gibt.

Ben und Hanna wirken beide orientierungslos. Sie wissen noch nicht wo hin und sind auf der Suche nach dem richtigen Weg. Während Ben die Worte und das Geschichten erzählen liebt, weiß Hanna oft nicht, wo sie die richtigen Worte oder Sätze her nehmen soll. Ulla Scheler benennt hier Eigenschaften, die mir wirklich bekannt vorkommen und von denen ich mir wünsche, sie so gut aufs Papier bringen zu können, wie die Autorin selbst.

Spannung 
Es gab eigentlich nur eine 50:50 Chance was die Entwicklung der Geschichte betrifft. Obwohl ich lange Zeit mit der Idee lebte, zu wissen, wie der Hase läuft, überrascht Ulla Scheler mit spannenden Elementen. 
Obwohl es hin und wieder wirklich brenzlig wurde, habe ich gemerkt, dass ich nicht hundertprozentig mit den Charakteren mitfiebern kann. Woran das lag, kann ich leider nicht so ganz benennen, habe aber eine Idee.

Schreibstil 
Schon auf der ersten Seite habe ich mich in Ulla Schelers Schreibstil verliebt. Ich habe mit Es ist gefährlich bei Sturm zu schwimmen eigentlich an einem Tag angefangen, an dem feststand, dass ich die nächsten Tage nicht zum Lesen kommen werde. An diesem Tag klappte ich das Buch zu und freute mich schon, wenn ich endlich in die Handlung eintauchen darf. 
Dieses Zusammenspiel zwischen Tiefe und scheinbarer Oberflächlichkeit hat mir gut gefallen. Ulla Scheler schafft es Worte für Situationen, Gefühle oder Momente zu finden, die sehr viel Fingerspitzengefühl erfordern.

Dann gibt es aber wieder diese Szenen, in denen sie einen Schmerz beschreibt, von dem ich mir wirklich wünsche, dass sie ihn nicht selbst erlebt haben muss um diese Worte so aufs Papier bringen zu können.

Um in die Stimmung von Es ist gefährlich bei Sturm zu schwimmen eintauchen zu können, ist es wichtig, das Buch ohne große Pausen zu lesen. Ich musste es immer mal wieder für mehrere Tage zur Seite legen und stellte das ein oder andere Mal fest, dass mir der Wiedereinstieg in die Geschichte etwas schwer fiel.

Hin und wieder kam es auch zu abrupten Szenenwechsel. Die Szene begann beispielsweise am Strand und plötzlich fanden wir uns in einer ganz anderen Kulisse wieder. Aber das waren eher Kleinigkeiten, die die Handlung nicht negativ beeinflussen.

Gesamteindruck 
Ich hörte bereits von anderen Bloggern, dass es viele Diskussionen über das Ende gibt. Als ich das Buch zugeschlagen habe, war ich erstmal ratlos und wusste nicht so recht, wie ich das Ende einordnen soll. Mittlerweile bin ich zu dem Entschluss gekommen das es anders ist, was jetzt weder positiv noch negativ gemeint ist :). 

Gegen Ende konnte ich mich kaum noch von der Geschichte trennen. Dennoch habe ich ja schon weiter oben berichtet, dass es mir teilweise schwer viel mich wieder in Es ist gefährlich bei Sturm zu schwimmen einzufinden.
Das Buch kann ich allen empfehlen, die mal ein anderes Jugendbuch lesen wollen, das sehr viel Potential bietet.


Donnerstag, 6. April 2017

Mordshunger


Bild von
Goldmann Verlag
Steckbrief

Name: Mordshunger (auch als Hörbuch vorhanden)
Autor: Frank Schätzing
Verlag: Goldmann
Geeignet für: ab 15 Jahren, oder für Menschen, die gerne Krimis lesen
Gelesen oder gehört: gelesen
Bewertung: 4,5 von 5 Punkten


Klappentext 

(Klappentext von: "Mordshunger" von Frank Schätzing, erschienen im Goldmann Verlag).

"Mordshunger haben sie alle. Inka von Barneck auf Sex und Koks, Fritz von Barneck auf Geld und noch mehr Geld, Max Hartmann auf die Rolle seines Lebens, Romanus Cüpper auf alles, was eßbar ist, und die Löwen im Kölner Zoo auf Abwechslung. Dann ist Inka plötzlich tot, und alle bekommen ihren Willen. Nur ganz anders, als sie dachten."


Meine Meinung

Auf das Buch bin ich durch den Trailer zum Film gestoßen, der auf RTL ausgestrahlt werden sollte. Ich bin nicht dazu gekommen, den Film zu schauen und dachte, dass es sicher schöner wäre, zuerst das Buch zu lesen.

Der Einband wäre mir im Buchladen wahrscheinlich schnell aufgefallen. (Er zeigt ein offenes Tiermaul mit ziemlich spitzen, scharfen Zähnen). Als ich ihn das erste Mal sah kam in mir der Begriff des Kannibalismus hoch. Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass es vielleicht um einen Kannibalen ginge. Die ganze Fantasie wurde noch von dem Trailer zum Film unterstützt, indem man jemanden, Fleisch anbraten sah.

Der Einband hatte mich anfangs etwas abgeschreckt. Meine Bedenken wurden allerdings gleich auf den ersten Seiten weggewischt. "Mordshunger" ist ein teilweise lustiger, spannender Krimi. Die Handlungsstränge sind echt gut miteinander verknüpft. Bis zum Schluss, wusste ich nicht, wer der Mörder ist, oder was für ein Spiel genau gespielt wird.

Durch die verschiedenen Perspektiven, das Rollen einnehmen anderer Charaktere, hat Schätzing ein gutes "Netz" gesponnen. Gefallen haben mir besonders die Dialoge und die "leicht freche" Form, die an manchen Stellen echt gut zum Einsatz kommt. Gerade an diesen Stellen hat mir das Lesen Spaß gemacht.


Zum Film

Wer vor hat sich den Film zu kaufen, oder dies bereits getan hat, sollte ihn entweder umtauschen, im Klo runterspülen, oder vielleicht beim Schrottwichteln einsetzen. Von dieser Verfilmung war ich mehr als enttäuscht. Es wurden nicht nur, wie es bei Verfilmungen fast "normal" ist Szenen geändert, oder weggelassen. Der Film war auch mit schlechten Schauspielern besetzt. Ich hatte den Eindruck, eine völlig andere Auffassung von den Charakteren zu haben. Die Gefühle, die hier dargestellt wurden, kamen bei mir einfach nicht an.

Wer den Film sieht könnte womöglich einen falschen Eindruck vom Buch bekommen.


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~K~: Dieser Beitrag ist eine Rezension aus der Konserve und wurde bereits veröffentlicht.

Mittwoch, 5. April 2017

Die LBM17 - Ein Mehrteiler - Teil 1: Der Anreise Krimi und erste Eindrücke von der Messe


Hallo liebe Buchmenschen,
die meisten von euch ahnen es schon: Der März stand im Zeichen der Leipziger Buchmesse und unser Messebericht steht noch aus. Das muss also jetzt und hier ganz dringend nachgeholt werden. Die ganze Geschichte beginnt mit einem Krimi...


Die Anreise - der Krimi beginnt... 

Donnerstag, früh morgens sollten Skyara und ich also nach Leipzig aufbrechen. Glücklicherweise hatten wir beide tolle Fahrer engagiert, die uns sicher und pünktlich an den Bahnhof brachten. Doch schon am Bahnhof gab es die erste brenzlige Situation. Bahnreisende werden das wahrscheinlich kennen. Der Zug fährt ein und der gebuchte Wagen befindet sich genau am anderen Ende des Bahnsteigs. Also bildeten wir eine - im Nachhinein echt lustige - Kette. Mein Vater eilte voraus, während die Grafikerin und ich dafür sorgten, dass Skyara uns ohne Probleme folgen konnte. Als wir dann endlich an unserem Wagen ankamen, pfiff der Schaffner in seine tolle Pfeife. Ein Dialog am Bahnsteig:
Die Grafikerin: "Nee, jetzt!"
Mein Vater: "MOMENT!"
Und schwupps nutzten wir die Gelegenheit und kamen atemlos an unseren Plätzen an.

Als wir uns dann von dem ersten Schrecken erholt hatten, erzählte Skyara gleich von der zweiten fraglichen Situation. Wir hatten eine Ferienwohnung gebucht. Nichtsahnend waren wir in Vorkasse gegangen und konnten unseren Vermieter nun nicht mehr erreichen. Skyara hatte sich vorab schon informiert, wie es denn mit einem Plan B aussähe, falls Plan A ins Wasser fallen sollte.
Sobald wir in Leipzig angekommen sind, sollten wir uns eigentlich bei unserem Vermieter melden. Doch uns erwartete Stille. Und Minuten später eine SMS. Schnell stellte sich heraus: Das würde wohl nichts werden. Dennoch brach keine Panik aus. Obwohl... Messe in Leipzig, teure und vor allem ausgebuchte Unterkünfte... Was nun?

Foto: A. Mack
Dank neuster Technik und WLAN fanden wir dann doch noch eine Übernachtungsmöglichkeit, die sogar wirklich zentral gelegen war. Die Straßenbahn mit der wir zum Messegelände fahren sollten, fuhr an unserer neuen, besseren Unterkunft vorbei. Skyara und ich schlugen begeistert zu und freuten uns wahnsinnig endlich zu wissen, wo wir die nächsten Tage schlafen würden.
Einziger Nachteil: Das Zimmer war nur bis Samstag frei. Unsere Rückfahrt war aber auf Sonntag gebucht. Deswegen mussten wir hier noch etwas umplanen.
Das Foto, welches ihr zu eurer Linken bewundern könnt, ist ein kleines Beweisfoto a la "Wir waren hier!"
Zum Schluss noch eine kleine lustige Geschichte: Nachdem wir alle Formalitäten geklärt, das Zimmer bezahlt und Verträge unterschrieben hatten, brachte man uns einen Gegenstand: "Hier ist ein Toaster!", wurde uns erklärt. Skyara und ich lehnten lächelnd ab. Schließlich hatten wir ja nichts zum toasten dabei :-).
Der Krimi nahm vorerst ein gutes Ende. Momentan geht er aber in die zweite Runde. Es bleibt also spannend.


Die LBM - Die ersten Eindrücke 

Foto: A. Mack
Nach den gestrigen Strapazen machten wir uns am Freitag glücklich auf den Weg zum Messegelände. In den Bahnen war zwar Gruppenkuscheln angesagt, jedoch hatte ich es mir bei weitem schlimmer vorgestellt. Gegen die Zugstrecke Frankfurt - Kassel war das wirklich angenehm.
An der Messe angekommen zog es uns gleich in Richtung des Pressezentrums. Ja, auch Blogger können hier problemlos einchecken. Erstaunt stellten wir fest, dass hier um einiges weniger los war, als in Frankfurt. Wo waren denn die ganzen Journalisten?

Im Messegelände angekommen, staunten wir erstmal über die schöne, helle Glashalle (und den Haufen Cosplayer). Die Glashalle vermittelte einen warmen, einladenden Eindruck. Hier fanden sich nicht nur Stände an denen man Essen und Getränke kaufen konnte, sondern auch die Stände der öffentlich rechtlichen Fernseh- und Radiosender wieder. Das fand ich wirklich clever gelöst. Gerade die Radiosender oder z.B. der 3sat Stand haben Programmpunkte, die den ganzen Tag laufen. Da man die Glashalle durchqueren muss, um zu den anderen Messehallen zu gelangen, kommt man immer wieder an den Ständen vorbei und kann so auch mal etwas verweilen.
In Frankfurt hingegen gibt es keinen Sammelplatz. Hier hat jeder seinen eigenen Stand, was dann oft dafür sorgt, dass man es zeitlich nicht schafft auch noch bei einer Fernsehaufzeichnung vorbeizuschauen.

Das Messegelände war bereits gut besucht. Dennoch waren die Hallen wie leer gefegt. Und so lernten wir, dass sich die Tore in Leipzig erst um 10:00 Uhr öffneten. So blieb uns also noch genügend Zeit für einen visuellen, lustigen LBM Rundblick über die Glashalle, aufgenommen vor Halle 3. Inklusive kleinem Special Effect zum Schluss.



Als die Hallen dann endlich öffneten, führte unser Weg gleich direkt in Halle 3. Hier fand nämlich unser erster Termin statt. Skyara machte sich daran, einen Überblick über die Halle zu bekommen. Unterwegs entdeckten wir immer wieder ein paar Cosplayer und interessante Stände.
Und dann stand schließlich unser erster Termin an.


Pressetermin bei der hörverlag und RandomHouse Audio 

Bei einem Messebesuch darf natürlich ein Termin bei meinem Lieblingshörverlag nicht fehlen. Letztes Jahr habe ich in Frankfurt auch schon kurz mit Frau Arnold sprechen können. Da RandomHouse Audio ebenfalls viele spannende Geschichten veröffentlicht, wollte ich in diesem Jahr auch einen Termin mit ihr vereinbaren. Und an dieser Stelle nochmal Hut ab an die Kommunikation bei der RandomHouse Verlagsgruppe. Glücklicherweise konnten Skyara und ich uns die Termine mit Frau Arnold und Frau Korte direkt hintereinander legen. Getroffen haben wir die beiden am Hörbuch Gemeinschaftsstand. (Leider haben wir mal wieder das obligatorische Gruppenfoto vergessen, ihr mögt uns vergeben - oder auch nicht :-) ).

Während ich beim Frühjahrsprogramm von der hörverlag meine Wunschliste nicht ganz so oft zücken musste, war die Liste bei den Terminen der LBM praktisch dauerhaft aktiv. Es gibt so viele interessante Geschichten, die von tollen Sprechern gelesen werden.

Meine Highlights
Es gibt einen neuen Roman von Paula Hawkins der Autorin von Girl on the train. Er trägt den Titel Into the water und wird u.a. von Simon Jäger gelesen. Obwohl mich Girl on the train in Buchform nicht ganz überzeugen konnte, bin ich sehr gespannt, wie sich ihr neuer Roman als Hörbuch umsetzen lässt. Bisher wurde noch nicht viel über die Geschichte verraten. Allerdings spielt Wasser eine wesentliche Rolle. Wer hätte das gedacht?
Erscheinen wird das Hörbuch voraussichtlich am 24.05.

Die Geschichte fürs Herz ist wohl: Driving Miss Norma. Sie erzählt die wahre Geschichte einer älteren Dame, die an Krebs erkrankt ist. Doch anstatt zu resignieren wird sie von ihrem Sohn und der Schwiegertochter auf einen Roadtrip mitgenommen. In dem Hörbuch erzählen die beiden, wie sie die Zeit mit Miss Norma erlebt haben. Ich glaube, würde es sich hier nicht um eine wahre Geschichte handeln, hätte ich wahrscheinlich die Finger von dem Hörbuch gelassen. Nun steigt meine Vorfreude und ich erwarte die Produktion mit Spannung.

Da ich momentan wieder auf der Suche nach einer Hörbuchreihe bin, empfahl mir Frau Arnold Die Tuchvilla. Die Geschichte spielt 1913. Die Tuchvilla ist ein Adelshaus in dem mehrere gesellschaftliche Schichten aufeinandertreffen. Also ein waschechter historischer Roman. Gelesen wird das Hörbuch von Anna Thalbach.

Die Wunschliste bei Frau Korte ist ebenfalls lang. Auch hier gibt's nur eine kleine Zusammenfassung. Sowohl Frau Arnold als auch Frau Korte wurden von mir nach ihrer neuen Herzensproduktion gefragt. Frau Arnold blieb bei Miss Norma, Frau Korte empfahl Drei Mann in einem Boot, einem englischen Klassiker, mit ordentlich schwarzen Humor.
Außerdem berichtete sie von einem verbotenem Liebesbrief, dem neuen Roman von Lucinda Riley. Diesmal lässt uns die Autorin auch an Spannungs-, bzw. Kriminalelementen teilhaben. Ihr könnt euch denken, dass hier meine Neugier geweckt war.

Nach etwa 1 1/2 Stunden waren unsere Termine vorbei und die Köpfe gefüllt mit interessanten Infos über tolle Produktionen. Doch Frau Arnold und Frau Korte würden wir an diesem Tag nochmal sehen. Und zwar beim Blog'n Talk, dem Bloggertreffen der RandomHouse Verlagsgruppe. Aber erstmal ging es mit unserem Terminplan weiter...


Wie Self-Publishing, Leser, Autoren und Verlage verändert 

Der Inhalt 
Unter diesem Titel lud literaturcafe.de Betreiber Wolfgang Tischer zu einem Vortrag ein. Zuerst erzählte er etwas über seinen beruflichen Hintergrund. Er selbst ist gelernter Buchhändler. Das Thema Self-Publishing begleitet ihn schon sehr lange. Ironisch führte er in das von mir betitelte DSDS Prinzip ein: Menschen, die glauben, sie können schreiben bzw. Geschichten erzählen, die die Menschheit auch noch lesen will. Und dann die bittere Tatsache, dass es nicht so ist. Tischer meint, dass es vielen Autoren an Gespür für die Zielgruppe fehlt. Was möchten sie wirklich lesen? Hinzu kommt auch, dass noch an der Form gearbeitet werden muss, also dem Schreibhandwerk. Während Self-Publisher von Buchhändlern oft belächelt werden, ergab sich 2011 eine neue Möglichkeit. Amazon ging mit seinem Self-Publishing Angebot an den Start und mischte den Markt ordentlich auf. Autoren waren nicht mehr auf einen Verlag angewiesen, sondern konnten ihr eigenes Buch selbst verlegen.
Durch das Self-Publishing sind die Autoren ihren Lesern näher als beim Verlag. Sie bauen sich nicht nur eine Zielgruppe auf, sondern erzählen in ihren Büchern auch eine Geschichte und berichten von einem Konflikt. Denn: Die Leser müssen bei der Stange gehalten werden.
Zudem verdienen Self-Publisher mehr als Verlagsautoren. Die Leser kommen an günstigen Lesestoff. Während man für ein Hardcover Buch schon mal 15-20€ hinlegen muss, gibt es das ein oder andere eBook schon für 2,99€.
Tischer vermute, dass es den Lesern egal sei, wie die Qualität der Bücher ist. Man könne für den gleichen Geldbetrag mehr Bücher erwerben, sodass es angeblich nicht so schlimm sei, wenn ein paar eBooks doch nicht den Geschmack des Lesers treffen. Tischer beobachtet, dass Self-Publishing wunderbar für Genreliteratur funktioniert. Hier geht es darum, einfach was für Zwischendurch zu haben und nicht literarisch hochwertig unterwegs zu sein. So sind beispielsweise Autoren, deren Bücher bei Suhrkamp oder Hanser veröffentlicht werden, eher selten im Self-Publishing zu finden.
Verlage reagieren auf den neuen Trend und gründen eigene Inprint Unternehmen. Hier bildet sich aber eine Autorengruppe zweiter Klasse. Während es beim herkömmlichen Verlag noch gute Verträge gibt, muss der Inprint Autor oft Abstriche machen. So ködert der Verlag vielleicht mit einem besseren Buchcover, erwähnt aber auch, dass der Autor auf seinen Vorschuss verzichten muss.
Kurzum: Die Branche ist im Umbruch und es bleibt spannend, wie sich der Bereich in den nächsten Jahren verändern wird.

Meine Eindrücke 
Ich habe bereits einige Podcasts von Wolfgang Tischer gehört, bzw. Artikel gelesen. So hat er auch einen Beitrag zum Thema Selfpublishing für das Handbuch für Autorinnen und Autoren veröffentlicht, welches im Uschtrin Verlag erschienen ist. Hier erklärt er beispielsweise auch, seine im Vortrag erwähnte Rechnung für das Autorengehalt von Verlagsautoren und Self-Publishern.
Angenehm fand ich, dass Wolfgang Tischer relativ langsam gesprochen hat. So konnte ich mit meinem 1-Finger Tippsystem am Handy wunderbar mitschreiben. Inhaltlich erinnerte mich der Vortrag ein bisschen an seinen Beitrag aus dem Autorenhandbuch. Dennoch waren ein paar neue Elemente enthalten. Da der Vortrag auf eine halbe Stunde begrenzt war, konnte Tischer inhaltlich nur einen Überblick über das Thema Self-Publishing verschaffen, aber inhaltlich nicht in die Tiefe gehen, da es den Rahmen der Veranstaltung gesprengt hätte. Was ich etwas schade fand: Obwohl er vor der Zeit fertig war, blieben leider keine Zeit mehr für Fragen aus dem Publikum.
Zudem war mir die These, dass Genre-Leser keinen Anspruch an gute Literatur haben, ziemlich gewagt. In der Bloggerszene erlebe ich es oft, dass Blogger das Rezensionsexemplar des Self-Publishers eher ablehnen, aus Angst, ein schlechtes Buch vor sich zu haben und somit die Lesezeit zu verschwenden. Allerdings musste ich schmunzeln, als er die mangelnde Kritikfähigkeit der Selfpublisher kritisierte. Hier habe ich auch schon den ein oder anderen Bericht gehört...


Wie es weitergeht... 

Ihr denkt, das war's mit unserem Messefreitag? Von wegen!
Im zweiten Teil erwartet euch unsere kleine Papyrus Stand Story, der Bericht einer Veranstaltung mit dem Literaturagenten Roman Hocke, der unter anderem auch Sebastian Fitzek vertritt, sowie unsere Begegnungen inklusive eines Autoreninterviews das wir bei Blog'n Talk führen durften.
Und hier habe ich jetzt nur die Highlights hervorgehoben...

Also seid gespannt...

Fortsetzung folgt in Kürze