Mittwoch, 22. März 2017

Mieses Karma

Diese Rezension habe ich am 12.03.21 überarbeitet, da ich das Hörbuch im März 2021 erneut gehört habe. 

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Steckbrief
Name: Mieses Karma
Autor*in: David Safier
Verlag: Rowohlt Verlag
Geeignet für: Fans von David Safier, Fans von humorvollen Hörbücher, Fans von Til Schweiger 
Gelesen oder gehört: gehört als ungekürztes Hörbuch 
Sprecher*innen: Nana Spier, Christoph Maria Herbst 
Bewertung: 4 von 5 Punkten

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Klappentext
(Klappentext von Rowohlt Verlag)

"Nichts hat sich Moderatorin Kim Lange mehr gewünscht als den deutschen Fernsehpreis. Nun hält sie ihn triumphierend in den Händen. Schade eigentlich, dass sie am selben Abend von den Trümmern einer russischen Raumstation erschlagen wird. Im Jenseits erfährt Kim, dass sie in ihrem Leben viel mieses Karma gesammelt hat. Die Rechnung folgt prompt. Kim wird als Ameise wiedergeboren. Gutes Karma muss also her, damit es auf der Reinkarnationsleiter wieder aufwärts geht!" 

Meine Meinung
Als ich Mieses Karma vor ein paar Jahren das erste Mal las, war ich ziemlich begeistert von der Handlung und David Safiers Schreibstil. Interessant war für mich den Roman nun nochmal zu hören und herauszufinden, inwiefern sich meine Meinung zur Handlung geändert hat. 

Der Inhalt ist solide, aber in der Tendenz auch etwas oberflächlich. Wir lernen die erfolgreiche Fernsehmoderatorin Kim Lange kennen, die plötzlich verstirbt und als Ameise wiedergeboren wird. Sie möchte schnellstmöglich gutes Karma sammeln, um zu verhindern, dass ihre frühere Freundin Nina ihre Familie für sich gewinnt. Doch das mit dem Karma ist gar nicht mal so einfach. 

Was mir inhaltlich gut gefallen hat, war die klare Erzählstruktur von Mieses Karma. Die Motivation warum sich Kim auf das Abenteuer Karma sammeln einlässt ist gut und glaubhaft herausgearbeitet. Zudem ist Kim eine starke Figur deren Handlungen für mich gut nachvollziehbar waren. 

Den einzigen Kritikpunkt, den ich an dem Hörbuch habe, hängt mit dem Thema Karma bzw. Sinn des Lebens zusammen, weil mir dieses Thema zu einseitig herausgearbeitet wurde. Kim handelt vor allem aus egoistischen Motiven. Sie möchte ihre Familie zurückerobern. Natürlich liegt es nahe, dass sie sich im Laufe der Handlung weiterentwickeln soll. Entwickelt hat sie sich auch. Allerdings war mir diese Entwicklung zu schwach und zu einseitig, weil sich ihre Motivation grundsätzlich nicht verändert. 

David Safier hat es geschafft, Kim trotz ihrer negativen Eigenschaften sympathisch wirken zu lassen. Das sorgte bei mir dafür, dass ich mit ihr mitfieberte und natürlich hoffte, dass sie ihr Ziel erreichte, nämlich ihre Familie zurückzugewinnen. 
Allerdings ist das ein Ziel, das aus meiner Sicht dem Grundkonflikt widerspricht, nämlich die eigene Perspektive zu ändern und herauszufinden, welchen Sinn das Leben auch haben kann. Kim wirft das Leben einiger Personen über den Haufen, um selbst an ihr Ziel zu kommen. 
Es gab im Hörbuch eine schöne Wendung, die mich hoffen ließ, dass es Kim schafft, ein wichtiges Thema zu verarbeiten. Leider hatte ich gegen Ende den Eindruck, dass sie einen Schritt zurückgeht. Kurzum: Ich hätte mir ein anderes Ende gewünscht. 

Die Hörbuchgestaltung hat mir sehr gut gefallen. Das Hörbuch wurde ungekürzt im Argon Verlag produziert und hat eine Laufzeit von ca. 7 Stunden und lässt sich somit schnell durchhören. 
Der Großteil der Handlung wird von Nana Spier gelesen, die, soweit ich weiß, alle Hörbücher von David Safier liest. Ihre helle Stimmfarbe gefällt mir unglaublich gut. Sie hat es geschafft, mir Kim als Figur näherzubringen. Außerdem hat sie eine gute Lesegeschwindigkeit, die dafür sorgt, dass die Dynamik der Handlung wunderbar transportiert wird. Mir fiel es wirklich schwer, das Hörbuch von den Ohren zu nehmen. 
Christoph Maria Herbst erleben wir hier in einer kleinen Nebenrolle. Allerdings liest er nur sehr wenige Teile, was vor allem mit dem Aufbau der Handlung zu tun hat. 

David Safiers Schreibstil ist lebendig und sorgt dafür, dass ich schnell in die Handlung einsteigen konnte. Er erzählt Mieses Karma aus der Sicht von Kim und verwendet dafür die Ich-Perspektive. Besonders gut gefallen haben mir seine Dialoge. Hier merkt man, dass David Safier durch seine Tätigkeit als Drehbuchautor bereits Erfahrung mit dem Dialoge schreiben hat. Er schafft es nicht nur für humorvolle Dialoge zu sorgen, sondern auch das Wesentliche herauszuarbeiten. 

Gesamteindruck 
Mieses Karma ist ein humorvoller Roman für zwischendurch, der mich gut unterhalten hat. Dennoch war ich überrascht, dass mir der Titel beim zweiten Mal hören nicht so gut gefallen hat. Ich hatte eigentlich auf ein bisschen mehr Tiefe gehofft und fühlte mich mehr an die Til Schweiger Filme erinnert: Hier werden ebenfalls schwierige Themen verarbeitet, aber so aufbereitet, dass sie eine breite Zielgruppe erreichen. Grundsätzlich ist nichts dagegen einzuwenden. Mir war der Inhalt zeitweise aber etwas zu oberflächlich. 

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