Mittwoch, 4. Januar 2017

tschick

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rowohlt Verlag

Steckbrief

Name: Tschick (auch als Hörspiel und Hörbuch erhältlich)
Autor: Wolfgang Herrendorf
Verlag: Rowohlt Verlag
Geeignet für: ab 15 Jahren, oder für Menschen, die gerne Jugendbücher lesen
Gelesen oder gehört: gelesen
Bewertung: 3 von 5 Punkten


Klappentext 



(Klappentext von Buchhandlung Rombach)

"«Ein klappriges Auto kam die Straße runtergefahren. Es fuhr langsam auf unser Haus zu und bog in die Garagenauffahrt ein. Eine Minute stand der hellblaue Lada Niva mit laufendem Motor vor unserer Garage, dann wurde der Motor abgestellt. Die Fahrertür ging auf, Tschick stieg aus. Er legte beide Ellenbogen aufs Autodach und sah zu, wie ich den Rasen sprengte. , sagte er, und dann sagte er lange nichts mehr. » Mutter in der Entzugsklinik, Vater mit Assistentin auf Geschäftsreise: Maik Klingenberg wird die großen Ferien allein am Pool der elterlichen Villa verbringen. Doch dann kreuzt Tschick auf. Tschick, eigentlich Andrej Tschichatschow, kommt aus einem der Asi-Hochhäuser in Hellersdorf, hat es von der Förderschule irgendwie bis aufs Gymnasium geschafft und wirkt doch nicht gerade wie das Musterbeispiel der Integration. Außerdem hat er einen geklauten Wagen zur Hand. Und damit beginnt eine Reise ohne Karte und Kompass durch die sommerglühende deutsche Provinz, unvergesslich wie die Flussfahrt von Tom Sawyer und Huck Finn." 


Meine Meinung

Wir waren erstmal ziemlich erfreut darüber, dass wir im Deutschunterricht ein Jugendbuch statt einem "alten" Klassiker lesen sollten.
Von dem Buch erhoffte ich mir, dass die Geschichte spannend erzählt wird und man nicht erstmal damit beschäftigt ist die Dialoge auseinanderzunehmen, bis sie verstanden und interpretiert werden können..

Der Einband des Buches gefällt mir ganz gut. Er ist weder zu auffällig noch zu schlicht gehalten. Auch der Klappentext der Geschichte klang vielversprechend.

Gut an dem Buch hat mir gefallen, dass es nicht allzu dick ist und die Kapitel nicht sehr lang sind. (Es macht keinen Spaß wenn sich Schullektüren zäh durch den Unterricht ziehen und man das Gefühl hat man kommt einfach nicht zum Ende). Durch den Schreibstil ist der Inhalt einfach zu erfassen. Die Geschichte um Maik, der eigentlich recht schüchtern ist und plötzlich Besuch von seinem Klassenkameraden Tschick bekommt, der in die Walachei aufbrechen möchte, ist an machen Stellen echt humorvoll erzählt. Von einer begeisterten Ökofamilie bis zu einem Mädchen, das ihnen zeigt, wie sie kostenlos an Benzin kommen können, erleben die beiden auf ihrer Reise quer durch Deutschland ziemlich viel. Ob sie wohl an ihrem Zielort ankommen?

Genervt war ich allerdings zunehmend von der Jugendsprache bzw. "gesprochenen Sprache", in der die Geschichte erzählt wird. VIele Sätze begannen mit "Weil", "Wegen" oder anderen Wörtern, die normalerweise in der "geschriebenen Sprache" anders platziert sind. Wenn ich einen Roman lese, möchte ich nicht nur in die Geschichte eintauchen, sondern auch einen Erzähler wiederfinden, der mir in verständlichen Sätzen klarmacht, um was es geht. Hier sorgte nämlich die Jugendsprache dafür, dass ich manche Sätze öfters lesen musste, um zu begreifen, was Maik mir jetzt erzählen möchte.

Die Handlungsstränge sind nicht sehr kompliziert aufgebaut, was auch nicht zu der Geschichte gepasst hätte. Der Grundkonflikt, wie Maik und Tschick, die gemeinsam mit einem geklauten Auto und ohne Führerschein durch Deutschland reisen, bietet bereits genug Spielraum für eine spannende Geschichte.

Insgesamt hat mir die Geschichte zwar gut gefallen, dennoch wird "Tschick" nicht zu meinen Lieblingsbüchern gehören, da mich die Geschichte nicht so fesselte, wie bei manch anderen Büchern. Da mir das Buch empfohlen wurde, waren meine Ansprüche relativ hoch. Daher wurde ich etwas enttäuscht, kann dieses Buch den Menschen, die gerne Jugendbücher lesen und eine amüsante Geschichte von zwei Jungen lesen möchten, nur empfehlen.


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~K~: Dieser Beitrag ist eine Rezension aus der Konserve und wurde bereits veröffentlicht. 

Kommentare:

  1. Hallo Emma,

    Hellersdorf und Hochhäuser, da muss ich doch glatt mal allein deshalb das Buch lesen, denn ich bin in diesem Bezirk aufgewachsen und Hochhäuser gibt es hier eigentlich eher wenige, da hat unser Nachbar Marzahn schon mehr zu bieten. :) Mal schauen was der Autor dazu noch zu schreibt. Aber seit dem in Berlin viele Bezirke zusammen gelegt worden, heißt es eigentlich auch Marzahn-Hellersdorf. ^^"

    Das mit der Sprache glaube ich dir gerne und ich bin gespannt wie es mir beim Lesen ergehen wird. Liebe Grüße Cindy

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    1. Hallo Cindy,
      diese Rezension habe ich vor einigen Jahren - ich glaube mittlerweile sind es 2-3 - geschrieben.
      Mittlerweile bin ich wirklich hin- und hergerissen: Mir ging Tschick aufgrund des Schreibstils teilweise auf die Nerven. Dennoch fand ich die Geschichte irgendwie auch unterhaltsam. Und es war die erste Schullektüre, die sogar von den Jungs aus meiner Klasse freiwillig gelesen wurde. Ich fand die Geschichte aber vergleichsweise oberflächlich und war nur froh, dass wir mal ein "modernes Buch" im Deutschunterricht gelesen haben.

      DAnn habe ich in meinem Abschlussjahr "Sand" von Wolfgang Herrndorf entdeckt und fand das Buch einfach nur genial. Es hat mich tierisch gefreut, dass ich den Autor so doch noch für mich entdecken konnte. Was ich zudem faszinierend fand: Er hatte ja jahrelang mit einem Hirntumor zu kämpfen. Als er die Diagnose bekommen hat, die wirklich vernichtend war, hat er erstmal "tschick" zu Ende geschrieben. Ein Buch das wirklich positiv und lustig um die Ecke kommt.

      Ich bin sehr gespannt, wie es dir gefällt.
      viele Grüße
      Emma

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