Mittwoch, 11. Januar 2017

In meinem Himmel

(Bild von amazon)
Steckbrief

Name: In meinem Himmel (auch als Buch und Film erhältlich)
Autor: Alice Sebold
Verlag: BMG Wort
Geeignet für: ab 15 Jahren, oder für Menschen, die gerne Bücher über das Thema "Leben nach dem Tod" lesen
Gelesen oder gehört: gehört
Sprecher: Anna Thalbach
Bewertung: 2,5 von 5 Punkten


Klappentext 


(Beschreibung von Buchhandlung Rombach)


""Mein Nachname war Salmon, also Lachs, wie der Fisch; Vorname Susie. Ich war vierzehn, als ich am 6. Dezember 1973 ermordet wurde."

So beginnt einer der Aufsehen erregendsten Romane der letzten Jahre: die Geschichte eines Mädchens, das nach seinem Tod aus dem Jenseits beobachtet, wie seine Familie mit dem Verlust umzugehen lernt. Susie wird vergewaltigt und ermordet. Ihre Leiche bleibt für immer verschwunden. Die Polizei ahnt, was mit dem Mädchen geschehen ist, und auch ihre Eltern müssen schließlich erkennen, dass sie ihre Tochter für immer verloren haben. Doch wie ist es zu erklären dass Susies kleiner Bruder Buckley meint, seine Schwester gesehen zu haben? Und wieso ist sich ihr Vater so sicher, ihre Anwesenheit zu spüren?".


Meine Meinung 

Als ich das Hörbuch in die Hände bekam, hatte ich keine Ahnung, um was es in der Geschichte ging. Ich hatte weder den Film gesehen noch den Klappentext des Buches irgendwo gelesen. Schnell war klar, dass der Titel "in meinem Himmel" nicht sinnbildlich gemeint sein sollte, es also nicht um das "wegträumen" einer Protagonistin ging, sondern Susie innerhalb kürzester Zeit sterben sollte.

Ich war gespannt, wie sich Alice Sebold den Himmel vorstellte, ob und wen Susie dort alles wiedertrifft und ob ihr Mörder gefasst wird.
Susie begann ihre Familie und Freunde zu beobachten. Das Buch berichtet, nachdem Susie ermordet wurde, mehr von deren Schicksalen als von Susie selbst. Ihre Gefühle und Empfindungen werden zwar in manchen Passagen erwähnt, da sie schließlich die Ich-Erzählerin der Geschichte ist. Allerdings konzentrierte sich Alice Sebold mehr auf Susies Umfeld zu dem auch zwangsläufig ihr Mörder gehört.

Bevor ich zu der Erklärung komme, warum das Buch nur die Hälfte der Punkte bekommen hat, möchte ich erst einmal erzählen, was mir an dem Hörbuch gefallen hat: Richtig schön fand ich die Charaktere. Da die Geschichte aus Susies Sicht erzählt wurde, bekamen wir hautnah mit, wie ihre Geschwister und Freunde erwachsen werden und wie ihre Eltern mit dem Tod ihrer Tochter umgingen. Die Entwicklung innerhalb des Buches fand ich einerseits sehr spannend, andererseits war sie an manchen Stellen etwas zu schnell und unlogisch für mich.

Durch die "lange" Geschichte, konnte ich mich sehr gut in die Charaktere hineinversetzen und richtig mitschwingen.
"In meinem Himmel" war mein zweites Hörbuch, dass von Anna Thalbach gelesen wurde. Auch diesen Charakteren gab sie ihr ganz eigenes Gesicht und an keiner Stelle bekam ich das Gefühl bei "Astas Tagebuch" gelandet zu sein.

Nicht gut verknüpft fand ich die Handlungsstränge der Geschichte. Anfangs fand ich die verschiedenen Geschichten rund um Susies Freunde und Familie interessant. Irgendwann begann ich mich aber zu fragen, ob darauf noch etwas aufgebaut wird, oder ob sich das Buch mit der Frage beschäftigt, wie mit einem Schicksalsschlag umgegangen werden kann, was natürlich kein einfaches Thema ist. An vielen Stellen wäre aber mehr Spielraum für mehrere Handlungsstränge gewesen, die einfach nicht eingeleitet wurden. Das sorgte für meine Irritation.

Susies "Besuche" bei ihrem Mörder verwirrten mich eher. Für mich war nicht klar zu erkennen, ob es zur Geschichte gehörte, dass er noch gefasst werden soll. Daher hatte ich Mühe, wenn ihm die Passagen gewidmet wurden, weil ich nicht wusste, was ich mit dem Wissen über ihn anfangen sollte.

Auch wurde mir in der Geschichte zu wenig über "Susies Himmel", ihre Gefühle und Empfindungen berichtet. Ich hatte eigentlich mit einer ähnlichen Geschichte, wie bei "Anderswo" gerechnet. Dort hatte die Protagonistin zwar auch Probleme ihre Familie loszulassen, kam aber schileßlich im "Anderswo" an und begann dort Freunde zu finden. Hingegen beschäftigt sich "In meinem Himmel" nur mit der Verarbeitung des Schicksalsschlag. Ich hätte der deutschen Übersetzung daher einen anderen Namen gegeben.



Zum Film 

aktualisiert am: 02.03.17

Neulich habe ich zufällig die Romanverfilmung von In meinem Himmel gesehen. Während ich mich bei dem Buch gefragt, habe warum es In meinem Himmel heißt, war die Zwischenwelt in der sich unsere Protagonistin befindet, im Film sehr gut dargestellt. Hier wurde deutlich, dass sie ihren Tod erst verarbeiten muss und den Schritt, in den eigentlichen Himmel zu gehen, noch nicht machen kann. Genau dieser Aspekt hat mir im Buch gefehlt.

Der Film hat die Stimmung der Geschichte wahnsinnig gut transportiert. Diese bedrückende Atmosphäre, der Wunsch endlich mit dem Mord abschließen und den Täter überführen zu wollen, war wirklich greifbar. Wie das bei Filmen aber oft so ist, wurde auch hier die Geschichte etwas beschleunigt. Handlungsstränge wurden umgebaut oder anders dargestellt. Das fand ich etwas schade, aber auch nachvollziehbar.

Zusammenfassend lässt sich aber sagen: Wenn man das Buch und den Film kreuzen und gemeinsam in ein Produkt stecken würde, käme sicher etwas Tolles dabei heraus :-).


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~K~: Dieser Beitrag ist eine Rezension aus der Konserve und wurde bereits veröffentlicht. 

Kommentare:

  1. Huhu!

    Ich mag Anna Thalbach eigentlich schon seit ihrer (Sprech)Rolle bei "Die Nebel von Avalon", hab mich allerdings nie darum gekümmert, was sie sonst noch gemacht hat ... Das Buch sagt mir ehrlich gestanden genauso wenig - und da gibt es sogar einen Film?

    Auch wenn du jetzt nicht so begeistert bist: Interessant hört es für mich schon an und ich werde es mal vormerken für die Zeit, wenn ich meine Arbeit über den "Digital Humidity Sensor" endlich fertig habe (Suche dir niemals was Technisches aus - noch dazu auf Englisch!).

    Liebe Grüße und danke!
    Marie

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    1. Guten Morgen Marie,
      oje, das hört sich nach Arbeit an. Ich hoffe, du wirst schnell fündig und es gibt nicht allzu viele englische unverständliche Fachbegriffe :-).

      Das ist so schräg mit diesen Rezensionen aus der Konserve. Es ist eine gefühlte Ewigkeit her, dass ich das Buch gelesen habe. Rückblickend kann ich zwar sagen, dass nicht ganz das drin war, was ich erwartet habe, allerdings ist es sehr "stimmungsstark" (gibt es das Wort überhaupt?). Jedenfalls bekommen wir das Gefühlsleben unserer Charaktere hautnah mit, was sich hier hauptsächlich auf die Frage, wie sie mit dem Thema Trauer umgehen, bezieht.

      Ich bin sehr gespannt, wie dir das Buch gefällt.
      viele Grüße
      Emma

      PS: Anna Thalbach hat ziemlich viele Hörbücher gemacht. Ich kenne aber auch nur einen kleinen Teil :-). Sie kommt ja aus einer Schauspielfamilie und hat mit ihrer Mutter, ihrem Mann und ihrer Tochter sogar ein "Weihnachtshörbuch" produziert.

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