Mittwoch, 22. November 2017

How to do Social Media



Hallo Buchlinge,

heute kommen wir also zur zweiten Veranstaltung, die ich 2017 auf der Frankfurter Buchmesse besucht habe. Susanne Kasper hielt einen Workshop über das Thema Social Media. Leider bin ich zuerst davon ausgegangen, dass es sich nur um einen Termin handelte. Dabei war am Mittwoch erst die Auftaktveranstaltung. Das war jedoch kein Problem, da alle Präsentationen auf ihrer Homepage verfügbar sind.
KLICK HIER

In meinem Bericht soll es aber nur um die erste Veranstaltung gehen. Außerdem orientiert sich der Bericht hauptsächlich an meinen Stichpunkten. Wer tiefer in das Thema einsteigen möchte, kann sich die Präsentationen anschauen.


Über Susanne Kasper 


Susanne Kasper hat Informatik studiert und das Portal Literaturschock gegründet. Ähnlich wie bei LovelyBooks dreht sich hier alles um das Thema Bücher.
Außerdem berät sie Autoren bei deren Internetauftritten und Social Media Seiten und ist selbst sehr aktiv in den sozialen Netzwerken. Nicht zu vergessen organisiert sie seit 2016 das Literaturcamp in Heidelberg.


Über die Veranstaltung 

Zuerst führte Susanne Kasper in die Statistiken ein. Sie informierte welche Zielgruppen auf welchem sozialen Netzwerk zu finden sind. Es stellt sich nun die Frage, wie man die sozialen Netzwerke überhaupt nutzen kann. Hier ist es wichtig, sich ein Zielvorhaben zu setzen und langfristig zu planen. Zudem muss auch geschaut werden, mit welchen Maßnahmen die Ziele erreicht werden können.
Hier verweist Susanne Kasper auf die "5-3-2"-Regel: Diese Regel beschreibt, nach welchen Kriterien sich zehn Posts auf Social Media Seiten aufteilen lassen:

5 fremde Inhalte: Das meint beispielsweise geteilte Inhalte
3 eigene Inhalte
2 persönliche Inhalte

Sie rät, den Followern Qualität zu bieten und nicht für eine Reizüberflutung zu sorgen. Zudem wies sie darauf hin, dass es in Deutschland auch für Social Media Kanäle die Impressumspflicht gibt. Außerdem muss Werbung gekennzeichnet werden.

Nun bleibt aber auch die Frage zu klären, wie die Inhalte für eine Social Media Seite gefunden werden. Hier stellte sie verschiedene Möglichkeiten vor wie beispielsweise: Storytelling, Gewinnspiele oder das Crowdsourcing. Auf letzteres möchte ich noch einmal genauer eingehen. Hier geht es darum, die Zielgruppe miteinzubeziehen. Das kann bezogen auf Autoren beispielsweise durch die Mitbestimmung beim Buchcover gemacht werden.

Schließlich stellte sie Facebook genauer vor und erläuterte den Unterschied zwischen einem normalen Facebook Profil, einer Facebook Seite und einer Facebook Gruppe. Der Austausch mit Gleichgesinnten findet überwiegend in Facebook Gruppen statt. Auch hier ist es wichtig, dass nicht wahllos eigene Inhalte geteilt werden, sondern man mit anderen Gruppenmitgliedern ins Gespräch kommt.

Als zweites soziales Netzwerk wurde Instagram vorgestellt. Hier wurde extra darauf hingewiesen, dass die Posts nicht mit Hashtags zugepflastert werden sollen, sondern weniger hier manchmal mehr ist. Außerdem kann man sich bei den Hashtags beispielsweise an den Trends orientieren. Englischsprachige Hashtags sorgen, dank dem internationalen Faktor, auch für eine höhere Reichweite.

Und nun sollte der Blog als Medium vorgestellt werden. Hier war es erstmal wichtig zu klären, warum es überhaupt Sinn ergibt zu bloggen. Schließlich könnte man ja auch meinen, dass eine gut funktionierende Social Media Seite ausreicht. Blogs haben eine höhere Sichtbarkeit für Suchmaschinen. Außerdem sind sie übersichtlicher gestaltet und ermöglichen es auch, Inhalte zu finden, die schon etwas älter sind.


Meine Gedanken zur Veranstaltung 

Erstmal war ich sehr froh, dass alle Präsentationen auch im Internet auffindbar waren, da ich die Präsentation vor Ort nicht lesen konnte. Ich versuche bei Veranstaltungen immer so gut es geht mitzuschreiben. Jedoch ist es mir schon häufig passiert, dass ich aus dem ein oder anderen notierten Stichpunkt nicht mehr schlau geworden bin. So konnte ich mich hier und da entspannt zurücklehnen und wusste im Nachhinein wo ich nachschlagen konnte.

Ich tummle mich seit 1 1/2 Jahren bei Twitter. Und hier bin ich sozusagen einfach hineingestolpert und habe das gemacht, was mich interessiert bzw. was ich für mitteilungsbedürftig hielt. Spannend fand ich hier, dass ich einige von Susanne Kaspers Tipps quasi automatisch befolgt habe.

Außerdem versuche ich mehr oder weniger erfolgreich die Facebook Seite einer sozialen Einrichtung mitzugestalten. Hier fällt es mir schwer, passende Inhalte zu finden, da ich ja im Namen einer Einrichtung poste und somit nur bedingt frei heraus schreiben kann. Mit der "5-3-2"-Regel hat mir Susanne Kasper jetzt etwas Orientierung mit an die Hand gegeben.

Montag, 20. November 2017

Selection (Band 1)

Bild von GoyaLibre
Steckbrief 

Name: Selection (auch als Buch erhältlich)
Autor: Kiera Cass
Verlag: GoyaLibre
Geeignet für: Menschen, die gerne Liebesgeschichten mit einem Hauch von Dystopie lesen
Gelesen oder gehört: gehört
Sprecher: Friederike Wolters
Bewertung: 4,5 von 5 Punkten


Klappentext 

(von GoyaLibre)

"35 Mädchen - und nur eine von ihnen wird auser- wählt. Dieses Mädchen wird Maxon, den Thronfolger Illeás, heiraten und zur Prinzessin werden. Für die hübsche America Singer ist das öffentliche Casting die Chance, aus einer niederen Kaste aufzusteigen und ihre Familie aus der Armut zu befreien. Doch zu welchem Preis? Schließlich gibt es da noch Aspen, ihre erste Liebe. Während sich America im Palast fragen muss, wem sie dort vertrauen kann, kommt es außerhalb der Mauern zu Unruhen. Rebellen- gruppen versuchen mit allen Mitteln, die Monarchie zu stürzen..."


Meine Meinung 

Selection durfte ich bereits auf einigen Buchblogs oder Booktube Kanälen bestaunen. Im August ist die Reihe, die ursprünglich als Trilogie geplant wurde, mittlerweile aber fünf Bände enthält, auch bei mir einzogen.

Gestaltung 
Alle drei Bände werden von Friederike Wolters gelesen. Selection erzählt von einem Casting. Und da finde ich es besonders spannend, dass sich auch die Hörbuchsprecherin in einem Casting durchgesetzt hat. Die gelernte Buchhändlerin hat keine professionelle Sprecher Ausbildung. Dennoch habe ich ihr sehr gerne zugehört und finde dafür, dass es sich hierbei um ihre erste Lesung handelt, hat sie sehr gute Arbeit geleistet. Ich bin aber gespannt, ob sich im Laufe der Trilogie eine Entwicklung erkennen lässt.
Ihre Stimmfarbe ist sehr angenehm. Zudem transportiert sie die ernste Stimmung der Dystopie gelungen. Hier musste ich dann an Maria Koschny denken, der man die Stimmung einer Geschichte ebenfalls buchstäblich anhört.

Inhalt 
Das Setting von Selection ist wirklich spannend. Kiera Cass schafft hier keine Protagonistin, die unbedingt Prinzessin werden möchte. Americas Herz gehört eigentlich einem Anderen. Dennoch muss sie an dem Wettbewerb teilnehmen. Und zwar für ihre Familie. Doch nach und nach merkt sie, dass Prinz Maxon doch gar nicht so ist, wie zu Beginn vermutet.

Was mich an Selection gereizt hat war, das dystopische Element. Hier geht es nicht nur um eine banale Casting Reihe. Die Kandidatinnen erhoffen sich auch, aus ihrem alten Leben entfliehen zu können. Außerdem bekommen wir in Selection immer wieder mit, dass es im Königreich Spannungen gibt. Somit steht also nicht nur die Frage im Vordergrund, welches Mädchen sich am Ende Prinzessin nennen darf, sondern auch, ob die Konflikte innerhalb des Landes gelöst werden können.

Interessanterweise hat mich das lit.Love Wochenende Selection etwas besser verstehen lassen. Wir begegnen hier America, die zwar talentiert ist, aber keinesfalls perfekt scheint. Sie gehört einer niedrigen Gesellschaftsschicht an und weiß noch nicht genau, was sie von ihrem Leben will. Sie kämpft viel für Andere, droht dabei aber selbst auf der Strecke zu bleiben. Im Vergleich zu anderen Teilnehmerinnen des Castings hat sie weder Macht, Geld noch Einfluss. Dennoch hat sie Selbstbewusstsein und steht zu ihren Entscheidungen. Und das macht sie stark.

Auf der anderen Seite haben wir Prinz Maxon. Seine Eltern haben sich bei einem Casting kennengelernt. Und so wird beschlossen, dass auch er bei diesem Wettbewerb die Frau fürs Leben finden soll. Doch was soll diese Frau mitbringen? Was wünscht er sich von seiner zukünftigen Partnerin? Und lassen sich diese Wünsche und Hoffnungen mit seinen Anforderungen als Herrscher eines Königreiches vergleichen? Alle reden auf ihn ein. Doch was möchte Maxon wirklich?

Kiera Cass sorgt dafür, dass sich ihre Charaktere im ersten Band entwickeln und ich als Leser die Möglichkeit hatte, Charaktere ins Herz zu schließen, die ich am Anfang der Geschichte noch ziemlich dämlich und vergleichsweise hohl fand. Obwohl es sich hier um den Auftakt einer Trilogie handelt, hatte ich trotzdem das Gefühl, dass ein Teil der Geschichte in sich abgeschlossen ist. Ich bin natürlich gespannt, wie es mit den Charakteren weitergeht, bin aber auch sehr dankbar dafür, dass das Buch nicht mit einem Cliffhanger endete.

Spannung 
Kiera Cass schafft hier ein tolles Setting. Neben der Frage, wer Prinzessin eines Königreiches wird, stellt sie auch Konflikte rund um unser dystopisches Land dar. Somit ist klar, dass es sich hier nicht ausschließlich um eine Liebesgeschichte handelt.

Schreibstil 
Kiera Cass hat einen angenehmen und flüssigen Schreibstil. Sie lässt Protagonistin America die Geschichte aus der Ich-Perspektive erzählen. Der Großteil der Geschichte spielt sich im königlichen Palast ab. Daher fordert es hier auch eine gehobenere Ausdrucksweise, die ich hin und wieder echt gerne lese. Schön fand ich auch, dass Kiera Cass keinen Klatsch-und-Tratsch Schreibstil an den Tag legt.

Gesamteindruck 
Selection ist keine klassische Dystopie. Natürlich gibt es auch hier das herrschende System und die Rebellen, die sich gegenseitig bekämpfen. Im Zentrum der Handlung steht aber die Frage, wer Prinz Maxons Herz erobert. Und das ohne klassischen, schnulzigen Der-Bachelor-Effekt, den viele hin und wieder ganz nett finden, der mir aber auf Dauer zu oberflächlich wäre.


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Weitere Artikel 

Interview mit Friederike Wolters - HIER KLICKEN


Samstag, 18. November 2017

Verlage der Zukunft: Weitermachen wie bisher, oder?"



Hallo Buchlinge,

heute begrüße ich euch zum ersten Veranstaltungsbericht von der Frankfurter Buchmesse. 2017 waren wieder einige spannende Termine dabei .Ich hatte den Eindruck, dass die Veranstaltungsberichte den eigentlichen Messebericht sprengen und einzelne Veranstaltungen untergehen. Daher möchte ich euch diesmal einzelne Veranstaltungen in einzelnen Beiträgen vorstellen. Ich wünsche euch viel Spaß.

Wichtig: Wie das bei Diskussionen so ist, kam ich mit dem Mitschreiben nicht ganz hinterher. Daher kann es vorkommen, dass einige Inhalte von mir vergessen wurden. Außerdem kamen Co-Autorin Skyara und ich später dazu, sodass wir die Vorstellungsrunde der Experten verpasst haben.


Über die Teilnehmer 

Die Gäste arbeiteten zum einen in wissenschaftlichen und großen Publikumsverlagen. Hier wurden die Unterschiede der beiden Verlagsbranchen deutlich.


Inhalte der Veranstaltung 

Durch die Digitalisierung hat ein Verlag immer mehr Inhalte zur Verfügung, die an den Kunden gebracht werden müssen. Der Vorteil ist, dass diese Inhalte nun eben digital angeboten werden und nach Bedarf hergestellt werden können. Während man im Printbereich auf mehrere Titel setzen kann, geht es im digitalen Bereich darum, auf einen Titel zu setzen. Das Problem hierbei ist, dass man erst spät merkt, wenn der Titel keinen Erfolg hat.

Foto: A. Mack
Nun stellt sich die Frage, wer denn die Zielgruppe der Verlage ist. Denn das ist nicht so ganz einfach. So ist nicht immer derjenige der Kunde, der das Buch auch erwirbt. Bei wissenschaftlichen Verlagen beispielsweise sollen Studierende angesprochen werden. Allerdings werden die benötigten Fachbücher von den Bibliotheken eingekauft. Somit hat man nicht mit dem primären Kunden zu tun. Eine der Gäste erzählte sogar von einer Statistik in der es heißt, dass über 60% der gekauften Bücher nicht gelesen werden.
Wichtig für beide Verlagsgruppen sind Social Media Kanäle. Hier findet der Austausch mit der potentiellen Zielgruppe statt. Im Laufe der Diskussion wurde die These aufgestellt, dass man den Inhalt auf Social Media Kanälen lieber kurz und knapp halten solle.

Zudem tauchte die Frage auf, wer bei den Verlagen im Vordergrund stehe: Der Autor oder der Inhalt des Werkes? Hier wurde dann erklärt, dass es nicht darum gehe, die Produkte neu zu erfinden, sondern die Zielgruppe anzusprechen, womit wir wieder beim Punkt der Zielgruppenfindung wären. Es ist vor allem wichtig, dass die Verlage nicht vergessen, wo ihre Wurzeln sind und woher sie eigentlich kommen, fand eine Teilnehmerin. Außerdem müssen die Produkte gemeinsam mit dem Kunden entwickelt werden.

Und natürlich durfte auch nicht vergessen werden auf Verlagsautoren und Selfpublisher einzugehen. Es wurde die These in den Raum gestellt, dass Selfpublisher ganz andere Dienstleistungen von einem Verlag verlangen könnten als Verlagsautoren. Es wurde aber nicht weiter erläutert, wie sich diese Dienstleistungen voneinander unterscheiden.
Gegen Ende wurde deutlich, dass jeder im Verlag wissen müsse, was es mit dem Produkt auf sich habe, welches vermarktet werden soll. Zudem gibt es immer noch idealistische Vorstellungen von der Verlagsarbeit. So ist nicht in allen Häusern der Lektor ausschließlich mit der Arbeit an einem Text beschäftigt. In vielen Verlagen ist der Lektor auch ein Allorunder. Er muss zum einen wissen, wie ein Produkt funktioniert und sich auch in Sachen Marketing auskennen. In einigen Häusern versteht sich der Lektor auch als Vermittler von verschiedenen Abteilungen.
Es gibt einige Verlage in denen manche aus dem Team die Funktion des Kunden übernehmen und das Projekt von außen anschauen.


Meine Gedanken zur Diskussion 

In meinem Studium habe ich Grundlagen zum Marketing oder Projektmanagement vermittelt bekommen. So erzählte unser Dozent von Manager Peter Drucker. Der Manager stellte eine Menge interessanter Thesen auf. So meinte er beispielsweise, dass man als Manager nicht alles können muss, sondern sich lieber einen Teil herauspickt und diesen gut macht. Zudem lieferte er einige Antworten auf die in der Diskussion thematisierten Fragen.

Als Probleme thematisiert wurden, musste ich an die Leitsätze nach Drucker denken und war erstaunt, dass diese den Teilnehmern nicht bekannt seien oder in der Praxis offenbar so schwierig umzusetzen sind. Zudem erstaunte mich, dass in der Diskussion grundlegende Dinge thematisiert wurden. Ich bin bisher immer davon ausgegangen, dass diese Bausteine im Verlag feste Säulen sind und quasi nicht mehr daran gerüttelt wird, weil man die Formel zur Produktvermarktung bereits erkannt habe. Dass es aber bei jedem Buch Unterschiede gebe und man sich im Grunde ständig neu erfinden müsse, war mir vorher nicht klar.

Ich war eigentlich davon ausgegangen, dass bei der Diskussion vielleicht neue Methoden besprochen werden. Stattdessen hatte ich den Eindruck, dass es im Laufe des Gespräches keine Lösung für die Frage nach der Verlagsarbeit gab.

Donnerstag, 16. November 2017

Mein Leben

Steckbrief 

Name: Mein Leben (auch als Buch und Film erhältlich) 
Autor: Marcel Reich-Ranicki
Verlag: der hörverlag 
Geeignet für: Literaturliebhaber, Menschen, die sich für Biografien interessieren oder die gerne etwas über das Thema zweiter Weltkrieg lesen 
Gelesen oder gehört: gehört als gekürzte Fassung 
Sprecher: Marcel Reich-Ranicki 
Bewertung: 2 von 5 Punkten


Klappentext 


"Heute kennt man Marcel Reich-Ranicki vor allem als wortgewaltigen Kritiker, der über viele Jahre mit der ZDF-Sendung "Das literarische Quartett" Literatur einem breiten Publikum nahe brachte. In seinen Memoiren lernt man ihn als einen Menschen kennen, dessen Schicksal eng mit dem bedrückendsten Teil der Geschichte dieses Jahrhunderts verknüpft ist. Wie Reich-Ranicki seine Kindheit in Polen schildert, seine Jugend im Berlin der Weimarer Zeit, die Erlebnisse seiner Deportation nach Polen, die Begegnung mit seiner Frau Tosia am Anfang des Krieges, das Warschauer Ghetto, die Rückkehr nach Deutschland, das alles lässt nicht wieder los." 


Meine Meinung 

Marcel Reich-Ranicki war mir schon früh ein Begriff. Er trat - zumindest kam es mir so vor - häufig in Fernsehsendungen auf und ich brachte ihn auch schnell mit der Literatur in Verbindung. Vor einer Weile habe ich dann die Verfilmung seiner Biografie gesehen und fand seine Lebensgeschichte sehr interessant. Im Vordergrund stand hier nicht nur die Liebe zur Literatur, sondern auch das Aufwachsen im Dritten Reich. Er selbst war Jude und wurde mit seiner Familie in das Warschauer Ghetto umgesiedelt. 
Da Verfilmungen aber Bücher aber nicht immer 1:1 wiedergeben, wollte ich unbedingt seine Biografie lesen. 

Marcel-Reich Ranicki liest seine Biografie selbst. Zum einen ist das natürlich verständlich, da es sich ja um sein Leben handelt und es auch komisch wäre, die Geschichte von jemand anderem vertont zu hören. Andererseits kam ich mit Marcel Reich-Ranicki als Sprecher nicht so ganz klar. Er hat eine Stimme mit Wiedererkennungswert und ich höre ihm auch gerne zu. Dennoch konnte mich seine Vorlesestimme leider nicht fesseln. Ich musste mich sehr konzentrieren, ihm inhaltlich folgen zu können. 

Das, was Ranicki über sein Leben erzählte, war aber fesselnd. Seine Liebe zur Literatur beginnt mit Schillers Die Räuber. Schnell verschlang er ein Stück nach dem anderen. Die Verwandtschaft machte sich schon Sorgen, dass aus ihm nichts Richtiges werden würde. Dann werfen die historischen Ereignisse einen Schatten auf seine Biografie. Reich-Ranickis Familie wird aus Berlin nach Warschau vertrieben. Sie müssen sich nicht nur den neuen Lebensumständen anpassen, sondern auch um das Überleben kämpfen. 

Leider - vielleicht ist es aber auch nur Interpretation meinerseits - kamen mir hier die Kürzungen der Biografie dazwischen. Ich hatte eigentlich gehofft, dass Marcel Reich-Ranicki auch beschreibt, wie er nach dem Krieg zu einem der angesehensten Literaturkritikern wurde. Ich finde es natürlich sehr spannend zu lesen, wie er den zweiten Weltkrieg erlebt hat. Dennoch passierten mir hier einige Sachen auch zu schnell. Es gab abrupte Szenenwechsel und ehe ich es mich versah, hatte ich das Hörbuch auch schon beendet. Marcel Reich-Ranicki hat eine tolle bildhafte Sprache, allerdings hätte ich mir gerne mehr Hörminuten gewünscht, um seine Geschichte noch besser verstehen zu können. 

Zusammenfassend lässt sich aber sagen: Wer seine Liebe zur Literatur ausbauen möchte, etwas über Klassiker lernen will und sich nebenbei noch für Geschichte interessiert, sollte unbedingt einmal zu Mein Leben von Marcel Reich-Ranicki greifen. 


Montag, 13. November 2017

Solange du atmest

Bild von der hörverlag
Steckbrief 

Name: Solange du atmest (auch als Buch erhältlich)
Autor: Joy Fielding
Verlag: der hörverlag
Geeignet für: Krimi-Fans, oder Leser, die gerne Familiengeschichten mögen
Gelesen oder gehört: gehört als gekürztes Hörbuch
Sprecher: Petra Schmidt-Schaller
Bewertung: 2 von 5 Punkten


Klappentext 

(von der hörverlag

"Spitzenspannung von der Meisterin." BRIGITTE

Robin, die jahrelang keinen Kontakt mehr zu ihrer ziemlich kaputten Familie hatte, erfährt, dass jemand auf ihren Vater, seine neue Frau Tara und deren Tochter Cassidy geschossen hat. Tara erliegt kurz darauf ihren Verletzungen. Als Cassidy im Krankenhaus zu Bewusstsein kommt, wendet diese sich sofort an Robin – so wie ihre Mutter eindringlich geraten hatte. Robin ist klar, dass es viele Menschen gibt, die einen Grund hätten, ihren Vater zu hassen, oder war es wirklich jemand aus der Familie? Und was für ein Monster schießt auf eine Zwölfjährige?"


Meine Meinung 

Ich habe bisher nur ein Buch von Joy Fielding gelesen. Und das hat mich so geprägt, dass ich die Autorin jahrelang gemieden habe. Nicht etwa, weil sie schlecht schreibt, sondern weil mein Kopfkino recht ausgeprägt war. Nachdem ich die Hörprobe zu Solange du atmest gehört habe, hoffte ich auf einen packenden Thriller. Die Betonung liegt wohl auf hoffte...

Gestaltung
Petra Schmidt-Schaller liest wirklich toll. Sie war wohl der Hauptgrund warum ich die Geschichte nicht zum Teufel gejagt habe. Petra Schmidt-Schaller zeigt in Solange du atmest, dass sie sowohl die leisen als auch die lauten Töne beherrscht. So gibt es auf der einen Seite Protagonistin Robin, die sehr sensibel scheint. Ihr verleiht Petra-Schmit Schaller eine weiche, fast zerbrechliche Stimme. Auf der anderen Seite haben wir Robins Schwester Melanie, die das Leben gezeichnet hat. Ihr Umgangston ist schroff und von Zynismus geprägt. Da kommt Petra Schmidt-Schallers harte Stimme zum Einsatz. Gerade die Dialoge zwischen den beiden Schwestern transportierte sie sehr stark. Diese Stellen haben mir mit am besten gefallen.

Inhalt / Spannung 
An sich ist die Handlung der Geschichte schnell klar: Robins und Melanies Vater und dessen neue Familie - seine Frau und die Adoptivtochter - werden im eigenen Haus angeschossen. Vermutlich handelt es sich um einen bewaffneten Raubüberfall. Robin hatte nicht vor, ihr Heimatdorf in nächster Zeit zu betreten. Doch aufgrund der Ereignisse bleibt ihr keine andere Wahl. Als Cassidy, das 12-jährige Mädchen, im Krankenhaus zu sich kommt und sofort nach Robin verlangt, wird diese unweigerlich in die Geschichte hineingezogen.

Leider wird die Suppe hier wieder heißer gekocht, als gegessen. Die Handlung klingt zwar spannend, konnte aber nicht wirklich auf die Geschichte übertragen werden. Der Leser ist hier mehr ein Beobachter, erlebt die Geschichte aber nicht gemeinsam mit den Charakteren. Ich hatte eigentlich mit Thriller Elementen gerechnet. Diese waren ansatzweise aufgeführt, wurden aber nicht weiter ausgebaut. So wird beschrieben, wie labil Robin ist. Dennoch wird im Laufe der Geschichte nicht weiter darauf eingegangen. Ich dachte, dass es mit eines der Geheimnisse sei, die im Laufe der Geschichte gelöst werden würde.

Während mich die Handlung von Solange du atmest enttäuscht hat, haben es mir die Charaktere angetan. Robin, die sehr sensibel ist und nur möchte, dass die ständigen Sticheleien ihrer Schwester Melanie ihr gegenüber aufhören. Die Schwestern konnten sich noch nie leiden. Und Robin hat keine Kraft, sich zusätzlich noch Melanies Ärger auszusetzen. Doch hinter Melanies harter Schale steckt auch ein weicher, ziemlich gut vergrabener Kern. Ich kam gut mit ihren rauen Kommentaren zurecht und fand, dass Robin hier und da wirklich übertrieb.

Auch die Nebencharaktere, Kenny, ein Freund von Melanies Sohn Lendon, oder den Sheriff, der diesen Kriminalfall irgendwie lösen musste, mochte ich bis zu einem gewissen Grad ganz gern. Sie haben Solange du atmest ganz unterhaltsam werden lassen.

Schreibstil
Obwohl mich die Handlung von Solange du atmest nicht fesseln konnte, fand ich Joy Fieldings Schreibstil angenehm. Besonders die Dialoge zwischen den Schwestern haben mir gut gefallen. Allerdings neigt die Autorin in dem Buch dazu, ziemlich viel zu erzählen, anstatt uns die Situation gemeinsam mit den Charakteren erleben zu lassen. Außerdem deutet sie einige Sachen an, die sie dann aber nicht ausführt. Die Andeutungen fand ich spannend und hatte gehofft, dass diese aufgelöst oder im Laufe der Geschichte vertieft werden.

Gesamteindruck
Eigentlich hatte ich einen gruseligen Psychothriller erwartet. Stattdessen wird in Solange du atmest zwar eine gute, aber vergleichsweise harmlose Geschichte geboten, die ich eher dem Krimi zuordnen würde. Die Hörbuch Gestaltung hat mir hier sehr gut gefallen. Leider konnte die Handlung nicht ganz mithalten.


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* Dieses Hörbuch wurde mir als Rezensionsexemplar vom Verlag zur Verfügung gestellt.

Freitag, 10. November 2017

Lesung mit Kai Meyer in der Buchhandlung Ludwig

Hallo Buchlinge,

heute möchte ich euch von der Lesung mit Kai Meyer erzählen. Die Veranstaltung habe ich dank dem November Veranstaltungskalender von Anka entdeckt. Eigentlich hatte ich bereits eine Karte für eine andere Lesung an diesem Abend. Dann habe ich mich spontan umentschieden und das keinesfalls bereut.

Obwohl mir der Veranstalter erlaubt hat, Fotos zu machen und wir auch ziemlich gute Sitzplätze hatten, wollte ich während der Veranstaltung trotzdem nicht auf die Kamera drücken, da es für mich eher diesen Zoo-Charakter gehabt hätte. Bei einem Konzert ist das irgendwie eine andere Sache. Da fällt es kaum auf, wenn jemand die Kamera auspackt. Von daher hoffe ich, dass euch der Bericht trotzdem gefällt.


Daten und Fakten 

Was: eine Lesung mit dem Autor Kai Meyer
Wann: Donnerstag den 09.11.17
Wo: In der Buchhandlung Ludwig
Preis: 4/6 Euro


Über den Autor 

Kai Meyer begann mit elf Jahren mit dem Schreiben. Seine ersten Geschichten orientierten sich an Büchern oder Filmen, die er selbst gerne las, bzw. gesehen hatte. Früh verkaufte er seinen ersten Artikel. Dann schrieb er einige Heftromane für Bastei Lübbe. Unter anderem hat er Folgen der Jerry Cotton Reihe geschrieben.
Seit Anfang der 90er Jahre ist Kai Meyer hauptberuflich Autor und hat bisher um die fünfzig Bücher veröffentlicht. Sein aktuelles Buch nennt sich Die Spur der Bücher und ist der erste Band der Vorgeschichte zu der Trilogie Die Seiten der Welt. Der zweite Band zu Die Spur der Bücher ist aber bereits in Planung und soll im Herbst 2018 erscheinen.

Kai Meyer
... im Web
... bei Twitter
... bei Facebook
... im Interview

Homepage zu Die Seiten der Welt.


Die Location 

Die Buchhandlung Ludwig ist eine kleine Buchhandlung um die Ecke von der Freiburger Universität und damit wirklich zentral gelegen. Bis Anfang 2017 war sie unter dem Namen Buchhandlung Schwanhäuser bekannt und ist auch noch im Internet darunter zu finden. Jedoch hat sich der frühere Besitzer Herr Schwanhäuser mittlerweile aus dem Buchhandel zurückgezogen. Daher gab es 2017 nicht nur einen neuen Namen für die Buchhandlung, sondern auch einen kleinen Umbau der Räumlichkeiten.


Der Coutdown 

Gemeinsam mit einem Bücherstammtisch Mitglied machte ich mich am Donnerstag Abend auf den Weg in die Buchhandlung. Da wir rechtzeitig vor Ort waren, konnten wir uns gut Plätze in der ersten Reihe sichern. Vor uns befand sich direkt der Sessel auf dem Kai Meyer später Platz nehmen sollte.

Langsam aber sicher füllte sich die Buchhandlung. Meine Begleitung blickte sich um und stellte fest: "Lauter Mädels, alle in unserem Alter." Die Zielgruppe war also klar.
Nach einer Weile fügte sie scherzhaft hinzu: "Und jetzt setz dich vorne hin und erzähle uns etwas über den Bücherstammtisch."
Ich erwiderte dann nur ganz cool, dass sie ja auf die Uhr schauen könne, wie lang es dauerte, bis man uns hinaus warf. Um kurz nach halb acht wurde Kai Meyer dann anmoderiert und es konnte losgehen.


Die Lesung 

Kai Meyer stellte die Vorgeschichte zu seiner Trilogie Die Seiten der Welt vor. In Die Spur der Bücher geht es um die Bibliomantin Mercy Amberdale, die einen Mord aufklären soll. Und das obwohl sie sich eigentlich auf das SAmmeln von Büchern versteht. Der Mord hat es aber in sich. Ein Buchhändler verbrennt in seiner eigenen Buchhandlung. Ohne, dass ein Stück Papier zu Schaden kommt. Da ist doch irgendetwas faul, oder?

Bild von Argon Verlag
Kai Meyer hat an diesem Abend aus zwei Kapiteln gelesen. Mercy Amberdale trifft sich mit einer rätselhaften Agentin, die vielleicht etwas mit dem Mord zu tun haben könnte. Die Frau scheint ziemlich unterkühlt. Doch als Mercy ihr einen Deal vorschlägt, der beiden Frauen zugute kommen könnte, wird sie neugierig. Doch was als Verhandlungsgespräch begann, entwickelt sich plötzlich zu einer kleinen Verfolgungsjagd in der die Frauen zusammenarbeiten müssen, um den Verfolgern zu entkommen.


Das Interview 

Bisher kannte ich es von Lesungen immer, dass der Abend auch moderiert wird. Hier fand eine Anmoderation statt, es wurde aber schnell klar, dass Kai Meyer den Abend selbst gestaltete. Während seiner Lesung unterbrach er sich kurz und wies darauf hin, dass wir uns schon mal Fragen überlegen könnten, da im Anschluss die Fragerunde stattfinden sollte.

Und hier kamen einige interessante Infos ans Licht. So berichtete Kai Meyer, dass er ursprünglich zum Fernsehen wollte. Er habe auch tatsächlich Drehbücher geschrieben, aber schnell feststellen müssen, dass beim Fernsehen unheimlich viele Leute mitreden wollen, was die Geschichte betreffe. So nannte er folgendes Beispiel: In einem Drehbuch sei es einmal um eine Gruppe traumatisierter Frauen gegangen. Diese seien vergewaltigt worden oder anderen Verbrechen zum Opfer gefallen. Der Drehort im Film sei ein Schloss mit einem Pool gewesen. Jemand aus dem Team fand, dass es eine super Idee wäre, eine Frauen-in-Bikini-am-Pool-Szene zu drehen. Da musste dann erstmal auf den Tisch gehauen werden. Die Pool Szene war vorhanden, die Frauen aber alle angezogen.

Leser fragen sich immer wieder, was aus Charakteren in Büchern geworden ist oder was diese gerade machen. Daher wollte eine Zuschauerin wissen, ob es Kai Meyer mit seinen Charakteren ähnlich gehe. Er habe zwar schon von diesem Phänomen gehört, stelle aber fest, dass es bei ihm nicht so sei.
Auf die Frage, ob es ihm schwer falle, Charaktere sterben zu lassen, kam ein klares "Nein überhaupt nicht", was für einiges Gelächter sorgte. Er erzählte aber auch, dass einige Leser ihm manche Tode übel nehmen.

Natürlich interessierte uns auch, wie er seine Geschichten plane. Er berichtete, dass er seine Romane bis ins kleinste Detail vorbereite. Diese Planung helfe ihm beispielsweise dabei, an unmotivierten Tagen am Ball zu bleiben und nicht auf die rettende Idee warten zu müssen. Er schreibe zuerst ein Expose, das nicht, wie üblicherweise 2-3 Seiten habe, sondern oftmals um die 40 Seiten umfasse. Hier beschreibe er die Handlung ziemlich detailliert. In seinen Büchern sind auch achtzig Prozent aus dem Expose enthalten.

Er erzählte außerdem, dass man als Autor zwar Handwerk lernen könne, aber das Talent für das Schreiben an sich mitgebracht werden müsse. Als Handwerk definierte er die Planung einer Geschichte, also das Aufbauen eines Spannungsbogens und Verstrickung der Handlungsstränge, sowie die Auseinandersetzung mit seinen Charakteren. Obwohl Kai Meyer zu den detaillierten Planern gehörte, stellte er klar, dass es nicht DIE Methode zum schreiben gebe. Er berichtete, dass er durchaus Autoren kenne, die einfach drauf los schreiben und sich von ihren Charakteren überraschen lassen. Er habe aber für sich festgestellt, dass diese Möglichkeit bei ihm nicht funktioniere. Übrigens: An einem Roman arbeitet er 4-5 Monate. Und das Manuskript wird in dieser Zeit zweimal überarbeitet.

Als es dann an das Signieren ging, fragte ich ihn noch, ob er auch Interviewanfragen von Blogger beantworten könne. Hier meinte er, dass er grundsätzlich nichts dagegen habe, ihm aber leider die Zeit fehle die Anfragen zu beantworten. Er habe immer noch zwei unbearbeitete Interviews zu Hause herum liegen und sei daher eher dazu übergegangen, die Anfragen abzulehnen. An dieser Stelle möchte ich daher die FAQ Seite auf seiner (oben verlinkten) Homepage empfehlen. Hier stehen viele grundlegende Fragen, die Kai Meyer bereits gestellt wurden. Und es gibt natürlich immer die Möglichkeit den Autor vor Ort bei einer Lesung zu beragen.

In meiner zweiten Frage wollte ich wissen, wie er an seinen Agenturvertrag gekommen sei. Hier berichtete er, dass sein Vorteil darin bestanden, vorher schon Buchverträge gehabt zu haben. Somit konnte er also schon etwas vorweisen und sei daher relativ schnell in einer Agentur untergekommen.

Und an dieser Stelle endet der Bericht zu der ersten Lesung dieses Jahr. Ich hoffe, der Bericht hat euch gefallen.


Mittwoch, 8. November 2017

QualityLand

Bild von HörbuchHamburg
Steckbrief

Name: QualityLand (auch als Buch erhältlich)
Autor: Marc-Uwe Kling
Verlag: HörbuchHamburg
Geeignet für: Kling- oder Känguru-Fans und Menschen, die gerne Satiren lesen
Gelesen oder gehört: gehört als ungekürztes Hörbuch (dunkle Variante)
Sprecher: Marc-Uwe Kling
Bewertung: 3,5 von 5 Punkten


Klappentext 

(von HörbuchHamburg

"Das neue Hörbuch von Marc-Uwe Kling - dem Autor der Känguru-Trilogie

Willkommen in QualityLand! In der Zukunft ist alles durch Algorithmen optimiert: QualityPartner weiß, wer am besten zu dir passt. Das selbstfahrende Auto weiß, wo du hinwillst. Und wer bei TheShop angemeldet ist, bekommt alle Produkte, die er bewusst oder unbewusst haben will, automatisch zugeschickt. Kein Mensch ist mehr gezwungen, schwierige Entscheidungen zu treffen – denn in QualityLand lautet die Antwort auf alle Fragen: o.k.
Trotzdem beschleicht den Maschinenverschrotter Peter immer mehr das Gefühl, dass mit dem System etwas nicht stimmt. Warum gibt es Drohnen, die an Flugangst leiden, oder Kampfroboter mit posttraumatischer Belastungsstörung? Warum werden die Maschinen immer menschlicher, aber die Menschen immer maschineller?

Marc-Uwe Kling hat die Verheißungen und das Unbehagen der digitalen Gegenwart zu einer verblüffenden Zukunftssatire verdichtet. Visionär, hintergründig – und so komisch wie die Känguru-Trilogie."


Meine Meinung 

Ich habe diese Rezension jetzt sehr lange vor mir her geschoben, weil ich mir unsicher war, was ich von QualityLand halten soll. Warum? Lest weiter!

Gestaltung 
QualityLand wird von Marc-Uwe Kling gelesen. Hierbei handelt es sich wieder um eine Livelesung. Das heißt, man bekommt auch die Reaktionen des Publikums mit. Während das Gelächter in vielen amerikanischen Serien oft nervig ist, fand ich es bei der Livelesung hin und wieder wirklich - haha - witzig. Ein paar Mal musste ich auch aufgrund des Gelächters eines Zuhörers lachen.
Wer schon die Känguru-Trilogie als Hörbuch gehört hat, wird Marc-Uwe Kling als Sprecher bereits kennen. Interessant war, dass Marc-Uwe Kling QualityLand anders gelesen hat, als die Känguru-Reihe. Natürlich lassen sich die Bücher nur schwer miteinander vergleichen. Bei der Känguru-Trilogie musste der Sprecher zwischen der lauten, schneidenden Känguru Stimme und der normalen Erzählerstimme hin und her springen. Da es sich zudem um kleine Szenen handelte, lagen auch die Betonungen anders, als bei QualityLand.

Ich musste mich also erst etwas an die neue Interpretation gewöhnen. Allerdings setzt Marc-Uwe Kling auch hier gekonnte Elemente, wie Pausen an den richtigen Stellen oder eben die besagten Betonungen, die ich leider schwer beschreiben kann. Meine Co-Autorin, die sowohl in das Buch rein gelesen als auch in das Hörbuch rein gehört hat, fand auch, dass Klings Humor im Hörbuch deutlich besser zur Geltung komme.
Wir beide haben Marc-Uwe Kling gerne zugehört und fühlten uns auch gut unterhalten.

Inhalt 
Kommen wir nun zum Inhalt, der mir etwas Kopfzerbrechen bereitet hat. Marc-Uwe Kling hat hier das dystopische Land QualityLand erschaffen. Hier zählt nur die Superlative. Das System glaubt zu wissen, was sich die Bewohner wünschen. Wünsche müssen also nicht mehr direkt geäußert werden, sondern werden von TheShop, dem einzigen Onlineshop, auch unterbewusst erkannt. So findet Protagonist Peter beispielsweise nach einem schlechten Tag einen Kasten Bier zu Hause vor. Und das ist noch ein harmloser unbewusster Wunsch. Eines Tages bekommt Peter einen Gegenstand geliefert, das sein Weltbild über den Haufen wirft: Das hat er sich nicht einmal unbewusst gewünscht.

Neben Peter führt Marc-Uwe Kling noch andere Charaktere in die Geschichte ein. So finden in QualityLand zum Zeitpunkt der Geschichte gerade Wahlen statt. Die Spitzenkandidaten haben es in sich. Auf der einen Seite steht ein Androide, der sich John of Us nennt. Auf der anderen Seite gibt es den rechtsradikalen Politiker Konrad Koch. Also im Grunde haben die Bürger nur die Wahl zwischen Pest und Cholera.

Jetzt fragt ihr euch vielleicht, warum ich den Inhalt so schwierig finde. Ich bin hin und her gerissen. Einerseits finde ich die Welt um QualityLand sehr gut durchdacht. Marc-Uwe Kling spricht hier Dinge an, von denen wir nicht mehr weit entfernt sind, oder die bereits in unserer Welt zu finden sind. Immer, wenn ich Leuten, die das Buch nicht kannten, von ein paar Stellen erzähle, mussten sie schmunzeln, was auch zeigt, dass Marc-Uwe Kling die ernsten Themen auch irgendwo humorvoll verpacken kann, obwohl es eigentlich nicht zum Lachen ist.

Dann störte mich aber auf der anderen Seite, wie mit manchen Themen innerhalb des Buches umgegangen wurde. Am Anfang hatte ich den Eindruck, die Geschichte mit drei Wörtern beschreiben zu können. (Nein, diese werde ich hier nicht erwähnen).

Hier bin ich mir aber nicht sicher, ob es einfach mein Problem mit dem Genre, also der Satire an sich, war. Natürlich wurden hier politische Themen ausgepackt. Allerdings schwang hin und wieder der berühmt-berüchtigte Zeigefinger mit. Und das hat mich extrem gestört. Das geht für mich immer in diese Richtung: "Pass mal auf, ich erklär dir jetzt, wie die Welt läuft." Und da denke ich mir dann immer, dass sich doch jeder seine eigene Meinung bilden sollte. Kritisieren ist für mich kein Problem, aber nicht mit diesem erhobenen Zeigefinger Image.

Dennoch legte das Buch nach etwa der Hälfte eine interessante Wendung hin, weil der Grundkonflikt der Geschichte klar war und bearbeitet werden muss.

Spannung 
Der Spannungsbogen ist gut aufgebaut und nicht überspannt. Für mich hat es aber etwas lange gedauert, bis die Geschichte in Fahrt kam. Das kann aber auch einfach daran liegen, dass Marc-Uwe Kling erst einmal in die Welt von QualityLand einführen musste, damit die Leser das Denken in dieser Welt verstehen und so auch begreifen, warum einige Dinge in QualityLand einfach nicht funktionieren.
Das Ende kam dann fast etwas zu abrupt. Da hätte ich mir dann noch ein paar Erklärungen gewünscht.

Schreibstil 
Marc-Uwe Klings Schreibstil gefällt mir sehr gut. Zum einen muss man als Leser aufmerksam zuhören, um alle Anspielungen verstehen zu können. Und ich vermute, dass ich nicht alle verstanden habe.
Dennoch musste ich mich auch erst etwas an das Stilmittel Roman gewöhnen. Natürlich bauten auch bei der Känguru-Trilogie die Kapitel aufeinander auf. Dennoch waren es für mich hauptsächlich Kurzgeschichten, die dort thematisiert wurden. Es ist so schwer, den Unterschied zu erklären. Ich hoffe, es wird etwas deutlich, was ich meine.
Marc-Uwe Kling hat tolle Dialoge, die mich wirklich gut unterhalten haben. Das Einzige, das ich etwas vermisst habe, waren die falsch zugeordneten Zitate.

Gesamteindruck 
Nachdem mir die Känguru-Trilogie so gut gefallen hat, waren meine Erwartungen an QualityLand sehr hoch. Diese konnten zum Teil gehalten werden. An manchen Stellen war ich aber auch etwas enttäuscht, weil ich mir einfach mehr als den erhobenen Zeigefinger erhofft habe.

Wer Marc-Uwe Klings ironischen Schreibstil mag und sich kritisch mit der Gesellschaft auseinandersetzen möchte, findet mit QualityLand hoffentlich unterhaltsame Lektüre.

Montag, 6. November 2017

SuB Geheimnisse Part 3 - Fantasy

Hallo Buchlinge,

ich möchte euch heute einen weiteren Teil meines SuBs vorstellen. Wie bereits im letzten Blog Beitrag erwähnt, werde ich euch nicht all meine Bücher eines bestimmten Genres präsentieren, sondern beschränke mich auf diejenigen, die ich am langweiligsten oder am spannendsten finde.

Buchlinge, ihr werdet lachen! Jahrelang habe ich bei jeder Gelegenheit erzählt, dass ich ja überhaupt und gar kein Fantasy lese. Mittlerweile durftet ihr ja feststellen, dass es nicht wirklich zutrifft und sich hier auch einige Fantasy Klassiker finden lassen. Als ich mir dann meinen SuB genauer angeschaut habe, durfte ich feststellen, dass hier einiges an Fantasy oder dystopischen Romanen tummelt. Es sind sogar so viele (Hör)Bücher, das ich meinen Fantasy SuB in zwei Teile geteilt habe. Heute möchte ich euch erstmal die Bücher vorstellen, die meinen SuB leider noch ein bisschen bewohnen dürfen.

Aber vielleicht könnt ihr mich ja zu dem ein oder anderen Buch motivieren.



Langweiligste Bücher 

Enders von Lissa Price

Bild von Piper Verlag
Klappentext von Piper Verlag
"Die 16-jährige Callie lebt in einer Welt, in der eine unheimliche Katastrophe zahlreiche Erwachsenenleben vernichtet hat. Und in der die jungen Menschen einer anscheinend ausweglosen Armut verfallen. Die einzige Möglichkeit für die jugendlichen Starters an Geld zu kommen, war bislang die Body Bank. Dort konnten sie ihre Körper an alte Menschen vermieten, um so ihr Überleben zu sichern. Doch jetzt droht eine noch viel größere Gefahr: Der Old Man, der mysteriöse Leiter der Body Bank, ist entkommen und trachtet Callie nach dem Leben. In einer erbarmungslosen Jagd wird ihr klar, dass das Geheimnis des Old Man dunkler ist, als sie es jemals erahnen konnte ...

Warum mich dieses Buch nicht anspricht 
Die Starters Reihe fand bei einigen Buchbloggern ein Zuhause. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie mir einige Rezensionen zu dieser Reihe ins Auge sprangen. Dennoch brauchte es noch eine Weile, bis die Dystopie bei mir einzog. Und zwar wurde sie mir von emion vererbt, die mir von der Reihe vorschwärmte.
Leider konnte ich mich mit dem Schreibstil von Starters nicht wirklich anfreunden. Ich fand ihn etwas hölzern und fand daher nur schwer in die Geschichte hinein. Und das Ende war auch nicht so meins. Ich brauchte also erst einmal eine Pause, bevor ich die Reihe zu Ende lesen wollte. Und die Pause dauert jetzt schon über ein Jahr... Allerdings hat mich emion schon etwas neugierig gemacht und meinte, sie wolle mit mir über den zweiten Teil diskutieren.

Die Chroniken von Narnia von C. S. Lewis

Bild von Brendow Verlag
Klappentext von Brendow Verlag:
"Hätte es nicht den ganzen Sommer geregnet, hätten Polly und Digory ganz sicher nicht auf dem Dachboden gespielt. Dann hätten sie auch die verborgene Tür nicht entdeckt, die zu Onkel Andrews geheimem Arbeitszimmer führte. In diesem Zimmer hätten sie dann auch nicht das rote Tablett mit zwei gelben und zwei grünen Ringen gefunden. Und dann wäre diese Geschichte nie passiert. „Das Wunder von Narnia“ führt die Kinder in das geheimnisvolle Reich des Löwen Aslan, der es mit einem Lied erschaffen hat. Doch in der Gestalt der furchtbaren Königin Jadis schleicht sich bereits das Böse ein... Die vollständige Ausgabe des Bestsellers von C.S. Lewis. Gelesen von Philipp Schepmann.

Warum mich die Reihe nicht anspricht 
Asche auf mein Haupt, ich muss erst einmal gestehen, dass ich den ersten Narnia-Band zuerst als Film gesehen habe. Damals war mir irgendwie nicht so klar, dass die Geschichte eine Buchverfilmung ist. Schon der Film konnte mich nicht ganz begeistern, weil einfach ein paar typische Fantasy Elemente darin vorkamen, die mir etwas zu einfach bzw. banal waren. Interessanterweise habe ich den ersten Narnia-Band mit ein paar Bücherstammtisch Mitgliedern geschaut. Hier hat Isona spannendes Fandom Wissen beigesteuert. So erklärte sie uns, dass Tolkien (der Autor von Herr der Ringe) und Lewis befreundet waren und Tolkien meinte, Lewis könne in Narnia doch keine Laternen aufstellen. Lewis dachte: "Oh doch, das kann ich!" Und so war eine Laterne, eines der ersten Dinge, dass Lucy in Narnia zu Gesicht bekam.

Ich mag fantastische Geschichten, in denen man einen Mehrwert hat und nicht nur dieses typische "Gut-Böse"-Thema behandelt wird. Deswegen bleibt die Reihe wohl noch etwas auf meinem SuB liegen.


Und ihr? 

Kennt ihr eines der vorgestellten Bücher?
Wie haben sie euch gefallen?

Samstag, 4. November 2017

Die Frankfurter Buchmesse 2017 - Unsere Erlebnisse

Bild von Frankfurter Buchmesse

Hallo Buchlinge,

die Buchmesse ist jetzt fast einen Monat her und da wird es endlich Zeit auf das buchige Ereignis zurückzublicken. Wie hat uns die diesjährige Messe gefallen? Was haben wir erlebt? Das alles gibt es in abgespeckter Form in diesem Messebericht.

Im Gegensatz zu den letzten Jahren habe ich mich diesmal dazu entschlossen, euch in separaten Blog Artikeln von den besuchten Veranstaltungen zu berichten. Inhaltlich gibt es nämlich wieder einiges an Informationen für euch. Nun kommen wir aber erst einmal zu unserem allgemeinen Bericht: 


Der Countdown 

Skyara und ich machten uns mit dem Auto auf dem Weg nach Frankfurt. Und das am Messe Mittwoch. Da wir bereits um 10:30 Uhr unseren ersten Termin auf der Messe hatten, hieß das für uns frühes Aufstehen. Ich wollte Skyara mit dem Zug entgegenkommen und das bedeutete, dass ich um kurz nach sechs aus dem Haus musste, sprich fünf Uhr aufstehen. Als die Grafikerin von dieser Hiobsbotschaft erfuhr - sie hatte angeboten, mich zum Bahnhof zu fahren - fragte sie entgeistert: "Kannst du nicht bei emion übernachten?" Sie wohnt zwar in der Nähe von Skyara, ist aber mit Sicherheit auch nicht so erpicht auf frühes Aufstehen. 

Nachdem mich Skyara dann eingesammelt hatte, machten wir uns mit einem Hörbuch auf die Reise. Und zwar hatte ich uns QualityLand von Marc-Uwe Kling mitgebracht. Und ich kann sagen: Das Hörbuch hat für gute Unterhaltung und einige Insider gesorgt. 

Als wir dann endlich ins Parkhaus kamen, fragte Skyara plötzlich: "Was? Es gibt ein Bundesamt für magische Wesen?" Leider konnten wir der Sache nicht weiter nachgehen. Nachdem ich aber Google kurz befragt habe, bin ich auf FOLGENDE Seite aufmerksam geworden. 


Der Start ins diesjährige Messeleben 

Rückblickend kann ich sagen, dass der Mittwoch für mich eindeutig der anstrengendste Messetag war. Obwohl ich auf der Autofahrt etwas schlafen konnte, war ich den ganzen Tag über doch recht müde und alles andere als kommunikativ. Deswegen war ich auch nicht traurig, dass uns am ersten Tag nur wenige bekannte Gesichter über den Weg gelaufen sind. Ich wollte ja auch etwas zu erzählen haben und nicht nur gähnend das Gespräch überbrücken.
Glücklicherweise kam ich trotz Müdigkeit wunderbar mit meinem Ein-Finger-Tippsystem voran. Während der Veranstaltungen schreibe ich nämlich mit, da mein Gehirn leider keinen großen Speicherplatz zur Verfügung hat. 

Messewehwehchen in abgeschwächter Form
Erstaunt habe ich festgestellt, dass mir das Laufen dieses Jahr gar nicht so viel ausgemacht hat. Ich hätte nie gedacht, dass ich das mal sagen werde, aber Sport machen lohnt sich wirklich. Natürlich machten sich irgendwann die Rückenschmerzen bemerkbar, aber sobald der Rucksack abgesetzt werden konnte, waren diese auch vergessen.
Ich hatte übrigens aus dem letzten Messejahr gelernt. Diesmal sind kaum Verlagsprogramme bei mir eingezogen. Mein Rücken und mein Schreibtisch haben es mir gedankt. 

Und natürlich war es sehr angenehm, dass Mittwoch noch nicht viele Menschen auf dem Messegelände zu finden waren. Während es mir die letzten Jahre in den Messehallen immer recht schnell warm geworden ist, habe ich dieses Jahr die Jacke verhältnismäßig lange anbehalten. 


Spaß am Stand von Thalia 

Als mich Isona vorab informierte, dass man bei einer Fotobox am Thalia Stand eigene Lesezeichen drucken könne, war ich nur mäßig begeistert. Doch dann wollte Skyara ein Exemplar und es kam zu einer lustigen Geschichte. 

Vor Ort konnte man sich zwischen verschiedenen Hintergründen entscheiden. Wir mussten nicht lange überlegen. Unsere Wahl fiel natürlich auf den magischen 9 3/4 Hintergrund. Als wir uns dann vor der Kamera positionierten, staunten wir nicht schlecht. Skyaras Oberkörper war verschwunden. Sie trug einen blauen Schal, der sich mit der Fotobox verbündete und für einen Bluescreen sorgte. Kurzerhand beschlossen wir, das unabsichtlich mitgebrachte Requisit für uns zu nutzen und ein Tarnumhang Foto von uns zu machen. Die Thalia Mitarbeiter waren sichtlich angetan und ich meinte, dass ihnen die Leute die Bude einrennen würden, wenn sie sich so einen Schal zulegten. 


Die Begegnungen 

Verlagskontakte 
Mittlerweile kann ich meinen Verlagskontakt wohl als langjährig bezeichnen. Seit drei Jahren gibt es jedes Jahr einen Termin mit der Lieblingsmitarbeiterin des Verlages. Obwohl wir persönlich kaum etwas über einander wissen, habe ich trotzdem das Gefühl, dass sich mit den Jahren eine Beziehung aufgebaut hat. Und so ist die Freude auf das alljährliche Wiedersehen - das dieses Jahr ausnahmsweise zweimal im Jahr stattfand - ziemlich groß. 

Bloggermenschen 
Natürlich mussten auch dieses Jahr tolle Bloggermenschen getroffen und umarmt werden. Es tut mir wirklich leid, aber ich bin absolut kein Selfie Mensch. (Wer meinen letzten Frankfurter Buchmesse Bericht kennt, weiß, dass ich an dieser Stelle maßlos untertreibe). Jedenfalls sind hier nicht viele Bilder entstanden, aber dafür Momente, die ich so schnell nicht vergessen werde. 

Besonders gefreut habe ich mich, BuboBubo persönlich kennenzulernen. Sie habe ich über den Sonntags Stream von Evers Welt in Buchstaben kennengelernt. (Ein Besuch lohnt sich!)
Virtuell haben wir uns bisher einmal die Woche im Chat von Evers Stream getroffen. Als die Messe näher rückte, war klar, dass der Livestream diesmal wortwörtlich live und in Farbe stattfinden sollte. Wir trafen BuboBubo bei der Signierstunde von Marc-Uwe Kling und stellten sehr schnell fest, dass das ganz bestimmt nicht unser letztes Messetreffen sein sollte. 

Außerdem hatte ich am Messe Freitag endlich mal die Gelegenheit mich länger mit Martin dem Buchwellenreiter zu unterhalten. Er erzählte von der Idee zu einem experimentellen Dialekt Livestream. Sobald die Aktion wirklich in die Tat umgesetzt werden soll, gibt es natürlich mehr Infos. 
Außerdem wiedergesehen habe ich: Ever, Michelle von Licentia Poetica, Anka, Johanna und Lisa, die diesmal auf der Aussteller Seite zu finden war. 


Die Veranstaltungen 

Obwohl ich keinen geisteswissenschaftlichen Studiengang belegt habe und auch keiner Ausbildung in der Buchbranche nachgehe, habe ich langsam das Gefühl mir die Fachsprache des Buchhandels anzueignen. Ich sitze in Veranstaltungen, beginne kritisch zu hinterfragen und verstehe annähernd wovon auf der Bühne gesprochen wird. 

Das informativste Highlight in diesem Jahr war eine Veranstaltung mit dem Lektor des Heyne Verlags. Er erzählte etwas über das Thema Romanfiguren in die Bredouille bringen und brachte ziemlich gute Beispiele mit um seine Ansichten zu begründen. Ja, es wird einen Bericht zu dieser Veranstaltung geben. 

Schön ist es immer wieder Gesprächen mit Sebastian Fitzek zu lauschen. Das Interessante ist, dass er bei jedem Termin eine andere Geschichte erzählt und man so nie sagen kann: "Nett, aber das wusste ich jetzt schon..." Auch hier werden noch zwei Berichte folgen. 

In diesem Jahr habe ich mir viel von den bloggerspezifischen Veranstaltungen erhofft. Nicht etwa, weil ich mit Ge(h)Schichten das große Geld machen möchte, sondern weil ich auf Anregungen gehofft habe. So mische ich an einigen Stellen mit, bin aber immer offen für neue Ideen und Vorschläge. Außerdem interessiert mich, wie andere Blogger beispielsweise mit Verlagen oder Autoren in Kontakt treten, Kooperationen entwickeln oder ganz banal Social Media Kanäle betreuen oder Beträge gestalten.
Teilweise waren die Termine interessant. Dann gab es aber auch Momente, in denen ich etwas enttäuscht war, weil ich nicht wirklich etwas Neues erfahren konnte. Vorteil für mich: Es zeigt sich wieder einmal, dass ich eben doch schon eine Weile in der Bloggerszene mitmische. Aber auch hier wird es noch ausführliche Berichte geben. 


Und sonst so? 

Natürlich mussten Skyara und ich auch irgendwo übernachten. Und glücklicherweise fanden wir bei einer guten Freundin - ich bin kurz davor, einen Insider rauszuhauen, aber ich glaube, den lasse ich dann doch lieber bleiben, da er nur für Verwirrung sorgen würde, Party People ihr könnt euch wahrscheinlich denken auf was ich hinaus will ;) - ein Zuhause. Und ich fand eine kreative Abendbeschäftigung. 


Dieser Hund ist einer von 2 1/2 Hunden, die ich mag. Während er mich bei meinem letzten Besuch im August beinahe ignoriert hat, lag mir der Springer Spaniel diesmal wortwörtlich zu Füßen. 
Auf dem Bild seht ihr einen tiefenentspannten Hund. Der Kopf des Hundes liegt auf meinem Fuß und ich kraule ihn gerade in den Schlaf. Eine grinsende Freundin sitzt daneben. Auf die Frage, ob ich das Bild bei Twitter veröffentlichen dürfe, meinte sie nur: "Mich kennt bei Twitter ja eh keiner!" Tja, das hat sich hiermit feierlich geändert :-).
Vielen Dank nochmal an dieser Stelle, dass wir bei euch unterkommen durften. 


In diesem Sinne... 

dachte ich, der Messebericht wird kürzer. Dennoch habe ich das Gefühl, recht viel geschrieben zu haben. Ich hoffe, die kleinen Impressionen haben euch gefallen. 

Donnerstag, 2. November 2017

Lesemarathon Oktober 2017

Foto: A. Mack
Hallo Buchlinge,

ihr habt also noch drei Lesemarathon Beiträge vor euch. Und was soll ich sagen? Skyaras Notizbuch ist verschwunden und damit ihre Aufzeichnungen. Ob sie trotzdem einen Rückblick geschafft hat? Isona und emion verdauen gerade noch eine potterige Halloween Party. Ihr lest: So ein Jahresmarathon kostet ganz schön Kraft.
Ihr schaltet euch jetzt erst ein und fragt euch, von was hier eigentlich die Rede ist und wer an dieser waghalsigen Aktion überhaupt teilnimmt? Dann schaut doch mal HIER vorbei.
Aber fangen wir jetzt einfach an:



Emmas Fazit 

Stand: 31.10.17

Gelesene Seiten / gehörte Tracks: 5 HB und 54 Seiten
Gelesene Zeit: 39 h und 12 min

Coolster Charakter des Monats: Diesmal entscheide ich mich für zwei Charaktere. Zum einen Ove aus dem gleichnamigen Buch ein Mann namens Ove. Ove hat zwar eine raue Schale, die aber einen weichen Kern enthält. Ich denke, es gibt sicher Menschen auf der Welt, die mit seiner trockenen Art ziemlich gut klarkommen. Außerdem hat er einiges an Lebenserfahrung, die er mit den Menschen teilen kann.
Und zum anderen ist mein zweiter coolster Charakter Miss Norma aus dem Buch Driving Miss Norma. Sie geht ebenfalls sparsam mit Worten um, teilt ihre Freude über das Leben offen mit.

Schönster Handlungsort: Irgendwie ist meine Auswahl hier ziemlich schräg. Da gibt es das dystopische Land QualityLand, das Gehirn einer Prinzessin, ein Dorf in Schweden und die USA. Und ich glaube ernsthaft, ich entscheide mich für Prinzessin Dylias Gehirn, weil es ein spannender Ort ist. Hier habe ich einige Sachen über meine eigenen Gedanken gelernt.

Bester Plot: Hier schwanke ich zwischen Graffiti Moon und Ein Mann namens Ove. Graffiti Moon ist ein solides Jugendbuch. Lucy ist unsterblich in den Graffiti Künstler Shadow verliebt. Dann lernt sie Ed kennen, der Shadow persönlich kennt. Und beide wollen sich auf die Suche nach ihm machen. Außerdem hat Ed ein kleines Geheimnis. Und dieses Geheimnis hält den Spannungsbogen in der Geschichte bereit.
Ein Mann namens Ove erzählt die Geschichte von einem Mann, der eigentlich schon mit seinem Leben abgeschlossen hatte. Seine Frau ist bereits verstorben, er selbst ist im Ruhestand und hat jegliche Freude am Leben verloren. Und dann zieht eines Tages eine junge Familie in Oves unmittelbare Nähe und ihm bleibt nichts anderes übrig, als der Familie die wichtigsten Regeln der Siedlung zu erklären. Und das Tolle ist: Oves Geschichte beginnt in einem Elektrogeschäft. Nach und nach erfahren wir, was ihn dort hin verschlagen hat.

Der beste Satz des Monats: 

Okay, in diesem Monat waren es wieder einige Zitate. Aber ich kann und will mich nicht entscheiden. Ich hoffe, meine Auswahl gefällt euch:

"Ove ist sich nicht ganz sicher, was der Mann mit 'Chill mal' meint. Aber er ist sich sicher, dass er ihm den Gefallen nicht tun wird."
Ein Mann namens Ove von Fredrik Backman

"Du tanzt in dir, Ove."
Ein Mann namens Ove von Fredrik Backman 

"Die Erkenntnis, dass man sich gegen weiße Hemden nicht wehren kann."
Ein Mann namens Ove von Fredrik Backman

"Du bist also ein Alptraumbeamter."
"Also, das würde ich jetzt als Beleidigung auffassen."
Prinzessin Insomnia und der alptraumfarbene Nachtmahr
von Walter Moers

"Ich ängstige dich, also bin ich."
Prinzessin Insomnia und der alptraumfarbene Nachtmahr von Walter Moers

"Angst beeindruckt mich lange nicht mehr so sehr, wie vor meiner Krankheit."
Prinzessin Insomnia und der alptraumfarbene Nachtmahr von Walter Moers

"Ich bin sogar höflich zu meiner Krankheit."
Prinzessin Insomnia und der alptraumfarbene Nachtmahr von Walter Moers 

"Dieser Gedanke war,
dass das Leben eine lange Wurst ist..."
Prinzessin Insomnia und der alptraumfarbene Nachtmahr
von Walter Moers
 

"Niemand sagt mir, wen ich zu wählen habe."
QualityLand von Marc-Uwe Kling

"Im Prinzip geht es nur um ein Wort: Recht und Ordnung."
QualityLand von Marc-Uwe Kling

"Von nun an war unser Plan ganz einfach: es gab keinen."
Driving Miss Norma von Tim Bauerschmidt 

"Wenn wir nicht lachen würden, müssten wir weinen."
Driving Miss Norma von Tim Bauerschmidt 

"Zweifellos zog sie das an worauf sie sich konzentrierte."
Driving Miss Norma von Tim Bauerschmidt 

Deine Eindrücke: Obwohl der Marathon langsam aber sicher zu Ende geht, komme ich wirklich in Fahrt und finde Gefallen an diesem Format. Ich achte während des Lesens auf tolle Zitate und lese allgemein viel mehr. Wobei das mehr Lesen eher damit zusammenhängt, dass ich seit Anfang Juni Sport mache und dabei wunderbar Hörbuch hören kann.

Seit, ich glaube etwa zwei Monaten, habe ich das selbst gesetzte Ziel mindestens fünfzig Seiten im Monat zu lesen. Ich bin froh, dass ich das im Oktober gerade noch so geschafft habe.

Dennoch habe ich den Eindruck, dass wir beinahe alle Teilnehmer auf unserer Strecke irgendwie verloren haben. Deshalb interessiert mich: Wer von euch ist denn noch dabei?


Skyara’s Lesemonat vom Oktober

Gelesene Seitenzahl: 142 + 308 + 238 = 688 Seiten
Gelesene Zeit: ca. 13,5 Stunden
Hörbuchtracks: 78 Tracks
Gehörte Zeit: 8 Stunden, 43 Minuten
Gesamt Gehört/Gelesen: ca. 22 Stunden , 13 Minuten

Der beste Satz des Monats: Aus QualityLand von Marc-Uwe Kling: 

„Ob ihnen wohl eingeredet wird, dass im Jenseits zweiundsiebzig Wartungstechniker nur für sie allein bereitstehen?“
Kapitel 46 „Ein gutes Frühstück“

Diese Anspielung, auf gewisse religiöse Hintergründe fand ich einfach passend, da es einen herrlichen Lacher zu einem brandaktuellen Thema ergibt.

Tja, ob ich eine liebste Figur habe, weiß ich nicht wirklich… Natürlich gefällt mir Sascha Duncan aus dem ersten Teil der Gestaltwandler-Reihe (Leopardenblut) von Nalini Singh. Ich muss schon gestehen, dass ich sie sehr mag, aber irgendwie habe ich sie nicht derart ins Herz geschlossen, um sie als solche zu bezeichnen. Auch hat mir die Figur der Aisha Ärztin aus QualityLand sehr gut gefallen. In der Tat hat mich Ihre Figur sogar noch mehr beeindruckt. Aber wenn ich wirklich GANZ ehrlich bin, hat mich Calliope 7.3 am aller meisten beeindruckt. Auf so eine Hirn-Verquere Idee mit solch einer genialen Umsetzung muss man erst mal kommen…. A b s o l u t Hut ab und ein dickes Dankeschön das wir es zu lesen bekommen haben und es nicht irgendwo in irgendeinem Keller verstaubt und / oder versauert!

Mein liebster Plot ist ganz klar ebenfalls QualityLand. Ich kann es wirklich jedem empfehlen. Die Story hat Biss, viele Gesellschaftliche Anspielungen und auch die Politik bzw. die Vorgehensweisen in der Politik werden durch den Kakao gezogen! Ich finde es einfach großartig. Und ich kann es auch absolut empfehlen, dieses Buch als Hörbuch zu hören. Denn Marc-Uwe Kling liest es selbst. Es ist etwas völlig anderes, es von ihm vorgelesen zu bekommen, als das Buch selbst zu lesen. Durch seinen Vorlesestil ist man viel mehr in der Geschichte als wenn man es selbst liest.

Handlungsort: Nein, nicht QualityLand, den in dem Sinn muss ich meiner lieben Host und Hauptautorin Emma absolut zustimmen: So lustig die Story ist, sie ist genau so erschreckend und lässt einen tatsächlich im Grunde des Herzens aufheulen. Leider entspricht die Story teilweise sehr der Realität und das ist eigentlich überhaupt nicht zum Lachen. Aber Lachen hilft bekanntlich oft über etwas zu reflektieren. Und genau das hat Marc-Uwe Kling bei mir und offensichtlich auch bei Emma erreicht. (Ich hoffe jetzt einfach mal, das er genau das auch im Hinterkopf hatte als er dieses Buch schrieb, und steht jetzt nicht da und fragt sich: „Wie kommt die nur darauf das ich so was erreichen wollte!?“)

Insgesamt habe ich somit fertig gelesen: 
„Leopardenblut“, 
„Archangels Viper“ 
und „Jäger der Nacht“ alle von Nalini Singh 

und gehört „QualityLand“ von Marc-Uwe Kling
Noch nicht ganz fertig gelesen habe ich „Jäger der Nacht“ aber da nur noch etwa 50 Seiten fehlen…
In meiner Vorschau: Es bleibt mir immer noch die gesamte Gestaltwandler-Serie von Nalini Singh. Ob ich etwas anderes zwischenrein lesen werde, weiß ich noch nicht…
In diesem Sinne: Ich wünsche euch den perfektesten Monatsstart   ;-D

Ach und Emma: …. KAAAPUUUUT!
Nachtrag Emma: BITTE BEWERTEN SIE MICH JETZT!

Dienstag, 31. Oktober 2017

Ge(h)lebt im Oktober

Gelesen im Oktober 

Ich habe diesen Monat wieder einige Geschichten gehört. Und zwar habe ich insgesamt fünf Hörbücher beendet.

Beim Klick auf den Schriftzug im Video gelangt ihr direkt auf die YouTube Seite. Oder nutzt einfach DIESEN Link.


Im ersten Teil des Hörmonats erzähle ich euch von Graffiti Moon, einem schönen Jugendbuch, einem Mann namens Ove, der wahrscheinlich zu meinen Jahreshighlights gehört und rede über die schlafloseste Prinzessin von ganz Zamonien.



Im zweiten Teil treffen zwei unterschiedliche Hörbücher aufeinander. Es geht zum einen um QualityLand, dem neuen diesmal dystopischen Roman von Marc-Uwe Kling und Driving Miss Norma, einem biografischen Reisebericht.

Insgesamt Beendet 
Graffiti Moon
Ein Mann namens Ove
*Prinzessin Insomnia und der alptraumfarbene Nachtmahr
*Driving Miss Norma
QualityLand

Neuzugänge: Diesmal gibt es keinen separaten Neuzugänge Post, da ich bereits fast alle Neuzugänge gelesen habe.
Prinzessin Insomnia und der alptraumfarbene Nachtmahr von Walter Moers
QualityLand von Marc-Uwe kling
Driving Miss Norma von Tim Bauerschmidt
Solange du atmest von Joy Fielding


Gefunden im Netz

13 Tipps für professionelle Buchrezensionen
Ich habe neulich ein Interview mit Susanne von literaturschock gelesen. Dort erzählte sie, dass sie die Plattform clever-bloggen ins Leben gerufen hat. Hier habe ich einen Artikel zum oben genannten Thema entdeckt. Und ich muss sagen: Einige Tipps davon, hätten mir am Anfang mit Sicherheit geholfen, meine Rezensionen besser zu strukturieren.
Zum Beitrag - HIER ENTLANG

Die Sache mit den Rezensionsexemplaren
Während sich Blogger und Buchhändler über Rezensionsexemplare freuen, können diese für die Autoren oft frustrierend sein. Besonders, wenn das verschenkte Buch noch vor dem eigentlichen Erscheinungsdatum gebraucht angeboten wird. Autorin Angela Kirchner erzählt, was solche Aktionen für Autoren bedeuten. (Übrigens hat sich mediemops via Twitter geäußert und verkündet, das Buch von der Seite genommen zu haben).
Zum Artikel - HIER ENTLANG

Inga spricht über ihre Behinderung 
Ich war mal wieder damit beschäftigt, für mein Romanprojekt zu recherchieren. So bin ich auf das Interview von Inga aufmerksam geworden. Hier erzählt sie nicht nur von ihrer Behinderung, sondern spricht auch über Inklusion. Besonders gut gefallen hat mir ihre Einstellung zum Thema Förderschule, da ich diese überwiegend teile.
Zum Video - HIER ENTLANG

Crime und Thrill meets Fantasy - Janine von The Empire of Books spricht mit u.a. Rainer Wekwerth, Sebastian Fitzek
Eigentlich fasst die Überschrift den Inhalt ziemlich gut zusammen. Nur noch eine kleine Vorwarnung an dieser Stelle: Das Video geht eine Stunde ABER die Runde ist sehr unterhaltsam.
Zum Video - Hier klicken

Blogger Future Place
Auf der diesjährigen Frankfurter Buchmesse gab es wieder einen Blogger Future Place. Ich konnte mir leider nicht alle Vorträge anschauen und habe von der lieben Janine von The Empire of Books einen Link zu einer Aufzeichnung bekommen. Wer wissen möchte, über was beim Future Place so gesprochen wurde, kann HIER rein schauen.

10 Fehler, die man bei einem Expose vermeiden sollte 
In letzter Zeit beschäftige ich mich etwas ausführlicher mit dem Thema Expose schreiben. Und hier bin ich auf den folgenden Artikel gestoßen, der einige interessante Infos enthält.
Zum Artikel HIER ENTLANG


Hinter den Kulissen 

Diesmal habe ich gar nicht so viel zu berichten, deswegen dachte ich, ich fasse den Privat-Teil mal unter diesem Titel zusammen. Ich war richtig froh, dass ich im Oktober so viele Beiträge für euch produzieren bzw. vorplanen konnte, obwohl das Semester wieder losgegangen ist. Außerdem habe ich noch ein paar Reserven, sodass es in den kommenden Monaten hoffentlich nicht allzu ruhig wird.

Mein Highlight des Monats war natürlich wieder die Buchmesse. Ein allgemeiner Bericht wird die nächsten Tage noch folgen. Außerdem sind bereits die ersten Berichte zu den besuchten Veranstaltungen geschrieben und werden in den nächsten Monaten nach und nach online kommen.

Besonders gefreut habe ich mich aber, dass eine Freundin von mir, von der ich schon lange nichts mehr gehört habe, meinen Blog entdeckt und weiterempfohlen hat. Außerdem kamen von einer Kommilitonin gute Anregungen für einen weiteren Blog Artikel zum Thema Leben mit Behinderung. Ihr dürft also gespannt sein.
Ich mache kein großes Geheimnis um meinen Blog - den Blog Rucksack trage ich in der Stadt auch außerhalb von buchigen Veranstaltungen :-) - dennoch lasse ich das Blogger Image auch nicht immer und überall heraushängen. Deswegen freut es mich umso mehr, wenn ich Rückmeldungen von Freunden und Bekannten zu Blog Artikeln bekomme.

Und sobald der Monatsrückblick online geht, fallen mir wahrscheinlich wieder massenhaft Dinge ein, die ich hier eigentlich erwähnen wollte. Ich glaube, ich sollte mal wieder anfangen, Listen zu schreiben.


Was gab's zu erzählen?

Vier Tipps für ein erfolgreiches Studium mit Behinderung 
Tipp 1: Orientierung ist alles (aus dem letzten Monat)
Tipp 2: Organisation ist alles
Tipp 3: Umgang mit der eigenen Behinderung
Tipp 4: Bezieh nicht alles auf dich persönlich


Der Lesemarathon 
Fazit September

Frankfurter Buchmesse 2017 
Unser Terminkalender

Lese- bzw. Hörnacht 
Die Sound der Bücher Hörnacht

Freiburger Bücherstammtisch 
Treffen im Oktober

Rezensionen aus dem September 
Der Flügelschlag des Glücks
Darm mit Charme

Ge(h)schmökert 
SuB Geheimnisse Part 2: (Auto)Biografien
Meine Highlights von der hörverlag Teil 4 (Podcast Folge)


In diesem Sinne... 

hoffe ich, ihr habt ein schönes Halloweenfest und bekommt mehr Süßes als Saures.

Bis hoffentlich bald

Emma

Sonntag, 29. Oktober 2017

Driving Miss Norma

Bild von 
RandomHouse Audio
Steckbrief 

Name: Driving Miss Norma - Sag ja zum Leben (auch als Buch erhältlich)
Autor: Tim Bauerschmidt und Ramie Little
Verlag: RandomHouse Audio
Geeignet für: Menschen, die gerne Biografien lesen
Gelesen oder gehört: gehört als gekürzte Fassung
Sprecher: Christian Berkel und Andrea Sawatzki
Bewertung: 3 von 5 Punkten


Klappentext 

(von Randomhouse Audio

"Es ist nie zu spät, das wirklich Wichtige im Leben zu erfahren.

Als bei Miss Norma 2015 im Alter von 90 Jahren Gebärmutterkrebs diagnostiziert wurde, riet man ihr zu einer Operation, zu Bestrahlung und Chemotherapie. Doch Norma – nach sieben Ehejahrzehnten erst frisch verwitwet – dachte nicht daran, ihrem Ende in einem Krankenhausbett entgegen zu dämmern. Sie richtete sich zu ihrer vollen Größe von eineinhalb Metern auf und sagte ihrem Arzt: „Ich bin neunzig Jahre alt, ich gehe auf Reisen!” Sie packte das Nötigste und begab sich zusammen mit drei Vollzeitnomaden – ihrem pensionierten Sohn Tim, seiner Frau Ramie und ihrem Pudel Ringo – in einem zehn Meter langen Wohnmobil auf eine unvergessliche Reise."


Meine Meinung 

Driving Miss Norma war eines der Herzensbücher, das mir dieses Jahr auf der Leipziger Buchmesse empfohlen wurde. Zuerst runzelte ich die Stirn: Schon wieder das Thema Krebs? Immerhin war das Thema dieses Jahr wirklich genug präsent. Doch dann machte mich die Geschichte neugierig: Was erlebt Miss Norma auf ihrer Reise? Und wird ihr das Reisen aufgrund ihrer Krankheit oder besser gesagt, ihren hohen Alters, nicht auch irgendwann zu anstrengend?

Gestaltung 
Hier kommen wieder zwei Erzähler zum Einsatz. Zum einen wird die Geschichte aus der Sicht von Normas Adoptivsohn Tim erzählt. Zum anderen übernimmt Schwiegertochter Ramie auch einige Passagen des Buches. Daher bot es sich bei der Hörbuchproduktion an, die Geschichte mit zwei Sprechern zu besetzen. Und zwar schlüpften Christian Berkel und Andrea Sawatzki in die Rollen von Tim und Ramie.
Bei Christian Berkels Interpretation hatte ich zu Beginn etwas Bedenken. Ich habe ihn vor ein paar Jahren auf der Buchmesse live aus Ein plötzlicher Todesfall lesen gehört und musste feststellen, dass er mich nicht wirklich fesseln konnte. Auch im Publikum wurde es damals schnell unruhig. Daher fragte ich mich, wie ich mit den von ihm gelesenen Passagen zurechtkommen würde. Leider muss ich gestehen, dass er mir zu schlicht gelesen hat. Dennoch - und das klingt jetzt wahrscheinlich wirklich gemeiner formuliert, als es eigentlich soll - war ich erstaunt, dass ich mich doch relativ gut konzentrieren konnte.
Bei Andrea Sawatzki war ich wirklich positiv überrascht, wie wandlungsfähig ihre Stimme ist. Das letzte gehörte Hörbuch, das von ihr gelesen wurde, war ein Thriller. Hier klang ihre Stimme belegt und ernst. Bei Driving Miss Norma transportierte sie Normas Lebendigkeit gekonnt, nahm aber auch die nachdenklichen Momente der Biografie wahr. Nach und nach hauchte sie der Geschichte um die kleine Reisegruppe Leben ein.

Inhalt / Spannung 
Hm, wo fange ich hier bloß an? Der Klappentext fasst die Ausgangssituation ziemlich gut zusammen. Gerade das eingebaute Zitat gefällt mir wirklich gut. Hier musste ich beim hören selbst etwas schmunzeln. Wie bereits erwähnt, erzählen Ramie und Tim abwechselnd, wie sie die Reise gemeinsam mit Norma erlebt haben.

Zu Beginn waren beide sehr unsicher. Bisher waren sie immer zu dritt, gemeinsam mit ihrem Pudel Ringo, durchs Land gereist. Nun kam Norma zur Gruppe dazu und es mussten erst einmal wichtige Voraussetzungen geschaffen werden, damit die Reise beginnen konnte. So brauchte es beispielsweise ein neues Wohnmobil. Und natürlich stellte sich auch die Frage, welche Ziele überhaupt angesteuert werden sollten. Und hier war Norma zu Beginn der Reise bescheiden. Doch nach und nach begann sie Gefallen an der Reise zu finden und taute zunehmend auf.
Ramie bekam eines Tages die Idee, kleine Reiseberichte in Form von Facebook Posts festzuhalten. Und danach nahm alles seinen Lauf...

An sich fand ich es schön zu hören, wie viel Liebe Norma entgegengebracht wird. Es war für mich wirklich unglaublich, dass sie Menschen inspiriert und anderen in ähnlichen Situationen Mut macht. Allerdings hätte ich mir hier und da mehr Einblicke gewünscht. Tim und Ramie erzählen in dem Buch von verschiedenen Begegnungen und greifen unterschiedliche Situationen heraus. Es ist keine klassische Biografie, die von vorne bis hinten geradlinig zusammengefasst wird. Natürlich gibt es Einblicke in Normas Vergangenheit. Wir erfahren, wie sie aufgewachsen ist und wie ihre ersten Ehejahre waren. Doch gingen mir die Entwicklungen auf der Reise teilweise etwas zu schnell. Die Geschichten waren schön, aber ich konnte die Momente nicht immer hundertprozentig nachvollziehen. Allerdings glaube ich auch, dass es etwas völlig anderes gewesen wäre, die Situation live mitzuerleben.

Schreibstil 
Tim und Ramies Schreibstil habe ich hier als sehr ergänzend erlebt. Während Ramie einen Blick von außen hat - sie kennt Norma zwar schon einige Jahre, dennoch ist sie nicht mit ihr verwandt - beschreibt sie ihre Gefühle Norma gegenüber sehr gut und fasst auch gut zusammen, welche Wirkung Norma auf andere Menschen hat.
Tim wirkt zu Beginn eher rational und hat zudem den familiären Part. Er erzählt, wie er aufgewachsen ist, was er über Norma weiß und wie das Leben von Familie Bauerschmidt bisher verlief. Dennoch berichtet er mit der Zeit von eigenen Ängsten: Als der Medienrummel um Norma größer wird, hat er Angst, sie damit zu überfordern. Er möchte nicht, dass seine Mutter einer Nation vorgeführt wird. Doch er erkennt, dass Norma die Situationen mit Bravour meistert und sich sehr gut zu helfen weiß.
Mich verwirrte zu Beginn die Struktur der Biografie. Wir erleben wie bereits beschrieben, immer wieder Momentaufnahmen und ich hatte hier und da Mühe inhaltlich hinterherzukommen.

Gesamteindruck 
Driving Miss Norma ist buchstäblich eine Biografie fürs Herz. Ich habe den Reisebericht sehr gerne gelesen und mich gut unterhalten gefühlt. Besonders gefreut hat es mich, dass Norma ihre letzten Monate genießen konnte und noch die Möglichkeit hatte, etwas von der Welt zu sehen. Wären Ramie und Tim beruflich voll eingespannt gewesen, wäre Normas Geschichte womöglich völlig anders verlaufen.


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* Dieses Hörbuch wurde mir als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt