Samstag, 22. Juli 2017

Andreas Bourani in Emmendingen beim I EM Music Festival 2017

Hallo in die Runde,

vor einer Weile - ok ich glaube, so lange ist es noch gar nicht her - habe ich euch gebeten, mir für den 21.07. die Daumen zu drücken. In diesem Konzertbericht, werdet ihr erfahren, warum. 


Daten und Fakten: 

Was: Andreas Bourani (Support: Klima) 
Wann: Freitag den 21.07.17 
Wo: Auf dem Emmendinger Schlossplatz im Rahmen des I EM Music Festivals. 
Preis: 49,90 € (Begleitperson freier Eintritt, Abholung der B-Karte an der Abendkasse) 


Über den Künstler 

Als in Deutschland 2003 die Zeit der Castingshows anbrach, dachte sich auch Andreas Bourani, der damals noch nicht unter seinem Geburtsnamen auftrat, dass er es mal bei einer Show versuchen wollte. Er nahm an der Sendung "Die Deutsche Stimme 2003" teil, die damals vom ZDF ausgestrahlt wurde. Dort musste er herbe Kritik einstecken, obwohl er damals schon einiges drauf hatte. Man erklärte, er singe zwar gut, aber genauso, wie Künstler, die bereits auf dem Markt seien.
Dennoch gab Bourani nicht auf, spielte viele Konzerte und trat u.a. als Support Act von Philipp Poisel, der übrigens einen Tag vor ihm bei I EM Music spielte, Unheilig oder Aura Dione auf. 

Andreas Bourani ist mittlerweile aus der deutschen Poplandschaft nicht mehr wegzudenken. Er hat bisher zwei Alben veröffentlicht (Staub und Fantasie, Hey). Lieder wie Auf uns, Nur in meinem Kopf, Auf anderen Wegen oder Hey haben nicht nur Ohrwurmqualität, sondern bringen auch einiges an Tiefe mit.

Wenn Andreas Bourani nicht gerade auf Konzertbühnen steht, nimmt er auch mal an der ein oder anderen Musikshow teil. So war er beispielsweise schon Gast in der "Sing meinen Song"-Runde, die damals noch von Xavier Naidoo angeführt wurde und suchte, trotz negativer Castingshow Erfahrung, zwei Staffeln lang The Voice of Germany. In der letzten Staffel gewann das A-Team übrigens dank Tay, der gerade sein Debütalbum produziert. 

Andreas Bourani
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Der Countdown 

Isona und ich waren voller Vorfreude und klärten kurz vor knapp noch die wichtigsten Dinge ab.

An unsere Zukunfts-Ichs: 
Auf dem Gelände verboten sind u.a. Plastikflaschen und Getränke, die gibt's nämlich auch vor Ort. Außerdem: Fackeln und große Regenschirme. Kleine dürfen mitgebracht werden, wobei man sich hier sehr unbeliebt machen kann, wie ihr weiter unten lesen werdet. 

Während es am Vormittag noch schön sonnig war, zog es, kurz bevor ich das Haus verlassen habe, immer mehr zu. Ich hatte ja die Hoffnung, dass es nur in Freiburg regnen sollte und wir ein trockenes Konzert vor uns hatten. Aber ich hatte falsch gedacht.

Als mich Isona in Emmendingen am Bahnhof einsammelte, war die Welt noch in Ordnung. Sie erzähle mir zwar, dass Emmendingen momentan überbevölkert sei, aber das Problem sollte sich nach dem Wochenende wieder erledigt haben. Wir checkten also ein, suchten uns einen guten Stehplatz, der diesmal nicht bei der Rollibühne war. Während wir so da standen und auf den Support Act warteten oder über den Bücherstammtisch philosophierten begann das Grauen.

Zuerst tröpfelte es.
Ich dachte mir, dass es langsam eine intelligente Idee wäre die Hörgeräte rauszunehmen, die sich mit Feuchtigkeit nicht so gut vertrugen. Der Himmel wurde immer dunkler...

Ein Blick in die Nacht davor 

In meinem Traum waren Isona und ich ebenfalls auf dem Konzert. Das Gelände war mit einigen Besuchern gefüllt. Der Himmel wurde immer dunkler. Und dann begann das Gewitter. Anstatt das fantastische Wetter auszunutzen, machte sich Unsicherheit breit. Und schließlich wurde das Konzert abgesagt. In meinem Traum brach große Enttäuschung aus. Denn sobald Andreas Bourani wieder abgefahren war, kam die Sonne heraus. 

Zurück in der Gegenwart 

Ich blickte in den Himmel und dachte: "Liebe Götter der Festivals, Konzerte und guter Musik. Bitte lasst ausnahmsweise meinen Traum NICHT in Erfüllung gehen."


Die Vorband 

Ihr müsst euch das wirklich so vorstellen: Kurz bevor KLIMA die Bühne unsicher machten, fing es wirklich an zu regnen. Und zwar nicht nur ein tröpfelndes Etwas, sondern ein richtig tropfender Schwall. Wir packten unsere Regenjacken aus und Isona bedankte sich bei mir, dass ich sie - meiner Meinung nach eher unbewusst - dazu überredet hatte, ihre mitzunehmen.
Ein Radiomoderator bestieg die Bühne, hieß uns alle herzlich willkommen und bedankte sich bei ein paar Sponsoren. Kurzum: Ich hatte das Gefühl, er wolle Zeit gewinnen. Dann kamen aber doch der rettende Satz, der in etwa lautete: "Und nun begrüßt KLIMA."

Als der erste Takt erklang, wurde dieser von einem hellen, nicht von einem Scheinwerfer inszenierten, Blitz begleitet, was bei einigen Zuschauern für ein "Oooooh!" sorgte.
Sängerin Vera erklärte, dass der Bandname eigentlich eine Gute-Wetter Garantie bei Festivals sei. Diesmal wohl leider nicht. Normalerweise haben Vorgruppen bei Konzerten einen schweren Stand. Eigentlich wollen die Zuschauer nur den Hauptact sehen, sind daher unruhig, reden und machen nicht wirklich mit. Daher musste Frontfrau Vera diesmal nicht nur gegen das Vorgruppen Problem ankämpfen, sondern auch noch versuchen, bei schlechtem Wetter eine möglichst gute Figur auf der Bühne abzugeben. Und das ist ihr wirklich gelungen. KLIMA machen nicht nur gute, deutsche Popmusik, sondern sind auch noch mit einer einer talentierten Sängerin ausgestattet. Sie schaffte schöne Übergänge zwischen den verschiedenen Liedern und ich hatte den Eindruck, dass die Band den Auftritt trotz schlechtem Wetter genoss. Zudem meinte Vera irgendwann: "OH, da kennt uns jemand."
Einziges beinahe Fettnäpfchen: Sätze wie, "Ihr seht gut aus", kamen zumindest in unserer Ecke nicht ganz so gut an.

Und mit ihrem letzten Lied stellte ich erfreut fest - besser spät als nie :-) - das mir die Band ebenfalls dunkel bekannt vorkam. Ich habe diese Single bereits im Radio gehört. Hier also ein musikalischer Einblick...



Klima - Schwesterherz 


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Der Künstler - Die Musik 

Nachdem KLIMA die Bühne verlassen hatten, wurde umgebaut. Die Uhr zeigte bereits kurz vor 21 Uhr an und hinter mir meinte jemand: "Oh, da hat aber jemand Star Allüren." Ich runzelte die Stirn und fragte mich, ob die Person Konzerte vielleicht nicht sehr oft besuchte. Ich fand es normal, dass es eine kleine Pause zwischen der Vorgruppe und dem eigentlichen Hauptact gab. Außerdem hatte Andreas Bourani wirklich Glück. Bis er die Bühne unsicher machte, hatte der Regen nämlich aufgehört. Das Publikum war klatschnass, aber glücklich.

Ich war sehr gespannt, wie die Setlist des Konzertes aussehen sollte. Der Sänger ist ja sehr stark, was das Singen von Balladen betrifft. Allerdings ist es schwierig, ein Publikum ausschließlich mit langsamen Liedern auf Dauer erreichen zu können.

Und schon nach den ersten Takten seines Intros, brach Jubel aus und das Publikum stimmte mit ihm gemeinsam Nur in meinem Kopf an. Schnell waren Kälte und Nässe vergessen. Wir tauchten in einen tollen Abend voll inspirierender Musik ein. Neben den bekannten Hits, hatten auch andere Lieder aus den beiden Alben Platz, die zumindest mir nicht viel sagten, was aber auch nicht schlimm war. Ich genoss es, ein Konzert mitzuerleben, bei dem ich einige Lieder mitsingen konnte.

Zudem bewies Andreas Bourani immer wieder wie gut er singen konnte und erreichte Höhen von denen andere nur träumen können. Hin und wieder wurde es mir etwas zu viele hohen Töne, was aber keinesfalls für ein schlechteres Gesamtbild sorgen soll. Ein kleines Highlight war außerdem seine Rap Einlage bei dem Hit Astronaut. Ich hatte mich gefragt, wie er diesen Hit bei Konzerten umsetzte, ob hier einfach ein neues Arrangement hinhielt, oder man Sido als Rap Part einblendete. Interessant war auch, dass Bourani hier erzählte, das sich die beiden Musiker bereits aus ihrer Zeit in München kannten.

Die Setlist: Wahrscheinlich eine kunterbunt durcheinander gewürfelte Auflistung der Lieder des Abends.  
Nur in menem Kopf, Füreinander gemacht, So leicht, so schwer, Ultraleicht, Alles beim Alten, Mit der Zeit, Astronaut, Delirium, Hey, Wieder am Leben, Zusammen untergegangen, Auf anderen Wegen, Eine nach dem andern, Nimm meine Hand,
Zugabe: Eisberg, Ein Wunder,  Sein


Die Sache mit dem Daumen drücken 

Und nun fragt ihr euch: "Und wann kommt endlich die verdammte Sache mit dem Daumen drücken?"
Vorab: Die Geschichte ist sehr verrückt und war mehr eine Art Experiment, von dem ich fast damit rechnete, dass die Wahrscheinlichkeit groß sei, dass es nicht funktionierte. Aber kommen wir nun zur Geschichte:

Eine Freundin von mir, nahm am der KIKA Singer- Songwriter Sendung Dein Song teil und das sogar ziemlich erfolgreich. Sie schaffte es nicht nur in die "Finalisten bekommen einen Paten"- Runde, sondern gewann den Wettbewerb auch noch. Und zwar mit diesem Lied (wehe ihr klickt den Link nicht an! Ich vertraue auf eure Neugier!). Außerdem durfte sie auch ein paar Konzerte mit ihrem Paten, dem Graf, von Unheilig spielen.

Die Sieger dürfen im Folgejahr eine Single für den neuen Den Song Soundtrack beitragen. Normalerweise singen die Gewinner immer selbst. Diesmal, ihr könnt es euch wahrscheinlich schon denken, wurde das Lied von Andreas Bourani gesungen. Und neben Eisberg ist dieses Lied eines meiner absoluten Lieblingslieder. Leider dümpelt das Lied nur auf dem Soundtrack zu der dazugehörigen Staffel herum. Der Song wurde nie als Single veröffentlicht, was definitiv eine der schlechtesten Entscheidungen ever war. Okay, genug aufgeregt. Damit ihr wisst, von welchem Lied ich rede:




Und nun kommen wir also zu meiner verrückten Idee: Ich wünsche mir Aufmerksamkeit für dieses Lied. Ich finde, es hat einfach mehr verdient. Und außerdem bin ich der MEinung, dass es u Andreas Bourani genauso passt, wie die Lieder, die er selbst geschrieben hat.
Kurzum: Ich dachte mir, ich frage einmal an, ob eine Möglichkeit besteht, dass es auf dem Emmendinger Konzert gespielt werden könnte. Naiv wie ich war, ging ich davon aus, dass so viele Leute auf einem Haufen vielleicht neugierig werden könnten, was es mit dem Lied auf sich hat und es nicht nur mehr Menschen erreichte, sondern auf Playlists wanderte und nicht vergessen wurde. Ich schrieb also an das Management von Andreas Bourani und hoffte.

Leider war die Setlist schon gefüllt mit guten Liedern, sodass es nicht mehr zu dem Lied kam. Aber ich hoffe einfach mal, dass die Mail an Ort und Stelle ankam und nicht in einem Spamordner verloren gegangen ist.

Wenn ihr jetzt sagt: "Den Song WILL ich haben!" dann versucht es doch einfach mal, ihn hier herunterzuladen. Leider konnte ich ihn nicht direkt über iTunes finden, bzw. habe den Sampler auch nicht gefunden und muss euch daher etwas umständlich auf die Download Reise schicken. Aber Universal Music bietet da hoffentlich eine Lösung.


Die Stimmung 

Als Vera mitten in ein Lied vertieft war, fragte ich Isona: "Sag mal, was ist das leuchtend weiße da, auf der Bühne?" Das Fernglas war schnell ausgepackt und meine Erkenntnis sagte mir: Yay, ich konnte ausnahmsweise ein bisschen was von den Künstlern vorne auf der Bühne sehen.

Obwohl wir nach KLIMA alle völlig durchgenässt waren, war die Stimmung sehr gut. Isona und ich schmunzelten, bei jeglichen Textzeilen in denen es um das Wetter oder perfekte Momente ging und sangen fleißig mit, wobei Isona eindeutig besser singen kann, als ich und mich für diese Zeilen wahrscheinlich verflucht :).

Während ich bereits Konzerte besucht habe, in denen die Künstler fast so viel redeten, wie sie Lieder sangen, setzte Andreas Bourani seine Geschichten gut ein. Nach einem Lied verkündete er dann plötzlich: "Aha, Nele hat heute Geburtstag. Und sie muss ihr Schild auch noch selber halten."
Dieser Kommentar sorgte für ein Schmunzeln auf einigen Gesichtern. Zudem schaffte er auch gute Übergänge zwischen den Liedern und man merkte ihm an, dass er sich auf der Bühne wohlfühlte. Er bedankte sich bei den Zuschauern, dass sie gekommen waren, obwohl sein letztes Album bereits auch schon ein paar Jahre auf dem Buckel hatte. (Alleridngs hat Hey nach diesem Abend einen Käufer mehr).


Fazit 

Einen Tag nach diesem Ereignis fühlt es sich immer noch irgendwie etwas unwirklich an. Isona und ich haben den Abend sehr genossen und hoffen, dass Andreas Bourani sein Wort halten kann und kommendes Jahr wieder im Süden vorbeischauen wird.

Donnerstag, 20. Juli 2017

Der Fremde

Bild von
steinbach
sprechende Bücher
Steckbrief

Name: Der Fremde (auch als Buch erhältlich)
Autor: Albert Camus
Verlag: steinbach sprechende Bücher
Geeignet für: Camus-Fans, oder LEute, die gerne Klassiker lesen
Gelesen oder gehört: gehört als genehmigte Lesefassung
Sprecher: Ulrich Matthes
Bewertung: 3,5 von 5 Punkten


Klappentext 

(von steinbach sprechende Bücher)

"In einer Sprache voll kristallener Härte und Klarheit wird die Geschichte eines jungen Mannes erzählt, der unter der Sonne Algiers bar aller Bindung ohne Liebe und Teilnahme gleichgültig dahinlebt, bis ihn ein lächerlicher Zufall zum Mörder macht." 


Meine Meinung 

Eigentlich habe ich wegen eines anderen Hörbuchs Kontakt zur Presseabteilung des steinbach sprechende Bücher Verlags aufgenommen. Und dann bekam ich die Möglichkeit, mir ein Rezensionsexemplar aussuchen zu dürfen. Ich entschied mich für Der Fremde von Albert Camus, weil ich im Rahmen meines Studiums mal ein Seminar besucht habe, in dem wir eine Kurzgeschichte oder den Auszug eines Romanes von Camus gelesen haben. Mir gefiel sein Schreibstil und ich war daher gespannt, was mich hier erwartete. 

Gestaltung 
Gelesen wird Der Fremde von Ulrich Matthes. Und diese Stimme war genau die richtige Besetzung für das Hörbuch. Ulrich Matthes hat die Stimmung des Protagonisten gut in Worte fassen können. Unser Hauptcharakter hat Mühe, Gefühle zuzulassen. Und genau diese Taubheit wird von Ulrich Matthes übersetzt. Ich konnte mir lebhaft vorstellen, wie mir der Hauptcharakter gegenübersitzt und mir seine Lebensgeschichte erzählt. Als der Roman dann eine überraschende Wendung nimmt, passt Matthes sich an und schafft es, Emotionen in die sonst neutrale Erzählweise zu legen. Und zwar genau dann, wenn diese gebraucht werden. 

Das Einzige, was mich an der Hörbuch Fassung etwas irritiert hat, war dass manche Tracks zum Schluss ein paar Sekunden Leerlauf enthalten haben. Aber wegen so einer Kleinigkeit ziehe ich ganz bestimmt keine Punkte ab. 

Inhalt und Spannung 
Um ehrlich zu sein, konnte ich keinen roten Faden in der Geschichte erkennen. Der Anfang ist zwar sehr stark, weil wir dabei sind, wie unser Protagonist von dem Tod seiner Mutter erfährt. Wir erleben hier, dass er Mühe hat mit Emotionen umzugehen, bzw. emotionslos wirkt. Es stellt sich die Frage, warum das so ist und was dafür gesorgt hat, dass er eben so ist, wie er ist. 

Dann stolpert er in eine unglückliche Dreiecksgeschichte und die Handlung nimmt ihren Lauf. Diese Tatsache, dass er scheinbar von einem Unglück ins nächste stolpert, fand ich irgendwo etwas schräg, konnte die Kettenreaktion hier und da aber auch nachvollziehen. Jedenfalls beendete ich den Roman mit gemischten Gefühlen und befürchtete, dass mir viele wesentliche Aspekte entgangen sind. 

Schreibstil 
Albert Camus hat einen Schreibstil, der viel zwischen den Zeilen erzählt. Seine Romane gehören zurecht zu den Klassikern. Mehr denn je habe ich mir den Deutschunterricht zurück gewünscht. Ich hatte die leise Hoffnung, dass ich die ein oder andere Szene vielleicht besser verstanden hätte, wenn es Diskussionen über den Roman gegeben hätte. 

Gesamteindruck 
Die Hörbuchfassung von Der Fremde ist wirklich sehr gelungen. Und ich kann mir auch gut vorstellen, dass die Geschichte vielen Lesern gefällt, die eben gerne hohe Literatur oder Klassiker lesen und keine Romane für Zwischendurch suchen. Der Fremde ist definitiv eine Geschichte mit der man sich auseinandersetzen sollte, um sie vollständig erfassen zu können. 


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* Dieses Hörbuch wurde mir vom Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt 


Dienstag, 18. Juli 2017

Ich lüfte das Geheimnis um meinen SuB - Part 1: Genre Abenteuer

Hallo ihr Buchlinge,

heute geht es meinem SuB an den Kragen. Dieser besteht größtenteils übrigens aus Hörbüchern. Da SuH (Stapel ungehörter Hörbücher) aber echt dämlich klingt, bleibe ich beim Namen SuB.


Die Podcast Folge 



Inhaltsverzeichnis

00:00 - 01:15 Min Einleitung und Erklärung

01:16 - 02:32 Min "Eine Billion Dollar" von Andreas Eschbach

02:33 - 08:01 Hörprobe "Eine Billion Dollar"

08:02 - 09:07 Min: After Hörproben Talk

09:08 - 10:16 Min: "Die vielen Leben des Harry August" von Claire North

10:17 - 17:18 Min - Hörprobe

17:19 - 18:07 - After Hörproben Talk

18:08 - 18:45 Min "Ein Mann namens Ove" von Fredrik Backmann

18:46 - 22:00 Min: Hörprobe

22:01 - 22:50 Min After Hörproben Talk

22:51 bis Ende: Abspann und Fragen zum Schluss


Und Du? 

Was sagst Du zu meinen SuB Leichen?
Welches Hörbuch soll ich unbedingt als nächstes hören?
Wovon rätst Du mir ab?

Samstag, 15. Juli 2017

Die Geschichte eines neuen Namens (Band 2 der neapolitanischen Saga)

Bild von der hörverlag
Steckbrief

Name: Die Geschichte eines neuen Namens - Band 2 der Neapolitanischen Saga (auch als Buch erhältlich)
Autor: Elena Ferrante
Verlag: der hörverlag
Geeignet für: Menschen, die Familiensagen mögen oder Fans von Elena Ferrante
Gelesen oder gehört: gehört als ungekürztes Hörbuch
Sprecherin: Eva Mattes
Bewertung: 5 von 5 Punkten


Klappentext 

(von der hörverlag)

"Mit 16 haben Lila und Elena, Freundinnen seit Kindertagen, ihr armseliges neapoletanisches Stadtviertel mit seinen einengenden Konventionen gründlich satt. Lila versucht, durch eine vorteilhafte Ehe ihre Chancen zu verbessern, fühlt sich aber schon bald eingesperrt und verbittert. Elena hingegen lässt den Ort ihrer Kindheit hinter sich und geht zum Studium nach Pisa. Die 1970er Jahre bringen Veränderungen für beide: die Erfahrung der Mutterschaft, Auseinandersetzungen im Berufsleben und nicht zuletzt große gesellschaftliche Umwälzungen. Indem ihre Wege sich trennen, werden nicht nur die beiden Mädchen, sondern wird auch ihre Freundschaft zueinander erwachsen."


Meine Meinung 

Nachdem der Auftakt der neapolitanischen Saga von Elena Ferrante mit einem ziemlich gemeinen Cliffhanger endete, freute ich mich, als vor ein paar Wochen der zweite Band der Reihe bei mir einzog.

Gestaltung 
Die Geschichte eines neuen Namens wird wieder von Eva Mattes gelesen, die den italienischen bzw. neapolitanischen Flair toll transportiert. Sie liest die Geschichte wieder schlicht, aber genau diese Feinheit braucht es für Elenas und Lilas Erzählung. Auch im zweiten Teil geht es darum, Dinge herauszuarbeiten. Und das hat Eva Mattes mit ihrer Interpretation wie immer gut untermalt.
Und es ist irgendwie blöd, hier immer dasselbe zu schreiben, deswegen hier noch ein kleiner, hoffentlich abwechslungsreicher Abschnitt: Als ich das Hörbuch begonnen habe, hatte ich das Gefühl wieder in ein literarisches Zuhause abzutauchen. Ich habe mich auf bekannte Charaktere gefreut und war glücklich, dass mich Eva Mattes durch die Geschichte geführt hat.

Inhalt
Im ersten Band führt Ich-Erzählerin Elena in ihre Freundschaft mit Lila ein. Die Geschichte beginnt mit den Kindheitsjahren, welche vor allem durch Konkurrenzkämpfe geprägt sind. Beide Freundinnen stacheln sich gegenseitig an. Sie können nicht wirklich miteinander aber auch nicht ohneeinander. Dennoch entwickelt sich ihre Freundschaft zu einem recht stabilen Band, das, wie es bei Freundschaften nun mal der Fall ist, von Höhen und Tiefen begleitet wird.

In Die Geschichte eines neuen Namens werden beide Freundinnen auf eine harte Probe gestellt. Während Lila früh in das Berufsleben einsteigt, heiratet und eine Familie zu ernähren hat, genießt Elena das, damals noch seltene Privileg, zur Schule gehen und sich Wissen aneignen zu dürfen. Und genau das sorgt für einen immer wiederkehrenden Konflikt zwischen den beiden. 

Im zweiten Teil der neapolitanischen Saga begleiten wir die beiden Freundinnen während ihrer Jugend bis zum Beginn des Erwachsenenalters. Toll finde ich hier, das die Charakterzüge von Lila und Elena wieder sehr gut herausgearbeitet wurden und der Konkurrenzkampf indirekt fortgeführt wird, ohne, dass man mit den Augen rollt und hofft, dass das Battle möglichst bald vorbei ist. Besonders gut hat mir gefallen, dass Lila erkennt, was sie an Elena hat und dies zum Teil auch kommuniziert. Es gibt Momente im Buch, in denen sie offen zugeben kann, dass sie Elena auch etwas gönnt.

Spannung 
Wie es im Leben nun mal ist, wird auch die Beziehung der beiden immer wieder durch Krisen gestört. Je älter sie werden, desto intensiver sind die Auseinandersetzungen und es stellt sich die Frage, ob nicht irgendwann ein Bruch in der Freundschaft der beiden entsteht oder dauerhaft bleibt.

Zudem lässt uns Ich-Erzählerin Elena an Lilas Leben teilhaben, das durch ihre frühe Ehe sehr chaotisch abläuft. Während sie am Anfang noch Feuer und Flamme für ihre Beziehung war, verblasst die rosarote Wolke rasch. Und das was dahinter zum Vorschein kommt, verheißt nichts Gutes. Es stellt sich also die Frage: Wie geht Lila mit der neuen Herausforderung um?
Ein Spannungsbogen, der also keineswegs unrealistisch scheint und gut aufgebaut wurde.

Schreibstil 
Ich mag Elena Ferrantes Schreibstil nach wie vor. Besonders spannend finde ich hier, dass auch ihre gleichnamige Protagonistin in die Autoren Fußstapfen tritt und bei mir und einem Leser die Frage aufgeworfen hat, was es mit Elena Ferrante wirklich auf sich hat und ob sie nicht im wahren Leben vielleicht Elena Greco heißt.

Aber zurück zum Schreibstil: Während man bei Meine geniale Freundin noch in den neapolitanischen Flair abgetaucht ist, wurde im zweiten Teil deutlich, dass es hinter der lebendigen italienischen Fassade auch ganz anders aussehen kann. Einiges was im ersten Band bunt und fröhlich dargestellt wurde, bekam hier eine andere, düstere Farbe. Hinzu kam auch, dass es wieder ordentlich was zwischen den Zeilen zu lesen gibt, was mich natürlich wieder begeistern konnte.

Gesamteindruck 
Ich könnte diesen Abschnitt jetzt mit einem Wort bestücken welches Gehalten lautet. Durch eine Rezension, die ich kürzlich zum ersten Teil gelesen habe, ist mir aber noch etwas Stoff für diesen Abschnitt eingefallen: Mir gefällt die Reihe um die Freundinnen Lila und Elena so gut, weil ich das Gefühl habe, dass uns hier von einer Freundschaft erzählt wird, die wirklich so abgelaufen sein könnte. Natürlich gibt es nicht, wie in klassischen Romanen, rasante Spannungsbögen. Man könnte meinen, die Geschichte plätschere vor sich hin, aber das was es während des Plätscherns zu entdecken gibt, finde ich fast genauso aufregend, wie packende Thriller. Dennoch muss ich zugeben, das man für die neapolitanische Saga durchaus einen langen Atem braucht und ich die Kritik an der Reihe daher gut nachvollziehen kann.

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* Dieses Hörbuch wurde mir als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. 

Mittwoch, 12. Juli 2017

Lustige vs. traurige Charaktere und die Sache mit dem Wunschpunsch



Hallo Buchlinge,
vielleicht hat sich der ein oder andere letzten Mittwoch verzweifelt gefragt, wo denn der aktuelle Bericht des Freiburger Bücherstammtisches bleibt. Ganz einfach: Aus organisatorischen Gründen mussten wir unser Treffen verschieben. Im Nachhinein war das auch eine verdammt gute Idee, weil das Wochenende ziemlich verregnet war.
Aber kommen wir nun zu unseren Programmpunkten:


Lustige vs. traurige Buchcharaktere 

Es wurde der Wunsch geäußert, dass wir uns doch mal über etwas Lustiges unterhalten sollen. Gesagt getan: Allerdings durften wir beim Stammtisch Treffen schnell feststellen, wie schwierig es ist, Charaktere für die beiden Rubriken zu finden.

Zum einen stellt sich die Frage, wo fangen lustig und traurig an und wo hört es auf? Muss ein Charakter durchweg lustige Dinge tun und sich damit zum Clown machen? Oder reicht es auch einfach, wenn sich der Witz durch Situationskomik abspielt? Schnell wurde klar, dass die show don't tell Variante favorisiert wird. Es bringt nichts, wenn Autoren erzählen wie lustig oder traurig ihre Charaktere sind. Viel wirksamer ist es, wenn sie es durch das Verhalten der Charaktere zeigen.
An lustigen Charakteren wurden also diejenigen favorisiert, deren Charakterzüge für witzige Momente sorgen. So nominierte ein Stammtisch-Mitglied beispielsweise den Protagonisten aus Das Rosie-Projekt. Durch seine Art zu Handeln und von dieser zu erzählen, entstehen eine Menge amüsanter Momente.
Ich hingegen nominierte Bahee, den Reiseführer aus dem Roman Hummeldumm. Der arme Kerl ist mit einer ziemlich schrägen Reisetruppe unterwegs und darf ihnen Afrika zeigen.
Ebenfalls im Gespräch waren Carry on, Jeeves und Per Anhalter durch die Galaxis.
Gerade bei letzterem Buch fiel mir auf, dass viel Komik auch mit absurden Situationen einhergehen. Dinge, die in der Realität einfach nicht zusammenpassen, in einer Geschichte hingegen aber lustig und unterhaltsam wirken.

Und wie war das jetzt mit den traurigen Charakteren? Hier stellte sich ebenfalls die Frage, was genau mit traurig gemeint sei. Geht es nur um ein trauriges Schicksal oder muss der Protagonist traurig dargestellt werden? Ich stellte hier fest, dass ich es mir relativ einfach gemacht hatte und mit Meine Schwester lebt auf dem Kaminsims ein Buch gewählt hatte, in dem unser Protagonist ein trauriges Schicksal hat.
Isona stellte sehr schnell klar, dass man durchweg traurige Charaktere über ein ganzes Buch hinweg wohl kaum ertragen würde und schon auch eine Entwicklung des Charakters erkennbar sein sollte. Heiß her ging es dann als wir zu dem Buch Allein unter Schildkröten kamen. Hier begegnen wir ebenfalls einem Protagonisten, der eigentlich ein gutes Leben hat. Dennoch fühlt er sich einsam und ist traurig. Die ganze Diskussion kann ich aufgrund von Spoilern hier nicht wiedergeben. Außerdem wäre es ja langweilig, wenn ich euch ausführlich von unseren hitzigen Themen berichten würde. Dann müsstet ihr ja gar nicht mehr persönlich vorbeischauen :-).
Auf dem Bild seht ihr: Wen der Rabe ruft, Interview mit einem Vampir, Die Tribute von Panem, This thing of darkness.

emion hat sich zwei Bücher ausgedacht, die sowohl einen lustigen als auch einen traurigen Charakter enthalten. Und zwar handelt es sich zum einen um Die Stadt der Diebe und The Gargoyle von Andrew Davidson.


Die Sache mit dem Wunschpunsch 

Bild von
HörbuchHamburg

Letzten Monat haben Isona und ich die Idee eingeworfen gemeinsam mit dem Bücherstammtisch ein Buch lesen zu wollen. Kurzerhand wurde abgestimmt und der Wunschpunsch gewählt. In der Geschichte geht es um den Zauberer Belzebub Irrwitzer (Rechtschreibfehler mögen mir verziehen sein, ich höre das Hörbuch :) ), der Besuch von seinem Vorgesetzten bekommt. Er hat seine vertraglichen Pflichten, Unglück und Verderben über die Welt zu bringen, nämlich nicht erfüllt. Ihm bleiben nur noch wenige Stunden um sich eine Lösung für das Problem einfallen zu lassen. Allerdings hat er auch zwei tierische Gegenspieler...

Für das Treffen im Juli sollten ca. die ersten 50 Seiten gelesen werden. Ich hatte mir ein paar tolle Fragen überlegt, die von Mein Literaturkreis stammen. Allerdings hatte ich nicht bedacht, dass diese Fragen bei Literaturkreisen zum Einsatz kommen, die das gesamte Buch bis zum nächsten Treffen beendet hatten. Da wir noch recht am Anfang waren, konnten wir gar nicht so viel über den Roman erzählen.

Zentrale Themen der Geschichte sind zum einen die Frage, ob Irrwitzer seinen Auftrag erfüllen kann und die Fragestellung wie wir eigentlich mit unserer Natur umgehen. Ein bisschen hat mich das auch an Konferenz der Tiere erinnert.
Die Charaktere, Irrwitzer, sein Hauskater Maurizio und der hinzugestoßene Rabe Jakob sind uns allen recht sympathisch, obwohl Irrwitzer wirklich nicht freundlich erscheint :-).
Maurizio wirkt faul und etwas naiv. Hier haben ein Bücherstammtisch Mitglied und ich die Vermutung aufgestellt, dass der Kater vielleicht nur so tut, als ob und in Wahrheit den kompletten Durchblick hat.

Bis zum nächsten Mal soll bis Seite 106 also einschließlich Kapitel Sieben Uhr fünfundzwanzig lesen.


Und der August? 

... steht im Zeichen des Abschieds. Ein Bücherstammtisch verlässt nicht nur die Gruppe, sondern leider auch die Stadt. Außerdem ist im August Urlaubs- und Semesterferien Zeit, das heißt wahrscheinlich gibt es auch eine kleinere Besetzung. Das Thema für den August ist:

Ein Buch, das dich überrascht hat 

Egal, ob positiv oder negativ überrascht. Außerdem werden wir wieder über den Wunschpunsch reden.


Neugierig? 

Bücherstammtisch in Freiburg? Das will ich auch! 
Dann tritt doch am besten unserer Facebook Gruppe oder dem Mailverteiler (EmmaZecka@gmx.de) bei um auf dem Laufenden zu bleiben. Über beide Optionen werden dieselben Infos verschickt. 

Sonntag, 9. Juli 2017

Meine Highlights aus dem Herbstprogramm 2017/2018 des Hörverlags

Guten Morgen Buchlinge,

vor einer Weile habe ich auf Twitter darüber berichtet, dass mich das Herbstprogramm des Hörverlags erreicht hat. Bei diesen sommerlichen Temperaturen schon über Herbstbücher nachzudenken, mag dem ein oder anderen von euch vielleicht etwas komisch vorkommen.
Allerdings sind die ersten Hörbücher bereits veröffentlicht. In der heutigen Podcast Folge möchte ich euch meine ersten Highlights vorstellen.


Die Podcast Folge 




Inhaltsverzeichnis 

00:00 - 01:20 - Einleitung, Erklärung des Formates
01:20 - 02:35 - Cassandra Clare "Lady Midnight"
02:36 - 07:25 - Hörprobe Lady Midnight
07:26 - 9:29 - Weitere Infos zum Hörbuch, Gedanken zur Hörprobe
09:30 - 09:45 - J.K. Rowling "Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind"
09:46 - 14:45 Min - Hörprobe "Phantastische Tierwesen"
14:46 - 17:59 Min - weitere Infos zum Hörbuch und Impressionen der Hörprobe
18:00 - 19:18 Min - Kate Dionne "Die Moortochter"
19:18 - 21:50 Min - Hörprobe
21:53 - 23:17 Min - Weitere Infos zum Hörbuch, Impressionen
23:18 bis Ende - Abschluss


Die im Podcast vorgestellten Hörbücher 

Cassandra Clare "Lady Midnight - Die dunklen Mächte"

J.K. Rowling: "Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind"

Kate Dionne "Die Moortochter"


Und Du? 

Welches der erwähnten Hörbücher findest du am interessantesten? 
Auf welches Hörbuch könntest du verzichten? 

Mittwoch, 5. Juli 2017

Literarische Helden meiner Kindheit

Willkommen ihr Buchlinge,
heute möchte ich euch von den literarischen Helden meiner Kindheit erzählen. Wie bereits angekündigt, wird dieser Monat sehr Podcast lastig.
Wer allerdings keinen Nerv für den Podcast hat, bekommt hier auch ein paar Textzeilen zu lesen.


Die Podcast Folge 


Die Wilden Hühner von Cornelia Funke
Bei den Hühnern handelt es sich um eine fünfteilige Buchreihe. Die Geschichte erzählt von der Mädchenbande, die von Charlotte "Sprotte" Slättberg angeführt wird. Zu Beginn der Reihe besteht die Bande aus vier Mitgliedern. In weiteren Bänden gewinnen sie aber noch ein fünftes "Huhn" dazu.

Warum mir die Reihe so gut gefällt?
Sie hat sich mit den Problemen beschäftigt, die mich als Kind interessiert oder betroffen haben. Jeder Band hatte eine in sich abgeschlossene Handlung. Natürlich war es gut, alle Bände der Reihe zu lesen, um die Entwicklung der Charaktere zu verstehen. Ich kann mich aber nicht daran erinnern, dass man großes Vorwissen gebraucht hat, um den Inhalt zu erfassen.
Außerdem haben die Hühner meine Freunde und mich zu Bandenspielen angeregt. Wir haben die Rollen unter uns aufgeteilt. Ich kann mich dunkel daran erinnern, dass emion mit großer Wahrscheinlichkeit Sprotte übernommen hat...

Das Überraschungsbuch 
Beim zweiten Buch handelt es sich um ein Überraschungsbuch. Und ich wär ja schön blöd, wenn ich das jetzt hier im Post verrate. Ich sage nur so viel: Die meisten meines Jahrgangs werden es kennen. Es ist wieder eine Buchreihe, die mich meine Kindheit und Jugend über begleitet hat. Aber mehr verrate ich jetzt wirklich nicht.


Und du? 

Wer sind die Helden deiner Kindheit?
Was hältst du von der Podcast Folge?

Sonntag, 2. Juli 2017

Bergfest beim Lesemarathon! Unser Fazit im Juni

Foto: A. Mack
Hallo Buchlinge,

es ist Lesemarathon Halbzeit. Wie läuft es denn bei euch? Habt ihr eure individuellen Ziele erreicht oder orientiert ihr euch auch an der halben Stunde pro Tag?

Während Skyara und ich neue Rekorde aufstellen, sammelt Isona fleißig Material für den nächsten Monat und emion nimmt Fachbücher auseinander.
Kurzum: Kommen wir zu unserem Beitrag

Lesemarathon --> Was ist das?


Gelesene Seiten / gehörte Tracks: 362 Seiten und 357 Tracks

Gelesene Zeit: 36 h 9 min

Coolster Charakter des Monats: Neulich ist mir ein Favorit für diese Kategorie eingefallen. Ich komme nur nicht mehr drauf. Deswegen besetze ich die Stelle jetzt einfach neu und nominiere Kass und Sora, zwei Irrlichtkinder aus Irrlichtfeuer.

Schönster Handlungsort: Obwohl ich das Buch noch nicht beendet habe, bin ich froh, wieder mit Lila und Elena nach Italien oder besser gesagt Neapel reisen zu können.

Bester Plot: kommt diesmal von Into the water. Hier begeben wir uns in das kleine Städtchen Beckford. Hier kommen immer wieder Frauen in einem See um. So auch Nell Abbott. Ihre Schwester Julia glaubt nicht an einen Suizid. Doch was hat sich in Nels letzten Stunden abgespielt? Und was hat das mit den anderen Todesfällen zu tun?

Der beste Satz des Monats:

Josh: "Wenn ich das Richtige tue, dann sind alle sauer auf mich."
Into the Water, CD 1, Track 89

Lila: "Die Anderen sind mir egal, aber du nicht"
Die Geschichte eines neuen Namens, CD 1, Track 10

"Signora Lina weiß, dass du besser bist als sie. Und deshalb hat sie dich nicht so gern, wie du sie."
Die Geschichte eines neuen Namens, CD 2, Track 150

Deine Eindrücke: Also an sich ist es ganz gut gelaufen. Ich glaube beinahe, zu gut. Ich bin froh, Irrlichtfeuer endlich beendet zu haben und hatte insgesamt einen schönen literarischen Juni.


Skyara’s Lesemonat von Juni 

Gelesene Seitenzahl: 180 + 225 + 278 + 15 + 222 + 29 + 342 + 349 = 1.640 Seiten
Gelesene Zeit: Sch… ausgerechnet jetzt wo ich so viele Seiten gelesen habe, hab ich die Zeit vergessen!

Hmm, meinen Rekord von Mai geschlagen!

Mein bester Satz des Monats: „Herzallerliebts“ Aus Secret Elements – Im Spiel der Flammen, Epilog.
Ich hab‘s schon zweimal erwähnt… Es bleibt dabei, der Russische Kater Ivan ist einfach nur lustig und bringt mich mit seinem trockenen Humor immer wieder zum Lächeln. Somit bleibt er meine liebste Figur!;-D

Der schönste Handlungsort: Der Wintergarten im Haus von Raphaels Anwesen in der Engelsenklave in New York, welchen sich die Protagonistin Elena zueigen macht, nachdem sie diesen als guten Platz, für eine vernachlässigte Begonie von dem Haus-Butler Montgomery genannt bekam.

Der Plot der „Gilde der Jäger“ Reihe ist wirklich komplex. Daher hat er mir wirklich gut gefallen. Während ich nun aber noch sagen muss: 

SPOILER 

Die „Starters“ und „Enders“ Reihe von Lissa Price war zwar von dem Plot der Dystopie wirklich gut und spannend, allerdings fand ich das Ende absolut unsinnig. Die Protagonistin war die ganze Zeit eher eine Pragmatikerin, und dann dieses Ende….?

SPOILER ENDE

Insgesamt habe ich fertig gelesen: 
„Gilde der Jäger – Engelszorn“ von Nalini Singh, 
„Secret Elements – Im Spiel der Flammen“ von Johanna Danninger, 
„Starters“ von Lissa Price, 
„Starters – Porträt eines Starters“ von Lissa Price, 
„Enders“ von Lissa Price, 
„Enders – Porträt eines Marshals“ von Lissa Price, 
„Gilde der Jäger – Engelsblut“ und „Gilde der Jäger – Engelskrieger“ von Nalini Singh 

Momentan am Lesen: 
„Gilde der Jäger – Engelsdunkel“ von Nalini Singh
In meiner Vorschau: 
Der Rest der Reihe „Gilde der Jäger“ von Nalini Singh. Außerdem möchte ich auch noch mehr von Nalini Singh lesen, aber ich vermute das ich zwischendurch auch noch andere Bücher lese! :-D

Freitag, 30. Juni 2017

Ge(h)lebt Juni 2017

Gelesen im Juni 


Beim Klick auf das Video müsstet ihr auf die YouTube Seite weitergeleitet werden.



Beendet
"Irrlichtfeuer" von Julia Lange
*"Into the water" von Paula Hawkins

Ich lese gerade
"Die Geschichte eines neuen Namens" von Elena Ferrante (Hörbuch)
"Sturmflimmern" von Moira Frank (Buch)
"Darm mit Charme" (Buch)

Neuzugänge

Hörbücher
"Ein Mann namens Ove" von Fredrik Backmann
*"Die Geschichte eines neuen Namens" von Elena Ferrante
*"Der Fremde" von Albert Camus

(Die mit * gekennzeichneten Hörbücher sind Rezensionsexemplare)

Bücher
"Die Reise mit der gestohlenen Bibliothek" von David Whitehouse
"Der Flügelschlag des Glücks"
"Bäume reisen nachts" von Aude le Corff


Gefunden im Netz

Die LBC - LitBlog Convention im Bastei Lübbe Verlag 
Im Juni lud der Bastei Lübbe Verlag zum zweiten Mal zur LitBlog Convention ein. Ich konnte nicht dabei sein. Dafür habe ich drei tolle Berichte für euch. Zum einen nehmen uns Ever von Welt in Buchstaben und Ninni von The Emipre of the Books in ihren Videos direkt mit nach Köln. Wer lieber einen schriftlichen Bericht haben möchte, ist bei Janine von Kapri-ziös genau richtig.

Stefan Mesch redet über Leserplattformen 
Endlich mal hat der Deutschlandfunk einen Beitrag geteilt, der mich interessiert. Stefan Mesch erzählt im Interview über Leserplattformen. Mit dabei sind Lovelybooks, Literaturschock und Goodreads.
Toll finde ich, dass er die Plattformen nicht verteufelt, sondern auch auf die Vorteile aufmerksam macht.
Zum Beitrag - HIER KLICKEN


Und sonst so? 

Lesen statt lernen? 
Ja, ja im Juli stehen die nächsten Klausuren an. Und was mache ich? Ich lese mehr Romane als Vorlesungsskripte, schreibe lieber an Blogbeiträgen als an Zusammenfassungen... Ich sollte meine Prioritäten wirklich überdenken.

Nach der Party folgt die Leere... 
Ihr kennt es vielleicht... Das Haus ist voller Leute. Alle sind gut gelaunt, die Stimmung ist ausgelassen und lustig. Die Stunden vergehen wie im Flug und langsam wird es dunkel. Die Crowd stellt fest, dass sie ja noch irgendwie nach Hause kommen muss. Glücklicherweise sind Autos und Fahrräder zur Stelle. Öffentliche Verkehrsmittel werden völlig überbewertet.
Die Gäste bedanken sich für die Einladung und die schönen Stunden, Umarmungen, Gewinke und Abschiede stehen an.
Und dann ist es plötzlich still. Ich warte darauf, dass irgendwo noch ein vergessener Gast aus der Ecke springt. Doch das Einzige, was ich höre, ist das Schnurren der Katze, gepaart mit dem Fernseher meines Bruders und meinen WhatsApp Klingelton.

Neues aus der Rubrik: "Pendelnd durch die Weltgeschichte"
Auf dem Weg zu meiner Hochschule gibt es momentan eine Großbaustelle. Diese Woche musste dafür ein Weg umgebaut werden. Ich überquerte also die Straße und stand vor einer Menge Zäune. Überall! Von einem Weg weit und breit keine Spur.
Ein Bauarbeiter nähert sich.
Er: "Wo wollen Sie denn hin?"
Ich: "Zur Ersatzhaltestelle der Straßenbahn."
Er bietet mir an, mich dort hinzubringen. Da die Haltestelle nicht weit weg von der Baustelle ist, nehme ich das Angebot dankend an.
Er (sinnbildlich): "Ich will Ihnen a nicht zu nahe treten, aber ich seh Sie hier öfters!"
Ohne Witz Leute, das war der BESTE Satz der Woche :).
Wäre ja schlimm, wenn er mich nicht mehr sehen würde, weil das dann im Umkehrschluss bedeutet, dass ich meine Lehrveranstaltungen nicht mehr regelmäßig besuche.


Hinter den Kulissen von Ge(h)Schichten 

Die Sache mit dem Lesen 
Während ich diesen Monat eigentlich auf den Social Media Kanälen ganz stolz berichten wollte, das Isona und Skyara einen Lesetag praktiziert haben, mussten sie mir Ende es Monats gestehen, dass die Aufzeichnungen für den Lesemarathon etwas vernachlässigt wurden. Immerhin ist die Hälfte des Marathons nun überstanden. Wie läuft es eigentlich bei euch?

Podcasts im Juli 
Buchlinge, im Juli erwarten euch ein paar Podcast Folgen. Keine Angst, es sind auch ein paar kurze Folgen dabei. Und ich habe pro Podcast auch einen kleinen Blogbeitrag dazu geschrieben, in dem ich auch ein Inhaltsverzeichnis präsentiere, damit ihr euch nicht die ganze Folge anhören müsst :).
Wie immer, freue ich mich über Rückmeldungen.


Was gab's zu erzählen?

Skyara rezensiert 
Saramo und die sieben Feuer

Leben mit Sehbehinderung 
Blind heißt nicht gleich nichts sehen 

Ge(h)schaut 
Meine Lieblings Jugendserien

Neues vom Freiburger Bücherstammtisch 
Das Treffen im Juni

Ausstehende Rezensionen aus dem vorherigen Monat 
Infernale


Gehört im Juni 


Walk the Moon - Shut up and dance with me
Ich weiß nicht mehr warum ich das Lied aufgeschrieben habe. Es ist cool, keine Frage, aber ich kann mich nicht mehr daran erinnern, in welchem Zusammenhang ich es gehört habe.




Maroon 5 Sunday morning 
Das ist eines meiner Lieblingslieder der Band. Es kommt so ruhig daher, dennoch hat das Lied etwas Kraftvolles. Die eigentliche Geschichte, die ich an dieser Stelle erzählen könnte, verkneife ich mir, weil ich nicht weiß, ob ich sie schon mal erzählt habe. Und ich möchte euch ja nicht langweilen. Auch wenn ich mit meiner Playlist manchmal das Gefühl habe, dass es etwas eintönig werden könnte :-).



My First Band - Summertime bitches 
Vor ein paar Wochen - oder waren es doch Monate? - hat Samu Haber einen Song auf Facebook geteilt. Sein einziger Kommentar, war der Titel des Lieds. Ich schlug natürlich sofort zu, weil ich dachte, das Sunrise Avenue eine neue Single veröffentlicht hat. Nein, liebe Leute! Aber die Single ist mindestens genauso gut. My First Band teilen sich ihr Management mit Sunrise Avenue. Die Bands sind befreundet und waren auch schon gemeinsam auf Tour. Das Lied hat Ohrwurmcharakter.



Farin Urlaub Racing Team - Es ist zu heiß 
Einmal im Jahr muss ich dieses Lied einfach teilen. Die Melodie greift die Trägheit gut auf. Zudem finde ich den Text auch sehr unterhaltsam.


In diesem Sinne...

wünsche ich euch einen guten Start in den Juli!

Samstag, 24. Juni 2017

Saramo und die sieben Feuer

Bild von amazon
Eine Rezension von Skyara

Name: Saramo und die Sieben Feuer – Eine Geschichte von Macht und Zweifel, Liebe und Kampf
Autor: Raphaela Yamada
Verlag: Selfpublishing
Geeignet für: Jugendliche oder sehr reife Kinder
Gelesen oder Gehört: Gelesen (eBook)
Bewertung: 3 von 5 Punkten
Erscheinungsdatum Erstausgabe: 2016
Aktuelle Ausgabe: Überarbeitete Version 2017


Inhaltsangabe

Saramo kann es zunächst nicht glauben. Er ist der erste Tenidendrachen, dem es nach vielen Generationen der Unterdrückung durch die furchtbaren Orlonen gelingt, wieder Feuer zu speien und der so die uralte Sage von der Befreiung seines Volkes erfüllen soll.

Er ahnt noch nicht, dass er vor dem Kampf gegen die Orlonen zuerst sich selbst besiegen muss.
So begegnet er auf seiner Reise durch den Kontinent Alpaku der tödlichen Gleichgültigkeit, der Gier nach Macht, dem Gefühl der Fremdheit, der Liebe seines Lebens, den Zweifeln an sich selbst, der Bürde des Alters und endlich dem alles entscheidenden Kampf um Leben und Tod.


Meine Meinung 

Was zunächst für mich schleppend begann, wurde ungefähr ab der Hälfte des Buches doch spannend und interessant.

Zunächst muss ich sagen, dass dieses Debüt der Autorin eigentlich als Kinderbuch gedacht ist, daher hatte ich keine besonders hohen Ansprüche an den Inhalt. Was sich mir bis zur Mitte des Buches auch tatsächlich bestätigte. Allerdings wurden dann im letzten Drittel die Geschehnisse regelrecht umgekrempelt. Mit der Hauptfigur des Buches geschieht etwas grundlegend Veränderndes. Dadurch finde ich es auch schwierig dieses Buch einem Kind in die Hand zu drücken, da ich nicht weiß, ob es das überhaupt verstehen kann. Aber vielleicht würde ich auch eines besseren belehrt?

Am Anfang wird ausschließlich aus der Sicht von Saramo erzählt. Mitte des Buches hat sich die Autorin dankbarerweise dazu entschieden, auch noch die Sicht von zwei wichtigen Nebenfiguren zu nutzen. Das hat sich für mich auch als ein Glücksfall herausgestellt, da ich solche Sichtwechsel sehr mag. Außerdem erzeugt es in einer Geschichte etwas Lebendigkeit, die mir im Ersten Drittel des Buches beinahe komplett gefehlt hat.

Aber nun zur Grundhandlung bzw. dem Sinn des Buches. Die Autorin hat in der Leserunde auf lovelybooks.de einen extra TAG gelistet mit der Frage: „Darf ich Gewalt anwenden? Falls ja, wann?“
Diese Frage verfolgt einen durch das gesamte Buch, da sich Saramo diese Frage immer wieder und in den unterschiedlichsten Situationen, stellen muss. Und diese Frage machte das Buch auch letztlich so interessant und spannend für mich. Die Autorin behandelt es sehr anschaulich und wie ich finde auch lehrreich. Daher habe ich dem Buch trotz enormer Schwächen noch volle Drei Punkte geben können.

Ich wünsche mir von Raphaela Yamada, dass sie weiter macht und uns noch mit mehr ihrer Werke „beglückt“! Denn gegen Ende war Saramo wirklich super geschrieben!

Mittwoch, 21. Juni 2017

Irrlichtfeuer

Bild von
Droemer Knaur
Steckbrief 

Name: Irrlichtfeuer
Autor: Julia Lange
Verlag: Droemer Knaur
Geeignet für: Menschen, die gerne Fantasy Romane lesen
Gelesen oder gehört: gelesen
Bewertung: 2,5 von 5 Punkten


Klappentext 

(von Droemer Knaur

"Die junge Alba träumt vom Fliegen und arbeitet heimlich an mechanischen Schwingen. Doch dazu benötigt sie das Irrlicht-Gas, ein wertvolles, hoch entzündliches Handelsgut, auf das die Herrschenden des Stadtstaats Ijsstedt ein Monopol haben. Alba ist nicht die Einzige, die versucht, illegal an das Gas zu gelangen: Große Teile der Bevölkerung Ijsstedts leben in bitterer Armut und werden von Banden regiert, die immer wieder Überfälle auf die Irrlicht-Transporte unternehmen.

Denn neben seinem Wert als Brennstoff kann das Irrlicht einem Menschen magische Fähigkeiten verleihen – wenn man die Vergiftung überlebt. Albas Traum vom Fliegen katapultiert sie schließlich mitten hinein in einen Volks-Aufstand um Macht und Magie und stellt sie vor die Frage, welchen Preis sie zu zahlen bereit ist, um ihr Ziel zu erreichen." 


Meine Meinung 

Kennt ihr das? Ihr besucht eine Buchpräsentation eines Romanes und findet nicht nur die Autorin sympathisch, sondern den Inhalt des vorgestellten Buches lesenswert? Dann besorgt ihr euch das Buch, fangt an zu lesen und hofft, dass irgendwann dieser Moment kommt, an dem ihr euch in der Geschichte auskennt? Oder das Handeln der Charaktere versteht? 
Ihr wartet und wartet aber der Moment bleibt aus. 
Zum Schluss steht ihr da und ärgert euch, dass euch das Buch nicht gepackt hat und das obwohl es keine schlechte Geschichte ist. 
Genauso ging es mir bei Irrlichtfeuer. Und das hat mich echt genervt.

Gestaltung 
Das Cover ist sehr schön dargestellt. Wir sehen eine Gestalt, die in blaues Licht getaucht wird. Das Cover wirkt mysteriös und hat mich noch neugieriger auf Irrlichtfeuer gemacht. Ich ahnte, dass es sich bei dem blauen Licht um das Irrlicht handeln musste. 
Der Klappentext stellt einen wichtigen Handlungsstrang der Geschichte dar und führt auch die Nebenstränge auf, die aber wichtige Elemente in der Geschichte bekommen. Die im Klappentext angedeutete Struktur hat mir im Buch selbst etwas gefehlt. 

Inhalt 
Irrlichtfeuer wird aus mehreren Perspektiven erzählt: 

Die Charaktere
Wir begleiten Alba, die aufgrund einer Muskelerkrankung Schwierigkeiten hat, sich fortzubewegen. Sie möchte sich frei fühlen, wird aber ständig durch ihren Körper gebremst. Sie hat nur einen Traum: Fliegen können. Und dafür hat sie auch ein passendes Konstrukt entwickelt. Wäre da nicht die Sache mit der Schwerkraft... 

Dann begegnen wir Karel und seinem Sohn Rafael. Die beiden sind Herrscher über die Rothen, einer Bande, die im Stadtteil Rothentor herrscht. Doch Vater und Sohn geraten oft aneinander. Während Karel seine Aufgaben pflichtbewusst erfüllt, hat er nur wenig Vertrauen in seinen sprunghaften Sohn, der sich gerne von Frauen ablenken lässt. Durch eine Frauengeschichte gerät nicht nur Rafael in tödliche Gefahr. 

Und natürlich gibt es auch eine Bewegung, denen die Sache mit dem Irrlicht nicht gefällt. Sie nennen sich Die Gerechtigkeit. Diese Gruppierung besteht aus Angehörigen, die Verwandte und Freunde durch einen großen Irrlichtunfall verloren haben. Doch nicht nur Menschen sind dabei ums Leben gekommen. Viele verloren dabei ihr Obdach. Und die Königin? Diese denkt noch nicht mal an eine Entschädigung, geschweige denn an eine Entschuldigung. 
Anführerin von Der Gerechtigkeit ist Meret, die ihren Mann und ihre Kinder durch den Unfall verloren hat. Sie glaubt stets an das Gute in den Menschen und hofft, dass die Königin sie schon irgendwann erhören wird, wenn die friedlichen Proteste immer lauter werden. 

Und zu guter Letzt wären da noch Sora und Kass, zwei Irrlichtkinder, die das Kindesalter aber schon längst überschritten haben. Durch einen Unfall sind sie mit dem Irrlicht in Berührung gekommen. Seither arbeiten sie als eine Art Polizeitruppe für die Königin Ijsstedts. Doch glücklich sind sie mit dieser Aufgabe keinesfalls. Sie und die anderen Irrlichtkinder werden durch den Kommandanten und einen Arzt streng kontrolliert. Jegliche Fortschritte werden sofort an die obere Etage weitergegeben. An Privatleben oder gar Freiheit ist kaum zu denken. Können die beiden ihrem Gefängnis entkommen? 

Die Handlung 
Die Grundidee, die Handlung um das Irrlicht herumzuspinnen, finde ich clever gelöst. Wir lernen alle Parteien kennen, die irgendwie mit dem Irrlicht zu tun haben und verschiedene Motive verfolgen an dieses heranzukommen oder Abstand von Irrlicht zu gewinnen. 

Allerdings hatte ich große Mühe, mich in die Handlung einzufinden. Das lag zum einen an den vielen Charakteren, die eingeführt wurden. Mir war nicht klar, welcher Charakter wichtig ist und wer nur in einem Nebensatz auftritt. Das Personenverzeichnis befindet sich bei Irrlichtfeuer am Ende des Buches, sodass ich es erst nach Beenden der Geschichte entdeckt habe, weil ich nicht auf die Idee gekommen bin, dass es hier ein Personenverzeichnis gibt. Es hätte mir sehr geholfen, wenn die Liste am Anfang gestanden hätte. So wäre klar gewesen, wo ich mir einen Überblick verschaffen kann. 

Und ich muss zugeben: Die Sache mit dem Irrlicht verwirrte mich extrem. Immer wenn ich glaubte, einen Durchblick zu haben, kam wieder ein Nebensatz, der bei mir Fragezeichen verursachte. So dachte ich beispielsweise, dass das Wort Schatten als Synonym für die Irrlichtkinder eingesetzt wird. Dann bekam ich aber eine Information, die die Frage auslöste, ob Schatten gesondert von Irrlichtkindern behandelt wurden. 

Außerdem hieß es, dass die Irrlichtkinder durch einen Unfall mit Irrlicht infiziert worden wären. Dennoch war im Buch davon die Rede, dass Irrlichtkinder ihren Irrlichtvorrat regelmäßig auffüllen müssten, da sie sonst Entzugserscheinungen hätten. Da hab ich mich auch gefragt: Wieso warten sie nicht auf den Irrlichtentzug um dann normale Menschen zu werden? 
Und das Frustrierende ist, dass ich überhaupt nicht davon ausgehe, dass es keine Antworten auf die Fragen in dem Buch gibt. Ich hatte nur das Gefühl, dass mir das Wesentliche der Geschichte irgendwie verborgen bleibt. 

Spannung 
Der Klappentext ist zwar spannend gehalten, jedoch sorgten ein paar Wendungen der Geschichte und die Tatsache, dass ich nicht wirklich durchblickte, dafür, dass ich mit dem Roman nicht wirklich mitgehen konnte. Die Handlung zog eher an mir vorbei. 

Schreibstil 
Toll finde ich, dass Julia Lange ihren Schreibstil der Gesellschaftsschicht anpasst aus deren Perspektive sie gerade erzählt. Wenn wir uns in der Oberschicht befinden, wird viel Wert auf Etikette gelegt. Hingegen werden in der Unterschicht oft Kraftausdrücke verwendet. 
An manchen Stellen hätte ich mir mehr Dialoge gewünscht. Mehrere Charaktere berichteten, dass Ijsstedt aufgrund der Irrlichtlage einem Pulverfass glich. Das kam bei mir leider nicht ganz an. Wir begegneten zwar den jeweiligen Schichten, jedoch trafen diese Schichten nicht bewusst aufeinander. Hätte es hier mehr Konflikte gegeben, beispielsweise den ein oder anderen Streit zwischen den Bewohnern verschiedener Stadtteile, wäre die brenzlige Lage bei mir eher angekommen. 

Gesamteindruck 
Ich befürchte, meine Erwartungen an Irrlichtfeuer waren einfach zu hoch. Als ich hörte, dass ein Handlungsstrang von Alba, einer Frau mit einer Muskelerkrankung erzählt wurde, wurde ich neugierig. Eine körperliche Erkrankung in einer fiktiven Fantasy Welt. Wie würde das funktionieren? Wie wirkt sich die Erkrankung auf ihr Leben aus? Diese Aspekte wurden teilweise sehr gut dargestellt. 
Allerdings verliert die Erkrankung nach der Entwicklung von Albas Charakter auch ein bisschen an Bedeutung. (Ach, verdammt, dass ist echt so eine richtige "Jammer"-Rezension). 

Jedenfalls hoffe ich, dass die Fantasy Freunde unter euch, sehr wohl einen Gefallen an Irrlichtfeuer finden können. Ich bin sehr auf eure Meinung zu dem Buch gespannt. 

Samstag, 17. Juni 2017

Blind heißt nicht gleich nichts sehen

Hallo ihr lieben Leser,
ich habe schon lange keinen Artikel in der Rubrik Studieren mit Sehbehinderung veröffentlicht. Das lag mit unter daran, dass mir die Ideen für weitere Beiträge gefehlt haben. Deswegen habe ich jetzt kurzerhand beschlossen, die Rubrik allgemeiner zu halten, damit auch andere Beiträge darin Platz finden.

Wie ihr sicher mitbekommen habt, gelte ich seit Anfang des Jahres als gesetzlich blind. Und das obwohl ich noch etwas sehe. Wie das funktioniert, wie Blinde wirklich sehen und wie sich mein Sehrest seit den letzten vier Jahren verändert hat, erfahrt ihr hier, wenn ihr wollt.

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Blind nach dem Gesetz 

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) fasst die internationalen Kriterien für Blindheit zusammen. Diese gelten aber nur zum Teil in Deutschland.
Hier als gesetzlich blind gilt

1. Wer auf dem besseren Auge weniger als 2% sieht. 
Zum obigen Punkt muss ich wahrscheinlich nicht viel erklären.

2. Wer eine Sehbehinderung hat, die damit gleichzusetzen ist. 
Medizinisch kenne ich mich nicht aus. Ich kann also nur auf das Wissen zurückgreifen, das ich vom hören sagen mitbekommen habe. Ich vermute daher, dass hierunter komplizierte oder degenerative, verschlechternde, Augenerkrankungen fallen.
Wer Beispiele möchte: Netzhauterkrankungen. Mehr Infos? HIER KLICKEN

Quelle: BSVSB - Blinden- und Sehbehindertenverband Südbaden


Wie sehen Blinde?

Von Geburt an blind oder spät erblindet? 
Da ich selbst sehbehindert bin, besteht mein Freundes- und Bekanntenkreis u.a. auch aus blinden Freunden. Und natürlich war da eine der ersten Fragen: "Wie siehst du eigentlich?"
Hier kommen wir gleich zum ersten Problem: Menschen, die von Geburt an blind sind, können diese Frage überhaupt nicht beantworten, da ihnen der Vergleich fehlt. Sie wissen nicht wie nichts oder schwarz aussieht.

Es kommt immer wieder vor, dass das Gegenüber dieses Kriterium nicht nachvollziehen kann. Das heißt, es ist dann oft einfacher schwarz zu antworten, damit endlich Ruhe ist und man sich wieder anderen Gesprächsthemen zuwenden kann.

Es gibt aber auch Menschen, die spät erblindet sind. Das heißt sie sind im Laufe ihres Lebens blind geworden. Hier gibt es oft präzisere Antworten auf die Frage nach dem Sehen.

Die Sache mit den Prozenten 
Wie ihr oben lesen konntet, gilt man in Deutschland bereits als blind, wenn man weniger als 2% sieht. Da stellt sich die Frage: Was bedeutet das in der Praxis?

Und auch hier wird es wieder sehr subjektiv. Ich kenne Leute, die beispielsweise keine Schwarzschrift (die normale Schrift) mehr lesen können. Allerdings können sie Personen als Schemen wahrnehmen und sich auch am Lichtschein orientieren. Dieser Personenkreis kommt im Straßenverkehr ohne den Langstock (Blindenstock) nicht zurecht, versucht den übrigen Sehrest aber so gut es geht für sich zu nutzen :-)
Je nachdem wie stark die Sehbehinderung ist, kann es schwierig werden, Farben voneinander zu unterscheiden. Der Klassiker ist die blau-grün Verwechslung.

Dann gibt es aber noch die Spezialisten, wie mich, die um die 2% sehen, Schwarzschrift Bücher lesen können, aber Mühe haben sich in Räumen oder im Straßenverkehr zu orientieren. Mehr zu meinem Sehrest findet ihr weiter unten .

Die komplizierten Augenerkrankungen 
Ich habe beispielsweise Menschen kennengelernt, die als gesetzlich blind gelten und wunderbar im Alltag zurechtkommen. Sie benötigen bis auf eine Lupe fast gar keine Hilfsmittel und kommen auch mit der Schwarzschrift (der normalen Schrift) super klar. Warum sie dennoch als blind gelten? Weil sie komplizierte Augenerkrankungen haben, deren Krankheitsverlauf nicht absehbar ist oder sich der Sehrest im Laufe der Zeit verschlechtern kann.


Und wie sehe ich? 

Obwohl ich als gesetzlich blind gelte und keine seltene Augenerkrankung habe, sehe ich nicht nichts. (Was für eine komplizierte Wortkonstruktion :-) ).
Mir ist es wichtig, zu betonen, dass ich eben noch etwas sehe. Das liegt mitunter daran, dass viele Menschen denken, dass blind sein bzw. als blind gelten im Umkehrschluss nichts sehen bedeutet. Und vielleicht ist es auch ein Stück sich von einer anderen Gruppe abgrenzen wollen.

Aber kommen wir zum Eingemachten:

Die Fakten
Nach wie vor bin ich auf dem linken Auge blind, was ganz einfach daran liegt, dass das linke Auge nicht vorhanden ist und ich daher logischerweise auch nichts sehen kann. Das war schon immer so und wird sich wahrscheinlich in den nächsten Jahren nicht ändern. Außer natürlich ich komme irgendwie an das Auge von Mad Eye Moody.
Auf dem rechten Auge sehe ich mittlerweile 2-5%. Diese Prozentzahlen sind aber tagesformabhängig. Für diejenigen unter euch, die schon mal zum Sehtest für den Führerschein antanzen mussten: An guten Tagen erkenne ich die erste, größte, Zahl, die an die Wand geworfen wird. An schlechten funktioniert das leider nicht.
Daher muss unterschieden werden:

Wie sehe ich an guten Tagen?
An guten Tagen habe ich keine Mühe Bücher zu lesen und verbringe schon mal gerne den ein oder anderen Nachmittag hinter spannender Lektüre.
Es fällt mir nicht schwer, mich in mir bekannten Räumen zu orientieren. Das können z.B. das Gelände meiner Hochschule oder das Haus meiner Eltern sein.

Im Straßenverkehr bewege ich mich dennoch mit meinem Langstock. Ich kann an guten Tagen Personen zwar besser ausweiche. Dennoch gibt es immer Kandidaten, die mir durch die Lappen gehen und denen ich dann entweder vor die Füße renne oder sie mir.

Personen im Straßenverkehr kann ich an guten Tagen im Vorbeigehen oft trotzdem nicht. Ich erkenne zwar, dass da jemand steht, aber mehr auch nicht.

In Seminaren an der Hochschule ist dann meistens so, dass ich meinen linken und rechten Sitznachbarn erkennen kann. Alles was darüber hinausgeht, nehme ich nicht wahr. Ich kann zwar erkennen, dass ein Dozent vorne steht, mit der Mimik und Gestik kann ich nichts anfangen.

Daher ist es wichtig, dass mich die Leute ansprechen, wenn sie etwas von mir wollen, weil es ihnen sonst blühen kann, dass ich eiskalt an ihnen vorbei laufe. (Aber dieses Phänomen kennen die Buchmessen Besucher unter euch ja sicher auch. Und ihr seit mit zwei funktionierenden Augen ausgestattet :) ).

Und wie an schlechten Tagen?
An schlechten Tagen ist das mit dem Sehrest dann oft etwas kniffliger. Ich brauche um einiges länger um Wörter lesen zu können, wobei das wahrscheinlich mehr ein subjektives Empfinden ist. Buchstaben oder Texte vergrößern bringt hier nichts, weil ich das Gefühl habe, dass ich alles etwas vernebelt oder verschwommen wahrnehme.

An solchen Tagen habe ich auch Mühe Personen in Räumen zu erkennen. Da ist es egal, ob ich die Personen kenne oder nicht. Das heißt, ich bin mir nicht sicher, ob jetzt jemand im Raum sitzt, oder nicht.


Wie komme ich mit meinem Sehrest zurecht? 

Die Hilfsmittel Frage 
Demnächst ist das ein oder andere Video geplant, in dem ich manche meiner Hilfsmittel vorstellen möchte. So könnt ihr live miterleben, wie sie funktionieren.
Daher an dieser Stelle nur so viel: Zum lesen benutze ich Geräte, die mir die Texte vergrößern und mit denn ich den Kontrast verstellen kann. (Ich lese mit weißer Schrift auf schwarzem Hintergrund).
Eine stinknormale Lupe reicht bei mir mittlerweile nicht mehr aus. Die Lupe benutze ich nur, für die Smartphone Aktivitäten :).

Wie oben schon erwähnt, bin ich im Straßenverkehr mit meinem Elderstab (dem Langstock / Blindenstock) unterwegs. Warum? Innerhalb des letzten Jahres hatte ich das Gefühl, dass mir alle möglichen Leute vor die Füße laufen oder für mein Empfinden zu dicht an mir vorbei laufen und ich keine Möglichkeit habe, ihnen rechtzeitig auszuweichen. Mit dem Elderstab hab ich meistens freie Bahn.

Subjektives Empfinden 
Das hängt ebenfalls von meiner Tagesform ab. Je schlechter mein Sehrest ist, desto mehr muss bzw. sollte ich kommunizieren und Dinge erfragen. Zum einen, damit mein Umfeld sicherer im Umgang mit mir wird z.B. nicht denkt, ich würde es ignorieren oder ich würde gedanklich abschweifen, wenn ich nicht auf Anhieb reagiere.
Zum anderen aber auch, weil ich auf Informationen angewiesen bin, wie z.B. welche Straßenbahnlinie gerade einfährt, die Personen-Raum Frage.

Allerdings fällt es mir - je nach Moment - oft noch schwer in bestimmten Situationen zu reagieren.
So nehme ich beispielsweise erst im Nachhinein wahr, wenn ich über eine Situation nachdenke, dass mein Gegenüber womöglich gedacht hat, ich würde mich nicht für ihn interessieren.

Oder ich habe einfach keine Lust zu fragen oder zu kommunizieren wie beispielsweise bei der Straßenbahn-Geschichte. Hier habe ich eine Strategie mit der ich wortwörtlich ganz gut fahre.

Das Einzige, was mir wirklich fehlt, ist das Lesen von Büchern, das ich früher definitiv öfter gemacht habe. Hörbücher sind zwar eine absolut geniale Alternative, auf die ich nicht verzichten möchte. Dennoch ist es auch toll, die Worte einer Geschichte selbst mit den Augen aufsaugen zu können. Und natürlich ist es toll die Wahl zu haben, ein sich für ein Medium entscheiden zu können.

Es ist aber nicht so, dass ich Dingen hinterher trauere, die ich noch nie machen konnte, wie beispielsweise Fahrrad fahren. Zudem glaube ich auch, dass ich eine wahnsinnig verpeilte Autofahrerin wäre. Seid also froh, dass ich die Straßen so schnell nicht unsicher machen werde :-).


Noch Fragen...? 

Ich glaube, dieser Beitrag ist jetzt doch etwas anders geworden, als eigentlich beabsichtigt.
Wenn ihr noch offene Fragen habt, haut sie in die Kommentare!

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In dieser Rubrik bereits erschienen:  

Bewerben für die Ausbildung / das Studium - HIER KLICKEN
Wo und wie beantrage ich Hilfsmittel - HIER KLICKEN
Wie bewerbe ich mich für ein Praktikum? - HIER KLICKEN
Wie beschaffe ich mir Fachliteratur? - HIER KLICKEN
Was muss ich für Prüfungen beachten? - HIER KLICKEN
Umgang mit der Sehbehinderung eigene Erfahrungen - HIER KLICKEN
Wie arbeite ich mit einer Gesetzessammlung? HIER KLICKEN
Wichtige Tastaturbefehle (Shortcuts) im Überblick HIER KLICKEN

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Dienstag, 13. Juni 2017

Into the Water

Bild von
RandomHouse Audio
Steckbrief 

Name: Into the water (auch als Buch erhältlich)
Autor: Paula Hawkins
Verlag: RandomHouse Audio
Geeignet für: Hawkins-, und Thriller Fans,
Gelesen oder gehört: gehört als gekürzte Lesung
Sprecher: Britta Steffenhagen, Marie Bierstedt, Simon Jäger
Bewertung: 5 von 5 Punkten


Klappentext 

(von RandomHouse Audio)

"Der neue Spannungsroman von Paula Hawkins nach dem internationalen Nr.-1-Bestseller Girl on the Train.

„Julia, ich bin’s. Du musst mich anrufen. Bitte, Julia. Es ist wichtig …” In den letzten Tagen vor ihrem Tod rief Nel Abbott ihre Schwester an. Julia nahm nicht ab, ignorierte den Hilferuf. Jetzt ist Nel tot. Sie sei gesprungen, heißt es. Julia kehrt nach Beckford zurück, um sich um ihre Nichte zu kümmern. Doch sie hat Angst. Angst vor diesem Ort, an den sie niemals zurückkehren wollte. Vor lang begrabenen Erinnerungen, vor dem alten Haus am Fluss, vor der Gewissheit, dass Nel niemals gesprungen wäre. Und am meisten fürchtet Julia das Wasser und den Ort, den sie Drowning Pool nennen …"


Meine Meinung 

Paula Hawkins Debütroman Girl on the train konnte mich leider nicht wirklich überzeugen. Ich habe das Buch in gedruckter Form gelesen und kam leider nicht wirklich mit Hawkins Schreibstil klar. Dennoch frage ich mich, ob mir die Geschichte, interpretiert als Hörbuch, vielleicht besser gefallen hätte. Als mir dann in Leipzig erzählt wurde, dass Paula Hawkins demnächst einen neuen Roman rausbringt und zudem die Sprecherwahl schon feststünde, war es um mich geschehen.

Gestaltung
Into the water ist ja eine gekürzte Lesung. Allerdings hatte ich hier nicht das Gefühl, irgendetwas von gekürzten Stellen gemerkt zu haben. Aufmerksame Hörer meinen ja, gekürzte Hörbücher erkennen zu können. Ich verliere meine Vorurteile gegenüber gekürzten Hörbüchern immer mehr und habe das Gefühl, dass die Verlage in diesem Bereich dazu gelernt bzw. sich weiterentwickelt haben.

Kommen wir aber nun zu der Sprecherwahl: Marie Bierstedt ist die Tochter des Schauspielers und Synchronsprechers Detlef Bierstedt. Ich wollte unbedingt ein Hörbuch von ihr hören und war froh, dass ich mit Into the water endlich die Gelegenheit dazu hatte.
Britta Steffenhagen ist nicht nur als Hörbuchsprecherin, sondern arbeitet auch als Synchronsprecherin. So leiht sie hier Charakteren in den Animationsfilmen Drachenzähmen leicht gemacht und Zomania sowie einem Charakter in ein paar Folgen Supernatural ihre Stimme. Vom Namen her, kam mir sie mir sehr bekannt vor, obwohl ich wieder einmal nicht sagen könnte, woher ich sie kenne.
Und zu Simon Jäger muss ich wohl nicht mehr viel sagen. So wie Rufus Beck die Hörbuchstimme von Harry Potter ist, verknüpft man Simon Jäger sofort mit den Thrillern von Sebastian Fitzek. Schön fand ich hier, dass ich ihn als Sprecher bereits kannte. Also selbst, wenn die anderen beiden Sprecherinnen schlecht sein sollten, wusste ich, dass seine Parts das Ganze rausreißen würden.

Nun ist es leider bei Hörbüchern mit mehreren Sprechern so, dass ich nicht viel über die einzelnen Sprecher sagen kann, weil ich gerade bei unbekannten Sprechern, ja nicht genau weiß, wer welche Parts gelesen hat.
Die Lesung von Into the water hat mir aber unglaublich gut gefallen. Die Stimmen haben toll miteinander harmoniert. Ich konnte mich kaum von Into the water trennen. Das passiert nur, wenn Geschichte und Sprecher wie die Faust aufs Auge zueinander passen. Kurzum: Eine sehr schöne Produktion!

Inhalt 
In Into the water begegnen wir verschiedenen Handlungssträngen. Die Geschichte steigt mit einem sehr starken Prolog ein, in dem wir hautnah miterleben, wie jemand ermordet wird. Wer genau, möchte ich an dieser Stelle nicht vorwegnehmen. Hier wird dem Leser schnell klar: Wir bewegen uns auf gefährlichem Terrain!

Dann führt uns Paula Hawkins in die Geschichte ein und stellt uns eine Reihe von Charakteren vor. Ich muss ehrlich gestehen, dass ich eine Weile gebraucht habe, um den Überblick zu bekommen. In Beckford gibt es eine Tote: Nel Abbott. Angeblich Suizid. Doch ihre Schwester Julia ahnt, dass da etwas faul ist. Obwohl das Verhältnis zu ihrer Schwester alles andere als gut war, kehrt sie in die alte Heimat zurück, um sich um ihre Nichte zu kümmern. Lenna hat nicht nur an dem Verlust ihrer Mutter zu knabbern. Auch ihre beste Freundin Katie nahm sich scheinbar völlig grundlos das Leben.

Into the water wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Zum einen aus Lennas Sicht, die uns an einem typischen Teenager Leben teilhaben lässt. Dann lernen wir auch Nels Schwester Julia besser kennen, die keine positiven Gefühle mit ihrer Schwester verbindet. Wie das bei einem waschechten Thriller so ist, gibt es auch diesmal zwei Ermittler, aus deren Sicht ebenfalls ein paar Parts erzählt werden.

Das Tolle war, dass diese verschiedenen Handlungsstränge die Geschichte abwechslungsreich gemacht haben. Zum Schluss hat Paula Hawkins alles zusammengefügt und es war völlig logisch wie die Verbindung der einzelnen Stränge war.

Spannung 
Während ich am Anfang noch orientierungslos durch die Geschichte tappte und mehr fasziniert von den Sprechern und dem Schreibstil war, fand ich irgendwann den roten Faden und konnte mich kaum noch von der Handlung trennen, weil ich unbedingt wissen wollte, wie es weitergeht. Paula Hawkins baut die Handlung gekonnt auf und lässt zum Schluss auch keine Frage offen. Wobei... Gerade der letzte Satz hat bei mir noch ein paar Fragezeichen aufgewirbelt. Andererseits dachte ich aber auch: Genial!

Schreibstil 
Während ich bei Girl on the train nicht wirklich mit dem Schreibstil klar kam, retteten mich bei Into the water die unterschiedlichen Perspektiven aus denen die Geschichte erzählt wird. Ich hatte auch den Eindruck, dass Paula Hawkins so zeigen konnte, was wirklich in ihr steckte. Sie schrieb aus der Sicht der jugendlichen Lenna, konnte Julias Hass auf ihre Schwester Nel durch deren direkte Anrede glaubhaft darstellen und schlüpfte nebenbei noch in Ermittler Rollen oder in die Rolle einer alten Dame, die noch wichtige Dinge ans Tageslicht befördern könnte. Wenn ihr denn endlich mal jemand zuhören würde.

Gesamteindruck 
Ich bin von Into the water positiv überrascht. Nie hätte ich damit gerechnet, dass mich der Inhalt so packen konnte. Hier kommen wieder eine tolle Hörbuchproduktion verknüpft mit einer guten Buchvorlage zusammen.
Ich hoffe, dass Into the water in vielen Bücherregalen ein flauschiges Zuhause findet.


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* Dieses Hörbuch wurde mir vom Verlag zur Verfügung gestellt.