Mittwoch, 7. Dezember 2016

In den 2000ern

Die Zeiten, an denen man noch glaubte, dass der Weihnachtsmann die Geschenke höchstpersönlich nach Hause brachte waren aktueller denn je. Der Tisch war reich gedeckt, die Verwandtschaft hatte Platz genommen und war in rege Gespräche vertieft. Wir Kinder konnten kaum ruhig sitzen. Geschenke... Wann war es endlich soweit? Das Essen schmeckte so ... naja. Die Gespräche waren langweilig. Dann verließ einer der Erwachsenen den Raum. Erst ein Jahr später bekam dieses Detail eine wichtige Bedeutung. Damals interessierten wir uns nicht dafür. Schließlich warteten wir nur auf den einen. Den Weihnachtsmann. Und der hatte uns doch nicht vergessen... Oder?

Foto: A. Mack


Prüfend blickte ich auf die gutgefüllten Teller der Verwandtschaft. Ging das denn nicht ein bisschen schneller?
Doch plötzlich ging ein lautes Krachen durch den Raum. Ein Krachen, dass nur eines bedeuten konnte: DER WEIHNACHTSMANN! Bei uns im Haus! Ein Bruder – oder war es doch einer der Cousins? – brüllte: „Es kommt aus dem Keller.“
Mein Vater an vorderster Front war als Erstes unten. Er hatte es wohl besonders eilig. Das Geräusch erstarb. Und wir erblickten einen Raum voller Geschenke. Der Boden war bedeckt und Kinderaugen leuchteten. Irgendjemand hielt einen Stiefel in die Höhe: „Er hat seinen Schuh vergessen.“ (Und im Übrigen hat er ihn nie bei uns abgeholt. Dieser Mann musste wohl ein ganzes Lager an Weihnachtsmannstiefeln haben).
Nun mussten die Geschenke noch hoch ins Wohnzimmer getragen werden. Dann konnte die Bescherung endlich beginnen.

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