Montag, 12. Dezember 2016

Im Jahre 4000

Foto: A. Mack
„Ähm... Santa...“, er unterbrach den Chef ja nur ungern.
„Ich hab dir schon so oft gesagt, dass ich den Namen nicht mag“, grummelte der Weihnachtsmann. Ihm bereitete es wirklich Mühe sich so viele Namen zu merken. Jeder seiner Angestellten favorisierte einen anderen. Und natürlich flogen sie alle jedes Jahr mit ihm auf die lange Reise und bekamen so eine Hand voll neuer Namen geliefert. Er musste unbedingt daran denken, Santa auf die Blacklist der bösen Namen zu setzen.
„Ja...“, der Elf stand kleinlaut neben ihm und wusste nicht so recht, wie er anfangen sollte. Der Weihnachtsmann blickte ihn einfach nur fragend an.
„Es gibt einen Aufstand unter den Rentieren“, seufzte er. Endlich war es raus.
„Ja kein Wunder. Ich habe ihnen ja immer noch keine Routen gegeben“, der Weihnachtsmann verstand den Unmut. Und er wusste, es würde nicht besser werden. Sie waren auf dem Weg in die Geschenkezentrale. Der Elf war der Erste, der das Pilotprojekt sehen sollte.
Bei der Tür angekommen, blieb der Weihnachtsmann stehen.
„Schwöre, bei Spekulatius, Marias Punsch und Josefs Lebkuchen. Du erzählst keinem, was du hier zu sehen kriegst. Die Überraschung soll erst morgen gelüftet werden.“ Der Elf nickte ernst. Er wusste, was der Weihnachtsmann von Tratschtanten hielt. Und Spekulatius und Punsch... Darauf wollte kein Elf verzichten müssen.
Der Weihnachtsmann öffnete die Tür einen Spalt breit, schob den Elf hinein und schaute sich noch ein letztes Mal nach allen Seiten um. Man wusste nie, wo Spione stecken konnten. Gerüchten zufolge, war er nicht alleine mit dieser Idee. Von drinnen kam ein leises Piepsen. Er wusste nicht so recht, wie er den Laut des Elfen deuten sollte. Er öffnete die Tür ein zweites Mal und folgte seinem Angestellten.
„Was ist das?“, fragte der Elf verdattert und zeigte auf die neuen Flugobjekte.
„Das hat der Mensch von Technik am Nordpol mitgebracht. Du weißt doch, der Typ, der immer anruft und verkündet ‚Ihr Spezialist kommt am...‘“, redete der Weihnachtsmann munter drauf los. Das war das beste Angebot seit langem gewesen. 500.000 Stück für 1.000 Plätzchen und eine Menge Milch, die er seit der Laktoseintoleranz sowieso nicht mehr genießen konnte.
„Darf ich vorstellen...“, der Weihnachtsmann ging zu seinen neuen Flugobjekten und verkündete stolz: „Drohnen! Endlich mal ein gemütliches Weihnachtsfest für mich auf der Couch.“
Er kramte in seinem Mantel und zog eine Fernbedienung hervor.
„Der Techniker hat gesagt ich muss nur hier...“, er drückte einen Knopf und die Drohnen schossen nach oben in Richtung Decke. „Oder hier...“, er drückte einen zweiten Knopf und die Objekte knallten gegen die linke Wand des Raumes. „...Drücken und alles läuft wie am Schnürchen“, er drückte einen letzten Knopf und alle Flugobjekte krachten zu Boden.
„Na, das kann ja was werden“, dachte der Elf. Glücklicherweise befanden sich die Geschenke in einem anderen Lagerraum.
„Ich muss nur noch ein bisschen üben“, lächelte der Weihnachtsmann.

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