Freitag, 9. Dezember 2016

Im Jahre 2012

„Susie! Komm schnell.“
Verschlafen öffnete ich die Augen. Die letzten Bilder des abklingenden Traumes zogen an mir vorbei. Ein Kampf mit den Feinden. Und ich auf der siegessicheren Seite.
„Susie! Wo bist du?“
Mein Schlafplatz war wirklich gemütlich. Warum also aufstehen? Mein Zeitgefühl sagte mir, dass ich ruhig noch ein bisschen schlafen konnte. Ich hatte mich doch eben erst hingelegt.
„Ich glaube, sie will gar nichts“, hörte ich sie unten reden.
„Es ist Weihnachten. Da soll sie doch auch etwas Feines bekommen.“

Foto: A. Mack
Feines? Jetzt wurde ich aber wirklich neugierig. Vorsichtig stand ich auf und verließ meine Schlafstätte.
„Susie, jetzt aber flott“, riefen sie, als sie mich erblickten. Eigentlich wollte ich leise die Treppe herunterschleichen und erst einmal die Lage checken, bevor man sich schon wieder mit Gebrüll auf mich stürzte. Manchmal fehlte ihnen wirklich das Feingefühl.
Die Küchentür stand offen. Erwartungsvoll blickte man mich an.
Langsamen Schrittes betrat ich den Raum. Gerüche schossen mir in die Nase. Leckere Dinge. Langsam lief mir das Wasser im Mund zusammen. Konditionierung lässt grüßen.
Nachdem ich den Raum einmal durchquert hatte, musste ich feststellen, dass sich nichts Essbares finden ließ. Na, toll!
„Manchmal ist sie wirklich etwas schwer von Begriff“, wurde mein Vorgehen von ihnen kommentiert.
„Manchmal bringt ihr mich wirklich auf die Palme“, hätte ich am liebsten patzig geantwortet. Aber ich hatte mit den Jahren gelernt, meine Worte gezielt einzusetzen. Ein letzter Blick in Richtung meines Tellers. Meine Augen wurden groß.
„Aaaah“, kommentierte mein Umfeld.
Nun schoss mir der Thunfisch Geruch ganz deutlich in die Nase. Wie hatte ich ihn nur ignorieren können?
Schnell war ich an meinem Napf angelangt, beugte mich darüber und begann zu speisen.
Ein Fest! Ein wahrliches Fest!

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