Donnerstag, 22. Dezember 2016

Im Jahre 2000

Foto: A. Mack
Mir ist warm. Und zwar richtig. Nicht etwa seit heute, oder gerade eben. Dieses Gefühl der Hitze umgibt mich schon seit Tagen. Oder Wochen? Ich habe jegliches Zeitgefühl verloren. Es ist dunkel. Außerdem fühle ich mich eingeengt. Ich kann mich nicht bewegen. Das ist nicht gerade schön, wenn man zugegebenermaßen gegen Wärme ankämpfen muss und sich nicht einmal Luft zufächern kann.
„Wann gibt es die Geschenke?“
„Erst einmal essen wir.“
Die Geräusche verstummten und ich blieb einsam zurück. Vorsichtig versuchte ich ein paar Glieder zu strecken. Ich stieß gegen eine Wand. Schnell stellte ich fest, dass mich die Wand von allen vier Seiten umgab. Das erklärte die Enge. Ich begann mich zu drehen und versuchte mich mit allen mir zu Verfügung stehenden Mitteln gegen diese Wand zu werfen. Da spürte ich ein heftiges Hämmern.
„REX GEHST DU WEG VOM WEIHNACHTSBAUM!“
Ich brauchte einen kurzen Moment um zu realisieren, dass nicht dieses laute Brüllen für das Beben gesorgt hatte. Ein Knurren ging in ein Jaulen über und entfernte sich von meinem Platz. Entspann dich, es kann doch nicht so schlimm sein, dachte ich mir und dämmerte langsam weg.
Ich erwachte durch ein erneutes Beben. Diesmal kam es nicht nur von oben, sondern von allen Seiten.
„Darf ich es jetzt endlich aufmachen?“
„Ja, natürlich.“
Innerhalb weniger Sekunden wurde es frisch. Nicht etwa eisig kalt. Ich kam nur endlich wieder mit waschechter Luft in Berührung. Und diesen Moment werde ich wohl so schnell nicht vergessen.
„Au, ja! Sowas habe ich mir schon immer gewünscht.“
Nun begann mein neues Leben.

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