Dienstag, 1. November 2016

Die Stadt der träumenden Bücher

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HörbuchHamburg
Steckbrief

Name: Die Stadt der träumenden Bücher (auch als Buch erhältlich)
Autor: Walter Moers
Verlag: HörbuchHamburg
Geeignet für: Fans von Dirk Bach, Walter Moers, oder Fantasy Liebhaber
Gelesen oder gehört: gehört, als ungekürztes Hörbuch
Sprecher: Dirk Bach
Bewertung: 4 von 5 Punkten


Klappentext 

(von HörbuchHamburg)

"Die Stadt der Träumenden Bücher gelesen von Dirk Bach - Der vierte Teil der Zamonien-Reihe von Walter Moers

Können Bücher wirklich träumen? Bücher können alles - sogar töten!

Walter Moers entführt uns in das Zauberreich der Literatur, wo Lesen ein letztes Abenteuer ist, wo einen Bücher nicht nur spannend unterhalten oder zum Lachen bringen, sondern auch in den Wahnsinn treiben oder sogar töten können. Als der Pate des jungen Dichters Hildegunst von Mythenmetz stirbt, hinterläßt er seinen Schützling nur wenig mehr als ein Manuskript. Dieses aber ist so makellos, daß Mythenmetz sich gezwungen sieht, dem Geheimnis seiner Herkunft nachzugehen. Die Spur führt nach Buchhaim, der Stadt der Träumenden Bücher. Als der Held sie betritt, ist es, als würde er die Tür zu einer gigantischen Buchhandlung aufreißen. Er riecht den Anflug von Säure, der an den Duft von Zitronenbäumen erinnert, das anregende Aroma von altem Leder und das scharfe, intelligente Parfüm von Druckerschwärze. Einmal in den Klauen dieser buchverrückten Stadt, wird Mythenmetz immer tiefer hineingesogen in die labyrinthische Welt, in der Lesen noch eine wirkliche Gefahr ist ..."


Meine Meinung 

Gestaltung 
Die Stadt der träumenden Bücher wird von Dirk Bach gelesen. Und was soll ich sagen? Es hätte keinen besseren Sprecher für dieses Hörbuch geben können. Manchmal hatte ich das Gefühl, er legte eine regelrechte Wortakrobatik hin, um die Eigennamen oder Fachbegriffe der Geschichte aussprechen zu können. Da wäre ich im Tonstudio dann wirklich sehr gerne Mäuschen gewesen.
Dirk Bach hat es geschafft, mich in die Welt von Buchhain zu entführen. Ich wäre am liebsten mit unserem Protagonisten die verschiedenen Antiquariate plündern gegangen. Selbst wenn er die Bösewichte imitierte, musste ich über die gelungene Interpretation schmunzeln. Zum fürchten blieb also nicht viel Zeit.
Ich finde es nur äußerst deprimierend, dass es keine weiteren Zamonien Bücher mehr gibt, die von ihm gelesen werden können, da er ja bereits verstorben ist.

Inhalt 
Hildegunst von Mythenmetz ist bereits literarisch erzogen worden. Und zwar von seinem Dichtpaten Dancelot, der nur ein Manuskript geschrieben, seinem Lehrling die Liebe zur Literatur aber weitergegeben hat. Nach dem Tod von Dancelot, macht sich Mythenmetz auf, um die Welt zu entdecken. So landet er schließlich in Buchhain, wo er nicht nur auf nette Bewohner trifft...

Walter Moers erzählt ihr eine sehr fantasievolle Geschichte. Ich bin immer wieder beeindruckt, wie detailliert er seine Welten ausbaut. So führt er den Leser nicht nur ein, was es in Buchhain zu entdecken gibt, sondern hat auch einen perfekt Plan davon, was unter der Erde, nämlich in den Katakomben Buchhains, passiert.
Während er auf der einen Seite eine fantasievolle Geschichte malt, gibt es andererseits auch ein paar wenige Stellen, an der er das Ganze etwas überzieht. So gibt es plötzlich Gewaltszenen wie beispielsweise rollende Köpfe, die es für mich jetzt nicht gebraucht hätte, um eine Geschichte spannend zu machen.

Inhaltlich war es mir hier und da auch etwas zu langatmig. So sitzt Mythenmetz beispielsweise einmal in einer Kneipe. Hier trifft er auf jemanden, der ihm eine Geschichte erzählt. Während der Erzählung fragte ich mich dann irgendwann, ob unser Protagonist nicht eigentlich in einer Kneipe sitzt. Geschichten in der Geschichten finde ich zwar ein tolles Stilmittel. Es wird aber etwas kompliziert, wenn ich dabei die Haupthandlung vergesse :-).

Spannung 
Neben den langatmigen Teilen ist der Spannungsbogen aber ganz gut gestrickt. Ich war beinahe immer auf der Hut und rechnete fast jederzeit damit, dass ein Feind um die Ecke kommen und Mythenmetz etwas Böses wollen könnte.

Schreibstil 
Ich habe Die Stadt der träumenden Bücher mit der Erwartung begonnen, wieder einmal in die Welt Zamoniens eintauchen zu dürfen. Ich wollte unbedingt wieder einen Roman im typischen Walter Moers Schreibstil lesen und kann sagen, dass ich hier nicht enttäuscht wurde. Während mich der letzte Versuch - Rumo - schnell langweilte, konnte mich Moers hier mit seiner Erzählweise überzeugen, was aber wahrscheinlich daran liegt, dass es hier eben um Bücher geht.

Gesamteindruck 
Die Stadt der träumenden Bücher hat mir insgesamt wirklich gut gefallen. Aufmerksame Leser wissen vielleicht, dass es eigentlich eine Trilogie ist. Der zweite Band heißt Das Labyrinth der träumenden Bücher, Band 3 ist wohl noch in Arbeit.
An dieser Stelle möchte ich aber darauf hinweisen, dass Band 1 keineswegs mit einem Cliffhanger endet. Von daher könnt ihr das Buch ruhig lesen, auch wenn ihr noch nicht sagen könnt, ob ihr Lust auf eine ganze Reihe habt.

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